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Lower Decks 2.02 – „Kayshon, seine Augen offen“- Review

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Was bekommt man, wenn man eine Tüte Konfetti, etwas Kurtzman-Lazyness und zehn alte TNG-Folgen in einen Mixer wirft? – Ganz klar: Diese Episode hier… Und einen Mixer, der von Zeiten träumt, in denen frühere Star-Trek-Parodien nicht diesen anbiedernden Schmierfilm in seinem Inneren hinterlassen haben. – Haltet ihr Baldrian, Kamillentee und Salztabletten aus der Folge „Das Letzte seiner Art“ bereit? Dann folgt nun das Review zur letzten Star-Trek-Koffein-Tablette.


Eine Inhaltszusammenfassung kann heute ausfallen. Schließlich halten die Macher von „Flaue Gags“ sich eh nicht dran. Und ja, ich traue es denen sogar zu, auch noch NACHTRÄGLICH fünf neue Geschichten reinzutackern – dabei aber höchstens drei frische Gags.

Was man hier zusammenkloppt, ist einfach zu viel des Bluten:

– Der Sammler aus der TNG-Episode „Der Sammler“, dessen größte und gefährlichste Errungenschaft aber fliegende Staubsaugerroboter sind?! Lustig auch, dass man weder den alten Sammler (als Hologramm) länger sieht, noch den neuen Sammler („Haha! Von irgendwas Runterfallendem totgematscht! Voll wie in South Park, Anno 1997!“), noch irgendwas, das das ganze Setting überhaupt rechtfertigt! – Puh, ich muss mich kurz … sammeln.

– Die Pakleds sind wieder da, um die kostbaren Ausgaben für die Entwicklung eines zweiten Running Gags zu sparen. Diesmal nerven sie irgendwelche Bergleute, schießen sofort wild rum (= ganz große Humorschule?) und sind nur dafür da, damit auch Boimler auf der TITAN sein 2-minütiges Abenteuer erhält.

– Die einzige interessante und neue Figur (ein Alien aus TNGs „Darmok“!) wird für die meiste Zeit in eine Puppe(!) verwandelt. Hatte man nach zwei Gags à la „Seine Arme weit“ schon keine alten Zitate mehr, die man bringen konnte? Keinen Bock auf eigene Beiträge zu dieser absurden Alien-Sprache? Ich hätte über „Keine Erdnussbutter auf Tanagra“ sicherlich geschmunzelt. Was für neuere Zuschauer aber nur den Cringe erhöht hätte.

, Lower Decks 2.02 – „Kayshon, seine Augen offen“- Review

„Schnell, ein cleverer Hinweis auf eine alte Episode ist gerade zur Tür raus! Wenn wir sie nicht fangen, sonst müssen wir uns fünf Sekunden länger gegenseitig verprügeln.“ – Museum statt Musenkuss: Die Grundidee war wirklich lieb gemeint. Leider hätte ich aber gerne einen Non-Chaos-Schnittfassung davon. 5-Minuten-Kurzfilme sind ja nichts Schlechtes?

– Zu Mariner Beckett fällt den Autoren schon jetzt nichts mehr ein… Dabei heißt die Charakterbeschreibung „frech und aufmüpfig“ ja nicht, dass man sich ständig wie ein Koks-abhängiges Kaninchen mit Rambo-Komplex verhalten muss?! Mir hätte da auch so was wie einer stinknormalen „ALF“-Episode gereicht. Und der Kampf, wer im Außenteam das Sagen hat, wiederholt nur das Offensichtliche. – So wie bereits mit Wort „Lower“ im Titel der Serie geschehen…

– Boimlers Verdoppelung bei Hochbeamen war zwar eine nette Referenz an alte Trek-Folgen, am Ende aber nur ein weiterer Nagel zu dem Retro-Sarg, in den sich die Dramaturgie hier ständig selbst einsperrt. – Was rettet die Crew in der nächsten Episode? Picards alte Flöte? („Hey, damit können wir den Warpkern aufschrauben!“) Odos alter Eimer? („Hey, im Franchise tropft es rein!“)

– Dazu kommen zig angerissene Ideen, die alle das Zeug zu guten Solo-Abenteuern hätten, hier aber wie billiges Humor-Frischfleisch über Kurtzmans Tönnies-Theke gejagt werden. Genannt sei hier der Kontrollzwang des weiblichen Captains, Tendis und Rutherfords kurzer Geniestreich plus all die Ideen, die ICH bei einem Sammler(!)-Schiff habe. – Und bei ein paar davon wird man nicht 15 Minuten lang hektisch von Robotern verfolgt, stellt euch vor! (Alex, du bitte auch.)

