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DS9: Fight Club – Folge 09 – „Das Duell“

Ein neuer Teil unseres Fight Clubs. Captain Fleischkopf-Müller muß sich mit seinem Alter Ego aus dem Parabol-Universum auseinandersetzen.

Mit einem Schlag wurde es totenstill in der Bar. Alle starrten gebannt auf die beiden Duellanten.

TOF (The original Fleischkopf) hatte einen Splitter eines verbrauchten Baseball-Schlägers im rechten Mundwinkel und kaute, um Coolness bemüht, gelangweilt auf ihm herum. Parabol-Müller versuchte dieses Pokerface durch intensives Eierkneten zu übertrumpfen. TOF rotzte daraufhin lässig in Kworks Papierkorb, während Parabol-Müller zwei grüne Klofliegen von der schweißnassen Stirn wischte. Auf die Provokation antwortete TOF mit zwei Phaserschüssen aus der Hüfte in die Jukebox, die sofort begann „The Theme from Rawhide“ zu spielen. Mit einem lässigen Tritt gegen den Leierkasten, beendete Parobol-Müller diese Vorstellung. „Nobody steals our chicks and lives“ – hauchte Parabol-Müller Captain Fleischkopf-Müller an.

„Meinem Pferd gefällt Dein Gesicht nicht – verschwinde mit Deinem Klepper aus meiner Stadt!“, konterte dieser.

Die bajoranische Sonne stand im Zenit über der Station und die Uhr in Kworks Bar zeigte eine Minute vor zwölf. Die Hände knapp über den Hüften griffbereit neben den in den Halftern steckenden Prügeln schwebend, standen sie sich gegenüber. Ein falsches Wort würde genügen und es würde zur Katastrophe kommen…

Niemand hatte unterdessen bemerkt, dass es dem schwer beschädigten Gel-Haar-da Raumschiff gelungen war, seine Antriebsenergie wiederherzustellen.

Die kleine Crew des winzigen Schiffes (es handelte sich eigentlich um ein Rettungsboot) bestand gerade mal aus zwei Gel-Haar-da Soldaten und ihrem Kommandeur Commander Spast. Zuerst war dieser in pure Verzweiflung gestürzt. Er war hier, gefangen im ihm vollkommen fremden Paraboluniversum und die beiden Gel-haar-da hatten neben unangenehmen Körpergerüchen und prolligen Verhaltensweisen auch noch einen geringen Vorrat an fettarmer Milch an Bord. Alle Versuche, den Bestand der Droge mit H-Milch-Replikationen aufzufüllen schlugen fehl, da der Replikator nicht darauf programmiert war perverse, gefährliche oder auch nur widerliche Substanzen zu produzieren.

Doch da erblickte Spast die halb zerdepperte Morgpyramide, die immer noch vor der Station schwebte. „Heureka! Das ist unser Ticket nach Hause. Wir werden mit dieser komischen Konstruktion sicher eine interessante Technologie mitbringen. Und als Abschiedsgeschenk jagen wir die Station da in die Luft. Welch ein schöner Tag das doch noch geworden ist.“

Kurz darauf landete das Rettungsboot unbemerkt in einem von Mayonnaise bedecktem Landedeck und setzte mit einem matschigen Geräusch auf. Das Schicksal nahm seinen Lauf…

Währenddessen in der Bar:

„Uuups, war ich das etwa?“ Rumm lag mit einem Tablett voller Klingdoofendrinks auf dem Deck und grinste schief. „Ooooh Brudaaaaa! Das tut mir ja soooo leid, ich werd alles sogleich wieder aufwischen.“

Rumm bemerkte nicht, daß er die Aufmerksamkeit der beiden Müllers soeben auf sich gezogen hatte. Denn deren Blicke trafen sich und verflogen war der Haß aufeinander. Man hatte nun gemeinsame Feinde.

Knirschend lösten sich sogleich die Fäuste, die sie sich gegenseitig in den Kragenstoff gerammt und dort festgekrallt hatten…

„Ooooh! Guten Tag die Herren Captains, was kann ich denn für sie tun?“ Rumm hatte sich endlich wieder aufgerappelt und blickte mit hilfsbereiter Gastgebermine in die verhärteten Gesichter. „Nichts. Danke, mein Sohn.“ grunzte Parabol-Müller mit einem irrwitzigen Grinsen im Gesicht. „Aber könntest du freundlicherweise aufstehen, dann brauch‘ ich mich nicht zu bücken und kann besser ausholen. Ja! Perfekt! Danke! So! Und jetzt dreh‘ dich noch mal ein wenig nach rechts, nein! Stopp! Ein wenig zurück. Ja, halt! – Genau so stehen bleiben.“

Parabol-Müller holte mit dem Kricketschläger aus und donnerte ihn Rumm genau auf seinen sowieso schon deformierten Schädel.

Mit dem Satz „Jetzt bin ich aber dran!“ versuchte Normal-Müller nun prompt, seinem Ebenbild das verführerische Schlagwerkzeug zu entreißen.

