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„Was muss, das muss.“ – Ist das moderne Star Trek alternativlos?

, „Was muss, das muss.“ – Ist das moderne Star Trek alternativlos?

Bald ist es wieder soweit… Die Realität hat ihren Widerstand vollends aufgegeben und beschert uns eine „Erfolgsserie“ nach der anderen. Diesmal „Strange New Worlds“, deren Drehbeginn vor Wochen verkündet wurde. – Ich behaupte weiterhin, dass das herrschende Star Trek-Fieber eine hypochondrische Fehleinschätzung von CBS/Paramount ist. Und genau das wird uns bald wieder die übliche Diskussion bescheren: DARF man sich als Fan eigentlich lautstark beschweren, oder ist das „Hate?“ – Hier eine kurze 10-Seiten-Analyse…


Erst mal folgt eine Entschuldigung meinerseits: Da ich die letzten Wochen damit beschäftigt war, mit Jens Spahn 15 Millionen Impfdosen ins Klo zu schütten (= Ein äußerst komplexes Experiment zur Aufnahmefähigkeit unserer Kanalisation), konnte ich auf dieser Seite nicht wie üblich „tätig“ sein. Oder wie auch immer man permanentes Genörgel gemeinhin nennt…

Dadurch konnte ich aber im Wochentakt ein wenig an dem folgenden Text weiter arbeiten. Denn natürlich habe ich nebenbei mitbekommen, welche Wunderwerke das Franchise für uns bereit hält. Zum Beispiel die Entdeckung, dass Michael Burnham sogar mit drei Hühneraugen gleichzeitig heulen kann, wenn der zukünftige Gegenspieler der Schwippschwager von V’Ger ist:

„Was ist riesig groß, bedroht den Quadran… die Galax… das ganze Universum und wird erst in der letzten Folge enthüllt?“ – „Ein Kelpianischer Junge, dem der Cola-Lolli in den Ameisenhaufen gefallen ist?“ – „Verdammt, wir haben einen Maulwurf im Produktionsteam!“


Und ich höre sie jetzt schon wieder raunen, die Trek-Restfans aus der Promille-Fraktion:

„Star Trek gehört NICHT den Fans, es ist eine Marke und gehört CBS/Paramount/Genero-Firmenverbund Nummer 08/15. Beschwert euch daher nicht!“

„Seid doch froh, dass es überhaupt neues Trek gibt!“

„Wollt ihr es etwa wieder so altbacken wie früher?“


Klar, aus der (emotionalen) Entfernung wirken Beschwerden über „Kurtzman-Trek“ immer ein bisschen wie „Hate-Speach“. Was wohl in der Natur der Sache liegt, wenn man ein Franchise als Molkereibetrieb betrachtet – und sich selbst nur als gelegentlichen Schlürfer am Bottich-Rand. Denn niemand würde sich seitenlang über die Verfehlungen eines Milchfachwirts ereifern. – Oder doch?

Anderes Beispiel… Man stelle sich vor, dass Audi-Fahrer in einem Internetforum herumwettern, weil die verbaute Stereoanlage nicht mehr von Teufel ist, sondern von Blaupunkt. „Wieso“, könnte man sich da als stolzer VW-Fahrer fragen, „ist das ein Thema? Die können doch einbauen, was sie wollen? Man muss das Auto ja nicht kaufen!

Recht hamse! Man „muss“ die wenigsten Dinge kaufen. Außer Wasser, trocken Brot und dem Fachbuch „Besser leben mit Skorbut“ eigentlich GAR nichts. Lässt man sich allerdings zu stark auf dieses „Muss nicht sein“-Argument ein, bleiben vom Leben eines modernen Menschen ganz schnell nur noch Neandertaler-Vibes übrig. Marke: „Wieso kritisierst du das TV-Programm? Willst du etwa wieder Bilder auf Höhlenwände ritzen?“

– Oberflächlich klingt das zwar erst nach einem berechtigten Einwand, ist allerdings kultur- und denkfaul.

Meine Meinung ist: Diskutiert man auf der Ebene „Will logische Drehbücher“, dann MUSS man nun mal auf diesem recht spezifischen Level argumentieren. Und nicht auf dem Niveau „TOS hatte auch keine logischen Drehbücher“. Was auch bei unseren Kommentaren manchmal getan wird. – Aber ich möchte ungern einen Hoffmann beim Namen nennen.

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Der militaristisch-heroische Unterton im Franchise ist tatsächlich neu. Das könnte man kritisieren. Oder aber man betont, dass man bereits früher die Föderationsflagge ins Bild geschoben hat – und behauptet, dass „Discovery“ nur die logische Fortführung von „Das unentdeckte Land“ sei.

Gerade in Fan-Kreisen beobachte ich, dass man es sich zu einfach macht. Dass man krude (wenn auch gutgemeinte) Vergleiche zwischen Sisko, Neelix und V’Ger anstellt, um irgendwie auf den Nenner zu kommen, dass Tilly gaaar nicht so hirnverbrannt fett ist, Lorca total kultig war („In den 60ern gab es auch schon böse Doppelgänger.“) und Pike die beste Erfindung seit dem aufblasbaren Ganzkörperrollstuhl. Was erstaunlich gut funktioniert, weil man in einem so großen Franchise stets alles mit allem vergleichen kann.

Das Ende des Klingonenkriegs in „Discovery“ war hektisch und dümmlich? – Na ja, das Ende des Dominion-Krieges ist ja auch nicht optimal gealtert!

Die Darstellung von Androiden in „Picard“ hat sich jede Episode verändert? – Guckt euch mal an, wie leicht man Data abschalten konnte, wenn man es wollte!

In „Lower Decks“ bezeichnet man eine „Utopie“ um geprügelte Arbeiterklassen neuerdings als „Kanon“? – Bei DS9 gab es doch Geld, Glücksspiel und Mangelwirtschaft!

Dabei geht es mir nicht darum, Kurtzman-Trek mit TOS/TNG zu vergleichen – selbst wenn ich das manchmal tue. Es geht nicht um Damals. Nicht um Heute. Nicht um Gestern. Es geht nicht um 5, 10 oder 15 Millionen Dollar Budget pro Folge. Es geht nicht um die schlechtesten oder besten Drehbücher aus 45 Jahren Trek-Geschichte, die man als Vergleich heranziehen kann. Es geht nicht um Relativismus à la „Picard hat in Star Trek 8 auch viel geschossen“ oder „LaForge war doch auch eine starke schwarze Figur“. Es geht nicht um „Pilzantrieb ist okay, da Janeway auch mal Amphibien-Transwarp hatte“.

Es geht um das, was HEUTE möglich ist. Inhaltlich, formell, visuell. Hier ist die Diskrepanz. Alles andere sind Nebenkriegsschauplätze. Dass „Discovery“ z.B. 900 Jahre in der Zukunft freier & unbeschwerter ist als zu Prequel-Zeiten, ist gut und schön – ändert aber nichts daran, dass Drehbücher sich teilweise innerhalb weniger Minuten eklatant widersprechen.

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Dass fast alle Figuren emotional instabil sind, wird uns als modern verkauft. – Man eckt an, ist mutiger, diverser und düsterer als früher. Vergessen wird aber gerne, dass solche Kollegen am Arbeitsplatz gemeinhin durch die „Abmahnungs-Evolution“ aus dem Arbeitnehmer-Genpool aussortiert würden.

Oftmals wird angebracht, dass man sich nicht auf das Negative konzentrieren dürfe. Es gäbe doch schließlich massenhaft Beamen, Warp und Vulkanier… Der Markenkern sei doch noch erhalten.

Ja, zugebenen: Auch beim „neuen“ Star Trek existieren Raumschiffe, Planeten, Phaser und Klingonen. Und ja, angesichts dessen kann man durchaus behaupten, dass doch alles anwesend sei, was man sich nach Archers Enterprise sehnlichst gewünscht hat. (Nachdem der Nachlassverwalter uns 5 Jahre später die entfleuchte Trekkie-Seele wiedergebracht hat…)

Oder um wieder zum Autobeispiel zurückzukommen: Man fiebert als Audi-Fanboy jahrelang auf den neuen „Flitzi-Blitzi 2.0“ hin, hat dann aber eine Karre, die den ganzen Tag alte Songs von Scooter spielt. Würde man hier etwa sagen: „Sei doch froh, dass überhaupt noch Audis hergestellt werden“? Eher nicht. Man würde den Kundenservice mit Mails bombardieren, bitte die hirnlose Dauerbeschallung abzustellen – oder sich für ein Nackenschlag-Stakkato von unserer Seite bereit zu halten.

