Unser KHAAAAAAN der guten Laune.
 
           » Neueste Kommentare

4.17 – Die Verbindung – Bound

Leicht bekleidete Wesen, die engelsgleich (zugegeben, ein minderwertiger, mit Grünspan verunreinigter Engel) durch die Flure schweben? Ein verführerischer Gedanke für mich, der ich meist mit Kollege Sparkiller auskommen muss, der allerhöchstens mit Unterhemd und Bierdose durch die Redaktionsgänge poltert. Immerhin ist er ab dem 8. Aluschalenweizen auch manchmal grün…

Willkommen zu Dance Trek: Schon am Anfang erwartet uns eine zweiminütige Sequenz, in der die Orion-Sklavenmädchen ihre Hüften schütteln. Und im Gegensatz zum männlichen Zuschauer benötigen sie dafür noch nicht mal ihre Hände. Sofort war mir klar, was uns in dieser Episode erwartet: …………. – Genau: ein großes Nichts aus zahlreichen Punkten, die sich bei näherer Betrachtung als freigelegte Muttermale entpuppen. Eben eine weitere Hommage an TOS, welches ja den chlorophyllhaltigen Brustausschnitt damals salonfähig gemacht hat. Und das Wort „Salon“ hat dabei ungefähr den selben fälschlichen Klang von Harmlosigkeit wie „Saunaclub“ (= Ficken auf Kacheln) oder „Tänzerin“ (= Ficken allgemein)…

Natürlich konnte diese Episode manche Dinge nicht so deutlich zeigen, da schließlich auch in den USA noch 20-jährige Kinder zuschauen, die sich ja in diesem Alter weder Bier noch Sex vor der Ehe kaufen dürfen. Aber ich habe es zwischen den Bildzeilen deutlich lesen können: Die beiden stummen Grünpflanzen haben sich doch die ganze Zeit über Stecklinge verpassen lassen, oder? Ja, ich meine die zwei Sklavinnen, die stets im Hintergrund blieben und durch das Schiff gezogen sind, um unachtsamen Konsolenbewacher mit plötzlichen Streicheleinheiten am Kinn in ein verlassenes Torpedorohr zu locken! Da kann mir keiner erzählen, dass außerhalb der Kamera nicht 95% der Besatzung (und da sind Frauen und Schwule nicht mal ausgenommen) durchgewemmst worden sind, bis der Gynäkologe einen bedenklichen anatomischen Materialverschleiß diagnostiziert hat.

Nur die Stammbesatzung ist zu blöd, um die Gunst eines diskret das Zimmer verlassenden Kameramannes zu erkennen… Zumindest, als die Gefahr noch nicht offensichtlich war, hätte man doch ruhig herzhaft zupacken können! Da hätte selbst Papst Benedikt den Weihrauchschwenker zur Seite gestellt!

Zur Story: Aus einem völlig seltsamen, unwichtigem und austauschbarem Grund transportiert die ENTERPRISE drei Sklavenmädchen vom Orionsyndikat von Punkt A nach G-Punkt. Rest der Story: Siehe oben.

„Wie?! Nur 5 Dollar von Trip und einen Plüschteddy von Mayweather für’n Küsschen auf die Stirn?!“ – T`Pols Zuhälter ist außer sich! Wenn sein Schützling in dem Tempo weiterarbeitet, dauert es noch 2.495 Jahre, bis sie alleine die Kosten für ihre Implantate wieder raus hat. Seine eigenen waren da kostengünstiger: Die Explosion einer Splittergranate ist im Irak praktisch für umsonst zu haben!

Natürlich passiert aufgrund soviel knisternder Casting-Erotik („Mr. Berman? Wir nehmen die drei mit den dicksten Tüten, okay? Lebensmittelfarbe haben wir noch da.“) auch die eine oder andere Unregelmäßigkeit im täglichen Dienstbetrieb: Männer verhalten sich aggressiv gegenüber ihren Artgenossen und schubsen alles, was mehr Achselhaare als ein Golfball hat. Die Arbeit wird vernachlässigt, um die Damen der Schöpfung im Geiste noch mal (ganz ohne biblischem Kram wie Lehm und Rippe) nachzumodellieren. Und wenn die Frau der Träume, sprich: Jede Frau unter 30, die nicht das traurige Schicksal einer Unterleibsamputation erleben musste, mit dem Finger schnippt, verwandeln sich die Crew-Men in sabbernde Befehlsempfänger. Ein paar glaube ich im Hintergrund sogar beim Apportieren gesehen zu haben…

