Film- und Serienkritiken

Ernsthafte Kritiken zu Film und Serie.

„Star Trek – Discovery“ – 2.08 – „Gedächtniskraft“ – Kritik

Willkommen beim Drehbuchseminar der „Fachhochschule Los Angeles“. Ihr normaler Lehrer, der Herr Kurtzman, ist heute erkrankt, da er sich in seiner Selbstliebe verheddert hat und dadurch die Kellertreppe raufgefallen ist. Somit habe ich heute das Vergnügen, diese Episode namens „Werbespruch für Tai Ginseng“ mit Ihnen zu besprechen. Und da Sie in der letzten Stunde so brav waren und nur in die dafür vorgesehen Schultüten erbrochen haben, habe ich sogar den AUTOREN der aktuellen Folge mitgebracht!

Inhalt: Michael fliegt mit Spock zu den Talosianern auf Talos IV, Tyler fliegt bei einer Prügelei in der Kantine auf die Nase und der Geheimdienst der Sternenflotte fliegt unsichtbar auf dem Rücksitz mit.

Besprechung:

Guten Tag. Meine Name ist Dan Dworkin und ich leite das heutige Drehbuchseminar – auf eine hoffentlich konstruktiv-humorvolle Weise. Zur weiteren Veranschaulichung meiner Worte verwende ich nun mein jüngstes Werk: die STD-Episode „Gedankengedöns“. Viel Spaß!


Konflikte können köcheln: Verzichten Sie auf Klischees für die ganz Kleinen! Oder wenden Sie diese zumindest so an, dass sie zielführend sind. So ist es in einer großen „Klappe halten und zuhören!“-Runde z.B. sinnvoll, dass Leland sich mit Klassenclownereien zurückhält, wenn die Chefs neuerdings Georgiou bevorzugen („Lasst die Frau reden, ich höre Ihre böse Stimme so gern!“). Denn wir alle wissen: Wenn der Admiral spricht, haben die Kuchenkrümel Pause.

Auch ist es sinnvoll, dass er danach versucht, seine Kollegin unter einem ANDEREN Pipifax-Vorwand runterzumachen, statt offen „den Affen zu machen“. Ja, in einem militärischen Kontext ist es generell klug, wenn im Zweifel erst mal begeistert „Klarrr, Sirrr!“ gerufen wird, bevor man DANN den wahren Gemütszustand mit Hilfe einer kleinen Gesichtsregung äußert (mahlender Kiefer, spontan ausfallende Gesichtsbehaarung). – So auch geschehen bei Pike und Tyler, die den Interessenskonflikt in Bezug auf die ehemalige Beziehung zu Burnham besprechen.

Alles eben erwachsen, wenn auch mit leichtem Wutbrodeln hinter der Stirn.

Zwischenfazit: Nutzen Sie die militärischen Strukturen zu ihrem Vorteil! Brechen Sie die Serienregeln nicht ständig, sondern verwenden Sie sie, um Wendungen und Gefühlsausbrüche zu lenken, zu verzögern und Magensaftausbrüche auf Seiten der Zuschauer zu verhindern. Wie in dieser Folge geschehen.


„Leute? Mal abgesehen von unseren netten Machtspielchen würde ich gerne wissen, warum wir rechts aus dem Bild rutschten?“ – Schief O‘ Brian: Tatsächlich ist dies einer der wenigen Momente, in denen sich die Kamera zu „fancy“ anfühlt. Und besonders die positive Lichtstimmung gefällt mir hier gut! Auch wenn ich nicht verstehe, warum im Weltraum(!) die ganze Zeit strahlendes Juli-Wetter durch die Fenster lacht.

Die weiteren Schreibtipps für Fortgeschrittene lauten wie folgt:

Show Schlau, don’t tell: Sie haben extrem starke Aliens und wollen dem Zuschauer zeigen, dass diese Gedanken manipulieren können? Erschrecken Sie das Publikum doch mal mit einem Schwarzen Loch, das nur eine Täuschung ist – und zeigen Sie gleichzeitig, dass Spock doch noch mehr durchschaut als nur den Tränenfilm in seinen Augen! Und statt dem Zuschauer ausufernd zu erklären, WAS jetzt im Uralt-Pilotfilm „The Cage“ passiert ist, zeigen Sie doch einfach 60er-Jahre-Ausschnitte zu Beginn der Episode – das kurbelt nebenbei die begehrten Retro-Hormone an.

Jaaa, wir wissen alle, dass es andere Schauspieler sind und das optisch nicht richtig zusammenpasst. Aber ihre Zuschauer sind ja nicht blöde und können das schon richtig einordnen. Kleiner Tipp: Gehen Sie davon aus, dass ein IQ von 100 immer der allgemeine Durchschnitt ist!

Zeigen Sie trotz aller SF-exhibitionistischen Zeigefreudigkeit aber nur stets das, was für die Geschichte relevant ist. Eben genau wie hier geschehen: Keine sinnfrei auftauchenden Gefahren (Zeitstrudel, Robotersonden, klingonischer Kirchentag), sondern Dinge, die sauber aufeinander aufbauen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

„Bitte, helfen Sie Spock! Er sieht seit seiner Kindheit rote Engel!“ – „Oh, das ist unsere Schuld. Mein Kollege hat seine manipulierenden Fähigkeiten nicht unter Kontrolle und träumt oft von Blutegeln. Von roten Egeln, um genau zu sein!“ – „Aber ein Egel ist doch kein Engel?!“ – „Nun, Burnham. Aber hier kommt jetzt Spocks Lese-/Rechtschreibschwäche ins Spiel.“


Okay, Leute. Das war es also wieder mit dem SdW („Stilmittel der Woche“). Ab jetzt wird hier ernsthaft mit des Klapos normaler Stimme gesprochen: Diese Folge war GUT! Nein, ich habe nichts getrunken! Im Gegenteil: Ich habe meine verstaubte Trek-Sympathie rausgeholt und einmal johlend um den Häuserblock getragen, bis ich pinkeln musste!

So ist diesmal deutlich zu erkennen, dass mal Drehbuchautoren ran durften, die wussten, wie man eine Story von A nach B kutschiert, ohne unnötige Ausflüge nach Kleinkleckersdorf und Explosionshausen zu unternehmen. Manche Dialoge und Momente wirkten sogar so intim (unterstrichen durch die sehr kompetente Regie!), dass ich das Gefühl hatte, echten Menschen und… äh… Klingonen/Mensch-Mixwesen zuzuschauen. Und natürlich Pilzmännern mit Doktortitel, die wiederbelebt wurden.

Aber Stopp, ich will mich wirklich nicht lustig machen! Denn wie Culber NICHT mit seinem neuen Leben klarkommt und seine Wut auf Tyler projiziert, der auch einfach nur ein kaputter Trümmerhaufen inkompetenterer Autoren ist, das wurde wunderbar feinfühlig gespielt und „dialogisiert“. Und das muss man erst mal schaffen in einer Prügelszene, die man automatisch als untrekkig bewerten möchte! Hier saß jeder Satz und jeder Moment der Verwirrung („Ich habe keine Ahnung, was das alles soll, waah!“), wobei ich mich hier als pilzgeschädigter Zuschauer fast schon gespiegelt fühlte.