Das seltsamste Argument bei den aktuellen Trek-Verteidigern ist stets: „Das macht man heute halt so“. Viele popkulturelle Verbrech… Versuche werden damit entschuldigt, dass bestimmte popkulturelle Strömungen nun mal so sind, wie sie sind. Dass man es eben nicht anders machen könne.

Nicht, ohne woanders vielleicht darauf hinzuweisen, dass „Sopranos“ (Erzählweise), „Twin Peaks“ (längerer Arc) oder TOS (Utopie mit Schlafanzügen) ja seiner Zeit so weeeit voraus war.

Viele Rest-Fans behaupten heute: Die früheren mutigen Serien waren ja sooo toll. So bahnbrechend. Gut, dass das mal einer gemacht hat. Entgegen den staatlichen Dramaturgie-Regeln. Aber DAMALS konnte man das ja noch. Heute ist das ja wieder ganz anders. Da kommt nämlich die Streaming-Polizei und erdrosselt die Macher mit der eigenen Bandbreite um den Hals. Ooooder etwa doch nicht?

Tatsächlich wird bei Fandiskussionen oft und gerne darauf verwiesen, dass Kurtzman-Trek alternativlos sei. Schließlich sei das alte Zeug zu schnarchig, man brauche heutzutage tolle Effekte und müsse „mit der Zeit gehen“. – Klar, ich verstehe schon, dass die Theaterbühnen-Romantik von TNG heute eher weniger Leute in das Römische Forum lockt. Äh… Wo auch immer das damals ur-aufgeführt wurde…?

Aber oftmals hat man das Gefühl, dass Menschen das als alternativlos ansehen, was ihnen soeben fix & fertig präsentiert wurde. Vom Schiffsdesign, über die Schauspielerwahl bis hin zu konkreten Storys: Man dürfe sich darüber nicht echauffieren, weil es EXAKT so geschehen musste. Wer es anders sieht/fordert, sei realitätsfremd und hätte keine Ahnung von der heutigen Medienlandschaft.

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„Picard“-Liebhaber könnten behaupten, dass man die Rechte von Androiden nur dann beleuchten kann, wenn man eine versklavte(!) Armee(!) von ihnen zeigt. Doch schon zu Beginn von „Picard“ gäbe es dutzende intelligentere Varianten. Wie wäre es, wenn wir einen freundlichen Arbeiter sehen, der den Arbeitswillen eines neuen Androiden künstlich hochstuft, das Kunstinteresse aber herunter?

Derzeit kleben wir nämlich noch arg am „Rückschau-Effekt“ fest. Wikipedia sagt dazu:


Rückschaufehler (englisch hindsight bias) bezeichnet in der Kognitionspsychologie die kognitive Verzerrung, dazu zu neigen, nachdem ein Ereignis eingetreten ist, die Vorhersehbarkeit dieses Ereignisses zu überschätzen. Teilweise werden auch möglicherweise vor dem Ereignis abgegebene Schätzungen in der Erinnerung später in Richtung der tatsächlichen Ausgänge verzerrt.“


Das ist natürlich kein neues Phänomen. Schon vor 20 Jahren hieß es: Düsteres Star Trek ab DS9? U-Boot-Stimmung bei ENT? „Star Trek – Nemesis“ besteht nur noch aus Action und Klischees?
– „Das ist halt heute so, die Leute wollen es düster haben.“

Das schien so logisch und unabwendbar, dass es einen schaudert. Und selbst ICH sitze manchmal vor gruselig schlechten ENT-Clips und denke mir: „Tja, aber was hätten die ANDERS machen sollen?“ Auch Onkel Klapo konnte sich damals unmöglich vorstellen, dass man die „Heile Welt“ aus TNG noch 10 Staffeln hätte ziehen können. Das plötzlich düstere und fast destruktive Herangehen an das Thema Utopie schien logisch, unvermeidbar und erstrebenswert.

Aber warum? Weil die uralten Rest-Fans mit ihren Gichtgriffeln nicht mehr an die Kordel kommen, um ihre Glühbirne im Wohnzimmer auszuschalten? WER will es düster und ernsthaft haben? Warum? Wie lange? Die zu wenig eingeschaltet habenden „Fans“ von ENTERPRISE? Um Fotos im eigenen Wohnzimmer zu entwickeln oder watt? Wer WOLLTE Daueraction und J.J. Abrams-Drehbücher? Der Massenmarkt? Der es dann bei „Beyond“ plötzlich doch nicht mehr mochte? Oder vielleicht noch nie?

War die Chronologie der stets zunehmenden Action zwischen „Star Trek 7 und 10“ in Stein gemeißelt? Hätte kein Regisseur, Produzent oder Autor sagen können: „Wir probieren es mal anders?“

Muss ein Trek-Film fast 200 Millionen Dollar kosten und mit 443 Millionen Einspielergebnis als Flop gelten? Ist man wirklich ein nichtswissender Realitätsverweigerer, wenn man behauptet, dass diese selbstauferlegten Regeln eher für die Mülltonne als für das ewige Regelbuch taugen?

Und DARF man all diese Fragen stellen, ohne als „Hater“ dazustehen, der „nur meckert“ und über jeden Schnipsel Trek froh sein muss?

Apropos Schnipsel-Trek: Dass „Lower Decks“ trotz aller Kritik zum besten modernen Star Trek geworden ist, ist logisch. In einer schlagfertigen Parodie darf halt nicht alles alternativlos daherkommen. Da ist die Definition von des Wortes Überraschend sehr eindeutig.

Star Trek muss nicht actionreich sein, muss nicht hell oder dunkel sein. Es muss auch nicht langsam sein. Es muss nicht vor oder nach Kirk spielen. Es muss nicht bunt sein. Es muss keine platte feministische, politische oder gesellschaftliche Botschaft haben. All das kann weeeit im Hintergrund mitschwingen. Quasi wie in einer Krimiserie, in der man nicht ständig betonen sollte, dass Morde grundsätzlich abzulehnen und aufzuklären sind.

Es sollte eigentlich nur das haben, was für eine gute Serie unabdingbar ist: Gute Dialoge, Intelligenz, Liebe zum Produkt. Vielleicht ein bisschen innere Logik zum Abschmecken. Was letzteres angeht, mag ich es persönlich gerne etwas „überwürzt“.

Menschen, die Serien derart minderer Qualität verteidigen, haben meist eines ganz stark: Keine Phantasie. Wo der gebildete Mitteleuropäer spontan zehn Ideen hat, wie er selber den verhunzten Dialog besser hinbekommen hätte, ist der Phantasielose damit beschäftigt, das Gar-nicht-so-schlecht-Seiende zu verteidigen: „Was wollt ihr denn?“, „Immer nur meckern!“, „Macht es doch besser, wenn es euch nicht passt“.

Das Gezeigte ist damit schon okay, weil es gezeigt wurde. Die Realität rechtfertigt die Realität. Das erinnert mich ein bisschen an meine Mutter, die sich weigert, bestimmte Gewürze an das Essen zu packen: „Das ist aber nicht das Rezept!“ – Quasi analog zu der Aussage: „Heute macht man Serien halt so.“

Doch nichts ist alternativlos. Und wer behauptet, dass man sich mit Schrott-Trek abfinden müsse, weil die Zeiten von TNG nun mal vorbei seien, hat nicht gedanklich mal in die anderen zehn Millionen Paralleluniversen geschaut, in denen mit anderen Personen und Entscheidungen eine Art „erfolgreiches Trek-Kosmos“ etabliert wurde.

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Wer die oberflächliche Darstellung von „Queer-ität“ kritisiert, muss sich schnell als rechtslastiger Hater bezeichnen lassen. Was mich natürlich davon abhält, MEINE viel besseren Fanfiction-Alternativen zu veröffentlichen. („Endlich fühlte er es sich wieder so weiblich, wie er es sich zuletzt an der behaarten Wange seiner Ziehmutter Günther gefühlt hatte…“)

Klar, auch hier wird von Fan-Seite mit dem Status Quo argumentiert: „Wenn es ständig neue Trek-Serien gibt, kann es so erfolglos nicht sein.“

Das Witzige daran ist, dass diese Aussage ja in die richtige Richtung geht: Kunst DARF neue, unbequeme Wege wagen. Es darf sich ändern und Dinge ausprobieren. Allerdings bin ich beleidigt, wenn man mir sagt, etwas exakt SO aussehen, wie es uns präsentiert wurde. Damit tut man so, als wäre z.B. eine Serie unmöglich, die einfach nur stumpf das Design aus der TOS-Ära verwendet – und sanft erweitert. Man könnte sogar die Enterprise D nachbauen und neue Abenteuer in der TNG-Ära erzählen.

