„Ich (ver)schwör, ey!“ – Teil 1: Der 11. September
Unsere neue Artikelserie, die sich mit sinnlosen Verschwörungstheorien befasst, scheint nur auf den ersten Blick auf einer SF-Seite deplaziert zu sein. Denn nicht wenige „Gläubige“ scheinen bei diesem Thema ihren bisherigen Mangel an Science Fiction ausgleichen zu müssen. So behaupten Leute, die einen ST-Film normalerweise nicht mal mit dem Besen anstupsen würden, plötzlich, dass die Erde völlig hohl sei oder wir von Außerirdischen gesteuert werden. – Heute beschäftigen wir uns erst mal mit dem Grundlagenschaden dieses Personenschlages, und zwar am Beispiel der Ereignisse des 11. September 2001…
Verschwörungstheorien sind durchaus legitim. Denn eine Restunsicherheit bezüglich des Wahrheitsgehaltes gibt es bei großen und kleinen Ereignissen ja immer.
So könnte es durchaus sein, dass ich einen Ghostwriter habe, Kollege Sparkiller eine Frau ist (und zwar eine sehr hübsche, das kann ich Euch sagen!) oder dass unser Webdesign unterschwellige Botschaften enthält („Wer das lesen kann, ist zwar doof, braucht dafür aber keine Brille!“)… Nur: Wenn die Wahrscheinlichkeit dieser Realitätsentgleisungen kleiner ist als der Alkoholanteil in Apollinaris, sollte man sich lieber realistischeren Verschwörungsmöglichkeiten zuwenden. z.B. der Frage „Gibt es Sportkanäle auf dem Mars?“
Obwohl das Beglücken von entwicklungsdefizitären 10-Jährigen mit verwirrenden Internetforen ja durchaus lustig sein kann! Oftmals gleitet die Diskussion dort irgendwie auf eine esoterische Schiene ab („Natürlich wussten die Amerikaner vorher vom 11/9! Sie beschäftigen schließlich 3 Dutzend der besten Astralgeist-Leser der Welt!“), während mindestens einer so wirr schreibt, dass man annehmen muss, dass sich zumindest seine Eltern dahingehend verschworen haben, ihren Status als Geschwisterpaar zukünftig geheim zu halten.
Und dann ist da noch der Quotensprecher, der hinter jedem Schlagloch einen Illuminaten vermutet. Diese finsteren Lichtgesellen (= Illuminat bedeutet nichts anderes als „Erleuchteter“) lenken ALLES so gewieft aus dem Hintergrund, dass man direkt mal seinen reichsten Onkel fragen möchte: „Ordnungsamt, Rezession und Inflation… Ist ja alles gut und unschön, aber wie hast Du es geschafft, Dich der Illuminaten zu erwehren?“ – Nach dieser Frageaktion wird derjenige allerdings zukünftig auf seinen Titel „Lieblingsonkel“ verzichten wollen. Da wird das verwandtschaftliche Verhältnis untereinander für ihn glatt zum „Geheim-Bund“.
Ich selber weiß ja nur das Nötigste über Bünde. Zum Beispiel, dass dies die Fahrradstadt von Ostwestfalen-Lippe sein soll und wohl 47.000 Einwohner hat. Was die Illuminaten angeht, sieht es bei mir noch unerleuchteter aus. Hier weiß ich nur, dass das Vereinsblatt der Illuminaten wohl die Zeitschrift „Super-Illu“ ist. – Wo es nicht nur ständig neue Tricks zum Verstecken abzugreifen gibt („Sex in der Waschmaschine!“), sondern es auch ständig neue Tipps für total geheime Erkennungsmerkmale hagelt („Der neue Piercing-Trend: Kugelschreibermine im Penis!“)…
B(r)uch-Piloten im Tiefflug? – Das neue Buch von Eric Hufschmied – der SEHR kritisch und außerdem unglaublich sympathisch im Auftreten ist – Räumt endlich auf mit halben Wahrheiten und präsentiert stattdessen die volle Lüge! Der namhafte Feigenbaumzüchter stellt endlich mal die richtigen Fragen, nachdem die der anderen sich als Fälschungen herausgestellt haben… Warum wurde die Maschine vor dem Flug beispielsweise vollgetankt, obwohl die gefährlichen und explosiven Eigenschaften des Treibstoffes schon seit Jahren bekannt waren?
