Film-Reviews     Serien-Reviews     Star Trek     Doctor Who     Star Wars     DC     Marvel

„Star Trek – Strange New Worlds“ – 4.10 – „Tomorrow’s Enterprise“

„Star Trek – Strange New Worlds“ – 4.10 – „Tomorrow’s Enterprise“

Uhura ist schon etwas ganz besonderes. Also, das sagt zumindest Zukunfts-Uhura. Und zwischendurch auch sie selbst. – Eigentlich sogar alle, aber nicht zu oft. Sonst könnte man das nicht alle zwei Wochen neu rausarbeiten? Blöd nur, wenn man beim Selbstfinden plötzlich ein „Weißes Loch“ streift – und man mit sich selbst telefoniert, 12 Monate älter. Plötzlich muss man totgestorbene Crewmitglieder wieder auf Spur bringen („Scotty ist WIE genau aus dem Universum ausgestiegen?“), was am Ende dazu führt, dass man ein Quanten-Klops-Baby aus einer Weltraumanomalie ziehen muss. Tja, das sind viele Themen diesmal… Aber ich kann euch beruhigen: Am Ende hört man eh nur dem Kopf-Rauschen des eigenen Blutes zu.


– Der Start gefiel mir gut: Das Weiße Loch machte, was „Anomalien der Woche“ so zu machen pflegen (= reale Physiktheorien umsetzen, rumblinken und Leute beeinflussen), gefolgt von mysteriöser Hintergrundmusik, als Uhura mit Verwirrungszuständen auf der Krankenstation landete.

Das war schon fast wie bei TNG oder VOY, wo man an dieser Stelle bereits raten durfte, ob es Zeitsprünge, Paralleldimensionen, Gehirn-Naniten oder doch nur einen ausgefallenden Patchday auf dem Holodeck als Auflösung geben wird.

– Weniger gelungen war das frühe Erwähnen von „Time Stuff“! La’An erwähnt das Minuten später beim Kaffeetrinken als Auflösung gegenüber Uhura, so als wäre es nicht Teil der Spannung, wie man die Crew von Zeitsprüngen überzeugt – was ja traditionell trotzdem meist flott passiert.

Und dass La’An erst mal so tut, als wenn das eine Art Initiationsritus wäre („Könnte dein erstes Mal sein. Schon ein Kondom über die Taschenuhr gezogen, tihihi?“), machte es noch wilder. Zumal sie DANN wieder zurückruderte (“Wir wissen es nicht, warum du dir Scotty eingebildet hast.“)…

Wieder so ein dramaturgisches Beispiel von „Kuchen aufessen UND behalten“.
Passt ja zur Kaffeestimmung?

„Es könnte quasi ALLES sein, Nyota! Du hast dir ja den Kopf angeschlagen und standest unter Stress. Vielleicht ist der Grund aber noch profaner. Zum Beispiel ein Boltzmann-Gehirn oder Trelane.“ – Zeitsprung für Leute, die schnell wieder weg müssen: Beim Mysterium-Bauen bekommt SNW als Schulnote eine glatte „Keins“. Dafür aber mit Sternchen.

– Der Satz „Time Travel is Heartbreaking“ gehört auch zu den Dingen, die ich weggelassen hätte. Nur weil sie vor einem Jahr(?) mal mit Kirk an Khans Kinderstube vorbeischlenderte? Schon ganz schön verallgemeinernd…
Es kommt ja nicht JEDER beim Zeitreisen an seinem irren SF-Großopa vorbei, während man die Liebe seines Lebens… einfach weiter anhimmeln muss.

Das betrifft maximal nur 60 bis 70% aller Leute.

– Zeitsprung in die Zukunft: Kirk ist bereits Captain, Doktor Boyce hängt an Bord herum (Pille wird bereits erwähnt) und Uhura trägt bereits die TOS-Frisur. Als kleines Schmankerl hat man auch überall ROTE Lampen aufgehängt, damit das Licht mehr wie in den 60ern aussieht. Letzteres ist subtil genug, um nicht aufzufallen, aber schon wieder zu subtil, um wirklich an TOS zu erinnern.

Hier rächt sich dann, dass man jetzt – auf den letzten Metern – noch schnell die alte Serie herbeizitieren will. Jahrelang gucken wir nun bereits auf Sets, Technik und Storys, die NULL mit den Franchise-Beginn zu tun haben. Gleichzeitig sollen wir aber ausrasten, wenn Uhuras Friseur ihr „den Helm formt“. Und der Friesenleger später auch Chapel den berühmten „Bienenkorb hochzementiert“?