Das Argument „Deine Kritik ist dumm, denn So-und-So wird es nie aussehen“ ist selber dumm. Selbaaa!

Denn „The Orville“ (ja, das Beispiel nervt; ich kaufe euch daher ein Eis, falls ich euch mal treffe) beweist ja, dass man Dinge umsetzen kann, die nie ein Mensch zuvor für möglich gehalten hat. Hätte ich vor 5 Jahren einen TNG-Klon mit einem eierlegenden Schwul-Klingonen gefordert, bei dem die Effekte liebevoller als beim offiziellen Star Trek aussehen, so hätte man mich wohl ausgelacht.

Man KANN alles umsetzen. Und ich behaupte sogar, dass eine Raumschiffserie funktionieren könnte, die nur in geschlossenen Räumen spielt, 2 Millionen pro Folge kostet und von drei frauenhassenden weißen Admirälen handelt. Es wäre schwer, aber denkbar.

Genauso denkbar wie eine Michael Burnham, die man mit viel Marketing- und Influencer-Power als starke Frau darstellt.

Genauso denkbar wie ein Showrunner, der dreimal im Jahr neue Serien ankündigt, obwohl er noch nie einen Staffelarc brauchbar zu Ende geführt hat.

Es ist nicht die aktuelle Zeit, die etwas diktiert. Es sind nicht die sozialen Medien, die Streamingdienste, die Quoten oder die neue Zuschauergeneration. Nicht die Nische, der Wettbewerb, die Vorgängerfilme oder irgendeine übergeordnete Action-Dramaturgie seit 2009, an die man sich halten müsste. Nicht J.J. Abrams, Donald Trump oder Joe Biden. Nicht weibliche Zuschauer, schwarze oder testosterongeschwängerte.

Es ist immer noch ein Mann (nebst Angestellten) mit einem viel zu langen Vertrag bei CBS. Und der kann (und sollte) wechseln.

Spätestens, wenn in zehn Jahren eine gelbstichige Raumschiffserie angekündigt wird, in der alle emotionslose Androiden (aber mit Hammer-Persönlichkeiten!) sind, wird die angebliche Alternativlosigkeit von Kurtzman-Trek vielen Zuschauern peinlich sein.


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Artikel

von Klapowski am 29.04.21 in Star Trek

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Kommentare (53)

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  1. Grinch1969 sagt:

    SCOOOOOOTAAAAAAAAAAAAAAHHHHHH!!!!!!!!!!!!!!!

  2. Bolleraner sagt:

    Macht Sinn.

  3. Exverlobter sagt:

    Es wird ja oft behauptet, dass erst mit Abrams und Kurzmann das Trek franchise in die von den Altfans nicht akzeptierte neue Richtung gegangen ist, und damit ,wie es am Schluss des Artikels auch anklingt, alles an der Person kurzmann festzumachen ist. Wenn wir aber ehrlich sind ist die Debatte „Das ist kein richtiges Star trek mehr“ so alt wie das franchise selbst.

    Das fing schon in den 70ern mit der cartoon-serie an, die ich persönlich für sehr gelungen halte, aber sogar von Roddenberry selbst als nicht zum Kanon dazugehörig deklariert wurde.(Was später revidiert wurde)

    Dann natürlich Vger und Star trek 1: „Das ist kein Star trek, sondern 2001: Odyssee im Weltraum“

    Dann gab es dieselbe Debatte beim heute so sehr verehrten Tng: „Star trek ohne Kirk und spock ist kein trek“

    Dasselbe Spiel bei ds9: „Trek auf einer Raumstation ist kein richtiges Trek.

    And so on….

    Seitdem ich denken kann, gibt es die Debatte was richtiges trek ausmachen sollte, insofern muss mann Kurzmann zumindest etwas in Schutz nehmen, da besteht die Identitätskrise der Trekkies eigentlich schon immer.

    • TUB_Stoffel sagt:

      jo, ich hatte erst so mit 2001 einen Rechner und Internet.
      Vom DS9 Bashing nicht so viel mitgekriegt.
      Erinnere mich aber wie über Enterprise geschimpft wurde.
      Habe es erst Jahre später gesehen und bis auf einige unterirdische Folgen in Staffel 1 und 2 fande ich Enterprise eigentlich gelungen. Das Universum hatte Wiedererkennungswert.
      Ich finde so ne Stiltreue wichtig.
      Man stelle sich die alte Star Wars Trilogie vor und man hätte von Film zu Film den Stil geändert. Würde niemand bei Verstand tun.
      Als Stift sah ich zuerst TNG, später erst TOS und ich war von beiden begeistert.
      Dann kam DS9, fand ich am Anfang gewöhnungsbdürftig, aber das legte sich recht schnell.
      Das Universum ist halt nicht nur ein Raumschiff. Und selbst Voyager, was für mich ziemlich durchwachsen ist, hatte seine coolen Charaktere und Stories.
      Ich erkenne davon nichts mehr. Der Flair ist weg, die Faszination, das Eintauchen in diese Welt.
      Früher, da kam man heim, Sat 1, Star Trek, man hatte das Gefühl nach Hause zu kommen.
      Bei jeder Serie. Und ist immer noch so, bis auf NEw Trek. Jetzt, mh, mir fällt gerade so nen Zitat von Nietzsche ein:
      Wenn man lange in einen Abgrund schaut, schaut der Abgrund auch in einen.

      Gähnende Leere, die irgendwie das Letzte kindliche was man sich als erwachsener bewahrte verschlingt. Zerstört durch Relativierung, retcons, redesign Scheiße und unsäglich dämliche Dialoge und Stories.

      Ich geb zu, ich war auch wütend auf Leute, die New Trek verteidigen.
      Das lag aber nicht daran, dass die Leute New Trek mögen, sondern was mich auf die Palme brachte, waren dann Aussagen, die wirklich aus der Marketingabteilung stammen könnten.
      Irgendwo gelesen und ohne Sinn und Verstand nachgeplappert. Und dazu noch mein Unverständnis warum man den Scheiß toll finden kann. Und was mich richtig explodieren lässt, sind dann so objektive Verfälschungen, wie Kirk hat jede Folge ne Frau klar gemacht, oder die ersten Staffeln von old Trek waren durch die Bank weg Scheiße. Dies dann noch garniert mit: Sei doch froh das Star Trek wieder läuft. Ließt man dann hier und da.
      Ich bin nicht froh. Denn von dem, was ich und sicher andere in ST sahen, ist nichts mehr übrig.
      Und das traurige bei den Fans von New Trek ist, sich damit zufrieden geben, anstatt das Maul aufzumachen und was besseres zu bekommen.

      Antworten
    • sloan sagt:

      “ „Das ist kein richtiges Star trek mehr“ so alt wie das franchise selbst. “ — Das ist gar nicht das Argument, die Leute die alles seit Discovery nicht mögen sagen: „Es ist gar kein Trek mehr. “ Erkennen den Kindergartenschreibstil und Möchtegerndunkelscifidünnpfiff und haben sich generell von allem Kurzmurx abgewandt.

      Antworten
  4. Serienfan sagt:

    He’s alive!!!

    Willkommen zurück, und auch auf die Gefahr hin, dass ich Klapo gleich wieder vergraule, gebe ich natürlich gleich meinen Senf dazu.

    Früher hat man Fans immer vorgeworfen, sie würden völlig unkritisch alles bejubeln, was man ihnen vorsetzt. Heute wirft man ihnen vor, dass sie es nicht tun.

    Das Absurde ist aber: Es war und ist genau umgekehrt. Das frühere Fandom erlebte ich als höchst kritisch, heute würde man jeden Fan von damals wahrscheinlich als hoffnungslosen Hater an den Pranger stellen. Heutige Fans hingegen liegen irgendwo zwischen unkritischen Konsumenten und bezahlten Influencern, die den größten Schmarren hochjubeln.

    Nun aber zu meinem Lieblingsthema: Der düsteren Science Fiction.

    Joe Biden hat letztens getwittert: „Trickle-down economics has never worked.“

    Ja! So ist es! Die Idee, den Reichen Geld zu geben, damit sie Fabriken bauen, wodurch über Arbeitsplätze und Löhne das Geld nach unten „sickert“ (=trickle), hat NOCH NIE funktioniert. Aber dennoch hält man hartnäckig daran fest.

    Abgewandelt kann man sagen: „Dark-scifi has never worked.“

    Hier erleben wir das gleiche. Unzählige Male gescheitert, aber dennoch eifert man diesem Unsinn unbeirrt nach und sieht sich immer wieder total bestätigt, wenn es mal irgendwo für eine halbe Staffel funktioniert haben mag, während man all die Flops genauso starrsinnig ignoriert wie den Umstand, dass „Star Trek“ ausgerechnet mit dem vierten Film im Kino einen riesigen Erfolg verbuchen konnte.

