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„Xena – Die Kriegerprinzessin“ – Ein Review, das dem Ruf folgte

Über 13 Jahre lang habe ich mich NICHT gefragt, was am Ende der 6. Xena-Staffel passiert ist. Ich wollte explizit NICHT wissen, ob noch weitere Götter sterben mussten und auch NICHT erfahren, ob Gabrielle und Xena am Ende immer noch gute Freundinnen sind. Schließlich ist „Xena“ eine peinliche Serie, die die niedrigsten Instinkte anspricht, jawohl! Dieses Review entstand daher auch rein zufällig, weil ich zufällig 20 Euro dabei hatte und zufällig Staffel 5 und 6 auf das Kassenband fallen ließ. – Deswegen bin ich aber trotzdem noch ein Intellektueller, jawohl! – INTELLEKTUELLEN-Kampfrolle, ullalalalaa!

Ich schäme mich auch immer noch ganz doll für diesen Artikel, weiß ich doch bis heute nicht, warum ich eine Sympathie für diesen „Herr der Ringe“-Wegbereiter im vorembryonalen Comedy-Genre habe. Ich darf aber annehmen, dass JEDER grob weiß, wie der Xena-Stil damals so war? Für alle, denen grobes Kulturwissen jedoch noch fehlt, hier eine Kampfszene:

Okay, das hier ist nur Xenas magersüchtige Widersacherin Callisto im Kampf um einen früheren Termin zum Zähne-Bleeching, aber man sieht ganz gut, wie man halt Ende der 90er so durch Räume flog. Leider ist es fast unmöglich, gute Xena-Kampfvideos zu finden, die nicht von Fangirls mit „Take That“-Klaviermusik und lesbischen Ritualsymbolen unterlegt worden sind.

Zugegeben: Die Serienpsychologie ist maximal auf dem Level eines japanischen Rollenspiels für Menschen ohne Langzeitgedächtnis. Diese Spiele schätze ich zwar aus rein erlebniseffektiven Gründen (in 10 Stunden 10x mehr erlebt als in westlichen Rollenspielen nach 50), doch zaubern sie mir aufgrund der quantensprunghaften Figurenentwicklung – gemäß den neuesten neuropsychatrischen Würfelwurfregeln – oft ein überhebliches Lachen ins Gesicht: Langjährige Bösewichte werden z.B. nach 2-minütiger Ansprache zwischen Tür und Angel plötzlich zu geschmeidigen Lämmern oder mitttrottendem Scriptsklaven. – Oder halt das genaue Gegenteil.

Auf Xena angewendet heißt das: Einmal für 5 Minuten nicht aufgepasst, schon ist Kriegsgott Ares das Gegenteil von „Was-auch-immer-in-der-letzten-Folge-etabliert-wurde“. Denkbare Untertitel der Figur in einer Talkshow: Liebhaber, Abstecher, Witzfigur, Schwertständer, Unterwäschemodell. Erst Gott, später sterblich, am Ende leider in seiner Nebenrolle als ganz realer Schauspieler (Name: Kevin Smith) sehr tot. Der markante Bad-Ass fiel nämlich 2002 bei Stuntübungen von einem chinesischen Hochhaus. Schade, denn DER hatte wirklich was!

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„Ich mag vielleicht der Kriegsgott sein, aber meinen Kampf gegen die Fitness-Studio-freie Zeit werde ich wohl EWIG führen!“ – Selbst der Bart hat hier Kotletten: Ein Mann wie ein Baum. Oder halt der Vermögensberater der Hell’s Angels. Dabei spielte er zu 40% der Serienzeit sogar den dummen August, was er gaaar nicht schlecht tat. Arnold Schwarzenegger musste sich dafür noch mühsam einen peinlichen österreichisch-englischen Dialekt antrainieren.

Nein, Ernst nehmen kann ich das alles wahrlich nicht. Aber erwartet ja zum Glück auch keiner.

Menschen über 30 gibt es bei Xena nur, wenn es sich gar nicht vermeiden lässt oder der Topmodellgenerator aus irgendeinem Grund ins Stottern kommt. Wenngleich ich bis heute nicht sicher bin, ob diese Serie die frauenfreundlichste und emanzipierteste überhaupt ist, oder ob die knappen Outfits und peinlichen Storys mit draufgeklatschter „Befreie Dich aus Knechtschaften!“-Botschaft nicht oftmals ein billiges Moralmittel sind, um willige Haremsdamen beim Baden zu zeigen („Who’s Gurkhan“ – 6. Staffel). So oder so ist die Anzahl an stets wechselnden Jungspunden mit einem Aussehen, das einem die Minderwertigkeitskomplexe aus der Schwertscheide überlaufen lässt, wirklich beeindruckend. Eine/r hübscher und athletischer als der/die andere! Dagegen verkommt der Vorspann von „Baywatch“ fast zum RTL2-Vorführfernsehen für Speckberollte.

Generell spielt hier niemand eine langweilige oder zurückhaltende Rolle. All die Kostüme, Sprechweisen, Kampf-Flick-Flacks und hasserfüllten Bäume-Anbrüllereien („Das wirst Du mir büüüüßen!“) sind stets so extrovertiert, dass Trantütigkeit und unbeliebte Charaktere schon deswegen nicht aufkommen, weil ihnen sonst ein bunt bemalter Styroporklotz über den Kopf (Motto: „Das haben wir gleich…“) gestülpt worden wäre. Sei es Discordia, die Chaosgöttin in der Mischung aus Lolita und Domina (= „Lonita“?), Ares oder halt die gute Aphrodite: Egal, wer in der neuseeländischen Ausgabe des Kölner Karnevals auftaucht, ein jeder schafft es, dass man ihm seine (bunte Klopapier-)Rolle abnimmt.

Zwar manchmal nur auf dem Level von Graf Zahl in der Sesamstraße oder Drache Poldi in „Hallo Spencer“, aber irgendwie doch passend und kultig.

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„Ich werde das Böse üüüberall aufspüren, wo auch immer es alle 2 Minuten aus dem Gebüsch gekrochen und auf mich zugelaufen kommt!“ – Schwer(t)verliebt: Eigentlich ist die Serie recht unblutig (Motto: „Magentritte für den Frieden“), aber ab und an gibt es dann doch mal gruselige Momente, die die „Ab 16“-Freigabe rechtfertigen. Und damit meine ich NICHT die ständigen Szenen, in denen jemand KO geht, weil man ihm gegen den Helm geboxt hat…

Trotzdem kann man folgendes nicht oft genug betonen: Wer Krieger nach einer leichten Schlachtverletzung an Sepsis sterben sehen möchte, sollte „Game of Thrones“ sehen, um „Xena“ aber einen sooo großen Bogen machen, dass man schon mit dem Bogen kollidiert, den man um „Hercules“ macht. Im Prinzip ist die Vorgängerserie nämlich der selbe Kram in Grün… – Oder welche Farbe Testosteron halt so hat.

Die Regeln der Physik sind ebenfalls nur freundliche Arbeitsrichtlinien, die mit einer Fremdvergabe an polnische Billigphysikarbeiter aber ausgehebelt werden können. Xenas Chakram ist mal höllisch scharf und mal so stumpf wie ein glattgeriebener Flusskiesel. Mal bleibt es im Fels stecken, dann wieder prallt es von morschem Gehölz ab, als müsste man sich Sorgen um seine strukturelle Integrität machen. Generell kann Xena seine Flugbahn aber minutenlang vorher berechnen, samt allen Abprallswinkeln und zu erwartenden Schadenspunkten… äh… Verletzungen an der gegnerischen Kampfeinheit.

Dies alles sollte man vor dem Sehen bedenken, um – je nach Folge – butterweiche Gebirgszüge und steinharte Papierwände in einen gemeinsamen Kontext bringen zu können. Oder auch nur in die selbe Region des hirneigenen Analysezentrums. Dazu kommt: Schwere Verletzungen heilen schon mal durchs stumpfe Abwarten, Die Strecke „Arabien – Nordpol“ lässt sich auf der linken Arschbacke abreiten und die vielen Zeit- und Kontinuitäts-Fehler lassen sogar die Serie „ENTERPRISE“ beeindruckt mit den Warpgondeln schlackern. ABER irgendwie ist das schon wieder sympathisch und gewollt, auf eine sehr leicht bekleidete Frauenweise.

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„Wir sind so stolz auf dieses Monster, dass wir es 3 Folgen hintereinander zeigen! Und ich habe es mir dafür sogar extra an den Hals getackert!“ – Manche Masken und Püppchen sind richtig gut, wenngleich die Spezial- und vor allem Leuchteffekte aussehen, wie mit einem 95er Fotobearbeitungsprogramm gemacht. Aber „Draufgeklatscht“ ist eben in jeder Hinsicht der Untertitel der Serie. Hier der Dreiteiler um den „Ring“ (die Nibelungensaga, nicht schwule Hobbits), der einfach alle erdenklichen Elemente wild zusammenwürfelt. Ein kleines Wunder ist es da schon fast, dass der RING sich hier seinerseits keine Leute aufsetzt, um stärker zu werden!

Klar, viele Folgen sind einfach nur Crap aus der Hölle für Dreijährige und für Drehbuchautoren, die zukünftig wohl schamvoll zu Staub zerfallen, wenn sie an einem klassischen Theater oder Opernhaus vorbeikommen. Manche Geschichten sind nämlich so dämlich, substanzlos, klamaukhaft-unlustig (= Joxer, der Krieger, der keiner ist) und auf allen Ebenen eines mehrstöckigen Hochhauses voller Rezensenten so anti-gut, dass man die Episode einfach nur nebenbei zu Ende laufen lässt, während man plötzlich das dringende Bedürfnis verspürt, sein Wohnzimmer zu tapezieren, um seine Existenz wenigstens vor dem Vermieter zu rechtfertigen.

Wenn bellende Kriegstreiber und klischeehafte Räuberbandenbesitzer arme Wasserträgerinnen überfallen und Xena eine ganze Folge braucht, um diese mit blanker Gewalt zu retten, dann fühlt man sich an Stargate-Folgen erinnert, die man sich unmöglich gemerkt haben kann. Ob man bei Xena nun gegen Menschenfresser, griechische Götter, Engel, Kneipenrowdies oder den Unsterblichen von Gegenüber antritt, ist hierbei auch ziemlich Latte! – Wichtig ist, dass jede Folge mindestens EIN neues Element hat oder die bereits vorhandenen extrem unterhaltsam gemixt werden.

Und was der Serie oftmals sehr hilft – da darf jetzt gerne spontan gelacht werden – ist die extrem hochwertige Ausstattung in Bild, Kostüm und Kulisse! Klar, die Plastikfelsen und der Styroporbrustpanzer schlagen einem fast so sehr entgegen, dass man Angst um seine Pappzähne bekommt. Aber: Diese schiere Menge an (tragbaren) Buntglasfenstern aus Polycarbonat und Strohdörfern muss man in einer TV-Serie auch erst mal hinbekommen! Erinnern wir uns nur mal an „Babylon 5“ oder „The Next Generation“, wo ein Heuhaufen in der Studioecke den fremden Pferdestallplaneten symbolisieren sollte. Oder an Dutzende TV-Staffeln aus den 90ern, in denen Aliens und Offiziere in Schlafanzügen die notdürftig ausgeleuchtete Fake-Welt bevölkerten.

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„Ich liebe dich, du bist meine Seelenverwandte!“ – „Sei still! Ich kann dir keine Dolche aus Jade ins Haar flechten, wenn du mit deinem Gerede ständig meine Schenkel feucht hältst.“ – „Dawsons Creek“, kurz vor Christie Geburt: Das lesbische Getue nahm im Laufe der Serie teilweise plumpe Züge(llosigkeit) an. Aber warum auch nicht? Schließlich durfte Kollege Sparkiller sich vorher ja lange genug Hercules‘ eingeölten Oberkörper ansehen!

Und auch, wenn mir der Bildausschnitt nie groß genug ist (damals aus Mangel an HD, 16:9 und Leuten mit einem Fernsehgeschmack oberhalb des „Glücksrads“), so sieht man doch genug von Neuseeland, um sich in einer anderen Welt zu fühlen: Bäche, Flüsse, Seen, Wälder aller Arten, peinlich-pixelige Computerberge und reale Grünhügel wie aus dem irischen Merchandising… – Ob nun auffällig nachträglich reingeschnitten oder mit ganz realem Gras zwischen den metallisch-gummiartigen Kriegerstiefeln: Hier ist wirklich hinter JEDEM Busch eine andere Landschaft zu finden, was sich selbst durch die Understatement-Kameraführung nicht verbergen lässt. HEUTE würde man vermutlich einfach Breaking-Bad-mäßig draufhalten, Xena und Gabrielle als kleinen Punkt vor dem blauen Himmel zeigen und den Text einfach aus dem Off reinsprechen.

Doch kommen wir zum Inhalt. Irgendwie ist es schon schamlos unterhaltsam, wie Xena nach ihren Jahren als fiese Kriegerin plötzlich als herzensgute Hechtsprung-Hummel durch die Lande zieht und jeden Baum um Vergebung anbetet, dem sie früher mal einen Appel geklaut hat. Nur unterbrochen von Episoden, in denen ihre dunkle Seite plötzlich egal ist oder zumindest – zwecks Dramatisierung einer Kampfsequenz – ohne weitere Kommentierung in Kauf genommen wird. Schließlich kloppt es sich doch viel unbelasteter, wenn man sich danach nicht einem griechischen Wachtmeister an den Hals werfen will, damit dieser einem bestätigt, dass man im rechtlichen Rahmen der Notwehr gemeuchelt hat.

Auch Gabrielle prügelt mit jeder Staffel immer intensiver mit, tötet aber so gut wie nie. Was pseudomoralisch ständig damit kommentiert wird, dass sie „keine Mörderin“ sei. Dabei wären den zahnlosen Gestalten, denen sie mit ihrem Kampfstab schon den Unterkiefer entkernt haben muss, über den Status als Ermordete vielleicht gar nicht mal so undankbar?! – Daher funktionieren Episoden wie „Legendäre Helden“ überhaupt nicht (nicht mal auf der Trash-Ebene!). Auch nicht deswegen, weil der Getötete statt einer Dolchspitze nur eine harmlose Schriftrolle übergeben wollte und man diesen daher versehentlich über den Jordan… Pardon: den Styx gebracht hat. Statt da 40 Minuten von Reue und dem griechischen Schlafgesetzbuch zu faseln, hätte man auch Fischschuppen nach Farbe sortieren können. Nur meine Meinung…(?)

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Die Nebencharaktere hat man mit dem Wort „hübsch“ plus EIN zusätzliches Adjektiv (klug, dumm, nett, rollig…) bereits fast schon überanalysiert. Im Gegensatz zu einem schlechten PC-Rollenspiel haben sie aber immerhin mehr Animationen und sehr realistische Gesichter. Nur die „Quests“ lassen oft zu wünschen übrig. Rette mein Dorf, meinen Mann, meine Familie, meine monsterverseuchte Lieblingshöhle… Aber auch hier gibt es genug lobenswerte Ausnahmen vom Spieldesign.

Xena und Hercules spielen immer dann ihre Trümpfe aus, wenn sie reale Mythologie verfilmen und man ein minimalstes Bisschen das Gefühl hat, wenigstens ein bisschen was gelernt zu haben. Und sei es nur wildes Namedropping um Athene, Furien, Hermes und Co., welches sich auf der nächsten Party anbieten würde, mit dem Satz „Ja, so hießen sie… MEHR weiß ich aber auch nicht“ genannt zu werden.

Natürlich sehen die meisten Drachen, Riesen und sonstigen Viecher furchtbar aus, was aber teilweise zu den Sprüchen passt, die beim Besiegen gerissen werden. Doch wenn wir uns mal die alten Legenden vornehmen, so ist der Wahnsinn da schon besser integriert als ein Türke an einem Bretzelstand! Klar, die Götter verführen die Menschen, wenn ihnen danach ist, können eigentlich überall auftauchen, tun dies aber praktisch nie, wenn es hilfreich wäre. Einerseits können sie Blitze werfen und aus 10 Metern Entfernung eine Fliege an das Goldene Vlies löten, andererseits lässt ihre Treffsicherheit bei ihren ärgsten Gegnern aber zu wünschen übrig. Oder man hat sich in so kruden Machtspielchen oder Hinterzimmerversprechen verlaufen, dass Xena – oder Hercules – nur von einem verzauberten Holzscheit um Mitternacht erschlagen werden dürfen, wenn eine Grille diesen schwingt.

Sprunghaft, kindisch, heroisch bis zum Tod (nach der Wiedergeburt geht es dann weiter)… Ja, da sind die Doofie-Serien ganz wie die Jahrtausende alten Vorlagen, was ich durchaus „Werkstreue im Minderintelligenzbereich“ nennen möchte! Auch, wenn es natürlich schon etwas frech ist, die Griechischen Götter auszulöschen, dann schnell gegen Mephistopheles zu kämpfen, Engel zu verkloppen und dann beim nordischen Gott Odin (der sich mit Zeus etliche Nachbarschaftskämpfe wegen der Schneeräumung des Gehwegs vor den nebeneinanderstehen Himmelspalästen geleistet hat?) vorzusprechen, bevor man Drachen im Alten China verhaut.

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Gabrielle wird von der ewigen Flamme alias Brünhilda umsäumt, während Xena ohne Gedächtnis einen Wikinger-König heiratet. Und das, obwohl man noch 2 Minuten vorher für 20 Minuten ein Monster bekämpft hat! Aber wir alle brauchen ja mal ein paar Rituale, um aus dem Alltag auszubrechen… (*Sparkiller kopfüber auf Kran werf, damit er diesem das Auge aussticht*)

Xena scheißt auf innere Logik, was an sich schon fast wieder eine innere Serienlogik ist, die man akzeptieren kann. Und egal, wie sehr ich teilweise mit den Augen rollte, den typischen Kriegsschrei beim Pupillen-Überschlag jodelnd: Ich konnte Ende der 90er einfach nicht weggucken und es heute teilweise immer noch nicht. Was natürlich auch daran liegt, dass Lucy Lawless (der erste Künstlername, der es mit BUD SPENCER aufnehmen kann) mit ihren niedlichen Wangenknochen und den blauen Strahlemann-Augen so sympathisch wirkt, dass man ihr auch beim Vorlesen des Telefonbuches ihrer Stuntfrauen zuhören möchte. Ob grimmig, schusselig oder witzig: An ihrer Wandelbarkeit können sich Hollyood-Botoxfressen wie Ihr-wisst-schon-wer durchaus ein Beispiel nehmen. Die Geschichten mögen oftmals doof sein, Lawless‘ Schauspielleistung ist es jedoch selten.

Apropos Stunts: Klar ist hier clever(?) geschnitten und mit comicartigen Soundeffekten gearbeitet worden, um Dynamik vorzutäuschen, aber: Handwerklich sind einige Szenen gar nicht schlecht gemacht und landen stilistisch irgendwo zwischen „Asterix“ und „Matrix Reloaded“ (for Beginners). Vor allem die irren Sprünge und meterweiten Flüge unter völliger Ausnutzung jedes Fitzelchens an Anstoßenergie (*Zeigefinger hochhalt*) sind genau das Richtige zum Hirnabschalten und Anspruchuntenhalten. Dazu bügel ich doch gerne mal eine Runde mit Lockenwicklern!


Fazit: Jahrelang war diese Serie neben „Sliders“ das einzige, für das sich RTL am Sonntag noch lohnte. Und das, obwohl ich nach vielen Folgen dachte, ich hätte nur die griechische Version von „Buffy“ mit schlechten Dialogen gesehen (Hier Zaziki-Witz denken). Aber dafür gab es dann auch wieder zu viele Filmzitate („Und täglich grüßt das Murmeltier“) oder fiktive Einblicke in die Mythologie, ein Musical, einen Besuch in der Hölle oooder eine römische Kreuzigung.

Und alleine DAFÜR hat es sich schon gelohnt, selber mit dem LSD-Konsum aufzuhören. Für die Macher sehe und sah ich diesbezüglich aber rabenschwarz…

ACTION
HUMOR
TIEFSINN
ALLES IN ALLEM

Und jetzt alle zusammen: „In einer Zeit, in der die alten Götter herrschten, schrie das Land…“


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Artikel

von Klapowski am 06.03.14 in TV-Review

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Kommentare (7)

  1. DJ Doena sagt:

    Wie, keine Erwähnung vom Producer Sam Raimi (Bruder von Ted „Joxer“ Raimi), der schon Jahre zuvor zusammen mit Bruce „The Chin“ Campbell (Meisterdieb Autolycus) die „The Evil Dead / Army of Darkness“-Trilogie gemacht hat und später die Spider-Man-Trliogie verfilmen würde?

    • Klapowski sagt:

      War mir natürlich schon grob bekannt, aber bei insgesamt 12 Staffeln im Xena&Hercules-Universum nebst Fernsehfilmen und weiteren Ablegern muss man halt Prioritäten setzen. Soll ja hier auch um die Klopp… äh… Geschichten gehen und nicht nur um Kevin Sorbos Schlaganfälle in den späteren Staffeln. Zumal ich weder riesengroßer Spiderman-Fan bin, noch mittelgroßer „Army of Darkness“-Fan.

      Letzteren habe ich nämlich vor ein paar Wochen nachgeholt… und… ich… muss… sagen…

      … …

      – Verdammt, zu dem unlustigen Schrott fallen mir wirklich nur Gedankenpunkte ein.

    • Sparkiller sagt:

      Offizielles Statement durch die Kanzlei Tigerfels und Söhne (06.03.14):

      Der Sparkiller-Anteil des Medien-Magazins Zukunftia möchte sich hiermit offiziell von sämtlichen Meinungsäußerungen der als Daniel Klapowski bekannten Person distanzieren und besteht auch rückwirkend darauf, nicht mit dessen Äußerungen hinsichtlich der Qualität von anerkannten Kultserien in Verbindung gebracht zu werden.

      Unser Klient möchte an dieser Stelle zudem klarstellen, daß die zu Recht populären Unterhaltungsformate wie „Xena“, „Hercules“, „Flash Gordon“ (1980) und „Army of Darkness“ einen hervorragenden Beitrag zur kontinuierlichen Verbesserung unserer Kultur leisten und abwertende Meinungen lediglich das unprofessionelle Resultat eines geistigen Verfalls darstellen, unter welchem oben genannter Daniel Klapowski offensichtlich leidet. Der durch uns vertretende Klient bestand zudem auf den Zusatz (und wir zitieren), daß „Höööörr Klapowski total muffelt und einen an der Pfanne hat. Aber sowas von!“.

  2. Onkel Hutt sagt:

    Was, erst „Spaceballs“ 30 Jahre lang ignoriert und jetzt auch noch „Army of Darkness“ nicht gesehen ? Schäm dich.

  3. bergh sagt:

    tach auch !

    Werft den Purschen zu Poden.

    Gruß BergH

    Xenia ?
    Hab ‚ ich immer wegeschaltet,
    weil sie zwar nett anzusehen war, aber
    es war mifr einfahc zu doof/trash.

  4. Exverlobter sagt:

    Hercules und Xena waren mir immer zu trashig. Es wäre schön gewesen, wenn es den ernsthaften Ton der HDR-Saga schon in den 90ern gegeben hätte.

  5. Zombiefisch sagt:

    Wow, so ziemlich die einzige negative Kritik die ich über Xena im Internet finden konnte.
    Und das meiste auch noch ziemlich substanzlos und einfach zu wiederlegen, wenn man die Hintergründe der Serie kennt und verstanden hat.
    Andererseits hat man sich wohl trotz des triefenden Sarkasmus gegenüber Xena ziemlich ausführlich mit der Serie beschäftigt und alle Folgen angesehen? Interessant
    Natürlich sind die Gedanken und moralischen Aspekte, die die Serie vermitteln will nicht hochkomplex und sehr kompliziert zu erfassen, sondern eben grundlegende Dinge, die manchmal wichtiger sind, da manche Menschen gerade diese am leichtesten vergessen oder übersehen –> siehe, die kleinen Dinge sind manchmal besser als die Großen.
    Alles in allem ist Xena natürlich eine typische Serie der 90ger Jahre, mit vielen Fehlern und schlechten Computeranimationen, wofür sie allerdings nichts kann, es ist selbstverständlich das dies im Jahre 2014 etwas anders aussehen würde.
    Trotzdem, oder gerade deswegen ist Xena eine der besten Serien die ich kenne und ich habe noch nie erlebt, das sie sich negativ auf die Menschen ausgewirkt hätte, eher das Gegenteil.

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