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Doctor Who – Kritik zu 13.01: „Flux“

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Mist, Sparkiller hat’s gemerkt… Eigentlich wollte ich die neuen Who-Episoden aussitzen, doch Kollege Folterknecht kam vor einigen Tagen freude- und haarspitzenstrahlend zur Tür hinein. Auf einem güldenen Tablett trug er die Halloween-Folge vor sich her, grinste mich an und sagte: „Ich bin ja nicht total bescheuert und gucke mir diesen Mist an. Aaaaber ich kenne da jemanden, der nicht alle Latten am Zaun hat!“ – Tja, und nachdem wir die Liste mit all unseren Kommentatoren durchgegangen sind, traf es … MICH.


Vor dem Review muss ich euch schnell was erzählen:

Als ich heute aus dem Redaktionsgebäude fuhr, kam zufällig Kollege Sparkiller mit einem Zementmischer vorbeigedüst. Leider hat er dabei mein Auto in zwei Teile zerschlagen. Das war etwas ärgerlich, aber mir sind dabei ein paar wirklich lustige Sprüche eingefallen! Die habe ich aufgeschrieben, während ich auf zwei Rädern auf die A33 gebrettert bin.

Ich habe dann gemerkt, dass mein Wagen außer Kontrolle war. Weil das so schlimm für mich war, habe ich etwas gesungen („Ein Loch ist im Eimer“). Danach war ich dann schlau. Bin dann von der Autobahn runter, direkt auf eine Matratzenfabrik zu. Weil mir gerade ein Zauberspruch einfiel, ging auch die Tür auf, ich düste rein und landete auf der einzigen Matratze, die da gerade rumlag. – Ende. Mein Leben war gerettet. Aber leider war ich plötzlich von riesigen Tentakel-Klingonen umzingelt. Aber wie ich denen entkommen bin, das ist eine andere spannende Geschichte.

Bitte? Die Geschichte war euch zu doof? Zu viele Zufälle? Na, dann werdet ihr mit dieser Who-Episode keinen Spaß haben. Denn ziemlich GENAU wie oben beschrieben verlief die Anfangssequenz dieser Folge…

Nicht, dass die Serie früher enorm anspruchsvoll war, aber immerhin wusste man noch, wo man sich begrenzen muss. Doch seitdem zwanzig Sechsjährige beim Tabletop-Rollenspiel die Handlung auswürfeln, rieselt bei der BBC nur noch Konfetti aus dem feministischen Monatsmagazin.

, Doctor Who – Kritik zu 13.01: „Flux“

„Hey, wir sehen aus wie zwei Hexen auf Besen.“ – „Ja. Das ist ein gelungener Kommentar zu den Themen Weiblichkeit bei Halloween, betrachtet im Themenbereich der sexuellen Selbstbestimmung im Lego-Land!“ – Abschussbereit: Weiterhin wirkt dieser Doctor eher schrill als selbstbewusst. Aber mein Nervenarzt dreht auch immer durch, wenn ich mir SO WAS angucke.

Da wir uns gerade Geschichten erzählen… Ich habe noch zwei gute Storys – und eine schlechte:

– Wir sehen zwei taffe Weltraumpolizistinnen(?), die das Kraftfeldgefängnis eines Gruselmonsters kontrollieren. Obwohl das Vieh – natürlich – ausbricht und beide überwältigt, mochte ich den ungleichen Look der beiden. Ich mochte die überdimensionale Plastikwumme in der Größe eines Kinderspielplatzes, das hagere Gesicht der Chefin, den leidenschaftlich-lesbischen Nachwuchs-Charme der Blondine.

– Auch mochte ich den Charakter Daniel, den wir auf der Erde sehen. Er führt gerne Leute in Museum herum, hilft Obdachlosen und ist trotzdem kein naiver Weltverbesserer, sondern wehrt sich, wenn er verarscht wird. Vor allem, wenn ein Hunde(!)alien plötzlich in seiner Wohnung steht und mit der Plastikaxt rumfuchtelt. Hier kommen alte Stärken der Serie zum Vorschein, die woanders als Schwächen gelten würden…

– Was ich nicht mochte, war der Doctor und Jaz, die wenig später am Tatort auftauchen. Denn so frisch und sympathisch die restlichen Figuren wirken, so sehr falle ich innerlich zu einem seelischen Welpen zusammen, sobald diese beiden Space-Detektive innerhalb von Sekunden jeden Fall lösen: „Oh, hier war ein Kraftfeld. Außerdem ist ein Raumschiff im Orbit und zusätzlich sind Millionen Schiffe im Anflug.“

Dieses Dampfhammer-Geplauder ohne Punkt und Komma hat mich vor Jahren schon genervt, weil’s immer von den interessanten Grundideen ablenkte. Doch seitdem es IDEEN nicht mehr gibt, wirkt das glubschäugig vorgetragene Gelaber wie ein Abzählreim in einem linksalternativen Systemkindergarten in Buxtehude.