    Wo soll sie denn sein, die bei Weitem erfolgreichere „dunkle“ Science Fiction, der Star Trek glaubt, nacheifern zu müssen? Da heißt es immer, „Star Wars“ sei düster. Ich weiß ja nicht, welchen „Star Wars“-Film die Leute gesehen haben, die das behaupten. Bei dem Film, den ich kenne, latschen die Figuren erst einmal eine dreiviertel Stunde über die Sanddünen eines hell erleuchteten Wüstenplaneten. Danach beginnt eine humorvolle Coming-of-Age-Story mit Happy End, bei der ein pubertierender Teenager auf „die Macht in ihm“ vertrauen und irgendein Loch in einem runden Ding treffen muss, damit es zur großen Explosion kommt. Echt düstere Symbolik!

    Die meisten Science-Fiction-Serien erleben kaum die dritte Staffel. Andere führen ein Nischen-Dasein, indem sie mit niedrigem Budget einigermaßen überleben. Erfolgreicher als „Star Trek“ war aber nichts davon. Schon gar nicht, wenn es „düster“ war.

  5. G.G.Hoffmann sagt:

    Ich habe DSC nie mit der Begründung verteidigt, in früheren StarTrek-Serien hätten wir auch schon ähnlichen Unsinn erleiden müssen. Ich wende lediglich ein, dass diese inhaltliche Kritik gerade vor dem Hintergrund der Trek-Geschichte fehl geht, weil sich für jeden DSC-Unsinn ein entsprechendes Beispiel aus früheren Serien finden lässt.

    Der Grund, weshalb ich die 3. Staffel DSC nicht zuende geschaut habe, liegt in der Inszenierung und den schlechten darstellerischen Leistungen. Vor allem aber hat es DSC geschafft, dass ich alle Besatzungsmitglieder ohne Ausnahme für unsympathisch, langweilig und ungebildet halte, mir von den meisten bis heute nicht Vor- und Zunahme merken kann, bislang kaum etwas über deren Biografien erfahren habe (außer „hete“, „schwul“, „lesbisch“, „non-binär“, „wunderkindisch“, „unreif“ und „bipolar gestört“) und kein/e Protagonist*in auch nur annähernd überzeugend den Eindruck erweckt, für den Dienst auf einem Raumschiff fachlich und charakterlich qualifiziert zu sein. Jede einzelne Figur ist mir gleichgültig.

    Zudem stört mich die vollständige Abwesenheit von Science in der Fiction und eines Hauchs innerer Logik.

    Obschon ich auch an die 3. Staffel unvoreingenommen und hoffnungsfroh herangegangen bin, hat sie mich einfach nicht die Bohne interessiert. Ich glaube, ich habe manche Folgen sogar versehentlich in der falschen Reihenfolge geschaut und schließlich bei irgendeiner Episode nach 15 Minuten abgeschaltet und die Staffel nicht mehr weiterverfolgt.

    Ich verbinde mit DSC keinen Groll, nur Desinteresse. Ich schalte nicht einmal bewusst ab. Ich vergesse einzuschalten. Und das ist doch das Schlimmste, was einer Serie aus Zuschauerperspektive passieren kann.

  6. Bolleraner sagt:

    Diskussionen zur Qualität der Sendung gab es früher entweder auf dem Schulhof oder der Arbeit. Internetforen zur Sendung wurden i.d.R. nur von Nerds = Fans frequentiert. Gelegentlich erschien ein knapper Bericht in der Fernseh Woche. Eine öffentliche Diskussion blieb völlig aus.

    Seit Mobiltelefone ins Internet können, wetteifern zig Angebote gleichzeitig um die Aufmerksamkeit der Nutzer und der Schulhofstreit wird nun öffentlich auf sozialen Medien, oder bei mehr oder weniger gekauften Reviewern ausgetragen. Zum ersten mal haben also Produzenten direkten und umfangreichen Zugriff auf all die mehr oder weniger reflektieren Meinungen der Pausenhöfe und Büros. Im Durchschnitt(!) ist dort die Meinung im Konsens mit der derzeitig herrschenden und von diversen Seiten beeinflussten öffentlichen Stimmung.

    Diversität ist modern, gilt als Erfolgsgarant und muss deshalb rein ins Produkt. Erst recht weil das in Star Trek seit je her zum Kerngeschäft gehört. Dass ist eine gute Sache und auch nicht das Problem. Das Problem sind -wie Klapo treffend feststellte- die schlechten Drehbuchschreiber und/oder Vorgaben der Verantwortlichen. Der Fisch stinkt also tatsächlich vom Kopf des Kurzmanns.

    Und in diesem Sinne empfinde ich die selbe Gleichgültigkeit gegenüber DSC wie G.G.

    • Scholli67 sagt:

      „Diversität ist modern“ – ja! Oder sollte wir eher sagen „en vogue“? Und auch nur bestimmte Diversitäten, die anderen scheren weiterhin keine Sau.

      „gilt als Erfolgsgarant“ – wohl kaum. Nach den ganzen Flops sollte auch der letzte Hollywoodianer, sofern er sich noch nicht komplett das Hirn weggekokst hat, begriffen haben, dass sich Applaus auf Twitter nicht in den Einnahmen widerspiegelt.
      Betonung liegt auf „sollte“…. Cocain ist ja bekanntlich a hell of a drug.
      Auch traut sich bestimmt kaum noch einer nicht „woke“ zu sein, denn man will ja nicht auf der Abschussliste landen.

      Diversität ist auch NICHT AUTOMATISCH eine gute Sache und kann durchaus zum Problem werden.
      Auch hat sie bei Trek, meiner zugegeben völlig unmaßgeblichen Meinung nach, nie zum Kerngeschäft gehört. Wenn es Thema war, dann war das Thema „Hautfarbe ist uns wurscht“ und so sollte das auch sein.

      Heute ist es nicht mehr wurscht, es wird sogar so sehr drauf rumgeritten, dass die alten Buren am Kap in ihren Gräbern vor Begeisterung in die Hände klatschen.
      „Schön dass die junge Generation unsere Arbeit so enthusiastisch weiterführt.“
      Und können dann beruhigt weiter in den ewigen Jagdgründen Wasserbüffel jagen.

      Nicht zuletzt wird „Diversität“ als Deckmantel missbraucht um leuchtend bunte aber unerfahrene oder wenig talentierte Leute zu Dumpinglöhnen einzustellen. Da bleibt dann mehr für die Kokskasse übrig.
      Wer dann das miserable Produkt kritisiert, kriegt was mit der -isten oder -phoben Keule.

      Antworten
    • JP1957 sagt:

      Erstaunlich, wie manche Leute sich hier ereifern, sobald nur der Begriff Diversität nicht negativ konnotiert wird.
      Dabei schreibt Balleraner doch ausdrücklich, dass wir uns hier nicht darüber unterhalten sollen, sondern über die miese Qualität der Drehbücher. Da hätte Scholli doch genug zu tun.

      „Auch hat sie bei Trek, meiner zugegeben völlig unmaßgeblichen Meinung nach, nie zum Kerngeschäft gehört.“

      Natürlich gehörte sie zum Kern … die Brückencrew wurde gezielt so ausgewählt, dass sie – für ihre Zeit – eine Vielfalt widerspiegelte, die damals im Fernsehen noch nicht sichtbar war.
      Ein weißer Captain, ein Alien als Wissenschaftsoffizier, ein Asiate und ein Russe als Piloten, eine Afroamerikanerin als Kommunikationsoffizier … wenn das nicht divers war für die 60er!

      Antworten
    • G.G.Hoffmann sagt:

      Die Crew war in TOS für die 60er Jahre sehr divers. Aber man war klug genug, das mit keinem Wort zu thematisieren – mit Ausnahme von Spock, der als Halbvulkanier stets seit Fett weg bekam, selbst aber auch nicht zimperlich beim Dissen von Menschen war. Das war ohne weiteres möglich, weil es Vulkanier in der Realität nicht gibt.

      Aber niemand hat zu Uhura gesagt, sie sei der anbetungswürdigste und klügste Mensch im Universum, um herauszustellen, dass schwarze Frauen fachlich ebenfalls kompetent sind. Sie ist es ganz selbstverständlich.

      Das Frauenbild in TOS war im Übrigen jedoch furchtbar rückständig. Bis auf wenige Ausnahmen waren Frauen meist Hilfspersonal, die von Männern beschützt werden mussten und gerne von ihnen belehrt wurden (Rand, Chapel). Als Führungspersonal kamen sie in der Sternenflotte kaum vor (wohl aber in anderen Kulturen).

