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So eine Gemeinheit!

„Wuhääää! Mamaaa! Christopher Lloyd hat mich schon wieder angebellt!“ – Star Trek hat nicht nur die durchwachsensten Bösewichte, sondern auch die kurzlebigsten! Ein bisschen fehlen mir hier wiederkehrende Charaktere wie die Panzerknacker oder einen partout nicht gehen wollenden wie Adolf H.! – Hier eine kurze Zusammenfassung derer, die schon mit einem Huf in der Hölle stehen…

„Sag mir, wer dir Böses will und ICH sage dir, wie es um dich steht!“

Das ist mein Wahlspruch, den ich seit einigen Jahren auf Star Trek anwende… Denn kaum etwas sagt so viel über die Zielrichtung eines Franchise aus wie folgende 3 Gegenspielermerkmale: Aussehen, Intelligenz und die Konsistenz der Sommergarderobe…

Gerade letztere ist besonders interessant: Wer unachtsam unter einer kardassianischen, klingonischen oder borg’schen Wäscheleine herläuft, holt sich schnell schon mal eine Gehirnerschütterung, wenn diese Gesellen gerade ihren Freizeitdress zum Trockn… Schimmeln aufgehangen haben! Denn wer das Grundgesetz mit Füßen tritt, bespannt meist auch einen Lattenrost mit einer handelsüblichen Kuh, bevor er in diesem Outfit in’s (Un)Freibad tappst…

Lack, Leder, Latex und ein unsichtbares Stahlgestänge, das ein ganzes Bierzelt wirbelsturmsicher machen könnte, gehören da eben einfach dazu! Es ist eines der neueren galaktischen Naturgesetzte, dass fiese Kerle morgens in eine Gussform steigen müssen, während Mutti schon mal das Unterhemd anrührt… Verruchte Stoffe wie Baumwolle oder gar Angora (Ein echter Mobbinggrund in kardassianischen Exekutions-Amtsstuben!) finden sich nur in düsteren Eckläden für Fetisch- und S/M-Bedarf.

Dem Zuschauer ist dadurch natürlich sofort klar: Die Bösen, die tragen Rüschen aus Rasiermessern… Was jeder Punk schon seit über 2 Jahrzehnten weiß, dämmerte den ST-Machern erst in den frühen Neunzigern: Wer abweisend wirken möchte, montiert an seinem Körper so viele Pins und andere Ausläufer, dass man automatisch zur „Spitzenkraft“ in Star Trek aufsteigt. Oder zumindest als wandelnde Pinwand Karriere macht…

Erstaunlich, wie sehr sich das doch gewandelt hat: Bei TOS, den frühen TNG-Folgen und den Kinofilmen dazwischen, genügte den Bösen oft ein Jogginganzug, um sich die halbe Galaxie untertan machen zu wollen. Warum auch nicht? Ein derart großes Herrschaftsgebiet erfordert natürlich eine unterschwellige Sportlichkeit!

In den Serien mussten die Gegenspieler jedoch meist unter der Last nachvollziehbarer Motive leben! Sinnfrei in irgendeiner gotischen Kathedrale abhängen, teuflisch lachen und dabei dem Echo das Allerletzte abverlangen, das war ihnen meist nicht vergönnt… Saddam’s im Geiste gab es daher auch weiterhin nur in den Zeichentrickfilmen von Disney: „Muhaaarharr! Ich bin ja sooo böse! Ich hasse Vöglein! Und grüne Auen! Und lachende Kinder! Und ich bin mir fast sicher: Die können mich auch nicht leiden!“

„Guten Tag! Ich bin Dr. Gul Dukat! Lassen sie mal sehen, was sie da haben… Ooooh… B 4 muss raus… und A 16 auch!“ – Keine Sorge, es ist hier nur die Rede von Weltraum-Koordinaten…

