Das ernsthafte Medienmagazin

Im Weltraum hört Dich niemand reisen – Oder: Werden wir je DORT sein?

Da können der Mauerfall und der Launch der Playstation 4 nur missmutig mit den Füßen scharren: DAS geschichtliche Ereignis, auf das wir alle wirklich warten, ist immer noch nicht eingetroffen! Nämlich die Reise zum Mars oder einem anderen Himmelskörper, der uns NICHT aufgrund seiner lächerlichen Nähe zum nächtlichen Zeitungslesen ohne Lampe befähigt. Zukunftia analysiert in einer seitenlangen, wenn nicht sogar einseitigen Betrachtung, ob, wann und warum nicht wir jemals ins All aufbrechen werden. Um seriös und auf dem neuesten NASA-Stand zu sein, habe ich diesen Text sogar noch einmal von meiner Rechtschreibprüfung durchchecken lassen…

Kürzlich sah ich mal wieder „Event Horizon“, da meine Medienabschnittsgefährtin einen starken Drang nach „Blut und Leichen“ verspürte. Vermutlich so eine typische Frauensache. Der Film ist ein Thriller aus dem Jahre 1998, in dem Sam Neill (bekannt aus Rollen wie „War mal als McCoy für Star Trek 11 im Gespräch“) uns erklärt, warum man sich vor dem Flug in die Hölle richtig ausdrücken sollte. – Sprachlich UND die eigenen Augen. Ein sehr guter Film, der mir allerdings wieder bewusst machte, warum mir meine Antidepressiva neuerdings mit dem Lastwagen geliefert werden: WIR, die Menschheit, sind echt erbärmliche Loser, manche von Euch sogar noch etwas mehr! Denn „2040“, so steht es Weiß auf Schwarz zu Beginn des Films geschrieben, da werde die Menschheit in das All auf- und mit der Physik brechen (von wegen Überlicht und so). So mit allem Trumm und dran:

Mit Riesenraumschiffen, Schwarzen Löchern, Cryostase, mit künstlicher oder zumindest genmanipulierter Schwerkraft… Kurz: Die Technologie hätte schon ca. 1980 erfunden werden müssen, um in den nächsten 26 Jahren noch hoppladihopp ausgereift sein zu können.

Ein Armutszeugnis für UNS heutige, langsam erfindende Menschenkinder! Denn seit ungefähr 100 Jahren sehen wir nun schon Science-Fiction-Filme, die es damals für realistisch hielten, dass wir in 20 oder spätestens 50 Jahren mit der Rückseite des Mondes auf Du und Du sein werden. Okay, Überlichtgeschwindigkeit wird laut den kamerschwingenden Zukunftsaposteln nicht immer selbstverständlich sein, aber zumindest werden uns Cryokapseln so lange einfrieren, dass wir noch pünktlich zur Beerdigung unserer Ururenkel wieder auf der Erde sein können.

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„Oh Mann, wo haben sie nur die Materialien für so ein großes Schiff so schnell beschafft?“ – „Ganz einfach: Mit einem NOCH größeren Schiff sind wir bereits 2015 zu einem Asteroiden geflogen und haben haufenweise Metalle für diesen Kahn abgebaut.“ – Größer wird’s nicht: Die Fertigstellung des Schiffes (rechts) erfolgte zufällig mit der Einweihung des Berliner Flughafens. Die enorme Größe ist übrigens bauartbedingt, erklärt sie sich doch durch das kleinen Glied des Chefkonstrukteurs.

Stanley Kubrick sah uns schon für „2001“ im orbitalen Riesenrad rotieren und zu Walzermusik mit Knochen jonglieren (Komische Handlung, by the way). Ja, da ist es seit exakt 4 Jahren auch kein großer Trost mehr, dass der filmische Nachfolger („2010“) uns noch mal jenen Knochen vorhielt, den die Menschheit immer noch nicht fressen konnte – oder wollte. Nicht mal Star Trek vermochte uns noch zu trösten (auch wenn die frühen Bikiniaufnahmen von Denise Crosby eine leichte Linderung erlaubten), denn wird uns doch auch hier vorgerechnet, dass wir im Jahre 1999 das Raumschiff „Botany Bay“ mit einem genmanipulierten Khan in das All hätten schießen können. Okay, wir schafften es real immerhin, so etwas wie die „Eugenischen Kriege“ auf die Beine zu stellen, aber auch nur, wenn man es beim Ort und Grund für zerbombte Kindergärten und Schädeldecken nicht gaaaanz so genau nimmt.

