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Torchwood – Staffel 2, Teil 1: Ein später Blick…

Ja, ihr habt es so gewollt. Und zwar Torchwood. Die ganze 2. Staffel! Beschwert Euch später also gefälligst nicht bei MIR, wenn ich nach dem Gucken tot bin, ja? – Angeblich soll die zweite Season ja etwas besser als die erste sein. Aber vielleicht ist sie das auch nur, weil man inzwischen WEIß, dass einem die Serie dauernd an die Nieren geht. Zigaretten rauchen macht ja auch viel mehr Spaß, seitdem man offen und ehrlich auf der Packung nachlesen kann, dass einem mal die Lunge implodieren wird…

„Kiss Kiss Bang Bang“

Inhalt: Jacks alter Homo-Kumpel John tritt aus dem Zeitriss in Cardiff. Nach einigen frechen Sprüchen, Gewaltorgien und sexuellen Anspielungen ergibt sich, dass dieser nur einen radioaktiven Explosivstoff sucht, der irgendwo in der Stadt verloren gegangen ist…

Review:

Jack muss sein Team derartig hassen, dass hier selbst ein tobsüchtiger Kritiker auf langjährigem Satire-Horrortrip nicht mithalten kann: Warum schickte er seinen alten Knutsch- und Popoloch-abdicht-Kollegen denn sonst ALLEINE mit seinem Team los, wo er doch von Anfang an wusste, dass man dem Mann nicht trauen kann (wobei eine Trauung für Jack sicherlich nicht ausgeschlossen war, bei DER Knutscherei)? Glaubte er etwa an das Gute in des Menschen… Drehbuch? Und das, obwohl hier immerhin Spike (aus „Buffy“) mitspielte? Meinte Jack, die Drehbuchautoren würden so viel Einfallsreichtum beweisen, die alte Vampirfiguren-Gussform lediglich eine Mutter Theresa für etwas rustikalere Gemüter spielen zu lassen?

Prompt wird Gwen vergiftet (praktischerweise tötet das Gift erst in 2 Stunden), Tosh verprügelt (glücklicherweise hatte sie an diesem Tag ihren Gummi-Kopp auf), Owen angeschossen (dankenswerterweise nur am verschmerzbaren Beckenknochen) und Captain Jack Harkness umgebracht (zum Glück… na ja, ihr wisst schon…). – Wie? Warum er die ersten drei Pappnasenimitate dann knapp verschont hat, wenn er doch eine solche Brutalität in sich trug? Weil die nicht das Lazarus-Gen in sich trugen, vermutlich. Zwar wusste Spike nichts von Jacks Unsterblichkeitsversicherung mit der LBS (= „Lange Bi & Schwul“), nutzte sie aber unwissentlich, um das Drehbuch voran zu treiben. Oder dieses halt an einen ordentlich „toten“ Punkt…

Aber gut: Immerhin spielte Spike… ähm… JAMES MARSTERS die Rolle des dauerrolligen Captain John sehr ausgelassen und amüsant. Und diese schauspielerische Leistung war auch wirklich der einzige Lichtblick im Tunnel hinter dem homoerotisch abgeschleckten Gaumenzäpfchen! Ein paar erotische Sprüche zeigten sich allerdings deutlich „over the top“ und waren auch für den Zuschauer so schmerzhaft wie eine zu lange gehaltene Erektion: „Oh, wie prächtig!“ – „Das ist nur ein Pudel!“ – „Wunderbar!“

torch2a

„Komm schon, Kumpel! Wir haben uns doch früher – in der Zukunft – immer gut unterhalten können, oder?“ – „Ging so. Mit meinem Penis in deinem Mund habe ich oft kein Wort verstanden, weißt du?“ – Wo die Liebe hinfällt… holt sie sich einen doppelten Oberschenkelhalsbruch: Die Frage, warum Captain John in einer roten Zirkusdirektorjacke herumläuft, wäre ebenso zu klären, warum der Bundesrat der Zukunft zwischen Tigern tagt, die durch brennende Reifen springen…