Soweit, so normal. Das alles kann man jeden Tag in jedem Büro Deutschlands erleben, in denen die Filter in den Klimaanlagen vor lauter Lockstoffen schon ganz braun sind. Die Enthüllung am Ende, dass eigentlich die Männer die Sklaven der Frauen sind, ist ungefähr so enthüllend wie die Aussage, dass Kardinal Ratzinger mal im Latein-Leistungskurs abgehangen hat. Für mich war schon immer klar, dass ich wir Männer nicht die geringste Selbstkontrolle besitzen, sobald ein einziges weibliches Pheromon unser Schutzschild aus Popeln durchdringt und mit unserer Nasenschleimhaut kollidiert. Wollte man einen heterosexuellen, begattungsfähigen Mann mit einem hochsüchtigen Kettenraucher vergleichen, müsste letzterer sich schon Nikotinpflaster auf’s Butterbrot legen, damit der Vergleich nicht hinkt.

„Klar sind wir ausgebildete Tänzerinnen! Meine Dinger haben sich sogar schon mit 14 ausgebildet!“ – Es grünt so grün: Uschi, Muschi und Susi spüren genau, was Männer wollen. Aber wie soll man eine Hand im Ausschnitt auch NICHT spüren können? Sex ist für dieses Volk halt sehr wichtig. Ist es doch das einzige Gewerbe, das die darniederliegende Textilindustrie ausgleichen kann…

So sehen wir also die meiste Zeit dabei zu, wie die Orionerinnen derartig gurrend durch das Schiff laufen, dass man ihnen fast Brotkrümel hinwerfen möchte. Und Reed stottert bei der Schiffsführung noch die Konsonanten ab, die er der Welt schuldet. Währenddessen sabotiert ein unbekannter Darsteller, der durch Trips Rückkehr seinen Chefposten sausen lassen musste, bzw. gesaust wurde, den Antrieb der Enterprise. Einfach nur, weil es die flötende Stimme der Prostituierten befohlen hat. Wer von uns könnte das nicht nachvollziehen, nachdem das liebreizende „RUF-MICH-AN!“ aus der nächtlichen TV-Werbung jahrelang dafür gesorgt hat, das die Rechnungsabteilung der Telekom irgendwann eine Standleitung zu unserem Lohnkonto herstellen musste?

Auch Archer wirkte nach ein wenig Gezirpe nicht mehr ganz frisch und legte sich eine recht beeindruckende Sammlung an Schweißperlen zu. All das ist nur nicht wirklich neu: Schon „früher“, bei TOS, bezirzten die erkältungsresistenten Fast-Nackedeis eine Crew. Ebenso verliebte sich Picard in eine intellektuelle Luxusprostituierte, die ebenfalls auf jeden Mann verführerisch wirken konnte, wenn sie nur wollen wollte. Damals allerdings noch durch irgendeine empathische Fähigkeit, den Charakter an jeden beliebigen Lanzenträger anzupassen. Charakter. Oder wie wir Zuschauer von „Exklusiv“ und „Blitz“ es heute zu nennen pflegen: „Brust-OP“.

In der Fantasy- und SF-Landschaft wimmelt es von B wie „Buffy“ („Andromeda“ habe ich nie ertragen) über S wie „Stargate“/“Smallville“ bis hin X wie „Xena“ nur so von irgendwelchen verführerischen Hupfdolen, die gleichermaßen für Willen- wie auch Hüllenlosigkeit sorgen. Irgendwo gibt es immer einen geheimen Zauberspruch, dämonische Kräfte oder Pheromone im praktischen Nachfüllpack, die unsere geliebten Hauptdarsteller willenlos machen. Ist ja auch eine faszinierende Vorstellung für uns Nerds dieser Serien! Wenn wir ein oder zwei Raumschiffe oder wenigstens ein paar Superkräfte (z.B. DVD’s allein mit der Kraft der Gedanken komprimieren) hätten, würden diese süßen Hexen es ja vielleicht auch für nötig befinden, auch uns mal am Kinn zu kraulen. Da unten rechts, wo’s immer so juckt, wenn man sich mal eine Woche lang nicht die Pizzareste abwäscht.

„Jetzt hab’ ich’s! Waldmeister, stimmt’s?“ – Auf den Geschmack gekommen: Captain Archer. Endlich gibt es bei Star Trek mal so richtig wilden, hemmungslosen, zügellosen, leidenschaftlichen… „Biep. Brücke an Captain! Ihre Mutter lässt fragen, ob sie ihr Kartoffelpüree mit Schinkenstücken möchten!“

Von daher sehe ich solche Episoden meist als billige Stilmittel, um einen halbwegs unterhaltsamen Plot zusammenzuschustern. Genau so wie jede Staffel mindestens eine Besessenheits-Folge zu enthalten hat, muss in jeder Serie mindestens einmal unwiderstehliche Weiblichkeit aufblitzen. Dabei hatten wir schon mit ENT – 3.04 – „Rajin“ ein fieses Fickluder an Bord.

