Film- und Serienkritiken

Ernsthafte Kritiken zu Film und Serie.

Game Of Thrones – 8.06 – „The Iron Throne“ – Kritik

„Guten Tag, Herr Klapowski.“
„Zeugen Jehovas, sogar HIER?“
„Nö, wir sind die ‚Wilden Kröner‘. Wollen SIE unser König werden?“
„Hm… Was bringt mir das denn?“
„Schauen Sie doch einfach in diese kleine Broschüre, während wir ihnen den roten Mantel umlegen, ja?“

Das war sie also: Die letzte Folge einer Staffel, bei der sich Vieles wie das „Allerletzte“ anfühlte. Der prall gefühlte Storyballon durfte nun also unter einem knatternden Geräusch seine Luft verlieren, während Tyrion „zur Strafe“ zum dritten Mal die ausführende Hand eines Herrschers sein muss. Oh, diese arme, gequälte Kreatur!

Aber fangen wir zuerst mit dem Positiven an:

– Die anfänglichen Bilder in der zerstörten Stadt: Unglaublich intensiv und ruhig!

– Die Bilder rund um die (per Zellteilung erneut vermehrten!?) Unbefleckten vor der Stadt: Unglaublich … okay!

– Die Bilder rund um Königin-„Böse über Nacht“-Daenerys: Unglaublich manipulativ und billig!

Ja, hier haben wir ihn wieder: Den ewigen Kampf zwischen „Gutes Thrones“ und „Schlechtes Thrones“. Jenes bipolare Stiefgeschwisterchen der Ursprungsserie, bei denen die starken und schwachen Szenen wie bei einem
schlechten Rollenspiel ständig neu ausgewürfelt werden. Befand man sich eben noch in einer düsteren Szene, in der alles hoffnungslos erscheint und man anhand von Augenzuckungen und Ohrengrübchen die Motive der
Charaktere zu lesen versucht (= Tyrion & Jon neben Danerys), so werden wir schon Sekunden später in ein schnarchiges Schwafelfest geworfen. Eines, bei dem man sich die Glückskeksweisheiten irgendwann mit Drachenfeuer aus den Ohren spülen will.

„Hinsetzen, wir schreiben einen Test: Wenn von einer mittelgroßen Armee die Hälfte der Leute in 8.03 stirbt und danach in 8.05 noch mal einige sterben… Wie viele Leute sind danach übrig?“ – „Äh, doppelt so viele, als jemals gezeigt wurden?“ – „Fast richtig! Die Pferde haben sich nämlich vervierfacht.“

Vor allem Tyrions Gespräch mit Jon sei als Negativbeispiel erwähnt:

„Sie hat sie alle verbrannt. Doof, oder? Ihr müsst sie aufhalten, Jon!“
„Ich … ich weiß niiicht. Ich bin doch dieser unentschlossene Charakter, der immer das Falsche macht und über dem Kamin ein Nackedei-Pin-Up-Poster zum Thema ‚Ehre‘ hängen hat?“
„Aber sie hat sie alle tot gemacht. Okay, auch die BÖSEN Männer. Aber nicht nur die BÖSEN. Auch die Kinder. Also die GUTEN! Gut… Böse… Blabla-böse-gut. Blabla-B(l)öse-Bla.“ (*2 Minuten laber*)
„Och nöööö. Da müsste ich ja schooon wieder was entscheiiiden. Das habe ich doch erst letztes Jahr gemacht, als ich beim Eismann zwischen ‚gefrorenem Brackwasser‘ und ‚gefrorenem Teichwasser‘ wählen musste.“
„Ich verstehe euch ja, doch ich selbst… Blabla… Früher… Prostituierte… Vater ermordet…. Blabla… Habe mich oft geirrt… Blabla… (*Serienjunkies.de-Zusammenfassung einflecht*) Varys betrogen… Blabla.“ (*2 Minuten laber*)
„Okay. Ich guck dann mal…“ (*rausgeh, Daenerys abstech*)

Im Ernst: Nichts gegen ein paar überzeugende Dialoge und ruhige Momente, aber DIESES oberflächliche Geschwafel um Gut und Böse, dem längst jede Ambivalenz geopfert wurde, hätte man auch in einem Drittel der Zeit erledigen können. Oder, noch besser: In GAR KEINER! Denn das Gespräch ist eigentlich VÖLLIG unnötig und lässt Jon als schwachen Charakter dastehen, dem das Offensichtliche auf die Nase gebunden werden muss. Wäre es nicht praller gewesen, wenn Jon in der Stadt herumgelaufen wäre, um zusammen mit den Überlebenden ein paar tote Kinder von der Straße zu kratzen? Von mir aus auch in einer etwas distanzierten Weise gefilmt, wie die allerersten Shots dieser Episode?