      Antworten
    • JP1957 sagt:

      Zutreffende Hinweise. Erstaunlicherweise war das deutsche Pendant zu TOS in der Frauenfrage fortschrittlicher. Zwar war auch da die Kommunikationsoffizierin weiblich, aber darüberhinaus hatten wir auch noch die Sicherheitsoffizierin, die per „Alfa-Order“ den Captain überstimmen konnte und die Chefin der schnellen Raumverbände mit dem Rang einer Generalin.

      Und dann gab es noch die Chroma Folge … ein ganzer Planet unter einem Matriarchat.

      Antworten
    • Scholli67 sagt:

      @ JayPie
      Der Balleraner schrieb nicht nur, wir sollten uns auf die miesen Drehbücher konzentrieren, sondern auch dass die Diversität wie wir sie jetzt bei Disco und Co. vorgesetzt bekommen etwas durchweg positives und Erfolg garantierendes sei.
      Meine Anwort hab ich wohl doof formuliert, berechtigte Kritik deinerseits.
      Was ich meinte, war dass man trotz der absichtlich aus bestimmten „Typen“ zusammengesetzten Crew eben nicht auf diesen den Menschen nicht definierenden Merkmalen rumgeritten wurde. Von ganz vereinzelten Episoden mal abgesehen.

      Vielleicht hat man Sisko absichtlich als schwarzen Mann besetzt um einen schwarzen Mann als Chef einer Raumstation zu zeigen, war dann aber eben kein Thema mehr.
      Kein „guckt mal, da ist ein SCHWARZER!!! als Chef“.
      Der war einfach da und er war großartig, als Mensch nicht als schwarzer Mensch.

      Hätte sich die Story geändert wenn man einen norwegischen, koreanischen oder brasilianischen Sisko gehabt hätte?
      Aber heutzutage würde das den Charakter definieren und das ist Kacke.

      Heute gibts „guckt mal unser Doc ist schwul“, „erstes Führungsgespann mit Eierstöcken, Yay Girlpower!“, „guckt mal wir haben jetzt auch ’ne Transe.“
      „Und was ist sonst so los mit denen?“ „Schwul, trans, Eierstöcke, das reicht doch wohl!“

      Das ist das Problem mit deiner „Diversity“. Es wird als Qualitätsmerkmal, als Wert an sich behandelt und das ist es eben nicht.
      Eine wilde Mischung an Leuten ist erstmal weder gut noch schlecht.
      Bestenfalls wird mit entsprechendem Casting eine bunte Realität abgebildet oder es gibt die Möglichkeit neue Geschichten aus bisher wenig beackerter Ecke zu zeigen oder eben neue Nuancen bei bekannten Stoffen.
      Im schlimmsten Falle kriegt man „Discovery“ oder so sinnbefreite Aktionen wie bei „Bridgerton“.

      Aber nutzt man denn die Chancen?
      Und warum werden bestimmte Gruppen immer wieder ins Rampenlicht gerückt, während andere fröhlich weiter ignoriert werden.
      Wo sind die Dakota oder Navajos im US TV?
      Wo sind Juden, Moslems, Hindus oder, Gott bewahre, Christen?
      Warum gibts wieder weniger Latinos zu sehen?
      Warum gibt es noch immer nur eine einzige Serie („Selfie“) in der ein Ostasiate der romantische Held in einer RomCom ist, in der es nicht nur um Asiaten geht?
      Aber ja, uns liegt die Diversity doch so am Herzen, die wird uns zum Licht führen. Halleluja.
      Warum ereifern sich Leute wenn Diversity mal nicht negativ konnotiert wird.
      Weil es zum allergrößten Teil eben nur geheucheltes Mitgefühl, abhaken von Listen, Gruppen gegeneinander aufhetzen und sich arrogant selbst auf die Schulter klopfen ist.

      Antworten
    • Serienfan sagt:

      JP1957 sagt: „Erstaunlicherweise war das deutsche Pendant zu TOS in der Frauenfrage fortschrittlicher.“

      Dem möchte ich doch entschieden widersprechen. „Raumpatrouille: Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion“ war geradezu von einer haarsträubend derben Frauenfeindlichkeit, die Jahrzehnte einem Kirk hinterherhinkte, der Frauen stets respektvoll behandelte und auch als gleichrangig sah, man denke nur an Edith Keeler.

      Das, was McLane (dem die Crew gerne ehrfürchtig in den Hinter kriecht) gegenüber Tamara Jagellovsk an Beschimpfungen und Beleidigungen an den Tag legt, würde man heute als Mobbing bezeichnen. Wirkliche Akzeptanz erfährt Tamara erst, als sie zur Liebhaberin aufsteigt, sie McLane dadurch also das Gefühl von Kontrolle zurückgibt. Und erst dann wird sie auch von den anderen Arschkriechern akzeptiert.

      Ansonsten wird hier in Altherren-Manier mit Frauen umgegangen (ein echter Mann MUSS geradezu mit Stielaugen jeder Kellnerin auf den Hintern starren), sodass man heutzutage selbst als un-woker Boomer aus dem Stirnrunzeln nicht herauskommt.

      Und das Matriarchat auf Chroma war dem Untergang geweiht. Die Frauen hatten es dort halt nicht so mit der Technik, und sie mussten erst sehr mühselig davon überzeugt werden, dass eine Kollision mit einem Stern ihrem Planeten nicht gut bekommen würde.

      Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich mag „Orion“, die Serie macht Spaß.

      Aber der Zeitgeist, der einem auch in anderen deutschen Serienklassikern wie „Der Kommissar“ ins Gesicht schlägt (und der eben so in US-Serien nicht vorkam), ähnelte eher dem hier: https://youtu.be/dgIHf3it9tE

      Antworten
    • JP1957 sagt:

      „Wirkliche Akzeptanz erfährt Tamara erst, als sie zur Liebhaberin aufsteigt, sie McLane dadurch also das Gefühl von Kontrolle zurückgibt. Und erst dann wird sie auch von den anderen Arschkriechern akzeptiert.“

      Also NEIN … ich bin jetzt wirklich enttäuscht. In der finalen Szene der Serie küssen sich McLane und Jagellovsk … da ist sie von einer „Liebhaberin“ noch weit entfernt, insofern sind Deine Schlussfolgerungen auch falsch.

      In der Tat gibt es in „Orion“ noch ordentlich Chauvinismus … wie etwa auch bei Kulenkampf + Co. in der restlichen Samstagabendunterhaltung.
      Aber die Frauen spielen hier eine wesentlich aktivere Rolle als in TOS. Uhura bleibt über weite Strecken doch eine Randfigur der Brückencrew, während Jagellovsk, Legrelle und van Dyke eine ganze Menge zu tun kriegen!
      Die Frauen auf Chroma haben es dann auch geschafft, eine ganze Sonne anzuheizen … das ist rein technisch schon eine satte Leistung, die ihnen da zugeschrieben wird.

      Ich hab mir jetzt nochmal einige Dialoge der Serie angehört … das ist für 1966 schon enorm. Charlotte Kerr ist toll:

      https://www.youtube.com/watch?v=7t8aciANIZ0

      Antworten
    • Klink sagt:

      Hier muss ich Serienfan ebenso widersprechen.
      McLanes Abneigung gegenüber Tamara – ätzender Sprüche inklusive – war nicht ihrem Geschlecht geschuldet, sondern der Tatsache, dass ihm das Oberkommando mit ihr eine Aufseherin des Geheimdienstes (GSD) ins Nest gesetzt hatte. Die sollte ihm und seiner Besatzung im Rahmen der Strafversetzung nicht nur auf die Finger schauen, sondern besaß darüber hinaus in Ausnahmefällen Kommandogewalt über das Schiff, was auch keinem ST-Captain sonderlich geschmeckt hätte. Mit ihrem heißen Draht zum Chef des Geheimdienstes war sie übrigens bei der ganzen Crew als Spionin und Zugträgerin unbeliebt – zumal der GSD in der Serie gewisse Assoziationen zur GeStaPo besaß.
      Anderen Frauen oder Crewmitgliedern gegenüber hat McLane niemals frauenfeindliches Verhalten an den Tag gelegt. Einem männlichen Geheimdienstler an Bord der der Orion wäre es genauso ergangen. Ein Pieter-Paul Ibsen musste sich ebenso blöde Sprüche gefallen lassen, auch wenn er nur ungeliebter Gast an Bord war.

