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„Star Trek – Lower Decks“: Intellektuelle Analyse der ersten Minuten

, „Star Trek – Lower Decks“: Intellektuelle Analyse der ersten Minuten

So viel Vorfreude auf ein neues Trek-Produkt hat es vermutlich seit dem Start von TNG nicht mehr gegeben: Die ersten 2 Minuten von „The Lower Decks“ sind da! Und wir als Fachorgan für angewandte Systemkritik freuen uns, euch heute eine erste Analyse des von CBS Gezeigten präsentieren zu dürfen! Nach zahlreichen Mails unserer Leser („Mecker nich immer rum, du Arsch!“) reaktivierten wir extra für diese tiefgreifende Reflektion „Intellekto-Klapo“, der zusammen mit einem exquisiten Jahrgang Erdbeer-Bowle (Sommer 2020) aus einem hochpreisigen Fast-Food-Restaurant abgeholt wurde. Let’s go:


Schon beim ersten Ansehen dieser Bilder war mir klar:

Das Etablieren eines „weniger wichtigen Schiffes“, das nur den „zweiten Kontakt herstellt“ und trotzdem noch eine heroische, anbetungswürdige Brückenbesatzung trägt, porträtiert auf treffende Weise das Klassendenken unserer Gesellschaft: Man mag seinen Job als Mülltonnenleerer hassen, aaaaber solange man die Chance hat, irgendwann mal am (nur noch leicht müffelnden) Lenkrad zu sitzen, ist Hoffnung da. Dies ist es, was am Ende die Gesellschaft zusammenhält und das Erledigen unliebsame Tätigkeiten garantiert.

Ja, hier zeigt Star Trek congenial seine zeitgemäßen Einfälle zur Gesellschaftskritik. Ebenso gefällt der realistische Umgang mit Träumen und Wünschen. Der Held träumt z.B. davon, über sich hinaus zu wachsen, wird dabei aber von einer Kollegin gestört, die sich dem ewigen „Aufstiegskarussell“ zumindest kurzzeitig entzogen zu haben scheint. Hier kommen Aussteiger- und „In den Tag hineinleben“-Ideen zum Tragen, die jeden Menschen ab und an beschäftigen dürften. Auch das Einwerfen (und chefseitige Akzeptieren?) von Drogen und anderen psychoaktiven Substanzen spiegelt sich in dem Verhalten der Heldin wider. Hier nimmt die Serie klar Bezug zum Hippie-Leben der 60er-Jahre, womit sie in der Tradition einiger älterer TOS-Episoden steht („The Way To Eden“).

, „Star Trek – Lower Decks“: Intellektuelle Analyse der ersten Minuten

Die „normale“ Brückenbesatzung wird als Helden dargestellt, die sich gemäß eines etablierten Wertekanons (= Erstkontakt ist gut, Diplomatie bringt uns weiter, etc.) in eine Position brachten, in der die Lobpreisung eine Selbstverständlichkeit ist. Doch an welchem Punkt kippt dieses System und wird zur hohlen Selbstreferenz? Auch dies verspricht „Lower Decks“ zu ergründen…

Die Protagonistin hinterfragt – und hintertreibt – das ewige Streben nach mehr Verantwortung. Aber auch das ständige Streben nach Erkenntnis wird gleichzeitig angezweifelt. Denn dies geht mit einem Aufstieg auf einem die Galaxis bereisenden Schiff bekanntlich einher. Hier wird nicht weniger als die Sinnhaftigkeit des Lebens selbst(!) zur Diskussion gestellt. Hohe Ziele für eine Trickserie, fürwahr…

Die Frage, die die weibliche Figur hier in den Raum stellt, lautet: Ist der Moment selbst nicht manchmal genug? Der Spaß, den dummen Gesichtsausdruck des Kollegen zu betrachten? Den kühlen Boden des Schiffes beim Rangeln unter sich zu spüren? Die Freude und die Dynamik von spontan geäußerten Sätzen und Ideen? Ja, hier lernen wir erneut, wie befreiend es sein kann, einfach nur die Eindrücke des Augenblicks aufzusaugen.

Ich zitiere einmal frei:

„Der Schnaps hat eine sehr schöne Farbe.“
„Guck mal hier, ein Batleth.“

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Große Dichter und Denker bedienten sich schon häufiger gewisser Substanzen, um ihre wegweisenden Gedanken zu ordnen oder gar ausbrechen zu lassen. In diesem Falle ist die Außenseite der Flasche mit einem schnell wirkenden Kontakt-LSD-Derivat bestrichen worden.

Und nicht nur werden Aufstiegsmechanismen hinterfragt, sondern auch andere gesellschaftliche Phrasen. Was bedeutet zum Beispiel (klingonische) Ehre? Sollte das Verborgene, vermeintlich Peinliche nicht manchmal an die Öffentlichkeit gezerrt werden, wie in diesem Fall das übungsweise angefertigte Logbuch des Helden? Sind Professionalität und ein angepasstes Auftreten wirklich notwendig? Oder kann man sich auch wie die „Axt im Walde“ verhalten, solange man seine Aufgaben in ausreichender Weise (Stichwort „4 Plus-Zeugnis“) wahrnimmt?

Allein die Tatsache, dass die Heldin derartig ausgelassen über den Flur brüllen kann, sagt aus, dass die Sternenflotte selbst recht offen ist und dieses Verhalten zumindest nicht sanktioniert hat. Schließlich befindet sich die Kadettin(?) wohl nicht an ihrem ersten Tag im Dienst.