Überhaupt schien man tatsächlich einige „Buffy“-Besonderheiten nachspielen zu wollen. Spike sollte Jack – wie einst Angel – wieder seine dunklen Seiten zeigen (Nein, keine Analverkehranspielung diesmal!). Und Jack küsste Spike – wie einst Buffy – erst nach einer gegenseitigen Prügelorgie in einer Bar, bei der nicht nur das Inventar zu Bruch ging, sondern auch mein Vertrauen in die britischen Behörden: Wenn ein Psychopath mit zwei Knarren mehrere Menschen bedroht, kann das unprofessionelle Torchwood-Team mal gerade den eigentlichen Polizeieinsatz abblasen. Da muss man als Hilfesuchender ja Angst haben, dass sich die Torchis zwischen durch versehentlich selber beim Nasebohren erschießen oder sich im Einsatzwagen zur Vorbereitung erst mal homoerotischen Spielen hingeben…

„Schön“ auch, dass Jack seine Leute wieder mal stehen ließ, nix erklärte und sich überhaupt wieder mal als Shatnerdarsteller in der demnächst hoffentlich verfilmten Autobiografie anbot. Mit unsterblichen Chefs arbeitet man doch gerne zusammen, wenn diese ihre verlorene Todesangst inzwischen in den Job einbringen und sich dadurch einen Fehler nach dem anderen leisten können. Das schlimmste, was passieren kann, ist schließlich ein Abstumpfungsprozess, den man bislang nur DIGITALEN Killerspielen zugetraut hätte. Somit konnte sich Jack auch mal gerade vom Dach schubsen (er wollte es doch auch, oder?) und sich am Ende noch mal übertölpeln lassen.

Diese Leute dürfen von der Regierung unbehelligt die Erde beschützen?! Liebe Leute, sperrt eure Kinder ein. Und zwar in eurer Ferienwohnung auf dem MOND!

Die Geschichte um geklaute Sprengköpfe war übrigens nur ein lahmer Aufhänger, um Jack und Spike das genaue Gegenteil eines Hängers zu bescheren. Aber vielleicht wollte John Barrowman (der ja wirklich schwul ist), einfach mal an dem hübschen Wangenknochen-Lustknaben aus „Buffy“ rumschlecken und hatte Glück, dass Russell T. Davies (ebenfalls schwul) die Idee ebenfalls über alle Schwanzmess-Maßen begeistert hat?

Fazit: James Marsters ist einfach eine coole Sau, keine Frage. Selbst als Schwuler schmeckt er irgendwie noch nach Sandelholz und Schwefelbad! Doch die gay’sche Geschichte sowie die ihr grundlegendes Pannemann-Psychologie waren so überdreht, dass wenigstens MIR keiner abgegangen ist. Lichtblick: Eine Omma sieht zu Beginn ein Fischalien in einem Sportwagen sitzen. DAS wäre doch mal ausbaufähig gewesen!


„Sleeper“

Inhalt: Eine Frau tötet auf ungeklärte Weise zwei Einbrecher. Vielleicht, weil sie gar keine Frau ist, sondern ein außerirdischer Killerroboter mit künstlicher Persönlichkeit?

Review:

Es gibt Folgen, die so durchschnittlich sind, dass man sie lieber – im wahrsten Sinne des Wortes – in zwei Teile schneiden möchte, als ihnen in langen Sätzen ihre mittellose Mittelmäßigkeit zu bescheinigen. SO müssen sich also immer meine Sport- und Musiklehrer gefühlt haben, bevor sie mir lieblos drei Gummiohren(?) aufs Jahreszeugnis gerotzt haben.

Für eine Charakterstudie war diese Geschichte aber zumindest gar nicht mal so übel. Es geht mindestens genau so um die lauernde Alien-Persönlichkeit wie um die draufgepappte Menschen-Makulatur. – Wie weit darf man gehen, wenn eine Person sowohl ein mitfühlendes Wesen, als auch ein außerirdischer Schläfer ist? Sind Folter und Mord Okay, oder muss ich vorher wenigstens die US-Regierung um ein bestätigendes Nicken bitten?

So was muss man als irrer Nerd einfach wissen, wenn man EUCH (Ich habe eure IP-Adressen, hahah!) demnächst besuchen und mit der Pumpgun bearbeiten möchte (*Psychopharmaka wegwerf*), hihihaha-Gargl!

