Film- und Serienkritiken

Der Latinum-Standard des Star Trek Universums

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Star Trek – Strange New Worlds“, Kritik zu 2.05 – „Charades“

Star Trek – Strange New Worlds“, Kritik zu 2.05 – „Charades“

Spock ist ein Mann, der trotz all seiner Fehler (Lese- und Rechtschreibschwäche, Naivität, Unkenntnis der Befehlsregeln, ständiges Aufbrausen, Unverständnis der Menschen, Unsicherheit gegenüber Untergebenen…) total liebenswert ist. Zumindest haben das die 1960er mal so festgelegt, weswegen wir uns alle sklavisch daran halten. Auch wenn ein Gen-Unfall alles noch komplizierter macht. – Apropos sklavisch: Sein Volk darf als logisches und aufgeklärtes Vorbild in Sachen „Zwangsheirat“ auch in dieser Folge glänzen. Und zwar schwarz. Wie frische Hasenköttel.


Inhalt:

Spock und Chapel geraten bei einer archäologischen Mission in einen Shuttleunfall, aus dem er als kompletter Mensch hervorgeht – ohne vulkanische Anteile. Verwirrt von dieser 5-minütigen Einstiegskracher sehen wir ihm nun zu, wie er sich komplett zum Horst macht.

Erst recht, als seine künftige Schwiegermutter an Bord kommt und abfragen will, ob er denn auch alle heiligen Hillbilly-Rituale beherrscht.

Ein komplett fremdes Volk… Wir nennen es auch „New-Trek-Fans“.

Geilo! Es geht um eine untergegangene Zivilisation! So richtig mit Ruinen, rätselhaftem Verschwinden der Altforderen, unklarer Kultur und verschollenen Medizinprodukten. Wer kennt sie nicht? Die obligatorischen USB-Sticks in den Maya-Pyramiden…

Was die uralte Megazivilisation von Anfang an besonders gut kann, ist aber: Ständig von der Crew erwähnt werden. Und das, während Spock Brotkrümel vom Tisch wischt (man stelle sich das bei Pille vor!), von seinen Nasenstopfen berichtet (gegen den Schweiß- und Klischeegeruch in Pikes Küche) und seine Emotionen NOCH besser runterschluckt.

Ja, gerade diese Emotions-Einhegung scheint neuerdings ein Vollzeit-Job zu sein, der jeden Aspekt von Spocks „Leben“ betrifft.
Hier wird sooo sehr ge- und unterdrückt, dass die Gefühle fast schon an gänzlich unerwarteter Stelle heraustreten…

(„Nein, ich darf kein Ü-Ei von Ihnen annehmen, Captain! All das Spiel und die Spannung – neben der Schokolade – könnten mich zu sehr aufwühlen.“)

„Jetzt guckt sie schon wieder… Was kann das nur bedeuten? Ich bin doch vor 5 Minuten erst aus einem Stück Pinienholz geschnitzt worden!“ – Bloß nicht das ANDERE Missionsziel auf dem Hauptbildschirm anstarren. Sonst könnte der Zuschauer bemerken, wo ER seine eigentliche Liebe gerne hätte. Spocks persönliche Entwicklung ist eher unbefriedigend. Zwischen dem hier und dem späteren TOS-Spock liegen gefühlt … Welpen.

Und somit hatte ich zu Beginn bereits die Befürchtung, dass die fremde Kultur nur ein Lückenfüller sein wird, der höchstens den Zwischenraum zwischen Spocks beiden Hodensäcken auszufüllen hat. Hat ja dann auch gut geklappt?

“American Pie“? Klingt wie „Pi“! – I like Math.

Odo und Quark.
Kira und Odo.
Bashir und O’Brien.
Sisko und Gul Dukat.

Was ich bei DS9 immer besonders mochte, waren die Gespräche an Bord der Shuttles. Wann immer es Probleme zwischen zwei Charakteren gab – z.B. „Klingonische Ehre“ versus „Ohne Blutvergießen zum Aldi gehen“ – , pferchte man die Figuren einfach zusammen. Zwecks Klärung oder zumindest Vorbereitung einer klärenden Story.

Dabei waren alle stets extrem korrekt und (auch bei den zurückhaltenden Figuren) offen. HIER ist es aber leider nur noch … der Arsch.

Dieses Geschmachte und Gerede von wegen „Du hast damals im Fahrstuhl nur auf den Nothammer gestarrt“ zwischen Spock und Chapel hat mir wenig gefallen. Nichts gegen Unsicherheit, Ausweichhandlungen und ängstliches Heimscheißen, aber bei solch ausgebildeten Offizieren erwarte ich mehr als tränennasse Augen und starre „Ich kann sie nicht ansehen“-Blicke, weil man heimlich(??) verliebt ist.

Wobei diese Heimlichkeit nach gefühlt 13 „Ausnahme“-Episoden eh total unnötig wirkt. („Huch, mein tägliches ‚Bon Fart‘-Ritual hat mich meine Liebe gegenüber allen Eierstockträgerinnen gestehen lassen. Na ja, ist halt menschlich.“)

Halt immer so, wie die Story unseren Spock gerade (ge)braucht.

Der Strudel auf der Mondoberfläche steht natürlich sinnbildlich für Spocks Ringen mit sich sich selbst. Ein Ringen, das jeder kennt, der auch schon mal beim Masturbieren in der Gardine hängen geblieben ist.

Ich finde weiterhin, dass das NULL zu Star Trek passt… Ebenso wie die Behauptung, dass Vulkanier die gan-ze ver-damm-te Zeit total ihre Emotionen unterdrücken müssen. Vor allem so, dass man es ständig MERKT. Wo ist jetzt noch mal der Unterschied zu MEINEM Büroalltag?

(„Ja, Chef, ich finde ihre Idee total sch… sch… gnaaah… scheibe! Sorry, meine Verstellungskünste ließen mich nur einen Buchstaben austauschen.“)

Auch die später auftretenden Besuchs-Vulkanierer können ihre Abscheu und Skepsis kaum verhehlen. Die zarten Augenbrauen-Tänze zwischen TOS und ENT sind da leider einer erstaunlich offenen Anpamp-Kultur gewichen.