Auch der Moment des Verrats an Daenerys war an emotionaler Langeweile kaum zu überbieten. Hier gab es sogar den Klischee-Klassiker „Beim Knuddeln von vorne erstochen“. Dabei wäre es das stärkere Bild gewesen, wenn Daenerys bereits auf dem Thron gesessen hätte, während Jon neben ihr steht. Zusammen schauen sie dann vermeintlich in eine gemeinsame Zukunft – wobei sie einen Monolog hält, während die Kamera laaangsam auf ihr Gesicht zufährt. Bis dann von der Seite ein Schwert an ihre Kehle geführt wird. Und sie blickt nur cool zur Seite und sagt: „Wenn du das tust, wird es niemals enden!“ oder „Du tötest die Zukunft der Welt“ oder „Ich wollte eigentlich mit dem Rad nach Hause fahren. Aber es ist wohl gerade zerbrochen.“

Aber nein, stattdessen bekommen wir einen letzten Moment der beiden, der sich emotional so anfühlt, als hätten beide simultan in die Hose gepullert. Getreu dem Motto „Ups, ein Malheur“, das man inzwischen auf die gesamte 8. Staffel ausdehnen darf.

„Tut mir Leid, dass ich dich betrügen musste. Aber meine Auftraggeber haben mir zum Geburtstag einen zweiten Gesichtsausdruck versprochen!“ – Von der Pike auf gelernt: Pieksen. Jon ist froh, die Untoten alle erledigt zu haben. Denn jetzt besitzt er das alleiniges Monopol auf willenloses Rumgeistern im Emo-Look.

Klar: Natürlich ist der Moment, in dem der Eiserne Thron schmilzt, ein starkes Bild. Aber ihn einfach zu demontieren, wie man die Serie selbst demontiert hat, ist jetzt nicht der Gipfel des künstlerischen Ersch(l)affens. So hätte der Thron auch nur leicht angeschmolzen sein können. Was dann auch gleich eine schöne Szene mit König-*Würg*-Bran ergeben hätte, wenn er hätte sagen können: „Er tut seinen Zweck. Ist doch eh nur ein Stück Metall, Leute.“ – Denn bescheiden ist der glubschäugige Rabe ja, das muss man ihm lassen.

Noch schlimmer wird alles aber noch, als Jon und Tyrion in Gefangenschaft weilen – und man aus irgendeinem Grund Tyrion (nicht etwa Jon!) an Ketten vorführt. Und zwar direkt vor Sansa, Bran, Sam, Breanne und zig anderen „wichtigen“ Figuren im Stuhlkreis. Hauptsache, man hat alle schon mal gesehen. Da darf dann auch gerne mal ein Schmuggler abhängen. In der letzten Folge darf halt jeder noch mal ran. Hier spielen wir quasi „Ringelpiez mit Ramsch-lassen“.

Während nun alle recht ratlos vor den Trümmern der ratlosen Showrunner-Phantasie stehen („Öh, wählt halt mal einen König aus, oder so?“), erhebt sich plötzlich Sam und „erfindet“ mal gerade die Demokratie. Völlig zu Recht wird er dafür lauthals ausgelacht. Denn in Westeros dürfte so etwas gleich nach der Entwicklung des Jugendamtes oder einer Straßenreinigungsamtes auf der Bullshit-Liste rangieren.

Doch als der Gefangene(!) Tyrion den Vorschlag einen Moment später wiederholt und dabei nach einem leise gemurmeltem „Ene Mene Miste“-Spruch auf Bran zeigt, sind alle plötzlich einverstanden, genau DIESEM Mann in seinem eisernen AOK-Thron zu folgen. Warum auch um etwas kämpfen/diskutieren, das 8 Staffeln lang als der Heilige Sitzfleisch-Gral galt? Das wäre ja *Nase rümpf* ekelhaft konsistent!

„Ich habe keine Gefühle mehr und will auch nix mehr erreichen!“ – „Prima! Wir krönen dich auf den Namen ‚Ewiges Merkel‘, mein Junge!“ – Auserwählt auf Krankenschein: Niemand kann sich einen besseren König vorstellen als diesen Buben, der an diesem Ort eigentlich nur kuuurz nach einem Urinkatheter fragen wollte.

Warum Bran es nun wird? Na, weil der das „Gedächtnis der Welt“ ist. Wie genau das jetzt funktioniert, wo man bei ihm umblättert, um das Wissen abzurufen und woher die anderen den schweigsamen Rotzlümmel jetzt so gut kennen, um ihn zu „wählen“, das bleibt im Dunkeln. Ebenso wie die Antwort auf die Frage, warum Grauer Wurm plötzlich auch keinen Bock mehr auf Macht zu haben scheint. Hier hätte mich ja besonders interessiert, wie er auf Jons (nicht gezeigtes) Geständnis reagiert hat: „Öh… Ich habe irgendwie deine Lieblingskönigin angepiekst. Oder so. Sorryyyy…“ – „Öh, ja. Danke für deine Offenheit. Dann ab in die Besenkammer. Wir entscheiden 5 Bart-Zentimeter weiter dann einfach mal, was passieren wird.“

Generell fällt auf, dass von den früher so geschliffenen Dialogen nicht übrig geblieben ist. Daher übersetze ich mal folgende Daenerys-Aussagen in den Sprachduktus der ersten Staffeln.