Dass die inhaftierten Sklavinnen auf der ENTERPRISE gegen Ende von Männern bewacht werden, obwohl Archer beim Lari-Fari-Verhör fast selber schon die Tür geöffnet hatte, ist durch normale Blödheit schon nicht mehr zu erklären. Da muss es irgendwo noch eine außerordentlich seltene Luxusklasse-Dummheit geben, die nur vom Captain verwaltet und nur mit strengen Dosierungsbeschränkungen ausgegeben wird, da sich sonst das ganze Schiff in eine lallende Fachtagung für Selbstmörder verwandeln würde. Dass selbst T’Pol nur dabeisteht und nicht eingreifend interveniert, obwohl selbst der Kameramann schon gestikulierend und Objektiv-wedelnd auf den schwitzenden Wärter zeigt, lässt nur ein Wort als Schluss zu: Lesbisch. Die war eben auch voll pheromonisiert.

Dass die Gefangenen sich da nicht lange bitten lassen und sich am Ende der Episode auf der Brücke zuende räkeln, war daher klar wie Speichelbrühe. Ich ging bis dato noch davon aus, dass sich die Damenwelt des Schiffes mit Nudelhölzern und Kochlöffeln aufmachen würde, um Durchnudeln und Löffelchenstellung auf Seiten der Herren zu beenden. Was hat denn dagegen gesprochen, Hoshi, T`Pol und einen Haufen Statistinnen diese Scharade mit typisch weiblicher Logik beenden zu lassen? „Lasst unsere Männer in Ruhe, sonst stecken wir eure falschen Fingernägel dorthin, wo niemals die Sonne scheint (höchstens Leuchtkondome), ist das klar?!“ – Aber nein: Nur Trip ist durch eine rätselhafte Immunität in der Lage, überhaupt zu irgendwas in der Lage zu sein. Rettung des Schiffes eingeschlossen.

„Und, was halten sie von einem flotten Vierer, Captain?“ – „Nein Danke, ich mag keine Kartenspiele.“ – Und wieder eine Chance vertan! Auch Mayweather hat seine Chance mal wieder knapp verpasst: Wären die Damen nur 15 Sekunden früher aufgetaucht, hätte er unter der Konsole gar nicht erst zuende onaniert!

Etwas billig? Ich finde schon. Aber nach „billig“ (oder nicht) sollte man wahrscheinlich nicht mehr fragen, da schon zum Anfang der Episode geklärt wurde, was „Normal, Ohne“ kosten würde (= Sex außerhalb der Kamera, ohne Zuschauer).

Nun kommt also die alles entscheidende Gretchenfrage für die Zuschauer, bei der wir Gretchen ganz kritisch in den Ausschnitt greifen und die Alternativen abwägen müssen: Reicht uns eine lockere Pop-Folge, um gut unterhalten zu werden? Gestehen wir uns ein, dass uns diese leichtbekleideten Parteimitglieder der „Grünen“ eigentlich reichen, um eine Zwei als abschließende Note zu zücken? Oder hätten wir lieber hässliche Diplomatinnen, praktisch die Claudia Roths von Star Trek, in einem anspruchsvollen Polit-Psychodrama gesehen?

Die Antwort auf die Frage, an welcher Stelle die Folge langweilig wurde, dürfte von Seiten der Zuschauer sehr individuell beantwortet werden: Der eine onaniert schneller, während der andere etwas länger braucht, bis er fertig ist. Schritt happens. Schade, dass man diese lockere Folge nicht benutzt hat, um etwas mehr Humor einzubauen. Habe kein einziges Mal gelacht. Und das will schon was heißen, gibt es doch nichts Lächerlicheres als Männer, die versuchen, Frauen zu gefallen. Dicht gefolgt vom Beischlaf, der, objektiv betrachtet, auch ziemlich albern aussieht. Erwachsene Menschen (im Idealfall), die schwitzend aufeinander liegen und wie blöde zucken: Eigentlich ein El Dorado für lustige Bettszenen im „Sex in the City“-Stil.

Archers Gesicht beim Oralverkehr: Wäre ein Traum gewesen! Reed mit Versagensängsten am Waschbecken aufgelehnt: Herrlich! Phlox nur mit Cowboystiefeln bekleidet lässig im Bett liegend: Das Paradies!