Ja, so was und noch viel mehr kann man von Verschwörungstheoretikern erfahren. Nicht nur im Internet. Dort gibt es übrigens meist auch den obligatorischen Detailfetischisten, der 7 Word-Seiten (ohne Absatz!) raushaut, um in dieser bestechenden Abhandlung Angela Merkel, UFOs, Geheimdienste und genmanipulierte Granatapfelbäume in nur einem Satz unterzubringen. Gerne auch garniert mit knallharten Fakten, die er auf einer Webseite unter einem welken Menübaum gefunden hat. Bei Verschwörungstheoretikern erkennt man diese Pages meist dadurch, dass deren Designer einfach eine txt-Datei hochladen, den Hintergrund bunt färben und jeden zweiten Absatz blinken lassen. – Irgendwie müssen die digitalen UFOs ja auch sehen, wo sie nachts notlanden können…
Das Textergebnis ist dann, meist zusammengefasst von einem User namens „Gaiakowski“ oder „Erdgeist“:
„Es steht zweifelsfrei fest, dass 1996 über 70.000 Amerikaner von gleichgeschalteten Medien entführt wurden!“
„Äh, im Quelltext zu dieser Umfrage steht aber was davon, dass diese Leute von gleichgeschlechtlichen Menschen verführt wurden.“
„Ketzer! Du bist auch einer von ihnen! Geh sofort zu Deinem gottlosen Meister zurück, dem Bezlebu… Bertelzmanbub!“
Nun könnte man diese Leute ja gemütlich vor sich hinspinnen lassen, solange man selber in der Gewissheit lebt, ein gutes Türschloss und ein Pfefferspray mit extra großem Nachfülltank zu besitzen. Jedoch habe ich in den letzten Jahren die Erfahrung machen müssen, dass immer mehr „normale“ Menschen nach einer kritischen Prüfung (= mit besoffenen Kopp auf eine der obigen Seiten gesurft) ebenfalls an die bescheuertsten Verschwörungstheorien glauben. Und dies halte ich für eine Gefahr. Zwar nicht so groß wie Beruhigungsmittel im Trinkwasser, UFOs im Kinderplanschbecken oder Auftragskiller in Rasiercremedosen, aber durchaus für eine Gefährung für den Kopp.
Apropos Kopp: Der „Kopp-Verlag“ ist sogar auf diese Literatur spezialisiert und bezweifelt mit dem von ihm angebotenen Büchern alles, was ein durchschnittlicher Verlagsangestellter oder ein hornbrilliger Bücherwurm nicht bereits selbst erlebt hat: Die Mondflüge gab es beispielsweise nicht, da auf den Fotos keine Sterne zu sehen sind (in einem nächsten Artikel folgt dazu von mir mehr). Oder Elvis ist gar nicht gestorben, die Erde dafür hohl und die Freimaurer können neuerdings sogar auf Baustellen bei ihrer finsteren Arbeit beobachtet werden.
Das grundlegende Motto scheint zu sein: Geheimdienste können alles! Durch die Deckenlampe observieren, durch zuhe Wände gehen, die Medien gleichschalten (dafür hat der BND-Chef stets einen handlichen Knopf auf der Unterseite seiner rechten Armlehne) oder halt mit Mork vom Ork ins Wochenende reinfeiern… Genau gegensätzlich dazu verhält es sich mit dem Rest der Menschheit: Die bekommen gedanklich nichts auf die Reihe, leben dumpf vor sich hin und glauben nur das, was ihnen ein gutes Nachrichtenmagazin, ihre tägliche Lebenserfahrung oder ein überdurchschnittlicher IQ suggerieren.