Die Beispiele für vergangene oder kurz bevorstehende Weltraumreisen aus Sicht früherer Celluloid-Propheten sind schier endlos.

Selbst im realistisch tu(mb)enden „Mission to Mars“ erwartete man unsere Begegnung mit weinenden CGI-Aliens auf dem grafischen Stand von 2004er-Jamba-Klingeltonwerbespots innerhalb der nächsten 20 Jahre nach dem Ausstrahlungstermin, nämlich 2020. Ein Termin, der jetzt schon schwer zu halten ist, wenn man nicht auf sämtliche Regeln eines steuerzahlerdienlichen Ausschreibungsverfahrens verzichten möchte. – Der Marsfilm „Red Planet“ schlug immerhin das Jahr 2025 als Datum vor, an dem wenigstens ALGEN (nein, keine RTL2-Zuschauer) mal auf den Roten Planeten ziehen dürfen. Aber auch hier sagt mir mein Gefühl: Zu diesem Zeitpunkt werden wir in Zukunftia noch solche SPIEGEL-Schlagzeilen kommentieren wie: „Erste automatischer Landungsroboter entwickelt, der selbstständig den Felsen ansteuern kann, über den er auf dem Mars umfallen soll.“

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„Schnell, die 9. Staffel von ‚Game Of Thrones‘ fängt gleich an!“ – In „Mission to Mars“ ist man ebenfalls schon sehr früh sehr weit. Aber als der Film um 2000 herum entstand, war man natürlich noch wegen der vorherigen positiven Weltraummissionen hoch beeindruckt. Wie zum Beispiel der Raumflug der Hündin Leika oder dieses Ding mit diesem einen Typen, Juri Gagarin oder so ähnlich…

Um es kurz zu machen… Die ECHTE Menschheit wird vermutlich nie auf dem Mars umherlaufen. Oder erst zu einem Zeitpunkt, den uns kein seriös-verarschender Filmemacher nennen würde, da der nachfolgende Text im Filmvorspann dann doch etwas komisch klingen würde: „Im Jahre 3018 landet erstmals ein kleines Dreimannraumschiff auf dem Mars. Nach dem Sammeln von 100 Steinen und einem Defekt an dem rechten Ansaugstutzen flog das Team nach 27 Stunden wieder zurück. Schön war’s trotzdem irgendwie!“ – Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ICH finde, dass das Datum und die geschilderten Erlebnisse erschütternd realistisch klingen.

Als Kind dachte ich immer, dass ab dem Jahr 2000 nur die Galaktische Barriere unseren Forschungsdrang behindern wird. Erst einige Jahre später (genauer: letzte Woche Dienstag) musste ich trauernd erfahren, dass die Galaktische Barriere eine Star-Trek-Erfindung und die Zeitschrift „P.M.“ (Typischer Titel: „Mit den Illuminaten auf Lichtgeschwindigkeit“) sogar die offizielle Fabrik aller Erfindungen darstellt. Irgendwie war es immer mein Lebensziel, etwas „Weltraumiges“ zu erleben, oder eben einen Stellvertreter meiner selbst in die Unendlichkeit zu schicken. Und wenn es nur ein Amerikaner namens „John“ oder „Jack“ ist. Zur Not würde ich sogar jemanden nehmen, der kein „Legend of Zelda“ oder Erdbeerwein mag…

Doch so sehr ich mir aktive Raumfahrt auch wünsche: Ich halte es gar nicht mal für realistisch, dass die Menschheit in absehbarer Zeit in das Universum aufbrechen MUSS. Klar, in 10 Jahren werden viele Rohstoffe erschöpft oder unbezahlbar sein; wenn wir morgen alle Spekulanten erschießen, allerdings erst in 1.000 Jahren. Und bevor jemand nachschaut, ob man auf einem Asteroiden noch ein bisschen Braunkohle abbauen kann, würde man wohl eher den Mount Everest aufsägen und drunter schauen. – Und Luftverschmutzung? Verstrahlung? Killer- oder zumindest Körperverletzungsroboter? Irgendwas, was uns von der Erde vertreibt und nicht Kollege Sparkiller nach dem Verzehr von 3 Liter Bohnensuppe ist? – Da sehe ich ebenfalls nichts. Eher können wir uns per Nanotechnologie jedwede Moleküle selber herstellen, als auf irgendeiner Feuer-, Eis- oder Vakuumwüstenwelt ein Bergbauunternehmen aus dem Boden zu stampfen. Denkt an meine Worte, oh Internetforscher in 1.000 Jahren, die ihr dann diese Sätze finden werdet.