Hatte man früher das Gefühl, dass die Dialoge von 14-jährigen Hauptschul-Abfacklern verbrochen wurden, darf nun anscheinend der studierte Drehbuch-August ran. Das gesamte Guckgefühl ist diesmal vollständig anders als in allen anderen DISCO-Folgen: Nichts entsteht zu sehr aus dem… Nichts. Jeder versucht konstruktiv zu sein und seine Motive zu erklären. Ja, diesmal sogar „Ich mach einfach, was man mir aufschreibt“-Tyler!

Manche Szenen sind für STD-Verhältnisse fast schon einschläfernd langsam erzählt. So streichelt Michael ein paar Sekunden eine Blume, Spock spricht mit seiner Ärztin und die Talosianer machen das, was sie am liebsten machen: Einmal nach unten nicken und es dabei belassen.

Sogar die Musik wirkt dezent zurückhaltend auf uns ein. Sie überrascht in einigen Momenten durch dezente TOS-Töne.

„Die erste Regel des Fight Club lautet: Ihr verliert kein Wort über … den romantischen Tanz am Schluss.“ – Macht doch, voq ihr wollt: Endlich wird aufgeklärt, was Culber von Tylers Versuchen hielt, ihm diese hartnäckige Nackenverspannung wegzumassieren.

Statt uns inhaltlich wieder neuen Shit vor die Birne zu klatschen, beschäftigt man sich fast nur mit altem Zeug und versucht, die fehlenden Charakterszenen der letzten 7 Folgen irgendwie unterzubringen. Dafür verzichtete man vollständig auf Tilly-Gequatsche, neue Quatsch-Technologien und übertriebene Charakter-Hochjubelung („Ich war der einzige Testpilot für’s Sporen-Beamen.“ – „Hey, ich auch!“). Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, dass die Autoren nicht laufend Superlative erfinden mussten, um zwei-drei einfache Gefühle (r)auszudrücken.

Wobei auch lobend zu erwähnen ist, dass die Talosianer zwar in Sachen Kultdesign nachgelassen haben (= Gehirn bläht sich nicht mehr auf, stattdessen tragen alle Michael Jacksons alte Nasen neu auf), aber nicht übertrieben in den Mittelpunkt geprügelt wurden. Die Gesellen blieben so weit im Hintergrund, dass sich diese Folge nicht wie eine billige Anbiederung anfühlte.

Sogar Sarus Entscheidung, sich Tyler und Culber erst mal verkloppen zu lassen, wirkte hundertfach organischer als die reingepopelte Fight-Szene zwischen Burnham und Georgiou letztens („Wir müssen es tun, der Karate Tiger hat angerufen!“). Zumal es hier am Ende fast so aussieht, als wenn sich Klingone und Hugh vor Traurigkeit fast umarmen wollten – was glücklicherweise nicht zu plump und eindeutig wird.

Alle folgen hier IHRER Agenda und nicht den Klarträumen von Kurtzman: Die Talosianer wollen einfach nur Spock helfen (und noch mal ein kliiitzekleines Bisschen alle anderen nerven/quälen. Alte Angewohnheiten und so), während Pike spürbar versucht, die Geschehnisse in „The Cage“ hinter sich zu lassen, aber dennoch Empathie für die damals zurückgelassene Frau zu zeigen. Und Stamets Verzweiflung mit seinem Mann ist fast mit Händen zu greifen („A-Aber… ich habe das Essen doch in deinem Lieblingsreplikator gekocht?!“), während Burnham ausnahmsweise wenig zu melden hat. Sie entscheidet hier quasi nur, wann sie erneut im Rückblick-Traumland der Talosianer abtauchen darf.

„Denk dran: Die Lense Flares sind nicht real. Sie sind nur talosianisches Mittel, um mehr Dramatik zu erzeugen.“ – „Äh, das heißt dann wohl, dass ich Michael und Spock zurücklassen soll?“ – „Hey, du sprichst ja fließend Lenseflare-isch?“ – Illusionistisch: Eine Vision ist jetzt genau das, was Pike braucht. Aber diese hier ist im Gegensatz zu den üblichen Pilzerscheinungen wenigstens mal Trek-Kanon.

Lässt man mal komplett außen vor, dass wir Section 31 beknackt finden, wir Spock nur … in beknackt fanden, die Talosianer nicht sooo notwendig waren und rote Engel nicht jedermanns Geschmack ist, so ist hier handwerklich alles so solide, dass man sich in den ersten 30 Minuten schon anstrengen muss, um auf der Folge rumzuhacken.

Dafür lassen die letzten 15 aber noch mal ruckartig nach. So war der Grund, warum Burnham Spock verletzt hat, so dämlich, profan und lachhaft, dass es mir beim Zuhören fast die Schuhe über die Ohren ausgezogen hat! Burnham hat ihrem Bruder also gesagt, dass der ganz doll doof ist, sie nicht mehr mit ihm spielen möchte und seine menschliche Seite sowieso ganz großes Kaka ist? – Im Ernst: DAS ist der Grund, dass die beiden nicht mehr miteinander geredet haben?! Ein gemeines Gespräch unter Kindern, das man nach wenigen Tagen wieder im richtigen Kontext sehen muss? Und ein erwachsener(!) Spock erst recht? Ich würde mich ja gerne weiter darüber aufregen, aber mir fällt gerade ein, dass ich als Achtjähriger mal meine Mutter eine „blöde Ziege“ genannt habe. Da muss ich jetzt anrufen, weil danach 32 Jahre Funkstille zwischen uns war…

Auch war das letzte Auftauchen von Vina ein bisschen zu viel des Guten. Hier hätte ich mir gewünscht, dass der diesmal sehr(!) charismatische Pike mal eine eigene Entscheidung trifft, die ihm nicht von einer weiblichen Halbillusion über die Schulter geflüstert wird.

Ebenso geht mir das Gebaren von Section 31 langsam hart auf die Eier. Wenn Pike nicht auf die Jungs hört, dann MUSS die Sternenflotte unsere Pike-Crew als Abtrünnige jagen, dauerhaft durch den Subraum beschimpfen oder 5 Kriegsschiffe auf den Hals hetzen. Dieses ständige „Ups, ich habe mich hinter dem Baum versteckt, aber vielleicht gewinnst DU ja das nächste Mal?“ wirkt so albern, als würde das FBI mit dem CIA ihren Dauerwettstreit durch U-Boot-Rennen austragen, während der US-Präsident sich nur ratlos an der Birne kratzt.

„Sie haben Ihrem Bruder gesagt, dass er ‚kalt wie ein Mond‘ sei?! Um Gottes Willen, so grausame Psychospielchen würden nicht mal WIR abziehen. Pfui Deibel! (*knatternd die Luft aus Schädel lass*)“ – Wein(en) wird besser mit dem Alter: Endlich haben sich Michael und Spock ausgesprochen. Jetzt muss nur noch geklärt werden, wer mit dem roten Playmobil-Engel hätte spielen dürfen. Äh… Sagte ich roter Playmobil-Engel…?

Auch hätte ich mir die Talosianer etwas mehr wie früüüher gewünscht. Damals hatten die wenigsten noch Wände, Türen und Kraftfelder – doch inzwischen stehen die nur noch in Höhlen rum und lassen lässig ihren Modeschmuck baumeln.

Nett wäre auch gewesen, wenn man Vulcan etwas ROT und trocken hätte aussehen lassen. Dieses kanadisch anmutende Wäldchen mag ja durchaus erklärbar sein (Anderer Kontinent als früher gezeigt? Terraforming?), wirkte aber eher irritierend.