Body-Switch-Komödien haben angerufen. Sie wollen ihr Star Trek der 90er wiederhaben.

Extrem unglücklich auch die flotte Enthüllung, dass Spock nach dem Shuttleunfall einfach mal menschlich gemacht wurde. Bisschen was zeigen können hätte man doch? Das angebliche Schweben im All, das zerdepperte Shuttle… Hier hätten mir ein paar Metall-Polygone von den Ludolfs echt schon gereicht.

Auch das Umstricken der DNA hätte ich gerne mal in einem kurzen Moment erlebt – zum Beispiel mit Spock im Kraftfeld, mit britzelnden Nanobots drin. Ging’s in Star Trek nicht immer auch um das Zeigen von TECHNIK? Auch wenn diese erkennbare Schwächen hat und z.B. nicht ständig explodiert?

„Aaaach, soo ist es also, ein Mensch zu sein? Das Tierwohl, die CO2-Bilanz und die verbratene Energie sind einem plötzlich total schnuppe?! Mehr davooon!“ – Und plötzlich bewarf er auch Baerbock-Plakate mit Tierknochen: Die Konsequenzen der Menschwerdung waren doch sehr oberflächlich. ICH hätte als frisch entstandener Vulkanier ja auch nicht an Armdrück-Wettbewerben teilgenommen („Guck mal, stärrrker!“)…

Prämissen essen Seele auf (zumindest meine)

– Die saublöden Raumstrudelbesitzer dachten also, die DNA(!) eines verunglückten Wesens müsste „korrigiert“ werden? Warum nicht Chapel zur (Halb-)Vulkanierin machen oder einfach mal NICHT hinterfragen, was einem da unfallmäßig angeboten wird? Was hätten die z.B. gemacht, wenn die mich und meine Freundin am Straßenrand gefunden hätten? Penis ab, weil die andere Person keinen hat?

– Hat ja auch nur 5 Sekunden gedauert, bis Spock da wieder dienstbereit war. Klar, wenn alle sich gefühlt über den neuen Zustand beömmeln (bei „Tuvix“ wurde das ernster gehandhabt)?, fühlt man sich vermutlich regelrecht genötigt, Currywurst-fressend die Crewmitglieder anzuschreien („Tisch abputzen, sonst rolle ich mich auf dem Boden rum!“).

Das alles hätte besser gewirkt, wenn man 5 ernste Minuten durchgehalten hätte… Einfach mal den Status abchecken. Dafür hintenrum ein paar Szenen wegstreichen, in denen Pike mit Kartoffelchips rumrennt?

– Aber bei DEN Hammergags in der Bar (à la „Zieh mal an meinem Finger“) war’s natürlich schwierig. „Toll“, wie sich da alle weiblichen Offiziere ständig wegschmeißen. Abseits von Rang und Charaktereigenschaften. Aber okay, sind ja alles Frauen. Soll Pike doch weiterhin in der Küche stehen, während die Damen regelmäßig in die Kneipe gehen.

[Interessant übrigens, wie shitstorm-gefährlich das UMGEKEHRT wirken würde?]

„Ach, JETZT kapiere ich das! Ihr habt euch über MICH all die Jahre lustig gemacht. Urkomisch! ‚Verkappter Schwuler‘, wer kommt nur immer auf solche Sprüche, ey?! Gnaharrharr!“ – Eine handbreit Abstand nur unterhalb der Gürtellinie: Dieser New-Trek-Fetisch, dass alle total launig miteinander feiern können, ist mir zu viel. Zumal La’An uns kürzlich noch erzählte, dass man sich gegenseitig gerne das Wort „Monster“ in den Cappuccino-Schaum schreibt.

– Das große Drama um Spocks Mutter leuchtete mir dann auch nicht ein. Hat sich Picard früher auch immer eine Bommelmütze aufgezogen, wenn seine DNA verändert oder verjüngt wurde? Sätze wie „Nicht der Mutti sagen!“ wollte ich bei den (interessanteren) Anomalien und Krankheiten bei Star Trek eigentlich NIE hören.

Im Gegenteil: Offen ansprechen, dass man jetzt ein zeitreisender Halb-Gorn ist – und nett nach der Telefonnummer eines beliebigen Starfleet-Wunderheilers fragen.

T’Pring hatte daher voll recht mit ihrer Schlussansprache: Spock hätte einfach SAGEN müssen, welche Anomalie-Sau dieses Mal durch den Quadranten gejagt wird. Sogar ich würde durch all den Trek-Konsum zu Sparkiller sagen: „Du hast ein UFO gesehen und dir deswegen den Penis verkleinern lassen? Da bekommst du heute selbstverständlich frei!

– Ist der menschliche Hauptaspekt tatsächlich, dass Spock sich wie ein aufmüpfiger Pubertierender verhält, der von Heißhunger und Heulattacken unter der Dusche faselt? Klang sowieso eher nach Frauen in den Wechseljahren, nicht nach den emotionalen Problemen, wie ICH sie z.B. ständig habe. (*auf neu angekündigte Trek-Serien zeig & Schaumbeutel unter Kinn befestig*)

– Zumal das im dramaturgischen Serienkontext null Sinn machte. War ja eh schon so, dass Spock ständig ausrastete, weil den Autoren irgendwas von wegen „Emotional Halbe-Halbe“ auf die Handinnenfläche geschrieben wurde.
Jetzt ist er halt genauso verwirrt und bekloppt wie sonst auch – nur, dass ihm jetzt mehr Bratwurstsaft aus dem Mundwinkel tropft.

„Spock, Sie dürfen meine Tochter nicht einfach heiraten. Vorher müssen sie erst mal über mich drüber. Äh… an mir vorbei, meine ich.“ – Wenn die runtergezogenen Mundwinkel oberhalb des Brustbeins enden, ist es noch keine (negative) Emotion: Das früher gehegte und gepflegte Bild der Vulkanier bekommt immer mehr Risse. Aber vermutlich wird uns die Serie auch DAS als glorreiche Tradition verkaufen. („Wir nennen es das große Ritual namens Ab’riss-bir’ne.“)

– Die Love-Story um Schwester Luderlein profitiert (oder leidet) jetzt auch nicht unbedingt von dem neuen Gen-Def(l)ekt… Zumindest war die vorherige Staffel diesbezüglich so wirr, dass man Spock auch mit einem halben Pon Farr, einem neuen Therapeuten oder irgendwelchen Menschwerdungs-Vorsätzen in die gewünschte Storyrichtung hätte drücken können.