Man könnte sich natürlich darüber ärgern, dass alles wieder mal total düster und Licht-aus-mäßig endete und man die Hoffnung für alle Nebendarsteller so sehr fahren lassen konnte, dass dafür wenigstens ein Formel-1-Titel hätte winken können. Aber wir sind ja hier bei Torchwood und nicht bei McGyver. Wer seine Gruppierung ernsthaft „Fackelholz“ nennt, hat eben auch kein Interesse an bunten Luftballons und rosa Einhörnern zum Selberkämmen! – Schon bei der Szene, in der dem fühlende Roboter einer äußerst schmerzhaften Scanprozedur aufgezwungen wurde (Jack: „Weiter… WEITER… WEITER!!!“), hätte einem klar sein können, dass wir hier statt einer TNG-Lösung eher ein Guantanamo-Ende sehen werden.

Würde man Serien mit Krankheiten vergleichen, dann wäre Star Trek ein harmloser Zuckerschock, während Torchwood den Part des Plötzlichen Kindstods übernehme würde.

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„Schatz? Als ich sagte, ich sei als Kind unglücklich mit meinem Arm in einer Baumwurzel hängen geblieben, da habe ich gelogen!“ – „Wie?! Dann hast du wohl auch nicht deshalb Kettensägen an den Füßen, weil du als junges Mädchen kein Geld für richtige Schuhe hattest?!“ – Die Wahrheit schmerzt: Irgendwann kommt eben alles mal raus! Die Leber dieses Herrn demonstriert dieses grundlegende Prinzip nun auf äußerst anschauliche Weise… (*Schwapp*)

Immerhin: Die schwarze Braut spielte die geschockte Normalofrau, die eigentlich niemanden weh tun möchte, sehr eindrucksvoll. Da konnte man all seine Empathie und das Mit(leid)gefühl wenigstens mal in ein figürliches Gefäß gießen, zumal die Torchis (außer Gwen) diesmal wieder so sympathisch wie Samenraub waren: Jack zeigte wieder mal das Mitgefühl eines verwirrten Altnazis im Sterbebett, Owen tut als Arzt(?) auch gerne mal Menschen weh (nennt man wohl „Schmerzklinik“, was die da haben), Toshi stand erneut scheintot an ihren Computern rum und an Ianto kann ich mich gar nicht mehr erinnern. – Hat vielleicht gerade wieder Kaffee gemacht oder als Koch im Deltaquadranten ausgeholfen…

Auf der anderen Seite hatte die Folge durchaus wieder ihre Momente: Wie der andere amoklaufende Roboter eine blutige Spur der anatomischen Fremdverwüstung hinterließ, war dann schon ein wenig spannend. Auch die Szene, in der Jack ihn einfach cool mit dem Auto überfährt („Wie können wir ihn aufhalten?“ – „Na… SO!“) sorgte durchaus für ein Meer an Beifall in einem Regen aus Schrauben. Immerhin gefiel mir das besser als Technobabble für Physikleistungskursüberspringer.

Und das Ende, so hart es auch war, riss ebenfalls so manches wieder raus, war es doch tatsächlich die einzige Lösung, die alle maximal „zufrieden“ stellen konnte. Und dass man das Z-Wort bei Torchwood einmal nennen würde, hätte man in der ersten Staffel ja auch nicht immer vermutet…

Fazit: Nettes Fölgchen um ein altes Themalein: „Ich bin ein außerirdischer Roboter, und nu?“ – Trotz diverser Stärken im Psychobereich sind mir aber eigentlich nur die 3 härtesten Szenen im Kopf geblieben: Schaum vorm Mund, ungewollter Partnermord, Selbstaufopferung. Der Rest versickert zwischen den unsympathischen Charakteren und deren wiederholt seltsamen Auffassung von Geheimhaltung: „Tja, Du als potenzielle Tötungsmaschine, die ständig Daten über die Erde sammelt, um dann eine Invasion zu starten, solltest uuunbedingt unser geheimes Hauptquartier sehen! Aber nicht Iantos geheimes Kuchenrezept stehlen, jaaa?“


„To The Last Man“

Inhalt: Ein Typ aus dem Jahre 1918 wird einmal im Jahr von Torchwood aufgeweckt, weil er irgendwann einmal eine wichtige Aufgabe erfüllen soll. – Diese gibt sich mit einem defekten Zeitriss in einem ehemaligen Militärkrankenhaus auch recht schnell zu erkennen.