„Ob ich mit meiner Arbeitsausrüstung zufrieden bin?? Ich bitte sie! Sogar die kleinen Jungs auf dem Spielplatz sind stets hellauf begeistert!“ – Kerzen, Kreuze, Kirchensteuer: Der Geheimkoffer für hochrangige Priester und Mitglieder des Vatikan-Geheimdienstes enthält alles, was man im Kampf gegen die Ungläubigen benötigt: Einen kleinen Totschläger, um eventuelle Evolutionsbeweise sofort platt zu klopfen, Ampullen mit Weihwasser (Die Frage „Weih not?“ ist ein gebräuchlicher Schenkelklopfer in diesen Kreisen) sowie mehrere Heiligenbildchen zum Sammeln und Tauschen…
Wir, die Dicks und Doofs der Nation, lassen uns also von einer Handvoll Alleswisser an der Nase herumführen. – Ja, würden da nicht Trulla Meisenbeiß oder Erwin Kottenkieker – ihres Zeichens ehemalige Sozialpädagogin und arbeitsloser UFOsektengründer – ihre cleveren und toll recherchierten Bücher schreiben, die man sich als Käufer fast von Herrn Google signieren lassen möchte. – Und es handelt sich meist um solcherlei Schwarten, bei denen sogar der Kopp-Verlag Probleme hat (Katalog liegt mir vor), das Ganze ohne die ständige Benutzung von Fragezeichen zusammenzufassen:
„Haben Außerirdische den Kontinent Mu schon lange vor Atlantis versenkt? Ist das Bermudadreieck in Wirklichkeit eine U-Boot-Station intelligenter Amphibien? Existiert Wasser wirklich oder sind wir alle Opfer einer großen Verschwörung der Getränkeindustrie?“
Besonders beliebt ist auch hier die Erwähnung diverser Geheimdienste, da man als moderner Märchenonkel mit erheblichen Zeitkapazitäten immer gerne vergisst, dass diese eigentlich gar keine magischen Zirkel sind. Ja, ich behaupte sogar, dass auch beim FBI die neuen Bleistifte aus einem klapprigen Materialschrank geholt werden müssen, der ältliche Buchhalter hinter der jungen Frau Mumuschke her ist und ab und an auch mal gehörig was schief läuft: „Die Unterlagen über den Kennedy-Mord? D-Die habe ich doch eben noch irgendwo gesehen! (*hektisch werd, Kaffee verschütt*) Momentchen, hab’s gleich…(*Kiste mit Bin-Laden-Videos vom Schrank heb*)“
Der Entschwörer von Nebenan glaubt allerdings weiterhin hartnäckig: Die Anschläge vom 11-09-2001 können gar nicht ohne Wissen der Geheimdienste stattgefunden haben, weil… die ja nun mal alles wissen! Da kann sich Gott direkt noch eine Wanze von abschneiden, von dem, was die schneidigen Sonnenbrillenindustrie-Subventionierer so alles mitbekommen!
