Film- und Serienkritiken

Der Latinum-Standard des Star Trek Universums

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P wie Phaser, der

Nachdem man die Idee von mobilen Hand-granaten auf Photonentorpedobasis zusammen mit den Särgen der ersten Testanwender fallen gelassen hatte, einigte man sich in der Sternenflotte früh auf den Phaser als Standard. Denn auch ST-Pazifisten wollen sich ihrer Haut erwehren können, so grau und aschpfahl sie durch Biokost auch geworden sein mag…

Phaser, der

Definition: Mobile Strahlenwaffe. Genauer: Kaltblütiges Mordinstrument, welches jeden denkbaren Kaltblüter zur Warmblütigkeit bekehrt. Ohne persönliches Schutzschild (mit Namensschildchen) ist es für beschossene Personen fast undenkbar, keinen Schaden zu erleiden. Ausnahmen: Seltsame Energiefelder oder schlichtweg Wesen, die der Autor nicht vor der ersten Werbepause töten lassen wollte. Deshalb enthalten diese manchmal höchst fragwürdige Mechanismen, welche 1.000.000 Watt an zerstörerischer Energie in herrlichen Blumenduft umwandeln. – Besonders quirlige Phaser mit Energieüberschuss werden auch schon mal umgeschult und auf die Schiffshülle gepappt.

Wissenswertes: Von wegen, „das ist nur so eine Phase(r)“: Die vom Film, Funk und gern-sehen bekannte Strahlenwaffe aus Star Trek ist aus dem allgemeinen SF-Vokabular inzwischen nicht mehr wegzudenken. Selbst Q’s mentale Verschwindibus-Künste können hier nur die Achseln zucken… – Der Phaser bleibt einfach dort haften, wo er bereits ist: Im kollektiven Gedächtnis als ultimative Waffe bei Arbeit, Sport und Sp… Killergame.

„Sie fickt mich… Sie fickt mich nicht…“ – Sonnenblumenmassaker auf Lola III: Zu Kirks Zeiten ließ man noch einen transparenten Streifen Bastelpapier von der Lampe baumeln und leitete den Schuss durch ein geheimes Codewort per Gedankenkraft ein. Das Wort lautete: „NICHT Schielen!“ – Allerdings wurde auf diesem Bild der notwendige Sicherheitsabstand zum Körper nicht ganz eingehalten! Die ersten Phaser lösten mittelfristig nämlich noch Haarausfall und Fettsucht aus…

Die Zukunft war vorgestern…

Nur Waschmittel, das wirklich und letztendlich WEIßER als echt WEIß (echt ey, Alter!) wäscht, wurde in den letzten Jahren noch häufiger erfunden wie die mobile Körperzellendampfe! Clevere Marketing- und Propagandaleute – nicht selten in der US-Armee beheimatet – meldeten einfach alle Jahre wieder den lobenswerten Durchbruch in der Ferngarung menschlicher Wesen und hängten sich dabei an den Begriff, den wirklich jeder kennt: Eben den Phaser…

So geisterten 2001 die ersten Meldungen über ein „Vehicle Mounted Active Denial System“ durch die Medien. Wohl aufgrund der albern auszusprechenden Abkürzung (Wer sagt schon gerne so etwas Sinnloses wie V-MADS?) hat man seitdem allerdings nicht mehr viel von der Sache gehört. Merke: Erfolgreiche Abkürzungen müssen den Sinn und Zweck flippig – und scheinbar zufällig – zusammenfassen. Zum Beispiel mit „BURN“! Was bei einer ausgeschriebenen Bezeichnung wie z.B. „Biomass Uses Requested Narcosis“ ja nun wirklich kein Problem gewesen wäre…

Das USA-Ding soll jedenfalls ganz harmlos mit Mikrowellen funktionieren, nicht töten oder ernsthaft verletzen (sondern nur lustig und amüsant), aber dafür für wohlige Wärme in der Haut sorgen. Das hat zwar mit „unserem“ Phaser rein gar(ungstechnisch) nichts zu tun, klingt aber gut. Es sei denn, man hat sein Hörorgan in Reichweite eines der Opfer von V-MADS.

