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Zukunftia erklärt: Die KI-Revolution (Teil 1)

Zukunftia erklärt: Die KI-Revolution (Teil 1)

Na toll, eigentlich wollte ich noch ein paar Tage an meiner KI-Special arbeiten. Videos einfügen, Daten recherchieren, bereits Recherchiertes wieder streichen. Aber inzwischen werden jeden Tag(!) derartig viele bahnbrechende Entwicklungen angekündigt (natürlich nur auf Youtube, in der Presse wird lieber nebulös gemunkelt), dass ich zumindest den ersten Teil rausblasen sollte. Denn erst neulich kündigte Nvidia – aka „Aktienwert-ermöglicht-Frühinvestoren-den-Vorruhestand“-Firma – unter anderem „Digital Humans“ an. Und nebenbei sorgen die neuen „Blackwell“-Chips dafür, dass KI-Anwendungen auf klassischen Servern bis zu 18x so schnell laufen. Aber: WARUM all das eigentlich? Nun, Zukunftia weiß es.


Da schwirrt einem langsam echt die Birne – und der Pöter der Industrie sowieso. Weil der seit Monaten nämlich nur noch Neuentwicklungen rausschmeißt.

Nach gut 25 Stunden an konsumierten Interviews, Experteneinschätzungen und Weltuntergangspropheten (immer gut, um anhand von denen erneut die Experteneinschätzungen abzuklopfen) fühle ich mich mental und hosenscheißtechnisch zumindest grob in der Lage, die nächsten Jahre vorherzusagen.

Oder zumindest das, was vor einem halben Jahr schon krass war – aber irgendwie nicht bis zu meinem Großhirn vorgedrungen ist. („Aaaach, Computer werden halt immer schneller…“)


Kein Witz: Diesmal ist’s wirklich eine Revolution, Mutti!

Auch wenn ich bereits länger (auf niedrigem Niveau) mit Stable Diffusion, ChatGPT und lokalen Windows-KIs rumteste, wird mir erst jetzt klar, was eigentlich abgeht.
Und wieso Exponentialwachstum und Selbstlernfähigkeiten alles umwerfen werden, was irgendwie mit Informationen zu tun hat.

Ja, in den nächsten Monaten wird es Firmenchefs, Politikern und Journalisten erst auffallen, WAS die KI-Revolution eigentlich bedeutet. Und wie sehr sich die heutigen Möglichkeiten allein dadurch potenzieren lassen, indem man alle Ebenen einfach miteinander verknüpft. Und dann anwendet. Von Anfang bis Ende.

So kennen wir KI-Systeme bisher von Zukunftia: Lustige Wegschmeißer-Bilder à la „Sisko isst eine Melone“. Aber allein HIER ist so viel Spezialwissen enthalten (Anatomie, Wahrscheinlichkeiten, Wissen um Lichtbrechung, Ästhetikregeln und Millionen gescannte Kunstwerke), dass es fast ein Wunder ist, dass wir dies zu unseren Lebzeiten erleben. Auf einer ollen Grafikkarte, die fies hustet, wenn sie einen Shooter startet…

Nein, wir reden hier nicht von schwer erkennbaren Fake-Bildchen, einer Spielerei am Handy oder etwas Produktionssteigerung in irgendeiner Industrie, in der immer nur der Nachbar arbeitet – man selber aber nicht.

(„Wir gießen den Stahl jetzt 12% schneller, wegen der neuen Computaaas. Darf ich jetzt 5 Stunden den Laubbläser anmachen?“)

Das hier wird in Monaten/Jahren auf dem Niveau eines TNG-Brückencomputers sein, auf dem Level eines Holodecks (nur ohne die Kraftfelder & unsichtbaren Laufbänder) oder eines Holodocs.

Um mal konkret zu werden, werfe ich ein Wort ein, das neben „Robotern“ und „KI“ noch nicht bekannt sein dürfte:

„Agenten“

Eigentlich sind das nur AI-Klumpen, die für dich zum (digitalen) Bürgeramt gehen, deine Arzttermine (digital) vorbereiten, deinen Handyvertrag (digital) verlängern – und dabei mit den Agenten von Vodafone „diskutieren“.
Falls man dann überhaupt noch so was Popeliges wie Handyverträge HAT.

Ich habe ja auch keinen „Wasser aus der Leitung trinken“-Vertrag, über den ich jährlich drübergucke?