Klar, das ist nett gemeint und wirkt tatsächlich ruhiger als das hektische Rumgehampel früherer Folgen, aber da würdige ich doch lieber die Fanfiction-Filmreihe „Star Trek Continues“, wo man teilweise kaum die Produktionsdekaden auseinanderhalten kann.

Und toller wird’s bei SNW auch nicht, wenn Erica Ortega fünfzehnmal ihren rechten Mundwinkel hochzieht (fehlt nur noch ein „Höhörrr“ wie aus einem alten Goofy-Filmchen) und grinsend erwähnt, wie knorke die geheime Affaire zwischen Uhura und Scotty ist. – Stilistisch irgendwo zwischen „Totlachend kumpelhaft“ und „Schon mal an einen Dreier gedacht? Also mit SPOCK. Und ich gucke weiter johlend zu?“.

„Tja, lieber Zuschauer. Sie fragen sich vielleicht, wie ich auf die Liebesbeziehung zwischen Uhura und Scotty gekommen bin? Nun, Hinweis Nummer Eins war das intime Händchenhalten zwischen den zehn Statisten auf dem Landedeck. Und die 500 Gramm an Haarspray-Resten an Scottys Stirn.“ – „Heeey, Erica! Erwähne doch wenigstens, dass sich soeben meine linke Hand in Nyotas Unterbuchse verheddert hat!“

– Danach wird’s noch wirrer am Schwarzen Loch: Erica stirbt, Scotty auch. Zukunfts-Uhura wird aber aus dem Shuttle rausgebeamt. Wo sie von Kirk erfährt, dass Scotty schon länger tot ist – und er gar nicht Bord des Shuttles war. Beim Scannen des Schwarzen Lochs ruft dann noch Vergangenheits-Uhura (vom Weißen Loch aus) an, die wir ja bereits gesehen haben.

Auch hier fühlte ich mich (noch) wohlig an TNG erinnert. Tatsächlich ist allein die gelungene Verknüpfung von zwei(!) Zeitebenen mit zwei(!) Raumphänomenen mehr, als wir in den letzten Staffeln bekommen haben.

Was in den 90ern noch eine Drehbuch-Fingerübung in jeder dritten Episode war („zwei Picards, zehn Worfs und drei Datas? Kommt sofort!“), darf man nun getrost als kleinen Staun-Moment beim Zuschauer verbuchen.

Die Erklärung war hier, dass Scotty vor einem Jahr gestorben ist und er DANN nicht mehr im Shuttle in der Zukunft sein konnte. Äh… oder so.

Warum Zukunfts-Uhura ihn dann vorher überhaupt GESEHEN hat und sich nach der Explosion an das fehlende Scotty-Jahr ERINNERN konnte, kann man natürlich mit Astro-Löchern in Schwarz-Weiß-Grau „gut“ erklären, wirklich sauber fand ich’s aber nicht. Oder musste die Verknüpfung mit Old-Uhura – jetzt ganz frisch mittels Wurmloch – zwangsweise dazukommen? Geschah ja erst einige Stunden später, der Kontakt?

Bei Guinan und der gleichnamigen TNG-Episode „Tomorrow’s Enterprise“ hatte man einfach ihre völkischen Sonderfähigkeiten genommen und gut war’s. („Captain, diese Zeitebene ist falsch!“ – „Was?! Stoppt den Maschinenraum, Guinan spricht!“)

„Zukunfts-Ich? Du willst mir also sagen, dass du aus der Zukunft zu mir funkst?“ – „Ja, ein ganzes Jahr! Groovy, Babe! Ich sage dir: Die Frisuren und Lichter hier sind der Wahnsinn! Und die LSD-Logik dahinter ist eeecht bewusstseinserweiternd.“ – Lieber Zeitloch als Straßenschäden: Mag sein, dass ich hier etwas streng bin, aber wenn Zeitreisen nicht zu 80% einleuchten, bin ich sauer. Hier landen wir knapp bei 74,5%. – Gnaaarrrr!

– Wirklich geärgert hat mich aber die Art, wie Zukunfts-Uhura mit Vergangenheits-Uhura spricht: Überheblich! Und mit Sätzen wie „DU bist noch nicht durch das gegangen, durch das ICH ging“ um sich werfend. Woraufhin die Jüngere ernsthaft beleidigt ist & sich rechtfertigt.