Der neue Spock wirkte auch nur mäßig überzeugend. Ethan Peck starrt die meiste Zeit nur verwirrt in die Gegend, um ab und zu auch mal anteilslos in die Gegend zu starren (wegen der Abwechslung?). Er hebt weder die Augenbrauen, noch zu einem wirklich erwähnenswerten Dialog an. Okay: Ab und zu grinst er UND sieht weinerlich aus, was sich jedoch nicht sehr von seinem gigantischen, über Jahrzehnte gesammeltem Fachwissen abhebt (= „Ich weiß nix. Nur dass alles kaputtgeht, wenn wir weiterhin nix wissen.“)

Das große Geheimnis um Michael sieht weiterhin so aus: Sie IST der rote Engel (oder wird unter den Zuschauern immer noch gerätselt?) und muss entweder das Ende des Universums verhindern, Zeitschäden reparieren oder gleich noch ein paar Paralleluniversen auf- und wieder zuschnüren. Hier halte ich weiterhin alles für möglich, was den Machern als praktisch erscheint: Chris Pine in einer neuen Rolle als Captain Sisko, Picard trifft Captain Archer, alles sieht plötzlich aus wie bei TOS (äh, was es HIER im Rückblick ja auch schon tat!) und Burnham wird entweder vergessen, verdrängt oder in ein brauchbares Trek-Element verwandelt. Oder ist euch etwa nicht aufgefallen, dass sie eine erstaunliche Ähnlichkeit mit Fähnrich Kim besitzt?

„Guck mal, Onkel. Das hat mir der Produktionsassistent beigebracht!“ – „Oh GOTT. Es ist… es ist… das geheime Zeichen für eine KULTSERIE!“ – Melodien für Visionen: Das Ende ist ganz nett gelungen und wird auch erst wenige Sekunden nach der Vorbereitung des Tricks verraten. Eine neue Bestzeit für die Serie!

Was es mit dem Verrat von Robocop-Uschi auf sich hat, die noch immer drei rote Punkte auf der Linse sieht (zu oft in die hiesigen Lense Flares geschaut?), ist mir noch vollkommen unklar. Aber da das kaum thematisiert wird, fällt diese Ministory aus der Bewertung raus.


Fazit: Was für eine schwere Entscheidung für unsere unangepasste und dennoch faire Review-Politik…

Betrachten wir mal logisch (er hat „logisch“ gesagt!) die Fakten: Das extrem solide und fast spannende Drehbuchschreiben der beiden neuen Autoren trifft auf ein uninteressantes Rest-Universum. Ein Universum, in dem Spock 20 Jahre mit Heulkrampf unter der Bettdecke sitzt, weil Michael ihn mal ein Halbblut genannt hat.

Und dann wären da noch die fast mustergültigen subtilen Momente (Culber reibt sich z.B. am Hals, als er Tyler sieht) und schönen Charakterszenen, die am Ende leider in die verkorkste Restseriendramaturgie zurückführen müssen. Erkennbar daran, dass Georgiou uns plötzlich wieder mit ihrem bösen Blick verhexen will.

Lösen wir es so:

Die ersten 30 Minuten: 4 Sterne
Die letzten 15 Minuten: 2,5 Sterne

Das macht nach Adam – „Anteilsrechnung“ – Riese tatsächlich 3,5 Pünktchen.
Commander Wertungsgrafik? Machen Sie’s so! (*Auf Warp geh*)

ACTION
HUMOR
TIEFSINN
ALLES IN ALLEM
SPARKS MICKRIGER MEINUNGSKASTEN
Seht ihr den Mond dort stehen? Seine Gefühle sind nur halb zu sehen.
Ja, hier ist er, der Spark’sche Kasten,
ein schöner Ort um auszurasten.
Denn wenn brummt der Kopf und schmerzt das Knie,
ganz klar… es ist wieder Zeit für Discovery!

Aber irgendwie muss man all den Wahnsinn dämmen,
sonst fängt man noch an seine Augen zu kämmen.
Reimen ist daher nun mein Stil, mein Mittel,
alte Wurst im neuen Kittel.

Doch bei Disco sieht es nicht anders aus,
denn auch ein Intro von „The Cage“ ist uns bereits voraus.
TOS, so völlig unverändert,
wirkt schon recht seltsam gegen CGI, ganz bunt gerendert.

Dazu noch ein frecher Achsendreh der Kamera,
dadurch wird der Kopf erst recht nicht klar.
Die Lensflare flackert, es blitzt und kracht,
der Jay-Jay, der Abrams, sagt leise und erfreut: Was für eine Pracht!

Schnell verwickelt man sich in Storyfäden,
von Sonden, Talos IV und homosexuellen Beziehungsreden.
Böse aus der Zukunft, Geliebte in frischer Pelle,
das Drehbuch hat schon wirklich eine dicke Delle.

Doch all dies manche gern‘ vergessen,
denn vom Retro ist man schnell besessen.
Uralte Folgen mit frischer Farbe,
Planeten, Aliens und dazu die Frau mit fetter Narbe.

Im Hintergrund die Angst vor’m großen Untergang,
diese macht das Gewirr aus Plots nicht gerade schlank.
Dazu noch alte Erinnerungen, versteckte Sünden,
um das Mitwirken der Talosianer mit dem Holzhammer zu begründen.

Dazwischen noch die Spione, die jeder kennt,
denn Sektion 31 hat beim Schweigegelübte wohl gepennt.
Vor Verzweiflung ruft man schon: Es reicht, genug, bitte stop,
aber dann erscheint noch die Olle mit dem Roboterkopp.

Am Schluss noch ein Trick, eine nette Illusion,
doch der Rest, er ist der blanke Hohn.
Klar, es wirkte schön, vor allem teuer,
doch wie hoch ist für uns der Preis, die Nervensteuer?

Drum das Fazit nun: es war viel wirr und nur wenig smart,
nicht nur der Spock hatte so einen Bart.
Daher hier die Wertung, der Urteilsspruch,
denn jetzt habe ich schlicht „genuch“.

Von den Punkten, das Maximum ist derer zehn,
werdet ihr hier nur fünf Stück sehen.
Es sind etwas mehr, der Dialog war einen Deut feiner,
doch das Doof war immer noch… öh… ein ganz… äh… Gemeiner?


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Artikel

von Klapowski am 08.03.19 in Star Trek: Discovery

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Kommentare (47)

  1. Dario Cueto sagt:

    Ich schließe mich mal den Klapo an. Es war für Discoverhäktnisse wirklich gut. Und nicht langweilig! Das ist ja schon mal viel Wert!

    Aber ach, wie hässlich sah denn der Planet aus? Für was geben die eigentlich die Millionen aus? Sind Lensflares so teuer in der Anschaffung? Wenn man sich mal die Planetenpracht der Orville als Gegenstück reinzieht, dann ist das hier einfach nur… meh. Ich würde gerne wissen, was die Orville Crew aus Talos IV und Vulcan gemacht hätte!

  2. Daniel sagt:

    MC Spark ist back,
    du hast es so gewollt,
    alle andern sind nur Dreck,
    die Bitches werden reingeholt

    Dieses Review trifft den Ton
    es hebt dich ab vom Einheitsbrei.
    Entsage dich von Discoverys Hohn,
    nicht Arbeit sondern Trek macht frei.

    Diese Botschaft die ist klar:
    Tighter Flow und Enzian
    Deepe Löcher, tiefe Bässe
    und Hatern auf die Fresse

    ????