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Hier die Roadmap der NASA aus dem Jahr 2009: Man erkennt deutlich den Überschuss langweiliger Drahtgestelle mit immanenter Handymast-Verwechslungsgefahr. Okay, zu dem beschriebenen „Lunar Outpost“ weiß Wikipedia immerhin, dass „The LSSPO was expected to conduct a surface system concept review in the 2010 or 2011 timeframe.“ – Spannend! Schon vor 2 Jahren gibt es ein Review! So wie bei Zukunftia!

Was ist mit der längst versprochenen Basis auf dem Mond? Wer danach sucht, findet auf Google-Seite 1 nur die neuesten Infos zu dortigen Alienbasen und im holprigen Deutsch etwas zu rätselhaften „Leuchtstoff Bereichen“ auf unserem romantischsten Himmelskörper (= Wegwerfhalde Energiesparlampen?). Selbst Wikipedia berichtet unter dem deutschen Artikel zur „Mondkolonisation“ nur von spannenden Ereignissen aus dem Jahr 1969, die dem einen oder anderen vielleicht unter dem Begriff „Apollo-Programm“ (den etwas Blöderen auch als „Ales Lühge, die menchheit wahr nicht da!!!“) bekannt sein dürfte. Immerhin landeten am 15.12.2013 die Chinesen per Sonde auf dem Mond, was aber wohl eher als halbstarkes Bummeln durch die unmittelbare Nachbarschaft angesehen werden sollte als als ernsthafte Raumfahrt im Sinne stark bebrillter SF-Nerds.

Zugegeben, immerhin tut aber inzwischen wenigstens der altehrwürdigste Kreis einer jeden Gesellschaft etwas für das Marsprojekt. Ein Kreis, von denen wir es am wenigstens erwartet hätten: Nämlich der Abschaum. Genauer: Eine niederländische TV-Show, die laut SPIEGEL schon die ersten 1058 Teilnehmer ausgesucht hat. Ich nehme an, davon sind 1050 Menschen die Techniker und Kameramänner, die den Flug faken sollen (*Big Brother-Haus von außen durchschüttel*) und der Rest irgendwelche Schul- und Denkmusterabbrecher, denen man nach 2 Jahren sagt, dass ihre Walnuss-Knack-Challenge gar nichts mit der Stabilisierung des Antriebs zu tun hatte. Haha! Reingelegt!

Wer DAS Ernst nimmt und glaubt, man könnte (und sollte) 20.000 Leute in Vierergruppen zum Mars schießen, ist sooo doof, dass… dass… er diesen bekloppten Artikel vermutlich geschrieben hat.

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Okay, ich will die Menschen hinter dem Projekt „Mars One“ mal nicht verdammen (, bevor ich nicht mehr Wortspiele zum Ablästern gefunden habe), denn immerhin stehen zahlreiche namhafte Partner hinter Projekt. Ja, jeder hat da einen Namen! Der eine heißt Erwin, der nächste wieder ganz anders! Laut Webseite wurden die Unternehmen sogar schon „besucht“ UND man bekam „interessierte Schreiben“ von ihnen zurück! – Tja, wenn man das Wörtchen „Hochachtungsvoll“ unter der automatischen Serverantwort denn soooo überbewerten will…

Wer etwas weiter googelt, kann in diesen Tagen auch erfahren, dass der Multimillionär Dennis Tito (so eine Art Bill Gates, der als Kind in den Kessel mit dem Treibstoff gefallen ist) 100 Millionen Dollar stiften möchte, damit schon 2018 zwei Astronauten direkt zum Mars aufbrechen können. Nach 501 Tagen Flugzeit – auch an die Gurgel des Mitreisenden – sollen sie 100 Kilometer oberhalb der Oberfläche den bekannten Sehenswürdigkeiten zuwinken (dem „Roten Platz“ zum Beispiel, haha!) und dann befriedigt und beseelt heimfliegen.