– „Wir müssen alle, auf der gaaaanzen Welt, von den Bööösen befreien!“ (Übersetzung: „Ich hörte auf meinen Reisen von Verbrechen im Süden und Greultaten im Norden. Meint ihr nicht, dass auch diese gesühnt gehören?
Was macht diese Menschen weniger rettenswert als die hiesigen?“)

– „Wir müssen alle Verräter töten. Egal, wie weh es uns tut. Sonst können wir keine neue Weltordnung erschaffen.“ (Übersetzung: „Es geht nicht mehr um einzelne Personen, Jon. Es geht um das Große. Es geht darum, die richtigen Berater auszuwählen – damit nicht die Falschen uns erwählen.“)

Aber immerhin hatte der Drache am Ende die Güte, seine tote Mutti sanft in die Krallen zu nehmen und fortzutragen. Haaach… So schön einfach kann Fangirl-Fantasie aus dem BRAVO-Sonderheft (mit Starposter!) manchmal sein! – Ne, im Ernst: Die Drachen gingen mir am Ende eh völlig auf die Eier. Hängen ständig dramaturgisch perfekt ab, um passende Bilder und Situationen zu kreieren, sind dabei aber suuuper unabhängig, schlau, animalisch, lassen sich dafür aber wie eine perfekte Videospielfigur fernsteuern, sobald man draufsitzt. Eben so eine Art „feuerlegende Wollmilchsau“.

„Oh, nun also wieder ein Feuerspeien, bei dem nicht gleich alle Wände explodieren? Ich schätze es wirklich, wenn Regierungsmitarbeiter so eine Flexibilität an den Tag legen!“ – Ein speiübles Serienfinale: Dass der Drache freundlicherweise abzieht, hilft bei der schnellen Abwicklung der Serie. Benioff und Weiss hatten schließlich einen kurzfristigen Termin beim Ferrari-Händler.

Auch hier zeigt sich wieder, dass 6 Folgen absolut zu wenig waren, um alle Wendungen atmen zu lassen. So hätten 1-2 Episoden rund um Daenerys neue Herrschaft durchaus geholfen, um uns kurz im Ungewissen zu lassen.

Geholfen hätten auch ein paar sympathische Szenen mit den zweieinhalb überlebenden Bürgern der Stadt, die uns erneut kurz zweifeln lassen, ob Dani nicht doch ab jetzt eine gute Königin werden könnte. („Okay, ihr habt jetzt die Stadt für euch alleine. Und ihr habt Glück, dass die Mieten gerade gefallen sind. Äh, und die Mietshäuser.“)

Völlig affig wird es dann, als König Bran seinen neuen Beraterstab zusammenruft. In dem mal gerade neu gebauten Besprechungsraum (oder lag das Konferenzzimmer auf dem Land?!) wird nicht etwa über die zigtausend Toten gesprochen oder wenigstens mal einer der Überlebenden gezeigt (früher gab es doch so schöne Audienzen in der Serie!), sondern darüber gewitzelt, ob Bordelle oder Schiffe jetzt wichtiger sind. HAHAHA! – LOL! Aufräumen nach dem Massenmord, ganz ohne Infrastruktur, Armee und Gold! Immer ein echter Lacher für einen wahllos nach Fanwünschen(?) zusammengestoppelten Beraterstab! – Inklusive Bronn.

Und was macht Bran? Wird von seinem debil grinsenden Zivi reingerollt, murmelt irgendwas von wegen „Ihr macht datt schon!“ und rollt wieder raus. Die neue Staffel „Raben-Vision“ kommt ja heute – die will er sich unbedingt ansehen!

„Oooh! Ein Fanservice-Vierte-Wand-Metaebenen-Gag zu meinem ersten Arbeitstag. Das ist aber lieb, Leute!“ – „Wartet nur ab, Meister Tyrion! Ihr habt ja die neuen Schilde in Form von GoT-Blu-Rays noch gar nicht gesehen!“

Die letzten Minuten habe ich dann im Halbschlaf (Schlummer is coming!) verfolgt…

Verstand ich das richtig? Nachdem man mal völligst die gesamte Handlung vereinfacht und dekonstruiert hat, sollte man plötzlich wieder bei den epischen Schlussbildern mitfühlen? Zum Beispiel bei Arya, die mal gucken will, was im Osten(?) so für Länder rumlungern (weiß natürlich keiner, aber wenn SIE dahin will, fährt sofort ein Schiff hin?). Tja, blöd nur, dass einem das bereits völlig egal ist.

So auch die Tatsache, dass Jon plötzlich wieder zu seinem Schattenwolf stößt und sich per WhatsApp wieder mit den zuvor abgedampften Wildlingen verabredet. Aber immerhin ist das sinniger, als wieder an der Mauer zu wachen – was ja seine eigentliche Aufgabe wäre? Aber zugegeben: Ganz ohne nicht-verwesende Arbeitskollegen (Ende von Staffel 7, remember?) wäre das natürlich etwas öde… Außerdem zieht’s da doch so durch, seitdem die halbe Mauer weg ist…

Was bleibt, ist eine erschreckend schnarchige Schlussfolge, in der Tyrion sich Kraft seines „Argumentations-Armors“ aus jedem Schlamassel faselt. Und Jons großes Schicksal war es also, mit leidendem Blick die wehrlose Drachenkönig zu ermorden, um dann in der Pampa zu versauern.