Review:

Quizfrage: „Wie nennt man mittels Fachbegriff die Dramaturgie einer Geschichte, deren weiterer Verlauf einem schon in den ersten 2 Minuten gezeigt wird, oder deren Ende man zumindest vorausahnen kann?“

Antwort: „Torchwood“

Dass die meisten Serien circa 42 Minuten dauern, scheint einen einfachen Grund zu haben: Torchwood ist mit seinen 50 Milieu-Minuten nämlich stets gefühlte 8 Minuten zu lang! Auch diese Geschichte um ein Krankenhaus unter dem (Zeit)Locher, einem braven Soldaten mit vorbestimmten Schicksal und einer Toshi im Liebeswah… tran erschien mir nicht erzählenswert genug, um einen langjährigen SF-Gucker hinter dem Kryostase-Ofen hervorzulocken.

Und was sollte der Scheiß mit dem eingefrorenen (und äußerst wichtigen) Soldaten aus der Vergangenheit, der einmal im Jahr geweckt wird, um das Risiko einer missglückten Wiederbelebung zu maximieren? Wieso war gerade er der rettende Reißverschluss für den ausgefransten Dimensionsspalt? Schließlich wurde er doch nur deswegen im Jahr 1918 eingefroren, weil seine Gegenwarts-Ausgabe dies in einem kurzen Trip in die Vergangenheit befohlen hat. Hier beißt sich – wie bei Zeitreisegeschichten leider üblich – die Katze in meinen eigenen Schwanz (aua!) und Ursache und Wirkung leben bereits in Scheidung…

Theoretisch hätte auch jeder andere den wackelkontaktigen “Time Rift“ verschließen können: Eine der Krankenschwestern aus 1918, der Pförtner, oder vielleicht auch einfach… gar keiner. Und wenn man es GANZ genau nimmt, hätte Torchwood doch den Zusammenbruch der Zeitlinien verhindern können, wenn man einfach den Abriss des Gebäudes gestoppt hätte. Schließlich haben die Hammerschläge der Bauarbeiter ja angeblich irgendwie ein Loch in Zeit und Raum gekloppt! Lasst uns den Vorarbeiter also einfach „Albert Einstein“ nennen…

Und kommt mir nicht mit „Torchwood kann doch nicht an Abriss eines Gebäudes verhindern!“ – Natürlich! Denn wie sagt der Vorspann so schön: „Outside the government, beyound the police“! Oder gilt das etwa nicht für das Bauamt?!

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„Da! Der Zeitriss! Er öffnet sich!“ – „Nein, es ist nur Jack, der mit der Grubenlampe auf dem Weg zum Darkroom ist. Er möchte halt nichts von den süßen Boys dort verpassen.“ – Hier wird nicht nur das Hirn rissig: Bei Torchwood ist der rätselhafte „Rift“ für alle möglichen skurrilen Phänomene zuständig. Die meiste Zeit macht er aber einfach nur, dass man keine Spezialeffekte sieht…

Schade aber, dass Toshiko wieder so langweilig daherkam, als hätte jemand meine Eltern vor dem Fernseher plastiniert! Hat die glotzende Hintergrund-Deko und PC-Pute denn wirklich nichts besseres zu tun, als einmal im Jahr auf die Wiedererweckung ihres „World War I“-Stechers zu warten? Und wieso schaut Toshi eigentlich immer so, als hätte man ihr die Finger im Notebook eingeklemmt, selbst wenn sie sooo verliebt ist, als gäbe es für ihre Figur kein Morgen (was vermutlich sogar stimmt)?

