Film- und Serienkritiken

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Geklonte Ängste…

Oma hatte Recht und es ist nun beschlossene Sache: In 10 Jahren marschieren Klonarmeen im Gleichschritt durch die Straßen. Wissenschaftler forschen nur noch nach einem einleuchtenden Grund…

Von Daniel Klapowski & Gerd Günther Hoffmann

Die klonfeindlichen Tendenzen der letzten Monate lassen aufgeklärte Zeitgenossen wie uns zusammenzucken!

Soll es denn demnächst wirklich heißen: „Kauft nicht bei Klonen“? sehe nur ich schon wieder neue Klonzentrationslager am flimmernden Horizont Nordhessens?

Aber erwarten uns in ein paar Wochen, wenn nicht gar Stunden tatsächlich die ersten Klonmenschen?

Denn wenn man sich die Titelbilder der einschlägigen Deppenblätter so anschaut, sind sie vermutlich schon unter uns: Die Einsteins, die nichts Besseres zu tun haben, als in sich einen Scheißdreck für Physik zu interessieren und im Supermarkt lieber den Raum zwischen den Einkaufswagen falten. Daß dabei die Zeit irgendwie relativ schwerfällig vergehen will, ist dann auch das einzige, was dem Hoffnungsträger von Milliarden BILD-Leser in den Sinn kommt. Na, immerhin. Ist doch schon was. Gibt es die Weltformel eben erst nach Feierabend. „Bild dir deine Gleichung“

Ansonsten herrscht natürlich große Angst unter den Supermarkt-Omis der Republik, denen beim Verlassen vom Aldi stets ein Mikro zwischen die Zähne gerammt wird. „RTL Exkursiv! Was halten sie vom bösen, absolut megagefährlichen Thema Klonen? Bitte ihre Meinung! Sie finden das doch nicht etwa gut, ooder?“

„Aaaaach! das ist doch das, wo die Wissendingsler Spott gielen?“

„Gott spielen!“

„Sage ich doch! Ganz gefährlich! Das sagt auch mein Mann! Komm doch mal auch vor die Kamera, Reinhardt! Und meine Tochter, nicht wahr, die kennt sich auch aus mit Biologie, von wegen dem Blumenladen, wo sie mal gearbeitet hat, hier um die Ecke, gleich links, und die hat auch erst kürzlich gesagt: ‚Daß das jetzt alles demnächst voller Gene ist, find’sch überhaupt’s nicht gut! Man sollte sie alle totschlagen, diese Gene“

„Nun, manche Leute behaupten, mit der richtigen Kenntnis von wegen DNA könnte man Krankheiten bzw., Organe…“

„Ach (schlägt die Hände über dem Kopf zusammen)!! Jetzt hör’n sie bloß damit auch! Jesus Maria, Mutter Gottes! DNA! PVC! AOL! CDU! ACE! – Woll’n die uns vergiften? Man kann ja auch bald gar nichts mehr essen! Aber das geht ja auch nicht, oder? Haha?“

„Das sagt also die kleine Frau von der Straße. Danke für ihre Meinung. – Ist hier noch jemand dagegen?“

Und dann kommen wenig später auch noch irgendwelche katholischen Erzbeschöfe und ebenso unangenehme wie unbekannte CSU-Lümmel von der letzten Bank und hauen in die Kacke. Dann darf man plötzlich nicht mal mehr erblich geschädigte Zellhaufen abtreiben, obwohl das doch schon seit Jahren Gang und Gebe ist: Wenn der voraussichtliche Geburtstermin in die Zeit vom „Familienduell“ fällt, wird der Braten eben aus der Röhre gepustet.

Wenn der nervige Zellkuchen hingegen die besten Chancen hat, als spastisch gelähmter einarmiger Volksmusikant auf die Welt zu kommen, dann soll man nicht, darf man nicht! Das Leben beginnt ja bekanntlich mit der Befruchtung, plus oder minus 5 Stunden. Somit ist der Mann, der aufgrund von Stress im Büro und Orangenhaut (der der Frau) nicht zum Schuß kommt, wenn schon kein Abspritzer, dann doch schon ein ganz fieser Abtreiber.

Ja, und wenn plötzlich selbst Atheisten, Satanisten und Antichristen betonen, der „gottgegebende Urzustand“ der DNA-Moleküle (DNA = Do not anpack) wäre eben heilig, kommen einem dann doch schon Zweifel an der Weit- und Voraussicht der diversen hobbykritischen Teilzeitkatholiken.