Wobei ich Teile des Endes durchaus okay finde, aber halt nicht in der Art, dass Armeen, Zivilbevölkerung und Gebäude sich vervielfältigen oder verflüchtigen – je nachdem, wie man es gerade braucht. Bei GoT stellte sich am Schluss auch nicht mehr die kosmologische Frage, ob sich das Universum ausdehnt oder zusammenzieht. Denn hier war es stets beides gleichzeitig. So wie bei Discovery will man den Kuchen aufessen und doch behalten, Scherze bringen, aber dann doch ernsthaft sein, Charaktere entwickeln, sie dann aber am Ende stets das Gleiche machen lassen. Oder gar nichts.

Die Aussage, dass Macht verführt und gefährlich ist, passt zwar zu den bisherigen Staffeln, hätte aber nicht mit billigen One-Linern vermischt werden dürfen. Denn was interessieren mich Bronns Hurenhäuser, wenn ich als ernsthafter „Civilization 6“-Spieler wissen will, wie man jetzt Happa in den Kornspeicher bekommen soll?!

Was bleibt, ist eine Eigenparodie, in der mal schnell alle (un)wichtigen Storyelemente abgehandelt werden (*Cersei aus kleinen Schutthaufen wühl*), um zu irgendwelchen unpassenden Schlussfolgerungen in Sachen Demokratie, Behindertenförderung, Random-Begnadigungen und Magic-Wiederaufbau zu gelangen.

„Okay, regt euch nicht mehr auf. Ich streichel den blöden Wolf ja schon! – DA! Und DA! Und HIER noch eine Handbewegung! Nimm das, CGI-Großrechner!“ – Mental eingeschneit: Warum Jon Snow sein Tierchen wegschickte, damit es 2 Folgen später wieder am Start ist, ist nicht so recht zu verstehen. Eigentlich kenne ich diese Dramaturgie nur von „Tiere suchen ein Zuhause“ beim WDR. („Joah. Unser kleiner Schatti war leider schwer vermittelbar…“)


Fazit: Selbst für eine Serie, die nicht GoT heißt, wäre das ein ernüchterndes Ende gewesen.

Hier drückte man aus allen Rohren und Hirnwindungen einfach mal ein paar abschließende Entwicklungen in’s Fanfiction-Buffet, bei dem wenig Raum für Mystik oder (realistische) Politik bleibt.

Der Gott des Feuers ist ebenso auf Langzeiturlaub gegangen wie die Kinder des Waldes und der Nachtkönig. Aryas Assassinengilde blieb ein bloßes Steuerspar-Paradies für Hannibal-Lector-Imitatoren, Jons Auferstehung eine nervöse Kurzschlussreaktion höherer Wesen und die Drachen eine staatlich verordnete Plot-Maßnahme. Außer Fressen, Speien und Knurren taten die ja nicht viel… – Vielleicht noch Sterben.

Kein einziger Handlungsstrang wurde mit Liebe (zum richtigen Timing) abgeschlossen, während die Logikfehler auf epischen Drachenschwingen hereinrauschten.

Das Experiment „High-Class-Fantasy-TV“ darf somit erst mal als gescheitert angesehen werden.

Wertung als stinknormale TV-Serie:

ACTION
HUMOR
TIEFSINN
ALLES IN ALLEM

Wertung als GoT-Folge:

ACTION
HUMOR
TIEFSINN
ALLES IN ALLEM
SPARKS MICKRIGER MEINUNGSKASTEN
Ein Staffellauf im Rollstuhl
Oh. Was für ein schönes Finale. So aufwändig. So stimmungsvoll.

Und vor allem so WITZIG!

– Jaime und Cercei hatten sich anscheinend die einzige Stelle im Keller ausgesucht, wo man hätte erschlagen werden können. Oder hat vor Tyrions Szene noch schnell die Putzfrau durchgewischt? (ICH hätte mich ja in so einem Schädel versteckt!)

– Jon versuchte die Exekution der Soldaten durch Grauer Wurm zu verhindern, ging dann aber weiter. Und trifft fast direkt danach auf Grauer Wurm vor Daenerys neuer Wohnung. („Shit! Jetzt muss ich mich beim grausamen Abmurksen wieder hetzen, damit ich noch ungesehen diesen Jon Schnee überholen kann. Gnaaah!“)

– Armer Drogon. Hilft Jon Schnee extra beim Verschwinden lassen von Dennys Leiche („Die wollte nur mal ihr neues Königreich bewundern. Komm bestimmt gleich wieder!“ *pfeifend die hände in die fell-taschen steck*), was Jon aber direkt mit seiner… würg… Ehrlichkeit ruiniert.