„Okay, Captain! Das ist jetzt ihre allerletzte Chance auf schnellen Sex! In 4 Minuten haben wir Dienstschluss! Können sie jetzt oder nicht?“ – „Verdammt! Ich Depp habe gerade noch eine 5-Minuten-Terrine auf den Herd gestellt!“ – Der Weg zu gutem Sex ist bei Star Trek lang und steinig. Aber wofür hat Archer zwei gesunde Hände? – Richtig: Um mit der linken auf die rechte Hand zu schlagen, sobald er unzüchtig zu werden droht.

Einziger Lichtblick: Travis ackert in seiner unvermeidlichen Kurzszene im Fitnessraum, um wieder zu klarem Verstand zu kommen. Dafür vertritt ihn Hoshi, als es darum geht, Phlox mal wieder mit albernen Beschwerden zu nerven, die nur jemand bemerkt, dessen Magengrummeln sein einziger Gesprächspartner ist. Diesmal darf sie also stellvertretend aufdecken, dass die Crew unter Kopfschmerzen leidet. – Wichtigere Charaktere hätten ja auch einfach eine Aspirin genommen und die Klappe gehalten…

Nicht, dass diese Folge schlecht wäre, nur ist sie auch nichts Besonderes. Die schalen Witze und das dumpfe Gruppengelache am Ende erinnern frappierend an den Schluss so mancher TOS-Folge, in der das mörderische Problem der letzten Stunden plötzlich bei einem kühlen Glas Haarwachs belächelt wurde. Inklusive einer Bemerkung Spocks, dass der Schiffsarzt ein zutiefst emotionaler Doofbär ist, woraufhin der Vulkanier nicht weniger emotional hinter seiner Konsole abschmunzelt.

Fazit:

Sex sells! – Allerdings hätte ich schon ganz gerne einen Teil meines Geldes zurück… In dieser nüchtern-braven Version von „American Shy“ (nur einer darf ganz offensichtlich Sex gehabt haben könnten) gilt es nur den Spaßfaktor zu bewerten. Dieser ist durch leicht bekleidete Damen durchaus gegeben und sorgt dafür, dass diese Episode eine echte Alternative zum Blättern in Unterwäschekatalogen ist. Pluspunkte gibt es dafür, dass diese Folge kein Zwei- oder Dreiteiler war. Den Zweiteiler trugen diesmal ja schon die (*Prust*) Schauspielerinnen…

„Puh, endlich sind diese Weiber weg! Wie gut es sich doch anfühlt, keusch und unbefriedigt zu sein! Hahaha!“ – Alle: „HAHAHA! JA!” – Jeder dieser Herren wird innerhalb der nächsten 12 Stunden drei Kopfkissen, zehn Fingernägel und mehrere Flaschenhälse (Bier) zerbeißen. Und letztlich gehen dann doch wieder alle zu T`Pol. Sie hat halt einfach ein gutes Herz. Wer will, darf gerne mal danach tasten!

Einfache Geschichte? Check. Eindrucksvolle Gazongas? Check. Erheiternde Gags? Fehlanzeige.

Und dabei hätte alles so schön werden können. Denn sorgte auf DS9 die telepathische Menstruation von Mutti Troi noch für ein Fegefeuer der Heiterkeiten, so präsentierte man uns in “Bound” nur eine Urmensch-Parade verkrampfter Sternenflotten-Matrosen, welche ihre Wand-Konsolen nach dem Vorbeidackeln der hüft-, brust- und lippenschwingenden Mädels vom Orion-Versand auch ohne Hände hätten bedienen können.

Ich hätte mir ja zum Beispiel eine zünftige Prügelei in der Kantine gewünscht (“Du fasst mein Mädchen an?? Bist Du noch ganz frisch?? – “Waaas?? Ich bin nicht ganz frisch?!” *prügel, hau, etc.*) oder auch einen brünstig den Weibern hinterherjagenden Reed. Aber irgendwie kam da gar nichts. Schade. Note: 3-


Artikel

von Klapowski | 22.04.05 | ENT-Dampfhammer | Trackback

Weitersagen


32 Besucher-Kommentare


  1. Klapowski sagt:

    Ich mag Kalkofe nicht.

    Der Kerl imitiert meinen Stil, seit ich 13 bin!

  2. Gast sagt:

    *schnüff* Die letzte reguläre Einzelepisode von ENT – und dann kommt so ein Scheiß dabei heraus?


Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>


Bei den Kommentaren bitte höflich und vorzugsweise beim Thema bleiben. Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht und dient lediglich zur Klärung von Problemen und zur Anzeige des Benutzerbildes via Gravatar.

TV Hammer


bloggerei.de - deutsches Blogverzeichnis