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„Starship Troopers“ – Das (geschnittene) Review

„Starship Troopers“ – Das (geschnittene) Review

An diesem Film sch(n)eiden sich die Geister. Die einen behaupten, dass er brutal, unsensibel, gewaltverherrlichend und faschistoid sei, während die Gegenseite behauptet, dass dies alles vollkommen richtig sei. – Aber das alles satirisch gemeint ist. Kann Zukunftia heute klären, welche Gruppe Recht hat und welche bei lebendigen Leib gehäutet und verbrannt gehört? Wir werden es versuchen, denn eines hat unsere Seite schon immer stark gemacht: Unerschütterliche Kameradschaft und Furzkissen auf den Stühlen im Redaktionsbüro!

INFORMATIONEN:

Regie: Paul Verhoeven
Jahr: 1997
Budget: $105

Poster
Geht ein Hitlerjunge zum Insektologen...
Inhalt: mehrere junge Leute gehen zur Föderation, um Soldat zu werden. Als die Käferaliens die Erde angreifen, geraten sie schnell in ihre ersten Kampfeinsätze. Wer hierbei Pech hat, dem wird auch schon mal das ganze Gehirn weggelutscht. Also so ähnlich wie beim Zuschauer.

Wertung:

Die BPJM indizierte den Film 1999, weswegen er bis heute nicht (für unter-18-Jährige sichtbar) beworben und/oder frei verkauft werden darf. Ab und zu sieht man ihn jedoch so stark geschnitten im Fernsehen, dass die wichtigsten Szenen nicht mehr den geringsten Sinn ergeben. Trotzdem „bewerben“ wir an dieser Stelle natürlich NUR die gekürzte Fassung, nicht die böse Metzger-Version, die wirklich „Pfui“ ist! Widerlich! Vor allem die unten aufgeführten Stellen, mit denen wir nichts zu tun haben wollen, da sie so rot und unansehnlich sind. Bitte seht Euch daher massenhaft die gekürzte Fassung an, gerne auch nonstop, mehrere Tage hintereinander. Dann kann Euch seelisch nichts passieren, da die „Blutszenen“ rausgenommen wurden und nur die faschistischen dringeblieben sind. Puh, das war knapp für unsere Kinder!

„Ich will sofort diesen Klugscheißer sehen, der behauptet hat, scheißende Riesenkäfer könnten unmöglich unsere Schiffe im Orbit treffen!“ – „Der ist schon tot. Hat sich mit einem angespitzten Physikbuch die Pulsadern aufgeschnitten und dabei ‚Waruuuum, Newtooon?!‘ gerufen.“ – Im Orbit, garantiert ohne Zucker: Auch die Artell… Infant… – diese Fliegeleute halt – bekommen ihr Fett weg.

Ein alter Streit flammt daher unter pädiatrischen Juristen (oder juristischen Pädagogen?) immer wieder auf: Ist die Brutalität in „Starship Troopers“ nun Satire oder verrohend? Und wenn letzteres: Was ist dann der normale Wehrdienst mit beidarmigem Schlammrobben und Bastelarbeiten mit Gewehrbauteilen?!

Die titelgebenden Sternenschiff-Truppen sind in dieser Hinsicht nicht leicht zu beurteilen: Die Satire ist stellenweise nur so hauchdünn aufgetragen wie das Make-Up der teilnehmenden Filmschönheiten. Zwar gibt es immer wieder mal einen kriegsversehrten Lehrer, die einem mit einem kernigen Spruch den radiergummiförmigen Armstumpen unter das Gesicht halten („Du musst selbst deine Entscheidungen treffen, oh Armbehafteter!“), aber wenn DAS schon Antikriegspropaganda ist, so könnte man ein Interview mit Nicki Lauda auch als Plädoyer gegen die automobile Gesellschaft werten („Iiih, hat der wirklich durchs Autofahren so braune Flatterohren bekommen?“).

Sicher: Bei „Starship Troopers“ werden Soldaten mit peinlichen Rekrutierungsvideos angeworben und mit zusätzlichen (Bürger)Rechten geködert. Aber wer jemals im Wartezimmer eines deutschen Kreiswehrersatzamtes gesessen hat, um dort einen spannenden Werbefilm über Minenfahrzeuge im Kosovo zu sehen, tut sich eventuell etwas schwer, die Satire zu erkennen (helfende Interviews mit dem Regisseur gelten nicht!). Und hierbei sind die fehlende Intelligenz des Konsumenten bzw. die sowieso verwendeten Methoden der Amis noch nicht mal einkalkuliert. Wenngleich beides „drüben“ wohl eng zusammengehört.