    • JP1957 sagt:

      Ich kann nur hoffen, dass uns Beiträge mit solch unterirdischem Niveau in Zukunft hier erspart bleiben.
      Und dann noch die zynische Überschrift über dem Eingang von Auschwitz hier für pubertären Mist zu verwursten … bitte aufhören damit.

  3. Team Hoffmann sagt:

    Also auch für mich die erste wirklich gelungene Disco-Folge.

    In dieser Form ein Gewinn fürs Franchise und nicht wie an anderer Stelle bereits diskutiert die nachträgliche Zerstörung der Figuren oder von Star Trek insgesamt. Hier wird der Ursprung von allem Trek „the cage“ subtil der Bauch gepinselt. Es wird sogar in bester ENT-Staffel 4 Manier nachträglich erklärt warum Spock in „the Cage“ so emotional wirkt und sogar innig lacht als er über die blauen Klangblumen streicht (nette Hommage von Burnham übrigens). Wohl schon ein Jahr zuvor aus dem emotionalen Gleichgewicht gebracht worden der gute Spock. Der rote Engel war schuld!

    Und Ehre wem Ehre gebührt zumindest die Casting-Direktoren von Disco machen einen herausragenden Job. Der Anson Mount sieht Jeffrey Hunter wie aus dem Gesicht geschnitten aus, wie der nette Rückblick am Anfang eindrucksvoll belegt. Auch die tiefe Stimme von Ethan Peck (Auf Kette rauchen ist wohl doch nützlich :) in der Originalfassung erinnert verdammt gut an Nimoy, natürlich schade das die deutsche Synchro hier wieder eher auf die Marke Milchbubi setzt. Und wäre Berman doch schon anno 2001 auf die Idee mit dem Rauschebart gekommen, vielleicht hätte dann auch Nemesis besser funktioniert. Der Film ist bei mir allein schon daran gescheitert das ich Tom Hardy, trotz Glatze und Plastiknase, zu keinem Zeitpunkt abgenommen habe er könnte mit Picard verwandt geschweige denn sein Klon sein. Wer weis mit Vollbart hätte man vielleicht auch hier besser von den physiognomischen Unterschieden ablenken können.

  4. TUB_Stephan sagt:

    Das war also die Auflösung des Zerwürfnis zwischen Bart-Spock und Schinken brennen, ähm Burn-ham. Ich schüttel immer noch mit den Kopf. Ich habe ein paar Geschwister, da haben wir uns weitaus gemeineres an den Kopf gehauen und das wegen Legosteinen.

    Abgesehen davon, das ein logisch denkender Mensch, Vulkanier, niemals dieses nichtssagende Burnham Kindheitsdrama zum Anlass nehmen würde, 30 Jahre später, da immer noch ein Fass aufzumachen.
    Naja die Logik ist auch nicht mehr, was es einmal war.

    Da sitzt Spock mit seiner abstrakten Kunst in der Gummizelle und fasselt was von Zeit und Logik, da musste ich spontan furzen, zum Glück kam nicht mehr.
    Das ist ja das schöne an Logik, Mathematik, dass muss nicht der Realität (was auch immer das ist) entsprechen, ich kann mir 25 dimensionale Mathematik ausdenken, Eigenschaften dieser 25D Raums erschließen und dann irgendwie, irgendetwas damit rumwurschteln ohne das es etwas mit der Realität zu tun hat, als Beispiel könnte man hier die String Theorie erwähnen.

    Und immer diese „Superlativen“, hey, das Engelsviech hatte ein Quantenkraftfeld, es hätte doch auch Kraftfeld gereicht. Oder wollte man uns damit sagen, dass Bart-Spock Felder quantisieren kann, bravo hast du gut gemacht.

    Der Rezeszent hat schon erwähnt, dass das All aufeinmal so hell wie eine Natriumdampflampe ist. Und warum ist alles entweder mit einem Blau, Ocker Filter unterlegt.

    Schade fand ich auch das Redesign der Talosianer. Die Originalen waren doch super, ein wenig aufgepeppt und die Sache wäre gegessen gewesen. Naja wenn man Geld hat, muss es auch für Firlefanz ausgegeben werden, damit sich so ein Redesigner einen Namen machen kann.

    Naja, abgesehen von meiner „finde die Fliege in der Suppe“ Kritik, kann ich eigentlich nur Glubschauge Burnham (Gott, ich kann die nicht ab, die ging mir schon bei The boring Dead auf den Keks, wie sie immer das offensichtliche nochmals in Worte packt,) und diesen Schmarn mit Section 31 kritisieren. WTF.
    Es wäre doch weitaus spannender gewesen, wenn man diesen Story-Arc gleich so (,wie in den alten Serien angedacht,) aufgezogen hätte, dass eben Section 31, seit Beginn der Föderation ein illegaler Geheimdienst ist.
    Einzig interessant, fand ich die Aussage zu Controll, dass das eine KI ist.
    Lustigerweiße hatte mal so ein Youtuber, Instagramer oder wie der Murks heißt, die Idee, dass sich im Föderationsnetzwerk eine KI bildete und hinter Section 31 (ENT, DS9) steckt.
    Dies wirft aber wieder Fragen auf, z.B. warum war das duplizieren von Data nicht möglich, wenn man KI schon reallisieren kann. (Mit KI, meine ich nicht diese Algorithmen, die man ewig füttern, trainieren muss.)
    Ok, TNG hat da auch ein Fass aufgemacht, als der Computer Moriarty schuf, um Data paroli bieten zu können. Der Computer hat so eine Power und kann mal im Sekundenbruchteil eine Lebensform schaffen, faszinierend.

    Nun, im ganzen fand ich die Episode doch gelungen. Keine Achterbahnfahrten mit der Kamera, keine Froschobjektive fanden Verwendung (mir jedenfalls nicht aufgefallen).
    Der Pilz-Doktor-Klon und Tyler haben mir gefallen, die werden sicher soetwas wie eine Selbsthilfegruppe für dissonantes Körpererleben gründen (,haben die keine Psychologen oder Psychiater mit den erlesenen Drogen an Bord).
    Vina hat mir auch gefallen, obwohl hier muss ich noch einmal nachhacken. Wie war das mit den aufgeklärten Menschen der Zukunft usw., ich meine hier und da hatte die Frau ein paar Haltungsschäden und mal ne fette Narbe im Gesicht und was kommt, ich bin so hässlich, ich kann nur in einer Scheinwelt leben, dass kritisiere ich an the Cage und jetzt nochmal an Disco, gibt weitaus Schlimmeres. Da hätte man was machen können, so äußerer Schein gegen den anderen Schnulli aufwiegen.
    Ich habe so das Gefühl, das die Discoverymacher es am Ende so biegen, dass Vina, wegen Gefühlskramm die Verantwortliche für Pikes Rollstuhlkarriere wird.
    Weiterhin glaube ich, die Staffel geht dann so in die Richtung, dass Controll der Bösewicht ist, in der Gegenwart die Grundsteine für die spocksche Vision der zukünftigen Apokalypse legen will, anders kann ich mir nicht erklären, warum Fun-Section 31 so fixiert auf Spock ist.

    • Klapowski sagt:

      Dass man sich am Ende mit „Control“ kloppen muss, habe ich noch gar nicht bedacht. Das wäre einerseits mal was anderes, wäre andererseits aber ziemlicher Blödsinn, wenn man bedenkt, dass die KIs bei TNG und DS9 noch immer in den Kinderschuhen steckten – von kurzen spontanen Bewusstseins-Hustanfällen (Moriaty) mal abgesehen.

