Das ernsthafte Medienmagazin

Chekov & Sulu

Zwei Männer. Ein Universum voller Abenteuer. Alle Eintrittskarten bereits vergeben…

Chekov und Sulu… Diese beiden in einer getrennten Besprechung abzuhaken, käme dem Versuch gleich, siamesische Zwillinge (z.B. „Voyager“ & „Inkompetenz“ oder „Rainer“ & „Calmund“, wobei diese abwechselnd im Bauchraum des jeweils anderen wohnen. – Umstülpen macht`s möglich!) als „Single“ zu verkaufen…

Tja… Sulu und Chekov… Ihr gemeinsamer Werdegang liest sich wie ein verschollener Bibeltext: Beiden wären wohl in unterschiedlichen Ländern geboren und trotzdem zusammen aufgewachsen, wenn nicht ein quälendes Detail dazwischengefunkt hätte: Die beiden wuchsen einfach nicht! – Abgesehen davon wurden sie aber tatsächlich in verschiedenen Ländern geboren und verbrachten trotzdem ihre gesamte Kindheit in trauter Zweisamkeit. Der orbitale Kindergarten mit optimaler Verkehrsanbindung an`s Transporternetz machte es möglich! Dort lernten die beiden auch schnell, wie viel man zusammen erreichen konnte: Nämlich nix.

Man schwor gemeinsam einen Blutschwur (bei dessen Zeremonie Wodka und Langkornreis eine nicht unerhebliche Rolle spielte), dass sich dieses niemals ändern sollte und besuchte zusammen die Akademie für die beidhändige Bedienung von Schiebereglern… Da Chekov sich von der komplizierten Materie überfordert fühlte („W`o ist därr verrd`ammte Schibber, den ich rägeln soll?!“), änderte er sein Fachgebiet schnell auf L&C. Im Klartext:“Look and cry“…

Ein kompliziertes Simulationssystem bereitete ihn akribisch auf seine zukünftige Aufgabe vor, Haushaltsgegenstände und Spinatflecke zielsicher zu benennen. Eine Fähigkeit, die damals noch sehr von Nutzen war, um den Captain das Aussehen fremder Schiffe zu beschreiben…

„Cäp`tin! Cäp`tin! Was irst das dorrt auf dämm Schirrm??“

Ein weiterer Vorteil war, dass man den Absolventen behutsam auf die Aufgaben vorbereiten konnte, die bei einem Weltallbesuch für ihn persönlich angedacht waren…

Zum damaligen Zeitpunkt war es auch sehr wichtig zu wissen, von was man überhaupt nichts verstehen durfte… Der Grund war einfach: Da die damaligen Captains noch aus Saloons und Baumschulen rekrutiert wurden, brauchten sie stets jemanden, der ihnen ein Gefühl von Autorität und Kompetenz gab. So hatten also selbst die scheinbar dööfsten Fragen noch eine Berechtigung, wie z.B.:

„Habben wirrr sie getrroffen?!“

„Was ist einne Superrnova, Cäp`tin?“

„Sind wirr in Gä`farr??“

Dass die rustikal-frechen Antworten (in diesem Falle: „Ja!“ – „Ein satter Sternenrums!“ – „Gefahr ist mein Fachgebiet, mein Junge!“) gleichzeitig auch dem beschränkten Südstaaten-Zuschauer weiterhalfen, wusste man damals noch nicht. Erst Jahrzehnte später war bekannt, dass alles in einer weit, weit entfernten Dimension von Fernsehzuschauern verfolgt werden konnte, woraufhin man die Technik verbal verschlüsselte… Dafür aber durch Abnehmen der gefleckten Fototapete fremde Raumschiffe als solche erkennbar machte…

Chekov jedenfalls erhielt das begehrte Nixraller-Diplom in absoluter Rekordzeit, nämlich nach 250%iger Überschreitung der Regelstudienzeit. Bei einem Diplom wie diesen bedeutet dies verständlicherweise einen riesigen Pluspunkt… Dazu kam bei der Einstellung in die amerikanische Sternenflotte ein weiterer Vorteil: Chekov durfte helfen, die Quotenvorgaben zu erfüllen, die einen Ausländeranteil von 90% vorsahen, während die Amerikaner 95% der Verantwortung zu tragen hatten… Wobei die fehlenden 5% irgendwie alle etwas mit der Reinigung von sanitären Einrichtungen zu tun hatten…