– So beliebt war Denny wohl doch nicht als Königin. Grauer Wurm war zwar etwas angepisst, aber der restliche Anhang scheint mit ihrem Tod ganz gut klar gekommen zu sein. Hätte ja etwas mehr Gemeuchel und Geplünder erwartet, gerade von den Dothraki. Stattdessen werden kollektiv die restlichen Urlaubstage genommen und man verpisst sich nur zum nächsten Sandstrand??

– Jon wird als Kompromiss-Betrafung (mal wieder) zur Mauer geschickt. Hätte er sich nicht nur kurz im Keller verstecken können, da sich die Unbefleckten ja kurz darauf eh verdrückt haben?

– „Das Buch hier ist unser LIED VON EIS UND FEUER. Versteht ihr? Hä? Hääää???“ *irre in die kamera guck*

Immerhin wurde in Sachen Auflösung sehr schön meine Erwartung unterwandert, indem man einfach die LANGWEILIGSTE Möglichkeit wählte. Schräger Schluss mit Drache Drogon als Chef? Zu unrealistisch… nächste! Eiskönig kommt plötzlich zur Tür herein mit Königsmund-Zombies als Anhang? Zu unerwartet… nächste! Es macht puff und der oft erwähnte Feuer-Gott schnappt sich einfach den Thron? Zu… guuuut?!

Doch ob doofes oder geniales Ende, grundsätzlich hoffte ich zumindest auf etwas unerwartetes. Etwas kreatives. Doch was passiert? In bester Fanfiction-Manier erhalten alle Überlebenden so knorke & gut bezahlte Chefsessel-Positionen, dass selbst die korrupte Leiterin einer Behindertenwerkstatt ganz neidisch dreinblicken würde.

Was uns zum besten Beispiel bringt, nämlich Brandon „Ich glotz seit mehreren Staffeln scheel & stumm vor mich hin“ Stark. Deren Ernennung zum Chef hatte fast schon etwas Sketch-artiges. Tyrion verfügte, trotz Handfesseln, immer noch über die nötige Macht für eine ausschlaggebende Nominierung, welche Bran mit einem besonders intensiven Glotzblick für sich festigte („Oooh, ich als Edelmann bin ebenfalls für diesen schweigenden Schluck in der Kurve im Rollstuhl! Für ein mächtiges Königreich, jahaaa!“). Überhaupt, warum Sam & Co. da überhaupt mitreden können würde ich gerne mal wissen. Und die Autoren wohl auch.

Normal lustig fand ich aber die Selbst-Nominierung von dem Fisch-Onkel und das darauf folgende Fremdschämen. Jahrelang im Knast hocken und dann auch noch Wünsche haben, das haben wir gern!

Fazit: Schade. Soviel Vorarbeit und Aufwand wurde auf den letzten 100 Metern geschmälert und man weiß nicht einmal so genau, warum eigentlich. Wollten die Macher endlich mit ihrem Star Wars-Projekt loslegen? Hatten es die Darsteller eilig damit, endlich aus ihren Rollen zu schlüpfen? Vermutlich eine Mischung aus beidem. Fest steht nur, dass die Serie durch zu viele Abkürzungen nicht das runde Ende erhielt, welches sie verdient hatte.

Und auch wenn uns noch die vielen Staffeln davor bleiben, ein erneutes Ansehen wird einem dadurch auch ein bisschen versaut.

Kurz, viele tragen hier die Schuld. Aber auf EINEN können wir uns bestimmt ALLE einigen:

Wertung: 5 von 10 Punkten


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von Klapowski am 22.05.19 in Serienkritik

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Kommentare (13)

  1. GrosserHumungus sagt:

    Ich fand es gut, dass den ganzen „Wohlfühl-Narrativ“-Zuschauern eine Fascho-Daenerys präsentiert wurde. Wie in „Die Welle“ nur in light und mit dem Holzhammer.

    Aber es ist schon traurig, wenn die einzige Genugtuung welche ich aus dem Staffelfinale ziehe, diejenige ist, das es einigen Zuschauern jetzt so geht wie mir seit Staffel 6.

  2. Serienfan sagt:

    Die Hollywood-Versionen von Merkel und Schäuble verwalten also künftig Westeros.

    Hmpf!

    Klar. Denn die einzige mit einer politischen Vision … erwies sich ja auch als wahnsinnig. Muss sie ja sein.

    Veränderungen … Ne, sowas gefällt sowas der millionenschweren Hollywood-Elite (und dazu zählen auch inzwischen die Autoren) gar nicht. Liberales Make-up, klar! Das geht immer. Aber ansonsten doch bitte nur stumme Strohpuppen in der Politik.

    Dazu passt natürlich der unerschütterliche US-Irrglaube, ein „Tyrannenmord“ sei die Lösung für sofortigen Frieden. Schließlich ist das die Lüge, mit der man in den letzten Jahren so ziemlich jeden Krieg gerechtfertigt hat.

    Blöd nur, dass es so nie läuft. In der „Realität“ würde jetzt über Jahrzehnte hinweg in Westeros ein Bürgerkrieg wüten, und am Ende wäre das Chaos schlimmer als eine Regentschaft unter Cersei.