Fast wollte man das drohende Zeitloch mit den eigenen Händen und Backenzähnen aufreißen, um die Story in Gang zu bringen. Wobei, IM Gang war sie ja sogar ein ganzes Weilchen: Gwen und Jack standen in einem alten Krankenhaus aus dem Jahre 1918 herum (sah verblüffend nach einer Grundschule in den 70ern aus) und sahen „Geister“. Wobei das aber natürlich nur zeitlich versetzte Projektionen von damaligen Krankenhaus-Arschkrampen waren. Die waren übrigens nicht sonderlich wichtig, taten keinem was und waren nur als „Jetzt geht’s looo-hooos!“-Indikator zu gebrauchen. Wenn auch als defekter…

Fazit: Eine Zeitreise mit vorgegebenen Ende ist wie einen Krimi von hinten zu lesen. Apropos von hinten: Die Liebesirrungen von „Toshnelda“ hatten nur die Ausdrucksmöglichkeiten eines Pickels. Und wieso ist Jack eigentlich immer so hart und unsympathisch? Nur, weil er ewig leben und das Ende des Universums sehen wird, kann er doch trotzdem „Bitte“ und „Danke“ sagen, wenn ihm jemand die Tür aufhält oder für das Schicksal der Menschheit in den Tod geht, oder?


„Meat“

Inhalt: Das Torchwood-Team trifft auf Gammelfleischanbieter, die ihre Ware von einem riesigen Alien herunterschneiden, auf dem der Speck ständig nachwächst. Leider ist auch Gwens Verlobter involviert…

Review:

Ein riesiges außerirdisches Wesen, das als lebender Fleischproduzent dient? Und da regen sich andere über (Gammel)Fleisch auf, das ein paar Tage zu lange auf der Fensterbank gereift ist!

Der walähnliche Klops ohne Wahl, dafür aber mit der schönsten Stimme, seit es Musik für Esoteriker gibt, war natürlich die Hauptattraktion dieser Folge. Wie der singende Klumpen da festgekettet in Stücke geschnetzelt wurde, das trieb glatt dem böswilligsten Fleischfresser das vegetarische Grünzeug zwischen die Zähne! Und dann das traurige Ende! „Mega-Titan totgespritzt“ hätte die BILD-Zeitung wohl getitelt und hätte gefühlstechnisch damit sogar noch Unterstatement betrieben.

Weniger schön waren aber die bösen Fledder-Fleischer, die hier allerdings mehr wie Bergarbeiter mit Grubenlampe zu Werke gingen. „Es ist nur Fleisch!“ wiederholt der Fieseste von ihnen so lange, bis auch der letzte Zuschauer, der sein Gehirn bereits für die Herstellung von Aldi-Mettwurst verschachert hat, dem Schwarz/Weiß-Denken abschwört und danach NUR noch dem Schwarzdenken fröhnt. – Überhaupt: Torchwood jagt jede Woche die dollsten Aliens, sieht sich aber außerstande, ein paar Hackebeilträger zu überwältigen oder einen Bescheid mit dem Stempel des Gesundheitsamtes herauszuschicken. Okay, diese Männer waren bewaffnet, aber gegen die männliche Beule in Jacks Unterhose wirkten die Pistölchen ja doch eher wie Pfefferstreuer.

Musste man sich erst stundenlang aufteilen, die Nase inspizierend in den Handtuchhalter stecken, einen Außenstehenden einbeziehen, um sich dann DOCH erwischen zu lassen wie nächtliche Ausflügler in der Jugendherberge? Gingen die Gangster denn nie nach Hause, um Mutter und Kind zu schlagen? Hätten man ihnen des Abends nicht ein Klavier auf den Kopf fallen lassen können, wenn sie aus der Lagerhalle getreten wären? Was hat so eine Alienjägertruppe eigentlich für einen Sinn, wenn diese keine Unterstützung anfordern kann und alle 2 Wochen in deutlicher Unterzahl und hilflos vor einem Bus mit Rentner-Aliens auf einer Kaffeefahrt zur Erde herumsteht?

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„Verdammt, diese Arbeit bereitet mir echt moralische Probleme! Darf ich das Fleisch beispielsweise noch als Leberwurst verkaufen, wenn ich versehentlich die Galle erwischt habe?“ – Das berühmte Monster von „Loch“ Ness: Hier ist es zu sehen mit dem Neuen im Team. Er heißt Peter Hacke. Wir Kollegen nennen ihn aber einfach nur liebevoll Hackepeter…

Musste man am helllichten Tag eine Geiselnahme riskieren, obwohl diese im orangefarbenen Abendlicht zumindest viel hübscher ausgesehen hätte? Und war das abschließende Einschläfern der Kreatur wirklich notwendig? Das schien mir eher so, als wollte man noch ein trauriges Ende herbeischreiben, nachdem die Grillparty-Szene mit dem Alienfleisch wohl wieder rausgeschnitten worden ist („Oma, das Fleisch schmeckt aber komisch!“ – „Nach dem Krieg wären wir froh gewesen, wenn wir jemanden hätten essen können, der auch nur diesen Kommentar abgegeben hätte!“).