Wäre sogar subtiler gewesen als der Komplettumbau an Körper und Geist.
Oder, wie Transgender-Personen es neuerdings nennen: „Jahresurlaub halt“

– Das behämmerte Abendessen mit Spocks Verlobter muss natürlich un-be-dingt nach Spocks Shuttleunfall stattfinden – da kennt die Dramaturgie echt nur Zuckerbrot und Peitschenmutti.
Erinnerte mich alles irgendwie an Peter Steiners Theaterstadl. Fehlte nur der Kachelofen, wo sich der Postbote und der falsche Liebhaber abwechselnd drin verstecken können?

– Wieso hat man es überhaupt so früh aufgegeben, die verwirrten Aliens um eine weitere „Korrektur“ zu bitten? Nachher wurde der „Wir fliegen zurück und fragen“-Twist ja wie die superdolle Ausnahmeidee hingestellt. Nachdem Schwester Schrapnell aus irgendeinem Grund nicht ALLEINE die Gentherapie neu erfinden konnte…

Hat M’Benga etwa nicht weise genug an der Seite gestanden und „Hoffnung nicht aufgeben“ gesagt? Komisch, dabei hatte er dabei sogar ein Pad in der Hand.

– Und wieso hat der Schiffsarzt oder ein Psychologe nicht mal einen besorgten Auftritt?
Von mir aus auch mit Furzkissen, aber erwähnen und zeigen hätte man das doch zwischen Spocks Skimütze und dem Stammtischgeblöke ja ruhig mal können. Aber okay, die Herren Doktoren hatten vermutlich Angst, dass Spock denen das Blumengesteck vom Tisch frisst. Wie Menschen halt so sind.

„Spock, wir finden dich ziemlich Scheiße. Außerdem riechst du nach dem Muschi-Lecken immer so nach Fisch.“ – „Uh… Das ist aber… eine interessante Sichtweise. Danke, Frau Oberstudienrätin.“ – Pöbeln für den Weltfrieden: Das Anschimpf-Ritual, bei dem man emotionale(!) Vorwürfe machen darf, gehört zu den Highlights der Vulkanischen Kultur. Gleich neben „Kaka auf den Präsidenten werfen“ und „Ungläubige verbrennen“.

– Idiotisch auch die darauf folgende Handlung, in der Spocks Mutter ihm beibringt, wie man Personen täuscht. Und wie man generell „gut lügt“ (weil sie eine Frau ist, darf sie das auch STOLZ betonen?).

– Oder der Anlauf-Arschtritt der Autoren, als alle anderen Personen unserem Helden erklären, dass Vulkanier wie „Roboter“ sprechen und „stoisch“ dastehen. Rassismus-Vorwürfe, anyone? Oder ist das bei ausgedachten Alien-Rassen neuerdings egal?

Nein, Leute. Dann lieber wieder so was als drögen Goldstandard. Langweilig, aber dafür… äh… spannend.

– Äh… War Spock nicht SELBER der Experte für sein Volk? Und hat es sogar GELEBT? Nächstes Mal muss ein Ferengie, dem beim Lkw-Unfall die Ohren abgerissen wurden, auch die Erwerbsregeln neu lernen – oder wie oder watt?!

– Allgemein ging mir dieses Comedy-Gesichtsgulasch echt an die Nieren. Dafür war meine Galle danach aber so schön leer…
Im Ernst, dieses unerklärliche Welpenglotzen von Spock („Oh Gott, ich bin ein Mensch?! Bekommt man davon nicht Rückenmarksschwund?!“) fand ich ähnlich unerträglich und plump wie das beömmelnde Doofi-Kichern seiner „Freunde“ und Vorgesetzten, die so einen DNA-Unfall wohl irgendwie mit ihrem Lieblingsadmiral (= Beppo der Clown) verwechselt haben.

– Wen zum Geier interessierte, ob Spock der Matronen-Mutter seiner Verlobten zusagt? Seine Angebetete wirkte eh wie ein verwöhntes Oligarchen-Püppchen, das Männer zurückweisen würde, weil sie beim Juwelier den falschen Diamantring ausgewählt haben. („Wirr in Rrrussland damit machen Kaka von Popoo!“)
Mitfiebern entsteht da bei mir irgendwie anders.

„Spock, du darfst den Tee nicht wieder durch zu viel Süßstoff verhunzen!“ – „Ach was… Bin doch kein Macher von Strange New Worlds.“ – Gießen bis zum Glückstropfen: Mit diesem Ritual, für das man unter KEINEN Umständen auch nur eine Emotion haben darf, beweist der Proband, dass man nicht volltrunken zu dieser unsäglichen Veranstaltung erschienen ist.

– Typisch Vulkanisch, diese Oberflächlichkeiten?
Bunte Snacks, die nicht „traditionell“ genug sind, verhindern z.B. geplante Hochzeiten. Und der Comedy-Gemahl von T’Pril ist eher etwas, was wie eine billige Spiegelung der (oft nicht gleichberechtigten) 1960er wirkte. Nur dass damals Sarek etwas zu schroff gegenüber seiner Frau war.

Alles irgendwie sehr fragwürdig von der Haupt-, Neben- und Hinterrücks-Aussage her.

– All das, während Pike wie selbstverständlich(?!) als nicht näher angesprochener Butler im Hintergrund rumkraucht – kennt den keiner mehr?
Wäre vielleicht ein guter Ausweg für ihn, um endlich aus der Fakecaptain-Nummer rauszukommen. Auf Piratenbasen werden doch ständig gute Straßenköche gesucht, die mit Maggi und Asche brutzeln können.

– Dieses ganze „Du hast unsere Kultur im Stich gelassen“-Gefasel wirkte irgendwie … politisch so rechtslastig wie ein AfD’ler ohne linkes Bein?

Zu den Klingonen hätte das ja noch gepasst, aber wenn selbst(!) die vernünftigen(!) Vulkanier diverse Hochzeiten, Abstammungen und Auslandsjahre verdammen, weil Blut „unrein“ ist – oder man ihnen Raider anstatt von Twix aufgetischt hat – , verliere ich den Glauben an Star Trek.
Wo auch immer er die letzten 5 Jahre war.

