Film- und Serienkritiken

Ernsthafte Kritiken zu Film und Serie.

Trek-News: Mehr Serien, mehr Showrunner, mehr von MEHR!

Stopp! Bevor ihr „Star Trek – Picard“ guckt, solltet ihr euch erst informieren, welche Trek-News es in den letzten Tagen so gab. Seid ihr hierfür schon b(e)reit genug? Na, dann klickt hier!

Alle Shows macht der Runner

Tja, das neue „Star Trek“ ist so toll, da will einfach jeder mal kurz Showrunner sein!

Umso netter ist es, dass Michael Chabon nach nur einer Staffel „Star Trek – Picard“ (zu Beginn der Dreharbeiten war‘s noch Alex Kurtzman) bereits den nächsten Showrunner über den beliebten Kadav… Kadetten namens Star Trek rutschen lässt.

Nun darf sich also Terry Matelas darüber freuen, in der bereits angekündigten zweiten Staffel der weltberühmten und beliebten Erfolgsserie (ja, wir meinen „Picard“!) seine Hörner abstoßen zu können.

Bekannt und beliebt ist der junge TNG-Fan aus tollen Erfolgsformaten wie „MacGyver“ (die unbeliebte Edition aus 2019), dem Dinosaurier-Drama „Terra Nova“ (Ein Jahr lang pures Baldrian-Dynamit) oder auch der dritten Staffel von ENTERPRISE, über die man immerhin positiv sagen kann, dass es danach noch für eine vierte gereicht hat.

Wir sagen: Herzlich Willkommen im Team, lieber Terry! Und wir geben schon mal unsere Wünsche für das Abschieds-Frühstück in wenigen Monaten bekannt: Lachs wäre toll, dazu Brötchen und Milchkaffee. Aber keine Umstände bitte; der nächste Showrunner gibt bestimmt auch wieder ein Einstands-Frühstück aus…


Make Trek, Not Love

Eben stolperte ich auf dem YouTube-Kanal „Trek Central“ über diverse Aussagen von Alex Kurtzman, die er gerade erst getätigt hat.

So sollen sich neben dem (natürlich nur ausnahmsweise) düsteren Agentendrama „Section 31“ und den beiden Zeichentrickserien laut Kurtzman NOCH MAL zwei weitere Live-Action-Serien in Entwicklung befinden, die noch NICHT angekündigt wurden. Man wartet vermutlich noch, bis der Spülkasten wieder voll ist, bevor man beides gleichzeitig durch die Rohre jagt?

Nahe liegen könnte jedenfalls eine Pike- oder auch eine Starfleet-Academy-Serie. Alex Kurtzman soll auf der Promo-Tour zu „Picard“ außerdem gesagt haben:

„You have to listen carefully and understand that sometimes when people are complaining about things, they‘re actually complaining about something else. There‘s a different problem below the surface und you have to get to the root of that problem.“

Bereits jetzt wird diese jüngste Aussage in Fankreisen hitzig diskutiert. Spricht der Mann von Drehbüchern oder Bettwanzen? Von seinen Angestellten oder den Fans? Von seiner Ernährungsumstellung oder seinem Kfz-Mechaniker? Es bleibt also spannend!


„Filmen Sie‘s so!“

Nun soll er also doch kommen! Nein, nicht unser Gehirnschlag aufgrund der nunmehr 7(!) angekündigten bzw. laufenden Trek-Shows, sondern der 4. Film. Nach einigem Hin und Her scheint nun Noah Hawley den Posten zu bekommen – und ihn sogar zu behalten? Komisch, dabei ist der doch gar keine Frau?

Von seinen Serien habe ich bisher zu wenig gesehen, doch ein paar seiner Zitate klingen fast zu gut, um halbgar zu sein:

– Star Trek handele für ihn „vom Besten“, was die Menschheit bieten könne, außerdem von „Vielfalt und kreativer Problemlösung“.

– Außerdem möge er ikonische Momente wie die von „Der Zorn des Khan“ oder solche Kleinigkeiten wie Kirks Lesebrille. Er finde Action nicht „zwingend interessant“, da sie vernünftig in die Story eingebunden gehört.

– Er kenne Alex Kurtzman. Es gäbe aber bisher keine Vorgaben, die Kinoversion mit den Serien zu verknüpfen. Darüber hinaus sei sein Drehbuch auch noch nicht fertig…

– Er möchte mit seiner „eigenen Geschichte“ respektvoll mit dem Ursprungsmaterial umgehen, so wie schon in seinen Serien „Fargo“ oder „Legion“.