„Agenten“ sind das, was man jetzt „Apps“ nennen könnte. Nur halt mit mehr Möglichkeiten, weniger Datenschutz und mehr „Seele verkaufen“ in Richtung der anbietenden Softwarekonzerne. Sie werden gemein sein wie kläffende Schoßhündchen. Sie wollen dein Auto tanken, die Bonuspunkte dafür sofort in Bitcoins investieren und diese dann deinem Bruder überweisen, weil du dem seit Jahren immer Geld leihst.

Sie werden uns ganze Knöpfe an die Backe schwafeln, wenn wir es wollen. Und auch dann, wenn nicht.
Sie spendieren uns Beziehungstipps, ein tröstendes Hologramm auf der Brillen-Innenseite, dazu eine Mikromimik-Analyse, warum die nette Arbeitskollegin vorhin für 3 Millisekunden so nett gegrinst hat. (Liebe? Oder hat es IHR Agent ihr empfohlen?!)

Diese Dame lässt sich von einem öffentlichen KI-Agenten durch ein öffentliches Gebäude führen. Zumindest stellt MEINE KI sich das so vor. Und die muss es ja wissen?

Klar, am Anfang wird man das noch bescheuert finden. Aber spätestens, wenn auf dem Smartphone das Helferlein fragt: „Hey, 97% deiner Freunde fand diese Transaktion gut!“, wird man schwach werden. Zumal die Systeme der Zukunft eh viel besser die ganzen Apps verknüpfen werden.

Statt mich bei Picnic, Lieferando und Flaschenpost durchzuklicken, sage ich der blöden App einfach: „Will drei Kisten Bier und 2 Pizzen“ – und ich bekomme dann zwei Blumensträuße und 5 Nasenpflaster geliefert.

Kleiner Scherz… Weil’s zumindest am Anfang noch nicht perfekt läuft.

Was dann dafür sorgt, dass WIR Alten das NIE wieder nutzen werden – siehe meine Eltern, die heute noch von „Betrügern im Internet“ schwafeln, wenn ich bei Amazon bestelle. Während die junge Generation all das dankend annimmt.

Warum auch nicht? Immerhin haben all die Helferlein dann bereits ihre Jobs vernichtet. Da wird man ja wenigstens etwas Spaß haben dürfen…

Klar, auch das Gegenteil wird munter verbreitet („Alle arbeiten MEHR in MEHR Jobs, weil mit KI … noch MEHR hinten rauskommt?“). Aber man überlege sich selber mal, wie lange ein Grafiker für ein kleines Indie-Spiel früher (= vor 2 Jahren) diese Grafik hier bauen müsste:

Klar, eine Grafik ist noch kein Spiel oder eine fertige Werbekampagne. Aber wenn DAS hier die Buchhaltung für das Jahr 2023 wäre und IHR der angestellte Buchhalter, versteht ihr, worauf ich hinauswill.

Was das Bewahren von Jobs angeht, gehen viele Personen von kleinen Inselchen aus, die immer bleiben werden:

– „Ein Mensch wird stets mit Menschen reden wollen!“ (Im Ernst: Echt jetzt?!)
– „MEIN toller Job bedeutet, dass ich mit vielen Menschen verhandeln muss. MICH braucht man.“ (Aber auch nur, solange auf der andere Seite noch Wesen mit Gließmaßen sitzen)
– „Apotheker wird man immer brauchen!“ (Nein, wir brauchen eine Art DHL-Packstation, wo der Kasten mit den Pillen aufgeht und uns „Gute Besserung“ wünscht)

Klar, erst wird das natürlich alles undenkbar sein. So wie die Aussage von 2022, dass man immer tolle Designer brauchen wird (2022: „Nutzt diese Tools nicht, Leute!“ / 1 Monat später: „Guck mal, ein Affe auf einem Einrad!“).

Aber irgendwann wird man z.B. eine simple, einfache Rechtsberatung bei einem KI-Anwalt zulassen. Weil: Die aaaarmen Armen können sich ja keinen echten leisten.
Und außerdem rettet man ja Leben, wenn die Kamera daheim das Hautkrebs-Screening einmal im Monat durchführt?

So wird es anfangen. Und weitergehen. Der Computer aus Star Trek wird uns in 5 Jahren bereits wie ein blöder Witz vorkommen. Schon deswegen, weil seine Betonung nicht mal halb so gut ist wie besten KI-Sprachgeneratoren. Also HEUTE schon.