“Na toll! Gaaanz prima! Bei dieser Bildunterschrift kann ich doch unmöglich wörtliche Rede einbauen!“ – Erste Sandberge schon ver-wüstet: Die V-MADS wären schon längst in jedem größeren Kfz-Händler erhältlich, wenn es bei der internen Entwicklung beim US-Militär nicht seit 5 Jahren haken würde: Es fehlen bis heute einfach noch die passenden Blut-Texturen, um dieses Promo-Bild zu vollenden…

Ebenfalls als Phaser angekündigt wurde vor Jahren der nun seit einiger Zeit benutzte Taser. Eigentlich ein „spanndes“ Thema! Der Ablauf: Zwei abgeschossenen Kabel in die Haut, Wandertag der Elektronen, dankbare Gesichter auf Seiten der Getroffenen… „Oh! Eine nichttödliche Waffe! Danke, lieber Polizist!“ – Motto: Lieber von Strom gestoßen werden als gar kein Sex. Freilich wirkt dieses nette Prinzip im Vergleich zur Sternenflotten-Technik so prähistorisch, dass mit der gleichen Logik bereits die Neandertaler hätten behaupten können, sie hätten einen Kameraden mal eben „runtergebeamt“. – Nachdem er die Schlucht heruntergestoßen wurde…

Wie das alles gehen tut? – Na, zum Davonlaufen…

Wikipedia beschreibt den Phaser so (was von gar nicht):

„Durch Ausnutzung des „Rapid Nadion Effect“ (RNE) gelingt es, atomare Kernkräfte einer bestimmten Art von supraleitenden Kristallen freizusetzen und zu transferieren. Diese Kristalle sind auch bekannt als fushigi-no-umi (jap.), eine Bezeichnung, die aus der Zeit der Entwicklung des Kristalls stammt.“

Den Teil mit den Schlitzaugen habe ich zwar rein gar nicht kapiert, aber davon, dass man besoffen keine Einträge machen darf, steht bei Wikipedia ja auch nichts… Weitere Recherchen meinerseits ergaben, dass jede weitere deutschsprachige Beschreibung im Internet fast exakt wortgleich nach Südfrüchten klingt. Und zwar gleichermaßen Banane. – Vermutlich sind das die letzten Todeszuckungen der bescheuert-nerdigen Sammelordner „Star Trek – Fakten & Infos“… Trotzdem will ich die von mir gesammelten Erkenntnisse niemandem vorenthalten. Auch schon deswegen nicht, da ich gerne in den Kommentarfeldern korrigiert werde, wenn es um solch ernsthafte Dinge wie Fakestrahlen geht:

Die freigesetzten Nadionen sind demnach subatomare Partikel (Übersetzt: Kleiner als Atome), die irgendwie – es fällt hier der Begriff „nukleare Kräfte“ – auf die Atome der Kristalle einwirken, welche ihre Dingsbums-Energie dann in Richtung Schussbahn erbrechen. Sorry, genauer geht es nicht, ohne noch mehr Blödsinn zu erzählen. Zwingt mich bitte auch nicht dazu, denn ich würde in meinem Leben gerne noch mal für etwas anderes schreiben als für ST-Satire-Seiten im Internet, weswegen ich von einer offen zugänglichen Arbeitsprobe dieser Art gerne absehen würde…

“Keine Angst! Ich entferne für den Anfang nur 5 Kilo auf beiden Wangen, dann sehen wir weiter.“ – Dem (Hunger)Tod in’s Auge geblickt: Denn solange eine Waffe auf ihn gerichtet ist, kriegt Knut Kloßbacher keinen Bissen herunter. Dabei hat er noch Glück: Ohne die Haare könnte man ihm direkt zwischen die Augen schießen… Sollte ein Trekkie übrigens je genau SO auf sie zielen, bedeutet das so viel wie: „Du bist mein bester Kumpel und ich hab’ dich sehr lieb!“