      Tamara war darüber hinaus schon wesentlich früher als Crewmitglied akzeptiert. Der eine Kuss in der Schluss-Szene macht sie weder zu seiner Schminkpuppe, noch verschafft sie McLane irgendeine Form von Kontrolle über sie.
      Auch gegenüber der Machthaberin von Chroma handelt McLane aus einer Position der Schwäche heraus: Er kann allenfalls vor einem großen Krieg warnen und auf ihr Einsehen hoffen. Der letzte Dialog zwischen beiden ist ein eindeutiges Plädoyer für die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Seine Empörung über die „Weiberherrschafft“ auf Chroma ist aus seiner Warte heraus berechtigt. Sein Vorgesetzter ist eine Frau, während die Männer auf Chroma nur Hilfsarbeiter werden dürfen („das haben wir ihnen gelassen“). Unfähig waren die Frauen dort keineswegs: das Schicksal der Erde lag in ihren Händen.

      Antworten
    • Equi000 sagt:

      Zum Thema Orion möchte ich festhalten: Diese Serie wäre heute sofort auf dem Scheiterhaufen der Political Correctness gelandet. So viele gegenseitige Beschimpfungen, ehrliche Wutausbrüche, schräge Sprüche, flapsige Bemerkungen (auch dem „schwächeren“ Geschlecht gegenüber- uh, darf man das noch sagen?) – undenkbar für die heutige Zeit. Aber es stimmt: Frau General Van Dyke als Raumschiffkommandatin – das hat es in TOS noch nicht gegeben.

      Leute die so viele Emotionen zeigen würden heute von der Personalabteilung der NASA oder ESA sofort ausgesiebt. Ecken zu sehr an, haben zu viel eigene Meinung, handeln schnell statt ewig zu verhandeln. Passt nicht in die woke Zeit.
      Es sei denn, man heisst Musk. Dann darf man so sein ;-) Oder liegt‘s daran, dass man der 4. reichste Mensch der Welt ist und keinen Personaler oder Chef vor der Nase hat?

      Antworten
    • JP1957 sagt:

      Herr im Himmel … wieder jemand, der eine Science-Fiction Satire-Seite instrumentalisiert, um seine politische Gesinnung und Frustration vor aller Welt auszubreiten.

      Muss das denn sein? Und noch dazu am frühen Morgen?

      Inhaltlich kann man nur staunen über die Aussagen. Gefühlsausbrüche – undenkbar für die heutige Serienlandschaft?
      Das hier … wo doch Folge für Folge Burnhams Flennerei kritisiert wurde!!!

      Und: Lydia van Dyke, die coolste Frau (nach Ripley) in der Geschichte der SF, war nicht nur „Raumschiffkommandantin“, sondern Oberbefehlshaberin der schnellen Raumverbände der Erde!

      Antworten
    • TUB_Stoffel sagt:

      Satire ist eine Kunstform, mit der Personen, Ereignisse oder Zustände kritisiert, verspottet oder angeprangert werden.

      Dazu zählt auch Politik.
      Klar, man kann da anderer Meinung sein.
      Aber zu kommen: EY DAS IST KEINE SATIRE; HALTS MAUL! auch ziemlich schwach

      Antworten
    • JP1957 sagt:

      Und Du willst jetzt ernsthaft behaupten, Equis Beitrag wäre satirisch gewesen?

      Oder Kunst?

      Oder Spott?

      Na hör mal!

      Und bei Dir gibt es nicht mal mildernde Umstände wg. Postens um 7:40 Uhr!

      Antworten
    • TUB_Stoffel sagt:

      ah jetzt verstehe ich.
      Sorry!
      Ich bin auch dumm. Du hast das satirisch gemeint.
      Oh man, ich habe ne echt lange Leitung.
      XD

      Antworten
    • Equi000 sagt:

      Sorry, es gibt halt Leute die früh aufstehen um zu arbeiten. Wusste nicht, dass ich dann erst nach dem Mittagessen hier was schreiben darf.

      Antworten
  7. BergH60 sagt:

    tach auch !

    Ich stimme GGH uneingeschränkt zu !
    Muss ich mir jetzt Sorgen machen?

    Im Gegensatz zu STUS.de fand ich ENT auch nicht immer so schlimm, wie erzählt wurde. Ich war sogar froh, dass es überhaupt kam. Wir hatten ja nix anderes ; Nach dem Krieg.

    Spaß beiseite: Aus heutige Sicht ist ENT Qualitäts-Trek und braucht sich vor DS9 (nie mein Fall), Voyager (besser, als sein Ruf) und auf jeden Fall nicht for STD zu verstecken.
    Und hatte ich schon erwähnt, dass ich The Orville liebe? ;-)

    Tja wohin bringt uns das? Solange Trek von genügend Leuten geschaut wird, wird es weiter ausgeschlachtet und ohne Personalechsel wird es so bleiben, wie es ist.
    Schwache Schauspieler, zuviel Agenda, schwache Drehbüchern und zu viel Geld sinnlos verpulvert.

    Schade
    Gruß BergH

  8. Nestroy sagt:

    Der Trailer verspricht ein galaxisbedrohendes Abenteuer auf Leben und Tod in dem es um alles geht mit ganz ganz viel Pathos und Ausstrahlung und Botschaft. Ich mag ihn nicht.

    Außerdem haben sie Klapo gebrochen, dass kreide ich Kurtzman auch negativ an. Noch nie so einen sachlichen Artikel aus der Defensive und nüchternen Erklär-Perspektive heraus von ihm hier gelesen, ohne das übliche Feuerwerk an Wortspielen und Schwarzem Humor. Wenn es passiert, dass Kurtzman Zukunftia dazu bringt „salonfähige“ Artikel zu schreiben… wie lange hat die Welt dann noch bis zum Untergang? 5 Minuten? Von vorgestern?

  9. JP1957 sagt:

    @serienfan: „Erfolgreicher als „Star Trek“ war aber nichts davon. Schon gar nicht, wenn es „düster“ war.“

    The Handmaids Tale?

    • Scholli67 sagt:

      Nope.Hat noch schlimmere Quoten als „Batwoman“.

      ….

      Moment!
      Heißt das dann es ist möglicherweise immernoch erfolgreicher als STD?

      Ok, hast gewonnen, düster dusselige Kammerzofe ist erfolgreicher als düster dusseliges Star Trek.

      Antworten
    • JP1957 sagt:

      The Handmaids Tale hat mehrere Emmys und zwei Golden Globe Awards bekommen … davon kann Kurtzi nur träumen.
      Die „düster dusselige Kammerzofe“ ist übrigens vielfach ausgezeichnet worden.

      Antworten
    • Scholli67 sagt:

      Erster Einwand wäre „ein Grammy ist auch nicht mehr das, was er mal war“.

      Nee, Spass beiseite.
      Ich will keinesfalls sagen, dass die Serie handwerklich nicht sehr gut gemacht ist.
      Was auch immer sie für Preise für Darsteller, Kamera, Setdesign ect. abgeräumt haben, ist vermutlich hochverdient, ich hab nur gewisse Schwierigkeiten mit der Prämisse und daraus resultierend der Sinnhaftigkeit der Geschichte.

      Antworten
    • Serienfan sagt:

      „The Handmaid’s Tale“? Da haut es mich ja gleich vom Stuhl!

      Also, ich dachte allgemeinhin, hier mit Leuten zu reden, die nicht vergessen haben, was in den 1990er Jahren passiert ist. Ich meine: Das war die Zeit, in der in Kaufhäusern riesige Verkaufsflächen nur zu Star Trek entstanden, und in den Politiker von Schröder bis Stoiber mit Star-Trek-Bezügen Wahlkampf machten.

      Ist das so eine Art Minderwertigkeitskomplex von Trekkern, die immer noch überzeugt sind, dass Star Trek stets nur ein Nischenprodukt war?

      Dass ein Fernsehkonzept im Kino nicht ganz so funktionierte wie reine Filmkonzepte, steht auf einem anderen Blatt.

      Um das nur mal zu vergleichen: „Dallas“ führte den Staffel-Cliffhanger für Soaps ein. TNG führte mit „Best of Both Worlds“ den Staffel-Cliffhanger für ALLE Serien ein.

      Dass Star Trek versuchte, einer dunklen SF nachzueifern, um die Akzeptanz zu steigern, fand ich damals wie heute unsinnig. Das ist so, als würde J.K. Rowling bei einem weiteren Potter-Buch irgendwie „The Walking Dead“ nacheifern, um endlich mal im Mainstream anzukommen.

      Wer ein „Friends“-Remake macht, dabei den „Sopranos“ nacheifert und am Ende bei den Quoten von „Supergirl“ landet, der hat alles falsch gemacht, was man nur falsch machen kann. Kurtzman hat Star Trek nicht aus der Nische geholt, sondern auf eine Nische reduziert. Nur vereinzelte Hardcore-Trekker tun sich den faden Käs noch an. Und die finden es beschissen.