„Hey, die haben uns reingelegt! Das sind ja gar keine Kaninchen, die wir hier zertreten!“ – Käfermatsch statt Kaffeeklatsch: Nur selten ist der ironische Charakter so stark zu spüren wie in Sequenzen wie diesen. Wobei ich dem Regisseur inzwischen auch zutraue, mit diesem Film einfach seine Käferphobie auszuleben. Und auch andere Gattungen kommen schlecht weg: „Hunde, wollt ihr ewig leben?“, wird gleich zwei mal provokativ gefragt…

Am deutlichsten ist der filmsatirische Aspekt noch bei den Propagandavideos („12-Jährige, bitte melden!“), die aber auch nicht härter daherkommen als die heutigen US-Rekrutierungen via amtlichem Egoshooter. Da ist man durchaus versucht, den filmischen Mitteln des Jahres 1997 ein kumpelhaftes Schulterklopfen zu schenken und dann mit der Lupe in den Garten zu gehen, um Ameisen zu verschmurgeln. Zumal: Wenn die Bugs wirklich Meteoriten auf die Erde geschossen haben (wäre das nicht ein toller Gag, wenn diese die Form des World Trade Centers hätten?), muss man diesen Bin Ladens unter den Krabblern wohl wirklich mal beibringen, dass wir uns die Zier-Findlinge immer noch selbst auszusuchen pflegen!

Anders gefragt: Welche Aussage hat ein Antikriegsfilm, wenn die Figuren tatsächlich keine andere Wahl haben, als dem Steinewerfer vom Gazastreifen der Milchstraße den Planeten zu planieren? Das läuft bei mir fast unter „fiese Zivildienstanhörung“, Kategorie: „Kommt ’n nackter Russe aus’m Stadtpark und vergewaltigt ihre Freundin; was würden sie tun?“ – Dass man da nicht zur Drogerie rennt, um den Quasi-Osteuropäer Gleitgel zu besorgen, liegt auf der Hand. – Okay: Am Filmende kommt heraus, dass man mit den „Bugs“ (übernatürlich) kommunizieren kann, es aber nicht tat. Der eigentliche Witz dürfte hierbei sein, dass nach der finalen Gefangennahme des „Brainbugs“ dieser nicht zu Friedensverhandlungen überredet wurde, sondern der Gute als Bohrloch für handwerkende Wissenschaftler herhalten musste. Man beachte auch die naziähnliche Uniform des esoterisch geschulten Soldaten, der Schwabbel da die Hand auflegt!

„Ich weiß nicht, Mister Bug. Eine Brustvergrößerung ist wirklich kein Problem, aber das Herausarbeiten ihres Sixpacks wird unsere Leute viel Arbeit kosten!“ – Bohr, ey: Am Ende wird alles gut, weil… äh… die Stimme aus dem Off das marktschreierisch behauptet. Bleibt nur eine letzte, seit Jahrzehnten gestellte Frage: Zeckenzange oder reiner Alkohol, wenn einem solch ein Ungetüm am Oberschenkel sitzt?

Überhaupt: In Zeiten, in denen Extremsportler und Surfer ihren Kick beim „Extreme-Waterboarding“ suchen, militärische Geheimknäste noch immer mit aufregenden Folter-Faux-pas werben und Guantanamo vermutlich demnächst ERWEITERT wird, um die Schließung im Jahre 2193 zu vereinfachen, gibt es wohl andere Probleme als die Rekrutierungsmethoden von Raumschiff-Jüngern. Da haben wir bei der Benneton-Reklame in den 90ern schon größere Speiseflocken durch die Schneidezähne rausgeprustet. Wobei diese eine Filmszene schon hart ist. Ich sage nur: „Messer. Wand. Hand.“ – Eine derartige Aufzählung von 3 Nomen dürfte auch auf einer staatlich lizenzierten Jugendschutzseite wie der unseren erlaubt sein.