DAS ist jetzt also die nächste Evolutionsstufe bei New-Trek? Nicht nur, dass man sich gegenseitig das Babypuder vom Hintern labert („Meine Mutter war aber nerviger als deeeine.“), nein, neuerdings muss man sich mit sich selbst darüber streiten, wer es schwerer hatte?!
Demnächst schmeißen die ihr Tagebuch von letzter Woche in den Holodeck-Computer und schimpfen danach ihren Avatar aus, warum das Vergangenheits-Ich unbedingt Bohnensuppe essen musste. Jetzt müsse man deswegen die ganzen Bremsspuren aus der Unterwäsche schruppen.

– Als Old-Uhura berichtet, was man gerade erforscht, wird’s peinlich: „Nur was Triviales: Ein Schwarzes Loch.“ – Im Ernst? Würde ich jetzt NICHT sagen, nachdem da bereits Kommunikation(!) raus tröpfelte. Und es immerhin so wirkte, als wenn Erica und Scotty drum herum explodiert sind.

Aber vermutlich haben die Autoren vorher die letzten Staffelabschlüsse von DISCO gesehen – und fragten sich hier selbst, warum das gaaanze Universum nicht schon gefährlich schief auf einer Klappleiter steht?

„Wir müssen Spock finden. Aber verrate ihm nicht gleich, worum es geht. Er könnte sonst zu effektiv unterstützen!“ – „Roger, Zukunfts-Ich… Ich liebe es, wie kompetent und Bad-Ass du durch die letzte Weihnachtsfeier geworden bist.“ – Das doppelte Plot-chen: Der Plot sieht vor, dass die Zeitebenen erst mal nicht/kaum miteinander interagieren (für dieses Bild hier schneidet man die Damen einfach nebeneinander). Aber warum soll Spock soll sich dann ruhig ein Jahr Zeit lassen? Und wieso FRAGT Future-Uhura nicht einfach IHRE Leute, wann „ihr“ Scotty gestorben ist?

Je weiter die Geschichte voranschreitet, umso mehr habe ich mich aufgeregt. Auch aus Selbsthass, weil ich nicht mehr zuhören wollte. Und nicht mehr zwischen Logikfehler und ADHS unterscheiden konnte.

– Dieses billige „Verbünden“ zwischen den beiden Uhuras („Jetzt bist du dran.“) war dann blöd wie Hulle. Und nachdem La’An bereits so tat, als seien Zeitreisen totaaal normal, muss sich Doppel-Nyota plötzlich durch „Tricks“ (= keine Sorge, es ist nur Doofie-Rhethorik auf dem Flur) die benötigten Zauberkristalle beschaffen.

– Und wieso tut Future-Chapel plötzlich so sexy? Also abgesehen von ihrem Aussehen, das ja eh nicht das schlechteste ist… Aber diese „Ich mach dich heiß“-Grimassen gegenüber Uhura haben mich dramaturgisch eher verstört. Wollen uns die Autoren sagen, dass die beiden zwischendurch das alte „Beinschere auf/Beinschere zu“-Spiel gespielt haben?

Nichts dagegen, aber warum MACHT man das einfach? So ohne Ankündigung? („Captaaaain Sisko? Schmaaacht… Ich wollte nur saaagen *kicher*, dass ich immer ihr guter alter Odo sein werde.“ *Finger abschleck*)

– Spätestens beim Komplett-Tausch der beiden Uhuras („Hey, wieder die alte Frisur? Wann das gemacht?“) verlor mich die Episode. Auch hier wird erst nach Kirks Besuch das Offensichtliche angesprochen. Und das Drumrumgerede brauche ich auch nicht. („Du bist nicht du selbst, wenn du hungrig bist. Und außerdem hattest du damals, auf Starbase 6, irgendwie ein geileres Pokerface. Sonst alles fit im Schritt?“)

Was angesichts des veränderten Aussehens auch langsam albern wirkt. Die Begründung, dass man die Zeitlinie nicht verändern dürfe (*auf bereits zerfleddertes Labberfaden zeig*) nahm ich der Episode nicht mehr ab. Die ist nämlich nicht halb so schlau wie die Zuschauer.