Erstaunlich ist für mich nur, dass bei Trekkies immer auf den Unterschied zwischen Laser und Phaser gepocht wird, bis Oma im Nebenzimmer „Herein“ ruft. Dabei wird bei beiden ein sichtbarer Strahl freigesetzt, der verdammt nach stinknormalen Photonen ausschaut, durch Kristalle gebündelt wurde und muckelig warm ist. Im Prinzip können wir also davon ausgehen, dass Gene Roddenberry in den 60ern schlichtweg die Schnauze voll hatte von der kindischen Benutzung dressierter Glühbirnen in der Science Fiction. Entweder das, oder der erste Benutzer des Wortes „Laser“ im Pilotfilm „The Cage“ hatte einen üblen Sprachfehler…

Auch Phaser können schiffen:

Ohne Phaser & „Phriends“ wäre ein Kampf im Weltraum nur halb so schön! – Was auf nur noch ein Achtel Spannung hinauslaufen würde, da ST-Raumkämpfe meist eh nur ein Viertel des Schießspaßes anderer SF-Filme/Serien aufweisen…

Ein Phaser am Schiff erscheint auf dem ersten Blick wie die perfekte Waffe: Sie ist stark, macht Geräusche wie ein Hochdruckreiniger auf genoppten Gehsteinfliesen und ist so schnell wie das Licht! – Auch wenn die Einzelbildabfolge am DVD-Player etwas anderes vermuten lässt… Oder mein Player ist einfach nur so schnieke! – Allerdings kommt es mir dann doch erheblich weniger als 5 Trilliarden Einzelbilder in der Sekunde vor…

Jedoch ist aber wohl nur mit einer gewissen Verzögerung nach dem Betätigen des Schussknopfes und/oder bei der Beschleunigung auf Lichtgeschwindigkeit zu erklären, warum es immer noch viele Phaserschüsse gibt, die daneben gehen. Eigentlich müsste bei einem lichtschnellem Strahl, gekoppelt mit einer fast ebenso rasenden Computer-Zielerfassung jeder Schuss ein Treffer sein. Vielleicht sogar zwei, weil es theoretisch wirklich verdammt gut für uns ausschaut… In der Praxis wirkt er jedoch oft nur wie ein gar närrisches Ding, das wie eine mit Leuchtfarben eingesprühte Wäscheleine daherkommt, die Probleme im Fachbereich „In Wallung kommen“ hat.

“Was?! Unsere letzte Magmakammer auf Deck 7 wurde aufgeschlitzt?!“ – Hat wohl den Schuss nicht gehört: Der Phaser im Vakuum. Auch hier schwankt die Waffe zwischen beeindruckend oder einfach nur… eindrückend. Um zivile Verluste zu vermeiden, ist die Sternenflotte allerdings zu einer anderen Art des Kampfes übergegangen: Techno-Schwanzmessen! Daher schießt man auch gerne mal daneben, um zu zeigen, dass man echt den längsten hat.

Ein Phaser ist also nicht unschlag-, dafür aber kaputtbar: Ein Schuss auf die Waffen des Gegners schaltet diese meist recht schnell aus. Nur gut, dass dies meist nur den Sternenflottencrews einfällt und die feindlichen Heere ihre Zielkoordinaten großzügig über das Schiff zu verteilen scheinen. Nur der dabei hervorgebrachte Ausruf „Kamelleeeee!“ irritiert extrem!