Und auch so eine großartige Leistung wie der erste (und der zweite… und der dritte…) Mondflug kann nicht stattgefunden haben, da die überragende Kompetenz, die eigentlich für die NASA-Mitarbeiter reserviert war, kurzfristig doch noch bei der CIA gebraucht wurde. Deren Chef wollte mit diesen Ressourcen nämlich noch schnell künstliches Leben erschaffen und einen 30 Lichtjahre entfernten Planeten terraformen. Dass er später Lady Di umbringen ließ und die Kelley Family wiederauferstehen, war zwar nicht nett von ihm, aber wir alle haben ja mal unsere schlechten Tage. Vor allem, wenn der eigene Chef wieder mal total spontan verlangt: „Und jetzt, Müller, überraschen sie mich mal wieder mit etwas vollkommen sinnlosem!“
„Man sieht doch ganz deutlich, dass die amerikanische Flagge im Wind weht! Die Mondlandung muss also in einem unterirdischen(!) Geheimstudio gefilmt worden sein…“ – Kein Witz: Mit Behauptungen wie diesen versuchen Mondlandungszweifler tatsächlich, diese Menschheitsleistung zu einer inoffiziellen Werbesendung für Gipsstaub herabzuwürdigen. Doch dieser Schwachsinn wird demnächst von mir in einem eigenen Artikel verwurstet. Eigentlich sollte meine Artikelserie ja sogar als weltweite TV-Sendung über Satellit ausgestrahlt werden, aber ich habe abgelehnt: So einen Quatsch wie TV-Satelliten im Weltraum gibt es doch gar nicht!
Erst kürzlich berichtete mir – wieder mal – jemand, dass die Amerikaner vorher sowieso von dem Attentat auf das WTC gewusst hätten. Schließlich würden ja normalerweise mehrere Tausend Menschen in den Türmen arbeiten, die Todesopferzahl sei aber geradezu lächerlich gering gewesen… Mein zarter Einwand, dass die Flugzeuge ja nicht unten in die Gebäude einflogen und die Gebäude nicht danach aussahen, als hätten sie sich dabei augenblicklich entmaterialisiert, wurde nicht zur (bestehenden Un)Kenntnis genommen. Höchstens ein spöttisches „Was weißt Du denn von quantenmanipulierten Flugzeugunfällen, Du Wurm?“ glaubte ich in den Augen der Person aufgeschnappt zu haben.
„Tja, Daniel. Mag ja sein. Aber ist das nicht komisch, dass diese großen Geheimdienste nichts davon mitbekamen?“
Ja, wirklich komisch. Im Sinne von witzig oder erheiternd. Wie bereits weiter oben angedeutet, kann ich mir sehr gut vorstellen, wie das Ganze im Detail verlaufen ist (etliche Gesprächsprotokolle liegen ja bereits sogar vor):
Tower: „Wir haben hier ein entführtes Flugzeug!“
Staatsvertreter: „Mampf… Schön. Und? Was sollen wir jetzt machen? Ist ja nicht so, dass es in der Vergangenheit so etwas wie… einen 11. September gegeben hätte, der uns lehren würde, jetzt alle Hochhäuser zu räumen, oder?“
Tower: „Ich verstehe kein Wort. Was haben Hochhäuser denn mit der Situation zu tun?“
Staatsvertreter: „Ach, nur so ein verrückter Traum, den ich letzte Nacht hatte. Ich schicke dann also mal ein paar Flieger hoch… (*Kaffee-Schlüürf*)“
Die Unterstellungen, dass die Amis vorher alles gewusst oder gar selber ausgelöst(!) haben sollen, sind nach näherer Prüfung lachhaft und unhaltbar. Wenn ich ein unglaublich korrupter Politiker wäre und unter einem Vorwand in den Irak einmarschieren wollte, hätte ich die anderthalb Jahre zwischen WTC-„Anschlag“ und Kriegsbeginn doch viel besser nutzen können, als zwei Hochhäusern nachzutrauern… z.B. (Geheim)Information über die unterdrückte irakische Bevölkerung rausposaunen oder so einen Käse wie mobile Chemielabore und Massenvernichtungswaffen erfinden, was ja später als weitergehende Eigenmotivation auch nötig war…