Nach allerlei Vorgeplänkel, bei dem es um Selbstbestimmung, Liebe und Soldatenehre geht, wird der Zuschauer dann in die Schlacht geworfen. Und tatsächlich lässt man hier am Krieg nicht wirklich ein gutes Haar. Oder einen Arm. Oder Bein. Wer sich hiernach noch berufen fühlt, an wie auch immer ge- oder entarteten Kampfhandlungen teilzunehmen, hat nicht nur NICHT die (eventuelle) Satire verstanden, sondern auch ein sehr feindseliges Verhältnis zu seinem Körper. Dass die Soldaten mal eben schnell in Blubbertanks repariert werden können, tut dem Schrecken kaum einen Abbruch. Trotz allen schönen Körpern und Bildern ist der Bug-Krieg rau und der Planet für einen Luftkurort definitiv zu sparsam bepflanzt.

Davon abgesehen ist „Starship Troopers“ auch eher poliert als politisch. Und somit verlassen wir die Welt der Tucholsky-Zitate („Soldaten sind Mörder“) und bescheinigen diesem Streifen: „Soldaten haben Mörder… brüste“. Zumindest die weiblichen. Keine Ahnung, wer Denise Richards die Augen mit blauer Ölfarbe nachgezogen und ihre Zähne gebleicht hat, bis sie als eigenständiger Lichtquelle durchgingen, aber die Frau sieht einfach wunderbar aus! Und auch die anderen Moralmisantropen sind attraktiv bis in die letzte Pore des HD-Fernsehers! Mit Sex und Nacktheit geht der Film tatsächlich sehr offensiv um, was die Frage aufkeimen lässt, warum andere im Zivildienst alte Omas baden sollen, statt mit den weiblichen Rekruten unter der Dusche zu stehen? Für MICH der eigentliche Skandal dieses Drehbuchs.

„Guck mal, Rico: Sie haben hier kleine Babygalgen in der Dusche! Ist das schon eine kleine Militärsaaaatire?“ – „Zumindest nicht kleiner als deine Brüste.“ – Fit for Feucht: Das Militär der Zukunft ist gleichzeitig regressiv und unendlich tolerant. Das verwirrt den Zuseher auf der Metaebene des Kant’schen Moralimperativs. Kein Zweifel: Regisseur Verhoeven wollte genau DAS ausdrücken. Oder er mochte einfach Titten, wie die in seinem früheren Werk „Showgirls“…

Dem Film gelingt es über weite Strecken tatsächlich, kaum langweilig zu sein. Immer gibt es einen frechen Spruch, eine unerhörte Szene, eine kleine Wendung oder schöne Menschen. Großes Kino kann so einfach sein, wenn man eine mittelprächtige Handlung einfach dahingehend aufwertet, dass sonst keine Fehler gemacht werden.

Sogar den Spezialeffekten sieht man das biblische Alter von 13 Jahren kaum an. Die computeranimierten „Bugs“ tauchen in einer Vielzahl und Qualität auf, die bemerkenswert ist, sofern heutige Zuschauer eine unfallfrei eingeparkte Textur überhaupt noch zu würdigen wissen. Auch schnellere Kameraschwenks und Interaktionen mit den Schauspielern absolviert der Krabbelfuhrpark ohne murren und ruckeln. Die Story mag in das Ei einer Ameise passen, ist aber so mundgerecht serviert, wie es sonst nur clevere Werbespots sind, von denen man einfach nicht die Augen lassen kann. („Oooh, fliegende Autos vor einem Himmel aus Winterreifen. Uiii!“)

Die Schauspieler sind Abziehbilder des amerikanischen Traums (= perfektes Kinn und genug Brüste, um es dazwischen zu reiben) und spielen ihre Rollen so triefig-patriotisch, dass es schon wieder lustig wirkt. Immerhin wurden vorher genug Gesichtsausdrücke eingekauft, die dann in „Star Wars Episode 1“ fehlten. Aber das ist eine andere indizierte Horrorgeschichte…

„Starship Troopers“ erzählt den Krieg so, wie es heute selten geworden ist, in Zeiten, in denen die Altersfreigaben die Kinos als Kindertagesstätte ausweisen und kaum ein Film oberhalb von 12 Jahren freigegeben ist. Hier wird zerhackt, geköpft, geblutet, geballert und gestorben, bis dem Pazifist der Hirsebrei hochkommt und der potenzielle Amokläufer leuchtende Augen der Rührung bekommt. Hauptfiguren werden abgemurkst, während ein Stakkato aus riesigen explodierenden Insektenleibern den Hintergrund erleuchtet. Wäre ich irre, ich würde eine Oper daraus machen. „Tanz des Hämoglobins“ oder so.

