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„Der Goldene Kompass“ – wo war doch gleich der Kinoausgang?

kompass-klein.jpg180 Millionen hat diese Romanverfilmung gekostet. – Und darin ist noch nicht einmal die kostspielige Verlegung des Magnetischen Nordpols enthalten, damit der Kompass im Film immer so hübsch die Richtung wechselt… Der ganz große Erfolg ist es jedoch nicht geworden: „Narnia“ startete in der ersten Woche mit einem Reinspielergebnis von 60 Millionen, der edelmetallige Richtungsanzeiger hingegen nur mit 26. Damit ihr nicht versehentlich doch noch Geld für die DVD-Veröffentlichung rauswerft, folgt hier nun der Fast-Verriss.

„Fantasy ist das Science Fiction des armen Mannes“, wie schon Aristoteles zu sagen pflegte. Recht hat er. Und Fantasy ist gleichzeitig auch die abgehoben-phantastische Alternative für Frauen, die zu doof sind, sich die Funktionsweise eines interstellaren Raumschiffes vorzustellen. So sehe ICH das jedenfalls, auch wenn mir hierfür gleich der Kopf abgerissen und mein Hals als Ork-Mülleimer verwendet wird. Ich bevorzuge eben mehr die guten alten Aliens, die nicht nur mindestens genauso phantastisch und aufregend wie sprechende Bäume sind, sondern selbst in ihrer Abstrusität noch irgendwie logisch zu erklären. Dass die Evolution auf anderen Planeten sprechende Kakerlaken hervorbringt, ist für jemanden wie mich, der selbst aus seinem Kühlschrank so manch biologisches Wunder kennt, um einiges wahrscheinlicher als sprechende Eisbären oder Hexen, die aus irgendeinem (womöglich nicht-jugendfreien) Grund in eine Bodenkehrvorrichtung vernarrt sind.

Da Harry Potter und der Herr des Ringelpietzes jedoch Milliardeneinnahmen an der Kinokasse generiert haben, läuft schon seit einiger Zeit die nächste Welle an Phantasieverfilmungen an. Ob Drachenreiter, Narnia-Könige oder andere magische Popelschnipser: kaum ein Fantasy-Kinderbuch der letzten Jahrzehnte, das nicht daraufhin abgeklopft wird, ob es für die Produzenten nicht möglicherweise das Märchen vom Gold scheißenden Esel wiederauferstehen lassen könnte.

Nun ist also der Goldene Kompass dran, und – bei Erfolg – auch gleich dessen Fortsetzungen, die auch noch andere Alltagsgegenstände in den Rang eines mitschleppbaren Zauberutensils erheben. So weit ich weiß, geht es bei den drohenden Sequels ebenfalls um verzauberte Haarnadeln und verwunschene Kartoffelchips, die HdR-mäßig über ganze Kontinente gewuchtet werden müssen. – Und die dabei natürlich den Sozialneid minderer Lebensformen hervorrufen, die sich all den Trumm nicht leisten können oder in der letzten Cornflakes-Packung einfach nicht so viel Glück mit der Plastikbeilage hatten. Nur, damit der ganze Zauberkrempel irrrgendwann, im letzten Teil der Saga, dem finalen Bösewicht den tödlichen Stoß versetzt. Klar: wenn der Fiese am Schluss nur noch mit einem Arm an der Klippe hängt, reicht oftmals schon die „Goldene Haarnadel“ oder die „güldene abgebrochene Bierflasche“, um den Baumelnden zum Loslassen zu bewegen…

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„Ja, Okay: Ich BIN blass! Ich gehe zu wenig raus, sehe zu viel Fern und essen ungesundes Zeug. Und wisst ihr was? Ich mag mich BLASS, Okay!?“ – Schlagfertigkeits-Traum eines jeden Film-Nerds: Nicole Kidman in ihrer Rolle als Kalkleiste mit Schneckenfrisur. Ursprünglich wollte der Filmverleih den Film sogar über den Titel „Moulin Rouge 2“ vermarkten, nachdem eine Bürokraft bereits mittels Locher und Alufolie das Silberkonfetti für dieses Kleid hergestellt hatte…