, „Star Trek – Lower Decks“: Intellektuelle Analyse der ersten Minuten

Gemeinhin wird die Integrität des eigenen Körpers als unverletzliche Barriere angesehen. Hier erwartet man von seinem Gegenüber meist Zurückhaltung, Vorsicht und Distanz. Doch auch dies ist womöglich nur eine Scheingrenze, deren Hinterfragung zumindest im spielerischen Sinne erfolgen kann?

In all diesen Aspekten ist bei Star Trek eine Offenheit eingetreten, die jungen Zuschauern Mut machen dürfte.

Nämlich Mut, dass auch beim Berufseinstieg das selbst auferlegte Spaßprogramm weiter verfolgt werden kann. Wenn TicToc, Instagram und Youtube uns mit – persönlich zugeschnittenem – Content erfreuen können, so sollte dies auch ein moderner Arbeitsplatz leisten!

Denn: Bricht es der Sternenflotte wirklich ein Zacken aus der Krone, wenn ein junger Nachwuchsoffizier in irgendeinem Flur mal kurz Lagerware verstreut (und vermutlich fein säuberlich wieder einräumt)? Angesichts der Größe des Weltalls würde ich darauf antworten: Nein.

Und somit begrüße auch ich die enorme Größe und Wandlungsfähigkeit, die sich in dieser neuen Trickserie widerspiegelt und das Trek-Universum intellektuell erweitert. Ich bin gespannt auf Episode 1!


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von Klapowski am 25.07.20 in Star Trek

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Kommentare (57)

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  1. VerwirrterTurnschuh sagt:

    Es erhebt mich zutiefst zu erfahren, wie ernst diese Seite die Anregungen und Kritik seiner ein, zwei Leser nimmt.
    Meine Erwartungen an diese neue Star-Trek-Serie steigen dank des liebevollen, doch intellektuell unbestechlichen Blickes Klapos auch bei mir in den bodenlosen Abgrund.

  2. Grinch1969 sagt:

    Hahahahahahahahahahahaaaaaaaaaa…………..

  3. JP1957 sagt:

    @Fußbekleidung:“…dank des liebevollen, doch intellektuell unbestechlichen Blickes Klapos…“

    Dem muss entschieden widersprochen werden, erweist sich besagter „Klapo“ doch als alter weißer Mann, der in schockierender Weise Rassismus und Sexismus im Kurtzmannschen Machwerk nicht nur ignoriert, sondern auf jakoeske Weise versucht umzuinterpretieren! Und das in Zeiten, wo weltweit POC im Rahmen der BLM Bewegung für ihre Würde und ihr Leben eintreten.

    Ein Blick auf den letzten Screenshot mag genügen! Wie stellen die (natürlich weißen) Macher der Serie hier eine schwarze Frau dar? Als gewaltbereit (!) und sexuell freizügig (geöffnete Uniformjacke!). Wie wird sie kurz zuvor dargestellt? Als Person, die alkoholisiert (!) im Dienst ihren Trieben (!) folgt.
    Während das weiße (!), männliche (!) Crew Mitglied sich verantwortungsbewusst in die Rolle des Captains des Schiffs einzufühlen versucht.

    Hier springen einem Rassen- und Geschlechtsklischees förmlich ins Gesicht … und Kritiker Klapo (Weiß! Mann!) bemerkt es nicht einmal … oder, schlimmer: ignoriert es, weil er die rassistische und sexistische Inszenierung Kurtzmanns (mann!Kurtz!!! … hier findet sich vielleicht die Ursache für Gewaltverherrlichung und Sexismus des Produzenten!!!) billigt und mitbetreibt!

    Warum … muss man in aller Schärfe fragen … ist es nicht das männliche Crewmitglied das säuft, die Regeln der Sternenflotte missachtet, Gewalt anwendet und mit offenem Hosenschlitz dargestellt wird?
    Dazu schweigen die Klapos und Jakos (Männer!) dieser Welt und sehen zu, wie die Utopie des Star Trek Universums (Als Beispiele seien nur genannt: Uhura! La Forge! Barclay! O´Brien! Sisko!) von alten weißen Männern (Kurtz!mann, Klapo) zugrunde gerichtet werden!

    • VerwirrterTurnschuh sagt:

      Rezipienten, die in den 50er Jahren – konkret 1957 – verhaftet sind, können ihrem intellektuellen Verve(!!!) zum Trotz eben nichts als Rückständigkeit demonstrieren. Menschen wie Klapo und Kurtzman zelebrieren natürlich keine Geschlechter- oder Rassenklischees. Dieser Vorwurf geht im wahrsten Sinn ins Leere: Sie sehen schlicht weder Hautfarben noch Dekolletés. Und so soll es doch bitte auch sein für Frieden, Geist und Offenheit in der Welt.

      Einem weisen (nicht weißen!) Menschen (nicht Manne! Das sieht er vermutlich ähnlich) wie Klapo vorzuwerfen, vermutete „Ethnien“ und „Geschlechter“ der „Star-Trek-Figuren“ in seiner Analyse nicht erwähnt zu haben, offenbart nur die eigene Oberflächlichkeit, ja, das eigene, sozialfeindliche Schubladendenken (um nicht zu schlimmeren Wörtern zu greifen, die verletzend sein könnten).

      Dass ein – per konstruierter Selbstdefinition – alter Mann sabbernd und geifernd an Haut und Ausschnitten hängt, respektieren wir natürlich. Doch rege ich aus eigener, bescheidener und konkreter Erfahrung an: Nur wer den Ausschnitt nicht sieht, kann ihn intellektuell genießen.