Klar, wissenschaftlich und Materialtest-technisch wäre das sicherlich schon eine große Sache, aber als wissenschaftlich gebildeter Mensch, der sogar studiert hat (nämlich mehrere TNG-Staffeln auf BluRay), muss ich an dieser Stelle mein abschätzigstes Gähnen herauskramen. Da kann man ja gleich eine HD-3D-Kamera an eine Sonde heften und jene zwei Auserwählten nach 501 Tagen zwecks Vorführung des gerade eintreffenden Streammaterials in ein Heimkino bitten. Wenn sie vor lauter Gähnen überhaupt selber kommen wollen und nicht lieber eine niederländische Show sehen, in der ein Basketballmatch auf dem Pluto vorbereitet wird.

Erst ab 2030 herum wird ein Flug zum Mars aufgrund günstiger Konstellation wieder sinnvoll. Wobei „sinnvoll“ mein egoistisches Urinteresse meint, vor meinem Tod noch etwas bahnbrechendes erlebt zu haben. Der Elfte September 2001 war in dieser Hinsicht zwar schon recht gut geeignet, taugt allerdings eher dazu, um in zukünftigen SF-Filmen anhand von (Video-)Beispielen zu belegen, warum die Menschheit für irgendwas „noch nicht bereit genug“ ist.

Somit bleibt ein Spaziergang auf der Sonnenoberfläche oder oder das Wegschrubben von Jupiters großem roten Fleck auch weiterhin kitschige Zukunftsmusik.

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„Okay, und jetzt ‚A‘ für 90 Minuten gedrückt halten, um die Verzögerung der Steuerungsimpulse zwischen Mars und Erde (nur Lichtgeschwindigkeit) zu kompensieren? Juchhuuu, DAS macht Spaß!“ – Vielleicht wird die menschliche und fast greifbare Erforschung des Mars eines Tages durch eine Art Avatar oder Virtual Reality möglich? – Wie? Was? „Billiger Trost, schwacher Ersatz?“ – Na, dann hört doch auch auf zu Masturbieren, ihr Marssatire-Hater!

Vielleicht werden wir aber durch immer bessere Himmelsbeobachtung, Teilchenbeschleuniger oder durch die theoretische Physik schon Morgen einen großen Durchbruch erleben, der viel (flug)bahnbrechender sein wird als das füßische Begrabschen des Mars. Vielleicht wird das SETI-Programm einst eine Botschaft vom lieben Gott empfangen oder eine Sonde uns einen Planeten aus dunkler Materie bescheren. Auch ein Alienartefakt in Gelsenkirchen oder wissenschaftlich hochinteressanter Meteoriteneinschlag in einem unbeliebten Land wären klasse!

Somit bleibe ich auch ohne Überlichtantrieb und mit verschnarchten NASA-Projekten irgendwie in einer positiv erwartenden Grundstimmung. Und seit dem 03. Mai 2011 leben wir sowieso offiziell in der ZUKUNFT, was ich damals beim Sehen einer Smartphone-Reklame bei einer Packung Chips einfach so festgelegt habe.

Und wer weiß? Vielleicht wird 2070 ja doch ein Tattergreis gesucht, der seine letzten Lebensmonate radioaktiv verstrahlt bei einem Marsflug verbrennen will; ohne Rückkehr. Da kann ich Euch jetzt schon versprechen, WER sich da auf jeden Fall anmelden wird, ach was: MUSS.

Richtig. Mein Kollege Sparkiller! – Möge er das Neuroimplantat (zum Weiterleiten seiner Ergriffenheitsemotionen an mich) nur bitte nicht vergessen.


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von Klapowski am 07.01.14 in All-Gemeines

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Kommentare (15)

  1. Krischn sagt:

    Bis es soweit ist: Waking Mars zocken. Eigentlich könntet ihr da mal ein Review machen.

    Eigentlich hättet ihr da schon lange mal ein Review machen können.

    Los!

  2. Speedomon sagt:

    Was die langfristige Entwicklung der Raumfahrt angeht bin ich extrem pessimistisch und sehe einen Zusammenhang mit dem Fermi-Paradoxon.