    Und ja, „Game of Thrones“ HATTE einst den Anspruch, Glaubwürdigkeit mit einem Fantasy-Setting zu kombinieren. Davon ist am Ende wirklich gar nichts mehr übrig geblieben.

    • Grinch1969 sagt:

      Danys Ansprache und die Rede im Thronsaal hat keinerlei Zweifel daran gelassen welches Schicksal den anderen Ländern Westeros blüht sofern sie nicht das Knie beugen. Ja, sie war wahnsinnig.

    • Serienfan sagt:

      Natürlich war sie wahnsinnig. Aber sie war auch die ganze Serie über die einzige Figur, die nicht nur Macht wollte, sondern auch davon sprach, Zustände zu verbessern. Genau so jemanden erklärt man in Hollywood für wahnsinnig.

      Das lässt tief blicken. Es ist kein Zufall, dass ein Großteil von Hollywood eben nicht Bernie Sanders, sondern Hillary Clinton unterstützt hat. Und jetzt wiederholt sich der gleiche Zinnober mit Joe Biden.

      Denn die Moral von der Geschichte: am besten ist jemand ohne politische Vision. Und sobald der Tyrannenmord vollbracht ist, ist alles Friede Freude Eierkuchen.

    • Eddi sagt:

      Also bei aller Liebe, in diesen Kaninchenbau kann ich dir nicht folgen.

    • Grinch1969 sagt:

      Wenn die politische Vision dahin geht alle zu töten die sich nicht unterwerfen stoße ich sicherheitshalber noch ein dutzend Dolche hinterher hinein. Brutus ick hör dir trapsen. Sie war eine Adolfine Hitler und gutes wollen hat leider schon sehr viel schlechtes gebracht in der realen Geschichte der Erde.

  3. G.G.Hoffmann sagt:

    Klingt großartig. Da freue ich mich aber schon, wenn im Herbst die Blu-ray erscheint und ich auch endlich sehen kann, was da oben steht.

    Ich bin ja nicht so der SPOILER-ALARM!-Typ. Wann hat eigentlich diese Albernheit angefangen, dass selbst in seriösen Publikationen über jeder Film-/Serienrezension groß SPOILER-ALARM steht? Ich meine: entweder man will bereits vorher etwas erfahren und liest solche Artikel oder man lässt es. Wie blöd muss man sein, sich darüber zu beschweren, dass man in einem Artikel etwas ERFÄHRT? Oder ist die Jugend schon so daran gewöhnt, dass heutige Publikationen keine relevanten Informationen mehr enthalten, dass man vor Neuigkeiten eigens warnen muss?

    In den Filmtrailern der 60er, 70er und 80er wurde im Prinzip ja schon die ganze Geschichte einschließlich aller Höhepunkte und Wendungen gezeigt. Heute hält man es für angezeigt, nicht nur das Publikum, sondern sogar die Schauspieler und Synchronsprecher im Unklaren zu lassen und ihnen nur noch Schnipsel aus den Drehbüchern anzubieten, damit sich bloß niemand in seine Rolle einfinden und die schlechten Geschichten verraten kann.

  4. Grinch1969 sagt:

    Ich bin im Großen und Ganzen zufrieden. Alle Personen die einen die letzten Jahre begleitet hatten hatten ihre Moment (auch wenn sie nur im Schutt rumlagen). Der Drache erwies sich, wie schon vor ein paar Folgen, als intelligenteste Kreatur der Serie der den Menschen ihr Spielzeug kaputt gemacht hat. Ansonsten hätte man halt ein paar Folgen mehr gebraucht zu denen allerdings das dringend benötigte Backgroundmaterial gefehlt hat, Martin sei Dank.

    Gescheitert ist das Ganze am fehlenden Talent ohne Bücher die Figuren weiterzuerzählen. Das Niveau haben andere Serien aber tlw. noch nicht mal in entferntester Aussicht. Mich hat, trotz aller Mängel, diese Serie auf sehr gutem und später nur noch befriedigenem Niveau unterhalten.

  5. TUB_Stephan sagt:

    „Oder ist die Jugend schon so daran gewöhnt, dass heutige Publikationen keine relevanten Informationen mehr enthalten, dass man vor Neuigkeiten eigens warnen muss?“

    Nee, würde ich nicht sagen. Bei Folge 4 stand ich mit ein paar Studies zusammen, unterhielten uns über die „Handlung“. Es kam jemand dazu, hörte, dass wir über GOT redeten und rastete voll aus, Spoiler!! bah, blah, bah. Wir haben ihn ignoriert, da tritt der einen dann gegens Knie.
    Ich hätte den fast um…cht. Und der Typ ist normalerweiße ähm normal.
    Später bemerkte jemand über diesen Spoiler, haten Quatsch ganz treffend:
    „Wir leben in einer Mimosengesellschaft.“