– Der Besuch im Alien-Spiegelkabinett für besonders elaborierte 3D-Effekte hat mich nicht abgeholt. Ich wusste ja nicht mal, ob man mit Aliens, einer KI, einem Anrufbeantworter oder dem zuständigen Straßenkehrer (wegen der ganzen fliegenden Scherben?) gesprochen hat.

Besonders langweilig kam daher der Dialog daher, als man vehement nicht mit „Blau“ sprechen wollte, sondern „Yellow“ als Ansprechpartner gefordert hat. Quasi das eher gähnige SF-Äquivalent zu unseren Alltagsproblemen. („Wie, Sie haben mehr als DREI Mitarbeiter bei der O2-Hotline?“)

„Sie müssen uns helfen! Spocks Lachen klingt seit der Transformation noch verzweifelter als vorher. Ich bin sogar schon so weit, mir andere Crewmitglieder beim Masturbieren vorzustellen.“ – Gut, dass wir bei der Allianz… Aliens versichert sind: Wenn man nur nett genug verzagt, wird die OP noch mal nachjustiert. Der notwendige Seelenstriptease wird übrigens von der Krankenversicherung gezahlt. Und zwar mit hysterischem Gelächter.

– Dass Chapel den Aliens(!) noch mal schnell ihre Liebe zu Spock gestehen musste, damit diese fremdartigen Wesen im Tausch für den emotionalen Striptease das Heilmittel rausrücken, war auch so ein Schuss in den (Do)ofen. Wäre fast witzig gewesen, wenn die gesagt hätten: „Liebe? Kenn’ich nich. Aber hier hast’e.“

– Die Dringlichkeit, das Heilmittel mal schnell während der Hochzeits-Begutachtung abzuliefern, habe ich auch nicht verstanden. Zumal ich „Ernste Genveränderungen per Spritze im Flur“ auch nicht für das dollste SF-Konzept halte.

Am Ende wirkte es eh nicht sooo schnell (sonst wären die künstlichen Ohren von den echten hochgedrückt worden?). Und nach all dem Kasperletheater musste Spock dann doch „nur“ eine EHRLICHE Ansprache halten und (f)eierlich enthüllen, dass die ganze Zeit menschlich war.

– Der Kuss mit Chapel sollte dann der Höhepunkt dieser an eingebildeten Höhepunkten nicht armen Folge sein.
Dass mir diese ganze Liebessülze von Anfang an ziemlich egal war, merkte ich bereits daran, dass ich gar nicht mehr wusste, ob die’s schon mal getan hatten.

Hätte man mir zwei gefakte Kuss-Szenen aus der ersten Staffel gezeigt, ich hätte nicht dran gezweifelt, dass wir das bereits sahen.

„Endlich küsst du mich, Schuft!“ – „Kuss? Ach, DAS ist ein Kuss? Und was war das Ekelhafte, wozu Pike mich immer in seiner Kabine gezwungen hat?“ – „Das war veganes Essen.“

Fragen wie „Warum wurde Pike nicht gefragt, ob Chapel mit ihren Kolleginnen in den Strudel fliegen darf?“ stelle ich schon gar nicht mehr.

Ich mache mich ja sonst selber spockelig.

(Neues Adjektiv, anstelle von „lächerlich“. Mögt ihr es?)


Fazit:

Kleinbürgerlichkeit, ick hör dir trekken.

Das ganze Getue um Spocks Emotionalität, wofür man dauernd storyinduzierte Extreme benötigt, ging am MEINEM Geschmackssinn schon immer großflächig vorbei.

Ob nun halb Mensch, Dreiviertel-Romulaner oder 100% Sexarbeiter: Redet doch einfach und findet Lösungen, die sich nach Star Trek anfühlen!

Dieses unwürdige Gelaber mit unsympathischen Gestalten, die sich rassistisch-klassistisch verhalten (Warum SOLLTEN bei Spock als halber Vulkaniern überhaupt die selben Maßstäbe wie bei echten Vulkanier gelten??) ruinieren mir – trotz allen Humors – die Episode.

Die Botschaft ist nämlich:
„Egal, wer oder was du bist… Verstell dich, bis irgendwer nicht mehr lacht, dich küsst oder dich heilt.“

Klar, die toleranzfordernde Ansprache von Spock am Ende war nett & passend, aber irgendwie hätte ich mir die schon vorher gewünscht. Nämlich VOR dem Start von SNW.

Im Autorenzimmer.

ACTION
HUMOR
TIEFSINN
ALLES IN ALLEM
SPARKIS MICKRIGER MEINUNGSKASTEN
Bock auf Spock?
Hurra! Endlich mal eine Episode ohne viele Logiklöcher!

Abgesehen vielleicht von der Frage, warum nach Jahrhunderten vulkanischer Raumfahrt überhaupt noch eine Erforschung von deren Nachbarschaft notwendig ist UND man dabei sogar SOFORT etwas Interessantes entdeckt. Sind Vulkanier etwa nicht nur total logisch, sondern auch noch stinkefaul?!

Aber das war es an Problemen für mich eigentlich.

AUSSER vielleicht, warum dieser riesige Raum-Zeit-Riss erst entdeckt wird, wenn dieser nur noch gefühlte zehn Meter entfernt ist. Klar, für den Reinsaug-Effekt, den die Story benötigt. Aber ich habe das Gefühl, sowas wurde damals subtiler gelöst.

Jetzt bin ich aber fertig mit nörgeln, versprochen!

Wobeeeei, wofür genau haben die Bewohner vom Planeten Knallkopf eigentlich ihre Zivilisation aufgegeben? Um bürokratische Energiewesen in der Backfolien-Dimension zu werden? Wie schon in anderen Folgen zuvor, noch MEHR Mittel zum Zweck kann man eigentlich nicht darstellen. Keine Ausarbeitung, kein Charakter, nur das ABSOLUTE Minimum, um die Anti-Tuvix-Story in Gang zu bringen.

Gut, das war es nun aber.