„Verdammt, sie überrennen uns! Aber warum nur?“ – „Wir sitzen auf einer gigantischen Microwellenteller, darum!“ – „Ich glaube, ich habe auf der Erde mein Bügeleisen angelassen.“ – „Ich helfe dir, es auszumachen, Freund!“ – Blut, Schweiß, rauchende Renderrechner: In dieser Materialschlacht werden viele ihr Leben lassen. Das Militär bedauert dies, weist aber gleichzeitig darauf hin, dass im Falle einer Wiedergeburt der volle Wehrdienst abgeleistet werden muss!

Okay, Logik darf man hier nicht erwarten: Warum ein Insektenvolk am anderen Ende(!) der Galaxie unsere Erde mit Meteoriten beschießen(!) kann und trotzdem(!) als „nicht intelligent“ gilt, das sind Filmfehler, denen der gängige Begriff „Plothole“ nur noch ansatzweise gerecht wird. Das macht den Käferkrieg in etwa so glaubwürdig wie die Behauptung, Saddam Hussein hätte mehr Massenvernichtungswaffen als ein amerikanisches Bundesland. Aber vermutlich ist das auch das gut gemeinte SS: Satire für Sonderschüler.


Fazit: Actionreiche Krachbumm-SF mit Blutkonserven-Flatrate. In dieser Form bis heute tatsächlich konkurrenzlos. Ob das nun eine Parodie auf „Rommel – Der Wüstenfuchs“ oder einfach die verwanzte Doofen-Variante von „Full Metall Jacket“ ist, kann auch ich nicht klären. Ich verweise daher bequemlichkeitshalber auf „Die Gremlins“ und empfehle diesen Streifen allen, die gute Effekte und knackige Filmmusik lieben…

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Artikel

von Klapowski am 12.12.10 in Filmkritik

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Kommentare (25)

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  1. Lurker sagt:

    Den hab ich damals(tm) im Kino gesehen und fand den auch recht unterhaltsam. Aber merkwürdigerweise hab ich mir den nie ein zweites mal angesehen. Ach doch: Er kam mal im Fernsehen und ich wunderte mich, warum ich die Handlung NOCH unlogischer fand, als damals im Kino. Das wird wohl an den Schnitten gelegen haben.
    Was mich an dem Film gestört hat waren nicht unbedingt die Logiglöcher, in denen die Troopers ganze Raumflotten parken könnten (wie kam der Brainbug zum beispiel durch die kleine Tür der basis?) , sondern die merkwürdige Erzählweise. Irgendwie braucht die Handlung relativ lange, bis sie rund läuft und dann ist der Film auf einmal vorbei. Ich hatte mich quasi grade eingewöhnt und zack wars um. Vielleicht ist das auch ein Qualitätsmerkmal und spricht für die Kurzweiligkeit des Streifens

  2. Exverlobter sagt:

    Schaut ich diesbezüglich diese Clips von der US Army an.
    http://www.youtube.com/watch?v=yUHCmbVL39Y
    http://www.youtube.com/watch?v=YSbCnWe6e1o
    Die Army-Spots in Starship Troopers stellen eigentlich fast schon die US-Realität dar.
    Von wegen Leni Riefenstahl! Gerade deutsche Feuilleton-Schreiberlinge müssen immer mit ihrer Nazi-Keule kommen, und alles in die rechte Ecke stellen. (bääh, der Film ist profaschistisch. Nieder mit Paul Verhoeven!)
    Und dabei verkennen sie übrigens das Verhoeven unter der deutschen Besatzung der NIederlande gelitten hat!
    Verhoeven hat selber zugegeben, dass der Film eigentlich eher eine Reaktion auf die US-Amerikanische Außenpolitik war.

  3. Exverlobter sagt:

    Es stimmt übrigens nicht, dass nur die Gewalt rausgeschnitten wurde, und der „faschistische“ Part drinngelassen wurde.
    Das wurde in der deutschen Fassung nämlich stark abgemildert.