Da war doch auch mal vor langer Zeit so ein Artikel:

„Hamburg – Der Sektenführer „Rael“, 55, berichtete in der TV-Sendung „Kultur-zeit“ auf 3sat von seiner Idee. „Ja, wir würden Hitler klonen. Wir sind nicht die Besten, aber wir sind exzellent.“ Über eine nach der Aktion mögliche Gerichtsverhandlung gegen Hitler „wären vor allem die Juden glücklich“, behauptete er. “

(Quelle: www.spiegel.de)

Man stelle sich das mal vor!

Jeder Juden-Family ihren Sandsack-Adolf!

Weiß doch jedes kleine Kind, daß man sich auch Erwachsene klonen lassen kann! Man nimmt einfach eine Zelle und dann…. klont man einen Menschen. Erwachsen. Voll ausgereift. Mit dem Wissens- und Erfahrungsschatz eines 50-Jährigen! Oder? Hab‘ ich jedenfalls so verstanden. Wird doch immer der Eindruck erweckt. Einfach ‚mal ein paar Einsteins klonen. Oder ein paar Adolfs. Die Klone sind auch von ihrer Umwelt überhaupt nicht geprägt und labern gleich los, kaum klettert so ein 1,80-Mann aus dem Reagenzglas: „Seit Fönf Orr Fönfondvörzig wirrrd nun zorröckgeschossssen!“

Denn schon bald will jeder Haushalt einen haben und dank Genmanipulation kann man den Klon auch noch an die eigenen Bedürfnisse anpassen! – „Hallo, ist dort die Firma ‚Brown-Klon‘?Ich hätte gerne einen ‚Adi2001 Deluxe‘! Seriennummer: 666-KZ! – Langes, blondes, wallendes Haar bitte!“

Und schon kommt in einer kleinen Kryogenkammer der ganz persönliche Führer des deutschen Reiches nach Hause. Nach dem Auftauen und der ersten Inbetriebnahme startet erst einmal das übliche Prozedere, wie in Millionen Haushalten schon zuvor:

„Du hast meinen Großvater vergast!“

„Bitte, wen? – Eigentlich möchte ich jetzt spielen gehen!“

– Natürlich hat dann doch niemand über 40 Jahre gewartet, um den „kleine“ Adolf in das Alter reifen zu lassen, in dem man bereits das Original kennen und lieben gelernt hat…

Und schon wird der kleine Addi zusammengetreten. Danach hat er das Zimmer der Kinder aufzuräumen und allerlei perverse und niedermachende Sexpraktiken über sich ergehen zu lassen.

Regelmäßig ist mir auch unklar, warum einem durch den Genuß einer genmanipulierten Tomate eine Hand aus dem Kopf wachsen soll. Soweit eine Veränderung des Erbgutes einer Pflanze diese nicht giftig macht, ist doch keine genetische Kettenreaktion zu befürchten, die wiederum mein Erbgut nachhaltig schädigt oder wilde Allergien auslöst.

Schließlich gibt es auch natürliche Genmanipulation. Denken wir nur an vierblättrige Kleeblätter! Vom Verzehr schon einmal Ausschlag bekommen? Ich auch nicht. Auch schwarzgefleckte Schweine oder Kühe mit drei Beinen schmecken nicht wirklich anders als ihre „normalen“ Kollegen.

Wo also kann der Unterschied zwischen einer natürlichen Mutation (verursacht durch zu langes in der Sonne stehen des trächtigen Muttertieres) und einer Genmanipulation durch einen Wissenschaftler bestehen?

Möglicherweise ist dessen Wißbegierde ebenfalls durch zu langes in der Sonne stehen des trächtigen Muttertieres ausgelöst worden – aber sonst?

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Artikel

von Klapowski am 31.08.02 in All-Gemeines

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Kommentare (1)

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  1. Hype sagt:

    Und wenn man klont wie bei „The Sixth Day“? Sicherlich, das ist ein Kreationistenfilm größtenteils, und es lohnt sich auch kaum für irgendeine Firma Leute zu klonen (außer Einsteins, wenn´s denn genetisch bedingt ist die Hochbegabung), aber wenn Wissen vom „Original“ kopiert und man es eines Tages hinbekommt die Leute in Wochen um 40 Jahre altern zu lassen… .

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