      Und wirklich passen würde das in das TOS-Setting auch nicht (Man denke nur an die Folge „Computer M5“). Aber „nicht zu TOS passend“ ist ja bei Discovery eh so was wie ein Qual(itäts)-Merkmal.

      Auch wäre ich sehr enttäuscht, wenn man die Talosianer jetzt noch mal (dümmer) zeigen würde oder sie für irgendwas heranzieht, damit Pike z.B. im Rollstuhl landet. Dank Pilzen, roten Engeln und Zeitreisen haben wir jetzt schon genug Elemente, die uns die Hucke vollhexen können. Wenn jetzt noch regelmäßige Subraum-Visionen aus Eierkopp-City dazukommen, verlange ich im Gegenzug die Flutung des Maschinenraums mit einem hochwirksamen Fungizid!

    • TUB_Stephan sagt:

      Hey,
      ja die Vina Geschichte wäre blöd. Ich hatte nicht mehr auf den Plan, wann Pike verunfallt ist.

      Zum Rest, stimme ich Dir tendenziel zu, würde 100% zustimmen, falls nicht Discovery draufstehen würde :)

  5. Großer Humungus sagt:

    Guten Morgen

    Als alter IT-ler bin ich hoch erfreut, das die Sternenflotte wohl immer noch auf SQL als
    Datenbankabfragesprache setzt. Außerdem scheinen die Weltraumtintenfische, aus der noch
    weiteren Zukunft, diese auch noch drauf zu haben, weil Robocop-Uschi eine SQL-Einschleusung
    abgewehrt hat. Was haben sich die Autoren dabei gedacht?

    Aber sonst würde ich mich der Kritik anschließen.

  6. Mario D. sagt:

    Es ist schön, wenn es mal eine gute Folge gibt. Vielleicht kann man die ja als „Trilogie“ mit The Cage und dieser anderen TOS-Folge (wo The Cage noch mal verwurstet wurde) gucken und gut finden.

    Aber 2 gute Folgen (die Saru-Folge fand ich gelungen) in 2 Staffeln machen die Serie leider als Ganzes noch nicht gut. Wenn nicht ein Wunder geschieht und von nun an alle Folgen dieses „okaye“ Niveau haben (anstatt wie üblich nächste Woche wieder total absurd zu werden), bleibt es leider eine schlechte Serie, die nicht sehenswert ist.

  7. MrAnderson sagt:

    Ich kann den Grund für das Zerwürfnis zwischen Spock und MarySue recht gut nachvollziehen. Erstens war es mal klarer Rassismus aus dem Mund einer POC, was an sich schon mal mutig war, wenn man bedenkt, dass der Darsteller des farbigen Admirals in Star Trek 6 sich lange geweigert haben soll seine rassistische Rede über die Klingonen durchzuziehen. Spock hat auch in TOS in einigen Episoden deutlich gemacht, dass ihn sein Halbblut-Dasein zu schaffen macht. Hier sehen wir den Grund dafür. Er wird von den vulkanischen Kindern abgelehnt weil er nicht vulkanisch genug ist und seine eigene Schwester wirft ihm vor nur ein halber Mensch zu sein. Das sitzt! Warum ich das nachvollziehen kann? Ich habe einen älteren Halbbruder aus der ersten Ehe meiner Mutter. Wir sind nebenbei erwähnt fünf Geschwister und für mich war er genauso mein Bruder, wie die anderen auch, da gab es für mich keinen Unterschied, bis mein Bruder mir mal im Streit ins Gesicht geschrien hat ich wäre ja NUR sein Halbbruder. Damals war ich 13. Das hat tief gewirkt. Ich bin meinem Bruder von da an aus dem Weg gegangen und habe kaum ein Wort mit ihm gewechselt. Ich habe ihm das nie, nie verziehen. Auch wenn wir mittlerweile sehr sporadischen Kontakt haben, sitzt der Stachel immer noch tief und der blöde Kinderstreit ist 35 Jahre her! Ich weiß eigentlich, dass das Blödsinn ist und wohl auch nicht so gemeint war, aber wir haben nie über dieses Ereignis gesprochen und psychologische Stachel sitzen tief…

    • Cronos sagt:

      Das war läppischer Streit zwischen zwei Kindern. So was wäre in jedem Kindergarten der Welt nicht mal der Rede wert. Die haben sich ja nicht mal an den Haaren gezogen oder gehauen. Und für einen Geschwisterstreit war das auch harmlos.

      Und selbst wenn: Dann würden die Leute eben sagen: „Ja, ich kann meine Geschwister nicht leiden und wir gehen uns aus dem Weg.“ Keiner würde daraus so ein Drama machen wie in STD.

    • Klapowski sagt:

      Ich find’s ja jetzt auch nicht so dramatisch, DASS man diese Szene mal gezeigt hat. Ohne große Ankündigung wäre es ein nette Facette der Beziehung gewesen.

      Nur tat man halt 7 Folgen lang so, als hätte Burnham dem Spock den Schniepemann abgeschnitten und seinen Hamster gegessen.

      Im Nachhinein ist es nicht verständlich, warum Burnham zu Beginn der Staffel heulend vor Pike stand und unmöglich rauspressen konnte, was sie da früher Furchtbares angestellt hat. Solche Leute (mit vulkanischer Ausbildung!) sollen im galaktischen Notfall also über sich hinauswachsen und persönliche Gefühle beiseite lassen?

      „Nein, Commander, Sir! Ich kann dieses klingonische Schiff nicht angreifen, Sir! Mein Bruder hat vor 40 Jahren gesagt, dass ich GAR NICHTS auf die Reihe bekomme und wertlos bin. Ups, ich wollte eigentlich erst in 12 Monaten mit ihnen darüber reden?! Sorry, ich muss jetzt zum Psychologen.“

      Bei Sternenflotten-Offizieren sind die Maßstäbe auch deutlich höher als bei Zukunftia-Kommentatoren. Wir HIER haben ja schon per Definition nicht alle Latten am Gehirnzaun.

    • DarthDigitus sagt:

      Abgesehen davon dass es sowieso mal wieder keinen Sinn macht, was Burnham da abzieht.
      Sie will ihre Familie also vor den Menschen hassenden Logikextremisten schützen, und sucht das Weite. Soweit so schlecht. Was ist den mit Spocks Mutter, ist sie etwa kein Mensch? Spock selbst ist zumindest halb menschlich. Gibt es da Quoten bei den Logikextremisten, à la ein Mensch und ein halber OK, aber wenn es zwei plus sind wird gemordet und vertrieben?

    • DarthDigitus sagt:

      „Spock hat auch in TOS in einigen Episoden deutlich gemacht, dass ihn sein Halbblut-Dasein zu schaffen macht. Hier sehen wir den Grund dafür.“

      Sehe ich jetzt nicht als riesen Plothole das 50+ Jahre später in einer schlechten Serie aufgelöst werden musste. Ich denke jedem war schon bei TOS klar, dass es durchaus zu Problemen führen kann aus zwei extrem gegensätzlichen Kulturen zu stammen.