, Doctor Who – Kritik zu 13.01: „Flux“

„Bitte, lieber Zweibein-Pudel! Ich werde nie wieder in einen Knochen beißen, solange drum herum noch einer wohnt.“ – „Ruhe, Mensch! An Halloween wird mit lustigen Kostümen an Türen geklopft und mit Eiern geworfen. Für Albernheiten haben wir da keine Zeit!“ – Käfig-Knick: Wenigstens sieht diese Folge gut aus… Nur in den Köpfen müssen die Irrenärzte noch nachrenovieren.

Hmm. Ich kombiniere, kombiniere, mein lieber Watson… Doctor Who wäre eine total tolle Serie, wenn nur noch Figuren mitspielen würden, die ein Rollenspiel-Editor per Zufallsprinzip erstellt hat. Jeder lilahaariger Hutständer mit Kenntnissen der Eskimo-Kultur wäre spannender als Doctor-“Ich wusste schon vor der Tür, wie diese Folge enden würde“-Who.

Besonders stört mich, dass nach einer halben Stunde immer noch neue Dinge eingeführt werden:

– Jaz und der Doctor haben irgendeinen Konflikt miteinander. Irgendwas von wegen: „Du willst doch bald aus der Serie raus, also muss einer von uns beiden was doof finden!“ Aber da die TARDIS wackelt, schüttelt man das elegant in die nächste Episode.

– Ein zukünftiger Companion steht plötzlich auf der Straße. Doch da der Doctor sie (noch) nicht kennt, hüpft man in die TARDIS und spricht nicht mehr drüber. Dabei hätte ich gerne sofort gewusst, ob sie AUCH wieder lesbisch ist (Chance 50:50?).

– Ein Pärchen findet ein Mini-Ufo im Haus, das gleich mit dem Hammer zerbröselt wird. Hm. Das erinnert mich irgendwie an die Art, wie hier Geschichten erzählt werden?

– Blumige Andeutungen auf eventuelle Invasionen und uralte Gegner sollen hier die Geschichte am Laufen halten. Schade. Ich hatte mir gerade auf dem Klo zehn bessere SF-Ideen ausgedacht. (= Von Aliens manipulierte Toilettensitze, die alle Benutzer in eine gruselige Dimension befördern?)

– Die quantenversiegelten Steinengel sind auch wieder da. Die sind immer wieder ein beliebtes Element, da man nur zwei-drei dieser Statuen auf die Straße stellen muss. Viel Kult für kleine Knete? Eben wie die „Borg“ bei Raumschiff Voyager.

, Doctor Who – Kritik zu 13.01: „Flux“

„Eine schwarze Substanz läuft aus der TARDIS, Doctor! Was ist das?“ – „Toxic Masculinity. Leider wird sie bis ins Jahr 9.392 überleben.“ – „Was passiert dann?“ – „Dann wird eine mutige SF-Serie dagegen ankämpfen und sie besiegen.“ – Pech gehabt: Die schwarze Flüssigkeit hat mich ernsthaft interessiert. Sie wird aber lange nicht weiter verfolgt. Die haben wohl Wind von meinem Interesse bekommen?

Doch trotz all diesen Makeln hatte mich die Episode am Ende doch für sich gewonnen!

Ja, der Aufbau ist polterig, die Figuren plump, das Schauspieltalent aller Beteiligten eine ferne Legende und das intellektuelle Niveau unter’m Laternpfahl ganz links, ABER:

Die letzten 20 Minuten schießen ein derartiges Feuerwerk ab, dass mein Interesse geweckt war. Allein die Masse an Effekten (ein Nebel frisst Planeten), an Kulissen, Masken (die Sontaraner sehen jetzt düsterer aus?) und Geschehnissen (Das Ende des Universums?) erinnert dezent an eine Zeit, als sich die Serie noch nicht zu schade war, als SF-Sammelbecken der hohen Trash-Kunst zu dienen.

Keine Kritik am Klimawandel, keine indischen Hochzeitsgesellschaften, keine Trump-Allegorien, kein Plastikmüll in Ozeanen.

Einfach nur eine Weltall-Wolke, die das absolute ENDE bedeutet.

Und wenn man will, kann man darin ja auch gerne den Klimawandel, Trump oder Plastikmüll sehen…? Ist das nicht sowieso die eigentliche Kunst der… Kunst, dass man Dinge verfremdet, um am Ende doch bei einer kollektiven Deutung zu landen? – Oder halt auch nicht?

Somit bleibt bei mir das Gefühl zurück, dass man vielleicht wieder zu alten Stärken zurückkehrten will. Vielleicht musste der olle Episoden-Beginn ja erst sein, damit man den letzten Schmutz aus Chris Chibnalls Gehirn rauspusten konnte? Leichte Hoffnung darf man haben, da diese Staffel „nur“ 6 Folgen haben und sich vor allem um das „Flux“ drehen wird.