    Ich gehe davon aus, dass „reale“ virtuelle Realität (nicht der Kinderkram mit Helm, auch kein Holodeck, sondern direkte Hirnmanipulation) in spätestens 100 Jahren dieses recht leere, langweilige und gefährliche Ding namens Weltraum (neben vielem anderem) uninteressant gemacht haben wird.
    Und bis dahin sind wir vielleicht grad mal auf dem Mars gelandet. Na Hammer…
    Denke dass diese Entwicklung weg von der realen, hin zur virtuellen Realität ziemlich universell ist; vielleicht ist ja Alpha Centauri von intelligenten Wesen bevölkert, nur kriegen wir nichts davon mit weil alle in einer Nährlösung sitzen und ihre Dauer-VR erleben, freiwillige Matrix quasi.

    Vielleicht fehlt der Raumfahrt auch einfach die richtige PR. Könnte die NASA nicht mal ein klitzekleines außerirdisches Signal faken? Oder besser die Russen, die haben noch einiges aufzuholen was Verschwörungstheorien angeht.

  3. Exverlobter sagt:

    Jepp, diese Kindheitsphantasien. Ich hab sie auch unterstützt. Ich bin selber Trekkie. Aber seien wir mal ehrlich. Was hat uns die Mondlandung zum Beispiel gebracht. 25 % des BIP für 10 Jahre dafür auszugeben, um den Russen lediglich zu zeigen, wo der Hammer hängt. Das ganze war doch nur ein Prestigeprojekt, um die Ami-Flagge auf dem Mond für die Geschichtsbücher zu verewigen. Im Kontext des Kalten Krieges sicher auch noch verständlich. Aber wenn ich mir mal überlege wieviel Schulen davon hätten gebaut werden können, stelle ich diese riesigen Ausgaben schon in Frage.
    Klar der Weltraum ist wichtig, aber rentieren tut sich die Weltraumforschung lediglich im erdnahen Orbit, wo sie auch kostengünstig ist. Aber alles was darüber hinaus geht wird teuer (zumindest in Bezug auf die bemannte Raumfahrt)
    und ist daher Geldverschwendung. So interessant ist unser Sonnensystem nicht. Das meiste sind Gasriesen, mit denen wir eh nix anfangen können.
    Solange der Warpantrieb nicht erfunden wird, mit dem interessantere Planeten in Reichweite kommen könnten, möchte ich selber nicht, dass ein Viertel des Volkseinkommens für solche Hirngespinnste ausgegeben wird.

    BTW, Moviebob steht auf deiner Seite. Schau dir mal dieses Video an.

    http://www.escapistmagazine.com/videos/view/the-big-picture/2482-Once-Upon-a-Time-in-The-Future

    • Speedomon sagt:

      Dieses besch***ne Geldargument geht mir ehrlich gesagt reichlich auf den Sack. Sollen sie halt ihr Militärbudget um 20% reduzieren, dann können sie jeden Vorort mit Schulen vollpflastern.

    • Klapowski sagt:

      Geld ist als Thema immer schwierig. Selbst dann, wenn man ZU VIEL davon hat („Spenden oder versaufen? Verdammt!“)…

      Einerseits verstehe ich die Argumentation, andererseits öffnet sie argumentatorischer Willkür stets Tür und Subraumtor: „Wenn die Scheiß Griechen nicht unser Geld verballern würden, so hätten wir 100 Milliarden mehr, um den Krebs zu bekämpfen!“ hört man da ebenso wie: „Ich bin GEGEN das teure Stuttgart 21, solange das Schlagloch vor meiner Haustür nicht ausgebessert wurde!“

      Festzuhalten bleibt aber, dass die NASA-Kohle nun auch nicht sooo fett ist und schlechter angelegt werden könnte. Das Geld geht ja wenigstens noch an SYMPATHISCHE Menschen (Zulieferer, Raketentreibstoffmischer, Forscher, Webseitenaufblaser) und ist ja nicht WEG, sondern in der ehrlichen Volkswirtschaft. Wohingegen die virtuellen Milliarden am Finanzmarkt an diesen Typen aus dem Film „Wall Street“ gehen oder an einen dieser anderen Jungs, bei denen wir dann bei einem Bierchen immer gerne schreien:

      „Ööööhj! Der Finanzmogul Billi Schmidtchenhausen hat 30 Milliarden Abfindung bekommen?! Und DAS, obwohl ICH schon wieder mehr Steuern auf meine Kippen zahlen soll. Ungerecht ist das! Zur Strafe gibt es jetzt 10 Jahre keine Forschungsgelder an das Max-Planck-Institut, basta! Bööörps.“

      Oder, wie meine Kollegin mal sagte, als es um eine Bekannte ging, die mit Festkörperphysik (Magnetismus, Dünnschichten, etc…) zu tun hatte: „Ach, die sollen doch lieber mal was VERNÜNFTIGES erforschen!“ – Der Einwand, dass ihre Festplatte aus eben jener Forschung entsprungen ist, wurde dann aber wohlwissend ignoriert…

      (*Traurig mit Teflon-Pfanne aus der Raumfahrt herumwedel*)

    • BigBadBorg sagt:

      Diese Projekte beflügeln die Phantasie, unseren Pioniergeist, diese Dinge sind schon das Geld wert welches darin investiert wird. Wenn die Menschheit diese Eigenschaften verliert, nur um ein paar mehr Kriege führen zu können oder Moneten in maroden Unternehmen zu versenken, können wir direkt zurück in die Höhlen ziehen. Der Weltraum wird über kurz oder lang (eher lang) erschlossen. Das steht für mich ausser Frage. Vielleicht erst in 1000 Jahren, aber es muss sein!

      Und das bisschen Geld das in die Raumfahrt heutzutage gepumpt wird (wir reden hier „nur“ von ein paar Milliarden weltweit, das ist gar nichts zu den Kosten einer einzigen kleinen Intervention in einem muslemischen Land), tut keinem wirklich weh. Die Schulen könnten die Regierungen trotzdem bauen, wenn es ihnen nicht scheissegal wäre.

    • Speedomon sagt:

      Danke, Borg. Du hast mir die Mühe erspart, meinen Ärger in Argumente umzusetzen. :D

  4. Exverlobter sagt:

    Klar, ich würde das Geld lieber im Weltraum verpulvern, als es im endlosen Schlund der Finanzindustrie versanden zu lassen. Aber wie ich sagte, die Forschung die notwendig ist (für Facebook, Smartphones neue CPUs etc), und auf die du dich beziehst, ist auch vom Erdorbit aus möglich mit der ISS und Satelliten. Das hat ja alles auch seine Berechtigung.

    Und in Bezug auf den ökonomischen und wissenschaftlichen Mehrwert einer Erforschung des Mars reichen Marsrover zu einem Bruchteil der Kosten doch aus. Aber eine Flagge auf dem Mars zu hissen, nur um das Selbstwertgefühl der entsprechenden Nation zu steigern, wäre sowohl ökonomisch als auch wissenschaftlich gesehen eine gigantische Verschwendung von Ressourcen.

    • Klapowski sagt:

      Stimmt schon, Rover reichen schon. Zumindest wenn man kleine Ziele hat.

      Aber wenn ich sehe, was für ein Bohei und was für ein Problem jede kleinste Probe per Roboter auf dem Mars ist (Bohrkopf verstopft, Spitze stecken geblieben, Analyselabor fehlt neueste Firmware…), dann frage ich mich, ob ein chemisch und physikalisch befriedigend ausgebildeter Abiturient mit einer normalen Schaufel nicht doch nach einer Stunde den Wissensstand über das Marsgestein mal gerade vervielfachen könnte.

      Aber wir philosophieren hier natürlich nur herum. Ungebildet und oberflächlich. Populärwissenschaftliches Halbwissen sozusagen.

      Trotzdem bin ich irgendwie überzeugt davon, dass der (nasse) Mars früher voll mit Bakterien und Algen war. Ein Jammer, dass das immer noch nicht verifiziert werden konnte.

  5. Exverlobter sagt:

    BTW noch was, ich glaube warum so viele Sci-Fi-Fans oftmals die „fehlenden“ Fortschritte innerhalb der Raumfahrt beklagen, liegt einfach daran, dass ihnen in den ganzen TV-Shows ein etwas verzerrtes Bild vom Weltraum vermittelt wird.
    Sei es Star Trek oder Stargate, Planeten sind fast immer erdähnlich, mit gleicher Gravitation, atembarer Luft, gleichen Wetterverhältnissen etc.
    Klar, wird ja auch meist nur im Gelände 1 STunde vom Studio entfernt gedreht.