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    • jako sagt:

      jakoeske, ja…?!? Du hast echt gar nichts von dem gerafft, was ich immer mal wieder so geschrieben habe JP…

      Antworten
    • JP1957 sagt:

      @verwirrt: Rückständigkeit?
      Das Jahr 1957 steht mitnichten für Rückständigkeit, sondern wurde gewählt, weil es für den Aufbruch („Boldly go …“) zu den Sternen steht.

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    • JP1957 sagt:

      @jako: Immerhin … Du lernst und schreibst meinen Namen schonmal richtig. Es besteht also Hoffnung.

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  4. bergh sagt:

    Einen guten Tag auch Euch !

    Und wieder wird die Gewaltbereitschaft einer Dreifach*-Minderheit nicht thematisiert.
    Das sollte Euch geistigen High-Performern zu denken geben.

    * Schwarz, Trinker und Frau

    O.k. Beim dritten Lesen dieses hochgeistigen Artikels , fiel es mir dann doch wie Schuppen aus den Haaren.Es ist halt die Barriere, die man halten möchte.
    Und Ich möchte sehen, wie der Holodoc das in Sekunden wieder zusammenklebt,
    natürlich ohne das Narben bleiben.

    Gruss BergH

  5. Raketenwurm sagt:

    Was mich etwas bedenklich stimmt; dieses hyperaktive Etwas ist die Trickfilm-Serie für die älteren Star Trek Fans. Die Trickflmserie für die jüngeren Fans kommt erst noch: https://www.cnet.com/news/animated-star-trek-prodigy-to-hit-nickelodeon-aboard-stolen-starship/

  6. Yole sagt:

    Soviel Tiefgründigkeit hätte ich garnicht erwartet. Hoffentlich sind die ersten zwei Minuten der Serie nicht nur eine Traumsequenz, wie bei Picard, wo es genau so war! Zuerst geben sie sich Mühe, aber dann lässt die Qualität nach. TNG war einfach zu erfolgreich um nun verhunzt zu werden. Viele Fans von damals sitzen heute im Qualitätsmanagement und im Chefsessel. Und wer findets scheiße? Niemand

  7. Serienfan sagt:

    Die Serie beginnt damit, dass sich eine Figur über einen Logbuch-Eintrag lustig macht.

    Das finde ich gerade deshalb so interessant, weil ja der Logbuch-Eintrag im Kurtzman-Trek quasi abgeschafft wurde, offenbar, weil er als „uncool“ empfunden wird.

    Dabei war gerade der Logbuch-Eintrag das Beste an dem „Lower Decks“-Ausschnitt, weil darin sogar eine ganz witzige Idee erläutert wurde. Das Konzept, dass sich hier ein Schiff nicht um den aufregenden Erstkontakt, sondern um den bürokratischen Zweitkontakt kümmert, gefällt mir nämlich sogar ganz gut.

    Aber die Serie verwirft dann sofort panikhaft diesen Ansatz. Anstatt uns so eine „langweilige“ Zweikontaktszene mit irgendwelchen bürokratischen Konkflikten zu zeigen, fängt man sofort an, wie verrückt herumzublödeln.

    Diesen Machern ist Star Trek einfach derart fremd, dass sie sich beim besten Willen nicht vorstellen können, dass sich jemand von Star Trek unterhalten fühlt.

  8. frank sagt:

    und was ist jetzt mit den uniformen?

  9. Bolleraner sagt:

    Alles Kanon, Leute! Da müsst ihr euch mit abfinden! Probiert’s doch mal mit Plexing!

  10. Zuse sagt:

    Einer muß hier ja allen die Laune verderben …

    Ich opfere mich hiermit: STD geht weiter ab 15. Oktober, bei uns dann wohl ab 16. Okt.: Hail Michael!

    https://www.serienjunkies.de/news/star-trek-discovery-teaser-starttermin-102739.html

    • Nestroy sagt:

      @Zuse

      „Zur Premiere werden die Trekkies eine „Discovery“-Durststrecke von ganzen anderthalb Jahren hinter sich haben.“

      Ein Satz bei dem ich vor Lachen und Entrüstung fast vom Stuhl gefallen wäre…

      Auch Ethan Peck als Spock als „Publikumsliebling“ zu bezeichnen fand ich mehr als gewagt.

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    • Zuse sagt:

      „Ein Satz bei dem ich vor Lachen und Entrüstung fast vom Stuhl gefallen wäre…“

      So fallen wir halt zusammen.

      Pecks Opa war gut in Moby Dick.

      Antworten
    • JP1957 sagt:

      Vor allem aber in „Wer die Nachtigall stört“. Die DVD beinhaltet das beste Begleitmaterial, auf das ich jemals gestoßen bin. Unter anderem eine herzerwärmende Diskussionsveranstaltung zum Film, in dem die weibliche Hauptdarstellerin (die nur diesen einen – oscarprämierten – Film gemacht hat) mit dabei ist, und in der man spürt, was Peck für ein toller Mensch (und Schauspieler) war.

      Und sein Enkel spielt so einen Scheiß!

      Antworten
    • Serienfan sagt:

      Im Schatten eines grandioses Großvaters zu stehen, UND im Schatten von Leonard Nimoy … So eine No-Win-Situation muss man auch erst einmal hinkriegen.

      Antworten
  11. Schnurr Bart sagt:

    Sieht lustig aus und wagt es die stocksteifen weißen Next-Gen-Dudes in Frage zu stellen. Kein Wunder, dass das hier nicht ankommt. Ist halt nicht die Zielgruppe.