„Ach, da steht ‚Quantensprung‘, nicht ‚Krankenstand‘. Da hätte mein anderes ICH diese Felsplatten doch etwas ordentlicher zusammennähen sollen?“ – Warum auch Autisten sich gelbe Post-It’s an den Kühlschrank kleben sollten: Musste man die Alien-Botschaft echt als Knetprojekt an die Wand nageln? Ist natürlich okay, dass Old-Nyota den halbfertigen Text geil fand, aber richtig „trekkig“ fühlte sich das nicht an… („Dax hat die alten Wurmloch-Aufzeichnungen auf eine Socke gestrickt. Wir müssen sie finden!“)

– Pike wird dann erst in Minute 40 aufgeklärt. Auch hier brauchte ich die euphorische Musik beim Umarmen(!) nicht. Ebensowenig die pathetische Ansprache, dass man nur SELBST über seine Zukunft bestimmen kann/soll/darf.
Was eine tolle Rede wegen Pikes zukünftigen Rollstuhl-Rallys in TOS sein sollte? Jedenfalls furchtbar geschrieben, diese Dialoge.

– Am Ende gibt’s dann noch ein „Baby,“ das aus dem Schwarzen Loch/Weißen Loch schlüpfen soll. DAS ist zwar sehr trekkig, aber das ganze Drumrumgequatsche zog mir echt vor Langeweile den Schnuller aus der Schnute.

Mental ganz raus war ich dann, als Nyota mit Cyberhandschuhen auf dem Schiffsrumpf stand – und mit seltsamen Drehbewegungen das unsichtbare Megawesen entbinden wollte. Auch hier bot sich ein Vergleich – im Kopf – mit alten Trek-Folgen an.
(„Data, stellen Sie sich vor, Sie würden ein Glas aufschrauben!“)

Und wann hat man eigentlich etabliert, dass man in ein Schwarzes Loch einfach reinschweben kann? Das Ding hatte nicht mehr Gravitation als der Türrahmen einer Besenkammer! Baby-Anomalie hin oder her, aber DAS ist SF für Leute, die ihren Kopf nur deswegen tragen, damit das Gehirn durch die Speiseröhre fällt.

„Hey, kann es sein, dass diese Episode einfach nur bestimmte Bilder produzieren wollte?“ – „Halt die Klappe und hilf mir mit dem zehn Kilometer großen Kinderbettchen!“ – Treffen der Degenerationen: Der Schluss produziert dann nur noch Kitschwelten mit Blitzelichtern und Funkenflug auf einer virtuellen Enterprise.

Trotz all der netten Themen (neues Leben, yey!) und der guten Aufmachung ließ mich die Episode ungewohnt kalt. Okay, vielleicht hat auch die klampfige Kitsch-Klaviermusik am Ende nicht dazu beigetragen, dass man hier ein SF-Meisterwerk für die Ewigkeit abgeliefert hat. Und die Fixierung auf die Kommunikations-Expertin, die JEDE Plot-Enthüllung zur Selbsttherapie nutzt, war auch nicht doll.

(„Ich muss nur fest an mich glauben. Denn sonst… funktioniert der Tachionenimpuls nicht wie vorgesehen?!“)

Über Uhuras herzige Beziehung zu Scotty haben wir auch wenig erfahren. Zum Trauern oder „Wiederbeschaffen“ gabs ebenfalls wenig Raum.
NOCH weniger Raum gab es nur beim Schwarzen Loch, das am Ende verdächtig nach „10 Meter große Kinoleinwand“ aussah.

Und bin ich ein schlechter Mensch, weil ich bei der Tränendrücker-Mucke und dem reingerufenen „Kontraktion!!“ von Weltraumbaby-Expertin Chapel eher lachen musste? Ich hoffe… JA!
Das gibt mir die Kraft, mich durch inneren Hass davon zu läutern.

Diese schmierig-manipulativen Musikstücke und Soundeffekte… Dieses Leidensgesicht der Uhuras am Ende („Das Baby spricht mit einer Computerstimme. Wie klein ich mich doch fühle. Buhuuu, neues Trauma unlocked?“)… Dieses zeitraubenden Gespräche zwischen den Charakteren, damit am Ende doch nur das dünne Technobabble die Kitschdarstellung legitimiert…

Diese ballerig-nichtssagende Beziehung zwischen den Doppel-Uhuras… Nur echt mit Sätzen wie: „Du machst das prima! Hör nie auf zu wachsen!“ (*Händchen halt, Einhörner auf Federmappe zeichne*) Sätze und Bilder, bei denen man sich ständig fragt, was bitteschön in einem Jahr(!) so Tolles passiert sein soll, was dieses Gesaller rechtfertigt?