Wobei ich mich bei „Der Goldene Kompass“ eigentlich nicht mal als Chefgähner hervortun müsste, was die Story angeht: Immerhin gibt es Paralleluniversen, stellenweise eine durchaus futuristische Technologie à la Luftschiffe und auch pferdelose Kutschen. Okay: jeder Mensch trägt ein sprechendes Tier mit sich herum, das gleichzeitig seine Seele beherbergt. Das kann ein Hund sein, ein süßes Äffchen, kleine Vögel oder – bei den Bösen – allerlei Kriechgetier. Allein das sorgt auf der Walt-Disney-Skala natürlich für Ausschläge im hohen Zuckerwattenbereich. Doch insgesamt ist dieser Grundplot immerhin weniger mainstreamig als all die anderen Fantasy-Klöpse, bei denen man vor lauter Drachen, Orks und Zwergen langsam schon nicht mehr den Sand am Boden sieht, in den man seinen Kopf am liebsten hineinstecken möchte. Gerade, wer nebenbei ab und zu PC-Spiele zockt, hat sich sicherlich in letzter Zeit schon mal gewünscht, dass Tolkin auch nebenbei ein paar sprechende Killertomaten erfunden hätte. Einfach von wegen der Abwechslung her.

Zurück zum Kompass: Die Story handelt von einem kleinen Waisenmädchen, das in einer Art Internat (ganz klar ist mir das allerdings nicht geworden) aufwächst. Hier gehen reiche und machthungrige Menschen des Magisteriums ein und aus (was die GENAU machen, ist mir nicht ganz klar geworden) und plaudern verklausuliert über Machterhalt und Unverständliches. Eines Tages hört sie – in einem Schrank versteckt – zum ersten Mal den Begriff „Staub“ (was der bedeutet, weiß nicht mal die Hauptfigur), was in dieser Welt ein ebenso gefährlicher wie auch faszinierender Begriff ist, über den die Erwachsenen nur ungern reden.

Im kalten Norden wurde ein Leck zwischen den Dimensionen ausgemacht, durch das „Staub“ in die Kompass-Dimension dringt und dort die Menschen und ihre „Daemonen“ – ihre tierischen Seelenträger – zu berühren droht. Wenig später trifft das Mädchen auf eine geheimnisvolle Frau, die eine Expedition zum Nordpol vorbereitet und sie aus irgendeinem Grund dabei zu haben scheint. Zu diesem Zeitpunkt wurde Anna-Sophie (oder wie neunmalkluge Fantasy-Gören heute so heißen mögen) bereits der Goldene Kompass übergeben, der in den richtigen Händen die Wahrheit über die Menschen, das Universum und den ganzen Rest herausfinden kann.

Später kommen noch massenweise sprechende Eisbären dazu, ein leidlich brutaler und packender Endkampf gegen böse Eskimos(?) und die Befreiung von Kindern, an denen grausame Experimente vorgenommen wurden. Also quasi „Doktor Mengele meets Harry Potter meets HdR am Nordpool“. – Ein himmlischer Spaß für die ganze Familie, zumindest, wenn man ihre coolen Mitglieder abzieht.

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„He, das hier war eigentlich mein Sitzplatz! Ich habe den sogar beim Altersheim-Ticketservice vorbestellt, klar?“ – „Nur keine Panik, Mann. Wir sind ja erwachsene Leute. Lassen Sie mich nur gerade in Ruhe zuende auf das Kissen pinkeln, ja?“ – Hochgradig oskarunverdächtig: Daniel Craig spielt in diesem Film nur eine kleine Rolle als Typ, der wie Daniel Craig aussieht und eine kleine Rolle spielt. Wenn man darüber spekuliert, wie viele Millionen er für diesen Kurzauftritt wohl bekommen haben mag, landet man schnell bei der Frage: sind die Managergehälter in Deutschland eigentlich… hoch genug?

Leider ist die Verfilmung, trotz der zahlreichen Potenziäle(?), eher durchschnittlich gelungen. Das liegt einfach den heutigen Sehgewohnheiten, die aus den unterschiedlichsten Gründen eine Erzählgeschwindigkeit diktieren, die sich ohne Probleme für einen Schnellsprechwettbewerb qualifizieren könnte. So hat man zum einen natürlich ein Buch im Nacken, das gekürzt runterverfilmt werden muss. Ein undankbarer Job für einen Filmemacher und wohl in etwa vergleichbar mit einem Bildhauer, der pro Steinblock nur 10 Hammerschläge zur Verfügung hat, um daraus irgendwas zu schaffen, was irgendwie nach Michelangelo ausschaut.

Jede Minute peitscht da die Handlung gnadenlos voran, dass man die Striemen der Peitsche auf dem Zelluloid zu sehen glaubt. Kein Gespräch dauert einen Satz länger als nötig. Manche Dialoge wirken sogar so zusammengestaucht, als hätten sie irgendetwas angestellt. Wenn dann doch mal nebenbei ein lockerer Nebenbei-Satz eingestreut wird, dann nur, damit man eine halbe Stunde noch mal darauf Bezug nehmen kann. Darunter leidet leider die Stimmung, man kommt einfach nicht in Fahrt und bekommt als Mann auch keinen hoch. – Das verzauberte Schwert, meine ich.

Denn gerade bei phantastischen Stoffen (inhaltlich, nicht qualitativ) braucht man dann doch häufig etwas längere (Bild)Einstellungen, die von Ungeduldigen – und anderen Technomusikhörern – durchaus auch schon mal als „laaaangweilig“ bezeichnet werden könnten. Ich persönlich nenne dieses Konzept das „Konstruktive Anöden“, was nichts anderes bedeutet, als: wenn ich einen Film über das Tauchen machen, die ersten 5 Filmminuten komplett mit Unterwasseraufnahmen zu füllen. Später kann man ja immer noch die Fusionsraketen im Pazifischen Graben hochjagen oder eine dramatische Flucht vor 1 km/h schnellen Feuerquallen einbauen.

Das derzeitige Hollywood hingegen würde schon zu Beginn einen dreisekündigen Zoom über einen (CGI-)Meeresboden zeigen, dann auf einer gerenderten Koralle verharren und diese dann langsam in das Gesicht das Hauptdarstellers ummorphen lassen, der am Frühstückstisch sitzt. – Denn so ähnlich macht es auch „Der Goldene Kompass“: Prämissen lieber einmal plump statt fortwährend subtil erklären (und wer in diesem einen Moment nicht aufpasst, kapiert es später gar nicht mehr) und das neue Filmuniversum bereits in 2 Minuten fertig erklären. Hektik-Motto: „Im Anschluss an dieses gefühlvolle Fantasyverfilmung erhalten Sie am Kinoausgang 15% Rabatt auf Motorradrennen und Bunjeejumping“.

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„Leute, wir haben noch ein paar Stegosaurierfiguren aus der Zeit, wo Dinosaurier modern waren. Meint ihr, die Kunden merken es, wenn wir mit etwas Watte und Klebstoff…?“ – Knut tut gut: Es würde mich nicht wundern, wenn dieses Gespräch hinter den Merchandising-Kulissen genau so geführt worden wäre. Komischerweise gibt es – außer dem hier – keine Bilder des Filmeisbären im Netz zu sehen. Dabei sieht die Computergrafik sogar recht lebensecht aus. Der Effektemacher aus dem Star-Trek-Fanfilm „Of Gods and Men“ hat mir vor Angst sogar in MEINE Hose gemacht!

Aber vielleicht bin ich gedanklich auch einfach nicht mehr „Kind“ genug, obwohl ich ansonsten nichts dagegen habe, Zigaretten in Supermärkten zu stehlen oder Rentner zusammenzuschlagen. So fragte ich die weiblichen Kinogänger nach dem Film ganz unschuldig, wie man es denn vermeidet, versehentlich auf die Seele eines Menschen – in Form eines Tieres – zu treten, da manche „Daemonen“ ja nur winziges Viehzeugs sind. – Die Antwort erfolgte so abrupt, als hätte ich dem Papst vorgeschlagen, die unbefleckte Empfängnis von Maria als Oralsexunfall zu deklarieren: „Man kann NICHT auf die SEELE eines anderen treten!! Das ist doch kein richtiges TIER, auf das man treten KANN! Mann-Mann-Mann…“

Sofort zuckte ich mit schlechtem Gewissen zusammen und entrollte kleinlaut das kostenlose Kinomagazin, das ich bereits pflichtschuldig zu einem Zauberstab geformt hatte. Immerhin konnte ich mich nachträglich aus der Affaire ziehen, indem ich auf meine Unkenntnis des Buches verwies, das man in solchen Fällen wohl tatsächlich in der Popkorntüte haben müsste. Ähnlich einer Operette, wo man den gejaulten Text ohne das Programmheft ja schon akustisch nicht versteht.

Dazu kommen einige Ungereimtheiten wie die Stelle, in der Nicole Kidman (als Mrs. Coulter) ihren Daemon – also quasi ihre eigene Seele – schlägt und selber keine Schmerzen davonzutragen scheint. In Sachen „Innerer Logik“ ist das fast so unverzeihlich, als würde Scotty in Star Trek seinen Captain neuerdings mittels Warptriebwerk hochbeamen. Auch wirkt der Goldene Kompass, immerhin namensgebend, wie ein x-beliebiges Requisit, was wohl auch den kitschigen Wahrsage-Sequenzen geschuldet ist. Da war „DER“ Ring aus einer anderen Trilogie doch noch ein ganz anderes Kaliber und knechtete sofort die Aufmerksamkeit des Zuschauers, wenn die Kamera nur an ihn heranzoomte und dabei ein unverständliches Flüstern erklang. Hier klingt es jedoch ein bisschen wie: „Das ist halt ein verzaubertes Ding, total selten und das alles! Akzeptiert es oder lasst es bleiben!“

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„So… Nachdem wir das geklärt haben, sei bitte ein lieber Kinderfilmstar und gib mir das Kokain wieder, das Du mir aus der Handtasche gestohlen hast, ja?“ – „A…Aber Tante! Ohne das Zeug funktioniert dieser weissagende Kompass bei mir einfach n-n-nicht!“ – Ich sehe was, was Du auch riechst: Kinderkacke. Leider kommen die restlichen Darsteller ziemlich zu kurz, da die kleine Tabea-Loretta ca. 95% der Aufnahmen bestimmt. Und die restlichen 5% wurden später auch noch rausgeschnitten…

Und zum Schluss, da es viele sicherlich interessieren wird, noch ein übliches Wort zum Sonntag die Spezialeffekte betreffend.

Um es kurz zu halten: mir sahen die Eisbären schon ZU perfekt aus. So flauschig war Knut wohl noch nicht mal in den Zeiten, in der man ihn noch nicht unter Buh-Rufen mit großen Steinen beworfen hat. Hätte man das CGI-Fell an einigen Stellen mit Schneeklumpen durchsetzt, durch Matsch an den Körper gedrückt oder schlichtweg zerzaust oder leicht dreckig erscheinen lassen, es hätte der Stimmung viel beigetragen. – So wären aus den Watteball-Elfen mit dem Kampfgewicht eines Rainer Calmund vielleicht sogar echt harte Kerle geworden. So bleibt immer eine gewisse Distanz zum Geschehen, weil das Getier sogar zu lebensecht(!) aussieht, um wahr zu sein…

Fairerweise muss man aber anmerken: Ein sprechender Eisbär, der manchmal auf zwei Beinen läuft und meistens einen Kampfpanzer trägt, wird wohl auch in 100 Jahren noch irgendwie „falsch“ aussehen, ohne, dass die 3-D-Dompteure auch nur den Hauch eines Fehlers gemacht hätten. Wenn man diesen Faktor einbezieht, sind die Effekte tatsächlich sehr gut und die Interaktion zwischen den Tieren und Menschen weitestgehend gelungen. Auch wenn es natürlich ein paar Stellen gibt, in denen man sich fragt, welche Verdienste eine Handvoll Luft wohl erbracht haben mag, um so ausgiebig gestreichelt und getätschelt zu werden… Und drei oder vier Hunde im gesamten Film scheinen sogar ECHTE Vierbeiner zu sein. Schon mächtig verrückt, dieses Showbusiness…

Wie sehr einen der filmische Bärenschinken jetzt eigentlich genau mitreißt, lässt sich anhand eines sehr zuverlässigen Standardtests festlegen: Fühlt man mit der Hauptfigur mit? Würde man im Kino unwillkürlich zum eigenen Handy greifen und 110 wählen, wenn Laura-Chantalle am Nordpol ein Dachziegel auf die Zöpfe fällt? – Nö, das würde ich wohl nicht. Was gar nicht mal an der recht erträglichen Kinderdarstellerin liegt (vielleicht liegt es auch nur an der herzallerpiepsten Synchronisation), sondern an den abgehetzten emotionalen Momenten. So kann es durchaus vorkommen, dass eine herzliche Umarmung zwischen Iorek – einem Eisbär – und Susi-Annabell irgendwie aufgesetzt hervorkommt, weil man die beiden vorher nie beim Kuscheln oder beim gemeinsamen Robben-Reißen auf dem Packeis gesehen hat.

Wenn ich jetzt einen alten Kritiker-Spruch aufwärmen wollte – am Nordpol, wohlgemerkt – würde ich den Film an dieser Stelle „seelenlos“ nennen. Stattdessen behelfe ich mich aber mal mit einer Metapher, die zum Inhalt des Werkes passt: „Wenn Filme eine Seele haben sollten und diese ebenfalls ein Tier wäre, so wäre diese wohl ein toter Pfau, der im Kino irgendwo unter dem Feuermelder dahinschimmelt.“ – Halt noch irgendwie hübsch, ansonsten aber egal.

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„Entschuldigen Sie, junge Miss, ich habe Sie jetzt schon ein ganzes Weilchen (5 Sekunden) beobachtet! Sind sie zufällig die Heldin eines Fantasy-Epos…osses? Wenn ja, dann würde ich Sie nach diesen drei Sätzen sehr gerne begleiten, Ihnen mit Rat und Cowboyhut zur Seite stehen und notfalls sogar mein Leben für Sie riskieren. Einverstanden?“ – Sabotierte Erziehung: Nach diesem Film werden die jüngeren Kinogänger garantiert kein Problem mehr damit haben, „fremde nette Onkels“ ohne Umschweife nach Hause zu begleiten…


Fazit: Wieder ein typischer Film, der klar macht, warum man sich ab uns zu einfach mal einen toten Baum ins Bücherregal stellen sollte. Als gedruckte Story ist diese Geschichte nämlich sicherlich faszinierend; in der massenkompatiblen Bestrahlungsvariante stellt sie jedoch nur einen jämmerlichen Filmneustart wie 129 andere dar. Das Ganze ist jedoch immerhin kein völliger Rohrkrepierer wie „Narnia“, bei dem man nur deswegen Bauklötze staunte, weil dieser Konkurrenzfilm komplett aus diesen kindgerechten Versatzstücken zu bestehen schien.

Dass beim Kompass einiges umgedengelt, rausgeschmissen, gestrafft und auf links gedreht wurde, erkennt man auch als Nichtleser des Buches, was diesen Film für einen echten Fan des Werkes möglicherweise unerträglich macht. So bleibt es einfach bei einer gerade noch durchschnittlichen Beurteilung und einem kecken Wortspiel zum Abschied, mit der der „Goldene Klo-Pass“ zukünftig wird leben müssen. Harhar! Klo-Pass! Fauxpas! – Ich schmeiß mi… ihn gleich weg!


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Artikel

von Klapowski am 04.01.08 in Film-Review

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Kommentare (12)

  1. DJ Doena sagt:

    Hab meinem Kumpel im Narnia-Jahr die ersten zwei Bände geschenkt und selber mal reingeschmökert. Ich fand es extrem einfach geschrieben (wesentlich leichter als Potter) und hat mich auch als Buch nicht wirklich vom Hocker gehauen.

    „Northern Lights“ (der erste Band der „His Dark Materials“-Trilogie [Der goldene Kompass!]) hab ich wiederum bekommen und schon mal so 10 Seiten angelesen, las sich eigentlich ganz gut (auf englisch natürlich).

  2. bergh sagt:

    tach auch !
    Da schätze ich mich aber glücklich, daß ich als Erster Klapowski zu diesem durchaus gelungenem Verriss gratulieren darf.

    Ich hatte ein bis zwei Deja Vue Momente beim Lesen.(Schön !)
    Na dann werde ich mir erst einmal das Hörbuch mit Rufus Beck antuen, bevor ich den Film sehe.
    Klapo meint nämlich ich verstehe den Film sonst nicht.

    Ganz Grosse Satire Daniel !
    Weiter so !

    Brauchst Du einen Klo Pass , um nicht vom Kurs abzukommen ? ;-)

    Gruss BergH

  3. Kaba sagt:

    Eines hat Klapo hier auf den Punkt gebracht: Es werden scheints wirklich nur noch Kinderbücher verfilmt. Angefangen beim hoffnungslos christlich-debilen Narnia bis zu diesem neuesten nicht-christlichen-aber-für-Filmzwecke-debilisierten Kompass-Gedöns.
    Von Eragon ganz zu schweigen. Wobei DAS wenigstens dermaßen viele unfreiwillig witzige Momente hatte, dass ich fast schon über die blö(n)d-gefärbten Locken des Bauernjungen(!)-Hauptdarstellers hinwegsehen konnte.

    Liegt diese Versteifung auf Pipi-Kaka-Stoffe daran dass die Studiobosse meinen, ohne die Zielgruppe der 3-10jährigen (und deren Eltern) würden Fantasyfilme untergehn?

    Oder gibt es doch irgendwie weniger einleuchtende Gründe?

  4. Renegade sagt:

    Wieder mal so ein Beitrag der mich dazu bewegen könnte einen Film den ich gar nicht sehen wollte doch noch anzuschauen um einfach die Bestätigung dafür zu erhalten das Klapo recht hat. Glücklicherweise sind wir nur noch 10 bis 20 Fantasyverfilmungen davon entfernt bis das Genre wieder out ist…ausgelutscht ist es ja schon längst.
    Wird dann endlich qualitativ hochwertige Sci-Fi wieder in??? Ich meine natürlich nachdem Transformers 2 und 3 gelaufen sind… dann endlich??? BITTE???

    Apropos: Children of Man, Sunshine und I am Legend warten noch auf ein Klapo-Review!

  5. Imperator sagt:

    Hatten wir Sunshine nicht schon?

  6. bergh sagt:

    tach auch !

    Vor DJ Doena verbeug.

    Was ihr ansprecht ist unter dem Stichwort Hollywood Porno bekannt geworden.
    http://www.novo-magazin.de/90/novo9057.htm

    Tansformers und Die Hard 4.0 werden ausdrücklich erwähnt.

    I am a Legend Kapitel 2 + 3 werden in dieselbe Kategorie passen, COM hab ich nochnicht gesehen und Sunshine?
    Tja Sunshine….
    Die Story ist ja urlat und zwar mit Handlung , aber auch mit dem sonstigen Hollywood Effekt-Overkill umgesetzt.
    Mir hat er nicht sonderlich gefallen.

    Gruss BergH

  7. DJ Doena sagt:

    Ich kann dem Novo-Artikel nur teilweise zustimmen. Er hat schonmal die Schwachstelle, dass er die Filme, die er niedermachen will, mit Fehlern konfrontiert, die nicht da sind.

    Bei Die Hard 4. war der Sprengstoff eindeutig zu sehen, der da ferngezündet wurde. Er war sehr schön als „C4“ markiert.

    Im Prinzip hat der Artikel zwar recht, nur darf er dann nicht bei solchen Banalitäten schon patzen.

  8. G.G. Hoffmann sagt:

    Mich stößt an Fantasy in erster Linie die vollständige Abwesenheit von Humor ab. Ich hatte mir wirklich ganz fest vorgenommen, am Donnerstag im ZDF the fünfterfolgreichste Film ever anzuschauen, nachdem ich schon beim Buch nicht über Seite 10 und bei Teil 1 des Ringes Herr nicht über Filmminute 17 hinausgekommen war. Aber diese unlustigen Hobbits und Elfen haben nach einer halben Stunde Qualen erneut abschalten lassen. In größtmöglicher Bierernsthaftigkeit werden trivialste Geschichten ausgebreitet, die allenfalls dem Anspruch der 6. Klasse genügen können. Unerträglich. Aber seit „Harry Potter“ fühlen sich ja sogar erwachsene Menschen aufgerufen, Begeisterung für diese intellektuellen Talsenken zu entwickeln, um mit ihren Kindern auf gleicher Augenhöhe diskutieren zu können. Und ich dachte immer, die Aufgabe von Erziehung sei, Kinder zu Erwachsenen zu formen und nicht umgekehrt. Aber schon höre ich die Schelte esoterisch angehauchter Deutsch-Reli-Lehrerinnen: Seht da! Ein verrohtes Mannsbild, daß das Kind in sich getötet und der Phantasie die Schwingen gestutzt hat!

    Na und? Was ist eigentlich kranker? In Wirklichkeit mit dem MG schuldige Taliban niederzumähen oder in der Phantasie unschuldige Orks mit ätherischen Ölen zu töten? Denken Sie mal darüber nach Frau Buntjes-Pieper!

  9. mungomunk sagt:

    Hallo?
    eine 4+? gehts noch?
    das war ja wohl der schlechteste film den ich je gesehen habe.
    Was haben sich die produzenten denn da gedacht? Komm wir machen einen film mit super vielen tollen rassen (äh völkern), da ist für jeden was dabei:
    fliegende hexen die wie legolas kämpfen können. die kidz finden doch seit diesem Potter so’n zauberkram voll dufte.
    sprechende tiere – die gabs doch in diesem Film in dem die nervigen kindern sich im kleidershcrank verstecken,
    ultracoole eisbären die so mächtig stark sind, das sie ihre Rüstung, wenn sie reisen ganz stark verstecken können;
    und piraten – hab gehört da lief so ’n dreiteiler im kino.
    Außerdem wäre es doch toll wenn wir wieder gegen Russen & Chinesen kämpfen können.
    Achso und noch schnell James Bond, der bekommt auch eine kleine kampfscene, & Nicole Kidman engagiert – macht sich immer gut auf den plakaten.
    Am Ende müssen die natürlich alle zusammenarbeiten (zusammenkämpfen), hat bei herr der ringe ja auch einigermaßen funktioniert.
    Apropos dreiteiler, da gabs doch so viele in letzter zeit. lass uns auch einen machen, dann wirkt das ganze noch viel epischer.

    mann oh mann, was für ein dünnschiss der film!

    ps: den marder oder was das da war fand ich schon sehr knuffig..

  10. Wellington sagt:

    Kann das sein, daß sich Science-Fiction im Film leichter tut, weil sie im Unterschied zur Fantasy, wo jeder fleißig seine eigene Welt bastelt, keine so umfanreiche Einführung benötigt? Ich meine, jeder von uns Star Trek Geschundenen, äh…Geschulten, kann mittlerweile einen Warp-Antrieb auf dem Weg zum Klo reparieren (bei Druchfall!), aber hier steige ich schon beim Wort „Staub“ aus. War das nicht das Zeug, das ich jährlich von meinem Regal und meinen Witzen zu fegen pflege? Was ich damit zu sagen versuche, wenn man sich nicht Zeit für eine ordentliche Einweisung in die jeweilige Welt nimmt, gibts Unmut beim Zuseher und damit eins auf die (Gummi-)Ohren. Ich nehme an, das Buch hat sicher Qualitäten, die Kollegen von Amazon überschlagen sich jedenfalls in Faseleien („wichtigen Beitrag zur Aufklärung im Sinne Kants“, „viele Stunden Muße(!) zum Einlesen“, „Konglomerat archetypischer Mythen und wissenschaftlicher Theorien“). Soviel geballte Fachkompetenz kann nicht daneben liegen, da sollte ich doch mal reinlesen.

    Jedenfalls wieder ein super Review, Herr Klapo, weiter so!

  11. Donald D. sagt:

    Sehr guter Verriss, Klapo. Nachdem ich von allen Kumpels gehört habe, wie fuckig der Film ist, habe ich nun die Bestätigung vom alten weisen Kinomeister Klapo-Wan-Kritikobi persönlich und spar´mir diesen Humbug.
    Ich freu´mich jedenfalls, daß der Film wohl eher ein Flop ist, als ein Erfolg. Obwohl Narnja doch wesentlich mehr einspielte, scheinen die Disney Leute mit einer Fortsetzung zu hadern. Beurteilen kann ich beide Filme nicht, da mir nach der „Herr der Ringe“-Trilogie die Lust auf weitere Fantasy abhanden gekommen ist. Zweifellos sind die Filme gut gemacht, aber das Konzept der Studios, auf Biegen und Brechen weitere Fantasy Blockbuster produzieren zu wollen, scheint z. Zt. nicht aufzugehen. Ein Glück.
    Da bin ich froh, daß dieses Jahr wieder alte Helden erwachen: Indy schwingt wieder seine Peitsche, die Enterprise (der Film wird mir aller Wahrscheinlichkeit nach jedoch nicht gefallen) versucht einen Neuanfang und Gérard „Obelix“ Depardieu wird für Lacher bei den Olympischen Spielen sorgen.
    P.S.: Craig hört einfach nicht auf, wie ein Schimpanse zu gucken. Vor dem neuen Bond graut´s mir. Connery und Moore forever!!!

  12. FreakRapunzel sagt:

    Ich muss dem Fazit zustimmen: Für Leute, die das Buch gelesen haben IST er grausam!!! Und Wellignton hat shcon recht: Einfach so in eine komplexe, andersartige Welt zu springen, ohne Erklärungen ist fies. In diesem Fall ist der Film quasi unverständlich ohne einen im Buch durchaus vergenommenen Exkurs in das politische und vor allem theologische Gefüge der Welt.

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