    DT. Warum ist es sinnvoll Militärdienst zu leisten?
    US: Why are only citizens (also Soldaten) allowed to vote?

  4. Ijon sagt:

    Gutes Review, Klappo! Danke mal wieder!
    Wollte noch dazu sagen, das der Film eigentlich nicht als Verfilmung von Heinleins gleichnamigem Roman gedacht war. Selbiger ist wesentlich weniger blutig (Brüste gibts auch keine), es geht dort hauptsächlich um die militärische Ausbildung (bei der ein „Sir“ allerdings genügt) und Struktur und Wesen des Militärs, wurde aber damals schon wegen seiner krassen Ansichten zum Thema Kindererziehung (ohne Prügel lernens die Bälger eh nicht) und Militärdienst (kein Wahlrecht ohne gedient zu haben) kritisiert, wobei ich mir nicht sicher bin ob Heinlein wirklich so ein begeisterter Militarist war ohne einfach nur die damals aktuelle 68er Bewegung ärgern wollte. Ausserdem erklärt sich so, warum die „dummen“ Bugs Asteroiden mit Überlichtgeschwindigkeit zur Erde schicken können. Im Buch sind sie nämlich eine ebenso fortschrittliche Zivilisation wie die Föderation. Ausserdem ist die Mobile Infantrie vergleichsweise klein dafür umso besser ausgerüstet (gepanzerte Exosuits, die fliegen und Atomgranaten in alle Richtungen abschießen können), während die Soldaten im Film praktisch schutzlos und massenweise nur mit Ripleys Alien 2 Knarre bewaffnet gegen die fiesen Warrior-Bugs gehetzt werden… ich schätze gerade hier hatte Verhoeven eigentlich seine satirischen Elemente einbauen wollen, aber so kommts halt wenn ein Filmstudio auf biegen und brechen seine teuer eingekauften Filmrechte verwursten will…I Robot lässt grüßen.

  5. Exverlobter sagt:

    Klappo bezeichnet den Film als Doofen Variante von Full-Metall Jacket.
    Der Spiegel schreibt dass man schon etwas aufgeklärt sein sollte um diesen Film auch wirklich zu verstehen, lol.
    „Starship Troopers“ ist eine düstere Zukunftsvision, perfide getarnt durch leuchtend grelle Farben. Eine wunderbare Klamotte für „aufgeklärte“ Zuseher.

    http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,30121,00.html

  6. DJ Doena sagt:

    An dieser Stelle ist es mir ein Anliegen, mal auf die Synchro-Zensur des Films hinzuweisen:

    http://www.schnittberichte.com/schnittbericht.php?ID=1547

    • dingens sagt:

      Ich habe gerade festgestellt, dass ich nur die ungeschnittene deutsche Version kannte, und nicht das Original. Sehr interessant, danke!

      Antworten
    • Exverlobter sagt:

      Wer die deutsche Fassung sieht, kapiert den Film gar nicht, und hält ihn für einen blöden Popcorn-Film. Unbedingt im Original schauen.

      Antworten
    • dingens sagt:

      Naja, kapieren… Ich hab ihn von vornherein als Satire wahrgenommen, aber wegen der Originalsprüche habe ich jetzt das Gefühl, dass die Satire noch dünner ist als Klapowski angesprochen hat.

      Was mich fasziniert hat, war irgendjemandes Interpretation des Buches, wonach das aktive und passive Wahlrecht („in einer Demokratie“ wäre hier falsch, vielleicht allgemeiner „in einem Staat“) ein derart wichtiges Gut ist, dass nur jemand, der bereit war, dafür sein Leben aufs Spiel zu setzen (Soldat=Bürger) auch dieses Recht erhält.