    • JP1957 sagt:

      Du bist so ein cooler Typ, Schnurri!

      Yeah … genau meine Meinung … die Zielgruppe sind Kids, die es geil finden besoffene schwarze Frauen zu sehen, die Weißen das Bein aufschlitzen.

      Make America great again!

      Antworten
    • Schnurr Bart sagt:

      Was ist denn dein Problem? Musst es ja nicht mögen, aber es gibt offensichtlich ’ne große Zielgruppe, die dieses neue Star Trek deutlich besser findet als den uralten Kram mit all den toxischen Inhalten, die halt früher Standard waren. Dass du dich von schwarzen Frauen als Hauptfiguren bedroht fühlst und „ironisch“ Trump abfeierst, das sagt mehr über dich aus, als dir lieb sein kann.

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    • Mikrobi sagt:

      „stocksteifen weißen Next-Gen-Dude“ rinn in die Schublade und zu! So einfach ist das, nicht wahr, Schnurr Bart?

      Ja, du machst Dir das sehr einfach, wenn Du so denkst.

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    • Schnurr Bart sagt:

      Ist echt irritierend, dass Fans des alten Trek immer betonen, wie progressiv die Serien waren, aber dann in Endzeitstimmung verfallen, wenn man mal kritisch mit dem Nostalgiefilter umgeht. Ich hoffe echt, dass das Gerücht stimmt und Androiden-Picard nur die Vorstufe dazu ist, dass Picards Persönlichkeit in einen anderen Körper transferiert wird, der kein weißer Mann ist. Einfach nur, weil ich den Meltdown und die „wäh, wäh, die SJW“-Tränen hier sehen will.

      Antworten
    • JP1957 sagt:

      @schnurri: ich versteh dich nicht, wir reden doch über lower decks, oder? ich bin voll deiner meinung … star trek muss mit der zeit gehen und neue zielgruppen erschließen … nämlich die kids, die es cool finden, wenn alki schwarze richtig zulangen … ein bisschen gewalt gehört doch heute echt dazu.

      finde es klasse, dass es dir auch so gefällt.

      make star trek great again!

      Antworten
    • JP1957 sagt:

      @mikrobi: Psssstttt … habe gerade eine Mitteilung von Sektion 31 bekommen! Das ist gar nicht schnurr bart, sondern jako!!!

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    • Mikrobi sagt:

      @Schnurr Bart

      Für die Tränen muss Picard nicht mehr in einen neuen Körper schlüpfen.

      Geh ruhig kritisch mit den ST-Nostalgikern um, die brauchen das ab und zu mal. Aber dann auch richtig, mit knallharten Argumenten und so.

      Ist da vielleicht noch mehr außer: „Sieht lustig aus und wagt es die stocksteifen weißen Next-Gen-Dudes in Frage zu stellen.“?

      Die Frage geht übrigens auch an jako, wobei ich die von ihm gelobten Uniformen und Raumschiffe nicht unterschlagen will.

      @jako, bist du da(s)?! Wenn ja, bitte schreib uns doch in ein, zwei Sätzen, was dir an dem bisher Gesehenen von Lower Decks so gut gefallen hat.

      Ich fang den Satz sogar für dich an: „Also, an Lower Decks hat mir neben den Uniformen und den Raumschiffen, und dass es ganz lustig ist, besonders gut gefallen, dass …“

      So, da, wo die drei Punkte sind, geht’s los.

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    • Skapo sagt:

      Schöne Uniformen, Raumschiffe und Lustig auch noch. Das sind ja 3 Dinge auf einmal… Das reicht ja schon. Muss eine Serie wirklich noch mehr liefern um unterhaltsam zu sein?

      Antworten
    • Kazairl sagt:

      Vielleicht mal gute Story und Charaktere, die Entwicklungen durchmachen, die glauhaft sind? Ich nehme mal Rick and Morty als Beipsiel, weil der Stil so ähnlich ist. Die Serie hat einen genialen Humor, ist aber auch düster und hat starke Charaktere, die Entwicklungen durchmachen, mal zum Positiven, mal zum Negativem, vor allem Rick. Eine Serie, die ganz klar in die Fußstapfen von Rick und Morty treten will, muss es sich auch gefallen lassen, mit dem hohen Story und Charakterniveau eben jener Serie verglichen zu werden. Bislang war jedes einminütige Nachende jeder einzelnen Episode (also das, was nach dem Abspann der Folgen immer bei Rick und Morty kommt) lustiger, gehaltvoller und charaktergetriebener als diese paar Minuten unnötigen, derben Humors von Lower Decks.

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    • Klapowski sagt:

      @Schnurr Bart:

      „aber es gibt offensichtlich ’ne große Zielgruppe, die dieses neue Star Trek deutlich besser findet als den uralten Kram mit all den toxischen Inhalten, die halt früher Standard waren.“

      „Ich hoffe echt, dass das Gerücht stimmt und Androiden-Picard nur die Vorstufe dazu ist, dass Picards Persönlichkeit in einen anderen Körper transferiert wird, der kein weißer Mann ist. Einfach nur, weil ich den Meltdown und die „wäh, wäh, die SJW“-Tränen hier sehen will.“

      ——–

      Ich persönlich finde ja, dass man mit dem Begriff „toxisch“ vorsichtig umgehen sollte. Gerade, wenn man – wie ich – jahrzehntelang direkt neben einer Müllverbrennungsanlage gewohnt hat und alle dort schnell mal „getriggert“ waren, wenn das „T-Wort“ mal „spoilerfrei“ irgendwo „gedroppt“ wurde.