Was würdet ihr EUCH denn mitgeben nach 12 Monaten? „Hör nie auf zu wachsen. Guck im November mal wegen des TÜVs. Vergiss nicht, dreimal die Kaffeemaschine zu entkalken!“ – Schnief, Heul, Flenn?

„Enterprise an Enterprise! Drehen Sie die Warpgongeln zur Gebärmutter! Riesenhandtuch auswerfen! Schmeißt die Traumatherapeuten auf die Decks – falls einer von der Besatzung kollabiert.“ – Das Blut, das ich hier nicht sehen kann, fehlt der Episode im Kopp: Als Metapher für eine neue Raumfahrer-Generation ist dies hier nur halb geeignet. Angesichts der letzten Kurtzman-Jahre wäre ein Totgeburt passender?

„Das Baby bewegt sich! Ich kann es sehen!“ – „Uhura, die Super-Cybersicht ist doch noch gar nicht aktiviert.“ – „Ich meine doch mich selbst! Captain, als ich heute morgen aufstand, wollten meine Hände nichts mit mir zu tun haben. Buhuu, diese gemeinen!“

„Scotty ist wieder am Leben! Danke, liebes Zeitstrahl-Baby! Danke, lieber Rückspul-Effekt!“ – „Ich weiß nicht, was ihr da redet, aber ich habe plötzlich Bock auf’s… Baby machen?“

Ist es nicht wunderschön? Wie kann man sich nur so ein tolles Design einer Quanten-Lebensform ausdenken? Es wabert. Es strahlt. Es bewegt sich leicht. Es ist in der Bildschirmmitte. Episch halt… Toll, dass der Art-Director dieser Episode gestern diese drei Grafik-Shader per Eilbote erhalten hat, oder?

Und am Ende wird wieder Wein gesoffen, Poker gespielt und die Freundschaft beschworen – mit drüber gelabertem Sinnfrei-Text.

„Zukunft ist das, was noch kommt. Weil… ist ja noch nicht da, verstehste? Jedenfalls zählt oft mehr als der einzelne Moment. Nämlich der Moment selbst. Das widerspricht sich nicht, denn es hört eh keiner zu, was ich hier rede.“

Wie oft eigentlich noch? Was muss schiefgehen, damit die mal die Pulle vom Hals nehmen?

„Hipps… Glucks… Auf d-daaas tolle Beltraum-Waby… äh, Weltraum-Baby, M-Männer!“ – „Sie hab’n das andere G’schlecht v-verjessen, Captain…“ – „Ach jaaa, die Schwulen und Transen und Lesben dürfnfnfn auch’n Schluck, hörrhörr. Man is’ ja kein Un’mensch? Hargl.“


Fazit:

Komisch, über diese Episode habe ich mich fast mehr geärgert als über die Genre-Experimente der letzten Wochen.

Vielleicht, weil man hier sogar eine wohlmeinende Zeitreise- und Geburtsfolge erzählen WOLLTE?

Am Ende mischt man aber nur drei Themen zusammen (= Zeitreise, Scottys Tod, Waber-Babys mit Stimmverzerrer) & mixt die üblichen „Wer hat mich noch/schon lieb?“-Thematiken dazu.
Dann lässt das am Ende mit Mini-Romantik und Fressorgien bei glutheißen 22 Grad köcheln.

Fertig ist der Staffelhöhepunkt für Leute mit Hör-, Seh- und Denkschwäche.

Als Grundidee ist das alles seeehr solide, aber als Trek-Folge versagt dieser kitschige Selbst-Wichs-Klamauk an allen Ecken. Nach Minute 20 war ich raus.

Ich bin diesmal streng, aber gerecht:

ACTION
HUMOR
TIEFSINN
ALLES IN ALLEM
SPARKIS MICKRIGER MEINUNGSKASTEN
Drogentrip ins Technobabble-Land
Holla, diese Staffel endete aber mal mit einem großen Knall. Nämlich in meinem Kopp.

Immerhin weiß ich jetzt, warum man in dieser Staffel so wenige richtige SciFi-Geschichten erzählt hat: Die Autoren sind einfach total scheiße darin!

Andererseits muss ich an dieser Stelle zugeben, dass ich 50% dieser Folge schlicht nicht gerafft habe UND nicht bereit bin, mir diese deswegen noch einmal anzusehen. Bin doch nicht blöd… er.