Die Praxis: So was von daneben…

Würde Armor seine Pfeile verschießen wie ein Sternenflotter seinen Phaser, wäre die Menschheit schon längst ausgestorben. Ich würde sogar so weit gehen, einem ST-Wachmann den Gang auf meine Toilette zu verwehren, da ich vor meinem geistigen Auge sehe, wie sich der Mann wild pinkelnd um die eigene Achse dreht, die Hände hilflos zum Himmel ausstreckt und sich wundert, dass die eigentliche Entsorgungskeramik völlig dehydriert auf ihre fäkaloide Benetzung wartet. – Manche Sicherheitsleute bei Star Trek schießen sogar SO schlecht, dass die Massenexekution von Kriegsgefangenen problemlos wieder eingeführt werden konnte, ohne den Widerwillen von Menschen- und anderen Wesensrechtsorganisationen zu erwecken…

Ein (betr)üblicher Phaserkampf erfolgt normalerweise in dieser Reihenfolge:

1.) Die Orientierungsphase

Eh noch etwas mitgenommen von dem erlittenen Überfall in einer Spacebar auf Rigel VII, der dortigen Entführung durch die Sternenflotte und der tagelangen Zwangsverwahrung in einem kratzigen roten Pulli, werden verwirrte Menschen auf einen Planeten heruntergebeamt oder bei einem Eindringlingsalarm plötzlich auf dem Schiffsflur ausgesperrt. Neben ihnen geht dann meist unerwartet der erste Leidensgenosse nieder, weil ein horizontaler Blitzstrahl ihn voll erwischt hat. Komisch, dabei sind doch gar keine Wolken am Himmel zu sehen bzw. auch nicht zwischen den seltsam sabbernden Echsenwesen 10 Meter vor ihnen? Dies alles kann also nur eines bedeuten: „Im Weltraum ist Jahrmarkt und wir feiern ein bisschen mit!“ (frei nach Kirk)

„Ich nehme die 28 Gegner jetzt unter schweren Beschuss, Captain!“ – Ab 30 Kilo Übergewicht nennt man es allerdings immer „schwerer Beschuss“… – Als der Captain zu ihm sagte: “Nur sie allein können mein Altpapier verteidigen, Fähnrich Smith!“ wusste Fähnrich Miller endlich, dass er ein unersetzliches Mitglied der Mannschaft war. Zumindest bis zur nächsten Nachlieferung von inzestuösen Deppen aus einem kleinen bayrischen Bergdorf…

2.) Der Moment der Erkenntnis

Nachdem Riker oder Worf plötzlich 3 der fremden Wesen mit einem ähnlichen Strahl getroffen haben, naht der kognitive Erkenntnisdurchbruch: Es handelt sich um bewaffnete Gegner! Ergo: Worf und Riker müssen sterben! In diesem Moment geht dem geschundenen Sicherheitsmann auf, dass sich in seiner Hand ebenfalls ein entsprechendes Instrument befindet. Sofort kommt ihm der Fachbegriff wieder in den Sinn: „Magischer Pinöckel (Vorsicht, bissig!)“. Das gemeine Sicherheitsmännchen macht sich nun kampfbereit, indem es in leicht gebückter Haltung aus der Deckung läuft, um etwaige ranghöhere Männchen mit seinem knallroten Federkleid zu beeindrucken! Nach einer halben Runde Dauerlauf im Kreis begibt es sich dann in…

3.) Die Angriffsposition / Der Angriff

Wichtig: Leicht durchgeknickte Knie und dynamisch angewinkelte Arme! O-Beine und allgemein sichtbare Haltungsschäden werden ebenfalls gerne genommen, um eventuell vorhandene Orthopäden in den Reihen der Gegner zu verschrecken! Das Zielen auf den unsichtbaren Punkt zwischen zwei Gegnern erfordert sogleich besondere Konzentration, weswegen der Phaser nicht auf Bauchhöhe gehalten wird (wie z.B. Pistolen in coolen Krimis), sondern ausschließlich mit ausgestrecktem Arm und auf Augenhöhe. Das hat natürlich den Nachteil, dass Gegner, die 10 Zentimeter kleiner als man selbst sind, unmöglich getroffen werden können, wenn sie nicht gerade auf einem mobilen Trampolin anrücken. Daher gehen so viele Schüsse bei Star Trek auch stets über die Köpfe des Gegners hinweg und gleichzeitig die bekloppt aussehenden Duelle über unser Verständnis hinaus…

Technik, die verkleistert (oder: Offene Fragen):