      Irgendwie scheint „toxisch“ neuerdings mit der Gießkanne durchs Dorf getrieben zu werden. Ich warte inzwischen nur noch darauf, dass meine Nachbarin (Oma Platuschke) zu mir sagt:

      „Herr Klapowski, Sie haben schon wieder nicht am Freitag den Hausflur gefeudelt. Das finde ich dann doch recht toxisch von Ihnen!“

      Klar kann man in alten Serien immer etwas finden, was damals und – vor allem – nach HEUTIGEN Maßstäben nicht immer gaaaanz nach dem koscheren Fahrplan gefahren ist.

      Aber: Das Frauenbild in TOS (und teilweise TNG) war damals in Film & Fernsehen leider Standard. Wohingegen wir HEUTE in einer so diversen, komplexen und vernetzten Gesellschaft leben, dass die plumpen „Klingonen sind Trump-Wähler, Burnham kann alles und die Sternenflotte ist supermoralisch, muss das aber NIE zeigen“-Botschaften bereits JETZT den leichten Gammelcharme aus der moralischen Steinzeit besitzen.

      Und was Picards Transfer in einen nicht-weißen Körper angeht: Das Problem ist nicht, dass dies passieren könnte (von mir aus; seit 1-2 Jahren ist im Franchise eh alles egal).
      Das Problem ist eher, dass man in ST heute Drehbücher aus genau DEM Grund schreibt, den du ja auch angibst: Dass es nicht ums Denken oder Vermitteln geht, sondern darum, der „Gegenseite“ (wer auch immer das sein soll) das vor den Latz zu zimmern, was diese vermeintlich zu hassen scheint. Platz für Grautöne, kluge Kunst und „irgendwas dazwischen“ ist da nicht mehr… Zumindest nicht unter Kurtzman.

      Wann geht Orville noch mal weiter?

      Antworten
    • JP1957 sagt:

      @“Das Problem ist eher, dass man in ST heute Drehbücher aus genau DEM Grund schreibt“

      Jetzt ausnahmsweise mal ganz ernsthaft. Weil Discovery etc. u.a. so krampfhaft (dabei aber unglaubwürdig bei gleichzeitiger Brutalisierung) auf divers getrimmt wurde, sind mir die ersten Szenen von Lower Decks so unverständlich.

      Wie kann denen das durchgehen, dass da eine Schwarze so dargestellt wird, wie sie dargestellt wird incl. angedeutetem Ausschnitt?

      Antworten
    • Sparkiller sagt:

      „dass da eine Schwarze so dargestellt wird, wie sie dargestellt wird incl. angedeutetem Ausschnitt?“

      Die für mich wahrscheinlichste Antwort:

      „Ey, eine coole Schwarze jenseits vom Prinzessinen-Klischee kommt aktuell bestimmt gut an. Und nicht den kleinen Strich beim Ausschnitt vergessen um zu zeigen, wie zwanglos die Gute ist.“

      Bin mir zu 99% sicher dass dies alle Gedanken waren, die zum Endergebnis geführt haben.
      Finde nicht, dass man überall hochkomplizierte PC-Absichten reininterpretieren muss.

      Antworten
    • Yole sagt:

      Es gibt Leute die achten nicht auf Geschlecht oder Hautfarbe. Obiges Statement ist einfach nur populistisch. Wird „Lower Decks“ nun den neuen Standard setzen für… wofür eigentlich? Lockerheit? Die Rolle der Frau? Oder waren es die Inhalte der neueren Kinofilme, „Discovery“ oder „Picard“, die sich vom TOS/TNG-Sexismus und Rassismus entfernt haben? Man kann auch einfach die Wahrheit verdrehen.
      Man schaue sich die Star Trek-Fanszene an. Wen es alles inspirierte. Und nun stelle man sich eine neue Zielgruppe vor. Vorstellungsvermögen ist wichtig. Man kann sich auch vorstellen wie Picards Bewusstsein in einen schwarzen Körper transferiert wird und die rassistische Empörung. Vielleicht fühlen sich ja sogar die gleichen Typen angesprochen wie damals…

      Natürlich gibt es auch superliebe alte Fans, die Star Trek einfach nur lieben und alles neue Star Trek auch.

      Antworten
    • Serienfan sagt:

      Das Wort „toxisch“ hört man inzwischen seltener, stattdessen heißt es nun gerne „privilegiert“ und „progressiv“.

      „Privilegiert“ definiert sich allein über Hautfarben (und komischerweise nie über die Dicke des Geldbeutels), und „progressiv“ ist alles, was uns für drei Sekunden das Händchenhalten von zwei vermutlich lesbischen Frauen zeigt.

      Ich würde mir wirklich gerne von so einem übereifrigen SJW-Anhänger erklären lassen, was er denn abgesehen von diesen hingeworfenen „woken“ Knochen an „Star Trek: Picard“ für „progressiv“ hält. Denn eine „Progressivität“, bei der Romulaner in erster Linie Feinde sind, abgesehen von denen, die als Hausdiener auf dem Anwesen eines weißen Mannes arbeiten, würde wahrscheinlich so manch einem Fox-News-Konsumenten gut gefallen. Unter Roddenberry wäre diese Art von „Progressivität“ allerdings undenkbar gewesen.