„Die heiße Luft hätte die leichteren Trümmerteile eigentlich nach oben schweben lassen müssen.“ – „Ist ja auch passiert. Man nennt das Zeug ‚Rauch’…“ – „Guter Einwurf, leichtgläubiger Thomas! Man sieht nämlich genau, dass die Rauchsäule von dem linken Hochhaus genau in die gegengesetzte Richtung wie die vom rechten zieht! Gibt es hier etwa ZWEI Winde? Hä? Naaa?“ – „(*Puuuups*) Nö, nur den hier.“ – „Außerdem wirft das dunkle Haus weiter vorne keinen Schatten…“ – „Ähm. Doch!“ – „Eine billige Computerkopie! Das sieht doch jeder, der schon Toy Story als animierten Trickfilm durchschaut hat!“
Um nun ein bisschen Zeit für meine soeben notwendig gewordene Aspirin-Einnahme zu sparen, werde ich jetzt ein paar Fragen zitieren, die der Kopp-Verlag auf seinen Werbeanzeigen zur einschlägigen 11/9-Literatur stellt…
1.) „Glauben Sie, dass in einem komplett sechs Meter tiefen Loch eine komplette Boing 757 verschwinden kann?“(Zitat Buchwerbung)
Antwort: Wenn das Ding innen größtenteils aus Luft besteht (man munkelt von hohlen Fluggeräten, in denen teilweise sogar Platz für mehrere(!) Menschen ist!), dann: JA! Glaube ich. – Aber ich bin ja auch Hobbyquantenphysiker und daher an Teilchen an ungewöhnlichen Orten gewöhnt…
Gemeint ist mit dieser Frage natürlich das Flugzeug, das ins Pentagon stürzte… Das erkennt man schon daran, dass man diese Frage beim World Trade Center theoretisch ebenfalls stellen könnte („Guck maaaal! Flugzeug! Oh… Weg ist es! – Zauberei?“), dies aber selbst von Verschwörungstheoretikern meist unterlassen wird. Fernsehbilder in dem magischen Fernübertragungskasten im Wohnzimmer sei Dank. Denn selbst als „Realität-im-Supermarkt-als-beschädigt“-Zurückgeber muss man leider einsehen, dass eine riesige Live-Computeranimation in einer Millionenstadt noch leicht über dem technisch möglichen liegt…
Aber da sieht man mal wieder, wie wichtig Bilder sind: Kaum sind in Burma alle Mönche so mausetot wie die letzten Liveberichte von dort, beginnt das kollektive Vergessen. Welches bei traumatischen Erlebnissen auch schnell mal in hartnäckiges Leugnen umschlagen kann. Ich vermute daher ja schon länger, dass Präsident Ahmadinedschad mindestens 50 enge jüdische Freund im Holocaust verloren haben muss, um seinen Scheiß („Gab’s wohl alles nicht!“) psychologisch noch halbwegs nachvollziehbar erzählen zu können.
Genau so der Absturz ins Pentagon: Nix Bild – Nix da! Das ist der Zweisatz für Dreijährige. Und gleichzeitig die alte Frage, ob ein Baum beim Umfallen denn nun wirklich ein Geräusch gemacht hat, wenn keiner da war, der es hätte hören können… Die Hundertschaften von Zeugen und Überlebenden im Pentagon-Umkreis müssten sich angesichts ihrer persönlichen Erlebnisse wohl über solche Vermutungen kaputtlachen, wenn… nicht einige von ihnen schon sehr kaputt wären.
„Äh, Kleine? Kannst Du die Geschichte mit der Ente, die in die große, weite Stadt flog, bitte noch mal vorlesen? Explodiert die nicht am Schluss an einer Hauswand?“ – Text weitestgehend unfallfrei überflogen: Während die diversen Flugzeuge ihre experimentellen Landeversuche an senkrechten Flächen gerade erst beginnen, weiß George Bush wohl schon bescheid. Sogar Verschwörungstheoretiker bescheinigen dem Präsidenten, dass es verdammt clever war, sich zur Zeit der Anschläge in einer Schule filmen zu lassen. Ansonsten hätten sie nämlich sofort die Vermutung ausgepackt, dass George selber das Fahrwerk eingefahren hätte…
2.) „Wie konnten Fluganfänger eine solche fliegerische Meisterleistung vollbringen?“ (Zitat Buchwerbung)
Antwort: Wer auch nur ansatzweise lernt, eine fast mikroskopisch anmutende Landerollbahn anzuvisieren, wird an einem Türmchen ja wohl kaum verzweifeln, oder? Wir reden hier ja nicht von einem Haarnadelflug durch das Wahrzeichen in der Bielefelder Innenstadt (nämlich das weltberühmte… Steh-Ding), sondern von einem der größten Wahrzeichen, das die Welt… nie wieder gesehen hat.