    Zu GOT, da ich nach Folge 3 ziemlich enttäuscht war und der Rest sich eher wie eine Abarbeitung einer Stichpunktliste anfühlte, will ich garnicht soviel mehr dazu schreiben, als das die Finale Folge dann doch nicht so schlimm wie erwartet wurde.
    Komisch fande ich Brans Antwort, als Tyrion ihn fragte König zu werden: „Sonst wäre ich nicht den ganzen weg gekommen.“ Ähm, hat der das alles geplant. Gabs ’ne Absprache mit den Nachtkönig?! Hat er Dany in der Nacht ständig ins Ohr geflüstert „Metzel sie alle!“

    Ein Ende mit Schrecken, die Hauptsache ist, es gibt keine weiteren 20 Folgen auf diesen „Niveau“

  6. Nestroy sagt:

    Also ich muss sagen das war die beste Folge von Staffel 8!
    Zugegeben, auch mich hatte diese letzte Staffel weit weniger beeindruckt/gefallen (und ich bin bestimmt weit unkritischer als 90% der sonstigen Leser hier, da mir die GoT-Staffeln 5-7 durchaus zugesagt haben, mit Ausnahme einiger sinnloser Tode gegen Ende und diesem merkwürdigen Dorne-Storystrang), doch das Finale war für Staffel 8-Verhältnisse GUT!!

    Es ist zwar schade, dass Daenarys‘ Charackter augenscheinlich um 180 Grad von der Heilsbringerin zur wahnsinnigen Diktatorin gedreht wurde, doch bei näherem Nachdenken stimmt es schon, dass Anzeichen für ihren Zorn und ihre Zügellosigkeit bereits immer schon vorhanden waren und sie früher situationsweise nur durch Berater und Vertraute ausgebremst wurde, die im Finale entweder tot, oder -in ihren Augen- nicht mehr vertrauenswürdig waren.

    Doch außer mit Jons Schicksal kann ich mit allen gezeigten weiteren Werdegängen der Characktere leben, auch mit Brans (trotz einer etwas dünnen Argumentation von Seiten Tyrions) Königskrönung.
    Der Wille der Fürsten von Westeros, ihren König künftig erwählen zu wollen, anstatt eine Lady zu schwängern (Joffrey! Joffrey!), ist übrigens eine nette Anspielung auf das Wahlkaisertum des Heiligen Römischen Reichs im realen Mittelalter! Es war im Endeffekt zwar trotzdem meist am Ende ein Habsburger, der von den Kurfürsten zum Kaiser gemacht wurde, doch musste dieser trotzdem immer zuvor eben gewählt werden.
    Ob ähnliches womöglich ebenfalls in der ungeschriebenen zukünftigen Geschichte Westeros‘ geschehen mag? Also eine ganze Kaiser… pardon, „Königs“dynastie trotz Wahlkönigtums?

    Jons Schicksal empfinde ich wie gesagt als einziges unbefriedigend und quasi auch als „Rückschritt“ (ähnlich zuvor wie Jaime). Da macht er schlimmste Strapatzen durch, bricht seinen Schwur, rettet ein ganzes Volk (Wildlinge!), kehrt von den Toten zurück (nach einer kleinen Messerpiekserei), f**** die Mutter der Drachen und lässt sogar seinen Wolf(!) stehen(!),… nur um am Ende erst wieder an einer völlig irrelevant gewordenen Mauer versauern zu müssen, die sowieso niemand mehr braucht, jetzt wo die Wildlinge best buddies und die Weißen Wanderer vernichtet sind und Grauer Wurm und die Unbefleckten sowieso nicht mehr in Westeros sind zum „nachkontrollieren“??! REALLY?!! Unbefriedigend!

    Aber was Arya im Westen entdeckt, würde mich durchaus interessieren, vermutlich einen neuen Kontinent, DER seinerseits dann Westeros genannt werden würde, während Alt-Westeros dann in „Osteros“ umbenannt werden müsste? Und Essos in „China“?

  7. Teja Amelung sagt:

    1. Die Wahl von Bran ist folgerichtig:

    Bran hat Blutrabes Geist in sich. Und Blutrabe war die beste Hand des Königs neben Septon Barth und Viserys (II). Das ist wie das Gewürz-Gedächnis einer Ehrwürdigen Mutter der Bene Gesserit oder ein Thleilaxu Meister.

    2. Eine dauerhafte Wahlmonarchie ist verhängnisvoll

    Die Republik ist der Monarchie normalerweise überlegen, weil sie Entscheidungen im Konsens trifft, die dann auch auf allen Ebenen leichter umgesetzt werden. Das Volk ist für gewöhnlich weiser und beständiger als ein Alleinherrscher. Wenn ein neuer Kurs erforderlich ist, kann die Republik den Anführer austauschen. Und Tyrannei ist unwahrscheinlicher.

    Das gilt aber nur für Republiken mit breiter Wählerschicht, also Demokratien und gemäßigte Oligarchien. Je breiter das Wahlrecht angelegt ist, um so besser.