      Selbst eine Folge wie „Code of Honor“, sicher eine der blödesten TNG-Folgen aller Zeiten, ist bei Weitem progressiver als das moderne Star Trek. Dauernd trifft man bei Star Trek im All auf Alienrassen, die wie Menschen mit weißer Hautfarbe aussehen, und wir finden es normal. Also entschloss sich Roddenberry dazu, eine Alienrasse mit ausnahmslos schwarzer Hautfarbe zu zeigen. Dass Picards Crew auch Sitten und Gebräuche akzeptiert, die sie selbst für unsinnig hält, ist für mich ein Ausdruck der (bereits seit der Classic-Serie bekannten) Hauptdirektive, die hier innerhalb der „Next Generation“ erstmals erwähnt wird. Auch wird die fremde Kultur am Ende der Episode nicht „umerzogen“.

      Es fällt auf, dass jene, welche die Progressivität des neuen Treks loben, sich damit offenbar überhaupt nicht inhaltlich auseinandersetzen, sonst müssten sie doch merken, dass „Star Trek: Picard“ und „Star Trek: Discovery“ grauenhaft rückständige, unprogressive und multi-kulti-feindliche Ansichten vertreten. (Mehr dazu kann man sich hier anhören: https://youtu.be/yu0FK32wjUc )

      Ansonsten frisst die Revolution ja gerne ihre Kinder, entsprechend gehen sich im Moment ja so manche SJW-Jünger gegenseitig an die Gurgel. Wenn in der zweiten Staffel von „Picard“ in Anspielung auf „Black Lives Matter“ der gute Picard wegen seines Androidenkörpers nunmehr Anfeindungen und Diskriminierungen ausgesetzt ist, könnte das auch als unzulässige „kulturelle Anmaßung“ geächtet werden.

      Antworten
  12. Nummer 6 sagt:

    Wenn man bedenkt, daß TOS und TNG wie kaum ein anderes TV-Projekt bis heute so eine explizit anti-rassistische Botschaft hatten, muß ich jede Verunglimpfung der politisch korrektesten Unterhaltungs-Serie aller Zeiten als rassistisch motiviertes Verbrechen werten. Alle PC-bewegten sollten beherzigen, was vor BLM kam:
    Stirnknubbel Species Matter!

    • Werschon sagt:

      TNG… hust… Code of Honor… hust…

      Antworten
    • Ferox21 sagt:

      Code of Honor war ja fast noch ein TOS-Skript. Und wir wissen ja, dass Gene Roddenberry in dem Jahr, wo er noch Einfluss auf TNG hatte, nicht wirklich subtil vorging. So hat er mit nur einer Folge die Ferengi fast komplett verhunzt, so dass sie erst mit der Aufbauarbeit in DS9 zu einer interessanten Rasse gemacht werden konnten.

      PS:
      Den finalen Plottwist von Code of Honor finde ich bis heute übrigens bescheuert. Nur weil die Frau des Planetenherrschers für ein paar Sekunden klinisch tot war, ist ihre Ehe mit besagtem Herrscher nichtig. Aber da sie ja trotzdem noch lebt, erbt sie dessen gesamtes Vermögen und Titel und kann jetzt einen beliebigen Schergen ihres Ex-Mannes per Heirat zum neuen Planetenherrscher machen, der dann im Sinne der Crew der Enterprise entscheidet, um den Aufhänger der Folge zu lösen.

      Antworten
  13. Kazairl sagt:

    So, erste Folge gesehen und im Vergleich zumrestlichen Kurtzman-Trek sogar annehmbar, nicht dass es keine Fehler gehabt hätte, die hatte es zur Genüge, aber es war kein dunkles, dystopisches Star Trek mit Untergangsstimmung, wie es keiner braucht. Ja, wir haben das Gesehene schon in besseren Serien gesehen (genannt seien hier nur Rick und Morty, von wo es den Humor klaut und Final Space, von wo es den Stil klaut), jedoch ist diese Serie zumindest in Folge 1 noch kein Dark Trek a la Kurtzman. Kommen wir zu den Problemen der Serie. Ich gehe hier nur auf 2 Probleme ein, die mir sofort aufgefallen sind. Der Nostalgiefaktor ist besonders hoch. Das fängt schon mit dem Opening an, das eine Mischung aus den Openings von VOY und TNG ist. Das macht es der Serie schwierig, eine eigene Identität zu entwickeln. Was auch sofort negativ auffällt: Irgendwie haben sie so viele Alienrassen wie möglich eingebaut. Gibt es neuerdings in der Föderation eine Quote, dass so viele Alienrassen (und auch Frauen) wie möglich anzustellen sind? Alles in allem bleibt Lower Decks nach Folge 1 eine eher blasse Final Space oder Rick and Morty Kopie (noch ohne eigene Identität), die sehr auf Nostalgie setzt und damit einen ähnlichen Weg geht wie das Star Wars Franchise.

  14. Schnurr Bart sagt:

    Nachdem ich die erste Folge jetzt gesehen habe, muss ich zugeben, dass ich zu früh gesprochen habe. Harmlose Witzchen und ganz viel „den Wutfans den Hintern pudern“ statt der erhofften bissigen Satire auf die Lebenslügen der alten Star-Trek-Serien. Da sind Momente, wo es so wirkt, als würde man mal schärfer (der gelangweilte Typ, der das Frischfleisch begrüßt; die Föderationsbürokratie, die behindert statt hilft), aber dann zieht man doch zurück und will am Ende keinem weh tun. Statt also zu hinterfragen, was das alte Star Trek präsentiert hat (einen Liberalismus, der den Status Quo zementiert und der in seiner Ausrichtung kolonialistisch ist), macht man ein paar Witzchen, macht es sich aber insgesamt einfach in genau dieser problematischen Ausrichtung bequem. Schade, Chance vertan. Aber immerhin sind die Figuren sympathisch.