Die Wirkung von Phasern auf belebte und unbelebte Objekte (wobei diese Grenzen sich während der Benutzung verschieben können) ist sehr vielseitig und im Detail auch nicht immer verständlich… – Kapiert? Eigentlich handelt es sich ja „nur“ um ein bisschen Energie, die von A nach B über Computergrafik C transferiert wird: Die Atome des getroffenen Objekts werden zappelig wie ein 12-Jähriger nach der 3. Schulstunde, geraten ebenso aggressiv aneinander und bringen ihre Nachbarn durch gezieltes Anrempeln, Mobbing und Markenwahn („Du trägst gar nicht den hippen neuen Look aus 2 Elektronen in deiner Umlaufbahn!“) dazu, es ihnen gleich zu tun. Ergo: Wärme entsteht, Submolekulare Bratwürstchen werden gezückt, alles dreht sich, alles bewegt sich. Lachen. Partylaune.

“Keine Angst! Ich werde Dich ganz schnell töten! – Du müsstest Dich dann nur Morgen um diese Zeit noch mal auf die selbe Stelle begeben. Dann ist der Strahl nämlich dort!“ – Hart wie St(r)ahl: Letzte Woche hat Susi Sorglos sogar einen Energieblitz per Post verschickt, um ihren Widersacher zu erledigen! Doch auch ein Phaser muss sich an gewisse Regeln halten! – Und zwar an die des weiblichen Zyklus, welche für ähnlich sinnloses Chaos sorgen…

So jedenfalls die Theorie. In der Praxis kann es jedoch durchaus passieren, dass ein Phaser eine betäubende, ja sogar einschläfernde Wirkung hat! Und das nicht nur für jemanden, der einen Kampf bei ENTERPRISE zuschaut…

Nun weiß ja jeder Autofahrer, der seine Bordheizung im Winter mal zufällig auf 85 Grad eingestellt hat, dass erhöhte Temperaturen sofort müde machen und aus einem eben noch geduldigen Beifahrer so ganz schnell ein Bye-Bye-Fahrer werden kann. Doch dass man als Strahlenwarmduscher gleich für mehrere Stunden durchschläft, sofern der Phaser auf „Betäuben“ eingestellt war, ist dem uninteressierten Laien nicht unbedingt leicht zu erklären. Das Geheimnis sind ganz einfach „Narkosestrahlen“, die dem Energiestrahl untergemischt werden: In einer kleinen Seitenkanüle des Geräts wird etwas Bier, warme Milch und ein Buch vom Dalai Lama einfach in seine Bestandteile zerblasen und diese ermüdenden Schwingungen einfach dem Hauptzapp hinzugemischt. Ergo: Schnarch.

Ebenso einfach kann man erklären, warum in manchen Folgen (vor allem bei TOS und bei TNG) ganze Körper spurlos verschwinden können. Normalerweise gilt in der Physik wie auch in der Trekkie-Diät ja das Gesetz zur Erhaltung der Masse. Zwar gab es im Bundestag bereits etliche Initiativen, das Gesetz zu reformieren um bei der Transformation einer Masse zu einer anderen eine viel größere zu erhalten (z.B. bei Rinderbäuchen zu Mett), da dies die Wirtschaft unterstützt hätte. – Jedoch scheiterten diese Vorschläge stets an der Opposition. Wie kommt es also, dass ganze Aliens sich bei Beschuss komplett auflösen können? Denn würde eine Unmenge von Rauch entstehen oder ein dicker schleimiger Haufen auf dem Boden, könnte man – vom Jugendschutz vielleicht mal abgesehen – ja noch großzügig darüber hinwegsehen…

“Oh, das sieht ja toll aus, Erwin! Hast Du den etwa selber gebacken?“ – Design von einem anderen Stern! – Leider durch die Hitze der Sonnenkorona leicht angeschmolzen… Wer in der Öffentlichkeit so ein Ding in der Hand hat, hat einen gewissen Grad an Autorität erreicht, den andere nur schwer einholen können. Es sei denn, der Gegner kontert mit einem ausgefransten Dildo…