Ooooder auch nicht! Denn als frisch verliebte Teenie-Krankenschwester muss man sich nur die Schlüssel vom Shuttle krallen und ab geht’s? Keine Genehmigung vom ersten Offizier, welcher ja offensichtlich keine Ahnung davon hatte?

Man muss sich nur mal vorstellen, wenn man so etwas unter Picard abgezogen hätte. Und dazu mal noch nebenbei einen ersten Kontakt durchführen? („Meinem Beinahe-Boyfriend geht es total schlecht wegen euch. Gemeeeein! DAS landet später auf TikTok, jawoll!“)

Im Ernst, ist die Prä-TOS Sternenflotte nur so ein loser Hippie-Haufen ohne die ganze ungroovige Hierarchie?

Und wie oft hat Pike eigentlich beim Erstkontakt-Seminar damals geschwänzt? Oder stehen flappsige Begrüßungen wie „Hi, was geht?“ tatsächlich im Lehrbuch neben „Alles fit im Schritt“, „Grüßli Müsli“ und „Hallöchen mit Öchen“?

Passt andererseits wieder zu den komischen Vulkaniern. T’Pring hat sich gerade genug unter Kontrolle um ihre Mutter nicht abzumurksen, während diese ihrem Mann langsam aber sicher die Katra aus der Birne nörgelt. Ablegerserie „Eine schrecklich vulkanische Familie“ wann??

Und TROTZDEM gehört diese Episode für mich zu den besseren von Strange New Worlds! Überraschung!

Denn man konzentrierte sich endlich mal auf das Wesentliche: Spock wird zum Mensch, was zu einer (mehr oder weniger) spaßigen Situation führt. Punkt.

Zu Beginn hatte ich mich erst gefragt, was dies bei unserem, vergleichsweise, eh sehr menschlichen Spock noch für einen Unterschied machen kann. Aber Ethan Peck hat diese Unterschiede sehr charmant und nachvollziehbar rübergebracht. Da kann man echt nicht meckern, was WIR ja sowieso kaum machen.

Nee. Wirklich. Mehr ist mir nicht aufgefallen.

Fazit: Weniger ist manchmal… weniger! Und das ist GUT so! War hier das Verhalten mancher Beteiligten zwar noch etwas seltsam, gab es wenigstens keine KOMPLETTEN Plot-Punkte (siehe meine vorherigen Meinungskästen), welche oft ins Leere führten.

Schon fast zu knackig wird dem Zuschauer hier das Problem präsentiert (Was wenn Ohren rund und Schwiegermama zu Besuch?) und sogar etwas unterhaltsames daraus gemacht! Selbst über den sprichwörtlichen Schaumschläger Pike im Hintergrund musste ich schmunzeln, während man für die vulkanische Keifzange wohlige Antipathie empfand.

Höchstens das ganze Romantik-Gedöns mit dem gegenseitigen Anschmachten wirkte vielleicht etwas pubertär. Aber für Spock war das halt neu, da kann man auch mal zwei Spitzohren zudrücken.

ACTION
HUMOR
TIEFSINN
ALLES IN ALLEM

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Artikel

von Klapowski am 14.07.23 in Star Trek: Strange New Worlds

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Kommentare (31)

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  1. Hans Arser sagt:

    was für ein hanebüchener Schwachsinn!

  2. G.G.Hoffmann sagt:

    Ich verstehe nicht, weshalb man die Staffel im Juni/Juli verheizt. Keine Sau interessiert sich bei solchen Temperaturen und Lichtverhältnissen für SciFi-Serien. Außer Argentinien und Neuseeland vielleicht.

    Kann mir nicht vorstellen, dass das jenseits der Hardcore-Fans derzeit hohe Abrufzahlen hat. Bin bislang nicht über Folge 1 hinausgekommen.

    * mit Pike-Frisur im Freibad *

    • Sparkiller sagt:

      Wobei die deutsche Fassung der ersten Staffel erst im Dezember rauskam („UNTER 20 Grad??“ *bibber*), wo laut Google Trends auch das größte hiesige Interesse an der Serie bestand. Nicht VIEL mehr, aber die Hardcore-Fans hatten ja auch schon in Englisch geguckt.

      Ich hab‘ da mal etwas vorbereitet:

      Im Vergleich zum größten Hype der deutschen Neu-Trek-Zeit (Premiere Disco) sind wir jetzt übrigens bei ca. 20% des damaligen Interesses:

      Die US-Zahlen sind auch nicht besser. Ich bleibe daher dabei, dass man aus gutem Grund kein Wort über die Quoten verliert und es irgendwann einen „Skandal“ um die Kurtzman-Produktionen und deren „Kosten Nutzen Verhältnis“ geben wird. Merchandise ist ja auch mehr oder weniger tot.

      Antworten
    • Miles sagt:

      Interessant!

      Gibt es sowas auch zur dritten Staffel von „Picard“?

      Antworten
    • Sparkiller sagt:

      Klar, ich mach das mal weltweit. Das Interesse an den Premieren von Picard und SNW war so ziemlich GLEICH, während man sich für die zweite Staffel von New Worlds deutlich mehr interessierte. Heimvorteil beim Einzelfolgen-Prinzip, würde ich sagen.

      Im Vergleich zum Gold-Standard der Disco-Premiere (100/100) war das Interesse bei Picard Staffel 2 und 3 bei 13/100 (!) und nur zum Finale tickte es nochmal auf flotte 17/100.

      Die Prognose sieht da jedenfalls düster aus und der Boden besteht dabei wohl aus den abgehärtesten Fans (und mental ausgelaugten Review-Schreibern). „Skandal“ meinte ich weiten oben nicht völlig ernst, aber vielleicht gibt es z.B. für Herrn Kurtz ja schon vorzeitig eine dicke Abfindung?

      Antworten
    • Miles sagt:

      Danke.

      Ich habe mir zwar die dritte Staffel von Picard gespart, hatte aber nach dem öffentlichen Feedback die Vermutung, dass sie auf relativ viel Interesse gestoßen ist.