Was die künstlerische Perfektion des Crashes selber angeht, so bin ich allerdings auch beeindruckt. Frage mich selber auf dem Nachhauseweg auch ständig, wie viele Leute das immer schaffen, ihr Auto in Ziehharmonika-Form am Straßenrand zu parken. Und das immer DIREKT neben einem Polizeiwagen, der daneben steht! Dabei sind Auffahrunfälle, gleich welcher Art, doch gar nicht nötig! Man muss doch nur NICHT irgendwo gegen fahren… Aber irgendwie haben die Terroristen diesen natürlichen (Überlebensdrang)Drang wohl überwunden. Oder doch nicht? Irgendwie ist diese Selbstmord-Nummer ja dann schon unrealistisch, wie ich finde, und mindestens noch ein weiteres Buch wert:
Peter Schlawinski beschreibt – grafisch unterstützt von noch in noch nie da gewesenen Strichzeichnungen – Warum die Flugzeugentführer gar nicht sterben wollen konnten! – Ist eben doch die US-Regierung an allem Schuld?
3.) „Hatte die US-Regierung nicht tooootal viele Vorteile durch den Angriff und durfte sogar zwei Länder angreifen?“ (Quelle: Diverse)
Antwort: Was viele Verschwörungs-Hansel mental nicht auf die Reihe kriegen, ist folgendes: Wer Menschen Böses zutraut, muss gerade hier (wie auch im Guten) bei den Feinheiten differenzieren lernen…
„Nur“, weil die US-Regierung die Menschen später belogen, betrogen und hinter das Licht geführt hat (ein Wortspiel mit „Öllampe“ wäre hier nicht unpassend), geht jeder davon aus, dass diese auch Tausende von Zivilisten in ein Flammeninferno schicken würden. Auch wenn ich mir als Satiriker das Recht vorbehalte, zukünftig das exakte Gegenteil zu behaupten, wenn es mir gerade dramaturgisch in den Kram passt, so ist George Bush wohl NICHT Adolf Hitler. Adolf hat schließlich nicht täglich mit Gott telefoniert. Wer Bush und Konsorten derartige Grausamkeiten das zutraut (Motto: „Wieso, die sind doch böse?!“), hat wohl ein Weltbild, das so simpel gestrickt ist, dass am Äquator die Maschen schon wieder aufgehen. Derlei Personenschlag rennt vermutlich auch zu einem Bekannten, der gerade einen Millionenbetrag im Lotto gewonnen hat und fragt entrüstet: „Und wieso gibst Du mir nicht die Hälfte ab? Die Kippen und das Bier haben wir doch auch immer brüderlich geteilt.“
Ein neues Rechtfertigungsszenario für einen Iranangriff in der Schublade und ein Napalmangriff auf einen washingtoner Kindergarten sind – psychologisch betrachtet – dann doch ein kleiner Unterschied…
„Es gab keine Flugzeuge, es waren Bomben.“ – Belegt (mit was? Käse?) werden diese Vermutungen mit Filmaufnahmen von Augenzeugen, die das 2. Flugzeug zufällig NICHT gesehen haben und darüber berichten (man sagt im Deutschen auch: „Grad’ nich’ hingeguckt“). Oder halt auch mit Videos wie diesen. Man stelle sich nur vor, was sich die Gebäudesprenger vorher gedacht haben: „Das zweite Flugzeug braucht kein Mensch. Zu teuer. Das lassen wir einfach weg!“ – „Hm. Aber merkt das nicht einer?“ – „Ach, Quatsch, kein Mensch…“
4.) „Haben die Amerikaner die Gebäude selber gesprengt? Mit Sprengstoff?“ (Zitat einer Bekannten)
Nö. Denn dafür gab es ja Flugzeuge. Aber verständlich, dass dies immer gerne vergessen wird: Der Einschlag der beiden Brummer ging ja in dem damaligen Medienrummel um Steuerreform und Benzinpreiserhöhung irgendwie unter. Was da fehlte, waren irgendwie die erinnerungswürdigen Bilder. Irgendwas mit Feuer, Rauch und Einsturzgefahr.