    Eine Wahlmonarchie, in der nur die 7 Hochadeligen wählen, hatten wir in Deutschland Jahrhunderte lang. Sie hat die Krone zum Spielball der Fürsten werden lassen und ganz wesentlich zur Zerstörung des Reiches und 600 Jahren Spaltung geführt. Der Höhepunkt war der dreißigjährige Krieg.

    Sobald Bran tot ist, wird es bei jeder Neuwahl zu Machtkämpfen kommen. Das Friedenswerk Aegons I wurde ab und zu durch Dynastische Kriege unterbrochen (Drachentanz, Blackfyre Rebellionen, Krieg der 5 Könige), dazwischen war aber Frieden. Durch eine Wahlmonarchie wird die Krone wieder zum Spielball der Großen Häuser und es gibt wieder Kriege zwischen den Königslanden.

    3. Lösung: gemischtes Wahl-Erbsystem

    Blutrabe hat die Blackfyre Rebellionen selbst niedergeschlagen. Politisch ist das Gespann Blutrabe-Tyrion allen anderen weit überlegen. Ich bin mir sicher, dass jemand wie Blutrabe keine dynastischen Unklarheiten duldet. Vermutlich wird er noch zu Brans Lebzeiten, und das kann ein Jahrhundert sein, dafür sorgen, dass es wieder eine Erbmonarchie gibt. Wahrscheinlich unter einem Sohn oder Enkel von Sansa, Vorbild Schottland 1603.

    Und England hat gute Erfahrungen damit gemacht, dass der Witan oder das Parlament bei Unklarheiten in der Erbfolge per Beschluss einen der Prätendenten zum König gemacht hat. Alfred der Große ist auf diese Art König geworden, nicht sein Neffe Ethelwold. Auch in Westeros hat dieses System Tradition: Jaehaerys I, Viserys II, Aegon V, drei der besten Könige die Westeros jemals hatte, sind gewählt worden. Nur mit Rhaenyra hatte der Reichstag versagt, aber der Drachentanz bahnte sich ohnehin an.

  8. Serienfan sagt:

    Die Debatte nimmt ja auf allen Seiten verblüffende Auswüchse an.

    Da lese ich bei einer Kritik auf Spiegel Online zur Miniserie „Der Name der Rose“ einen Satz wie: „2019 hat sich nur die Anzahl der Frauen erhöht, nicht aber ihr Stellenwert (als Opfer).“

    Ach ne! Da spielt eine Serie im Mittelalter, in einem katholischen Männerkloster. Wie soll denn da bitte eine neue Romanverfilmung rückwirkend den „Stellenwert“ der Frau erhöhen? Und wieso glaubt jemand, darauf hinweisen zu müssen?

    Das ist ungefähr so, als würde man bei einer Neuverfilmung von „Onkel Toms Hütte“ verwundert feststellen: Auch 2019 haben die meisten Personen mit schwarzer Hautfarbe immer noch den gleichen Stellenwert: Sie sind Sklaven.

    Die „Gegenseite“ wiederum behauptet unermüdlich, dass aktuelle Filme deshalb so schlecht sind, weil sie alles einer fanatischen Progressiv-Agenda unterordnen. Diese These kann man getrost als falsch abhaken.

    Mag sein, dass viele Filmemacher oder Filmkonzerne zurzeit glauben, eine progressive Propaganda betreiben zu müssen. Sei es aus Marketing-Gründen, sei es aus Überzeugung. Propaganda-Filme waren aber nie automatisch schlecht oder langweilig, im Gegenteil.

    Selbst wenn sich also das moderne Popcorn-Kino geschlossen in den Dienst der angeblichen „SJW-Propaganda“ stellen würde, müsste es deswegen nicht automatisch so misslungen sein.

    Vielmehr scheint es umgekehrt zu sein. Miserable Filme und Serien geben sich einen progressiven Anstrich und erwarten im Gegenzug bedingungsloses Lob. Was sie in vielen Fällen auch erhalten, gerade im Bereich des Online-Journalismus. Hier muss man sich nur kurz einmal vorstellen, was ein Filmkritiker wie Roger Ebert über einen geistlosen Film wie „Ghostbusters 2016“ geschrieben hätte. Natürlich hätte er an diesem Film genauso wenig gute Haare gelassen wie damals an den „Transformers“-Filmen.

    Doch die heutigen Kritiker loben gern des Kaisers neue Kleider, solange er nur progressives Make-up trägt.

    Für mich ein deutliches Zeichen des Niedergangs des Mediums Film. Denn sehr ähnliches kennt man ja bereits aus der Oper. Da mag eine Aufführung von Wagners „Götterdämmerung“ noch so schwach sein, wenn aber die Rheintöchter am Ende den mit einem Baseballschläger ermordeten Siegfried mittels Flüchtlings-Schlauchboot auf den Rhein schicken, loben die Kritiker brav das tolle und aussagekräftige Schlussbild.

    Nur die meisten Opernbesucher finden es halt scheiße.

    • Serienfan sagt:

      Ups! Sorry, eigentlich sollte der Beitrag unter „In eigener Sache: Zukunftia wird diskriminierungsfrei!“ erscheinen. Vielleicht kann man das ja verschieben! :-)

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