      Beruhigend, dass das anscheinend nicht der Fall war :-)

      Antworten
    • jako sagt:

      Sowohl Picard als auch SNW sind bei Nielsen
      in den Top 10…
      Also, so gering wird das Interesse nicht gewesen sein. Kann man sich aber natürlich auch einfach einreden.

      https://trekmovie.com/2023/07/13/star-trek-strange-new-worlds-warps-into-streaming-top-10-chart/

      Antworten
    • Sparkiller sagt:

      Oha, dicht gefolgt von Scripted-Realityshow „Tex Mex Motors“ und Klapos Lieblingsserie Gabbys Dollhouse („Miau-miaumiau, Spark! MIAUMIAAAAU!!!?“).

      Durch die Nähe von SNW zu solchen Quoten-Giganten brechen meine Zahlen natürlich wie ein Pupp— Kartenhaus in sich zusammen. Verdammt!

      Antworten
    • krumen suder sagt:

      Diese Woche ist SNW wieder in den top 10 streaming Charts.

      Scheint wirklich niemanden zu interessieren, wenn es mehrmals hintereinander zu den 10 meistgesehenen Programmen gehört.

      Star Trek ist am Ende.

      Antworten
    • Sparkiller sagt:

      Top 10 der SENDEREIGENEN (Original) Streaming-Produktionen, wohlgemerkt.

      Wo die Auswahl so gigantisch ist, dass New Worlds leider sogar gegen die brutzelig gute Scripted-Reality Show „Barbecue Showdown“ abstinkt.

      Quelle: Nielsen, Woche vom 29. Mai bis 4. Juni: 593 Million Barbecue-Anguck-Minuten gegen die aktuellen 393 Millionen Minuten von SNW.

      Vielleicht sollten sich die Autoren deswegen mehr auf Pikes Szenen mit Kochschürze konzentrieren, lieber jak— krumen suder?

      Antworten
    • VerwirrterTurnschuh sagt:

      Bei aller Anti-Liebe zu SNW: Es handelt sich nicht um die „sendereigene“ Top 10, sondern um die Top 10 der Streamingdienst-Originalproduktionen. So verstehe ich das.

      Innerhalb von Paramount belegt SNW unter den Eigenproduktionen damit tatsächlich Platz 1. „Barbecue Showdown“ ist offenber Netflix.

      Insgesamt ist SNW „natürlich“ weit abgeschlagen und nicht in der Top 10 vertreten.

      https://www.nielsen.com/de/top-ten/

      Edit: So hast du es offenbar auch gemeint, Sparkiller. Sorry, war mir nicht ganz klar zuerst.

      Antworten
    • Krumen Ja Suder Ko sagt:

      Es ist Sendereigen auf Platz 1 und von den orginalen insgesamt immer noch in den Top 10.
      Ich mein ja nur, desinteresse und totales Scheitern gehen anders.

      Antworten
  3. frank sagt:

    ich habe noch nichtmal die erste folge (der zweiten staffel) gesehen…

    und das was ich von klapo und sparkiller hier lese, animiert mich nullkommanull…

    und nichtmal dänniel und dschäns schalten noch ihre agressive werbung hier! das sagt doch eigentlich schon alles!

    und kommentare gibt es auch so gut wie keine… interessiert sich eigentlich noch irgendwer fùr new trek???

    erstmal noch die rumliegenden anderen serien guggen, die ich so lange vernachlässigt habe, und dann schaun‘ mer mal…

  4. Grinch1969 sagt:

    Das Angebot an Serien und Filmen ist groß wie nie. Dieser oberflächliche „so ähnlich wie Star Trek“ Krempel fällt halt hinten rüber.

  5. Miles sagt:

    @frank: Auf Scifinews.de wird noch fleißig kommentiert … zu der letzten Folge gibt es aktuell über 100 Kommentare.
    Einen davon fand ich so interessant, dass ich ihn hier wiedergebe:

    „Ich fand diese Folge, wie auch schon einige andere Folgen dieser Staffel, unglaublich langweilig. Ich habe mich mal gefragt, woran das bei mir liegt und glaube tatsächlich, dass das etwas mit der Reduktion von Diversität in New-Trek zu tun hat. Dabei bin ich auf drei Thesen gestoßen (bei denen ich mir aber selbst auch noch nicht so ganz sicher bin, ob die so stimmen).

    1. Es erfolgt eine Diversitätsreduktion der kulturellen Darstellung.
    Natürlich ist vielleicht der Cast diverser als früher. Es gibt aber ja verschiedene Formen von Diversität. Und die tatsächlich gezeigte kulturelle Diversität ist in den New-Trek-Serien weniger stark ausgeprägt als in den meisten der alten Star-Trek-Serien (mit Ausnahme vielleicht von TOS). Das liegt daran, dass, wie bereits von Jens formuliert, fremde Kulturen zwar noch gezeigt werden. Sie werden aber selten so gezeigt, als dass sie erstens wirklich dem Menschlichen fremd sind und dass sie, wenn dieser erste Punkt tatsächlich doch erfüllt ist, als vielleicht befremdliche, aber doch funktionierende und in mancher Hinsicht dem Menschlichen überlegene Alternative dargestellt werden. So sind die Vulkanier in dieser Folge eigentlich auch nur verkappte (und dadurch „schlechtere“) Menschen. Wirklich dem Menschlichen fremd sind in dieser Staffel die Gorn. Aber die sind dem Menschlichen natürlich moralisch unterlegen. Das Menschliche ist hier in seiner Qualität alternativlos. Alles muss menschlich werden oder unterlegen sein. Das Ergebnis ist ein Anthropozentrismus, der erzählerisch einfach langweilig ist.

    2. Es erfolgt eine Diversitätsreduktion der Handlungsmotivationen.
    Auch früher spielten in den Star-Trek-Serien bereits Emotionen als Handlungsmotivationen eine Rolle. Es gab aber auch andere Handlungsmotivationen, die beispielsweise auf einer teilweise philosophischen Auseinandersetzung darüber beruhten, was denn nun tatsächlich in einer bestimmten Situation moralisch richtig und was falsch ist. Diese Überlegungen (und die Diskussionen darum) wurden uns früher mal gezeigt und spielten dann in wichtigen Entscheidungsfindungen auch eine entsprechende Rolle. Mittlerweile kommt es mir so vor, als gebe es das kaum noch. In wichtigen Entscheidungsprozessen geht es eigentlich fast nur noch um Emotionen. Und selbst die scheinen in ihrer Diversität noch einmal reduziert zu sein auf die Bereiche: Liebe, Familie, Freundschaft, Wut. Das Menschliche selbst wird dadurch in seiner Diversität reduziert.