– Generell erschien mir die Scherz-Dichte noch mal dünner als bei der letzten Episode. Gab es dort noch nette Wortspiele, so beendet man hier wieder öfter Szenen mit Radau, Geschrei, Commander Zeter und Fähnrich Mordio – statt mit einer echten Punchline. Wobei mich fehlender Humor bei einer gehaltvolleren Geschichte null gestört hätte.

Apropos Null:

, Lower Decks 2.02 – „Kayshon, seine Augen offen“- Review

„Ach ja, der gute alte Verdoppelungseffekt des Transporters. Fast so witzig wie alle anderen Episoden, in denen das menschliche Leben auf die Probe gestellt wurde.“ – Doppelt getrottelt hält besser: Fehlte nur noch, dass man das umstrittene Ende der Voyager-“Tuvix“-Episode hier als Lösung heranzieht. Und sie dann ABLEHNT, da sie unmoralisch ist. (He, Moment! Das wäre sogar GUT!)

– Boimler ist also wieder daheim. Wobei man hier die Chance verspielte, wenigstens einen kleinen Charakter-Moment einzufügen. Stattdessen heißt es: „Meinst du, du kannst wieder aufkreuzen, nachdem du mich im Stich gelassen hast? Na, da liegst du wohl richtig!“ – Das ist einerseits zwar den dürren Storys angemessen, die auf einen Nano-Bierdeckel passen würden, zeigen aber auch keine Ambitionen, mal über die üblichen Mechanismen hinauszudenken.

Genau so gut könnten die Figuren mal einem Sigmund-Freud-Hologramm auf den Kopf pinkeln?


Fazit: Eine kunterbunte Nummern-Revue mit Nummern, die irgendwie … alle eine Nummer zu groß für diese Trickserie wirken.

Alte Kult-Folgen kurz anzureißen, das mag ja einige Minuten lang das Herz erwärmen, aber wenn die Anarcho-Albernheiten alles gleich im ewigen Zynismus-Eis tiefgefrieren, hat man wenig gewonnen.

Vielleicht ist der seltsame Strahl, der Lebewesen in Puppen verwandelt, ja näher am aktuellen Franchise-Zustand, als die Macher es aussagen wollten?

Bewertung als Trek-Folge:

ACTION
HUMOR
TIEFSINN
ALLES IN ALLEM

Bewertung als generische Trickserie:

ACTION
HUMOR
TIEFSINN
ALLES IN ALLEM

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Artikel

von Klapowski am 22.08.21 in All-Gemeines, Star Trek

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Kommentare (6)

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  1. BigBadBorg sagt:

    Ich hab die erste Folge noch geguckt, hier habe ich aber jetzt irgendwie gar keine Motivation mehr. Mir fehlt der Antrieb auf den Playbutton zu drücken.

    Eigentlich unglaublich: Als Teenager war es undenkbar irgendwas von Star Trek NICHT zu gucken! Und heute…

  2. Grinch1969 sagt:

    Ja, war nicht wirklich gut und zur ersten, schon nicht überzeugenden, Episode ein weiterer großer Rückschritt. Ich weiß momentan echt nicht wo das hingehen soll mit Star Trek, immer wenn man denkt der Boden des Fasses ist erreicht schaffen es die Macher das Niveau vollkommen problemlos noch weiter zu nach unten zu schrauben.

  3. Ferox21 sagt:

    Ich habe bei Lower Decks auch nur die erste Folge ausgehalten. Leider absolut nicht meins. Ich bin zwar seit mittlerweile zwei Jahrzehnten Star Trek Fan, aber für diese Serie habe ich so gar keine Motivation. Daher auch mal wieder danke, dass ihr das für uns schaut, damit wir es nicht machen müssen…

  4. Torim2010 sagt:

    Kurzman, sein A…uge AUGE offen. Ups

  5. frank sagt:

    wo bleibt eigentlich die kritik zu 2.03?

  6. bergh60 sagt:

    @BigBadBorg

    We are to old for that shit !

    Ansonsten habe ich nach der Hälfte der Folge aufgehört.
    Mal sehen, ob ich die Energy aufbringe den Rest zu sichten.

    Gruß BergH

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