Wobei immer noch Tür und Tor offen stehen, das genauso dröge zu erklären wie damals den „Burn“ bei Discovery… („Der Flux ist die Manifestation aller Transgender, denen jemals ein Hartz-4-Antrag abgelehnt wurde.“)

, Doctor Who – Kritik zu 13.01: „Flux“

„Wie lieb! Herr Thanos hat uns eine Ansichtskarte zu Halloween geschickt!“ – „Nett. Aber musste er sie unbedingt in dieser Wolke verpacken?“ – Grüße aus der Marvel-Schrottpresse: Aus großen Gefahren erwächst große Verantwortung! Und damit meine ich vor allem… die Autoren. Nach diesem Cliffhanger will ich aber weitergucken. Bin ja schließlich kein echter Intellektueller.

Gut tut dieser Folge auf jeden Fall, dass nicht gleich DREI Companions im Hintergrund rumstehen, um sich die Wampe zu kratzen.

Eine Person ist schon persönlich genug. Und eine zweite (hoffentlich bleibt John eine Weile dabei?) reicht vollkommen aus, um die Sechstklässler-Fragen zu stellen, die der schlauere Begleiter nicht zu stellen wagt…


Fazit: Die meiste Zeit starrt man auf die selbige.

„Was will man mir erzählen? Und könntet ihr bitte Übermorgen damit anfangen?“, murmelte ich mir mehrfach zu.

Da ahnte ich noch nicht, dass dies hier nur die Vorbereitung auf eine Gefahr ist, die ALLES zerstören soll. Klar, nicht gerade ein neues Konzept, aber deutlich besser als das kürzlich noch übliche Pfandflaschensammeln auf dem Diversitätsplaneten.

Meine größte Angst ist aber, dass man mit diesem Effekte-Overkill bereits sein Budget verschossen hat – und man in der nächsten Folge wieder Eulen nach Athen tragen muss.

Zehnmal. Hin und her. Dauerschwafelnd. Mit Aufklärungsarbeit über unterdrückte Roboter-Eulen.

ACTION
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von Klapowski am 06.11.21 in Serienkritik

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Kommentare (9)

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  1. Raketenwurm sagt:

    „…und man in der nächsten Folge wieder Eulen nach Athen tragen muss.“

    Nah dran, die Eulen werden nach Russland getragen.
    Aber ich hab ja auch Angst, dass am Ende herauskommt, dass der böse Industrielle aus dem Jahr 1820 mit seiner Umweltverschmutzung die Zersetzungswolke in Gang gesetzt hat.

  2. Einheitskanzler sagt:

    Hach, wieder herrliche 90er-Jahre-SFX bei Dr. Who. Da fällt mir ein: Ich muss dringend „Hercules“ und „Andromeda“ rewatchen.

  3. bergh60 sagt:

    tach auch !

    @Klapowski
    Bei aller ernstzunehmender und berechtigter Kritik an Flux und der hyperventilierenden Doctress;
    Die Folge war aber immer noch um Klassen besser , als Foundation Folge 7 & vor allem 8.
    Was für ein Schwachsinn, was für ein Verrat an der Vorlage, was für eine Negation der Robotergesetze.
    Nicht mal das 0 te Gesetz rechtfertig solch eine Handlung.

    Boaaaahhh bin ich sauer.

    Back to the Future des Doctor Who.

    Gruß BergH

    • Ben3000 sagt:

      Oha, ich hatte schon befürchtet, dass Foundation in den Sand gesetzt wird. Schade das zu hören, wundert mich aber nicht. Die Vorlage ist halt schwer zu verfilmen…

      Antworten
    • Kazairl sagt:

      Wenn man bedenkt, dass die Charaktere bei Asimov eher schmückendes Beiwerk sind und es mehr ums World Building geht, war es erahnbar, dass bei den Charakteren die ganze Schwäche dieser Serie liegt, weil sie ja förmlich neu erfunden werden mussten um überhaupt wirkliche Charaktere im Sinne von einer Serie tragend sein zu können.

      Antworten
  4. bergh60 sagt:

    tach auch !

    Na ja, aber gerade die eternal Roboter wurden über Jahrzehnte mit Charakter und Persönlichkeit ausgestattet.
    SPOILER !
    Und dann bringt in Foundation ein Robotor auf Befehl des Imperialen eine Prieseterin um !!!!!!!!!!!!!!!!!!! [/Spoiler]

    Das ist einfach Scheissendreck.

    Gruß BergH

    • Kazairl sagt:

      Denkst du, es wird eine 2. Staffel geben? Weil so wie ich es verstanden habe, sollte die Serie ja das Flagschiff von Apple+ werden und zwar in etwa so wie GoT das Flagschiff von HBO war.

      Antworten
    • Kazairl sagt:

      „Und dann bringt in Foundation ein Robotor auf Befehl des Imperialen eine Prieseterin um“

      Und es widerspricht auch sämtlichen Robotergesetzen. Ich hab die Serie nicht gesehen, wird erklärt, warum das geschieht?

      Antworten
  5. bergh60 sagt:

    tach auch !

    Naja die Priesterin hat gefordert, dass es die genetischen Dynastie abschafft. Ebenfalls eine Erfindung der Serie, die im Buch nicht vorkommt.

    Gruß BergH

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