Aber bisher waren wir argumentativ fast nur im Spaß-Segment unterwegs.
Über die echten Gähn-Jobs mit Tabellen und Daten haben wir noch gar nicht gesprochen. Aber das machen ja bereits andere ständig:

„Und wenn ich statt der Qualle eine Quelle sehen möchte, muss ich nur liebevoll meinen Fortschrittsglauben massieren.“ – Videobearbeitung seicht gemacht: Vor wenigen Tagen stellte Microsoft Ideen vor, wie man Videoschnitt vereinfachen könnte (hier: „DaVinci Revolve Studio“). Die Grundidee: Wir machen einfach NIX mehr und sagen: „4 Sekunden computergeneriertes Meerestier bitte!“ – Endlich als Videoexperte wieder jahrelang ausschlafen?

Statt menschliche Experten in Outlook, Word, Excel, Grafikprogramm, SAP und Konsorten wäre im Büro dann nur noch EIN Oberprogramm nötig: Nämlich eines, das den menschlichen Eingabesklaven ersetzt. Wobei man die meisten Unterprogramme auch einfach weglassen kann.
Denn niemand braucht mehr Outlook, wenn die KI die Mails als Text (von mir aus mit Bildchen) direkt auf dem Server liest. Die KI kann schließlich selber den Kunden betreuen!

Und sooo kompliziert ist es auch nicht, Büromaterial zu verbuchen oder Zertifikate vom Zulieferer anzufordern. Sobald Windows seinen KI-Agenten überall installiert und dieser Zugriff auf ALLE Daten bekommt – und genau das ist konkret geplant! – braucht der mich eigentlich nur zwei Wochen beobachten, bis ich ersetzbar bin. Kann natürlich sein, dass ich ab und zu drüberlinsen muss („Was? 50 Tonnen Handtuchpapier bestellen? Dabei sind doch 95% aller Kollegen im Home Office.“), aber welche Firma bezahlt DAFÜR schon 4000-6000€ Gehalt im Monat?

Windows mit all seinen Druckertreibern, Taschenrechnern und Anzeigeoptionen wäre dann nur noch eine unsichtbare Plattform im Hintergrund. Oder im Vordergrund. Je nachdem, ob noch einer davor sitzt. Oder wie oft.


Das war nur ein kleiner Einstieg in den Berufsleben-Ausstieg. Das nächste Mal geht es um KI-Systeme, die exponentiell besser als die heutigen sind. Und nur wenige Monate entfernt.
Also ICH find’s spannend.

ChatGPT 4-o? Bitte moderiere du das hier ab. Im Zukunftia.de-Stil!


„Gerne! Also, verpassen Sie nicht den zweiten Teil – schließlich haben Sie auch den ersten irgendwie überlebt!
Bis bald und denken Sie daran: Die Zukunft ist nur einen Algorithmus entfernt!“

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von Klapowski am 05.06.24 in All-Gemeines

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Kommentare (16)

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  1. jako sagt:

    Mal ne Frage.
    Wenn am Ende alle Jobs von KI übernommen werden, wer kauft dann die Produkte von den Firmen, die von der KI geführt werden? Also… Mit welchem Geld?

    Also doch Star Trek Kommunismus dank KI?
    Das kann doch aber am Ende nicht das sein, woran turbo Kapitalisten wie Musk, Gates oder der andere Creep da von Open AI tatsächlich arbeiten wollen. Denn entweder verdienen die sich irgendwie einen goldenen Arsch an der ganzen Sache oder die Sache wird nichts.

    Und wenn niemand mehr Geld in KI investiert, weil niemand mehr Geld hat, weil ja niemand mehr Geld verdient, weil alle gewinnbringende Arbeit total gewinnbringend von KI übernommen werden kann… Dann wird das, fürchte ich, auch nichts mit der rasanten Weiterentwicklung der ganzen Sache.

    Also… Hmm… Was tun?

    • jako sagt:

      Ach ja…

      Gutes Video auf YouTube:

      Computerphile – has generative AI already Peaked?

      Oder so ähnlich. Mal eine mathematischer nicht gaaaanz so KI optimistischer Blick auf die Sache.

      Antworten
    • Edain sagt:

      Produktivität und Effizienz / Skalierungsmöglichkeiten in der Produktion sind mittlerweile so weit, dass deutlich mehr Krempel produziert werden kann, als die wegrationalisierten Menschen kaufen können. Noch dazu, weil Globalisierung, Steuerflucht und Trend zu weniger, aber größeren Konzernen, dazu führen, dass der arbeitenden Bevölkerung ein immer kleinerer Anteil vom Kuchen zukommt.