    • Schnurr Bart sagt:

      Hier eine Rezension, die gut zusammenfasst, was das Problem mit dieser Serie ist. Man scheint wohl echt vor der lauten Minderheit einzuknicken, um ja die heilige Kuh „Star Trek“ nicht zu beleidigen: https://www.polygon.com/tv/2020/8/6/21357957/star-trek-lower-decks-review-animated-series-cbs-all-access

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    • Kazairl sagt:

      Irgendwie war die erste Folge zu harmlos wenn man bedenkt, dass die Vorbilder Final Space, Rick and Morty und Futurama waren.

      Antworten
    • Kazairl sagt:

      Das fasst es doch prima zusammen und bestätigt meine Meinung: „a safer, blander version of Rick & Morty“, denn mehr ist Lower Decks nicht, eine schlechte Kopie.

      Antworten
    • Scholli67 sagt:

      Also wenn ich schon in der Schlagzeile lese „Lower Decks lacks politics“ ahne ich schon was kommt.
      Und richtig, die Bloggerin beschwert sich lang und breit daß die Serie nicht „woke“ genug ist.

      Ein „Star Trek that seems designed to not offend anyone“ ist genau das was CBS dringend braucht.
      Eine Serie die einer möglichst breiten Zuschauerschaft gefällt, anstatt einer handvoll politischer Extremisten,die nicht mal ein AllAccess Abo haben, den Bauch zu streicheln.

      Ich vermute, man ist nicht vor der „lauten Minderheit“ eingeknickt, sondern vor der schweigenden Mehrheit, die ohne Twitter-Trara Kurtzman-Trek einfach den Rücken gekehrt hat.

      Antworten
    • Serienfan sagt:

      Seit 2009 versucht jeder „Star Trek“-Produzent, irgendwelchen Action-Porn-Prolls, denen durch zu viel „Transformers“ und Marvel-Dreck vollends der Geschmack an klugen Geschichten abhanden gekommen ist, den „Hintern zu pudern“. Und das auch noch erfolglos.

      Nun gibts ein paar erträgliche Uniformen und Okudagramme, und schon gibts den Aufschrei: „Anbiederung an die Fans!!!“

      Denn Anbiederung an Fans ist ja ganz was Böses. Völlig ignoriert wird dabei die wahre Anbiederung. Die Anbiederung an eine Twitter-Generation, deren Aufmerksamkeitsspanne für eine klar erzählte Geschichte offenbar nicht mehr auszureichen scheint und die Action, Lärm und Gebrabbel statt guter Dialoge (oder gar Monologe) benötigen, weil es sich dazu so bequem chatten und streamen lässt.

      Wer sich allerdings anhand der „Lower Decks“-Trailer eine „bissige Satire“ erhofft hat, dürfte der wahre Optimist sein. So viel unerschütterlichen Glauben an das Gute im Menschen hatte wahrscheinlich noch nicht einmal Roddenberry selbst.

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    • Zuse sagt:

      Ich werde dieses Werk erst schauen, wenn es bei CC in der 7.-Verwertung in Deutsch kommt – also nie!

      Trailer und verschiedene Reviews zeigen aber in Richtung PC, eine Pest, die mich seit Mitte 80er nervt. Damals war es der Tipper-Sticker bei LPs/CDs (benannt nach der Frau des MannBärSchweins,der damals nur Senator war).

      CBS will sterben? – oder wollen die nur billig genug werden, damit Disney die auch noch schluckt?

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    • Schnurr Bart sagt:

      „Schweigende Mehrheit“. „PC, eine Pest“. „Nicht ‚woke‘ genug“. „Make America great again“. „MannBärSchwein“ (weil: Klimawandelshysteriker, haha).

      Es ist echt beeindruckend, dass Fans der alten Serien, die immer behaupten, das wäre eine so egalitäre und offene Show gewesen, Positionen einnehmen, mit denen sie auf jedem AfD-Parteitag locker auftreten könnten. Das könnte vielleicht daran liegen, dass die alten Serien eben eine heteronormative weiße Hegemonie zementiert haben (sprich: „Liberalismus“). Aber es ist natürlich bequemer, wenn man sagt: Schwarze Frau als Hauptfigur und ganze zwei Homosexuelle im Star-Trek-Universum? Das ist durchgeknallte politische Korrektheit, hier steh ich nun & kann nicht anders, da muss ich jetzt hier den Fascho raushängen lassen.

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    • JP1957 sagt:

      Und schon wieder muss ich SchnurrBart zustimmen … wo soll das noch hinführen?
      Schon Martin Luther King hatte seinerzeit durchschaut, dass Roddenberry (alter weißer Mann!!!) durch TOS eine heteronormative weiße (selbst das einzige! Alien auf der Brücke war weiß!) Hegemonie zementieren wollte.
      Genau deshalb forderte er Nichelle Nichols ja auch auf, die Serie zu verlassen und ihre Zeit dem politischen Kampf der von ihm geführten Bürgerrechtsbewegung zu widmen.

      Hab ich irgendwo so gelesen, glaub ich.

      Und wenns anders war – wer war schon King?