    3. Es erfolgt eine Diversitätsreduktion der Erzählabsichten.
    Ihr habt teilweise in eurem Review darüber diskutiert, ob es nicht vielleicht richtig ist, das Erzählen übergeordneter Handlungsstränge zugunsten der Charakterentwicklung zu reduzieren. Der Punkt für mich ist: In guten Star-Trek-Folgen (z.B. „In fahlem Mondlicht“ DS9) schafft die Folge es doch, dass beides gleichzeitig passiert. Es wird ein spannendes Problem erzählt und gleichzeitig wird eine hochwertige Charakterentwicklung vorangetrieben. Beide Erzählabsichten hatten einen gleichermaßen hohen Stellenwert und waren elegant miteinander verwoben. Aktuell scheint es meistens so zu sein, dass es nur noch eine primäre Erzählabsicht gibt, der sich der Rest mit Gewalt unterordnen muss. Das führt dann zu den im Review benannten handwerklichen Fehlern.

    Warum ist die Reduktion von Diversität ein Problem? Dafür gibt es viele Gründe. Ein wichtiger ist für mich, dass dadurch der Abwechslungsreichtum reduziert wird. Es gibt einfach weniger Kontraste. Und das führt für mich dazu, dass es langweiliger wird.“ (Kommentar von Unimatrix 0194)

    • Klapowski sagt:

      Guter Kommentar – und alles richtig. Ich würde es etwas weiter runterbrechen und sagen: „ALLE Kulturen sind dumm & böse“ (Übrigens auch die Sternenflotte/die Menschen, bis man halt mal 5 Minuten was anderes braucht)

      Die ganzen Völker sind nur noch mehr dazu da, ihre „Lieblingsthemen“ vor sich herzutragen: Genmanipulation, Eier legen (Gorn), Logisch sein und Leute verheiraten, etc…

      Vorbei die Zeiten, als sogar die oberflächlichen Ferengie mit den menschlichen Eigenheiten kämpfen mussten – und ab und zu auch deren Widersprüchlichkeiten entlarven konnten (Zitate bitte selber zusammensuchen, gibt genug gute).

      Außerdem weigert man sich bei New-Trek noch mehr, eine Befehlsstruktur zu etablieren, die ihrem Namen gerecht wird. Muss man auch erst mal schaffen, wenn man die „Stars“ von SNW bedenkt:

      – Spock guckt traurig drein, wenn er Personen Befehle geben muss, die sie doof finden. Bei TOS undenkbar. Zumal er immer wieder gespiegelt bekommt: „Wenn du dich nicht wie ein GANZER Mensch benimmst, bist du unvollkommen und verleugnest du was an dir.“
      Was seiner vulkanischen Seite gegenüber ziemlich gemein ist? Vielleicht WILL die das nicht?

      – Pike hat in nunmehr 15 Episoden nichts – NICHTS – Sinnvolles gemacht oder entschieden.
      Mag ja sein, dass manche das für eien Stärke halten, wenn er jovial dasteht und alle mal „machen lässt“.
      Inzwischen kriege ich aber fast Wutanfälle, wenn es ein wichtiges Thema gibt, er aber wieder nur sprücheklopfend mit dem Sellerie durch die Gegend geht.

      Man denke nur mal an Sisko, der eine ganze Station zusammenhalten musste, und sich um jedes Detail (genervt) kümmern musste – oder Odo anpflaumte, es gefälligst zu tun.

      Wahrscheinlich heute zu „unwoke“, seine Mitarbeiter zur Arbeit oder gar Eile zu animieren?

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    • Kazairl sagt:

      Mein Problem mit SNW ist die gesamte Crew. Sie benimmt sich nicht wie eine trainierte, eingespielte Crew, sondern nur wie ein Haufen Teenager, null Professionalität

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    • Ferox21 sagt:

      Das ist auch für mich mittlerweile das größte Problem vom New Trek. Die Autoren ignorieren geflissentlich, dass wir uns hier in der Marine der Zukunft befinden und nicht im Selbsthilfe-Stuhlkreis. Und da gehört eine Hierarchie und eine Befehlskette nun mal mit rein. Die alten Serien haben es ja auch geschafft, eine Kommandokette zu etablieren und zu halten, ohne dass es all zu förmlich werden musste.

      Die neuen Crews seit Discovery sind mir allesamt viel zu jovial im Umgang miteinander und außerdem viel zu locker und flapsig. Das mag bei Picard noch gegangen sein, weil wir hier eben keine Starfleet Crew hatten, aber gerade bei Dico und SNW gehört sowas einfach mit rein.

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    • Daniel sagt:

      Naja. Ich habe grad TNG „I Borg/Ich bin Hugh“ gesehen. Da wird Picards Borg-Vernichtungsplan von der Crew geplant und nicht mit der Sternenflotte abgesprochen. Und es geht ja um einen Genozid.

      Und hier sind am Anfang alle bis auf Dr. Crusher sehr einverstanden damit. Kein Hinweis auf Nachfrage bei den Vorgesetzten, kein Versuch Picard abzusägen („Er will ein ganzes Volk vernichten, weil es grad die Gelegenheit gibt! Aber er ist halt der Captain“). Fand ich jetzt auch eher nicht so professionell.

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    • Kazairl sagt:

      Was mich vor allem an SNW nervt: Spock wird immer mehr zur Witzfigur, der Jar Jar Binks dieser Serie. Seine Comedy-Folgen ruinieren den Charakter.

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  6. VerwirrterTurnschuh sagt:

    Innerhalb der Fanboys, -girls und -* sind die neuen Folgen freilich großes Thema. Die meisten scheinen ja erfreut, und sogar hier gab es schon Kritiken, die man im Rahmen des kalauernden Snobismus hymnisch nennen kann. Aber klar, ich will mir das auch nicht antun. Allein Spock als allseits belächelter und aufgepäppelter Sonderschüler ist mir zu blöd. Ich wünsche der Serie baldiges Vergessenwerden.