      Antworten
  7. Thomas Rembrandt sagt:

    Sämtliche Logiklöcher können allerdings erklärt werden, wenn man den Film als echte Satire auffasst:
    – Bugs am anderen Ende der Galaxis sollen eine Bedrohung sein: Terranische Propaganda
    – Asteroid soll von den Bugs gesannt worden sein: Terranische Propaganda
    – Bugs als ewiger Feind: Perfekter Antagonist für eine militaristische Diktatur
    – schlechte militärische Taktiken (keine Artellerie, gepanzerte Fahrzeuge etc.): kein echtes Interesse der Terraner den Konflikt zu beenden

    Liegt vielleicht an der Entfremdung durch das Internet, dass heutzutage Satire oder Sarkasmus nicht mehr so gut wahrgenommen wird. Aber echt mal, S.T. sollte man keine Sekunde ernst nehmen. Die drei Fortsetzungen verkacken den satirischen Ansatz allerdings völlig…

    • Sparkiller sagt:

      „Liegt vielleicht an der Entfremdung durch das Internet, dass heutzutage Satire oder Sarkasmus nicht mehr so gut wahrgenommen wird.“

      Oder vielleicht auch daran, daß das Leben immer noch die beste Satire schreibt und man diese daher leider nicht immer zu 100% erkennen kann. Beispiel: So wird (u.a.) auf Monitoren in US-Walmarts (!) aktuell dieser kurze Clip der amerikanischen „Homeland Security“ abgespielt:

      http://www.youtube.com/watch?v=Czoww2l1xdw

      Die zusammengefasste Aussage: Wer in seiner Heimatstadt etwas „verdächtiges“ bemerkt, soll dies bitte sofort bei der Polizei melden. WAS denn unter „verdächtig“ fällt, wird natürlich nicht erklärt. Da fühlt man sich als Bürger direkt sicher und Paranoia wird auf diese Weise bestimmt auch nicht geschürt.

      Oder hab ich die Satire in diesem ECHTEN Fall auch übersehen? Und an welches Buch erinnert mich das Ganze nur?

      Antworten
  8. bergh sagt:

    tach auch !
    Also mit dem Buch hat der Film wirklich sehr wenig zu tun und das RAH politisch leicht rechts von Attila dem Hunnenkönig lag,
    liest man nicht nur in diesem Buch heraus.

    Das Pathos ist im Buch allerdings das gleiche.
    Und den Anti-Kriegsfilm sieht man eigentlich schon, auch in der geschnittenen Version. Das ist alles zu dick aufgetragen, die Werbespotts fürs Militär sind zum Kotzen (und komisch). Und die SS Mäntel von den guten Psychos sind doch oberdick aufgetragen.

    Ich habe damals auch vermutet, daß es gegen die amerikanische Kriegsmaschinerie ging. gegen wen haben sie in den 90ern nochmals Krieg geführt?
    Und die Bugs sind eben alles was ein WASP nicht ist.
    Waren überhaupt farbige Menschein in dem Film zu sehen?
    Obwohl er zum teil in South Amerika spielte?

    na ja egal.
    Die Rezension ist wie immer lustig und mit der Note kann ich mich anfreunden.
    Schade nur, daß es so wenig gute Verfilmungen von Heinleins Bücherngibt.
    Friday hätte ich gern als Buch, oder Serie gesehen.

    Gruss BergH

  9. Klapowski sagt:

    Farbige gab es in dem Film massenhaft, eine weibliche Schwarzhaut ersetzt sogar den General(?), der einen wichtigen Einsatz verbockt hat. Nach außen hin sieht die Gesellschaft daher auch ziemlich tolerant aus: Wer kämpft und für sein Land(Planeten?) eintritt, wird bevorzugt, völlig unabhängig von Hautfarbe, Geschlecht, Angezogensein, Behinderungen (= Arme ab) und anderem unwichtigen Gedöns.

    Interessanterweise scheinen sich der Drehbuchautor und Verhoeven im Audiokommentar nicht ganz einig zu sein, was die Intention des Filmes ist. Während der Autor zu Beginn etwas murmelt, von wegen „Wir wollten mal was Unpopuläres und Hartes machen“, scheint der Regisseur darüber leicht verstimmt zu sein und erzählt später, dass ihn die Raumschiffschlachten(!) an das Straßenbombardement(!) in Holland, in seiner Kindheit, erinnert haben.

    Schon etwas schräg.

  10. Exverlobter sagt:

    „Aber echt mal, S.T. sollte man keine Sekunde ernst nehmen. Die drei Fortsetzungen verkacken den satirischen Ansatz allerdings völlig…“

    @Thoomas Rembrand
    Also zumindest Starship Troopers 3 kann man aber echt als gelungen betrachten. Der satirische Ansatz ist ähnlich wie in Teil 1.

    http://www.youtube.com/watch?v=TDmcgL9XLaM

  11. Bergh sagt:

    tach auch !