      Antworten
    • JP1957 sagt:

      „Erfolgreicher als „Star Trek“ war aber nichts davon. Schon gar nicht, wenn es „düster“ war.“

      Sorry, hier lag offenbar ein Missverständnis vor. Ich habe Deinen letzten Satz im Post oben auf das neue „düstere“ Trek bezogen und so versanden, als ob es keine erfolgreiche „düstere“ SF-Serie gäbe.

      Nur deshalb mein Verweis auf „The Handmaids Tale“.

      Antworten
    • Serienfan sagt:

      Ich möchte übrigens nur der Form halber erwähnen, dass ich auch nicht glaube, dass „The Handmaid’s Tale“ wirklich mehr Zuschauer hat als die aktuellen Star-Trek-Serien. :-)

      Die neuen Star-Trek-Serien tun so, als wäre Star Trek schon immer ein Flop gewesen, und man müsse das Franchise jetzt endlich mal für den Mainstream aufpeppen.

      Fürs Kino stimmt das. J.J. Abrams sollte Star Trek im Kino zum Mega-Franchise machen, also auf eine Ebene mit „Star Wars“ oder Marvel hieven. Dieses Vorhaben ist gescheitert. Aber ich kann hier zumindest aus wirtschaftlicher Sicht nachvollziehen, warum das versucht wurde.

      Aber im Fernsehen? Ich bin immer noch überzeugt, dass ein modernes Star Trek mit der inhaltlichen Qualität von TNG sogar „Game of Thrones“ übertrumpft hätte. J.J. Abrams hat mit der neuen Zeitlinie (die ich hasse) im Grunde etwas geschaffen, womit das Fernseh-Star-Trek „unberührt“ bleiben sollte. Genau diese Chance hätte man also nutzen und fürs Fernsehen ein modernes Star Trek produzieren können.

      Stattdessen hat man eine krude Mischung aus Abrams-Trek und düsterem Murks geliefert und stieß dabei in Schwachsinnsgrade vor, die nie ein Trekker zuvor gesehen hat.

      Die Idiotie ähnelt dem, was Disney mit „Galaxy’s Edge“, eine „Star Wars“-Welt in den Disney-Parks, gemacht hat. Ursprünglich hätte es ein Nachbau von Mos Eisley von Tatooine werden sollen. Dann meinte ein Schlauberger (vermutlich Bob Iger): „Dann geht bloß die Fraktion 50+ hin.“ Also wählte man eine Stadt, die mehr der Optik der neuen Filme entsprach. Die Zuschauerzahlen blieben danach weit hinter den Erwartungen zurück.

      Antworten
    • Grinch1969 sagt:

      Zitat: „Ich bin immer noch überzeugt, dass ein modernes Star Trek mit der inhaltlichen Qualität von TNG sogar „Game of Thrones“ übertrumpft hätte.“

      Nein, es gibt absolut kein Universum in dem das möglich gewesen wäre wenn man die Staffeln 1-5 bei GoT als Maßstab nimmt. Dazu sind absolut alle Star Trek Charaktere viel zu flach, Föderationsflottenoffiziersabziehbilder halt. Dazu die vollkommen eingeschränkte Obsession auf „Schiffe“ mit dem Namen Enterprise. Tatsächlich hätte man für GoT Niveau in politische, wirtschaftliche und auch soziale Bereiche vordringen müssen die man lieber immer vermieden hat. Selbst Bajor mit einer religiös-fanatischen Bevölkerung wurde ja mehr als oberflächlich dargestellt und an den Problemen nur etwas gekratzt (aber bitte nicht richtig wehtun). Fairerweise muss man sagen dass das ST Niveau immer höher lag als bei SW (ausgenommen die heutigen Kurtzmann ST „Geschichten“, da unterbietet man schon das arg flache SW) aber über Trivialdarstellung für 16 Uhr Kinderfernsehen ist man nur sehr sehr selten hinausgekommen.

      Antworten
  10. Equi000 sagt:

    Was vor allem fehlt: Ideen! Interessante Gedanken! Wenn man sich TNG ansieht, dann gibt es fast in jeder 2. Folge eine interessante Idee, ein Gedankenexperiment, das im SF-Gewand umgesetzt wurde. Es geht nicht nur um die nächste Ballerei, die nächste möglichst scheußliche Gewaltanwendung und zum Glück auch nicht dauernd um persönliche Probleme sämtlicher Darsteller…. äh Charaktere.
    Ach, ja, und es geht nebenbei auch nicht darum, dass die Brückencrew sämtliche (!) Minderheiten der Galaxis vereint.

    Übrigens am Freitag Video zum selben Thema vom Held (der Steine) auf You Tube: Er hat auch keine Lust mehr auf Star Trek als Dauerdystopie.

    • JP1957 sagt:

      @Equi: Ich habe das schon einige Male gefragt: Wieso zum Teufel soll das neue Trek eine Dystopie sein?

      Weil es scheußliche Gewaltanwendung und Darstellung persönlicher Probleme gibt?

      Antworten
    • Scholli67 sagt:

      Ok, JayPie stellt jetzt mal die harten Fragen.
      Diese Diskussion würde ich gerne lesen.
      Also falls jemand Bock hat in den Ring zu klettern, meine ungeteilte Aufmerksamkeit wäre euch sicher.

      Antworten
    • Equi000 sagt:

      @JP1957: Dystopie fängt für mich schon an, wenn es nicht genug Strom im Raumschiff gibt um die Brücke gescheit zu beleuchten. Warum immer dieser Unfug?

      Ok, und etwas ernster: Geschichten von Massenmördern und Sadisten die sich durch die Serie ziehen und am besten auch noch eigene Ableger bekommen… Verlust weiter Teile des technischen & geschichtlichen Wissens der Zivilisation, einschließlich der Fähigkeit des Raumflugs… Mord und Totschlag überall…

      TNG zeigt dagegen immer wieder friedliches Zusammenleben, Erforschen von ungewöhnlichen Lebensformen (zb im Weltraum lebenden Warp-Tieren), Gedankenexperimente die zB mit dem Holodeck in die Wirklichkeit gebracht werden….

      Erfunden wurde eine Zukunft mit Tricordern, sprechenden Computern, Touchscreens, Beamen, Warp, Naniten, Maschinenwesen (Borg, Data), Replikatoren, Visor, … Ja, auch Laser und Photonentorpedo. Vieles davon wurde mittlerweile Wirklichkeit.

      Welche technischen Errungenschaften haben sich die aktuellen Autoren ausgedacht um zu zeigen was die Zukunft tolles zu bieten hat?… Ahja, Sporenantrieb.

      Der Mangel an Phantasie („was könnte uns da draußen erwarten?“) und wissenschafts-basiertem Erfindungsreichtum der Autoren führt natürlich unweigerlich dazu, dass sie Sachen & Lebewesen kaputt machen müssen in der Serie um Spannung zu erzeugen, statt eine zukünftige Galaxie-umfassende Zivilisation aufspannen zu können die mehr ist als das, was TOS und TNG geschaffen haben.

      Antworten
    • JP1957 sagt:

      @Equi: Mit dem Begriff „Dystopie“ adelt ihr nur das neue Trek.
      „Eine Dystopie ist eine meist in der Zukunft spielende Erzählung, in der eine erschreckende oder nicht wünschenswerte Gesellschaftsordnung dargestellt wird…Häufig wollen die Autoren dystopischer Geschichten mit Hilfe eines pessimistischen Zukunftsbildes auf bedenkliche gesellschaftliche Entwicklungen der Gegenwart aufmerksam machen und vor deren Folgen warnen.“

      Weder wird im neuen Trek ein umfassendes Bild einer „nicht wünschenswerten Gesellschaftsordnung“ dargestellt (die Ausflüge ins Spiegeluniversum wären sonst noch sinnloser … ist das Universum dann die Dystopie der Dystopie?), noch wird im neuen Trek auf „bedenkliche gesellschaftliche Entwicklungen der Gegenwart“ seitens der Autoren aufmerksam gemacht.

      Das neue Trek … das schreibt doch auch Klapo hier und Balleraner … sind einfach miese Drehbücher, das Setzen auf vordergründige Effekte und das ausschließliche Starren auf Verwertungsinteressen. Jeder von uns kennt doch ausgearbeitete Dystopien wie „Brave New World“, „Animal Farm“ oder „Der Report der Magd“ von Margaret Atwood … da geht jeder Vergleich mit dem neuen Trek doch in die Irre.

      Antworten
    • Equi000 sagt:

      @JP: Ich kann Dir durchaus in Teilen zustimmen.