    Die Frage des Erfolgs dieser und anderer Nu-Trek-Dinger scheint mir aber immer wieder eine Betrachtung wert. Ob es je einen „Skandal“ wegen erfolglos veruntreuter Studio-Gelder geben wird, bezweifliche ich zwar. Die können ja mit ihrem Geld machen, was sie wollen, sogar einen hohlen Kurtzman ausstopfen und ihn auf ihre einstige Cashcow setzen. Und wir müssen ja nichts zahlen dafür; keiner zwingt uns zur Konsumation. (Obwohl das einige Fans wohl anders sehen …)

    Ja, es werden tausende Serien die Streamingplattformen runtergespült. Das gilt allgemein als Erklärung für den geringen kulturellen Impact der größten Kult-Serie aller TV-Zeiten. Und der schlechten Zahlen, soweit diese bekannt.

    Aber das Gegenteil ist aus meiner Sicht wahr: Gerade weil alles mit Serien-Content überfrachtet ist, hätte ein Leitstern wie Star Trek, der Jahrzehnte lang für faszinierende, relevante Unterhaltung bürgte, einen gewaltigen Vorsprung vor allen anderen Serienwelten.

    Dass sich die Marke Star Trek so puristisch treu geblieben wäre und deshalb ein Außenseiterdasein führen muss, wird ja keiner behaupten. Die Anbiederung an den „Zeitgeist“/“moderne Empfindsamkeiten“ ist das allesits bekannte Nu-Trek-Klischee.

    Nein, Nu-Trek, mit seiner ganzen elendigen Flotte, scheitert mit seinen großen Namen und Budget nur an sich selbst. Ja, zumindest die „Hoffnung“ gibt es: Dass sich dieses Gerede vom „goldenen Zeitalter für Star Trek“ als großer (Selbst-)Betrug herausstellen wird.

    Aber dass die JJ-Filme allesamt Flops waren bzw. gerade noch ihre Kosten einspielten, ist mittlerweile ja auch sattsam bekannt, aber noch immer nicht wirklich durchgedrungen.

  7. Herbergsvater sagt:

    Sehe mir diese ganzen Neuerscheinungen nicht mehr an, vertraue aber stets blind eurem Urteil. Demnach zu urteilen scheine ich wohl alles richtig zu machen.

    Aber hört mal, die Mütze im Schaubild ist doch von euch nachträglich beigefügt worden, oder?

    Äh, oder…?

  8. Hoppelhase sagt:

    Ja, ich habe es getan. Alle 5 Folgen. Angesehen.
    Und ich bin BEGEISTERT. Da braucht es schon Mut, eine solche Serie zu drehen. Und dann ncoh zu senden!!!
    Hab schon lange keine so gute Verarschung gesehen. Besser kann man doch keine Satire machen. Alleine die Leiden des jungen Spocks sind doch zum Haare raufen. Ein Käfig äh Raumschiff voller Narren.
    Das verkürzt mir die Wartezeit bis endlich die neue Staffel von Star Trek beginnt. Die sollte doch schon längst angefangen haben, aber ich finde nur den Schrott der hier immer besprochen wird.
    Oder unterlieg ich da einem fatalen Irrtum??? Bitte nicht!

  9. Gast sagt:

    ganz tolle Improvisation der TNG-Sachen…als Data den Emotions-Chip eingepflanzt bekam

  10. Großvater von Rumpelstilzchen sagt:

    wenn diese Frau mit den hochgeschnallten Möpsen Spocks Mutter ist, bin ich der Großvater von Rumpelstilzchen

  11. frank sagt:

    wo bleibt eigentlich die kritik zu 2.06?

  12. G.G.Hoffmann sagt:

    Die Vulkanier fallen, leider schon seit ENT, ziemlich aus der aus TOS/TNG/DS9/VOY bekannten Rolle.

    In ENT hat man ihre Emotionalität zu stark betont, die nur mühsam unter antrainierter Disziplin verborgen gehalten werden konnte, bei der kleinsten (Über-) Reizung jedoch hervorbrach. Da wurde dann gerne mal in Konferenzen herumgeschrien, wenn sich die Menschen „unlogisch“ verhielten. Soweit sie sich beherrschen konnten, waren T’Pol & Co. aber immer noch die typischen Vulkanier wie man sie ab TOS kannte.

    Im Kurtzman-Trek finde ich kaum typische Vulkanier. T’Prings Mutter wirkt eher wie eine durchschnittliche gouvernantenhafte Schwiegermutter von der Erde, T’Pring selbst unterscheidet sich ebenfalls nicht von einer normal genervten menschlichen Tochter. Ihr Vater fiele ohne spitze Ohren überhaupt nicht als Vulkanier auf. Ein Ehemann, der unter dem Pantoffel seiner Frau steht und dabei gänzlich menschlich agiert und spricht.

    Peinlicher Tiefpunkt der Episode waren aus meiner Sicht die vier Damen von der Brücke, die versuchten, Vulkanier zu imitieren. Wirklich schlecht gespielt und noch schlechter synchronisiert.

    Pike grimassierte in dieser Folge ausschließlich herum und durfte sich fortwährend stotternd mit: „Hi…“ ins Bild winken („Erstkontakt, Schnittchen, Gesellschaftsspiele gefällig?“), bevor er von den anderen Beteiligten wieder abserviert wurde. Ich weiß nicht, was daran lustig sein soll, dass Pike zunächst versucht, stotternd Spocks Unfall zu erklären und später ähnlich mit T’Prings Eltern verfährt („Ja, äh, Scharade, voll wichtiges menschliches Hochzeitsritual. Neben Brautentführung und Polterabend im Dorfgemeinschaftshaus.“). Anson Mount, den ich sonst sehr schätze, fehlt da einfach das komödiantische Talent. Wenn Picard in solche Verlegenheiten geriet, war das viel lustiger.

    Sisko und Riker waren zwar ebenfalls Freunde der echten Kochkunst, aber bei Pike wird es übertrieben; der Captain scheint seit zwei Staffeln kaum etwas anderes zu machen als zu kochen.

    • Kazairl sagt:

      Hat Pike überhaupt irgendeine Autorität über seine Mannschaft? Kommt mir nicht so vor. Irgendwie tun die alles, was ihnen beliebt und Befehle werden auch selten erteilt oder gar befolgt. Scheint mir zu anti-autoritär.

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