    @Daniel
    O.K. ich muß mit den Film wohl nochml anschauen, aber farbigfe hatte ich nur als Randfigurten, quasi als Alibi-Farbige in Erinnerung.

    War auch nur ein Aspekt der mich retrospektiv ärgerte,
    vom restlichen Film fühlte ich mich trefflich unterhalten.

    Vielleicht mußte auch auf Befehl von der produktionsfirma wieder vieles geändert werden?

    Gruss BergH

  12. Bergh sagt:

    tach auch nochmal !

    gherad nochmal diesen Film angeschaut. Es fehlenFarbige.
    Es sind viel zuwenig in dem Film dabei bleibe ich.

    Gruss BergH

    • Exverlobter sagt:

      Bist du farbenblind??
      Schwarze gibt es zuhauf:
      – Der neue Sky-Marshall
      – Die SOldatin, deren Arm abgeätzt wird
      – Die Rekrutin, die Politikerin werden will, und dem anderen Rekruten in den Kopf schießt
      – Sugar Watkins!! (geiler Name, lol)
      Hab ich jemanden vergessen??
      WEnn du schon nach anderen Ethnien suchst, dann schau mal nach Asiaten. Da gibt es nämlich keine.
      Asiaten, Null! Und das obwohl sie die meisten Menschen auf diesem Planeten sind.
      Schwarze waren eigentlich ganz gut repräsentiert.

      Antworten
  13. FrakesJoe sagt:

    Die Regierung wusste, dass die Bugs intelligent sind, es wurde verschwiegen, damit die Soldaten die Befehle nicht hinterfragen. Im Übrigen sind auch (wie sogar beiläufig im Film erwähnt wurde) die Menschen die Aggressoren in diesem Krieg, da sie eine Kolonie auf einen Bugplaneten gründeten und die Bugs wohl einfach abgeknallt haben, worauf diese sich rächten.

    Viele der offenen Fragen erklären sich, wenn man die faschistische Regierung im Film in die Überlegung mit einbezieht.

  14. Bergh sagt:

    tach auch !

    @Exverlobter
    Samm hassu Spliss ?
    Wenn ich farbig sage meine ich ALLE Farebn.
    Der Film ist mir zu weiß.(Punkt).
    Vor allem weil Rico Südamerikaner ist und WASPer / weißer aussieht, als der weißeste Weiße.

    Es war beber nur eine Beobachtung, also regt Euch nicht auf.
    nebenbei ist der Film immmer noch satierisch genug , um nicht ernst genommen zu werden.

    Gruss BergH

  15. Exverlobter sagt:

    Ha, das ist mal wieder ein Klischee das alle Latinos exotisch und dunkelhäutig aussehen müssen. Es ist nämlich in Südamerika genau wie in Nordamerika der Fall, dass die Oberschicht meistens weiß ist.
    Und Rico wird in dem Film als reicher Kerl dargestellt (reiche Oberschicht). Und dann kommt Rico auch noch aus Argentinien, also einem Land, dass von allen südamerikanischen Ländern am europäischsten geprägt ist. Mich hat sein Teint also überhaupt nicht gewundert.

  16. FrakesJoe sagt:

    Ich dachte mir, als ich gesehen habe, dass Rico aus Südamerika kommt, eher noch „Cool, das Rassenproblem hat sich wohl bis dahin geklärt und alle Hautfarben leben überall“. Ist vllt ein falscher Gedankengang, aber so schien es mir.

  17. Exverlobter sagt:

    Hab über das Geschriebene nochnal nachgedacht. Ich denke schon, dass in dem Film gewisse satirische Elemente vorhanden sind. Und, dass Verhoeven mit vollem Ernst eine versteckte Pro-Totalitäre Haltung in den Film eingebaut hat, möchte ich stark bezweifeln! Er äußerte sich in Interviews, dass er und seine Familie unter der deutschen Besetzung der Niederlande gelitten haben.