    • Cronos sagt:

      Das Ganze verpufft halt irgendwie. Burnhams und Spocks Geheimnis ist ein Streit unter Kindern. Spock wird irre, weil ein paar Maschinen mit Torpedos rumballern. Ohne Talosianer kann man das alles nicht auflösen. Und der rote Engel ist ein Mensch. Ja… toll…

  8. DifferenzWurzel sagt:

    Puh. Vielleicht lag es an mir, vielleicht auch daran, dass ich nur die wenigen guten Folgen der 2. Staffel gesehen habe, aber ich fand diese Folge öde. Irgendwelche Leute haben Konflikte, die mich nicht interessieren, weil mich die Leute nicht interessieren. Deshalb fand ich den hier schlecht bewerteten Teil den besseren, weil etwas Action.
    Den Streit kann ich ebenfalls gut verstehen. Manchmal ist es eine scheinbare Kleinigkeit, die eine Freundschaft/Beziehung zerbrechen lässt. Und sonst: komische Kameraperspektiven (am Anfang ist mir schlecht geworden), alles Blau, hässlicher Planet (aber coole Psionics), Retro :-) und geweisagte totale Zerstörung. Die braucht es auch, um mich hier am Ball zu halten.

  9. Serienfan sagt:

    Was ist? Wer kommt mit?

    Fliegen wir nach Kanada und knöpfen uns Kurtzman vor? Jetzt mal ernsthaft, der hat doch eine saftige Abreibung verdient.

    Und ich denke, es gibt dort so manche Mitarbeiter und Autoren, die uns dabei „gewähren lassen“!

    (Und wer jetzt sagt: Was? Was schreibt der da? Ist der wahnsinnig? Dann kann ich sagen: Der Moment der Wahrheit ist ganz nah! Diese Figuren liegen WEIT unter dem, was zu Beginn des 21. Jahrhunderts der Standard für ziviles Miteinander ist. Und genau deshalb ist das schlicht und ergreifend kein Star Trek – Zeitgeist hin, Fischauge-Kameraschwenk her.)

    Diese Folge könnte man angehenden Drehbuchschreibern empfehlen. Sie sehen hier eindrucksvoll, dass Spannung weder automatisch aus Action entsteht, noch automatisch aus irgendwelchen „Konflikten“ zwischen Figuren, ganz egal, ob diese Konflikte nun nachvollziehbar oder völlig hanebüchen sind.

    Und echtes Star Trek entsteht nicht durch Anbiederung mit Soundeffekten, schmerzvollen Rückblenden, und einem Null an Story.

    Aber zumindest wissen wir jetzt, dass es nun offiziell ist. Das ganz schlimme Verbrechen, das Michael Burnham begangen hat, war, als Kind ein Wort benutzt zu haben, das man rassistisch deuten kann. Da ist die Snowflake Spock natürlich komplett kollabiert.

    Wer hier glaubt, das wäre als Auflösung doch ein wenig zu läppisch, der sollte bedenken: Bei Disney braucht sich Burnham so schnell nicht mehr zu bewerben.

  10. Steakfan sagt:

    Die Folge war relativ gut, zumindest konnte ich sie gucken und vllt. die erste DSC Folge die ich mir evtl. ein zweites mal angucken würde.

    Nichtsdestotrotz halte ich die Beleuchtung immernoch für einen Witz!

    Stamets und der im Pilz zum Nahkämpfer mutierte Culber, nerven mich einfach nur noch.
    Wie erfrischend normal war da das gezicke von B’elana.

    Und den Konflikt zw. Burnham und Spock so aufzulösen?! Also bitte! *kopfschüttel*

    Zumindest finde ich, dass die Idee mit der KI als Endboss gar nicht so abwägig ist. Da passt dann auch diese merkwürdige Shorttrek KI Folge irgendwie ins Bild.

    Möglicherweise steht uns ein Battle zw. der Schiffs KI und Controll bevor?

    Was den roten Engel betrifft, denke ich, dass die am Ende wirklich so ein „wir verändern die Zeitlinie /Realität um alle zu retten“ Dingsmums rausholen werden um das ganze in den Kanon zu quetschen.

  11. jako sagt:

    Es ist übrigens die erste Episode, an der auch die neue Co-Showrunnerin beteiligt ist.
    Michell Paradise oder so. Vielleicht ja ein gutes Zeichen.

    Ich hätte der Folge dennoch weniger punkte gegeben… Der Spock darsteller ist nicht so geil und burny immer noch nicht tot.

    Aber ich fand den Culbert Klasse, zumindest in der Szene wo er den Stuhl umkickt. Das war einfach solides schauspiel :)

    • TUB_Stephan sagt:

      Ja, die Szene mit Culbert und Tyler fand ich auch Klasse. Nach meinem Empfinden, die einzige Szene in der bisherigen Serie in der sich Menschen, wie Menschen benahmen, also keine Comic Reliefs darboten.

      Ah jetzt verstehe ich, „Control“ und , DASS und GAR NICHT, dass sind dezente Hinweise richtiger, ähm, wie hies das Reschdchreippung. Ja ich glaube, so hieß das, oh weh.

    • jako sagt:

      Jup, deshalb gefiel mir die szene auch!

      Ach geh Disco gucken mit dein Bisschen Rechtschreibung.

  12. Serienfan sagt:

    Ich finde es ja wirklich faszinierend, dass es hier niemanden zu interessieren scheint, dass diese Episoden keinerlei Story beinhalten! Was man an dem jüngsten Disco-Erguss wieder wunderbar sah.

    Eine Mathe-Textaufgabe der vierten Klasse hat mehr Story!

    Wir fliegen nach Talos IV, Spock wird geheilt, und dann fliegen wir weg … das ist nicht nur witzlos, es ist einfach keine Story!

    Das ist wie „Häschen geht in die Apotheke, kauft Möhren und geht wieder raus.“

    Zu einer Story gehört eine Heldenreise, das Überwinden von Widerständen in Form von Gefahren und Konflikten, ein dramatischer Höhepunkt … von sowas Elitärem wie Spannungskurven oder gar sowas wie inhaltlicher Substanz will ich gar nicht erst anfangen.

    Diese Amateur-Schreiberlinge, die meist laut imdb noch nie was anderes verzapft haben, würden noch nicht einmal eine unterdurchschnittliche 0815-„Mord ist ihr Hobby“-Folge hinkriegen. Einfach deshalb, weil sie überhaupt nicht zu wissen scheinen, wann man eine Story, und wann man nur eine (dazu noch witzlose) Aneinanderreihung von Geschehnissen hat.

    Aber vielleicht braucht es das alles heute nicht mehr. Ein paar Soundeffekte aus Classic, und schon ist das „voll ganz trekkig“. Dazu noch eine hirnverbrannte Schlägerei, die das alles so wunderbar menschlich macht. Denn wer braucht schon Dialoge, wenn man die Fäuste sprechen lassen kann. Und wer braucht schon eine Story, wenn doch die Lens-Flares so fröhlich funkeln.

    • Tabularius sagt:

      Ich will nun nicht sagen das die Folge eine super Story hatte. Aber das keine Story vorhanden war kann man wirklich nicht sagen. Auch nicht das es gar keine Heldenreise gäbe.

      Es gibt einen eindeutigen Übergang in den 2. Akt (andere Welt) Und sogar einen Schwellenhüter dazu.
      (Die Illusion um das Schwarze Loch)

      Charaktere entwickeln sich weiter (Spock und Michael sprechen sich aus, Spock fängt an zu reden und wird „geheilt“. Auch Pike lernt etwas dazu. Ganz zu schweigen von Culbert)

      Es gibt Prüfungen im zweiten Akt (Michael muss sich überwinden den Talosianern ihre Geheimnisse zu offenbaren)

      Es gibt einen Schatten, der im Laufe der Handlung immer näher kommt (Section31)

      Und es gibt eine Krise, bzw Moment in der man denkt alles ist verloren. (Die Illusion auf dem Sec.31 Schiff)

      Es gibt eine Auflösung und Belohnung (Alle sind wieder zusammen auf der Disco)

      Im übrigen müsste man die Story so zusammenfassen: Michael und Spock müssen auf Talos4 UM Spocks „Leben“ zu retten ABER Section31 versucht sie davon abzuhalten.