Und der starke Fokus auf Rhys (Gwens Verlobter) ging mir ebenfalls auf einen Sack, um den der Weihnachtsmann mich glatt beneiden würde! Okay, der Mann war ein Slang-sprechender Normalo, der Lkw fährt und auf der Autobahn die rechte Spur verpestet, damit die Überholer die Landschaft auf dieser Seite nicht mehr sehen können. Irgendwie war er ja schon sympathisch mit all seinen dicken Wohlstandsbäuchen (einem) und seiner naiven Auffassung der Torchwood-Arbeit, die er mit allen Mitgliedern des Teams gemeinsam hat. Aber wenn DAS als Charakterfolge durchgeht, gehe ich doch lieber wieder in mein örtliches Hallenbad, wo ich vor ein paar Tagen eine Beinahetrennung auf Schwimmbahn Nummer 2 belauschen durfte.

Immerhin hatte Ianto zwei coole Momente, und damit meine ich ausnahmsweise nicht, dass er Unmengen von Eiskaffee serviert hätte…

Fazit: Schöne (Alien)Idee trifft auf öde Umsetzung. Praktisch „Fleischiges Lieschen“ versus „Spontanbesuch Gesundheitsamt“. Wenn man eben auf Ekel- und Mitleidfaktor gleichzeitig setzt, geht das emotionale Grundgefühl des Zuschauers irgendwann nur noch Gassi. Und wieder war mir die Story wieder ein paar Minuten zu lang. Wo sind nur die guten alten 20-Minuten-Folgen aus der Trickfilmbranche, wenn man sich gerade nach ihnen verzehrt? (Würg. Habe irgendwie gar keinen Hunger!?)


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Artikel

von Klapowski am 21.07.09 in TV-Review

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Kommentare (10)

  1. Sabre sagt:

    schwules torchwood Voyager – Dampfhammer will das Volk

  2. Klapowski sagt:

    Ja, mein süßes Schnuckelchen, ist ja prinzipiell richtig.

    Aber manche Leute stehen halt auch auf um 13 Jahre NEUERE SF-Episoden, oh Du unser Artikulations-Prinz.

    Aber wenn es Dich beruhigt: Ich habe noch so viele unveröffentlichte Voyager-Reviews auf Halde, dass Dir später noch mal ganz fein schwindelig werden wird vor lauter Deltas im Quadranten!

    Bis dahin also: Tschüssssiii!

  3. G.G.Hoffmann sagt:

    Ich mag keine Artikel, bei denen ich nicht mitreden kann. Verstehe langsam, warum viele Leute Star Trek nicht mögen. Wenn man sich nicht mühsam einfindet, ist es doof und öde. O.K., das ist es auch, wenn man sich eingefunden hat. Aber in seiner Blödheit wenigstens seit Jahrzehnten vertraut. Nachdem ich mir kürzlich die vierte DS9-Staffel erstmals seit 10 Jahren wieder angeschaut habe, bin ich sogar fast versucht, dieser meiner Hass-Serie das Prädikat „Semi-Kult“ zu verleihen. Aber ich kann wirklich keine andere SF-Serie länger als 9 Minuten ertragen. Gleich ob Stargate, BSG oder Torchwood: das sind für mich bestenfalls Werbepausenfüller.

    Findet Ihr das wirklich gut oder schaut Ihr das nur in Ermangelung von Alternativen?

  4. Hiramas sagt:

    Stargate: 15 Jahre, (bald) 3 Serien, ein in sich recht passendes Universum…
    Nicht so kult wie Star Trek/Wars aber definitv auf Platz 3 bei den meisten.
    Die Charaktere und Geschichten sind in all den Jahren etwas eintönig erschienen (man denke an Kiefern), aber immerhin trodem gute und solide Science Fiction mit doofen Sprüchen und liebhabe-exzentrikern.