    Da hat BSG schon ein etwas realistischeres Bild vom Weltraum vermittelt.
    Meist gähnende Lehre in den unendlichen Weiten. Pro Staffel höchstens 1 Planet, und dann waren die meist auch nicht gerade einladend.
    Und selbst in dieser Show konnte man atmen etc.
    In der Realität würde jeder bei 99,999 Prozent aller Planeten sofort ersticken, verdampfen oder erfrieren, wenn derjenige sich runterbeamen lassen würde.

    Der eigentliche Weltraum ist ein lebensfeindliches Vakuum, irgendwie drollig, dass viele so eine romantische Vorstellung davon haben.
    Besonders kitschig war folgender Satz von Captain Sheridan aus der letzten B5-Episode.
    „Nur noch einmal möchte ich den Weltraum um mich herum spüren“. Klingt eher als ob er Lust auf einen Segeltörn hätte, in welchem ihm der Wind im Haar das Gemüt erheitert. Der eigentliche Weltraum würde ihn innerhalb einer Sekunde töten!

    Star Trek ist in der Hinsicht also eher ein verklärter Rückblick als ein Blick in die Zukunft. Ein Rückblick in die Zeit, als die Europäer neue Kontinente zu besiedeln hatten. Wie Gene Roddenberry selbst sagte, als er den Studio-Bossen das Konzept erklärte, „die Show ist ein Western im Weltraum“.

    Irgendwie wünschte ich mir beim schauen der Show im Nachhinein, dass ich eher in die Zeit der großen Entdeckungen geboren worden wäre. Als es noch etwas über die Welt herauszufinden gab. Und nicht in die Zukunft. Wo jeder Quadratmeter der Welt per Google-Earth erschlossen ist.

    • Klapowski sagt:

      Alles irgendwie richtig, aber mit der richtigen Auswahl an Shows, SF und Dokus kann man sich das Staunen ja jederzeit zurückholen. Was eigentlich immer passt, das ist DAS hier. Hiermit ist alles gesagt…

      Bleibt nur die Frage: Ist es im Kühlschrank nicht viel zu kalt, um mittelfristig darin menschliches Leben zu erlauben?

  6. Bolleraner sagt:

    “wo jeder Quadratmeter der Welt per Google-Earth erschlossen ist.“

    Ist das so?

    http://m.spiegel.de/wissenschaft/natur/a-937606.html#spRedirectedFrom=www&referrrer=https://www.google.de/

  7. BergH sagt:

    tach auch !

    Ja es dauert bis wir dem Marsgesicht die Träne abwischen können.

    Nebenbei wurde Teflon NICHT von/für die Raumfahrt entdeckt.
    Schon eher für das Manhattan Projekt benutzt,
    allerdings Jahre vorher zufällig entdeckt.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Polytetrafluorethylen

    Gruss BergH

  8. G.G.Hoffmann sagt:

    Als mir kürzlich ein Dreijähriger ein Spielzeug-Space-Shuttle vor die Nase hielt und fragte: „Was ist denn das hier?“, brach ich spontan in Tränen aus. Nicht nur, weil ich in den 1980er Jahren genau das gleiche Space Shuttle hatte (bei irgendeinem Umzug verloren gegangen), vielmehr, weil es ein Symbol dafür war, daß in Bälde echte Raumschiffe gebaut würden. So schöne weiße, flauschige wie die Sternenflottenschiffe. Mit beigen Teppich innen und außen. Um mit „M.“ alias Judi Dench zu sprechen: „Verdammt, wie ich den kalten Krieg vermisse!“

    Daß die USA nunmehr schon seit Jahren keine eigenen Weltraumfahrzeuge mehr besitzen und ernsthaft erwägen, Astronauten wieder in Kapseln reisen zu lassen, stimmt mich ganz traurig.

  9. Hype sagt:

    Es kam auf Phoenix oder doch n24 eine halbstündige Sendung zu MarsOne. Da wollte ein Ostdeutscher der dann über 50 ist, zum Mars. Ich weiß, da kommen auch Sendungen zu Zeitreisen, etc., es war aber kein Abschaum, war ein Studierter. Das petz‘ ich jetzt auch zu final-frontier.ch.

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