Nun, genau so schnell wie unser fiktiver Beispielbody wird auch dieses Geheimnis hier jetzt aufgelöst! Dieser Körper wird nämlich einfach in pure Energie verwandelt, welche durch Lock- und Balzrufe des Kristalls im Phaser dann in das Gerät hineingezogen werden. Die Kristallstruktur wird dadurch ständig erneuert und das Gerät somit kontinuierlich aufgeladen! Den Phaser stets auf „Auflösen & TÖTEN“ zu stellen, ist also nach umwelt- und energiepolitischen Maßstäben sehr vernünftig… – Neuere Phaser arbeiten jedoch bereits mit der Quantenphysik, um die Leiche zu entsorgen: Da die Wahrscheinlichkeit, eine stinkende Leiche auf dem Fußboden zu übersehen, nur 1 zu einer Million beträgt, dreht ein prädimensionaler Universalmanipulator diese Wahrscheinlichkeitswelle einfach um. Der tote Kokel-Karle ist somit quasi unsichtbar! Auch wenn durchschnittlich der eine Millionste vorbeilaufende Fähnrich rapide sein Frühstück verliert…

Auch beschäftigen sich viele Trekkies ehrenamtlich damit, wie ein abgefeuerter Phaserstrahl auf Maximalwarp möglich ist. Spätestens dann, wenn er die Warpblase verlässt, müsste er doch schließlich auf Lichtgeschwindigkeit herunterschalten: „Möglicherweise könnte das Schiff sogar durch seinen eigenen Strahl hindurchfliegen und dadurch zerstört werden?“, fragten ängstliche Mütter und Väter die Telefonhotline der BILD-Redaktion.

Im Prinzip haben sie ja auch so was von Klugscheißer-Recht. Doch auch dies kann erklärt werden: Das Universum ist defekt! Schlicht und ergreifend Pfusch! Von einem polnischen Schwarzarbeiter-Q lustlos am Montagmorgen zusammengezimmert!

“Da sehen sie’s! Mein Freund hier hat behauptet, wenn er die Phaser-Physik endlich verstehen würde, hätte er keine Zähne mehr! Aber jetzt hat er es bereits kapiert und noch ganze 10 übrig… Jetzt muss ich nur noch dafür sorgen, dass er den Hammer wieder weglegt!“ – Ist ja irre: Will man den Phaser WIRKLICH verstehen, schaltet der Verstand irgendwann auf „Betäuben“…

In einer Welt ohne Penisse…

…muss man als Mann halt irgendetwas anderes messen. Die Faustregel lautet: Ein Phaser hat Faustgröße. Jedoch: Umso beschissener die Story, desto größer die Phaser. Die Faust bleibt leider gleich… Zwar sorgt – Thema Penis – auch das für starke Erregungszustände, aber vielmehr im Sinne von „Öffentliches Ärgernis“. – Größe und Aussehen des Phasers wechseln nämlich vor allem in der Zeit nach TNG so oft, dass man vor einem Einsatz nie sicher sein kann, ob sich der Sicherheitstrupp gleich die Dicke Berta auf den Rücken schnallt (und geistig ansonsten nix) oder mit dem handlichen Standardpuper für Antagonisten-Erleuchtung sorgt.

Gerade die Soldaten bei ENT und die schneidigen Kriegerprinzen bei DS9 schleppten einen Trumm mit sich herum, dass sich die Sehnenscheide bei längeren Kämpfen nicht nur entzünden, sondern auch gleich verscheiden tut. Nun, was war falsch am guten alten „Ich-spreng-dein-Haus“-Miniphaser? – Er vermittelte keine Bedrohung, auch wenn der zurückbleibende Obdachlose sich bei dieser Aussage mit dem Zeigefinger an die Stirn klopfen dürfte… Aber stell Dir vor, es ist Krieg und alle zielen nur mit Siemens-Handys – wenn auch mit hohen Strahlungswerten – aufeinander. Würde man noch dazu einem Jem Hadar die Waffe cool in die Gedärme rammen wollen, müsste ein kleiner Phaser schon einen Barhocker zum Ausziehen integriert haben…

Außerdem ist es schwer, den Standardschießer im Schützengraben minutenlang zu wienern, ihn lässig über die Schulter zu legen oder mit einer mächtigen Handbewegung zu entsichern… Der Metapher-Beauftragte (Geschmacksrichtung „Düster“) bei Paramount hätte jeden Tag um 12 Uhr Schluss machen können.