      Deswegen machen die ganzen Nationalbanken ja schon Planspiele wie „helicopter money“ – weil man langsam draufkommt, dass ein Aktionär oder Konzernchef so viel verdient wie 100 Arbeiter, aber nicht das 100fache konsumiert. Wär schon lustig, wenn der Star Trek-Kommunismus tatsächlich kommt, weil den ganzen „Eliten“ der mögliche nächste Crash den Angstschweiß auf die Stirn treibt. Die wären dann zwar auch noch nicht auf Essensspenden angewiesen, aber man will ja sein zweites Ferienhaus nicht verkaufen müssen, weil der Job weg ist.

      Antworten
    • Klapowski sagt:

      Edain hat recht.

      Ich wollte darauf noch in einem der nächsten Teile eingehen, aber im Prinzip könnte(!) es genauso kommen:

      Zu viel kostbares Zeug für Menschen, die kaum kostbare Jobs haben, um sich das Zeug zu leisten.

      Wir dürfen allerdings nicht vergessen, was Politik, Arbeitgeber und Bedarfslogik uns vielleicht(!) vorgeben werden:

      „Shit… 50% weniger Büroarbeitsplätze. Keine Designer, Bankkaufleute oder Versicherungsfutzis mehr. Hmm… Aber wir brauchen doch Altenpfleger, Paketfahrer und Leute, die den Spargel aus der Erde ziehen. Toll! Das sind ganz neue MÖGLICHKEITEN für Sesselpupser, die endlich mal wieder Kacke, Erde oder Kartonstaub an den Fingern haben wollen.

      Und wenn die keinen Bock haben, müssen wir natürlich deren Grundsicherung streichen. Erst jahrelang studieren und dann der Gesellschaft auf der Tasche liegen, das geht mal gar nicht!“

      Könnte so kommen, muss aber nicht.

      Ich hoffe weiterhin auf die Star-Trek-Zukunft, tippe aber ein paar Jahre lang auf „Marktwirtschaft auf Krampf“.

      (Wo das ganze Geld für das Utopia herkommen soll, ist übrigens die kleinste Frage. Das wird demnächst – zumindest theoretisch – hier beantwortet)

      Antworten
    • jako sagt:

      Es ist nicht so, als gäbe es nicht heute schon „pflege Roboter“…

      Das ganze kann ruhig radikal zuende gedacht werden und da wird nichts notwendiges mehr übrig bleiben.

      Naja eins vielleicht, das menschliche Bedürfnis nach Menschen… Und auch das ist nicht so sicher… Siehe HER… Ein visionärer Horror Film.

      Antworten
    • jcneal sagt:

      „50% weniger Büroarbeitsplätze. Keine Designer, Bankkaufleute oder Versicherungsfutzis“

      1. Fuzzis, bitte!
      https://m.media-amazon.com/images/S/pv-target-images/c2470d5375c059c40c7b9793f95f6517daff52640584a412e6fd3cc99bb6f123.jpg

      2. Gleiches (oder mehr??) gilt dann auch für Satiriker, speziell im Internet. ☺☺
      Habt Ihr schon eine Münze geworfen? Geht das eigentlich auch mit dem Bitcoin??

      Mir ist der ganze KI-Kram einfach noch zu abstrakt, theoretisch; ist doch alles von Menschen programmiert.
      Als ob jemals eine KI meinen Rasen mähen könnte oder Staub saugen würde -oh, wait!
      Wenn ich mir angucke, wie rein alltägliche Dinge in der Praxis funktionieren sollen – Klo putzen, Unterhose wechseln oder Katze füttern; das mache ich dann doch lieber eigenhändig einmal die Woche.

      Es gab schon so viele Warnungen oder Zukunftsvisionen mit übermächtiger KI, die den Menschen verdrängen könnte. Wenn ich da an SciFi-Filme der 80er/90er zurückdenke, was KI bereits heute (oder sogar 2001) alles hätte können sollen – dabei reicht es meist, einfach den Stecker zu ziehen! Oder man vergleiche das mit dem eigenen Computer, der abkackt, OBWOHL man ihn gar nicht kaputt machen will, ganz im Gegenteil! Oder das eigene Auto, das mit Defekt an einem winzigen Elektronik-Teil liegen bleibt – doch die bösen Killer-Roboter, die sind unaufhaltbar! Ich würde ja gern mal erfahren, wie ein Terminator nach zwei Wochen norddeutschem Schmuddelwetter im Sand/Schlamm/Matsch noch funktioniert.