Nein. Bei TNG wurden Differenzen ausdiskutiert, bis der Konferenztisch durch all die gestikulierenden Latexärmeln schon ganz durchgerieben war. Und jeder verstand im Prinzip jeden, der sich nicht verzweifelt dagegen werte. Und Picard schreckte nicht davor zurück, als Joker einen Finger nach dem anderen hervorzuziehen: „Es gibt mindestens 14 gute Gründe, warum SIE mit ihrer Meinung auf dem Holzweg sind. Riker? Ich bräuchte hier mal eine helfende Hand!“

Erst Voyager machte Schluss mit frustig: Wer ein mieser Kerl war, gewährte seinen Gefühlen freien Lauf! Und seinem Gewehrlauf freies Gefühl… – Die Gründe für die Kampfhandlungen mussten von gelernten Neuralarchitekten oftmals jedoch erst mühsam zusammengeschustert werden:

Einflussgebiet verletzt? – Von wegen „Schwamm drüber“: Ein Torpedo musste es dann schon sein!

Janeway liefert einen wonneproppigen Asylbewerber nicht sofort aus? – Sch(l)uss damit! Jetzt ist Sense! Den Vorsitz des Vermittlungsausschusses erhält nun Freund Hein…

Tuvok hat die ständigen „Hasse’ ma’ Kleingeld?“ und „Für `ne Busfahrkarte!“-Subraumbotschaften überheblich ignoriert? – Drei unbeteiligte Rassen steigen dankbar als Trittbrettfahrer auf und nutzen diesen Vorwand, um der Voyager den Krieg zu erklären…

Wer aber richtige menschliche Dummheit und vor allem Gier sehen wollte, musste aber schon immer in’s Kino gehen. Alleine wegen der Eintrittspreise. – Gerade NEMESIS hatte uns aufgezeigt, dass man Alzheimerpatient sein und trotzdem böse sein kann. – Warum? Hab’ ich vergessen… So will Shinzon also die Erde zerstören und braucht dafür nicht mehr Gründe als seine überhöhten Krankenkassenbeiträge. Außerdem steht’s in seinem Drehbuch und sein Drehbuch steht zu ihm. Echte Freunde eben, diese beiden! Mit einem Script wie diesem kann man halt Pferde stehlen! Und schlachten schon lange. – Stirrrb, Fury!

Mit dieser Einstellung bekommt man natürlich rasch seine Punkte in Flensburg und Den Haag zusammengespart…

Noch nie zuvor hatte ein ST-Gegenspieler ein so großes Bein, mit dem er falsch aus dem Bett steigen konnte. Alleine das Wort „Erde“ klingt ja verdammt nach einem Synonym für Sand, Staub und Schlamm! Da macht man gewiss nichts falsch, wenn man mal probehalber draufschießt, bevor das ganze Zeug demnächst die Hausflure von romulanischen Mietshäusern versaut!

„Schniiiiitt! Danke, Baby! Du warst großartig! ST 11 wäre ohne dich nur ein Schatten seiner selbst! Versuch’ aber vielleicht in der nächsten Einstellung ein wenig bedrohlicher auszusehen, wenn du an die Fragezeichenbox springst, jaaa?“

Aus irgendeinem Grund darf in einem neuen Film (ST 7 – 10) sowieso kein gelernter Kinderfresser fehlen. Dabei war das früher anders: In ST 1 war noch nicht mal ein nörgelnder Rentner zu sehen, wenn man die desaströse Leistung von William Shatner nicht mitzählt. Und auch die Sonde, die ein Musterbeispiel an sinnlosen Hardware-Updates ist („Ehrlich! Sie brauchen dringend noch ein Fußballstadion zwischen den leeren Lagerräumen! Unterschreiben sie bitte hier!“), war eher bunt als böse.

ST 4 verwarf ebenfalls den klassischen Antagonisten und machte eine fliegende Regentonne nur dadurch zur Gefahr, indem ihre bloße Mitteilsamkeit die allgemeine Atmosphäre vergiftete. Fraglos der Vorgänger zum heutigen Berman-Interview…

Auch Sybok in ST 5 war nicht gerade ein Soldat des Bösen. Wenn schon militärische Vergleiche, dann reichte es hier höchstens für die Heilsarmee… Gut: Gott war ein bißchen schlecht druff (hatte ja vom ausschweifenden Vorabend auch noch soooo’n Kopp!), war aber ansonsten ein herzensgutes… öh… fliegendes Dingsda!

ST 6 verzichtete ebenfalls auf den Mann in der Opposition. Statt dessen präsentierte dieser Film lieber ein Sammelsurium an chronischen Querulanten und anderen Nachbarn. Schließlich ging es ja eigentlich um den Frieden! Oder von NEMESIS-Fans auch „Splitterbombe der Barmherzigkeit“ genannt… – Dass sich die Produzenten in den 90ern noch an einen derartig unspektakulären Stoff heranwagten, verstehe ich ja bis heute nicht! Nicht, dass mir dieser TOS-Film schlechter als die anderen gefallen würde (das ist eh nicht möglich). Ich frage mich halt nur, von welcher himmlischen Wolke das Testpublikum gefallen ist, das diesen actionbereinigten Film freigegeben hat…

Wir sehen also: Es ist kein Wunder, dass bis ST 6 jeder einzelne Film stinklangweilig ist. Sogar die, die einen Bösewicht hatten! Jedes Mal, wenn ich Freitag abends „Der Zorn des Khan“ sah, hatten mich am nächsten Morgen Yogi Bär und Scooby Doo geweckt. – Ich habe wohl diese unglaublich charismatische Darstellung (Gähn.) dieses postmodernen Harley-Indianers nervlich nicht ertragen… Nicht zu vergessen dieser ausschweifende Endkampf (Ruckel. Zuckel. Peng.), der schon lange vor MATRIX mit Slowmotion-Effekten aufwartete. – Ich weiß, bei Khan ist Kritik ein Sakrileg, aber wir sind ja hier unter uns: Diese biedere 70er und 80er-Jahre Atmosphäre in den Filmen war mir schon immer ein kompletter Michael Dorn im Auge!

Born to be mild: Trotz bester Voraussetzungen gehört Khan nicht zu meinen Lieblingen. Trotz Brustnippelfaktor auf T`Pol-Niveau.

ST, das sind für mich 3 Stationen: TOS mit seinen kultigen Kulissen, die sich mit „Raumschiff Orion“ einen Kampf der Haushaltsartikel leisteten. Dazu bescheuerte Geschichten, die so ernst gespielt wurden, dass nur die Interviews aus „Schulmädchenreport I“ der unfreiwilligen Komik noch das Krönchen aufsetzen konnten!

Dann gibt es noch die „Wir ham’ kein Geld, aber gute Absichten“-Storys aus TNG und der Anfangszeit von DS9. Und dann als drittes den hochgerüsteten Stumpfsinn aus Voyager und Enterprise. Die TOS-Filme lagen immer irgendwie dazwischen, wirkten produktionstechnisch so frisch und spannend wie „Unsere kleine Farm“ und erschienen optisch gegen „Star Wars“ wie ein Notizzettel, den man zwei Jahre lang auf seinem Amaturenbrett herumgefahren hat:

Gelbsticheinerlei eben.

Da sehen „Die 10 Gebote“ aus den 50ern ja noch moderner aus! Gesetzte Maßstäbe: Null. Da kann auch DVD nichts reparieren: Lahmes Tempo und inhaltliche Gelbstiche ziehen sich nämlich auch durch die tiefsten Tiefen der Dialoge…

Aber zurück zu den Bösen:

Soran in ST 7 entsprach da schon eher den klassischen Maßstäben: Gut: Er war nicht so kultig wie der unvergessliche Gerd Fröbe in „Goldfinger“… Doch er hatte ein Herz aus Stein und den Wasserstoff am rechten Fleck: Nämlich im Haupthaar. Dazu erschien er trotz seines Alters drahtig, beweglich und mit reichlich jugendlichem Überschwang. Was dieser Junggebliebe im Nexus zu tun gedachte, kann ich mir angesichts dieser Persönlichkeitsmerkmale sehr gut vorstellen. Das alte Ferkel.

Die Königin der Gegenspieler ist aber wohl die Borgqueen… Schillernd (alleine schon dermatologisch), andersartig und mit einer perversen Form von Sexappeal! Eine Frau, wie für Männer gemacht: Erst der maskuline Spaß des Reparierens und Zusammenbauens um dann… die ganze Nacht zu kuscheln und lange Gespräche zu führen! – Außerdem gehören ihre Dialoge mit Data zu meinen Top-10-Ereignissen im ST-Universum! Schade, dass Voyager die Borgqueen(s) wenig später zur öden Plauderpaula ausbaute und ihr bevorzugt in missratende Zweiteilern die Nanosonden schwindelig ritt…

Ein echter Reinfall war Ruafo in ST 9! Eine Gesichtsmaske mit ähnlicher Subtilität hatte ich als Kind übrigens auch mal. – Eine Einkaufstüte mit zwei reingeschnittenen Löchern für die Augen. Und spätestens ab diesem Zeitpunkt hatten Bösewichte in ST auch immer wie solche auszusehen: Mit Gesichtsbaracken und unheilbarer Akne, die ihren medizinischen Ursprung direkt in der verkommenden Seele hat, wurde unsere angeborenen Ablehnungsmechanismen stimuliert. Kein Wunder, dass ich die Malonen aus Voyager und Pickelgrundstück Manfred aus „The Xindi“ nicht leiden kann…

„Hässlichkeit ist keine Zier, doch weiter kommt man nur mit ihr!“ – Wir mögen heute noch über Ruafos entgleiste Gesichtszüge lachen. Doch irgendwann sind wir auch mal verheiratet!

Gut, dass wir noch Garak und Gul Dukat aus DS9 haben! Da richtete sich schlechtes Benehmen nach dem (fahlen) Mondlicht und konnte eben so schnell wieder verworfen werden…

„Darf ich sie über die Straße geleiten, Mütterchen? Von hier aus können sie die Massenerschießungen doch gar nicht richtig sehen!“


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Artikel

von Klapowski am 06.10.03 in Star Trek

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Kommentare (15)

  1. Ratenn sagt:

    ersta
    aba hießen die nicht Soran und Sybok =)

  2. Gast sagt:

    Man kann nur zustimmen! Schukow

  3. Problem.Fall sagt:

    Hmm, es geht doch nichts über die Klingonen aus der TOS-Serie (nicht die Filme)… DAS waren böse Buben !!

    btw dritter…

  4. Sped sagt:

    Die Tribles die waren hart

  5. Gast sagt:

    Was die Filme nach ST 6 sind kurzweiliger als die der alten, göttlichen TOS-Crew *großes Wundern und Schütteln*

    Die unvergessenen Filme wie ST II, III, IV und VI waren stinklangweilig. Oh, welche Abgründe von Geschmäcker tun sich hier auf – und über die kann man allerdings nicht streiten.

    Khan war ein Bösewicht mit Stil und Charme und der Klingonenchef von ST III richtig grimmig und gefährlich, eben der Urvater aller kriegerischen Klingonen.

    Aber eigentlich muss eine gute Story ( siehe ST IV ) auch gut ohne Bösewicht auskommen.

    Selbst Garak oder Gul Dukat sind manchmal durchaus erträglich und gar nicht immer nur böse und gemein. Das ist es doch was Star Trek sein sollte ein wenig hintergründig, doppeldeutig und nicht nur schwarz und weiß. Weg mit so einen "möchtegern" Bösewicht wie bei Nemesis, der schon gar nicht mehr weiß, warum er eigentlich die Erde zerstören will.

    Alter TOS-Fan

  6. nakedtruth sagt:

    Ich find als Filme erträglich von ST : 2,3,5,6 & 9.

    Alle anderen sind einfach Kacke.

    Aber ihr sucht den Übergegner, den Capo de Tutticapi, den Obermacker, hinterfotzig, gerissen und gemein?

    Nehmt Berman.

  7. Klapowski sagt:

    Tja, was soll man machen?

    Ich hab's ja wirklich probiert! Verkrampft und stöhnend saß ich auf meinem Sofa, während meine Mutter bereits akuten Darmverschluss diagnostizierte…

    "TOS-Filmeeeee… gut… findääään. Ächz."

    Aber nach 1 – 2 mal schauen waren die alten Filme einfach für mich gegessen: Hau-Drauf-Kirk mochte zwar in einer Serie ganz amüsant sein, auf der großen Leinwand verpuffte Shatners Laienschauspiel aber heillos.

    Und selbst mit damaligen Produktionsmitteln hätte man vieles spannender filmen können.

    – Stattdessen erfand man die Scharping-Comedy und machte alles gaaanz laaaangsaaaam. Spätestens nach 75 Minuten lag ich dann auch schon in Morpheus' Armen…

    Haben sie Spock am Ende von ST 3 eigentlich wieder zum Leben erwecken können?

  8. Sparkiller sagt:

    Ich distanziere mich hiermit auf's Schärfste von meinen Redaktionskollegen… öh… Klapowski also.

    Szenen wie die Schlacht im Mutara-Nebel, gerade und insbesondere wegen dem kultigen Soundtrack, haben sich ihren Ehrenplatz in meiner "Best of Kino"-Ahnengallerie redlich verdient, während Schnarchnasen-Dialoge wie "Wieviel Faltencreme braucht man, bevor runzlige Haut wieder glatt wird?" meinen nicht vorhandenen Kindern als Einschlag… Einschlaf-Geschichte dienen.

    Aber Daniel meinte das Ganze sowieso ironisch… oder etwa niiiiiicht?

    *fürchterlich aufreg und klapowski-nacktfotos enttäuscht von den wänden reiss*

  9. Klapowski sagt:

    Das ist ja nicht schlimm, mein Freund! Ich habe es dir schließlich jahrelang verschwiegen: Ich bin krank! Und ich muss… st-st-STERBEN!

    Zumindest meine cineastische Begeisterungsfähigkeit!

    Ich bin unfähig, Filme gut zu finden, die vor mehr als 15 Jahren gedreht worden sind! Und da in den letzten Jahren nur "Matrix" und "Fight Club" hervorragend waren, sitze ich spätestens 2015 auf dem Trockenen!

    Mir gehen sie eben tierisch auf den Wecker: Diese beknackten 80er-Jahre-Frisuren, diese unterirdischen Effekte ("Star Wars" und "Odyssee im Weltraum" ausgenommen), dieses gebleichte und urinfarbene Celluloid, auswendig wiederzugebene Plots, Storys, die auf das Publikum von "Der große Preis", mit Schlaghosen und ebenfalls beknackten Frisuren zugeschnitten wurden…

    Dazu schlechte Action in Actionfilmen, billig aussehende Kulissen in ST-Filmen, handlungsarme Kaugummipassagen, ect, ect, ect…

    Ohne Bud Spencer könnten wir die filmische Zeit vor 1988 eigentlich einbetonieren!

  10. Azur sagt:

    Sag´mal, Klapowski, hast Du im Moment das "Es-ist-alles-Scheiße"-Virus?
    Wie kannst Du es wagen, Ricardo Montalban so eine reinzuwürgen? Dieser "Harley-Indianer" hat es immerhin geschafft, den toupetragenden Macho-Man Shatner 120 Minuten lang die Show zu stehlen und dafür zu sorgen, dass Käpt´n Kirk recht alt aussieht und sich dem Spott seiner Kollegen unterziehen musste. Khan war ein besserer Gegner als Soran mit seiner "Ich-greife-jeden-Morgen-in-die-Steckdose"-Frisur (im übrigen hat Montalban es im Gegensatz zu Malcom nicht nötig gehabt, in einem Porno, der sich da "Calicula" nennt, mitzuspielen und damit sein Imgage ein für alle Mal runterzuhauen)
    oder die Borgqueen, die bereits zum 280. Mal aufgekreuzt ist, als ob TNG, DSN und Voyager nicht schon genug mit diesen Blechzombies angefüllt gewesen wären.
    Natürlich war der Kampf am Ende von ST II zu kurz, aber war denn der in Nemesis besser, in dem ein Data locker durch das All segelt und sich selbst opfert, wodurch das Mega-Motten-Schiff zerstört wird?

    Außerdem, ST II und bieder? Weißt Du, welchen Beruf diese Harley-Indianer um Khan herum im normalen Leben hatten, mit Ausnahme von J. Scott? Nein? Das waren alles engagierte Damen und Herren in den nächtlichen Swingerclubs….jaaa, genau das meine ich. Also, ST II war in dieser Hinsicht alles andere als verklemmt, würde ich mal so behaupten…ansonsten gebe ich ST III, IV und VI den Vorzug, was ich von den TNG-Abenteuern halten soll, weiß ich ehrlich gesagt nicht, weil deren Filme alle zusammen gelinde gesagt Gähn-Filme oder Filme mit öden Weltraumschlachten waren, die man wohl kaum in die Kategorie "Kult" einordnen kann. Na ja, was soll´s? Vielleicht kommt ja ein neuer ST-Film mit einem neuen Gegner. Und dieser Gegner ist vielleicht mal zur Abwechselung ein Alien, was wir noch nicht hatten.

  11. Federelis sagt:

    Ein Alien, das wir noch nicht hatten? Viel zu riskant, siehe Unternehmung Remaner in 'Nemesis'. Darstellungsersetzende Masken und politisch interessanter Hintergrund in Verbindung mit den Romulanern. Alles schön und gut, aber kann man auf die auch sofort schießen. Oder muß man erst mit denen reden? Das wäre ja echt zeitraubend.

    'Aliens kommen. Tu sie weg!' ist das Motto aller neueren Trek-Filme. Es sei denn sie sehen relativ dufte und merkwürdig baugleich nach Mensch aus, so wie in ST9. Dafür darf man dann die fiesen Faltenfressen in putzigen Endkämpfen in Rauch aufgehen lassen. Auch bei ST8 waren Borgs grundsätzlich Kanonenfutter, und das, obwohl sie diejenigen waren, die den standesrechtlichen ersten Kontakt gemacht haben. Da aber Vulkanier ungleich niedlicher sind, und später für den Arch(er) sind, darf noch mal schnell das Ruder rumgedreht werden, und der erste Kontakt mit der besseren Rasse(ähem…) inszeniert werden.

    Überhaupt, haben Bösewichte ein ziemlich schlechtes Standing gegenüber den Enterprise-Captains, egal wie einleuchtend deren Ziele sind. Da werden ganze Lebensträume kaputtgemacht: Khan darf Kirk nicht in der Erde vergraben, Kruge wird bei der Ausübung seiner patriotischen Pflicht Industriespionage zu begehen gehindert, Chang kriegt einen Bird-of-Prey auf Testflug, dessen Katalysator spinnt, und die Klingonenschwestern lassen solche Späße, gehen aber wegen Beihilfe zum Sonnenmord mit just demselben FX-Shot drauf. Soran hat's aber am schlimmsten erwischt. Der arme Mann jagt ein Jahrhundert lang nach dem Nexus, und wird dann von gleich zwei Captains auf einmal geknüppelt und in die Luft gejagt, kurz bevor er endlich mal reinkäme. Auch G'Raffel, äh Ruafo darf den süßen Gedanken aufgeben, endlich mit seiner verkommenen Sippe aufzuräumen. Ein einziger kleiner Massenmord unter Verwandten, und er wär schon zufrieden gewesen, aber nein, geht natürlich nicht. Die "Aiens" auf diesem Planeten sehen verdächtig nach Mensch aus, klingen auch so. Sorry, das geht nun wirklich nicht!
    Hätten sie wie Borg ausgesehen, hätte man über lustige Fleischzerfress-Effekte reden können, aber so…

    In dieser Hinsicht hat 'Nemesis' doch tatsächlich den Schneid gehabt einen Menschen als Bösewicht aufzustellen, der dann über die Länge des Films schön demontiert werden kann, um am Ende… na was wohl? Um am Ende seinen Lebenstraum zu zerstören, natürlich. Aber zwischendurch gab's ja genug Hackfressen zum Erschießen. Die auf dem MadMax-Planeten leben und lustige Seifenkistenrennen veranstalten,
    als auch die Remaner.
    V'ger und die Sonde dürfen sich setzen, ihr habt ja schließlich noch Glück gehabt.
    Kommt natürlich recht un-action-reich, wenn Picard die Gegner jedesmal in Grund und Boden geredet hätte, aber bei 'Nemesis' hat er's wenigstens noch versucht. Logisch, geht ja auch um seinen separierten Hintern, der flambiert werden soll.
    Deswegen guckt er auch so betreten gegen Schluß.

    Was ist ein guter Bösewicht bei Star Trek? Der jeweilige Captain natürlich. Je größer der Lebenstraum des Gegenspielers, desto sicherer kann man sich sein daß er von der Enterprise Phaser-Haue bezieht…

  12. Klapowski sagt:

    Hey!

    Ein Gastartikel! Und das in den Kommentaren!

    Sachen gibt's… – die liest keiner mehr. Weil sie fast schon zu weit unten stehen!

    Wollte auch nur mitteilen, dass all' die Arbeit nicht umsonst war und du mit allem Recht hast.

  13. Federelis sagt:

    Stimmt, hätte früher posten sollen. Aber Danke für die Blumen…

  14. Gast sagt:

    Zitat von Azur :
    " (im übrigen hat Montalban es im Gegensatz zu Malcom nicht nötig gehabt, in einem Porno, der sich da "Calicula" nennt, mitzuspielen und damit sein Imgage ein für alle Mal runterzuhauen) "

    Erotik – Drama , wenn schon …
    Montalban hat halt dafür in jeder 80er Jahre Popel Serie den Bösewicht übernommen …

  15. werauchimmer sagt:

    Ich finde allerdings auch, dass die Borgqueen die beste Böse war – allein schon wegen der Story mit Data. Mann, die Dialoge waren echt super, von philopisch über erotisch bis hin zu berührend (in Bezug auf Data). Sexy finde ich sie zwar wirklich nicht, aber dafür Data im Zusammenspiel mit ihr um so mehr.
    Und was ist mit Lore? Meiner Meinung nach ist der auch interessant – hinterhältig, aber man versteht auch, warum er sich so verhält, ich meine, keiner würde gerne ,,Versuchsmüll“ (jetzt mal hart ausgedrückt) sein. Dadurch, dass er genauso wie Data aussieht kann er die Crew wunderbar hinters Licht führen – und Sexapell hat er irgendwie auch noch, besonders in diesem schwarzen Anzug in ,,Descent“ *sabber*. Schade, dass er so früh demontiert wurde, er hätte ’nen super Filmbösewicht abgegeben.

    Aber die Bösen aus den TOS-Filmen und die Filme an sich fand ich jetzt auch nicht so schlecht. V’ger und die Wahlsonde sind zwar keine klassichen Bösewichte, aber grade deswegen so interessant. Kruge und Sybock waren echt schlecht. Und Kahn fand ich jetzt auch nicht so überragend, aber auch nicht ganz mies. Aber Chang und die anderen Verschwörer fand ich auch richtig interessant, auf meiner Skala Platz 2. Die Zitate waren irgendwie cool, und auch toll, wie Spock & Co erst kurz bevor es zu spät ist von der Verschwörung erfahren.
    Soran hatte interessante Motive, aber die krumme Handlung in ST7 konnte er auch nicht gradebiegen. Ru’fano und Shizon, naja… gute Ideen, aber schlecht umgesetzt.

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