“Gut, dass die neuen Standardgewehre nicht mehr arg so klobig sind!” – „Ist schon richtig. Aber wenn man dafür den Preis bezahlen muss, dass der Lauf 2 Meter 48 lang ist, komme ich doch in’s Grübeln.“ – Zusammen sind wir stark… gehandicapt: Dieses Modell gehört eher noch zu den kleineren Ballermännern. Schon wenige Minuten später wird allerdings Eddington für die Serie in den Wind geschossen, und der ist immerhin auch nicht gerade handlich!

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Artikel

von Klapowski am 18.03.06 in Ernies Sternenflotten-ABC

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Kommentare (9)

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  1. Supamarioana sagt:

    “Nur sie allein können mein Altpapier verteidigen, Fähnrich Smith!“ – köstlich!!!

    Ansonsten sieht man mal wieder: Wenn man alles zu ernst nimmt, wird man mit ST und science-fiction insgesamt nicht glücklich.

  2. bergh sagt:

    tach auch !

    @Supermarioana
    Du hast den Term erster vergessen ;)

    Jau so eine Stunde Phaser-Physik von Daniel Klapowski hat schon was.
    Was denn ?
    Ja was lustiges !

    Ich habe mich nur immer gefragt : Wenn sie so weing Gewicht auf Physik legen, warum hat dann nicht mal einer mit einem Pahser um die Ecke geschosse.
    Kapt'n:Ich habe ein Tranworffeld um die Mündung gelegt und eine Hypothenuse einprogrammiert.
    So gelang es mir den Bösewicht hinter der Hausecke zur Strecke zu bringen.
    Kapt'n P. (mit leichtem Augenrollen):
    Gut gemacht Wesley.
    (und jetzt geh wieder spielen.)

    Gruss BergH

  3. Vanquish sagt:

    wenn mans zu ernst nimmt, müsste man sich auch fragen wieso die phaser ihre phasen wechseln können und wieso das keinen einfluss auf farbe und sonstwas hat aber ausgerechnet auf die schilder gleicher oder entgegengesetzer oder was weiß ich für eine phase.
    immerhin, ein meer der wunder, wie im wikipedia-artikel

  4. Roonie sagt:

    Insgesamt gesehen kann man ST sowieso schon fast der Fantasy zuordnen. Die teilweise abstrus klingenden technischen Erklärungen und noch abstrusere Berufungen auf so genannte "physikalische Phänomene" (ich lach mich tot), haben mit "Science", also Wissenschaft, nur am Rande (wenn überhaupt) zu tun..

    Trotzdem schau ich ST gern, ich hinterfrage diesen ganzen Wahnsinn dort schon gar nicht mehr.

    Aber ein sehr amüsanter Artikel trotzalledem….

  5. Raketenwurm sagt:

    Der Unterschied zwischen Phaser und Laser ist, daß man bei Letzterem nur die Stelle leuchten sieht, auf die der Laserstrahl trifft, während der Phaser in seiner Gänze zu betrachten ist. Wer das nicht glaubt, soll mal einen Laserpointer benutzen – da sieht man nur einen Punkt.
    Das bedeutet übrigens, daß George Lucas seine Summkolben falsch benannt hat – die müssen eigentlich Phaserschwerter heißen. Jaha !

  6. Vanquish sagt:

    Das sind LICHTschwerter!

  7. olf sagt:

    laser ist (bzw sind) GEBÜNDELTES LICHT

  8. Auswurf sagt:

    Z solltet ihr für Zeitreise freihalten

    gast

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