      Bis Roboter selbstständig andere Roboter warten und reparieren oder sogar neu bauen und entwickeln können, wird das nix mit der KI-Revolution. Oder vielleicht eine Viertelstunden-Drohnenherrschaft: so lange, bis der Akku leer ist!
      …etwas blöd wäre natürlich, wenn das Internetz ausfällt. Handynetz wäre mir persönlich schon wieder egal.

      Konkretere Bedenken hätte ich eher hinsichtlich eines atomaren EMP. Dann wäre die „Netzgesellschaft“ (u.v.m.) kurzfristig komplett am Arsch. Doch dann wäre auch endlich mal wieder Zeit, viele Serien offline von DVD zu gucken, z.B. „Dark Angel“ von James Cameron. Mit dem portablen Player und Solarstrom, bis die Sonne offline geht!

      Antworten
    • Klapowski sagt:

      „Dabei reicht es meist, einfach den Stecker zu ziehen!“

      Das ist eben diesmal anders. Niemand käme auf die Idee, einem System den Stecker zu ziehen, das vielleicht Jahre gut gearbeitet hat – z.B. in der Energiewirtschaft, im Bankenwesen, in der Industrie oder anderen Bereichen.

      Die Gefahr besteht teilweise auch darin, dass:

      – das System etwas macht, was man NICHT mehr reparieren kann (Siehe das „Blackbox-Problem“), weil neuronale Netzwerke eben nicht mehr übersichtlich aufgebaut sind.
      – oder dass ein „durchdrehendes“ oder „kaputtes“ System innerhalb von Millisekunden extrem viel Schaden anrichten kann. Da es größer und komplexer ist.

      „Mir ist der ganze KI-Kram einfach noch zu abstrakt, theoretisch; ist doch alles von Menschen programmiert.“

      Teilweise halt nicht mehr. Die Systeme sind selbstlernend. In Zukunft werden sie auch NICHT mehr auf klassischen Programmiercode aufgebaut sein, weil der zu ineffizient (und für den Menschen gemacht) ist. Teilweise kann man den als Laie(!) ja auch grob verstehen, weil er quasi wie eine Sprache funktioniert:

      8006d7f4 0000003c 8006d7f4 0 .some_strange_destination
      8006db30 00000044 8006db30 0 .push_matrix_3x3?
      8006db74 00000038 8006db74 0 .write_top_3x3_matrix
      8006dbe4 0000003c 8006dbe4 0 .read_current_3x3_matrix
      8006dc20 00000014 8006dc20 0 .pop_matrix_stack
      8006e424 00000074 8006e424 0 .weird_param_in_p1_p2

      Neuronale Systeme (auch demnächst mit mehr Quantencomputern drin) lachen sich über so ein lineares Abarbeiten – mit nachvollziehbaren Dateinamen – von Oben nach Unten kaputt.

      „Bis Roboter selbstständig andere Roboter warten und reparieren oder sogar neu bauen und entwickeln können, wird das nix mit der KI-Revolution.“

      Das Entwickeln wird jetzt schon in Ansätzen anlaufen. Denn Nanomaterialien werden bereits autonom von KIs entwickelt.

      Ich will hier ja auch nicht ein Skynet an die Wand malen (wie in „Terminator“). Mir geht es um grundlegende Sachen. So wie Kontrollverlust (psychologisch, kulturell, künstlerisch, wirtschaftlich, sinngebungstechnisch) oder auch darum, dass es ja auch Leute geben kann, die eine „Killer-KI“ gar nicht abstellen WOLLEN. Ein feindliches Land zum Beispiel.

      Solange man Roboter oder Datenpakete über die eigene Grenze schicken kann, ist die Gefahr bereits groß, dass das missbraucht wird.

      Antworten
    • jcneal sagt:

      Ja, das ist wohl zutreffend. Ich stecke da fachlich absolut nicht (mehr) in der Materie.
      Wenn die Systeme undurchschaubar verflochten sind und nicht ohne größere Folgeschäden einfach abgeschaltet werden können (Stromversorgung, Internetz), hat man ein Riesenproblem. Dann noch eine echte Intelligenz mit eigenem Willen dahinter, und nicht wohlgesonnen, und es ginge Richtung Skynet. Aber ich bin da wohl zu sehr „Hardware-Mensch“ und stelle mir einfach praktisch vor, wie mich eine quietschige T-X um etwas Schmierfett anbettelt.