5.) “Sind wieder die Juden an allem Schuld? Es waren ja keine Juden im Gebäude, oder?“ (beliebte Frage im arabischen Raum)
Ja. Der Jud’ ist schuld. Der lernt’s aber auch nicht, der dusselige Racker. Wer sogar eine ganze Mauer zum Klagen und sich beschweren braucht, macht auch Hochhäuser bröselig. Und alles stecken sie den armen Islamisten in die Schuhe, diese zionistischen… Zauselköpfe! Weiß doch jeder, dass fundamentalistische Terroristen das Fundament heiligen, auch das (hoch)häusliche!
Aber gerade die Aussagen wie „War ja eh keiner im World Trade Center“ scheinen tatsächlich so verbreitet wie Haare im Intimbereich. Dabei muss man sich das notwendige Vorabgespräch dieser Möglichkeit nur mal theoretisch in allen notwendigen Farben ausmalen! Ganz schnell merkt man dann, dass man ganz schnell über die Grenzen des Malblocks mit Aufschrift „Realität“ hinauskritzelt:
Wie soll das zuvor abgelaufen sein? Kamen einige Tage vorher die Men in Black zu allen Juden / Büromitarbeitern / Amerikanern? Oder zu denen unter ihnen, die öfter mal einen ausgeben und diese sympathischen Grübchen haben? Und wie verlief das Gespräch dann? ST-E.de hat keine Kosten für Mentalstimulanzien gescheut und das Gespräch rekonstruiert:
Geheimagent (knibbelt an seiner schwarzen Lederjacke): „Hey, sie da! Familienvater im Garten da! Am 11. September sollten Sie besser nicht zur Arbeit gehen. Da lässt das Pentagon nämlich 2 Flugzeuge in ihr Posteingangsfach fliegen. Hat politische Gründe.“
Familienvater (lässt von der Gartenarbeit ab): „Ach so. Gut, dass sie mir das sagen, Herr … ?“
„Eduard Anonymski, Geheimdienstabteilung für ultimative Geheimhaltung.“
„Aha. Ja, nett von ihnen. Dann kann ich nämlich meine persönlichen Sachen vorher abholen. Das ist doch Okay, oder? Meine Arminia-Bielefeld-Tasse, die Kinderbilder…“
„Aber lassen sie ein paar Sachen stehen, damit es nicht so auffällt. Und stoßen sie auf dem Flur nicht mit den anderen Mitarbeitern zusammen, mit denen ich bereits gesprochen habe. Manche wollen einen Tag vorher mit Schubkarren und Aktenwagen kommen, Wertgegenstände und Tresorinhalte mitnehmen. Am besten, sie machen große Bögen umeinander und pfeifen irgendein unauffälliges Lied dabei… Die Nationalhymne oder so.“
„Verstehe. Darf ich meiner Frau davon erzählen?“
„Ja. Und den Kindern. Die muss ja schließlich wissen, warum sie an diesem Tage zu Hause bleiben. Wäre allerdings gut, wenn sie auch mit ihrem Arzt sprechen würden, damit er ihnen ein Attest ausstellt. Nur für den Fall, dass nachher jemand misstrauisch wird.“
„Aber ich bin doch gar nicht krank! – So langsam wird diese Verschwörungssache ja doch ein wenig aufwendig. Bin jetzt doch fast geneigt, an dem Tag dann doch meine Ablage im Büro zuende zu machen…“