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  15. Serienfan sagt:

    Vielleicht bin ich ja im falschen Internet unterwegs, aber abgesehen von Egotastic Funtime (der ja leider sogar „Star Trek: Picard“ verteidigt) habe ich noch kein einziges Review eines Hardcore-Fans finden können, der „Lower Decks“ nicht total beschissen gefunden hätte.

    • Kazairl sagt:

      Lower Decks ist halt nur im Vergleich zum anderen Kurtzman-Trek annehmbar. Vergleicht man die Serie jetzt mit anderen Nicht-Kurtzman Star Trek Serien oder gar jenen Serien, von denen Lower Decks dreist klaut, wird die Serie schlecht. Trotzdem bleibt sie eher harmlos und (noch) kein Dark Trek a la DSC oder PIC.

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    • Kazairl sagt:

      Musste auf jeden Fall erstmal eine Folge TAS hinterher schieben um einen Vergleich zu haben, wie eine gute animierte ST-Serie aussieht. Ja, TAS hat auch Mängel und grottige Folgen, aber Folgen wie Yesteryear sind so schönes World Building und passen prima ins bestehende TOS Universum.

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    • Scholli67 sagt:

      Dieser „Anti-Trekker“ hat auf youtube auch eine diffenziertere Review rausgehauen.
      Fazit: So la la, aber definitiv nicht „beschissen“.

      https://www.youtube.com/watch?v=2yxPLNgE9ik

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  16. JP1957 sagt:

    @gesichtshaar: „Statt also zu hinterfragen, was das alte Star Trek präsentiert hat (einen Liberalismus, der den Status Quo zementiert und der in seiner Ausrichtung kolonialistisch ist)…“

    Endlich, endlich, endlich entlarvt jemand die Oberste Direktive als das, was sie war: Ein heimtückisches Mittel des Föderationsimperialismus zur Vernichtung der kulturellen Identität indigener Völker durch Kolonialisierung und Fremdherrschaft durch die Föderation.

    Und dieser grässliche Liberalismus, der im Schilde führte, das friedliche Zusammenleben hunderter Völker zu zementieren, der gehört auch dekonstruiert!

    Well done, Schnurri!

    • Serienfan sagt:

      Die noch immer eindrucksvoll kluge Hauptdirektive war darüber hinaus ein brillantes Story-Tool. Sie sollte garantieren, dass die Crew der Enterprise in Konfliktsituationen auch dann vor Problemen steht, wenn sie waffentechnisch überlegen sind. Denn das Augenmerk auf das Erzählen von Geschichten als Kunstform war damals noch etwas, was Autoren beherrschten.

      Ich weiß nicht, ab wann eigentlich der Tunnelblick entstanden ist, Star Trek habe möglichst politisch zu sein. Der ursprüngliche Pilotfilm „The Cage“, immer noch ein hoch ambitioniertes Meisterwerk, stellte vor allem philosophische Fragen, darunter die Überlegung, ob eine paradiesische Illusion nicht einer realen Hölle vorzuziehen ist, wobei die Folge zu dem Schluss kam, dass so eine Frage nur ganz individuell beantwortet werden kann. „The Cage“ stellt so allgemeingültige Fragen (und ist auch ansonsten so meisterhaft inszeniert), dass die Episode auch heute noch nichts von ihrer Faszination verloren hat.

      Aber das Erzählen von Geschichten scheint als Kunstform verlernt worden zu sein, weder Künstler noch ihre Kritiker scheinen sich damit auszukennen. Stattdessen werden substanzlose Klischees aus dem Baukasten der „Political Correctness“ zum hanebüchenen Gradmesser für die Qualität von Geschichten.

      Statt komplexer Fragen gibt es nun platte Antworten, alles andere würde das Gehirn des „woken“ Zuschauers wohl zu sehr belasten und ihn daran hindern, weiter im Schlafmodus der einfachen Weltsicht (Klingonen = böse = Trump-Wähler) zu wandeln.

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    • JP1957 sagt:

      Ich hoffe doch sehr, dass Du jetzt nicht SchnurrBart als „woken“ adeln wolltest. Das gibt das Reflexionsniveau seiner politischen Kur(t)zanalyse von TNG nun doch noch nicht her.

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    • Serienfan sagt:

      Doch, ich wollte sie als genau das „adeln“.

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    • JP1957 sagt:

      @Serienfan: „Die noch immer eindrucksvoll kluge Hauptdirektive war darüber hinaus ein brillantes Story-Tool.“

      Zum Beispiel in einer meiner TNG-Lieblingsfolgen „Erster Kontakt“. Im Blick zurück bin ich beeindruckt, was dort in nur einer einzigen Folge (!) alles angesprochen wird und welche Tiefe in der Charakterzeichnung in den wenigen Minuten erreicht wird.
      Wir stoßen auf die einen Kontakt zur Föderation begeistert begrüßende Wissenschaftlerin Mirasta Yale, den traditionellen Werten verbundenen Politiker Krola, der Selbstmord begeht, um sein Volk vermeintlich zu schützen und den Kanzler von Malcor, der schließlich – aufgeklärt rational, wie es sich für TNG gehörte – entscheidet, keinen Kontakt zur Föderation herzustellen und das Warp Programm der Regierung auszusetzen.

      Der abschließende Dialog zwischen Picard und Kanzler Durken gehört zu den stärksten Charakterszenen der Serie … Patrick Stewart muss sich anstrengen, mitzuhalten.

      Und in all dieser Ernsthaftigkeit ist auch noch Platz für ein bisschen Humor, wenn Riker mit einer Malcorianerin konfrontiert wird, die einmal Sex mit einem „Alien“ haben möchte.

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