      Für eine richtig gute Story hätte sicherlich noch eine Complication gefehlt. (z.B. die Talosianer wurden schon vorher von Section31 entführt oder bestochen)

      Ausserdem hätte die Gefahr die von Sec31 ausgeht besser definiert, und deutlicher gezeigt werden müssen.

      Ein Zeitlimit bzgl Spocks Problem hätte auch nicht geschadet um die Situation dringlicher wirken zu lassen. (Man hatte nicht wirklich das Gefühl das Michael und Spock grossartig in Gefahr waren)

      Aber nur weil die Story nicht sonderlich gut ist, heisst es nicht das sie nicht vorhanden ist.

      Und Story ist auch nicht alles. die Inszenierung war hier wirklich gut (Für disco Verhältnisse geradezu unglaublich spitze!!!)
      Gute Kamera, schöne Charaktermomente, zimlich viel „show dont tell“.

      Mit riesen Abstand die beste Folge bisher

    • Serienfan sagt:

      Spurenelemente von dem, was eine Story auszeichnet, ergeben für mich noch keine Story.

      Jedes Ziel, das Michael Burnham erreichen will, baumelt griffbereit vor ihrer Nase. Nur dass sie manchmal ein paar Sekunden zögert, zuzugreifen.

      Der Talosianer will Burnhams Erinnerungen. Die kann er sich nicht einfach ungefragt nehmen, weil, weil … ach ja, ich vergaß, Michael Burnham hat einst vulkanische Luft geatmet, das macht sie natürlich allen Vulkaniern und Menschen überlegen. Ich vergesse das dauernd.

      Aber ernsthaft: Burnham zögert kurz, willigt dann ein, will aber im Gegenzug erst einmal die Gedanken von Spock sehen, ein (übrigens recht doppel-moralischer) Wunsch, dem der Talosianer auch ohne zu zögern nachgibt.

      Das ist so, als würde man Michael Burnham beim Kirschenpflücken zusehen. Wegen einer kleinen Verletzung an der Hand fällt es ihr ein wenig schwerer, die Hand zur Kirsche zu heben. Doch sie schafft es stets nach kleinem Zögern. Unten wartet ein „Schatten“, der ebenfalls Kirschen will, der ihr aber gleich bereitwillig eine Schüssel bringt. Am Ende sehen wir die „Belohnung“, alle essen zusammen Kirschen.

      Ist das schon eine Story?

      Wer übrigens auf die Idee kommt, dass hier vielleicht die Heldenreise von Spock erzählt wird, der soll mir diese Reise bitte erklären. Die ist nämlich wirklich der Hammer!

      Spocks Heldenreise führte erst in die Gummi-Zelle einer Irrenanstalt (anstatt zu Mind-Meld-Experten auf Vulkan), bis Spock dank eines Geistesblitzes von dort ausbricht, wobei er dann doch zu Vulkan flieht, wo er sich aber niemanden mitteilen kann, bis Sarek ihn zu Section 31 bringen lässt, von wo ihn wiederum Burnham befreien muss! Spock weiß inzwischen, dass nur die Talosianer ihm helfen können (die „konventionelle“ Mind-Meld-Medizin der Vulkanier reicht nicht), was er dann aber NUR Michael Burnham vermitteln kann oder will.

      Wie praktisch, dass die hochgefährlichen Talosianer nichts anderes wollen als Burnhams Gedanken, und was für ein Glück, dass Burnham diese Gedanken gerade dabei hat. Diese Gedanken sind hochnotpeinlich, exkulpieren sie doch komplett Michael Burnham, weil sie zeigen, dass Burnham einst aus lauter Selbstlosigkeit Spock von sich stieß, um die „Logikextremisten“ (!!!) fernzuhalten, eine edle Tat, über die natürlich niemand gerne sprechen möchte. Klar, es ist immer schmerzhaft, anderen zu zeigen, wie selbstlos man ist.

      Ne, das hat keine Story. Das erzwungene Outing, aus hehren Motiven dem Adoptivbruder ein böses Wort an den Kopf geworfen zu haben, damit im Gegenleistung Spock wundersam genesen kann, das ist nur Text. Es ist keine Story. Das ist Dialy-Soap-Geschwafel, wo die Figuren im Sekundentakt ein „es ist kompliziert“ von sich geben, obwohl rein gar nichts kompliziert ist.

      Der einzige Held, der hier Hürden überwinden und Feinde abwehren muss, ist der bedauernswerte Trekker, der sich (dumm wie er ist) immer wieder auf dieses blödsinnige „Abenteuer“ einlässt. Ob am Ende dann eine „Belohnung“ wartet, erscheint mir jedenfalls im höchsten Maße fraglich.

    • Tabularius sagt:

      Wie wärs damit:

      Die kleine Burnham will ein paar Kirschen pflücken, um ihrem Bruder, der gerade im Krankenhaus liegt eine Freude zu machen.
      Nach dem sie an einem Wachhund vorbei geschlichen ist, kommt sie in den Garten des Nachbarn. Allerdings ist ihr ein Schulbully auf den Fersen. (Der hat den Bruder verprügelt, deshalb liegt er im Krankenhaus).
      Sie muss also schnell auf dem Baum, und dabei nicht vom Nachbarn bemerkt werden.
      Als der Schulbully bereits auf dem Grundstück steht, glaubt sie die Sache ist vorbei, doch dann stellt sich der Nachbar unerwartet in den Weg des Bullies um die kleine Burnham zu schützen.
      Am Ende Bringt sie den Kuchen zum Bruder und alle sind glücklich

      Story oder nicht ?

    • Team Hoffmann sagt:

      Das ist halt die Crux bei staffel-/serienübergreifenden Handlungsbögen. Das Argument der fehlenden Heldenreise wenn ich nur eine Einzelfolge betrachte geht doch insofern fehl. Ich kann doch auch nicht bei einem 15 Kapitel umfassenden Buch, Kapitel 8 herauspicken und behaupten die Charaktere durchleben keine Heldenreise wenn ich Kapitel 9— 15 noch gar nicht gelesen habe.

      Im Falle von Spock ist das hier natürlich nicht ganz richtig, da ja durch den Kanon, dem sich Disco ja momentan wieder mehr verpflichtet fühlt, bekannt ist, dass er sein Kindheitstrauma überwinden wird und am Ende unser aller emotionsloser Held / Halbvulkanier sein wird, der noch vulkanischer ist als die Priester am Mt. Seleya. Typischer Prequel Mist halt, auf den ich auch gut und gerne hätte verzichten können. Aber ohne das Ende bzw. die Reise die unser Young Spock bis dahin zu gehen hat zu kennen, hüte ich mich davor vor schnell zu urteilen.

      Natürlich steht zu befürchten das Kurtzman das Ganze am Ende wieder versaut. Ganz einfach weil er ein verdammt schlechter Executive Producer ist. Ein guter Produzent hat dafür Sorge zu tragen, dass die Einzelepisoden der verschiedenen Autoren am Ende ein stimmiges Gesamtbild ergeben und das ganze einen roten Faden hat. Und das sehe ich bei Disco, trotz 3 bis 4 ganz brauchbaren Episoden momentan überhaupt noch nicht.