„Hach jeee… Dann weihen sie halt ihren Arzt ein und bitten ihn dann um die Ausstellung eines Attestes. So ein bisschen Geheimhaltung, das bekommen sie alle ja wohl noch hin! Ist ja nur für ein paar Jahrzehnte, bis sie und ihre Kinder dann tot sind. – Hier auch noch eine kleine Broschüre der Regierung dazu…“
(Liest den Titel vor) „Besser Flüstern?“
„Falls sie in Versuchung kommen, jemanden etwas zu erzählen. Und das wird bei Tausenden Eingeweihten unweigerlich passieren, da machen wir uns keine Illusionen.“
„Hmmm… Mein bester Freund ist Reporter bei einer Zeitung, die oft Höchstbeträge für spannende Exklusivstorys zahlt.“
„Ich weiß. Aber das macht nichts. Die Auflage des `Daily Secrets’ ist nur auf New York begrenzt. Ich muss sowieso noch ein paar Tausend Haushalte besuchen, da liegen die Restlichen praktisch auf dem Weg…“
„Aber… wir leben in den Zeiten des Internets! Was ist, wenn die Informationswelle nicht vor den Toren der Stadt halt macht?“
„Da machen sie sich mal keine Sorgen. Das Internet existiert gar nicht. Alle vermeintlichen User, die sie kennen, wurden von uns gekauft. Die haben mal eine Diskette mit 20 verschiedenen Browserbildern für jede Gelegenheit bekommen, mit denen sie vor Freunden den Eindruck vermitteln, sie surften auf Unternehmens-, Unterhaltungs- und Pornoseiten.“
„Ach ja. Ich habe den Aufruf dazu im Kabelfernsehen gesehen…“
„Ist dann jetzt alles klar?“
„Ja, klar: ich soll die Schnauze halten, bloß niemanden was erzählen.“
„Na ja, soooo hart würde ich es nun auch nicht ausdrücken. Wenn sie halt ein paar Minuten am Tag für die Geheimhaltung erübrigen können… Sie sind ja schließlich auch ein hart arbeitender Mann, der für seine Familie sorgen muss.“
„Ja. Aber nur noch exakt bis zum 11.09., wenn meine Firma die Biege… den Flieger macht! HAHAHA!“
„HA-HA-HA! Der war echt gut! Na dann, schönes Leben in Armut noch!“
„Danke, gleichfalls…“
„Nö, ich bin ja beim Geheimdienst. Ein geheimes Leben in Glamour, voller Geheimnisse und natürlich immer gut bezahlt. Noch nie James Bond gesehen? Ich ja auch nicht. Ist mir ja alles viel zu untertrieben, der Scheiß. Also dann: Tschüssikowski!“
Wer’s glaubt, wird dämlich…
Fragen stellen sei erlaubt, und auch das Analysieren von Videomaterial und Zweifeln ist durchaus eine gesunde Herangehensweise. Wenn jedoch, wie hier geschehen, unterstellt wird, über einer Millionenstadt sei(en) gar kein(e) Flugzeug(e) gesichtet worden, frage ich mich schon, womit man Leichtgläubige als Nächstes verwirren will: Die Fußball-WM hat nicht stattgefunden? Die Titanic wurde nicht von einem Eisberg, sondern von einer Cruise Missle getroffen?
Wer aber glaubt, dass dies hier schon der Gipfel des Schwachsinns war, sollte die nächsten Teile unseres großen Verschwörungs-Reportes abwarten…
Und jetzt entschuldigt mich. Ein Mann im Tarnanzug hat gerade am Fenster geklopft und will auf eine Tasse Dollars reinkommen. – Die alle nur für mich sind…

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