      Vielleicht drücke ich es dann mal andersherum aus: Während TOS und TNG eine Utopie mit einer erfreulichen Aussicht auf die Zukunft geschaffen haben, samt Beiträgen zu realer Forschung und Wissenschaft, und Menschen inspiriert haben entsprechendes zu studieren, trägt STD dazu mE nichts mehr bei. Ich sehe halt das Fehlen der Weiterentwicklung der positiven Utopie als „Dystopie für arme“ an, insbesondere wenn weite Teile eine echte Dystopie – wenn auch in einer Parallelwelt – zeigen, weil man meint damit mehr Zuschauer zu bekommen, als mit Weiterentwicklung des Positiven.

      Antworten
    • JP1957 sagt:

      Akzeptiert ;-)

      Antworten
    • Serienfan sagt:

      Ich möchte hier auch noch mal betonen, dass sich die aktuellen Star-Trek-Producer beim Nachäffen erfolgreicher „düsterer Phantastik“ sogar noch blöder anstellen als beim halbherzigen Versuch, Star Trek zu machen. Offenbar glauben diese Producer, es reiche, ein romulanisches Geschwisterpaar einzuführen, das ein Pärchen ist, um sowas wie „Game of Thrones“ zu haben.

      Übrigens: Im klassischen Star Trek wimmelt es von geistreichen Dystopien. Die Borg zum Beispiel. Ein mit der Technik vernetztes Volk, das den Wert des Individuums ignoriert, das Effizienz über alles stellt und das andere Völker entweder für den eigenen Vorteil assimiliert oder vernichtet. Ich würde so manch einem Selbstoptimierungs-Prediger gerne mal fragen, ob eigentlich die Borg sein Ideal sind.

      Dagegen ist der Blödsinn beim New Trek mit seinen möchtegern-dystopischen Anwandlungen so geistreich wie das Rülpsen am Stammtisch.

      Antworten
  11. Donald D. sagt:

    Ich kann mich noch an einen total bekloppten Artikel auf „www.voyager-center.de“ erinnern: „Deep Space Nine – Die Vergewaltigung von Star Trek geht weiter!“ Was der Autor damals geraucht hatte, habe ich bis heute nicht rausgefunden, aber es bestätigt eigentlich Klapos Behautptung, daß der ganze Krach unter den Trekkies mit dem Start von Voyager spätestens so richtig losging. Eines jedoch hatten die Serien bis ENT dem neuen Trek voraus: es gab immer wieder auch gute Episoden und keine Serie war von vorne bis hinten total scheiße, wie sie es heute sind. Ich würde auch gerne wissen wollen, wie das „Star Trek“ in einem Paralleluniversum ist, in welchem Kurtz(schniedelwutz)man nicht am Ruder ist. Gott, ich hasse diesen Kerl!

    • Scholli67 sagt:

      Musste ich doch glatt mal suchen.
      Alta Falta!
      Falls sich jemand die Zitat „Vergewaltigungs-Reihe“ (kein Scherz) mal reinziehen möchte.
      Auf der Seite funktioniert ja nicht mehr viel, hier die direkten Links, genau das richtige für verregnete Frühlingsabende:

      1. ‚Enterprise‘ – die Vergewaltigung von ‚Star Trek‘
      https://voyager-center.de/artikel/kolumnenspecial/special_86.stvc

      ‚2. Nemesis‘ – die Vergewaltigung von ‚Star Trek‘ geht weiter
      https://voyager-center.de/artikel/kolumnenspecial/special_87.stvc

      3. ‚Deep Space Nine'(-Fans) – die Vergewaltigung von ‚Star Trek‘ hat einen Ursprung
      https://voyager-center.de/artikel/kolumnenspecial/special_88.stvc

      4. Warum ‚Raumschiff Voyager‘ keine Vergewaltigung von ‚Star Trek‘ ist
      https://voyager-center.de/artikel/kolumnenspecial/special_89.stvc

      Da das böse Wort hier so oft auftaucht, sind aber gleich die Alarmglocken der Software angesprungen :-)

      Antworten
    • Sparkiller sagt:

      „Da das böse Wort hier so oft auftaucht, sind aber gleich die Alarmglocken der Software angesprungen“

      Stimmt, ich habe „Nemesis“ mal aus der Filterliste genommen.

      Nach Discovery gehört der schließlich fast schon zum Mittelmaß.

      Antworten
    • JP1957 sagt:

      Hab grad den DS9 Vergewaltigungsartikel gelesen … was für ein Schinken!
      Und: „“Raumschiff Voyager“ gilt in Fachkreisen nach wie vor als die beste Sciencefiction-Serie, die jemals im TV lief.“

      So, so.

      Antworten
    • Scholli67 sagt:

      Ja, der DS9 Artikel ist schon ein ordentliches Brett.
      „Action-Knaben“ hat meine Gefühle zutiefst verletzt, endlich kann ich die Notwendigkeit von Safe Spaces nachvollziehen.
      Ich hänge jetzt beim Enterprisetraktat fest und schlag mir an der Tischkante die Stirn blutig.

      Plötzlich sind die Argumente der Discovery-gut-Finder gar nicht mehr so abwegig, geradezu plausibel.

      Antworten
    • Donald D. sagt:

      Oha, die anderen Artikel kenne ich gar nicht. Wahrscheinlich übersehen oder nach dem DS9-Artikel ignoriert. Muß ich mir mal zu Gemüte führen. Danke für die Links, Scholli.

      Antworten
  12. BergH60 sagt:

    tach auch !

    Habe die Artikel überflogen:
    Bei Nemesis geben ich dem Autor in weiten Teilen recht,
    der Rest ist langatmiger Bullshit ohne erkennbaren roten Faden und Argumente sind rar gesät.

    Nochmals zu Orion
    Ich hatte fast vergessen, was Charlotte Kerr für ein Knaller war.

    Gruß BergH

  13. Serienfan sagt:

    Ist das neue Star Trek alternativlos? Tja, wir kennen ja längst die Antwort. Hier was zur „Alternative“, und darüber, wer hier Trends hinterherläuft und wer Trends setzt.

    https://youtu.be/BigxoGh0BsY

    Und es geht auch garantiert nicht um „Orion“! :-)

    • Kazairl sagt:

      Achja, wenn es eine faire Welt wäre, wäre The Orville das richtige Star Trek und DSC die Parodie.

      Antworten
    • JP1957 sagt:

      Was für eine Nachricht!

      Sämtliche Folgen von The Orville werden auf YT reviewt!

      Super.

      Danke Serienfan!!

      Aber mit Tamara hast Du trotzdem Unrecht!

      Antworten
    • Zuse sagt:

      2 Staffeln Orville bei Dir „nachgucken“ – Das wird lang – zunächst wohl erstmal meine HighLights und Flopps.

      Ach ja: Orion (so alt wie ich) – 9 Jahre vor dem UN-Jahr der Frau: Admirälin van Dyke! Dagegen war Uhura nur die Vorzimmerdame – persiflert in Galaxy Quest durch Sigourney Weavers Rolle.

      Alternativen sind meist besser als der gleichgeschaltete Hauptstrom.

      Antworten
  14. Dataundloreseinbruder sagt:

    Bin spät zu der Party, aber wollte meine Meinung noch loswerden.

    Problem bei Picard:
    – Serie produzieren ohne dass das Ende im Vorfeld bekannt ist. Dann kann nur Murks dabei rauskommen.
    – Showrunner der seinen Job nicht macht? Keine Qualitätskontrolle.
    – Darsteller die nur scharf auf die Kohle sind.
    – Patrick Stewart – irgendwie ist ihm die X-Men Popularität zu Kopf gestiegen? Wirkt mehr so wie Shatner vom Verhalten. Bei den Conventions hat er in Zukunft dann auch 20 Meter Sicherheitsabstand zu seinem alten Cast – nö, die Gefahr besteht ja nicht, den sieht man auf den Convetions ja gar nicht.

    Die ganze Picard-Serie wirkt von den Sets so billig, Stock-SFX wurden verwendet, Ikea-Möbel überall – das war glaube ich echt nur eine Masche um ein paar Taschen zu füllen.

    Wegen Discovery:
    – Das moderne Serienkonzept mit relativ wenigen Folgen ist halt super riskant. Früher gab es auch Folgen für die Tonne, dafür aber auch Folgen die wirklich gut waren. Man stelle sich aber vor eine komplette Staffel TNG hätte sich um den Crusher-Geist gedreht…wäre auch nichts geworden.
    – Manche Probleme von Discovery finden sich ja auch bei anderen Franchises, sind also meiner Meinung nach eher ein Ausdruck des Fernsehzeitgeistes.

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