Mit Chris Pine und seinen Kult-Kollegen aus der viel zu tollen Reboot-Reihe sollte man meiner Meinung nach aber nicht mehr rechnen… Denn die sind alle zu teuer (geworden) und wissen nach eigener Aussage auch nichts über das Projekt. Vielleicht ja dann beim nächsten wieder? Und was macht eigentlich Quentin Tarantino gerade?


All das klingt gut, wenn nicht sogar noch güter. Für arbeitslose Drehbuchautoren steht zumindest ein interessantes, unterhaltsames und arbeitsreiches Jahr bevor. Und solange deren Einkommen wieder in den Wirtschaftskreislauf einfließt, ist ja auch eigentlich alles in Butter, oder?


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Artikel

von Klapowski am 15.01.20 in Neuigkeiten, Star Trek, Star Trek: Picard

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Kommentare (46)

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  1. Donald D. sagt:

    Zumindest was „Picard“ angeht, müssen wir uns keine Sorgen machen, daß die Serie zehn Jahre läuft. Bei dem anderen Kram guck‘ ich rein und bin wohl schnell wieder raus. Und Zeichentrick-serien kommen generell nicht in Frage.

  2. Nestroy sagt:

    Wirklich fraglich wieso sowohl in Star Wars wie auch jetzt in Star Trek in letzter Zeit nur noch auf Quantität anstatt auf Qualität gesetzt wird. Es sind soweit ich das richtig gelesen habe drei ST-Serien in Entwicklung neben zwei aktuell laufenden (hierzu zähle ich schon Picard neben DSC) + Short Treks und jetzt sollen NOCHMAL vielleicht zwei zusätzliche Serien hinzukommen?

    Das wird echt schon zu viel, besonders wenn es dann so eine „Perle“ wie eine Serie über Pike sein soll. Da kann man sich gleich den Han Solo Kinostreifen geben (weil ähnlich interessant und relevant) und spart am Ende sogar noch etwas Lebenszeit.

  3. Nerd sagt:

    Falls Kurtzman das wirklich so gesagt hat, will er wohl andeuten, dass Kritiker in Wahrheit depressive Enddreißiger sind (mindestens), die noch bei Mama leben, jungfräulich daherkommen, auch nach einer Radikaldiät noch fett wären und für 9,70 Euro die Stunde Schulklos putzen. Mangelnde Qualität kann gar nicht der Grund für Kritik sein. Nicht für unsere Lichtgestalt.

    Kurtzman, oh Kurtzman. Was haben wir eigentlich verbrochen, dass wir dich nicht mehr loswerden. Letztens hat er sich erst wieder eine Erklärung aus den Fingern gezogen, warum Worf in Picard kein STD-Make-up tragen müsste. Anscheinend gehört er einer Minderheit an, die sich in TNG frecherweise in den Mittelpunkt gedrängt hat, obwohl seinesgleichen auf Quo’nos gerade mal ein Fleckchen so groß wie Liechtenstein bewohnt.

    https://www.pcgameshardware.de/Star-Trek-Picard-Serie-274642/News/Worf-in-Staffel-2-mit-bekanntem-Aussehen-1340965/

  4. Grinch1969 sagt:

    Freude Freude Freude

  5. G.G.Hoffmann sagt:

    Sind die Captain-Worf- und die Captain-Sulu-Serie eigentlich noch heiße Kandidaten in der Entwicklung? Und auf die Starfleet-Academy-Reihe freue ich mich schon seit über 20 Jahren nicht, nachdem dieses Spiel mich seinerzeit auf einem viel zu langsamen 486er in den Wahnsinn getrieben hat (hier in der wunderschön verzerrten 16:9-Version):

    https://www.youtube.com/watch?v=rFjKV9IcGV8

  6. Grimm sagt:

    Jetzt muss ich den guten Terry Mantelas aber etwas in Schutz nehmen. Er hat mit der Serie „12 Monkeys“ tatsächlich ein kleines Meisterwerk geschaffen. Kann euch die Serie wärmstens empfehlen, wenn ihr zwischendurch mal wieder anständige Scifi gucken wollt;)

    Ob er hier noch was retten kann, ist dann natürlich eine andere Sache…

  7. Serienfan sagt:

    „When people are complaining about things, they’re actually complaining about something else.“

    Eine wunderbare Arroganz, denn die Zuschauer, insbesondere die Fans, sind natürlich in der Regel viel zu blöd, um zu formulieren, was ihnen missfällt.

    Dennoch würde ich diese Aussage nicht gleich als dümmlich-arrogantes Marketing-Analyse-Geschwurbel verwerfen. Wenn die Fans zum Beispiel sagen „Discovery ist scheiße“, könnten sie damit in Wahrheit sagen wollen „Kurtzman ist scheiße“.

    Nach dieser Erkenntnis bleibt dann nur noch eins: „You have to get to the root of that problem.“

    Tja: Wo Kurtzman recht hat, hat er recht.

  8. bergh60 sagt:

    Amen Brother !!!!!!!!11111111111111111und elf

  9. G.G.Hoffmann sagt:

    Die ersten Reaktionen auf die Picard-Premieren scheinen zu bestätigen: ja, es spielen TNG-Charaktere mit, nein, es ist kein TNG, sondern etwas ganz anderes.

    Gerade fiel mir anlässlich des 25-jährigen VOY-Jubiläums auf: das erste Mal, dass ich von VOY las, war in einer deutschen TV-Zeitschrift, mehr als ein Jahr nach der US-Premiere. Das war schön.

    • WKT sagt:

      Damals musste man auch noch wochenlang zwischen den Staffeln warten, es gab keine Spoiler und keine Über-Analysen. Das waren noch Zeiten, als man einfach unbeschwert Unterhaltung genießen konnte, ohne, dass jeder seine unbedeutende, anonyme Meinung abgeben konnte (so wie ich das grade tue)…

    • G.G.Hoffmann sagt:

      Andererseits ist man ja selbst daran schuld. Bei Serien und Filmen, die mich nur mittelmäßig interessieren oder die ich erst nach Jahren entdecke, gelingt es ja auch, sich nicht selbst zu spoilern und von Diskussionen fernzuhalten. Manchmal bin ich von Produktionen richtig begeistert, weil ich nirgendwo gelesen habe, wie schlecht sie angeblich sein sollen.

      Habe mir vorgenommen, wieder eine unbefangenere Haltung gegenüber Serien und Filme einzunehmen. Mit Kritiken und Diskussionen hätte ich Star Trek V wahrscheinlich nie für einen guten Film gehalten.

    • WKT sagt:

      Absolut. Ich habe auch erst in den letzten Jahren gehört, wie schlecht VOY doch sein soll. Mir fällt auch auf wie vieles retrospektiv schlecht wegkommt (z.B. erinnere ich mich nicht daran, dass die Star Wars-Prequels damals so schlecht wegkamen und unbeliebt waren wie es heute der Fall ist). Aber es stimmt schon, dass man auch selbst dem Ganzen kaum entkommen kann. Besonders schlimm finde ich allerdings, wie unsauber oft von der Kritik gearbeitet wird (Hallo SJ.) und dass man als Leser eigentlich gar nicht mehr weiß, wer neutral arbeitet und wer letztlich bezahlten Content auf seiner Seite hat (nochmal Hallo, SJ).

  10. WKT sagt:

    Übrigens: Der Spiegel widmet dieses Wochenende „Picard“ eine ganze Seite. Neben einer recht vernichtenden Kritik wird dabei auch darauf eingegangen, dass CBS mit aller Macht versucht seinen Streamingkanal mit Material zu füllen, um im Kampf gegen Netflix, Amazon, Apple, Disney usw. usw. bestehen zu können. Qualität und Zuschauerzahlen spielen dabei keine Rolle. Fand ich sehr aufschlussreich.

  11. JP1957 sagt:

    Die „vernichtende Kritik“ im Spiegel kritisiert die Serie aber wohl („wohl“, weil ich sie im Gegensatz zum Spiegel noch nicht gesehen hab) aus dem falschen Grund. Die letzten beiden Sätze des Artikels: „Vielleicht brauchte die Welt von heute tatsächlich einen Idealisten wie Picard und einen netten Androiden wie Data. Das Fernsehen braucht sie nicht.“

    Die meisten Leser dieser Seite erhoffen sich ja gerade, dass Picard auch in der neuen Serie aufgeklärter Idealist bleibt.

    • WKT sagt:

      Stimmt natürlich vollkommen. Ich würde auch das Gegenteil unterschreiben und bezog mich auf den Teil, bei dem es um AA geht. Leider kann ich aber die Möglichkeit nicht ausschließen, dass dieser letzte Satz zutrifft und die Leser dieser Seite eine Minderheit bilden, die keine Serie tragen würden…

  12. JP1957 sagt:

    @wtk: Deinen letzten Satz halte ich – sorry – für Unsinn. Es gab hier neulich schon einmal eine Diskussion über diesen Punkt, an dem allerdings die Meinungen auseinander gingen.

    Ja, es gibt die erfolgreichen Serien mit den „gebrochenen“ Helden, die ihre dunklen Seiten mit sich herumschleppen. Und wahrscheinlich stellen sie aktuell auch die Mehrzahl der Serien.

    Aber mir erzählt niemand, dass es nicht auch ein Publikum gibt für „Idealismus“ – und warum soll es nicht ein nachdenklicher, „tiefer“ Idealismus sein.
    Aktuell fällt mir „Madam Secretary“ ein … ein bisschen älter „Good Girls Revolt“.

    Der Standard hat übrigens auch über Picard geschrieben – es hat in Berlin eine Pressevorführung gegeben mit Anwesenheit von Patrick Stewart.

    https://www.derstandard.at/story/2000113439439/ein-anderer-picard-in-star-trek-patrick-stewarts-fulminante-rueckkehr?utm_source=pocket-newtab

    Zitat Stewart: „Dieser Jean-Luc Picard ist ein anderer als der, den wir bisher kannten. Er ist in Schwierigkeiten. Er ist unglücklich, aber auch zornig. Er hat ein Schuldgefühl, und er gibt endlich zu, dass er Fehler begangen. Er gibt sich Blößen, als man ihn auf sein Verhalten in der Vergangenheit anspricht.“

    • Serienfan sagt:

      „Er hat ein Schuldgefühl, und er gibt endlich zu, dass er Fehler begangen. Er gibt sich Blößen, als man ihn auf sein Verhalten in der Vergangenheit anspricht.“

      Das klingt sehr nach „alter weißer Mann muss endlich einsehen, dass er für alle Übel der Welt verantwortlich ist“-Mantra. Es lebe das Feindbild jener, die „woke“ sind, denn mit Feindbildern werden wir ganz sicher all die Probleme dieses Planeten lösen.

      Während der 1980er und 1990er Jahre, als der Kapitalismus so wunderbar zu funktionieren schien, präsentierte Star Trek eine Gesellschaftsform, die ihre Motivation nicht aus Gewinn- und Machtstreben zog, sondern aus wissenschaftlichem Forscherdrang und ethischen Überzeugungen. Wenn heute eine solche Serie weniger in die Zeit passt als damals, dann sind die Zeiten wirklich beschissen.

  13. WKT sagt:

    Naja, ich habe in letzter Zeit sehr viel TNG gesehen uns mich dabei gefragt, ob eine solche Serie heute noch so laufen könnte. Ich gebe zu, ich sehe jetzt nicht sehr viele moderne Serien, aber eine Sendung die eine positive Zukunftsvision mit dem intellektuellen Anspruch von TNG paart und dabei in allegorischen Erzählformen so gut funktioniert fällt mir momentan nicht ein. Nicht mal im Ansatz. Da frage ich mich schon, ob es noch ein (ausreichendes) Publikum für so etwas gibt, auch und speziell für diese Art der Charakterzeichnung, die Protagonisten als mehr oder weniger bedingungslos positiv darstellt, einfach, weil sich die Menschheit weiterentwickelt hat.

    • G.G.Hoffmann sagt:

      Ein Publikum dafür gäbe es sicher. Autoren und Produzenten derzeit leider nicht. Wobei die positive Grundstimmung von TOS und TNG auch von der freundlichen Ausstattung und Beleuchtung des Schiffs lebt. Schon VOY konnte selbst in seinen besseren Folgen nie diese positive Zukunftsvision rüberbringen, da man sich, so damals die Kreativen, bewusst für einen „U-Boot-Look“ entschieden hatte. Es begann schon Mitte/Ende der 90er, dass alles vom Grundton düsterer werden musste.

      Ich schaue aktuell noch einmal die zweite DSC-Staffel und auch hier ist alles im Raumschiff grundlos dunkel. Für jeden Mist hat man Energie, aber für das, was am wenigsten Energie benötigt, nämlich eine angenehme Tageslichtbeleuchtung, nicht. Da schalten sich die Neonröhren sogar eigens ein und aus, wenn jemand durch die Flure geht. Absurd.

    • JP1957 sagt:

      Da lob ich mir die Orville … alles schön hell^^!

  14. JP1957 sagt:

    Und noch ein Spiegel Artikel, diesmal von Stefan Kuzmany, zu „Picard“ mit einem Rückblick auf TNG.

    https://www.spiegel.de/politik/deutschland/star-trek-picard-captain-bitte-auf-die-bruecke-a-9ea64720-cfaf-486b-bd81-dd1a5ef98749

    • S.t.a.n sagt:

      Die Utopie ist tot, bzw. von den heutigen Star Trek Machern nicht mehr gewollt.
      Wobei gerade jetzt eine ideallisiert dargestellte Gesellschaft im TV was besonderes wäre.
      Vor allendingen als Konsens zu dem geopolitischen Handeln von vielen machtbesessenen klimawandelleugnerischen Landes-und Unternehmensführern.

  15. Nestroy sagt:

    Weil ich gerade nochmal TNG 1×19 „Prüfungen“ gesehen habe, diese und die TNG-Folge 1×25 „Die Verschwörung“ beweisen, dass eine korrumpierte, nicht vollends strahlende Föderation in Ansätzen selbst schon der allerfrühesten Anfänge der „nächsten Generation“ nicht unbekannt war, was später in DS9 weitergesponnen wurde und jetzt von Kurtzman auf die Spitze getrieben wird, bis das Thermometer platzt.

    • Sparkiller sagt:

      „diese und die TNG-Folge 1×25 „Die Verschwörung“ beweisen“

      Gut, mit einem außerirdischen Hirnparasiten im Kopp würde wohl auch die Merkel nackt auf dem Tisch tanzen. Was ja UNSER Abwehrmechanismus gegen solche Fälle ist. Brrr!

      Nur wurde die Disco-Föderation so schlecht dargestellt (keine strahlenden Gebäude, Alien-Umarmungen, bombastische Optimismus-Musik, etc.), dass man beim Vorher/Nachher erst einmal genau hinsehen muss.

      Wäre ja dasselbe, als wenn der Castor-Transporter hier in Gelsenkirchen entgleisen würde.

    • Serienfan sagt:

      Die Idee mit der „Verschwörung“ innerhalb der Föderation geisterte für längere Zeit herum und wurde hier noch von Roddenberry verhindert.

      Später hat man dann den Maquis eingeführt, eine Gruppe, die glaubte, beim Friedensvertrag mit den Cardassianern hätte die Föderation zu viele Zugeständnisse gemacht, weshalb man sich generell für einen agressiveren Kurs einsetzte und den Vertrag nicht anerkannte. Anstatt daraus aber eine ernstzunehmende Gegenposition zu entwickeln (wie viel Agression braucht ein Paradies, um sich zu schützen?), wurde der Maquis so sehr kriminalisiet, dass seine Standpunkte nicht mehr diskussionswürdig waren.

      „Discovery“ beging den gleichen Fehler. Was vollmundig als Spiel mit Grautönen angekündigt wurde, war in Wahrheit pures Schwarz-weiß.

    • WKT sagt:

      Für mich besteht der Unterschied aber vor allem darin, dass bei Disco und (vermutlich) jetzt bei Picard die Föderation als inherent negativ dargestellt wird. Die Leute an der Spitze treffen bestimmte Entscheidungen, weil sie korrupt und moralisch verkommen sind.
      Beim klassischen Star Trek war das nie der Fall. Entweder gab es Einflüsse von außen, oder es ging um einen größeren Zusammenhang. Selbst Admiral Ross in „Inter Arma Silent Leges“ und der Sektion 31 in DS9 ging es ja letztlich darum, Schaden von der Föderation abzuwenden. Niemals aber wurde das System an sich, bzw. die Föderation an sich als korrupt oder moralisch verkommen dargestellt.
      In DS9 haben die düsteren Elemente eben nur funktioniert, weil immer klar war, dass sie eben nicht stellvertretend für die Föderation stehen. Bei Disco ist es genau umgekehrt. Wir hören wie großartig die Föderation doch sein soll, sehen aber immer das Gegenteil. Nach genau dieser Taktik verfahren Diktaturen und faschistische Regime. Die Produzenten sind nur zu dumm das zu merken.

    • Serienfan sagt:

      Klar: Die Verdrehung ins Gegenteil, die uns als „Grauton“ verkauft wurde.

      Man kann bei „Discovery“ ja sehr gut die Fehlentscheidungen und Unbeholfenheit der Autoren erkennen.

      Es war schon einmal eine dumme Idee, dass die zentrale Hauptfigur nicht der Captain ist. Was für jemanden, der darüber nicht nachdenkt, nach einer guten Idee klingt, ist leider keine. Denn Michael Burnham kann dann nur noch Befehle ausführen oder gegen Befehle verstoßen. Bei „Star Trek“ aber geht es darum, die beste Entscheidung zu finden, und das tut nun einmal meist der Captain bzw. der, der das Kommando hat.

      Lorca sollte ein kriegsgeschädigter Captain sein, später wurde er dann zum Irren aus dem Parallel-Universum umdefiniert. Ab diesem Punkt hatte man das Gefühl, die Autoren suchen nach Gründen, weshalb sich die Figuren so „un-roddenberryhaft“ verhalten.

      Auch nicht verstanden hat man, dass es bei Roddenberry um Humanismus geht, nicht um die Technik. Aufgrund dieses Irrtums hat man permanent die Figuren als technische Wunderkinder präsentiert, welche die „Power of Math“ preisen und „I love science“ rufen, offenbar um sich auf diese Weise bei den Nerd-Kulturen einzuschleimen.

      Ich hätte auch kein Problem mit einem Picard, der sich weiterentwickelt hat. Ich befürchte nur die Skywalker-Behandlung: Die Verdrehung ins Gegenteil. Beim TNG-Zweiteiler „Unification“ hat man es durchaus geschafft, einen nicht mehr ganz so auf Rationalität fixierten Spock zu präsentieren, und das hat auch keine Proteste verursacht.

      Ich weiß jetzt schon, dass man im Zusammenhang mit „Picard“ von den „vielen Grautönen“ reden wird. Und das ausgerechnet bei Autoren, die eben nur in schwarz-weiß denken können.

      Und noch etwas: Ich lese hier (und auch anderswo) immer was von „Zeitgeist geschuldet“ oder „Stil angepasst“. ECHTE Künstler passen sich aber nicht einem Stil an, sie prägen diesen Stil selbst. Sie gestalten den Zeitgeist. Das hat Roddenberry getan, als er Classic schuf und später dann die „Next Generation“.

    • JP1957 sagt:

      Bei letzterem Gedanken habe ich neulich schon einmal widersprochen. Selbstverständlich war Roddenberry auch „nur“ ein Kind seiner Zeit und hat A s p e k t e des Zeitgeistes der 60er Jahre aufgegriffen.
      Revolutionär war das nicht für die Gesellschaft (in der es utopische Ideen schon reichlich gab), sondern für das Fernsehen der damaligen Zeit, in dem sich die Veränderungen des Zeitgeistes noch nicht oder unzureichend widerspiegelten.

    • WKT sagt:

      Haarspalterei. Ich denke niemand würde bestreiten, dass Roddenberry ein Kind seiner Zeit war, aber er war eben auch ein Schaffender und hatte einen durchaus prägenden Einfluss auf das Kommende. Natürlich hat Roddenberry weder die Utopie noch den Humanismus erfunden. Es ist ihm jedoch gelungen ein Produkt zu formen, dass dann Einfluss genommen hat auf zukünftige Entwicklungen und das eine hohe gesellschaftliche Relevanz hat(te).

    • Serienfan sagt:

      Jeder ist ein „Kind seiner Zeit“.

      Doch „Star Trek“ betrat Neuland. Die Serie war experimenteller, skurriler. Mit surrealen Kamera-Winkeln wurde Atmosphäre erzeugt. Das war natürlich anders als die Western- und Krimi-Serien, die zeitgleich liefen. Ich glaube nicht, dass Roddenberry bei Star Trek irgendwas stilistisch imitieren wollte.

      Die „Next Generation“ prägte das 1990er-Jahre-Fernsehen entscheidend. Nicht mehr Action und Verfolgungsjagden waren damals angesagt, sondern ins Philosphische gehende Gesellschaftsdiskussionen, wie sie zum Beispiel auch eine Serie wie „L.A. Law“ praktizierte, die zur gleichen Zeit bewies, dass eine Anwaltsserie Themen wie Abtreibung, Rassismus, Schwulenrechte, die vielen Facetten sexueller Belästigung, das Tabu häuslicher Gewalt usw. aufgreifen kann und nicht immer nur Krimis wie „Perry Mason“ bringen muss. Der hemdsärmelige Held wurde abgelöst vom akademischen Helden.

      Die „Next Generation“ war auch die erste Nicht-Soap-Serie, die einen Staffel-Cliffhanger präsentierte. Ralph Sander wunderte sich damals in seinen Büchern darüber und empfand das „unpassend“, weil man sowas nur von Soaps wie „Dallas“ oder „Denver-Clan“ kannte. Jetzt ist so ein Staffel-Cliffhanger völlig üblich geworden.

      Es ist eben doch ein Unterschied, ob man „Twin Peaks“ macht, oder ob man versucht, „Twin Peaks“ nachzueifern.

      Eine neue Vision von „Star Trek“ könnte ich sogar akzeptieren. „Discovery“ aber liefert ein hilfloses (und wenig erfolgreiches) Nachmachen des Abrams-Regie-Stils und eine Verkehrung von Star Trek ins banale Gegenteil, was einer Rückentwicklung und nicht einer Weiterentwicklung gleichkommt.

      Es ist so, als würde man „L.A. Law“ wiederbeleben und dabei auf düstere Action und Krimihandlungen setzen.

    • Dartsarrow sagt:

      Zur Sache, dass Burnham nur Befehle ausführen oder verweigern kann – das trifft genau genommen auch auf jeden Captain zu. Kirk, Picard und Sisko hatten sich immer einer höheren Instanz zu fügen, sei es irgendein direkter Auftrag des Flottenkommandos oder eine Auseinandersetzung mit der Ersten Direktive. Mal war das mehr (Sisko), mal war das weniger (Picard) und mal gaben sie einen Scheiß drauf (Kirk). Einzig Janeway hatte die Möglichkeit, völlig selbstständig handeln zu können. Sie entschied sich aber dagegen und wurde zu ihrer eigenen Autorität (mit aller dazugehörigen Selbstgefälligkeit).

      Ich glaube, dass die Fehlentscheidung bei Disco nicht daran lag, ob die Hauptperson nun Captain oder irgendein Hansel ist, der sonst Plasmaleitungen putzt. Sondern, dass bei Weisungsüberschreitungen einfach nichts passiert. Kirk klaut ein Schiff und verliert den Admiralsrang (wenn auch im Rahmen eines salomonischen Urteils) – aber wenn Burnham entgegen aller juristischen, ethischen und logischen Grenzen einen intergalaktischen Krieg anzettelt, kommt sie auf das ultrageheimste Schiff der Sternenflotte um dort auf ewig zur Mitarbeiterin des Monats ausgerufen zu werden?

      Siskos permanentes Unterlaufen von Direktiven war schon anmaßend, aber zumindest konnte man sich das noch erklären, da seine nächsten Vorgesetzten realpolitisch ähnlich agierten und nicht idealistisch wie es Picard tun musste.

      Aber Burnham kann tun und lassen, was sie will. Sie kann jedem auf den Fuß treten, der über den Weg läuft, jedes moralische und ethische Grundregel über den Haufen werfen und muss einfach keine Konsequenzen ziehen.

      Michael Burnham kann tatsächlich jemanden auf der Fifth Avenue erschießen und damit ungeschoren davon kommen.

    • Serienfan sagt:

      Kirk hat ein etwas falsches Image, eigentlich war er in der Classic-Serie von allen der spießigste, vorschriftenhörigste Captain.

      Schon mit den „Next Generation“-Filmen kamen ja die folgenlosen Befehlsverweigerungen am laufenden Band. Die Autoren glaubten wohl, damit würden die Figuren besonders „cool“ wirken.

      Ganz so entscheidend erscheint es mir aber nicht, ob Befehlsverletzungen Konsequenzen haben. (Bei „The Orville“ erleben wir das auch andauernd.)

      Wichtig ist es, den „Helden“ in eine Situation zu bringen, in der er eine Entscheidung treffen muss, die ihm persönlich schwer fällt. Das ist natürlich seltener gegeben, wenn eine höhere Autorität anwesend ist.

      Daher gab es ja bei „Star Trek“ immer diese vielen Shuttle-Missionen, damit eben die anderen Figuren auch in eine solche Situation geraten können, ohne auf die Anweisung einer höheren Autorität zurückgreifen zu können.

      Sobald Michael Burnham aber auf der Brücke ist, entscheidet nicht mehr sie, sondern der Captain. Sie hat nur noch die Wahl, seine Entscheidungen mitzutragen oder nicht. Das heißt: Entweder führt sie nur Entscheidungen aus, die andere getroffen haben, was witzlos ist. Oder sie sperrt sich permanent gegen diese Entscheidungen, was vor allem dann unglaubwürdig wird, wenn es deswegen nie Konsequenzen gibt.

    • G.G.Hoffmann sagt:

      Wobei Janeway in einer Folge einmal gesagt hat, das seien bei Kirk & Kollegen noch ganz andere Zeiten gewesen. Heute würden diese Leute umgehend aus der Sternenflotte fliegen. 10 Jahre vor Kirk scheinen NOCH ganz andere Sitten geherrscht zu haben.

      Nach dem ganzen Prequelmist (ENT, DSC) und den teilweise durch die Abramsfilme gemachten Vorgaben (Zerstörung von Romulus, mit entsprechenden Auswirkungen auf Picard [I froi mi! – nicht]) sowie TNG, DS9 und VOY, haben wir ja einen ziemlichen Brei an Prämissen, die sich kaum noch, nein: gar nicht mehr, miteinander in Einklang bringen lassen.

      Wenn man die englische Memory Alpha liest, die immer relativ aktuell ist und versucht, alle gezeigten Ereignisse irgendwie zu verbinden, wird einem ganz übel. Die Biographie von Spock ist mit DSC nur noch ein einziger Witz und mir graut schon davor, wie man die TNG-Lebensläufe nachträglich verhunzen wird.

      Wobei: man muss das ja nicht alles anerkennen, nur weil irgendjemand „Star Trek“ draufschreibt. Die von den Kurtzman-Verteidigern immer wieder verbreitete Leerformel, Star Trek sei, wo Star Trek draufstehe, ist mir ziemlich gleichgültig. Ich sehe Nimoys Spock nichts anders, nur weil irgendein charismafreier Perückenclown ihm jetzt eine neue Vorgeschichte verpassen soll.

    • Serienfan sagt:

      Auch hier hätte ich Janeway widersprochen.

      Faszinierend finde ich allerdings, wieso Du immer darauf hinweist, dass Du Spock usw. nicht „anders“ siehst, nur weil irgendwelche Dummköpfe auf Roddenberrys Erbe ihren Dickdarm entleeren.

      Natürlich!

      Dennoch darf man sich doch darüber ärgern. Ich ärgere mich als Liebhaber der originalen „Sherlock Holmes“-Geschichten auch darüber, wenn irgendwelche Idioten in unerträglicher Reskeptlosigkeit puren Schwachsinn abliefern und die intelligten Charaktere von Arthur Conan Doyle in Vollidioten verwandeln.

      „Star Trek: Discovery“ trieft vor Respektlosigkeit gegenüber „Star Trek“ und den darin enthaltenen Figuren. Ich finde es verblüffend, wie viele es nicht nachvollziehen können, wenn sich Fans darüber ärgern. (Und dann wundert man sich noch, dass es nicht hilfreich ist, wenn diese Fans als „toxisch“ beschimpft werden.)

      Bei Memory Alpha würde ich mir auch wünschen, man könnte die Kurtzman-Elemente einfach ausblenden. Sie gehören so wenig zum Kanon wie die Romane.

  16. Yole sagt:

    Also ich zähl mal eins und eins zusammen. CBSviacom wird Star Trek an NBC verkaufen.

    • Serienfan sagt:

      Ich hätte mir ja vor einigen Jahren noch Apple als Käufer vorstellen können, zumal die für ihren völlig uninteressanten Streaming-Dienst durchaus eine bekannte Marke gebrauchen könnten. Die Zielgruppe passt auch zu einem technischen Unternehmen, Star Trek hat außerdem ein „progressives“ Image (und zwar zu Recht und schon immer).

      Jetzt aber gelten Fans als toxisch, man fürchtet ihren Zorn. Nicht zu Unrecht. Würde Apple so einen Mist wie „Discovery“ finanzieren, ich würde wahrscheinlich auch mein iPhone entsorgen.

    • JP1957 sagt:

      musste lächeln, als ich serienfans anmerkungen las.
      ich habe mich tatsächlich nach dem anschauen von „For all mankind“ gefragt, wie das doch so tolle apple (auch in meiner Eigenwahrnehmung) nur so etwas ödes produzieren konnte.

    • Serienfan sagt:

      Wenn NBC Star Trek kauft, kann sich Seth MacFarlane darum kümmern.

    • Yole sagt:

      Ha! Egotastic Funtime hat die Spekulation aufgenommen. Der Beitrag wirkt wie wenn er alles rausgelassen hat was sich bei ihm angestaut hat. Ich liebe ihn!

    • Serienfan sagt:

      Ich finde ihn auch großartig.

      Umso mehr beeindruckt es mich, dass J.P. von „Egotastic FunTime“ doch so begeistert von „Star Trek: Picard“ ist.

      (Die Lobeshymnen von Serienjunkies haben auf mich immer den gegenteiligen Effekt, und ich frage mich wirklich, wie borniert man als Rezensent sein muss, wenn man eine Rezi zu „Star Trek: Picard“ mit dem Satz „Nachdem das Star-Trek-Franchise durch Star Trek: Discovery neu belebt wurde…“ startet.)

  17. Kommanzer_Spouck sagt:

    Die Serie gefällt mir nicht. Nach 6 Minuten wird schon die obligatorische Mary Sue eingeführt. Der Schnitt ist nicht gut und alles erinnert mehr an Marvels X-Men als an TNG.

    Natürlich wieder jede Menge woke-stuff bei der Besetzung.

    Ich werde die Serie nicht weiterschauen, um mir die Figur Picard nicht zu demontieren. Eure Reviews werde ich aber gerne lesen.

    • Grinch1969 sagt:

      Eigentlich alles wie befürchtet. Erheblich gealterter Fanliebling erlebt Abenteuer an der Seite einer jungen Heldin. Insgesamt bekommt das Ding von mir die Schulnote 3. Abzüge gibt es für das „Klonen von Androiden“ und für die grauenhafte schauspielerische Leistung der jungen und überragend intelligenten Wissenschaftlerin (Alison Pill). Ganz ehrlich, wer castet so schlechte Schauspielerinnen? Positiv herauszuheben ist die bessere Beleuchtung und viel Fasnservice.

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