Doch er hatte wohl nicht mit dessen Widerstand gerechnet, da sich sonst normalerweise niemand ernsthaft traute, ihm etwas zu verweigern…

„Was soll das, du Arschgesicht?? Das hier ist mein Schläger! Besorg‘ dir gefälligst einen eigenen!“ schrie Parabol-Müller aufgeregt herum.

„Gib das verdammte Ding her, du degenerierter Vergewaltiger wehrloser Blasertianer und Morg, ich bin jetzt dran!“

Nach den letzten Worten mutierten die beiden Captains zu einem Knäuel aus Armen und Beinen. Alle anderen Anwesenden brachten sich in Sicherheit, nur nicht Rumm. – Der lag wieder dumm auf dem Boden rum…

… Die Luke zum Gel-Haar-da-Schiff öffnete sich mit einem lautem „ZISCH“.

„Last mich zuerst, ich will diesen Knilchen, denen dieser Klotz gehört, erst einmal so richtig ein auf die Glocke hauen“, schrie der Comander und drängelte an seinen Soldaten vorbei. Diese sahen sich nur schulterzuckend an. „AAAHHH…!“, kam es auf einmal von draußen, gefolgt von einem „Platsch“.

Wie schon seinerzeit zuvor die Morgs, so versuchten auch die beiden Gel-Haar-da-Soldaten gleichzeitig durch den kleinen Durchgang der Rettungskapsel zu gelangen. Mit dem Erfolg, das sie erst einmal kräftig eingeklemmt waren.

Trotz ihrer doch sehr beklemmten Lage konnte sie jedoch sehen, was geschehen war. Commander Spast war auf der Majonaise ausgerutscht. „Ihr Idioten, nun kommt doch endlich her und helft mir auf.“ – „SIR, würden wir ja gerne SIR! Aber wir befinden uns selber in einer fesselnden Situation, SIR!“

Vor Wut schlug der Gel-Haar-da-Commander mit aller Kraft in diese weiße Masse, die ihn zum Sturz gebracht hat. Eine ganze Ladung flog auf die eingeklemmten Soldaten zu. Die Majonaise wirke wie ein Schmiermittel. Mit einem mal flutschten die Krieger ihrem Commander entgegen, der sich gerade mühsam aufgerichtet hatte…

Gleichzeitig tönte von irgendwoher eine neckische Slapstickmelodie aus den 30ern…

„Verdammt, nimm deinen Finger aus meinem Po!“ schrie der Commandant, der wild am Boden strampelte und von seinem Kriegern in der Weise bedeckt worden war, daß nur noch sein bedrohlich schwingender Zeigefinger zwischen den Beinen eines Gel-Haar-Da`s zu erkennen war… Der Commander wußte schon seit einiger Zeit, daß seine Krieger einen bedenklich ausgeprägten Hang zur Homosexualität besaßen, aber was konnte man von einer ausschließlich aus Männern bestehenden Rasse auch anderes erwarten? Langsam rappelten sich alle wieder auf.

„Was ist das hier denn für ein Durcheinander? Und warum liegt hier alles voll mit dem weißen Zeug?“

Die Krieger blickten ihren Meister nur blöde an, bevor einer eine Antwort wagte…

„Öööh… Nach Sperma schmeckt es jedenfalls nicht…“ war die informative Antwort, bevor der Krieger bei einer ungeschickten Bewegung ausrutschte und mit einem knallenden „Plöng“ mehrere Minihörnchen seines Gesichtes auf in den Metallboden grub…

„Wir werden dieses Ding zum Laufen bekommen und dann diesen dreckigen Hort des Schwachsinns in die Luft sprengen!“ grummelte der Commander gereizt und begann mit den Arbeiten am dem Morg-System…

Dummerweise war er so damit beschäftigt, daß er die Warnanzeige übersah, die ihm freundlicherweise im besten Englisch folgenden Satz mitteilen sollte:

„Achtung! – Scanne die anwesenden Subjekte im Testraum… Scan beendet… Beginne medizinisches Experiment zur DNA-Neuordnung in 10 Sekunden. Bitte nennen sie jetzt die gewünschten Eigenschaften der neu zu erschaffenden Lebensformen!“

„Verdammte Bande, diese Scheißegesichter sind echt der letzte Dreckhaufen…“ schimpfte der Commander in sich hinein…

„Schweinfickende Flachköpfe. Dummdreiste Scheißefresser. Oh, wäre ich doch nur tot, dann müßte ich das nicht mehr ertra…“

Commander Spast wurde von einer plötzlich aufheulenden Sirene unterbrochen. Im Hintergrund verkündete eine leicht verzerrte Computerstimme (die, wenn man genauer hingehört hätte auch ein wenig sadistisch erfreut klang).

„Spezifikationsspeicher gefüllt. Weitere Eingaben setzen höheren Systemspeicher voraus. DNA Neuordnung wird eingeleitet.“

„Waa…?“ konnte Spast nur noch machen, bevor ein Summen, das durch Mark und Bein ging, ihn und seine stumpfen Begleiter in ihre Atome zerlegte und kurz darauf wieder zusammenfügte. Das Ergebnis des Experimentes war äußerst unansehnlich…


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Artikel

von Sparkiller am 01.01.02 in Fight Club

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