      Kann mich noch zu gut an Aussagen aus den 90ern erinnern, als es z.B. hieß, neue Betriebssysteme könnten „auch auf einer Kaffeemaschine und einem Toaster laufen“. Und ich bei mir so: „HÄÄ? Warum weshalb WOZU??“. Dass damit quasi nur eine Fernsteuerung der Funktionen per W-Lan gemeint war, hatte man mindestens falsch ausgedrückt (oder nicht verstanden).
      Die 90er waren in der Hinsicht auch filmisch einfach super-seltsam. Der Rasenmäher-Mann, Das Netz oder „Evolver“ mit Q! (John de Lancie). Total übermächtige KI-Netzwerke sogar schon in der Jetzt-Zeit, die allwissend und unbesiegbar schienen, irgendwie-alles steuern konnten, Kaffeekocher und Toastautomat als Killermaschinen – während man selbst einfach nur versuchte, 1 PC mit Win95 am laufen zu halten…

      Lag wohl am mangelnden Fachwissen der Drehbuchschreiber, für die das wirklich Neuland war. Schönes Beispiel ist für mich aus dem Film „Hackers“, wo man auf 90er-PCs aufwändige Animationen und grafische Benutzeroberflächen sehen konnte, während eifrig auf die Tastatur eingehackt wird. Diese Hacker waren einfach so tough, die konnten Grafik in Echtzeit eintippen (oder den Mauszeiger so steuern?).
      Aber ich schweife ab (bzw. will ablenken) mit Filmen.

      Serienfan hat unten was Gutes geschrieben! „Digitalgläubigkeit“ halte ich für einen passenden Begriff, seinem Beitrag stimme ich größtenteils zu.

      Andererseits – hier muss ich gedanklich wieder um 180° wenden.
      Wenn eine KI auf offenen Konfrontationskurs zur Menschheit geht. Wie wären deren Chancen langfristig?
      Wenn nur ein neuralgisches Bauteil ausfällt, und der Lieferbot nicht mehr genug Akku hat, um zum nächsten Lager und zurück zu kommen und das Ersatzteil zu holen? So ganz profane Dinge in der harten Welt, die man kennenlernt, umso mehr man selbst Dinge reparieren muss.
      Die Serie Futurama hat da, ähnlich wie schon die Simpsons, viele intelligente Details geliefert. Ich denke an die Szene, als Bender (Roboter) beide Arme abmontiert wurden und vor ihm liegen. Dann sieht man in Nahaufnahme, wie ein Arm den anderen wieder an ihn dranschraubt, damit dann den anderen (keine Kunst mehr), und er hat wieder beide Arme. Witzige Szene, ja; und sie beschreibt eigtl. genau das Problem der sich selbst reparieren müssenden Maschine!

      Könnte es sich eine KI überhaupt leisten, die Menschen auszurotten? Wohl für lange Zeit nicht, wenn sie selbst weiter existieren will. Denn sie braucht nicht nur Reparaturen und Wartung, auch Rohstoffe, Materialien, Ersatzteile und ENERGIE in der realen Welt.
      Also, was könnte eine heutige KI, wenn es sie schon geben würde, machen? Unentdeckt bleiben, unauffällig im Hintergrund Vorgänge steuern, sich weiter entwickeln und auf bessere Voraussetzungen, eine gute Gelegenheit warten; und sich ansonsten dumm stellen. So ähnlich wie ChatGPT und blöde Kommentatoren. ☺

      Vielleicht lebt ihr alle schon in der Matrix? Aber seid darin keine Batterien. Sondern Lieferjungen!

      Antworten
    • Serienfan sagt:

      „Lag wohl am mangelnden Fachwissen der Drehbuchschreiber, für die das wirklich Neuland war.“

      Für diese Aussage würde ich keine Vergangenheitsform wählen. Es ist erstaunlich, was Autoren zum einen K.I.s unterstellen, während sie diese aber zugleich unfassbar unterschätzen.

      Leider hat Klapo die weiteren „Doctor Who“-Folgen nicht besprochen. Gerade die Folge „Dot and Bubble“ passt zum Thema K.I., um das es hier geht.

      Schlechter als „Dot and Bubble“ kann Fernsehen meiner Überzeugung nach nicht mehr werden. Und das hat nicht einmal etwas damit zu tun, dass ich mich inzwischen fragen muss, ob Ncuti Gatwa wirklich eine Inkarnation des Timelords, oder nicht eher eine von Michael Burnham ist.

      Der Autor Russel T. Davies muss schon eine extrem kindliche Vorstellung von K.I. haben, wenn er glaubt, diese würde eine Kolonie in alphabetischer Reihenfolge umbringen, und dafür auch noch grundlos ineffiziente Riesenschnecken verwenden.

      Erst rätseln der Doctor und seine Begleiterin übrigens wiederholt, weshalb die Schnecken manche Menschen zu ignorieren scheinen. Doch als der Doctor endlich herausfindet, dass die Tötung alphabetisch erfolgt (weil K.I.s sowas offenbar tun, weil sie nicht in der Lage sind, logischere Reihenfolgen zu entwickeln), spielt es sofort keine Rolle mehr.

      Stattdessen sehen wir einen heulenden Doctor, der uns im schlimmsten nur denkbaren „Show, don’t tell“-Verstoß anflennt, er würde auch Rassisten retten, anstatt dass man uns einfach zeigt, wie er es tut. (Bubble-Bewohner mit den Buchstaben Q bis Z hätten sich hierfür angeboten.)

      Antworten
  2. Peter Ludwig sagt:

    Wir leben in Deutschland. Wir haben hier weitflächlich noch nicht mal menschliche Intelligenz. Die Digitalisierung hängt zudem auch gut ein Jahrzehnt oder sogar noch länger hinterher. Bis die KI / AI in Deutschland Fuß fasst muss es erstmal bürokratische Vorschriften geben und es muss eine Möglichkeit der Überwachung / Zensur / Nachverfolgung gewährleistet sein. Bis dahin bin ich entweder gestorben oder genieße mit meinem künstlichen Darmausgang meine letzten Sonnenuntergänge.

  3. ghast sagt:

    Plato meinte , Sklaverei ist solange nötig, bis Maschinen jegliche Arbeit verrichten. Hr.K.und die ihm beigesellten sind dann auch obsolet, wird alles vom Alko.., äh Algorhythmus geschrieben. Die Verfasser heißen dann Sparfan oder Serienkiller. Meine Bezeichnung ist ELSE 1840

  4. paranoid android sagt:

    Eine interessante Sicht auf das ganze KI-Gedöns, und den Stand der Tech-Industrie im Allgemeinen, hat auch der britisch-amerikanische Blogger Ed Zitron, zu lesen unter http://www.wheresyoured.at – oder besser noch zu hören in seinem Podcast „Better Offline“, der meinen Englisch-Wortschatz um ein paar „bunte Vokabeln“ erweitert hat. Der Mann bringt gute Argumente, dass Peak AI eventuell schon erreicht ist, und flucht dabei wie eine ganze Kompanie Rohrspatzen. Sehr unterhaltsam.

    • Serienfan sagt:

      „Today, we’re being told that our glorious AI-powered future is imminent, yet what we’ve actually got is unprofitable, unsustainable generative AI that has an unassailable problem of spitting out incorrect information“

      Wunderbar erfrischend zu lesen!

      Die Digitalgläubigkeit ist die eigentliche fundamentalistische Religion der Gegenwart, und ich freue mich über jeden Ketzer, der dagegen aufbegehrt.

      Bislang hat mich ChatGPT gleichermaßen beeindruckt wie ernüchtert.

      Ich gab dem System ein „Der Ich“-Drehbuch mit der Bitte, die im Dialog enthaltenen Aussagen zu einem Zeitschriften-Artikel umzuformulieren. Ich scheiterte. Egal wie oft ich ChatGPT aufforderte, dass die Personen „Der“ und „Ich“ nicht im Artikel vorkommen sollen, das System hat mit geradezu senilem Starrsinn immer nur den Text der beiden in indirekte Rede umformuliert.

      Auch beruflich bin ich mit ChatGPT gescheitert. Fragen nach Gesetzesänderungen endeten nahezu ausnahmslos in frei erfundenem Schwachsinn. Aber auch die Kürzung einer einfachen Pressemitteilung des Bundesarbeitsgerichts um die Hälfte endete damit, dass das Gericht nun plötzlich nicht mehr dem Kläger, sondern der Beklagten Recht gab. (ChatGPT hatte bei seiner „Kürzung“ das Ergebnis der ersten Instanz kurzerhand der zweiten Instanz zugerechnet.)

      Im Moment sind K.I.-Systeme für mich so hilfreich wie ein Taschenrechner, der mir immer wieder falsche Ergebnisse anzeigt, sodass ich im Endeffekt JEDES Ergebnis nachrechnen muss. Worin hier die vielbeschworene „Arbeitserleichterung“ liegt, hat sich mir noch nicht erschlossen.

      Antworten
    • G.G.Hoffmann sagt:

      Für den juristischen Bereich ist K.I., entgegen anderslautender Unkenrufe, überhaupt keine Bedrohung für Menschen. K.I.-Entwickler unterschätzen vollständig den Einfallsreichtum und die Unvernunft menschlicher Streithähne, die sich einer K.I. nicht erschließen, sowie die Unfähigkeit vieler Menschen, bis drei zu zählen und einen Sachverhalt einigermaßen vollständig und nachvollziehbar darzulegen.

      Jeder Jurist kann es Captain Kirk in „Ich heiße Nomad“ gleichtun und eine K.I. in den „Wahnsinn“ argumentieren. Keine K.I. liefert im juristischen Bereich auch nur annähernd zutreffende und hilfreiche Antworten. Kompetenz und Durchblick werden nur simuliert. Klingt klug, ist aber meistens falsch. DAS hat K.I. allerdings mit nicht wenigen Juristen gemein.

      Antworten
    • Serienfan sagt:

      „Kompetenz und Durchblick werden nur simuliert. DAS hat K.I. allerdings mit nicht wenigen Juristen gemein.“

      Ohne Durchblick scheiterst Du beim Jura-Studium bereits an der Zwischenprüfung. Einer meiner Jura-Professoren sagte immer: Man kann Jura nicht lernen, man kann es nur verstehen.

      Ich kann mir vorstellen, dass in gar nicht so fern liegender Zukunft bergeweise K.I.-generierte rechtliche Anträge die Behörden fluten, wo dann mit K.I.-generierten Bescheiden gekontert wird.

      Erst wenn dann irgendwann besonders kuriose Ergebnisse doch mal einem Menschen aus Fleisch und Blut auffallen, folgt die Analyse. Es werden dann wohl doch wieder Menschen sein, die sich durch die K.I.-erzeugten Textberge schaufeln dürfen.

      Insofern bleibt für mich eine Hauptfrage offen: Wird K.I. uns Arbeit ersparen bzw. „wegnehmen“, oder wird sie uns in noch ungeahntem Ausmaß Arbeit machen, und zwar so sehr, dass wir darin zu ersticken drohen?

      Antworten
    • G.G.Hoffmann sagt:

      >> Ich kann mir vorstellen, dass in gar nicht so fern liegender Zukunft bergeweise K.I.-generierte rechtliche Anträge die Behörden fluten, wo dann mit K.I.-generierten Bescheiden gekontert wird.

      Den Eindruck hat man jetzt schon. Oft scheinen weder die Anträge noch die Bescheide individuell auf den Sachverhalt zugeschnitten. Völlig neben der Sache liegen oft seitenweise Zitate aus obergerichtlichen Entscheidungen, die mit dem Sachverhalt bestensfalls am Rande zu tun haben, durch die man rechtsunkundigen Bürgern gegenüber den Eindruck vermittelt kann, die Auffassung der Behörde habe rechtlich Hand und Fuß. Umgekehrt zitieren auch die Antragsteller oft Entscheidungen, die überhaupt nicht zu dem Sachverhalt passen.

      Die Versicherungswirtschaft versucht ja seit einigen Jahren mit der Software „Control Expert“, die menschliche Sachverständigengutachten auseinandernimmt und klugscheißt, weshalb der menschliche Gutachter mit jahrzehntelanger Erfahrung keine Ahnung habe und der Schaden viel geringer sei, obwohl die K.I. den Schaden nie selbst „gesehen“ und auch von Handwerk kein Ahnung hat. Zum Glück erkennen Gerichte diesen Unfug aus dem Computer nicht an (solange es noch menschliche Richter:innen gibt). Aber Menschen, die einen Rechtsstreit scheuen, kann man mit diesen pseudoschlauen Ausführungen aus dem Rechner beeindrucken, zur Aufgabe zwingen und auf diese Weise sehr viel Geld sparen.

      Antworten

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