Deswegen auch nur eine Auflistung der Punkte, welche mir besonders unangenehm aufgefallen sind und vielleicht sogar irgendwo erklärt werden. Für entsprechende Klugscheißer-Kommentare bin ich ernstgemeint dankbar:

– Ortega darf als Steuermann einfach mal selber bestimmen, wie nahe sich die Enterprise an eine riesige Anomalie herantraut? Ganz ehrlich, sie macht jetzt nicht den Eindruck, das entsprechende Risiko mal eben selbst ausrechnen zu können. Oder sonst irgendwas. Und unser Pike ermahnt so etwas natürlich nur mit einem amüsierten „Du du du!“.

– Der ganze Aufhänger der Geschichte startet lediglich durch ein verrauschtes „Scotty, no!“, was Uhuru aus plumpem Plot-Gründen geheim hält? Vielleicht ist er ja nur auf einer Bananenschale ausgerutscht? Oder hat sich den Zeh gestoßen?

– Top-Dialog, als die Uhuras sich das erste Mal unterhalten: „Ich glaube, wir sind die selbe Person.“ ACH, NEE?!?! *wissenschaftspreis überreich*

– Und auch weiterhin konspirieren die beiden nur, weil vielleicht eventuell dem Scotty etwas passiert? Das ist einfach schrecklich unspannend und erzwungen, warum nicht etwas deutlicher machen dass er tatsächlich den Space-Löffel abgibt??

– Das Shuttle kann Uhura mal eben selbst umrüsten? Und ohne wirkliche Erlaubnis einfach damit losfliegen? Keine Genehmigung? Geklaute Codes? Was für ein Pfuscher-Verein ist das denn?!

– War es gewollt, dass wir zuerst nicht wussten, ob es sich mit der Doppel-Uhura nur um eine Zukunftsvision oder z.B. eine Multiversum-Variante handelt? Offensichtlich fand ich das aber nicht.

– Die Crew wird auch hier wieder extrem doof gemacht. Die beiden Uhuras tauschen also die Plätze, haben andere Frisuren und Uniformen. Und TROTZDEM stutzen alle nur 2-3 Sekunden und machen dann weiter wie gewohnt?? Schwachsinn-Bonus für ihre Ausreden wie „Ich hab mir mal schnell die Haare gemacht!“ (kein Witz!).

– So richtig den Faden verloren habe ich bei der Stelle, wo Zukunfts-Uhura aus dem Shuttle beamt bevor dieses mit Scotty und Ortegas an Bord explodiert. Und DANACH ist dies gar nicht passiert?! Wieso? Und warum nicht direkt alle rüber beamen?! Kommentare zur Hilfeee?!

– Wann und wo und weshalb hat Uhura eine halbe Frequenz auf eine Steintafel gemeisselt?!? In einer alten Sprache? Weshalb so geheim? Tafel jetzt gar nicht uralt?? Hääää???

– Wurmloch? Wehen? Weltraum-Baby?? Wofür war der Dilithium-Diamant eigentlich?? Fühlt sich so Demenz an??!

– Das letzte Drittel war für mich auch nur noch unverständliches Techno-Gebrabbel. Bonus-Spiel: Jedes Mal einen heben, wenn das Wort „Space Baby“ gesagt wird. Hick.

– Uhura startet drei Sonden um das Baby im Wurmloch (!) mittels VR-Handschuhen zur Welt zu bringen (?!), diese Sonden müssen aber nur fünf Meter von ihr wegfliegen um das Loch zu betreten??

– Jawoll, Wurmloch Space Baby Geburtshilfe mit VR Handschuhen, wo Chapel nutzlose Tipps über Funk durchgibt. Große Zuschauer-Verarsche kurz vor Serienende?? Will man „Spocks Gehirn“ als neue Top-Gaga-Folge ablösen?!

Fazit: Was zum Henker! Diese Folge fühlte sich so an, als ob 27 Autoren jeder ein paar Seiten schreiben durften, ohne sich miteinander abzusprechen. Oder das war alles nur ein Prank. Also, Star Trek seit 2017, meine ich…

ACTION
HUMOR
TIEFSINN
ALLES IN ALLEM

Weitersagen!

BS

Artikel

von Klapowski am 25.09.26 in Star Trek: Strange New Worlds

Stichworte

Ähnliche Artikel


Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert