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„Rebel Moon, Teil 1“ – Das Review

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Über Zack Snyders „Rebel Moon“ haben sich vor vier Wochen alle aufgeregt: Ein kindisches und inhaltliches Armutszeugnis sei dies. Unwürdig, langweilig und rückständig. – Dabei wissen wir doch, dass ein Armutszeugnis dazu berechtigt, fürstliches Bürgergeld zu erhalten und fortan wie die Made im Speck zu leben. Hat also auch dieser Netflix-Film ein paar Stärken außerhalb der pornösen Oberarme der männlichen Kämpfer? Lehrt uns dieses Werk gar, wie wir gegen Unrechtsregime aufstehen können? Am besten gleich 50-mal, so Sit-Up-mäßig, weil ja noch weitere Filme folgen sollen?


Inhalt:

Es geht um den Aufstand gegen eine Art Imperium – begonnen bei bäuerlichen Siedlern auf einem Mond, die all ihre Nahrung abdrücken müssen.

Bis es eines Tages an ihre Existenz geht. Fortan zieht eine ehemalige Elite-Soldatin los, um überall Mitstreiter einzusammeln, die interessanterweise nur wenige motivierenden Sätze benötigen. („Weniger Saufen, mehr Mitlaufen?“ – „Hey, das reimt sich. Und was sich reimt, ist … immer gut?“)

Bebende Glocken, dreckiges Getreide unter’m sauberen Fingernagel und Lichtschwerter in Slow Motion. Dazu kreischende Fantasy-Popbands, fleischige Plastikmonster und wehende Bademäntel… Dieser Film bietet wirklich ALLES auf, was woanders als bloße Halluzination behandelt worden wäre. („Ich muss mich irren. Der Fernseher ist bestimmt in Wirklichkeit aus?“)

Klar, natürlich fragt man sich hier, ob der Regisseur seine Testosteroncreme als Ganzkörperanzug trägt und nebenbei ein pubertäres Comicheft hinter sich herschleift – an einem Sabberfaden am Kinn.

Aber wenn man mal 10 Meter Abstand nimmt, kommt einem das alles angenehm(?) bekannt vor.

Wir sehen hier nämlich anarchische Archetypen wie bei „Alien“ (Teil 2 bis 4), Archetypen wie die Actionstars bei „Terminator“, „Riddick“ oder „Dune“. Archetypen wie bei TOS, wo Götter mit Glaskinn auch schon mal vor unbeholfenen Nierenschlägen in Deckung gehen mussten.

Eben Archetypen, wie Noah bereits einer war…

Davor scheint man aber heute Angst zu haben. Helden und Bösewichte müssen woanders ständig einen lockeren Harmlos-Spruch droppen, gleichzeitig vegan, verkniffen, popkulturell meta, ultraschnell, geistig gediegen, interessiert an Multiversen, psychischen Krankheiten, Partyspielchen und Biertrinken sein. – Eben wie Thor, Captain Marvel oder diese anderen Luschis von der 200-Million-Dollar-Ersatzbank.
Eben die mit der entspannten St(r)andleitung zu Management und Marketing-Futzis, die stets aufpassen, dass nichts zu gewagt oder politisch unpoliert daher kommt.

Daher fand ich die Leute in „Killer of the Rebell Moon“ fast erfrischend. Dies sind zwar auch total blöde, werden aber so in Szene gesetzt, dass es kaum stört.

Auf eine zugekoteten Hundewiese regt man sich schließlich auch nicht über massenhaft Taubenkacke auf…

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„Wir müssen die alten Baumstümpfe aus dem Feld ziehen, damit wir besser säen können.“ – „Das sind keine Baumstümpfe. Das sind die zufrieden schlafenden Vergewaltiger.“ – Postkoitale Paketboten: Die Futzis vom Imperium, die eigentlich „nur“ massenweise Ernte wegschaffen sollen, benehmen sich oft daneben. Ein paar sind sogar so schräg, dass sie quer in die Nazi-Schablone geschoben werden mussten.

In der heutigen Zeit, wo jeder Filmseppel als Individuum angesehen wird und jeder ein Trauma mit sich herumschleppen muss, fand ich es „positiv“, dass „Rebel Moon“ quasi das zuende denkt, was wir schon immer wussten: In Unrechtsregimes ist Psychologie halt nicht gefragt. Im dortigen Militärdienst noch viel weniger. Kraft durch Freude statt Kraft durch Freud.

Der Film erlaubt sich das Stilmittel, dass die fiesen Gesellen fast alle gleich aussehen und trotzdem nicht gesichtslos wirken – zumindest in der ersten halben Stunde. Man mag es plump nennen, aber besser ein mittelmäßiges Stilmittel als bei „The Marvels“ einfach ALLE auf einmal, die sich nicht rechtzeitig den Baum hoch-gezuckt haben.

Und manche Kunstbegriffe und -kniffe sind ja auch legitim, wenn sie plump daherkommen. Bei „Fight Club“, „John Wick“ und „Mad Max – Fury Road“ hat es ja auch kaum einen gestört. Und vielleicht muss die Popkultur ja wieder lernen, uns vereinfachte Behämmerte zu präsentieren – ohne uns ein Prequel zu versprechen, in dem 20 Minuten lang die weibliche Brust gefilmt wird, an der der Antagonist zu wenig gestillt wurde.

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„Ich will erneut mit eurem Anführer sprechen.“ – „Kööönnte klappen. Haben Sie denn seine Zähne wieder mitgebracht?“ – Hans Landa für Arme: Nichts hieran ist subtil. Aber in Zeiten, in denen man selbst bei Blockbustern nicht mehr weiß, was die Bösen WOLLEN (Selbst bei den letzten „Spiderman“-Filmen habe ich keinen Schimmer mehr), ist ein Psychopathen-Polterabend mal erfrischend.

Auch die Effekte müssten viel Häme über sich ergehen lassen: Zu viel Action in Zeitlupe, zu viele typische Zack-Zack-Snyder-Einstellungen, zu martialisch, künstlich und düster. Aber: All das hat auch Vorteile!

Die ständigen Zeitlupebeffekte z.B. wissen, dass man bei mancher Action NICHT mit simplem Rumgeschnippel tricksen kann. Zwar sieht manches dadurch grauenhaft künstlich aus (Stichwort „Tentakel auf dem Körper“), aber wie bei Zack Snyders Film „300“ geht das fast als gewollte Stilmittel durch. Motto: „Ihr könnte gerne kotzen, aber ICH entscheide, ob euer Magen rhythmisch oder chaotisch agiert“.

Und bei manchen Sachen (Stichwort: „Oktopus-Alien, das aus einem Mann ragt“) war ich sogar überrascht, wie liebevoll die Effekte, das Design und der generelle Hintergrund wirkten.

Klar, ich habe gekotzt bei manchen Bildern: Dauernde Unschärfe wie bei Kirks Gespielinnen in der Brunftzeit, seltsame Linseneffekte wie im Randgebiet eines Schwarzen Lochs, die Farbfilter generell Grün, Blau und Orange geprügelt, künstliche Schärfen und Unschärfen, die selbst ein reales Waldgebiet wie eine Bluescreen-Besenkammer erscheinen lassen – und, und, und…

Aber immerhin besitzt Snyder einen Stil, den man erkennt. (*Farbtabelle mit 97 Graus und Grüns rauszieh*) Und das rechne ich ihm zwar nicht hoch, aber immerhin mit einer einer doppelstöckigen Bierkiste an. – Prost, Künstler!

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Die ständige Schwammigkeit am Bildrand wirkt in Bewegung, als würden die Bauern freischwebende Vaselineflecken anpflanzen. Schade, denn das lenkt von dem echt interessanten Roboter ab, der als Prügelknabe äußerst männlicher Muskelmänner herhalten muss. (hier NICHT rechts im Bild)

Nicht falsch verstehen, eigentlich sollte ich diesen Film nicht verteidigen… Er ist ein B-Movie mit C-Movie-Ambitionen, müffelt erstaunlich nach Heringstopf auf der Großraumheizung und klaut sich seine Ideen aus 5 anderen Filmen zusammen. Davon sind 4 total behämmert, altbacken oder schlechte Star Wars-Teile.

Aber allein das Fehlen dieses perfekten Bonbon-Filters, der bei Amazon Prime, Disney+ und Netflix gesetzliche(?) Pflicht ist, nötigt mir schon ein hemdsärmliges „Endlich scheißt mal wieder einer auf den Tisch!“ ab. – Rebell Moon hat Mut zur Hässlichkeit, zur Blödheit, aber auch zur klassischen Struktur. So sammelt man die meiste Zeit einfach irgendwelche mit-rebellierenden Mitstreiter ein, die aus irgendeinem Grund vorher noch eine kurze Videospiel-Quest zuende machen müssen, um dann achselzuckend mit den Protagonisten mitzuziehen. „Mir doch egal, wem ich das Fressbrett vernagele.“

Ähnliche Einfachheit gilt hier für die Schausteller… Äh… Schauspieler selbst. Die einzelnen Rollen mögen mehr (billige) Kernigkeit verströmten als Bio-Mandarinen, aber wenn der muskulöse Amboss-Typ auf eine Art Drachen einspricht und dabei fast weint, hat das schon was. („Wir sind beide weit weg von Daheim. Nenn mich Conan. Conan, der Barb… Blablar. „)

Auch die anderen machen aus dem flachen Drehbuch erstaunlich viel. Also rein mimisch jetzt, die Dialoge geben ja wenig her.

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„Ja, ich bin die Borg Queen. Mein alter Job endete aber, als ich unbedingt alle kulturellen Eigenheiten auf diesem Spinnen-Planeten assimilieren wollte.“ – Bildsprache für Staubdumme: Der dreckige, schmierige Look hat immer wieder mal was. Man fühlt sich wirklich in eine filmische Dystopie versetzt. Auf die eine oder andere Weise sogar 90% der Zuschauer?

Ich gebe zu, das letzte Drittel war für mich eine Quälerei:

– Stumpfe Rekrutierungs-Reden, zu denen schon damals Opas brauner Nachttopf übergelaufen ist.

– Immer mehr Figuren aus dem Comic- und Bodypainting-Bataillon, die silberblickig in die Kamera glotzen.

– Sich wiederholende Elemente auf Seiten der Guten wie auch Bösen. („Günther, guck kernig! Sonst bringt die Freiheit dir keinen neuen Plastikpinöppel an der Uniform!“)

– Interessante Figuren sieht man nicht mehr, weil andere interessante Figuren minutenlang die Kulissen plattsitzen.

– Dialoge, die nicht mehr gut-stumpft wirken, sondern schlecht-stumpf.

– Dazu kommt der gammelige Nachgeschmack, dass es noch mit Teil 2 weitergehen muss, bevor man sich eine Meinung bilden darf.

Also… 10% einer Meinung vielleicht. Wegen Teil 3 und so.

Also am Ende ein ganz klassischer schlechter Film. Muss man halt Bock drauf haben.


Fazit:

„Rebel Moon“ erhielt viel Hate von nerdigen Allesguckern. Und lädt gerade deshalb ein, ihn wertzuschätzen.

Klar, der Look wandert so oft zwischen „Eigentlich cool“ und „Hat mein Fernseher einen Scheibenwischer?“ hin und her, dass man im Kopf ein halbes Schleudertrauma bekommt.

All das ist verwirrend, abstoßend, pubertär, sich selbst überschätzend und den Zuschauer unterschätzend.
Äh, das schätze ich zumindest – richtig kapiert habe ich am Ende vieles nämlich nicht mehr.

(„Leute, wie ausgearbeitet GENAU ist dieses Imperium jetzt eigentlich? Oder sehen wir nur das, was an Star Wars-Fanfiction noch in einem alten Wordpad-Dokument stand?“)

Trotzdem ordne ich mich nicht bei denen ein, die hier einen halben oder eine Stern vergeben.

Das hier ist halt klassische Scheißunterhaltung für Leute, die sich gerne drüber aufregen (Anwesende eingeschlossen). Und das macht immerhin MEHR Spaß, als sich bei „The Eternals“ zu fragen, ob man den jetzt wirklich gesehen hat – oder einfach nur einen Traum von einem unruhigen Schlaf hatte.

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von Klapowski am 20.01.24 in Filmkritik

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Kommentare (53)

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  1. JP1957 sagt:

    „Ich hab mir unter anderem diesen Film für eine 16h Zugfahrt runtergeladen. Nach 20min Rebel Moon hab ich mich dann aber doch lieber fürs aus dem Fenster gucken entschieden“

    Das hab ich grad in den Kommentaren unter der Kritik des Films auf „Filmanalyse“ gefunden.

    Ich finde, Zukunftia hätte sich diese (sehr schwache) Kritik, die nicht weiß, was sie will, sparen sollen.

    https://www.youtube.com/watch?v=rbRc7-1kj-k

  2. Serienfan sagt:

    Dass es der Film dann doch nicht in die Liste der schlechtesten Filme geschafft hat, ist ja schon mal ein Zeichen.

    Was mich jedoch besonders an Snyder beeindruckt: Der Mann zieht sich aus dem Filmgeschäft zurück wegen einer privaten Tragödie, dem Selbstmord seiner Tochter, kommt nach Jahren wieder und macht einfach da weiter, wo er aufgehört hat. Er macht also nicht einen auf Grönemeyer, damit dankbare Rezensenten ihren „das ist sein persönlichster Film“-Textbaustein zücken können, ganz im Gegenteil. Snyder ist banaler denn je!

    Snyder nötigt niemanden, seinen Film allein dafür zu loben, weil er darin was „verarbeitet“ hat. Gefällt mir!

    Synder ist ein Schuster, der bei seinen Leisten bleibt. In Zeiten, in denen sich noch so unbedeutende Auftragskiller-Regisseure von todgenudelten Franchise-Leichen für bedeutungsvolle Weltverbesserungs-Aktivisten halten, muss ich das einfach loben.

    Das zeigt sich auch darin, dass Snyder auf die weit verbreitete „Holla, hier kommt die Mystery-Box“-Attitüde verzichtet. Snyder WEISS, dass seine eingestreute Mystery jetzt noch niemanden interessiert. Gefällt mir!

    Ansonsten: Am besten schaut sich der Film einen Tag vor Silvester, wenn draußen schon die Böller krachen und man daher ohne Gewissensbisse die Surround-Anlage dröhnen lässt. Das verbunden mit einer „ach sieh an, das strengstens verbotene Account-Sharing funktioniert ja immer noch“-Erkenntnis bringt einen in die richtige Stimmung für so einen Film.

    • VerwirrterTurnschuh sagt:

      Dieser Schuster, der bei seinen Leisten bleibt, ist in Wahrheit leider ein Schneyder.

      Antworten
    • Serienfan sagt:

      Das tapfere Snyderlein, das sieben auf einen Streich erschlug.

      In seinem Fall sieben Charaktere.

      Dabei ist die Idee, die „sieben Samurai“ ins Science-Fiction-Genre zu übertragen, schon sowas wie das Ei des Kolumbus: Man fragt sich, warum nicht früher jemand auf diese naheliegende Idee kam.

      Wie phantasievoll hätte man diese sieben Alien-Figuren gestalten können. Und wie fad und langweilig war das, was Synder machte. Mit Figuren, die so austauschbar und schwammig charakterisiert sind, dass sie null interessieren.

      Aber klar definiert waren bei Snyder ja noch nie die Charaktere, sondern allenfalls die Waschbrettbäuche…

      Antworten
    • Dalben sagt:

      Es ist schon jemand auf die Idee gekommen, nämlich Roger Corman, der 1983 „Battle Beyond the Stars“ (deutsch: „Sador, Herrscher im Weltraum“) gedreht hat, der das Konzept der „Sieben Samurai“ bzw „Die glorreichen Sieben“ im Weltraum um einiges besser und vor allem kürzer durchgezogen hat. Im Grunde ist „Rebel Moon“ die Grimdark-Version von „Battle Beyond the Stars“ mit ein paar Einsprengseln von „Krieg der Eispiraten“.

      Antworten
    • Grinch1969 sagt:

      „Krieg der Eispiraten“ Grandios.

      Antworten
    • Serienfan sagt:

      Was wieder mal beweist: Alles war schon mal da, und meist finden sich neue Ideen zunächst einmal im Trash, bis diese Ideen dann irgendwann bessere Filmemacher inspirieren.

      Das ist meine schwache Hoffnung. Dass „Rebel Moon“ vielleicht Anreiz ist für andere, sich aus der Franchise-Zwangsjacke zu lösen (was, wie Snyder zeigte, nicht so schwer ist), um aus einer ähnlichen Idee einen echten, neuen Filmklassiker zu machen.

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  3. 20thcenturyman sagt:

    So stelle ich mir einen von einer KI fabrizierten Film vor. Einer schwachen Anfänger-KI. Man schütte in den Computer ein paar Versatzstücke hinein.

    Welche von Stargate, Xena der Kriegerprinzessin, Den sieben Samurai, Star Wars und sogar Harry Potter ( der Ritt auf dem Flugmonster), und befehle der KI: Rühre daraus eine neue Handlung zusammen!

    So ist dieser Streifen. Kann man sich ansehen, wenn sonst absolut nichts läuft und kein Buch in Griffweite ist, nicht einmal das Telefonbuch.

    Falls die Weiterentwicklung der KIs Fortschritte macht, wünsche ich mir:

    Eine KI, die über alte Serien mit neuen CGI geht, so dass Babylon 5 wie Avatar aussieht.
    Oder eine, der man sagt: Schreib neue Folgen! Meinen Geschmack kennst du ja.

    Nur als Vorstufe solcher Errungenschaften macht der Film Sinn.

    • Serienfan sagt:

      Leider war „Godzilla Minus One“ der einzige Unterhaltungsfilm des Jahres 2023, der mir nicht vorkam wie einer, den auch eine K.I. hätte schreiben können.

      Antworten
  4. Ferox21 sagt:

    Ich fand Rebel Moon jetzt auch nicht so schlecht als das er die ganzen Totalverisse im Netz verdient hätte. Nicht falsch verstehen – es ist immer noch kein guter Film, aber ich fand ihn unterhaltsam genug, dass ich ihn an einem Abend weggeschaut habe. Es ist nicht viel mehr als hirnlose SciFi Unterhaltung – aber eine, die nicht wehtut. Edeltrash könnte ich auch noch einwerfen.

    Mit Klappos Bewertung hier gehe ich d’accord. 4 bis 5 von 10 Punkten, dass kann man Rebel Moon schon geben – ein Totalausfall ist der Film für mich auf keinen Fall.

    PS:
    Als Fan des Warhammer 40k Universums kann man auch noch festhalten, dass sich Snyder beim Design des bösen Mutterwelten Imperiums wohl sehr hiervon hat inspirieren lassen (Verwendung lateinischer Namen, teilweise sehr archaisch wirkende Technologie, irgendwelche berobten Priester Verschnitte bei den Truppen, klobige, aber mit Gold verzierte Schusswaffen, etc.)

  5. Anton sagt:

    Es gibt ja Filme, da sagen alle der sei mies und dann hat man mal einen Abend, wo man nichts mit sich anzufangen weiß und zieht sich dann diese Kategorie Film rein. Manchmal, wegen der geringen Erwartungen, hat man dann doch einen amüsanten Abend.
    Der hier gehört nicht dazu. Oft ist zu lesen, nach 30 Minuten flache der Streifen ab. Ich habe bisher 55 Minuten geschafft aber von irgendwelchen Highlights in der ersten halben Stunde habe ich nichts mitbekommen. Im Gegenteil: Ist denn keinem aufgefallen, mit was für schlechten Requisiten hier gespielt wird? Ständig „sehe“ ich das hier in billigen Studios gedreht wurde. Hat mich dauernd an „Bonanza“ Folgen erinnert, wo die am Lagerfeuer saßen, hinter ihnen die Prärie, und man sah sofort, dass alles in kleiner Kulisse gedreht war. Was aber früher nicht anders ging ist hier peinlich. Entweder stimmt es nicht und man hat einen anderen Fehler gemacht, oder es war Absicht und man wollte der alten Zeit huldigen. Das ging schon im Dorf los, das vieles künstlich und klein aussieht. Vieles passte einfach nicht zusammen: Bergkulisse vor Ringplaneten, irische Musik und nordische Bärte. Puh, was ein wilder Mix.
    Der Rest ist bekannt: Langweilige aber hübsche Darsteller und geklaute Story (dreister Klauen geht nicht mehr, wie die Szene auf Mos Eisley äh wie das hier heisst, verrät). Einzig die Zeitlupenszenen waren bisher meine Highlights. Und mit FSK12 macht der Film auch kein Spaß, sieht recht absichtlich harmlos aus. Mal schauen ob da noch was kommt.

    • Grinch1969 sagt:

      Es ist ja bereits eine verschärfte Version angekündigt.

      Antworten
    • Serienfan sagt:

      Kann ich auch eine fröhlichere, buntere, phantasievollere Version mit Freigabe „ab null“ bekommen? Die wäre mir lieber!

      Und die großartige Studio-Kulisse vom Außenbereich der Ponderosa gefiele mir auch besser als diese CGI-Hintergründe.

      Antworten
    • Grinch1969 sagt:

      Leider ist wohl eher das Gegenteil der Fall.

      Antworten
    • Serienfan sagt:

      Ich sah mal vor Jahren auf Arte oder 3Sat irgendeine Sendung über die Produktion von Pornofilmen.

      Damals wurde gezeigt, wie es vom Produzenten während der Dreharbeiten plötzlich hieß: „Wir brauchen für RTL noch ne Softsex-Fassung.“ Also wurde einfach mit zweiter Kamera, aus deren Perspektive man weniger Details sah, mitgefilmt. Allen Beteiligten war freilich völlig egal, was da am Ende wie zusammengeschnitten wurde.

      Schön, dass Filme heute generell so erstellt werden. Ein Hitchcock kämpfte noch dafür, für ein paar Sekunden eine Toilettenschüssel zeigen zu dürfen. Weil jede Szene in seinem Film wichtig und von ihm so gewollt war.

      Für Synder ist es egal. Splatterfassung, Nicht-Splatterfassung… nichts einfacher als das. Einfach ein paar digitale Blutfontänen rein, oder wieder raus, ist doch alles wurscht.

      So ist das heutige Unterhaltungsfernsehen. So ambitionslos wie bei Pornos wird beliebig variierbare Massenware erstellt, die nicht einen Funken an künstlerischem Ehrgeiz enthält.

      Antworten
  6. JP1957 sagt:

    @Bonanza: Ein bisschen Musik täte dieser Seite auch ganz gut … bei all den schlechten Filmen, die einem hier ständig die Stimmung vermiesen: https://www.youtube.com/watch?v=iQjb_QiFbJE

    • G.G.Hoffmann sagt:

      @Serienfan

      Dass das „heutzutage“ so sei, wird man nicht sagen können. Seit man ab den 1890ern entdeckt hatte, dass mit Filmen Geld zu verdienen war, waren gewiss weit über 95% aller Produktionen Schrott und Massenware ohne künstlerischen Anspruch. Schon ab den 1910er Jahre wurden Filme billig und am Fließband produziert.

      Uns fallen ja immer nur die herausragenden Namen und Filme aus vergangenen Jahrzehnten ein, nicht „Tante Trude aus Buxtehude“, die lustigsten Klamotten mit Ilja Richter und Karl Dall oder die übelsten Trashfilme der 70er und 80er aus Hollywood.

      Rebel Moon mit Hitchcock zu vergleichen, liegt neben der Sache. Wobei ich allerdings auch Hitchcock für überschätzt halte.

      Antworten
    • Serienfan sagt:

      Ich bin immer wieder beeindruckt, wie Du reflexartig „Argumente“ bringst, die überhaupt nicht passen, die aber auch dann falsch wären, würden sie passen.

      Zum einen ist ja gerade „Rebel Moon“ weder „billig“ gewesen, noch „am Fließband“ produziert worden.

      Aber selbst wenn: Es produzierten ja gerade Fließband-Autoren wie Roy Huggins mit seiner „Twilight Zone“ oder Stan Lee mit seinen herausragend geschriebenen Marvel-Comics zahlreiche Klassiker.

      Und Vielschreiber Herbert Reiniker erschuf in Serien wie „Der Kommissar“ oder „Derrick“ so manches heute noch fesselnde Krimi-Highlight, neben dem die allermeisten sorgfältig geplanten „Tatort“-Folgen abstinken.

      Ich empfehle dringend den Film „Once Upon A Time in Hollywood“. Tarantino zeigt darin voller Bewunderung und durchaus ernsthaft den künstlerischen Ehrgeiz auf, der sich gerade in den „billigen“ und „am Fließband“ produzierten TV-Produktionen verbirgt.

      Übrigens: Nur denkfaule Menschen schrecken reflexhaft vor auf den ersten Blick weit hergeholten Vergleichen zurück. Und der mit Hitchcock war noch nicht einmal weit hergeholt.

      Wie wäre es mit einem Vergleich mit Mozart? Der produzierte nämlich auch „am Fließband“. Und nicht alles war herausragend, wahrlich nicht. Muss es auch gar nicht sein, bei keinem Künstler. Ich werfe Snyder nicht vor, dass er schlecht ist. Ich werfe ihm seine eigene Gleichgültigkeit gegenüber seinem eigenem Werk vor, wonach es ihm selbst völlig egal ist, ob das Ding nun zwei oder drei Stunden lang ist, oder ob es blutige oder weniger blutige Bilder zeigt.

      Als der Kaiser im Film „Amadeus“ zu Mozart sagt, sein Stück habe „zu viele Noten“, wehrt sich Mozart. Keine einzige Note sei verzichtbar. Snyder würde dem Kaiser achselzuckend die Partitur reichen und sagen: „Streichen Sie einfach raus, was Ihnen nicht passt.“

      Antworten
    • G.G.Hoffmann sagt:

      >> So ist das heutige Unterhaltungsfernsehen. So ambitionslos wie bei Pornos wird beliebig variierbare Massenware erstellt, die nicht einen Funken an künstlerischem Ehrgeiz enthält.

      Meine Antwort bezog sich auf diese Aussage, insbesondere das Wort „heutzutage“. Das war schon immer so. Weshalb Du selbst das Wort „Massenware“ verwendest, Dich aber an dem Synonym „Fließbandarbeit“ stößt, erhellt sich nicht.

      Nehmen wir Charlie Chaplin. Bereits 1914 wirkte er bei Keystone Pictures für ein Wochengehalt von mehreren hundert Dollar in nur fünf Monaten an 35 Produktionen (Kurzfilme natürlich) mit. Schon im November 1914 wechselte er für 1.250 Dollar die Woche (entspricht inflationsbereinigt rund 38.000 Dollar heutzutage) zum Studio Essanay und wirkte innerhalb eines guten Jahres an 14 Produktionen mit. Er selbst empfand das als „Fließband-Arbeit“ und suchte 1916 in einem neuen Vertrag mit Mutual Films etwas mehr Freiheit und künstlerischen Anspruch (für rund 280.000 Dollar die Woche und rund 4 Mio. Dollar „Antrittsgage“, jeweils inflationsbereinigt). Auch nachdem Chaplin 1918 begonnen hatte, die Zahl der Produktionen drastisch zu reduzieren und meist Regie, Drehbuch und Schnitt selbst in die Hand nahm, um höherwertige Filme zu produzieren, war nicht alles Gold. Die Filmindustrie der 1920er wird auch sehr schön in „Babylon – Rausch der Extase“ gezeigt: diese Mischung aus künstlerischem Anspruch, Trash, Massenware, unzureichender Ausstattung, ausbeuterischen Arbeitsbedingungen für die Crew und Komparsen einerseits sowie irrwitzigen Gagen für die frühen Filmstars anderseits. Das Publikum war genauso schnell gelangweilt wie heutzutage und dürstete stets nach Neuem.

      Hollywood produzierte von Beginn an ganz überwiegend „ambitionslose, beliebig variierbare Massenware“ mit Blick auf schnellen Profit. Manchmal teure Flops, oft billige Flops, manchmal günstige oder auch teure Erfolgsfilme, manche Werke mit künstlerischen Anspruch und erfolgreich oder dennoch erfolglos.

      >> Tarantino zeigt darin voller Bewunderung und durchaus ernsthaft den künstlerischen Ehrgeiz auf, der sich gerade in den „billigen“ und „am Fließband“ produzierten TV-Produktionen verbirgt.

      „Gerade in den ‚billigen‘ und ‚am Fließband…“, ist ja auch überhaupt nicht verallgemeinernd. Ich weiß, dass Du „Bonanza“, „Unsere kleine Farm“, etc., zu den großen Werken der TV-Geschichte zählst. Die meisten „billigen“ und „am Fließband“ produzierten Serien und Filme dürften von der überwiegenden Zahl der Kritiker jedoch kaum als „gerade“ ernsthaft und künstlerisch ehrgeizig angesehen werden.

      Sind beispielsweise „Trio mit vier Fäusten“ oder „Baywatch“, „Love Boat“ oder irgendwelche Daily Soaps „gerade“ ernsthaft und künstlerisch wertvoll, obwohl sie eher nicht zu den kulturellen Highlights gezählt werden? Ist das, was in der Reihe „Schlefaz“ gezeigt wird, einfach nur Trash oder sind das verkannte künstlerische Bemühungen?

      Das lässt sich objektiv und allgemein sicher nicht beantworten. Ich halte persönlich zum Beispiel Hitchcocks „Der unsichtbare Dritte“ für einen zutiefst langweiligen, in jeder Hinsicht handwerklich und künstlerisch schlechten Film. Viele andere Filmfreunde halten ihn für großartig.

      Antworten
    • VerwirrterTurnschuh sagt:

      Den Unterschied zwischen „ambitionierter Fließbandarbeit“ und „beliebiger Massenware“ mögen Serienfan und GGH weiter so ambitioniert wie beliebig unter sich erörtern.

      Der für mich einzigen klaren Aussage GGHs, wonach „Babylon – Rausch der Ekstase“ sehr schön die Filmindustrie in den 1920ern zeige, möchte ich aber ebenso klar widersprechen. Der Film ist viel: Ambitioniert, beliebig, dumm, idiotisch, mies, gewollt, laut, quietschig, lang und mehr. Aber eins ist er nicht: Eine Dokumentation. Weder eine gute noch eine schlechte.

      Dass Leute das offenbar glauben, macht den Film noch schlechter, als er ohnehin schon ist.

      Aber Ambition, die hat er.
      Plumps.

      Antworten
    • Serienfan sagt:

      @Hoffmann:

      Wenn jemand anhand des FC Bayern den gegenwärtigen Fußball kritisiert, kannst Du nicht mit einem „aber früher gab es doch auch viele Mannschaften, die beschissen gespielt haben“ kontern.

      Der Fisch stinkt vom Kopf.

      Snyder ist nicht irgendwer. Er ist einer der bekanntesten Popkultur-Regisseure. Eine solche Bekanntheit hatten vor 40 Jahren Leute wie Spielberg, Zemeckis oder George Lucas.

      Leute wie Snyder sind es, die heutige Popkultur-Filme definieren.

      Ich weiß nicht, was Dich dazu antreibt, unermüdlich beweisen zu wollen, dass immer schon alles in allen Epochen gleichermaßen mies, substanzlos und unambitioniert war. Das behauptest Du ja auch bei „Star Trek“ gerne.

      Ich kann dazu nur sagen: Nein, war es nicht. Es gab immer schon kreative Hochphasen, und immer schon kreative Flauten. In der hohen Kunst genauso wie in der Popkultur. Ich weiß nicht, was jemand dazu treibt, diese Binse überhaupt widerlegen zu wollen.

      Und dass es immer schon schlechte Filme gab, ist eine argumentative Nullnummer, die gar nichts beweist.

      Ich behaupte, wir leben aktuell in einer Zeit der Flaute. Denn ich sehe bald nicht mehr, wer eigentlich interesseloser mit Filmen umgeht: Die (Star-)Regisseure, ihre Produzenten – oder die aufmerksamkeitsgestörten Zuschauer. Und Leute wie Synder, die achselzuckend ihren Film wahlweise als Splatter- oder Nicht-Splatter-Variante anbieten, bestätigen meine These.

      Antworten
    • G.G.Hoffmann sagt:

      @Serienfan

      Ich teile Deine Haltung eben nicht, dass „früher“ (vor allem aus der Zeit der eigenen Kindheit und Jugend zzgl. der 50er/60er/70er-Jahre-Filme, die damals im Fernsehen liefen), alles besser war und Du naturgemäß immer auf die Filme und Serien als Beispiele zurückgreifst, die Du kennst und – manchmal auch nur ganz subjektiv – magst, weil damit bestimmte Lebensphasen und Erinnerungen verknüpft sind. Diese subjektiven Überzeugungen versuchst Du zu objektivieren und als Maßstab für „gute“ oder „schlechte“ Produktionen zu präsentieren. Ich mag ja Deinen Stil, Deine Reviews und Analysen; aber einigermaßen objektiv und thematisch breit gefächert wie bei Wolfgang M. Schmitt (dessen Channel ich die ersten Jahre irrig für Satire gehalten habe) sind sie nicht.

      Man kann sicher geteilter Meinung darüber sein, ob man Snyder mit Spielberg, Zemeckis oder George Lucas in einem Atemzug nennen kann. Bis auf „300“, den ich damals für recht innovativ hielt, fand ich keine seiner weiteren Werke sonderlich erwähnenswert und prägend für das vergangene Jahrzehnt.

      Es gibt auch heute zahllose herausragende Filmwerke, die Klassikern aus den vergangenen Jahrzehnten in nichts nachstehen. Vielleicht nicht im Superhelden- oder SciFi-Bereich, nicht bei den teuersten und gehypten Produktionen, die dann oftmals enttäuschend sind (beispielsweise die letzten Star Wars Filme oder Indiana Jones 5). Das meiste, was kalkulierend an alte Erfolge anzuknüpfen versuchte und vermeintlichen Erfolgsmustern folgte, statt selbstständig etwas Eigenes zu wagen, war in den vergangenen zwei Jahrzehnten wenig überzeugend.

      Aber auch hier muss ich leider wieder die Argumentation bemühen: auch früher hat man erfolgreiche Pferde bereits komplett totgeritten. Wenn irgendein Konzept gewinnbringend schien, hat man jeweils so lange Filme nach diesem Muster gedreht, bis die Zuschauer die Schnauze voll hatten und es sich selbst als billiger Abklatsch nicht mehr gerechnet hat. Seien es beispielsweise Western, Tarzan-Filme, Heimatfilme, Schulkomödien, Italo-Western, Hau-Drauf-Western à la Spencer/Hill, 70er/80er-Jahre-Actionkomödien, SciFi im StarWars-Schlepptau, Fantasy im Stil von HdR/GoT oder „aktuell“ (seit X-Men 2000), Superhelden-Filme und andere seelenlose CGI-Action mit unbekannten Milchgesichtern und Dialogen aus der ChatGPT-Hölle. Irgendwann ist jede Kuh ausgemolken und der Anspruch und die Kreativität am Boden, bis es nur noch ambitionslose, dreiste Abzocke ist und das Publikum sich abwendet.

      Man muss dann aber auch nicht den x-ten Film schauen, der einem abgedroschenen Muster folgt, vergeblich auf originelle Handlungen hoffen und sich dann wieder desillusioniert und enttäuscht geben. Man könnte bereits vorher ahnen, was einen erwartet. Und falls eine Serie oder ein Film wider erwarten dennoch gleichermaßen Kritiker wie Publikum überzeugt, kann man ja mal einen Blick hinein wagen. Aber heutzutage jeden Marvel- oder DC-Filme, Star Wars oder Star Trek, oder Filme/Serien aus ähnlichen Genres zu schauen und darüber enttäuscht zu sein, dass auch der 17. Aufguß nach den schon seit 25 Jahren beschissenen Mustern überraschender Weise nur so mittelgut bis kacke ist, hat ja auch eine kleine masochistische Ader. Zumal die Kritiken in Ton und Inhalt genauso langweilig ausfallen wie die rezensierten Werke.

      Ich fiebere deshalb auch nicht dem Sektion-31-Film entgegen, dessen Drehstart gestern verkündet wurde und der selbst im Kommentar-Bereich auf „Trekcore“, wo man üblicherweise nur Hurra-Beiträge zu NuTrek findet, schon im Vorfeld selbst unter Hardcore-Fans, die sonst jeden Skeptiker als „Hater“ diffamieren, durchgefallen ist. Man muss ja nicht alles schauen, was einem so angeboten wird.

      Es so viele gute Filme und Serien zu entdecken. Weshalb sich über das erwartbar Schlechte aufregen?

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    • Serienfan sagt:

      Aha! Man darf also den heutigen Snyder nicht „in einem Atemzug“ mit Spielberg, Zemeckis oder George Lucas aus den Achtzigern nennen.

      Ja, dann verrate mir doch mal, WELCHE berühmten Popkultur-Regisseure es aktuell gibt, bei denen der Atemzug passt?

      Es gibt doch angeblich „so viel“ Gutes, dürfte also nicht schwer, ein paar zu nennen!

      Wo ist dann also der heutige Spielberg? Der heutige Hitchcock? Der heutige John Ford? Der heutige David Lean?

      Alles Leute, die einst große Unterhaltungsfilme machten!

      Wo ist der heutige Helmut Dietl? Wurde sicher erfolgreich von Leuten wie Karoline Herfurth ersetzt, nicht wahr?

      BTW: Gerade bei Wolfgang M. Schmitt (der sich ja ähnlich wie ich über die Gegenwart äußert und den ich mir sehr gerne ansehe) finde ich übrigens gar nichts breit gefächert, im Gegenteil. Ich sehe hier einen sozialpolitischen Tunnelblick, der mir dann doch oft zu kurz greift, wenn es um die Bewertung von Filmen geht. Aber er sagte vor Kurzem sehr treffend: Wenn es einen menschengemachten Klimawandel zum Schlechteren gibt, dann kann es auch einen menschengemachten Kulturwandel zum Schlechteren geben.

      Und dass Du mir (und anderen) unterstellst, sie würden sich „aufregen“… Du hast noch nicht erlebt, wie es ist, wenn ich mich aufrege! :-)

      (Heute lade ich ein Video hoch. DARIN rege ich mich auf. Eigentlich wollte ich nie reine Rant-Videos machen, aber es gibt Themen, da geht es nicht anders.)

      Kein Mensch regt sich auf! Und auch wenn die Internet-Amnesie schwer zu bekämpfen ist: Ich war doch nahezu der einzige hier, der „Rebel Moon“ positiv fand. Ich weiß nicht, welche „Aufregung“ Du glaubst, widerlegen zu müssen.

      Ich habe auch gar nichts gegen Trash, ich weiß nicht, warum Du glaubst, ich finde, der Trash sei das Problem. Im Gegenteil! Der Trash kopiert oft die große Kunst. Was aber oft übersehen wird: Die große Kunst wird nicht selten (häufiger, als viele Kritiker wahrnehmen) vom Trash inspiriert. Alan Moore (Autor von „Watchmen“) sagte ja mal: Das Gute verführt zum Kopieren, das Schlechte aber motiviert dazu, es besser zu machen.

      Aber einem Regisseur, dem es wirklich egal ist, ob sein Film blutig oder unblutig ist… der rangiert schon unter Leuten wie Ed Wood.

      Und das wird man ja noch mal bemängeln dürfen.

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    • Michel sagt:

      Zitat: „dass „früher“ (vor allem aus der Zeit der eigenen Kindheit und Jugend zzgl. der 50er/60er/70er-Jahre-Filme, die damals im Fernsehen liefen), alles besser war und Du naturgemäß immer auf die Filme und Serien als Beispiele zurückgreifst, die Du kennst und – manchmal auch nur ganz subjektiv – magst, weil damit bestimmte Lebensphasen und Erinnerungen verknüpft sind.“

      Habe ich auch mal gedacht und mich dann (eher unfreiwillig) kritisch überprüft:

      Die Weihnachtsvierteiler des ZDF waren zumindest in ihrem ersten Jahrzehnt Straßenfeger. Alle Altersklassen saßen an den Adventssonntagen vor der Glotze und schauten „Der Seewolf“, „Zwei Jahre Ferien“ oder „Tom Sawyer“. Wir fanden es fantastisch, diskutierten darüber und spekulierten auf den Fortgang der Handlung (da die Autoren sich große Freiheiten bei den Stoffen herausnahmen).

      Kurz nach 2000 kam ich für teuer Geld und auf dunklen Kanälen an selbstgebrannte DVDs einiger dieser Serien. Was soll ich sagen: „Der Seewolf“ oder „Tom Sawyer“ (trotz produktionsbedingter technischer Mängel) sind auch heute noch gut anzusehen und spannend und kurzweilig. „Zwei Jahre Ferien“ und „Michael Strogoff“ dagegen sind wirre, oft stinklangweilige, unfreiwillig komische und spannungsarme Katastrophen.
      Die intensive Berichterstattung zu den Serien (in Bravo oder Hörzu) und die einwöchige Wartezeit auf die nächste Folge haben vermutlich die Lücken in der Handlung in unseren Köpfen gefüllt und uns daher so kritiklos gemacht.

      Umgekehrtes kann ich zu Bonanza berichten:

      Das hatte ich in den 60ern und 70ern genauso intensiv geschaut wie der Rest der Republik (es gab ja sonst nicht viel) und bis vor etwa 5 Jahren als lustlos runtergekurbelte Fließbandarbeit im Kopf – keinerlei Interesse, sich noch mal damit zu beschäftigen.
      Dann bot Prime(?) plötzlich eine unsynchronisierte Folge an (da ging es um eine Gruppe Zigeuner – ja, Zigeuner, steinigt mich – die auf der Ponderosa Zwischenstopp machen). Also mit Ehefrau beschlossen, komm, wir schauen mal, wie das heute auf uns wirkt.

      Was soll ich sagen: Ein schlüssiges Drehbuch mit einem glaubwürdigen Bösewicht, ein ob der Unverschämtheiten seiner Gäste zähneknirschend immer wieder einlenkender und vermittelnder Ben Cartwright, Läuterung der nicht ganz so Bösen … einfach gute Unterhaltung.
      Klar, dass man der Serie eine gewisse ermüdende Redundanz zusprechen muss, da sich die Situationen und Zwickmühlen bei hunderten Folgen irgendwann zwangsläufig wiederholen. Außerdem stirbt häufig eine Person in einer Folge, was keine Auswirkungen für das fast immer fröhlich gestimmte Ende der Folge oder in der Zukunft hat. Das ist halt Serienfernsehen dieser Zeit, bei dem man die Reihenfolge der Folgen beliebig austauschen und auch mal ein Dutzend überspringen konnte.
      Aber viele Einzelfolgen sind für sich genommen handfeste und bereichernde Unterhaltung.

      Serien wie Lassie, Flipper oder Daktari dagegen waren extrem formelhaft und nur wirklich wenige Einzelfolgen wagten mal etwas. Die kann man heute wohl getrost vergessen. „WD 9598“ belegt bei mir dennoch wertvollen Speicherplatz im Gedächtnis.

      Ich frage mich zur Kontrolle auch immer wieder mal:
      Was möchte ich mir noch mal ansehen? Viele (und beileibe nicht alle!) Filme und Serien aus den 70ern bis 90ern.
      Die Trilogie Herr der Ringe ist aber das einzige, was neueren Datums ist. Mehr wirklich nicht. Einmal reicht (und auch das war oft zu viel).
      Bei Serien ist es schwierig, weil sie ja oft keine Einzelfolgen mehr haben, sondern Storybögen erzählen. Battlestar Galactica (die neuere Serie) ist da eine Ausnahme, da ich Staffel 1 und 2 und noch ein wenig von 3 für pures Gold halte.

      Ich glaube übrigens, ihr beide (Serienfan und GG Hoffmann) seid gar nicht so weit auseinander.

      Ziemlich sicher gab es früher weniger („große Unterhaltungs-„)Mist im Kino, der mit wirklich viel Kohle produziert wurde. Dafür aber viel mehr Epigonen (im Kino), die billigst und dämlichst eine aktuelle Strömung abgreifen wollten (ich bin in jeden SF-Streifen gerannt, der direkt nach Star Wars kam und habe mich fast jedesmal geärgert; bei den Endzeit-Mad-Max-Nachäffern war ich schon vorsichtiger).

      Sowas fand man später vermehrt als „direct to video“ und heute auf den Streamingdiensten, einfach, weil es diese Vertriebskanäle damals nicht gab. Das landet halt nicht mehr in den Kinos.
      Ich denke schon, dass die wirklich großen Produktionen im Unterhaltungsbereich tendenziell immer formelhafter und vergessenswerter werden.

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    • G.G.Hoffmann sagt:

      @Michel

      Sehr gute Analyse. Ich erlebe das ähnlich. Mir scheint da oft auf etwas verklärende Nostalgie dahinter zu stehen und die Erinnerung zu trügen. Meinen 13-jährigen Sohn konnte ich für viele Filme aus den 70er, 80er, 90er Jahren begeistern, die für ihn genauso alt sind wie es zu meiner Jugend Filme aus den 30er, 40er, 50er Jahren waren. Aber bei einigen Filmen oder Serien, die ich in guter Erinnerung hatte, musste ich selbst einräumen, dass sie schlecht gealtert und nur noch schwer zu ertragen sind, oft sehr behäbig und langatmig erzählt (nichts gegen lange Filme: Lawrence von Arabien, Ben Hur, usw., kann man auch heute noch gut anschauen), langsam geschnitten und mit heutigen Sehgewohnheiten kaum vereinbar. Das betrifft auch die schlechte Kameraführung, unscharfe Bilder und maue Farben, wo oft auch eine Blu-ray oder UHD-Blu-ray nichts mehr retten kann.

      Gerade Serien sind mit gewissen zeitlichen Abstand nicht mehr gut anzuschauen. Ab und zu schaue ich noch einmal testweise eine Folge meiner alten Lieblingsserien und stelle dann fest, dass ein kompletter Rewatch keine Freude mehr wäre.

      Der Output an Filmen ist ja jedes Jahr so gewaltig – und nicht erst seit gestern, sondern seit 120 Jahren -, dass man zum einen nicht hinterher kommt, zum anderen alles auch schon einmal gesehen zu haben glaubt. Tausende oder Zehntausende Stunden hat jeder von uns bereits vor TV und im Kino verbracht. Geschichten gäbe es zwar genug zu erzählen, aber die reinen Schauwerte ähneln und wiederholen sich, zumal seit CGI vor 30 Jahren Einzug gehalten hat.

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    • VerwirrterTurnschuh sagt:

      Die Egalisierung von eh allem seitens GGH nervt ja nicht nur Serienfan. Seine Widersprüchlichkeit erst recht: Sein gelobter W.M.Schmitt sagt in dieser Sache tatsächlich inhaltlich dasselbe wie Serienfan – und jeder wache Cineast. Aber das scheint nicht zu gelten oder überhört zu werden. Interessant.

      (Und hätt’s nicht Serienfan geschrieben, mir lag’s auch auf der Zunge: Schmitt ist alles andere als breitgefächert aufgestellt und im Gegenteil sehr engmaschig – in dem, was er schaut, und dem, was er sieht. Der intellektuelle Fokus sei ihm und seinem Publikum [zu dem ich auch zähle] gegönnt, aber das glatte Gegenteil zu behaupten, ist einfach lächerlich.)

      Und ja, „immer“ gab es „schlechte“ Filme (es IST ein Null-Argument, wie von Serienfan beschrieben). Aber der Charakter des Kinos, der Kinokultur hat sich stark gewandelt. Dass im Laufe der Geschichte – vielleicht genau deshalb – viele „schlechte“ Film zu „Meisterwerken“ wurden und umgekehrt, steht wieder auf einem anderen Blatt.

      Es gibt „goldene Zeitalter“ dieses oder jenes Genres, dieser oder jener Kunstgattung innerhalb des Films. Ergo gibt es auch die trüben Epochen. Ausnahmen brechen bekanntlich keine Regel, sondern bestätigen sie. Die Stummfilmära endete prompt in ihrer Hochzeit und kommt nie wieder, obwohl noch immer Stummfilme produziert werden. Das goldene Zeitalter der Animation (nicht CGI) kommt wohl auch nie wieder, obwohl noch immer herausragende Animationsfilme realisiert werden. Das, was heute als nischiges „Arthouse“ in die Kinos kommt, war vor gar nicht soo langer Zeit fragloser „Blockbuster“ für die Massen.

      Jetzige, kulturprägende Massenereignisse im Kino sind durchgängig so flach, generisch (ja!), anspruchslos wie nie zuvor – das geht schon gut zwei Jahrzehnte so. Die Charakterlosigkeit ist so unleugbar wie gewollt. Die Ironie an der Sache ist, gerade in Hinblick auf GGH, der stets mit „früher-wars-auch-so“ kommt: Wir haben jetzt praktisch das Kino, dass sich die Filmstudios von Beginn ihrer Existenz an wünschten, aber lange Zeit eben NICHT so rigoros durchsetzen konnten.

      Ein Kino der seelenlosen, gesichtslosen, charakterlosen und damit einfach nach Formeln endlos reproduzierbaren Filme, ohne störende, dickköpfige „Stars“ vor oder hinter der Kamera. Ein System-Kino. Eben ein „Franchise-Kino“, das lustigerweise eben genau mit jenem vielgelobten „Herr der Ringe“ seinen Anfang nahm (neben „Harry Potter“).

      Als die ersten „Spielfilme“ (meist Einakter, meist in New York, noch nicht Hollywood) produziert wurden, wollten die Studios die Darsteller anonym agieren lassen. Umso größer wurde der Name der Produktionsstudios platziert. DAS war die Marke, der Anziehungspunkt, nicht der Einzelne, der mit Starallüren und -gagen das profitable System stören konnte. Man wollte es besser machen als das Theater. Aber das Publikum spielte nicht mit, erkor seine Stars und erfand selbst Namen für die namenlosen Mimen auf der Leinwand.

      Das Studiosystem adaptierte rasch, baute selbst teure Stars auf, die aber einerseits noch mehr Geld brachten und andererseits dessen Eigentum waren (das machte Hollywood mithin auch groß). Erst Ende der 60er brach das durchtaktete Studiosystem auf, kleinere und eigensinnigere, aber im Zeitgeist umso erfolgreichere Filme konnten unter denselben Studiodächern gedreht werden. Spielberg und Lucas wurden groß und begruben praktisch mit ihrem höchst erfolgreichen Blockbusterkino den nonkonformen Geist des „New Hollywood“. Das Star-System war aber nach wie vor intakt. Und damit auch irgendwie: der individuelle Touch, die Jagd nach Kreativität.

      Mit dem „Franchise-Kino“ seit „Herr der Ringe“ und „Harry Potter“, maximal geboostet durch „Ironman“, gehen „wir“ (also: ALLE anderen) in „Marvel“-, „DC“-, etc.-Filme. Stars vor und hinter der Kamera, und damit eine persönliche Handschrift, gibt es nicht mehr. Und damit auch keine Vision oder Tiefe über das Gewöhnliche, Wiederholbare, Formelhafte hinaus. Das Studio ist der Star. Die Marke ist der Star. Das System ist der Star.

      Zack Snyder war und ist einer der ganz wenigen, die innerhalb dieses Systems immerhin eine unverkennbare Handschrift hatte. Über die Geschmacklosigkeit seiner Klaue müssen wir nicht reden. Dass sogar er, der als „visionary director“, als „einzigartiger Star“ von den Studios vermarktet wird, dass sogar ein Snyder nichts gegen das Studiosystem sagen will oder kann, macht die Misere des Kinos deutlich. Es gibt keine Stars, und die, die es gibt, sind gebrochen oder hohl.

      Das ist der Stand des Kinos. Nein, so schlimm war’s wirklich nie. Aber das stört einem freilich nur wenn man fürs Kino oder irgendwas brennt. Ansonsten ist sowieso alles egal, stimmt schon, GGH.

      Es könnte sein, dass wir vor einem neuen „New Hollywood“ stehen, einer künstlerischen Revolution wie damals Ende der 60er. Wenn es so kommt, wird „Godzilla Minus One“ als einer der Wendepunkte gelten.

      Schauen wir mal, dann werden wirs sehen.

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    • Serienfan sagt:

      @ Michel

      Freut mich zu lesen, dass es Dir so ergeht wie mir.

      Und die (erfreulich positive) Bonanza-Erfahrung lädt mich nur zu einem Widerspruch ein: Es gibt in „Bonanza“ weitaus mehr Kontinuität als gemeinhin geglaubt wird. (In einer Folge erwähnt Hoss sogar den Tod einer Verlobten aus ein paar Folgen zuvor, und das sogar in der ZDF-Synchro, obwohl diese andere Folge das ZDF unterschlagen hatte.)

      Als Du mit dem Hoffmann-Zitat „Ich teile Deine Haltung eben nicht, dass „früher“ alles besser war“ begannst, hatte ich schon schlimme Befürchtungen. Das war ein typischer hoffmannscher Strohmann, denn weder ich (noch sonst jemand hier) hat je sowas behauptet.

      Nur bei „Flipper“ möchte ich Dir widersprechen. Da es die Serie auf Blu-ray gibt und ich in den letzten drei Jahren so etwa 40 Folgen gesehen habe, muss ich sagen: Heute noch eindrucksvolle und spektakuläre Aufnahmen verbunden mit einer sehr modernen ökologischen Moral… Die Serie ist auch pädagogisch überhaupt nicht gealtert (was wirklich verblüfft), auch wenn es zugebenermaßen laut Serie die Lieblingsbeschäftigung von Verbrechern zu sein scheint, in einem Naturschutzgebiet von Florida auf dem Meeresboden Diebesbeute zu verstecken.

      Frei nach Marcel Reich-Ranicki, der sagte, „ein Autor ist so gut wie sein bestes Buch“, sage ich: Eine Film-Epoche ist so gut wie ihre besten Filme. Und dabei geht es auch um die Anzahl echter Highlights, die herauskamen. Es ist schon ein Unterschied, ob eine Dekade fünf oder fünfzig zeitlose Klassiker hervorbringt.

      Und ich stelle hier fest: Die Zahl der Filme der letzten 20 Jahre, denen ich zutraue, dass sie in 50 Jahren noch jemand kennt, erscheint mir denkbar niedrig.

      Was aber ist mit dem Durchschnitt? Ist der Durchschnitt heute besser? Weil er aufwendiger und vielleicht auch sorgfältiger produziert wird und es weniger „Filler“-Episoden gibt? Hoffmann, wenn ich ihn richtig verstanden habe, sagt: Ja, so ist es! Ich sage nein. Bei aller Sorgfalt und allem Aufwand kommt „Downton Abbey“ nie und nimmer an „Das Haus am Eaton Place“ heran. Und bei einem Remake von „Die Straßen von San Francisco“ würde man heute wahrscheinlich acht Folgen in zwei Jahren produzieren, und würde vermutlich dennoch nicht das (auch optisch faszinierende) Original übertreffen.

      Aber was ist mit dem „Trash“? Ist der wenigstens besser geworden?

      Hoffmann glaubt (wenn ich ihn richtig verstanden habe), der aktuelle Blockbuster-Trash sei doch immer noch besser und unterhaltsamer als der frühere Billig-Trash, was er als Beleg dafür ansieht, dass sich unter dem Strich nichts verschlechtert, sondern sich vieles sogar verbessert hat. Dabei wird aber übersehen: Der Trash von früher war ja deswegen so wertvoll, weil er Nischen bediente und sich Freiräume gönnte, welche die Großproduktionen Hollywoods nicht hatten. Damit erhöhte der Trash die Vielfalt und lieferte neue Denk-Impulse ans Publikum und an andere Filmemacher. Und genau das tut der heutige Blockbuster-Trash wie „Transformers: Aufstieg der Bestien“ ja gerade nicht mehr.

      Antworten
    • G.G.Hoffmann sagt:

      @Turnschuh

      Inwiefern ist Wolfgang M. Schmitt in seiner „Filmanalyse“ engmaschig aufgestellt? Eigentlich sollte man bei seinem Auftreten erwarten, dass er nur Arthouse-Kino schaut; er bespricht aber auch die aktuellen Blockbuster (freilich eher mit einem mitunter etwas ulkigen, sozialkritischen Blick), während hier oder bei Serienfan der Fokus überwiegend auf SciFi-Filme/Serien und verwandte Genres gerichtet ist, aber kleine, feine Dramen, Kammerspiele, etc., eher selten besprochen werden.

      Ich mag diese Kategorisierungen nicht (z.B. nach Ären, Genren, „Systemen“, Stilrichtungen, Phänomen, etc.), die vorgeben, die großen Bögen schlagen, die Geschichte des Films einteilen und den vermeintlich aktuellen Status danach bewerten zu können, meist mit der Haltung verknüpft: „Früher war irgendwie alles besser, so schlecht wie heute war es nie“.

      Hat in den 70er jemand behauptet, in jenem Jahrzehnt seien die Filme besser als zwischen 1920 und 1960? Wurden in den 80er die damals aktuellen Werke mit der Haltung gefeiert: „Super Kino, viel besser als in den 50er/60ern?“ Haben wir seinerzeit die 90er für „das“ Filmjahrzehnt gehalten und postuliert, besser sei es niemals gewesen? Aber heute sind die 70er bis 90er die gute alte Zeit und nach 2000 kam nur noch unambitionierter, stromlinienförmiger Schrott heraus? Das scheint mir nicht sonderlich objektiv, sondern eher von einem persönlichen, nostalgischen Blick und der etwas hybrischen Haltung geprägt, man könne allgemeingültige Aussagen über bestimmte Entwicklungen treffen und habe diesbezüglich den Durchblick.

      Ich betrachte lieber das einzelne Werk: ist der Film unterhaltsam, hat er interessante Charaktere, intelligente Dialoge, eine Botschaft, gute Schauspieler, regt er zum Nachdenken an, sind Licht, Ton, Kameraführung, Schnitt, Ausstattung, etc., bemerkenswert? Und vor allem: gefällt er mir ganz persönlich, unabhängig davon, was andere davon halten? Jeder kennt sicher Filme, die er/sie ganz subjektiv großartig findet, weil man irgendetwas darin sieht, etwas damit verbinden, die andere für langweilig, doof, trashig, etc. halten. Wer würde beispielsweise die von verschiedenen Institutionen regelmäßig veröffentlichten Listen „Die 100 besten Filme aller Zeiten“ so unterschreiben, zumal diese sich untereinander stark unterscheiden, mithin nicht einmal unter „Experten“ Einigkeit darüber besteht, welcher Film eher auf Platz 30 oder Platz 1 gehört? Während das AFI nur einen nach 2000 veröffentlichten Film unter den Top 50 führt (HdR – Die Gefährten, gähn…), finden sich in anderen Listen unter den TOP 20 fast überwiegend Filme, die jünger sind als 30 Jahre. Das liegt eben auch im Auge (und am Alter) des Betrachters.

      Ich persönlich würde einige mehr als 90 Jahre alte Werke unter die TOP 20 wählen, andere, selbst solche, die sich selbst für Cineasten halten, finden dennoch alles vor 1960/70 strunzlangweilig und altbacken.

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    • G.G.Hoffmann sagt:

      @Serienfan

      Ich glaube, wir sind da im Kern überhaupt nicht weit auseinander. Ich habe lediglich mitunter den Eindruck, dass hier einige frühere Jahrzehnte verklären und keinen Blick dafür haben, dass in den vergangenen 25 Jahren genauso viele großartige, zeitlose Klassiker gedreht worden sind (wenn man immer nur auf Blockbuster à la Marvel & Co. schaut, könnte freilich ein anderer Eindruck entstehen). Aber nehmen wir aus den letzten 25 Jahren – als willkürliche, spontane, kurze Auswahl – einfach mal folgende Filme:

      The Dark Knight (2008), The Lobster (2015), Der Pianist (2002), Blade Runner 2049 (2017), Das weiße Band (2007), Melancholia (2011), alles von Tarantino, Lost in Translation (2003), 12 Years a Slave (2012), Ziemlich beste Freunde (2011), Departed – Unter Feinden (2006), There will be Blood (2007), Boyhood (2014), Drive (2011), Brokeback Mountain (2005), Matrix (1999), Fight Club (1999), Inception (2010), No Country for Old Man (2008), Fluch der Karibik (2003), Gran Torino (2008), Donny Darko (2001), Shutter Island (2010), American Beauty (1999), Memento (2000), Her (2013), A beautiful Mind (2001), Mullholland Drive (2001), The Wolf of Wallstreet (2013), Die Royal Tenenbaums (2001), The Tree of Life (2011), Grand Budapest Hotel (2014), The Master (2012), Million Dollar Baby (2004), Zeiten des Aufruhrs (2008), A Single Man (2009), Catch Me If You Can (2002), Das Leben der Anderen (2006), The Father (2020), Die Fabelmans (2022), Top Gun Maverick (2022), Barbie (2023), Oppenheimer (2023), Spot Light (2015), The Artist (2011), The Place Beyond The Pines (2012), Der Ghostwriter (2010), All is lost (2013), Gangs of New York (2002), The Irishman (2019), Killers of the Flower Moon (2023), Die Verlegerin (2017), Gefährten (2011), Terminal (2004), 1917 (2019), Road to Perdition (2002), James Bond – Skyfall (2012), Der Vorleser (2008), Der Gott des Gemetzels (2011), Avatar (2009), etc., etc.

      Kann doch niemand behaupten, heute würden keine zeitlosen Filme mehr produziert, die auch in einigen Jahrzehnten noch sehenswert sein werden.

      Antworten
    • VerwirrterTurnschuh sagt:

      „Wurden in den 80er die damals aktuellen Werke mit der Haltung gefeiert: ‚Super Kino, viel besser als in den 50er/60ern?‘ Haben wir seinerzeit die 90er für ‚das‘ Filmjahrzehnt gehalten und postuliert, besser sei es niemals gewesen? Aber heute sind die 70er bis 90er die gute alte Zeit und nach 2000 kam nur noch unambitionierter, stromlinienförmiger Schrott heraus?“

      — … und nur wenige Sekunden zuvor hatte Serienfan auf genau diesen typischen GGH-Strohmann hingewiesen.

      Ich verneige mich ein weiteres Mal vor GGHs Fähigkeit, sich mit vielen Worten sämtlicher Inhalte seiner Gesprächspartner – und wohl auch „gesehener“ Filme & Serien – konsequent zu verweigern. Diese stille Bewunderung möchte ich nun so stehen lassen.

      Wie einen Strohmann auf ausgedörrtem Felde …

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    • Miles sagt:

      Ich habe auf meiner FB-Seite vor kurzem begonnen, oscarnominierte Filme aus diesem Zeitraum, die ich – Asche auf mein Haupt – bis heute verpasst hatte, zu besprechen.
      Gerade unter dem Gesichtspunkt, wie sie gealtert sind.

      Ergänzen möchte ich deshalb auf jeden Fall noch Philomena (2013), Gottes Werk und Teufels Beitrag (1999) und „Secret and Lies“(1996), den besten antirassistischen Film, den ich in den letzten Jahren gesehen habe, ohne dass er in einer einzigen Sekunde explizit Rassismus erwähnt.

      Erwähnt werden müssen auch noch zwei Sport-Filme, die zeitlos bleiben werden, solange es Baseball und Football geben wird: Moneyball (2011) und An jedem verdammten Sonntag (1999)

      Antworten
    • Serienfan sagt:

      @G.G.Hoffmann

      Ich möchte Dir ernsthaft und ganz ohne Ironie gratulieren: Das war Dein bislang für mich wertvollster Beitrag!

      Gegen Deine Liste kann man wenig sagen. Da waren durchaus Filme dabei, die ich gut bis sehr gut fand. (Aber auch ein paar für die Tonne, wie „Die Verlegerin“, doch das ist ja egal.)

      Ich möchte Dir danken, dass Du mir so eindrucksvoll vor Augen geführt hast, dass ich aus der gesamten Liste wirklich KEINEN EINZIGEN Film, ja, ich meine es ernst, NICHT EINEN EINZIGEN Film, für ein „must see“ halte.

      Würde mich jemand nach einer Liste von 25 Filmen befragen, die man als Filmfan unbedingt gesehen haben muss, es wären Filme wie „Der schwarze Falke“, „Vertigo“, „Der Zauberer von Oz“, „2001“, „Das Fenster zum Hof“; „Disneys Schneewittchen“, „Psycho“, „Ist das Leben nicht schön?“, „Spiel mir das Lied vom Tod“, „Frankensteins Braut“, „Rocky Horror Picture Show“, „Uhrwerk Orange“, „Casablanca“, „Das Appartement“, „Manche mögen’s heiß“, „Die sieben Samurai“, „Schindlers Liste“, „Der Exorzist“, „Citizen Kane“, „Lawrence von Arabien“, „E.T.“, „Der weiße Hai“, „Gesprengte Ketten“, „Goldrausch“ oder „Der Mann, der Liberty Wallance erschoss“ dabei.

      Aber nicht ein einziger Film aus Deiner Liste.

      Ich muss zugeben, das war mir selbst zuvor nicht klar gewesen, denn an Deiner Liste ist nichts falsch, da sind schon mit die besten Filme der letzten zwanzig Jahre drin.

      Mir das noch mal so klar vor Augen zu führen, dafür wie gesagt einen ernsthaften und unironischen Dank!

      Antworten
    • Tabularius sagt:

      Also nicht mal Matrix das „must see“ zuzustehen finde ich schon recht seltsam…

      Ich muss grunsätzlich sagen, ich kann GGHs Sichtweise sehr gut verstehen.

      Viele scheinen mir, haben regelrecht Angst sich positiv gegenüber etwas zu äussern, das nicht schon seit 20 Jahren analysiert und von 100erten „Experten“ als gut und wertvoll betitelt wurde.

      Dann ist das argumentieren natürlich einfach. Einen aktuellen Film als grossartig zu bezeichnen ist sehr viel „schwieriger“ man muss seine Meinung selbst bilden und darlegen können.

      Ich glaube auch das es fast unmöglich ist Filmjahrzehnte adequat auszuwerten. Ein reiner Durchschnitt der Qualität zu bilden ist nicht hilfreich da jedesjahr 1000ende filme gedreht werden die fast niemand schaut.
      (oder anders, warum sollten mich die 1000 schlechtesten Filme interessieren wenn die besten 10 grossartig sind) Ganz davon ab das man Filmqualität eh nicht objektiv bewerten kann.

      Deshalb einmal ganz subjektiv. Da mich das Thema auch schon lange umtreibt habe ich mich durch die ganze Filmhistorie gearbeitet und mir aus jedem Jahr die bekanntesten Filme angeschaut. Und die einzig wirklich postive Häufung hab ich in den späten 90ern was, wer hätte es erwartet, genau die Zeit ist in der ich aufgewachsen bin.

      Ansonsten würde ich sagen das jedes jahr 2-3 gute filme und jedes Jahrzehnt 2-3 exzellente Filme raus kommen und das eigentlich auch schon immer so war

      Antworten
    • Serienfan sagt:

      Ich denke, jeder Filmfan kennt die Situation.

      Man ruft jemanden mit Fassungslosigkeit ins Gesicht: „Waaas??? Du hast nie den Film XY gesehen??? Das müssen wir sofort nachholen.“

      (Hier hatte „Barbie“ recht, auch wenn ich nicht denke, dass das etwas mit dem Patriarchat zu tun hat.)

      Und ja, „Matrix“ würde bei mir einen solchen Schreckensruf NICHT auslösen.

      Was mich selbst überrascht hat.

      Denn kein einziger Film auf seiner Liste würde mich zu diesem Schreckensschrei verleiten.

      Insofern bin ich Hoffmann dankbar! Es war für mich wirklich ein unerwarteter Augenöffner.

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  7. JP1957 sagt:

    @Serienfan: „Und nicht alles war herausragend, wahrlich nicht. Muss es auch gar nicht sein, bei keinem Künstler. Ich werfe Snyder nicht vor, dass er schlecht ist. Ich werfe ihm seine eigene Gleichgültigkeit gegenüber seinem eigenem Werk vor, wonach es ihm selbst völlig egal ist, ob das Ding nun zwei oder drei Stunden lang ist, oder ob es blutige oder weniger blutige Bilder zeigt.“

    Ein gutes Beurteilungskriterium … die eigene Gleichgültigkeit gegenüber dem Werk.
    Ich denke, das haben viele von uns auch beim neuen Trek gespürt und zur Ablehnung geführt. Dieser Unwille, drei Sekunden länger nachzudenken und dann auf einen idiotischen Sporenantrieb zu verzichten (und lieber den Raum noch ein bisschen mehr zu krümmen oder einen tieferen Transwarp-Kanal zu graben), Dialoge gegenlesen zu lassen und sich die Mühe zu machen, auch Brückenoffizier XY mal zu Wort kommen zu lassen.

    Ich habe erst in der letzten Woche „Daisy Jones and the Six“ entdeckt und erst gestern ein langes Interview mit Produzenten und Cast gesehen. Da hast Du mit Reese Witherspoon eine Produzentin, die selber Schauspielerin und Musikerin (sie spielt die wunderbare June Carter im Biopic über Johnny Cash) war, da hast Du die Autorin des gleichnamigen Romans und zwei Showrunner, denen die Begeisterung über ihren Job aus den Augen springt und Du hast Schauspieler, die gar nicht aufhören können, über ihren Job in dieser Serie zu sprechen.
    Und all das widerspiegelt sich dann auch in den Serienfolgen.

    Ganz anders als bei Rebel Moon.

    Eine Serienkritik zu Daisy Jones findet Ihr hier: https://www.zeit.de/kultur/film/2023-03/dasy-jones-and-the-six-amazon-prime-serie-rezension

  8. JP1957 sagt:

    @GGH (zu Serienfan): „Man muss dann aber auch nicht den x-ten Film schauen, der einem abgedroschenen Muster folgt, vergeblich auf originelle Handlungen hoffen und sich dann wieder desillusioniert und enttäuscht geben.“
    Ich habe auch den Eindruck, dass die Mainstream-Filme heute vermutlich qualitativ schlechter als in meiner Zeit als Jugendlicher und junger Erwachsener sind, aber dass es genug gute Filme und Serien gibt, die man sehen und hier auch besprechen könnte. Hier auf Zukunftia immer und immer wieder fast ausschließlich die Auseinandersetzung mit Serien- und Filmschrott mitzuerleben, macht – auch in seiner satirischen Form – meiner Meinung nach immer weniger Sinn.
    Warum zum Beispiel im Gegensatz dazu die beiden besten SF/Fantasy-Serien der letzten Jahre (The Boys und das Spin-Off Gen V) hier auf Zukunftia völlig ignoriert werden, bleibt mir unverständlich.

    @Serienfan (zu GGH): „Und dass Du mir (und anderen) unterstellst, sie würden sich „aufregen“… Du hast noch nicht erlebt, wie es ist, wenn ich mich aufrege! :-)“
    Deine Beiträge hier und auf Deinem Kanal schätze ich außerordentlich. Deine mangelnde Fähigkeit zur Selbstkritik ist allerdings auch nicht zu übersehen.
    Wir haben Dich natürlich hier schon „aufgeregt“ und ausfallend erlebt … incl. Ankündigung Deines endgültigen Abschieds von Zukunftia in der Kommentarspalte zur dritten Orville Staffel.
    Schön, dass Du dann wiedergekommen bist … allerdings ohne ein Wort der Erklärung ;-). Und auch das Rechtschreibscharmützel mit Verwirrter Turnschuh in diesem Thread (bei dem Du danebengegriffen hast) blieb unkommentiert.

  9. Skapo sagt:

    Was sind denn das hier eigentlich für niveauvolle Diskussionen?
    Was ist nur aus den guten alten Forumsklassikern geworden, wie zum Beispiel:

    „ho ho ho, aus dir spricht der Frust einer 25 jährigen, männlichen, unfreiwilligen Jungfrau und ganz eindeutig Samenstau. Hilft 8 mal tägliches 5 gegen Willi nicht mehr? :-D Ha, und ich wette diese Emoticons kannst du auf den Tod nicht ausstehen.“

    „Hallo Klapowski,
    warum immer so negativ? Schau dir doch mal zur Entspannung ne Folge Teletubies an.
    Dann klappts auch mit dem Star Trek … :-)
    Wird mir schlecht….“

    „ihr seid alle scheiße und stinkt und star treck ist der letzte schrott.
    Ps: Ihr seid alle stinkende kanalratten die sich gegenseitig die Banane schälen“

    DAS waren noch Argumente.
    In den frühen 00er waren war halt doch alles besser…

    Bonus Kommentar:
    „Ich finde NEELIX SÜÜÜÜß ! Und ich frag mich, ob er auch so gut bumsen kann wie er kocht…na wer sooo scharfe Sachen kocht MUß einfach `ne Prachtlatte haben….“

  10. G.G.Hoffmann sagt:

    @Serienfan

    Dann bist Du ja mit der zuletzt wohl 2007 aktualisierten Liste des AFI bestens bedient, die, wenn ich es auf die Schnelle richtig sehe, nur einen einzigen Film enthält, der nach 1999 und nur acht, die nach 1989 gedreht worden sind, also 90%, die vor 1990 entstanden sind.

    Ich möchte mich aber nicht für den Rest meines Lebens darauf beschränken, Filme aus den Jahren 1899 bis 1989 anzuschauen. Und sind die von Dir genannten Filme, die ich für hervorragend halte, aber alle mindestens schon zweimal gesehen habe, „besser“ als beispielsweise ein Tarantino-Film? Man kann Filme, die in den 1920er bis 1970er Jahren entstanden sind, in vielerlei Hinsicht nur schwer mit Werken aus dem 80ern bis heute vergleichen. Viele sind auch nur mit Blick auf ihre Entstehungszeit ein Meilenstein und man denkt: „Wirklich gut für einen 60, 70, 90 oder 100 Jahre alten Film“. Aber wenn solche Filme heute als „Neuware“ in die Kinos kämen, wären selbst Cineasten vielleicht weniger begeistert.

    Die Entwicklung muss ja fortschreiten, technisch und erzählerisch. Nicht alles muss einem gefallen, aber viel wird auch aus den letzten 30 Jahren bleiben.

    Wenn jemand die Auffassung vertritt, im Schnitt seien Filme und Serien früher – von wann bis wann und nach welchen Kriterien auch immer – „besser“ gewesen, von mir aus. Ich empfinde das nicht so und schaue gerne nach vorne. Alte Filme sind gut, aber anders.

    Man kann schlecht „The Kid“ (1921) oder „The General“ (1926), beides hervorragende Filme unterschiedlicher Genres, miteinander oder mit „2001“ (1968) oder „E.T.“ (1982) vergleichen und werten, Chaplin sei aber „besser“ als Spielberg und Keaton „besser“ als Kubrick.

    Die TOP100-Listen enthalten immer wieder dieselben Filme aus über 100 Jahren. Ich habe oben mal ganz spontan rund 60 Filme aus 25 Jahren genannt (über die Auswahl mag man sich streiten), die ebenfalls als gelungen gelten. Die kann man sicher auch noch ergänzen und sodann auf 15 bis 20 Titel eindampfen, die für das vergangene Vierteljahrhundert stehen sollen.

    Ich empfände es aber als albern, wenn hier jemand den Standpunkt verträte, die goldene Ära des Films sei zwischen 1920 und 1950 gewesen und alles danach nicht mehr annähernd so sehenswert wie damals bzw. von 1920 bis 1950 seien Filme im Durchschnitt besser gewesen als 1951 bis 1980 und danach könne man gleich alles vergessen. Meines Erachtens kann man solche Grenzen nicht ziehen und auch nicht erwarten, dass neuere Filme sich inhaltlich und technisch an Jahrzehnte alten Produktionen ein Beispiel zu nehmen haben, um als „gut“ zu gelten. Das erinnert doch eher an Menschen, die meinen, moderne Malerei (also ungefähr alles nach 1850) sei schlechter als klassische Malerei, die zwischen 1500 und 1850 entstanden ist.

    • Serienfan sagt:

      „Ich empfände es aber als albern, wenn hier jemand den Standpunkt verträte, die goldene Ära des Films sei zwischen 1920 und 1950 gewesen“

      Warum?

      Die goldene Ära der Oper könnte man auch auf 50 Jahre eingrenzen. Es ist eher hochgradig albern von Dir zu glauben, kreative Ausdrucksformen seien nicht an Epochen gebunden. Die Zeit der großen Ölgemälde ist schließlich auch vorbei.

      Die Frage ist nur, was danach kommt.

      In „Toy Story 4“ gibt es so ein dummes Mädchen, das lieber mit einer Plastikgabel spielt als mit echtem Spielzeug. Vielleicht war das ein Symbol unserer Zeit? Denn auch das Publikum sieht sich offenbar lieber Amateurvideos auf TikTok als professionelle Filme an, leider nicht selten sogar WÄHREND sie in einem Kinosaal sitzen…

      Antworten
    • G.G.Hoffmann sagt:

      @Serienfan

      >> Es ist eher hochgradig albern von Dir zu glauben, kreative Ausdrucksformen seien nicht an Epochen gebunden.

      Dann möchte ich hier die Auffassung vertreten, dass nach 1945 eigentlich nichts Gutes mehr produziert wurde. Seit Ende des zweiten Weltkiegs ist alles so ambitionslos wie bei Pornos. Es wird seitdem beliebig variierbare Massenware erstellt, die nicht einen Funken an künstlerischem Ehrgeiz enthält. Oder ist das jetzt „objektiv“ falsch, weil Du die Grenze irgendwann anders ziehst? Wann ist denn der Beginn dieser Epoche, die Du als „heutige“ mit den vorstehenden Worten abqualifiziert hast (zwar in Bezug auf „Unterhaltungsfernsehen“, aber ich verstehe es so, dass Du damit auch die Kinofilmindustrie meinst)?

      An irgendeinem Datum/Jahr/Ereignis wird ein Epochenende ja immer festgemacht, obwohl ein konkretes Datum fast immr falsch ist, weil es meist schleichende Entwicklungen sind, oft über Jahrzehnte, für die nur die Nachwelt nachträglich einen bestimmten Zeitpunkt festlegt. So endete Westrom nicht mit der Absetzung des letzten weströmischen Kaisers 476 (der Senat und die alte weströmische Gesellschaft bestand noch viele Jahrzehnte danach), es gab am 8. Mai 1945 keine „Stunde Null“ (der Krieg war in weiten Teilen Deutschlands bereits seit Monaten zu Ende, im äußersten Westen schon seit September 1944), etc. Seit wann ist also der „heutige“ Film im Durchschnitt gegenüber früher schlechter? Wann hört denn dieses „früher“ auf, wann beginnt das „heute“.

      Wenn Du keinen der von mir genannten Filme der letzten 25 Jahre zu jenen zählst, die man gesehen haben muss, welches ist denn Deiner Meinung nach der jüngste „Must-seen“-Film?

      Vielleicht sollte man auch einmal die Liste des AFI und vergleichbare „Top100“-Listen kritisch betrachten. Denn wie auch in meiner „Topliste der letzten 25 Jahre“ sind dort fast ausschließlich Werke enthalten, die einen gewissen Bekanntheitsgrad haben und zu 95% englischsprachig sind (meist Hollywood-Produktionen). Hingegen enthalten die Top-Listen von Regisseuren und Kritikern oft auch viele andersprachige Filme, von denen die meisten Menschen noch nie etwas gehört haben (z.B. polnische, dänische, brasilianische oder indische Sozialdramen). Wir beschränken uns hier aber bei der Beurteilung zu 90% auf Hollywood-Produktionen der letzten 60-70 Jahre, seltener auf europäische Filme (Ausnahme: hollywoodähnliche britsche Produktionen), noch seltener auf lateinamerikanische, afrikanische, oder asiatische Produktionen (Ausnahmen: einige wenige chinesische, japanische, koreanische, indische Filme).

      Wer offen gute Filme sucht, wird sie weltweit weiterhin finden. Nur habe ich den Eindruck, dass sich viele bei ihrem Lamento über „heutzutage“ vermeintlich schlechte Filme auf den Mainstream-Output aus Hollywood stützen und sich dann beklagen, dass „Captain America, Teil 13“ irgendwie nicht wie „E.T.“ und Dwayne Johnson nicht Katherine Hepburn ist.

      Auch vermisse ich sowohl hier als auch auf dem Kanal von Serienfan Reviews über sehenswerte Dramen oder Kammerspiele, statt dessen meist Kritiken über schlechte SciFi- und/oder Mainstream-Filme/-Serien, die, wenig verwunderlich, vernichtend ausfallen. Man schaut ja auch nicht die neueste Til-Schweiger-Komödie und sagt: „Gert Fröbe war aber besser“.

      Antworten
    • Miles sagt:

      @GGHoffmann vs. Serienfan: „Würde mich jemand nach einer Liste von 25 Filmen befragen, die man als Filmfan unbedingt gesehen haben muss, es wären Filme wie „Der schwarze Falke“, „Vertigo“, „Der Zauberer von Oz“, „2001“, „Das Fenster zum Hof“; „Disneys Schneewittchen“, „Psycho“, „Ist das Leben nicht schön?“, „Spiel mir das Lied vom Tod“, „Frankensteins Braut“, „Rocky Horror Picture Show“, „Uhrwerk Orange“, „Casablanca“, „Das Appartement“, „Manche mögen’s heiß“, „Die sieben Samurai“, „Schindlers Liste“, „Der Exorzist“, „Citizen Kane“, „Lawrence von Arabien“, „E.T.“, „Der weiße Hai“, „Gesprengte Ketten“, „Goldrausch“ oder „Der Mann, der Liberty Wallance erschoss“ dabei.

      Ein Argument von Dir fand ich mit Blick auf diese Aufzählung Serienfans auch treffend: In seiner Liste finden sich fast ausschließlich US-amerikanische Filmproduktionen. Das allein zeigt schon die Fragwürdigkeit seiner Aussagen mit Absolutheitsanspruch.Komme übrigens gerade aus „Poor Things“ … das zum Thema, es werden keine herausragenden Filme mehr produziert!

      Antworten
    • VerwirrterTurnschuh sagt:

      Also, ich weiß ja nicht, wer da einen „Absolutheitsanspruch“ stellt …

      „Poor Things“ ist ein sehr interessanter und schöner Film, der sich lohnt, anzuschauen. Aber, ja: Nein, kein bahnbrechendes oder zeitloses Werk, nach meinem Verständnis. Wir werden darüber auf diesen Seiten vermutlich trefflich streiten, sobald Klapo uns mit seinen wohligen Kalauern dazu beschenkt …

      Antworten
    • Miles sagt:

      „Unbedingt gesehen“ beinhaltet keinen Absolutheitsanspruch? Mal ganz abgesehen vom ganzen Ton der Debatte.

      Antworten
  11. Miles sagt:

    @Verwirrter Turnschuh u.A.: „Jetzige, kulturprägende Massenereignisse im Kino sind durchgängig so flach, generisch (ja!), anspruchslos wie nie zuvor – das geht schon gut zwei Jahrzehnte so. Die Charakterlosigkeit ist so unleugbar wie gewollt“

    Wenn das für Filme denn wirklich zuträfe, wäre es interessant zu diskutieren, warum das für Serien im genannten Zeitraum der letzten 25 Jahre so gar nicht gilt (auch wenn das „Goldene Zeitalter der Qualitätsserien zu Ende sein sollte).
    Serienhighlights: Die Sopranos (99-07), The Wire (02-08), West Wing (99-06), Breaking Bad (08-13),
    Mad Men (07-15), The Americans (13-18), Boston Legal (04-08), In Treatment/Staffel 1 (08),
    House of Cards (13-18), Game of Thrones (11-19), The Crown (16-23), The Handmaids Tale (2017 ff.)

    Qualitativ vergleichbares hat es in den 60er/70er/80er/90er Jahren nicht, oder allenfalls als absolute Ausnahme gegeben.

    • G.G.Hoffmann sagt:

      @Miles

      Guter Einwand. Ich habe aber auch den Eindruck, dass die pauschalen Behauptungen von „Turnschuh“ sich auf Werke beziehen, die niemand, der noch bei Trost und Cineast ist, als „gute Filme“ bezeichnen würde. Man kann sich nicht nur Schund anschauen und daraus den Schluss ziehen, im Kino liefen nur noch schlechte Filme.

      Und alles, was nicht den hohen Qualitätsstandards aus Opas Kino der 50er bis 80er entspricht (der aber Uropas Kino der 1910er bis 1940er total langweilig findet), ist natürlich moderner Dreck. Erinnert ein wenig an Lateinlehrer: nach der „goldenen Lanitität“ im 1. Jh. v. Chr. (Cicero, Caesar, Vergil, etc.) kam ja im Prinzip nur noch Mist und im 1. Jh. n. Chr. nur noch Massenware von Losern, die kaum ihre Muttersprache beherrscht haben (Tacitus, Seneca, Plinius der Jüngere, usw.).

      Antworten
    • G.G.Hoffmann sagt:

      * „Latinität“… Nicht, dass Serienfan wieder einen orthographisch induzierten Herzanfall erleidet.

      Antworten
    • VerwirrterTurnschuh sagt:

      Auch wenn Filme und Serien gern in einem Atemzug genannt werden und unleugbar verwandt sind:
      Es sind andere Gattungen, Kino und TV/Stream andere Medien.

      Während der ein oder selbe seinen Blick auf den eigenen Nabel richtet und dies für den Dreh- und Angelpunkt für alles hält, schauen halt andere auf das große Gesamtbild.

      Dass es einen Qualitätsshift im Kino hin zum TV/Stream gab, ist doch nun wirklich keine Neuigkeit und unterstreicht die Krise des Kinos. Filme verflachten, Serien wurden komplexer. War mal eher umgekehrt.

      Wie es dazu kam, ist wirklich ein interessantes und komplexes Thema. Wobei mir auch scheint, dass dieser Boom und die Verdichtung von interessanten, bahnbrechenden Serien-Produktionen eh schon wieder vorbei ist. (Obacht, Strohmann-Mann: Das heißt nicht, dass es gar keine guten Serien mehr gäbe, gelle?)

      Flaggschiffe wie „House of Cards“ und „Game of Thrones“ haben sich jedenfalls schließlich selbst versenkt.

      Antworten
    • Miles sagt:

      „Dass es einen Qualitätsshift im Kino hin zum TV/Stream gab, ist doch nun wirklich keine Neuigkeit…“

      Dieser behauptete „Qualitätsshift“ widerspräche fundamental der kulturpessimistischen These, die ihr gegen GGHoffmann argumentativ zu belegen versucht.

      Darum geht es mir.

      Wenn die Produktionsbedingungen in der Filmindustrie und/oder die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen so weit verändert haben, dass unleugbare (dies zum Thema Absolutheitsanspruch ;-)) und gewollte Charakterlosigkeit (der Filme) die Folge ist, wieso trifft das dann auf Serien – die ja unter den gleichen kapitalistischen Produktionsbedingungen entstehen – nicht gleichermaßen oder ähnlich zu?

      Was die beiden genannten Flaggschiffe betrifft, stimme ich zu.
      Und „der Boom“ ist vorbei. Stimmt.

      Antworten
    • VerwirrterTurnschuh sagt:

      „Dieser behauptete ‚Qualitätsshift‘ widerspräche fundamental der kulturpessimistischen These, die ihr gegen GGHoffmann argumentativ zu belegen versucht.“

      Hä? Es geht ums Kino. Welche „kulturpessimistische These“? Ich höre Stroh rascheln …

      „… widerspräche fundamental …“ – Warum? Unterschiedliche Medien entwickeln sich anders. Kommt bei den besten Geschwistern vor. „Erna ist reich und hat viele Kinder. Werner ist verarmt und kinderlos.“ – „Du lügst, das geht gar nicht: Die zwei sind nämlich Geschwister und leben in der gleichen kapitalistischen Gesellschaft!“

      „Kinofilme und Streamingserien entstehen ja unter den gleichen kapitalistischen Produktionsbedingungen.“ — Äh, eigentlich nicht?

      Warum du „kapitalistisch“ so unterstreichst, verstehe ich grad auch nicht. Kommt mir hier etwas nichtssagend vor.

      Wieso ist es ein „Absolutheitsanspruch“ zu sagen, das Mainstreamkino sei charakterlos geworden? Das Fehlen von Anspruch zu beklagen ist ein „Absolutheitsanspruch“? „Da fehlt Salz in der Suppe.“ – „Du und dein Absolutheitsanspruch!“

      Und dann erkläre, warum „Es ist im Kino alles so wie immer und seit 1945 alles schlecht“ (GGH, dem du hier sekundierst) in diesem Sinne absolut kein „Absolutheitsanspruch“ sei. Für mich wirkt es ja wie ein Absolutions- und Verdammungsspruch in einem. Dem wahren Meister kann niemand widersprechen, denn er macht es selbst…

      Du sagst, der Boom der Qualitäts-Serien sei vorbei. Das könnte als kulturpessimistischer Absolutheitsanspruch aufgefasst werden. Dein gesamtes Posting hinterlässt mich völlig, tschuldigung: relativ ratlos – du bist vermutlich auf dem Weg zur Meisterschaft. Ein relatives „Chapeau!“

      Antworten
    • Miles sagt:

      Ach nein, auf eine Diskussion in einem solchen Ton hab ich keine Lust.

      Nur so viel … Du schreibst von einer UNLEUGBAREN Charakterlosigkeit, das Adjektiv drückt einen Absolutheitsanspruch aus. Hättest Du erkennen können, dass sich das auf das Adjektiv bezieht.

      Antworten
    • VerwirrterTurnschuh sagt:

      Ach, da hab ich umsonst stundenlang versucht, deinen mir völlig unsinnig erscheinenden Beitrag zu entschlüsseln und das Beste draus zu machen. Obwohl ich keine Lust dazu hatte. Ich finde, mir ist es unter den Umständen gut gelungen.

      Ich schrieb von der „gewollten wie unleugbaren Charakterlosigkeit“ des Mainstreamkinos aus Hollywood, ja. So sehe und verstehe ich die Filmsituation, absolut. Habs ausgeführt nach besten Wissen und Gewissen. Außer „Stimmt nicht, weil letzte Woche hab ich einen Film gesehen, den ich gut fand“ hab ich nichts von dir dazu gelesen, glaub ich. Was der (vergangene) Boom von Qualitätssserien damit zu hat, erschließt sich mir auch Null oder nur als bewusste Ablenkung. Das schrieb ich aus deutlich, denke ich. Wiederholt sogar, aber ohne Antwort. (Gelogen! „Gleiche kapitalistische Produktionsbedingungen“ wars! Also wie – bei allem seit … Ur-Ur-Omazeiten …)

      Aber wir können gerne verbleiben, dass die niveauvollen wie lehrreichen und klärenden Antworten aus dir sprudelten, aber leider leider — da liegt so ein „Ton“ von mir im Wege. Ja, das wird es sein. Dieser plötzliche „Ton“, der deine sanft-harmonischen Klänge nun jäh ins Stocken bringt.

      Dein Schweigen passt aber gut zu meinem Gedanken, der mich ebenfalls letzte Nacht plagte: Dass Zulesern wie Hausherren diese Diskussion schon längst langweilt nämlich. Wir haben unser Bestes gegeben, wie alle Lebewesen: jedes nach seinen Fähigkeiten.

      (Das Adjektiv „unleugbar“ drückt einen „Absolutheitsanspruch“ aus! Wieviele Verben ist man dann vom „absoluten Machtanspruch“ und vom Verbotsverfahren entfernt? War’s sehr knapp? Ach, hätte ich nur „gewollte Charakterlosigkeit“ geschrieben. So schnell kann man auf die schiefe Bahn mit schiefen Tönen geraten … Immerhin weiß ich jetzt, warum hier noch keiner das Adjetiv „unleugbar“ verwendet hat: Alle so bescheiden und demütig hier.)

      Antworten
    • Miles sagt:

      „Dein Schweigen passt aber gut zu meinem Gedanken…“

      Ich hab doch geantwortet. Dass ich auf Überheblichkeit auf Zukunftia keinen Bock hab.
      Musst Du jetzt aushalten.

      Ich geh jetzt lieber klempnern, dabei hab ich mich auf DS9 auch am wohlsten gefühlt.

      Antworten
    • VerwirrterTurnschuh sagt:

      „Ich hab doch gsagt, dass ich nix sag. Das is Antwort gnua.“

      Nein, du hast ominös von einem „Ton“ gesprochen. Von welchem war nicht die Rede („Oberton“/Überheblichkeit, aha – hätte dir ja auch zu tief sein können). Jedes Wort ein hohles Rohr, mit dem du um dich schlägst. Du lässt einen Gesprächspartner, den du dir auserkoren hast, und der viel Zeit und Liebe investiert, dir zu antworten, mit berechtigen, offenen Fragen* kalt zurück. Wer wills leugnen?

      Naja, immerhin kamen wir beide ohne Knutschfleck davon, das ist doch auch was.
      Pass auf, dass du dich nicht (auch?) beim Klempnern überhebst.

      (Sammel schon mal Trotz und Passiv-Aggressivität für den Fall, dass der [unironisch] herausragende „Poor Things“ hier besprochen wird. Na, das wird ein Fest, da hätt ich was zu sagen – und du erst …)

      __
      * Welche „kulturpessimistische These“?
      * Warum wäre (vergangene) Tiefe im Fernsehen ein fundamentaler Widerspruch zur Verflachung im Kino?
      * Bonus: Warum zeugen Fragen von Überheblichkeit? (Eigentlich vom Gegenteil, nach meinem bescheidenen – sorry: unleugbar überheblichen! Verständnis.)

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