Wichtig war nur, dass die Ausländer als solche zu erkennen waren. Auch hier merkte man deutlich, dass dies nicht etwa verkrampft oder gar bemüht wirkte. Also auch NICHT so, als müsste man einem Fernsehzuschauer mit einer Moralkeule das Großhirn dressieren: „Sitz!“ – „Platz!“ – „Toleriere!“ – „Fremde!“ – „Kulturen!“

Nicht doch! – Daher ist sicher auch nur dem Zufall zuzuschreiben, dass dem Vorzeigerussen (optisch nicht als solcher zu erkennen) ein Dialekt entwich, der den Einsatz von Distanzwaffen eigentlich unnötig gemacht hätte. – Während Freund Sulu (der mit den seltsamen Augen) NICHT dafür sorgte, dass seinen Freunden lärmende Zusatzkühler für ihren Universaltranslator in den Hinterkopf implantiert werden mussten…

Wie auch immer: Im Rahmen einer betriebsbedingten Entmündigung wurden beide eines Tages auf die USS Enterprise versetzt… Und sie enttäuschten beileibe nicht in der inoffiziellen Weltmeisterschaft der Klischees: Während sich Sulu bei einem dringenden Toilettengang schon mal mit dem Samuraischwert durch die Pappwände hächselte, faselte Mamasöhnchen Chekov ständig von „Mütterrchen Rrrussland“… – Wobei nach der Meinung Chekovs die einzigen Verdienste seines Landes daran lagen, sinnlose Sprichwörter zu entwickeln, die allesamt auf ein Wodkaproblem ihrer Verfasser hindeuteten…

Wenn dann noch etwas Zeit blieb, ließen sich Sulu&Chekov chirurgisch den Nationalstolz vergrößern, betätigten sich als Zeit- oder Wetteransager oder ließen sich von fremden Lebensformen solange an der Nase herumbohren, bis Kirk heldenhaft seinen Oberkörper entblößte und die Feinde dadurch in die Flucht schlug…

So kam es dann auch schon mal vor, dass Chekov in einer Westernstadt erschossen wurde, während Sulu die Enterprise halluzinierend durch ein 120-teiliges Messerset zu steuern glaubte… – Wie? Nein, das sind keine besonders unsinnigen Bildvergleiche oder Wortspiele, wie ihr es sonst vom ollen Klapowski gewohnt seid. Alles echt! – Echt!

Dass die Beiden sehr viel später zu ausgewachsenen Captains aufsteigen durften, ist daher wohl nur der sozialen Ader einiger mitleidigen Drehbuchautoren zu verdanken und rehabilitiert die nutzlosen Kindsköppe keineswegs. Denn wie wir auch teilweise durch Zeitreisen wissen, mutiert jedes Crewmitglied, das ein Glas Wasser ohne Hilfestellung bis zum Captain tragen kann, nach spätestens 20 Jahren selber zum Captain, Admiral, Botschafter oder Nationaltrainer…

Da fällt mir ein: Ich kann mich gar nicht daran erinnern, was aus Uhura geworden ist! Ist sie Föderationspräsidentin geworden oder doch nur Kauffrau für Bürokommunikation? – Wer die Antwort ernsthaft weiß, der schreibe mir bitte eine kurze Mail…

Sulu und Chekov haben es jedenfalls geschafft: Für mich gehen sie als erste Crewmitglieder in die ST-Geschichte ein, die nicht in die ST-Geschichte eingingen. Aber da habe ich wohl die Rechnung ohne die Fans gemacht…

Apropos… – Ober? Ich möchte zahlen!

„Zallen sie barr oder mit Kräditt-Karrtä, därr Härr?“

(dk)


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Artikel

von Klapowski am 01.01.02 in Pourquoi, Gene

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Kommentare (5)

  1. Gast sagt:

    Sehr schoen.

  2. Gast sagt:

    Uhura lehrt an der Akademie, so steht´s im Buch "Die Rückkehr" welches vom Chef Shatner persönlich verbrochen wurde. Ich glaub für´s Bälgerhüten haben sie ihr sogar nen Admiral spendiert.

  3. Gast sagt:

    Admiral für Windelwechseln!!!!!!
    hoher Rang aber Scheiss Job!!!!!!!!

    Ich will nich für klein Popel Checknixkopf und klein Hinterlader Schwulu den Bimbo spielen!!!

  4. maltinator sagt:

    ist das hier eine anti-startrek-seite? dann bin ich hier wohl falsch.

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