    BSG ist einfach nur geniale Dramaturgie mit handfesten charakteren, guter story und vielen schönen Moralischen… Dingen… insofern eher der Nachfolger von TNG, aber mit nicht rauswaschbaren Alkohol-, Schweiß- und Blutflecken in der Uniform.

    Torchwood ist halt… britisch.
    Es versucht dunkler zu sein als Dr. Who, war aber in den ersten Staffeln etwas wackelig auf den Füßen.
    Aber ich habs trotzdem gerne geschaut.
    (persönlicher tiefpunkte waren für mich das monster aus dem ersten Staffelfinale und die Cyberschnalle und auch im grunde sonst alle folgen in denen Ianto im Mittelpunkt stand. Ich weiß nicht obs am Schauspieler oder an den Autoren lag, aber bei Ianto hatte ich immer irgendwie leiche aggressionen verspürt)

  5. Doctor64 sagt:

    Ich finde es Toll Das du jetzt die fehlenden Folgen von Torchwood Besprichst.
    Könntes du als nächstes bitte die übrig gebliebenen Folgen von Doctor Who besprechen???
    Sowie die Folgen Von Sarah Jane Adventures!!!
    Den beim Doctor fehlen noch das Finale der Ersten Staffel, die komplette Zweite Staffel und der Erste Teil der Dritten Staffel, und bei Sarah Jane fehlt noch alles.

    Danke im voraus Der Doctor64.

  6. G.G. Hoffmann sagt:

    Ach ja, wo wir gerade dabei sind. Könntest Du bitte vorher noch alle DS9-Folgen besprechen? Ich schaue die nämlich gerade (s.o.) und würde gerne wissen, was ich davon zu halten habe.

  7. Sabre sagt:

    ^^^^^^^^^^^^
    Dafür

  8. Vanquish sagt:

    Die Homosexualität geht mir echt auf die Nerven. Toleranz fördert dieses Überangebot bei mir nicht. Ich schaus aber trotzdem gerne, auch wenn ich bei den entsprechenden Szenen wegschalte.
    Ist die BBC eigentlich in dieser Hinsicht einer Quote unterworfen? Habe da letztens mal gelesen, das irgendwas in der Richtung zumindest Aufsehen erregt hatte.

    • Sarah sagt:

      Ich denke mal Toleranz soll es auch nicht fördern . Sie wollen nur Idioten wie DIR in den Arsch treten, die Homosexualität für etwas halten, was nur „in kleinen Maßen“ genossen werden kann. In der Serie ist Sexualität egal. Schwule und Lesebn sind gleichgestellt mit Heterosexuellen und nervige
      Klischee-Schwule/Lesben sind auch nicht zu sehen . Gerade das ist doch das Geniale an der Serie, wie auch in Dr.Who. Sexualität IST.EGAL. Es gibt soo viele Serien mit HETERO-SEX-Scenen en masse und keiner beschwert sich über die Heterosexualität. Aber OH NEIN . Zwei Personen gleichen Geschlechst küssen sich oder haben (nicht mal expliciten) Sex. BLOSS NICHT ZU VIEL DAVON !
      Ich glaube sowas nennt man Homophobie . Da hilft nur der Arzt .
      Genau das stört mich hier auch an den Reviews mit den ekelhaften und stereotypen Homos-Ficken-Durch-Die-Gegend-Sind-Pervers-Kommentaren . Ich könnt kotzen …

      Wie gesagt hier brauchen manche einen Arzt und ne Spritze gegen Homophobie

  9. Merle sagt:

    Also soll ich Dir mal was sagen?
    Deine Reviews und Deine Kolumne sind GOLD WERT. Wirklich. Ich liebe Torchwood sehr und stimme daher nicht immer mit Deiner Meinung überein, habe mich aber trotzdem halb tot gelacht beim Lesen. Genau wie bei dem Knight-Rider Review übrigens xD
    Na ja, und überhaupt. Talent zum Schreiben hast Du. Viel. Hat es sich doch direkt gelohnt, nicht für meine Klausur am Montag (das ist MORGEN!) zu lernen, sondern im Internet (=vorm PC) rumzugammeln. Nein, im Ernst, hat es :D Weiter so bitte.!

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