    Ich glaube aber trotzdem , dass die satirischen Elemente, vom Ende mal abgesehen, so gering sind, dass 95% der Zuschauer den Film völlig mißinterpretieren würden (was mir damals 1997 übrigens selbst passiert ist, da ich im Jugendlichen Alter von 14 Jahren wahrscheinlich zu jung war, und keine Sensibilität dafür hatte, um den leichten satirischen Touch zu kapieren). Insofern ist dieser Film tatsächlich gefährlich für Leute, die jünger als 18 jahre alt sind, und zwar nicht wegen den Gore-Szenen, sondern weil er tatsächlich in gewisser Weise die faschistische Ästhetik glorifiziert (man denke nur an den Score von Basil Poledouris, der an Herbert Windt aus Triumph des Willens erinnert)

    Insofern ist Starship Troopers tatsächlich ein gefährlicher Film. In der Beziehung ist Starship Troopers 3 eher als positives Vorbild heranzuziehen. Ed Newmeyer hat es in dem Film tatsächlich geschafft die Satire deutlich erkennbar zu machen. Verhoeven ist das nicht so ganz gelungen. Zumindest in dem Aspekt des missionarischen Eifers ist der Film so überzogen und grotesk, dass das Gesehene eigentlich kaum jemand Ernst nehmen kann, nicht mal die übelsten Zeugen Jehovas, Taliban oder sonst irgendwelche religiösen Fanatiker.

    Das trifft aber wahrscheinlich trotz allem nur auf einen kleinen Teil, einer kritischen Zuschauerschaft zu. Ich glaube weiterhin, dass viele Leute einfach zu blöd sind, die wahre Intention des Regisseurs zu kapieren- er schafft es einfach nicht seine gut gemeinten Intentionen unter’s Volk zu bringen. Man denke z.B. nur an „American History X“, der bis heute ein Kult-Film unter Neonazis ist(und in dem ist die Aussage deutlicher als in Starship Troopers) .Oder an die Szene in „Jarhead“ wo die amerikanischen Soldaten alle fast einen Orgasmus kriegen, als sie die Szene in „Apocalypse Now“ anschauen, in der das vietnameische Dorf zerlegt wird. Krieg und Gewalt in Filmen dienen trotz aller gut gemeinten Anti-Aussagen der Regisseure stets als Wichs-Vorlage für die niedersten Triebe im Menschen.

    Was für eine gefährliche Wirkung Starship Troopers auf Leute haben kann, zeigt übrigens ganz deutlich der Film „Harold and Kumar 2. Hier der entsprechende Ausschnitt:
    http://www.youtube.com/watch?v=k_rzQtNGaZU

    • Schloti sagt:

      Na der Film soll wohl in erster Linie gut unterhalten und das macht er sehr gut. Wenn dann Gewalt und Leid mit bitterbösem Humor serviert wird, muss man natürlich auch schonmal das Gehirn einschalten, um zu erkennen, dass sich sowas halt weit weniger spassig anfühlt als dargestellt. Von daher wohl auch das FSK18-Rating.

      Ein wunderbares Gegenbeispiel ist doch der Film 300. Dort wird wunderbar demonstriert wie man Brutalität und Faschismus verherrlicht, indem sich dieser Quark die ganze Zeit selbst, furchtbar ernst nimmt.

      Übrigens, so am Rande, mit 14 hielt ich Star-Wars auch noch für ein Science-Fiction-Novum. Hätte mir die Filme, wie erst kürzlich im TV, mal mit etwas gereiftem Anspruch ansehen sollen, bevor ich mir die Teile I-III im Kino gebe. Dann wäre ich wahrscheinlich viel viel weniger enttäuscht gewesen. Also nix gegen Star-Wars, die Geschichte hat schon was. Aber was da so passiert, wenn zwischen den tollen Special-Effekten, die Schauspieler versuchen zu schauspielern, ist das echt grenzwertig.

      Antworten
  18. Hermann sagt:

    Als der Film herauskam, fand ich, dass er bildgewaltiges, brutales Popcorn-Kino war. 20 Jahre später frage ich mich, wie man die Satire im Film nicht sehen kann. Die Übertreibungen, die geschichtlichen Anspielungen, für mich bleibt kein Zweifel, der Film sich keinesfalls durchgängig ernst nimmt.

    Und die Duschszene: Tja, vor 20 Jahren fand ich das ganze auch wahnsinnig aufregend. Heute, wo ich selbst mit einer Frau unter die Dusche gehen kann, ist das alles nicht mehr so das große Ding.

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