      Aber vielleicht ist das auch zu viel verlangt, selbst fähigere Leute wie Ron Moore (BSG 4.Staffel) oder Ira Behr (DS9 7. Staffel) haben das eher schlecht als recht hin bekommen. Und JMS Babylon 5 zählt nicht, weil die Serie schon von Anfang bis Ende fertig konzipiert war, bevor noch der erste Schauspieler gecastet wurde. So hat Hollywood, mit dieser Ausnahme, noch nie gearbeitet und wird es wohl leider auch nicht mehr.

    • Serienfan sagt:

      @Tabularius

      Klingt jedenfalls besser als die Disco-Folge! :-)

    • Tabularius sagt:

      @TeamHoffmann

      Die Sache ist zumindest theoretisch ganz einfach. Sowohl die Arcstory muss eine „Heldenreise“ bilden, 3 Akte, Spannungsbogen etc.

      Und auch jede Einzelfolge muss eine in sich geschlossene Heldenreise enthalten (ebenfalls mit allem drum und dran)

      So währe ein Hinderniss aus der Arcstory dann wiederum in 3 Akte aufgeteilt mit Höhepunkt Tiefpunkt etc. die sich dann nur über die jeweilige Folge erstrecken.

      Ich bin mir auch sicher das es bei „guten“ Serien genau so ist, sonst würde es ja gar keinen Spass machen die einzelnen Folgen überhaupt zu schauen.

  13. Dario Cueto sagt:

    Ich glaube, mittlerweile sind wir Zeugen eines Stockholm-Syndroms im Fandom. Nach anfänglicher Ablehnung wird Mitgefühl für Kurtzi & Co. entwickelt. Immerhin hat man ja auch sooo lange auf eine Trek-Serie gewartet! Die kann doch jetzt nicht einfach so schlecht sein. Das ist wie bei den Star Citizen Backern, die da tausende von Dollar in das Spiel investierten und nun immer noch an die „Vision“ glauben.

    Da braucht man mit objektiven Kritikpunkten halt nicht mehr zu kommen, etwa das die Serie keine Geschichte erzählt, sich davor drückt Spannungsbögen aufzubauen oder nachvollziehbare Charaktere zu zeichnen. Das Handwerk spielt schlicht keine Rolle mehr. Jetzt geht es nur noch ums Gefühl, statt um Fakten.

    • Tabularius sagt:

      Ich hoffe du beziehst dich nicht auf mich.
      Ich finde nicht nur das Disco die schlechteste StarTrek Serie ist, Ich finde auch das sie einfach schlechte Unterhaltung ist.
      Vor allem über die bisherigen 2 Staffeln gerechnet.

      Man sollte aber deshalb nicht so verbohrt sein, eine gute Folge nicht auch als solche zu erkennen.

      Nicht gerade ein Meisterwerk, oder ein Actionfeuerwerk. Aber eine kompetent Umgesetzte Folge, die so auch bei DS9 oder TNG ganz gut funktioniert hätte ohne negativ aufzufallen. guter Durchschnitt quasi.

      Was aber nicht heisst das ich meine Meinung zur Serie ändere. Eine gute Folge (und meiner Meinung nach war es die einzige Folge bisher die man wirklich als „gut“ bezeichnen kann) reicht da bei weitem nicht.

      Ich hab im übrigen auch versucht ein paar Argumente zu geben warum die Story nicht ganz so abwesend ist wie behauptet. Und auf irgendwelche Gefühle hab ich mich schon gar nicht bezogen

    • Dario Cueto sagt:

      Ich meine das so ganz allgemein, gerade bezogen auf die Kommentarsektion bei den SJ. Aber auch in den sozialen Medien, usw.
      Ständig wird mittlerweile gesagt: Sooo schlecht ist es doch garnicht mehr, es gibt eine Steigerung, alle ersten ST Staffeln waren mies, bla bla bla. Aber mit keinem Wort wird erwähnt, WARUM die Disco nun ganz konkret auf handwerklicher Ebene gut sein soll. Immer noch gibt es Plotholes en masse, immer noch ist Burnham eine Mary Sue, immer noch wird versucht die schlechte CGI mit ganz viel Lensflares wegzublenden, immer noch ist der Soundtrack unmelodisch, immer noch sind die Dialoge fürchterlich geschrieben.

      Selbst The Walking Dead hat mittlerweile wieder mehr Qualität und ist unterhaltsamer als das hier. Ganz unabhängig ab Star Trek oder nicht. In Zeiten von The Americans, The Expanse, Black Mirror, und und und MUSS man doch höhere Ansprüche haben, oder?

      Ich meine, selbst eine bewusst gewollte Thrash-Serie wie Future Man nimmt seine Figuren und die Geschichte, die es erzählen will, ernster! :D

    • Serienfan sagt:

      @Tabularius

      Jeder darf die Dinge finden, wie er will. Aber ehrlich. „Ziemlich viel Show, don’t tell“ sagst Du zu einer Folge, die fast zu 99 Prozent aus „Tell“ besteht.

    • Serienfan sagt:

      @Dario Cueto

      Vielleicht ein Beispiel für die Tendenz der Menschen zur Muster-Erkennung? Wenn man lange genug auf Wolken starrt, glaubt man dort ja auch plötzlich Formen zu sehen.

      Vielleicht ist das ein großes Experiment? Wer lange genug Lichtblitze sieht, schwankende Kameras erträgt und Dialoge hört, die trotz der englischen Sprache nicht weit weg sind vom Klingonen-Gebrabbel, erkennt darin vielleicht irgendwann sowas wie Story, planvolle Inszenierung, eine nicht vom Zufall bestimmte Kameraführung, Charaktere mit definierbaren Eigenschaften, Menschliches …

      Dies könnte ein groß angelegter Rorschachtest für Trekker sein. Blöd nur, dass es mir dabei ergeht wie Gordon Malloy!

  14. Schildkröt sagt:

    STD ist jetzt „gut“, nur weil man 10 Minuten dieser Folge sehen kann ohne Augenkrebs zu bekommen?

    Es gibt zwar viel, aber immer noch keine akzeptable Handlung – nichts was einen ansatzweise stimuliert mal eine Sekunde über ein Thema nachzudenken – außer wie schlecht STD ist. Was könnte denn auch der großartige Inhalt dieser Folge oder des durchdachten Gesamtkunstwerks der Staffel aus der die Folge nicht herausgerissen werden darf sein?

    Burnhams Kampf gegen die Logikextremisten und Spocks lächerliches Kindheitstrauma?
    (Das findet doch wirklich niemand tiefgreifend oder auch nur ansatzweise interessant.)

    Der rote Zeitreiseerzengel Michael derentwegen Spock seine Logik aufgeben muss?
    (Was bitte macht Zeitreisen so grundlegend inkompatibel mit dem Konzept der Logik? Es war ja vom Anfang der Staffel an klar, dass STD hier eine Glauben-Logik-Dichotomie thematisieren wollte, nur bisher nichts Intelligentes dazu zustande gebracht hat.)

    Die lächerlichen Klischeebösewichter von Section 31, die nun ganz offiziell von Admiralen geführt werden und Befehle an Sternenflottenschiffe geben können?
    (Was alles mit Füßen tritt wofür Star Trek vor langer Zeit einst einstand.)

    Männer, die wenn sie ein Problem miteinander haben sich mal so richtig auf die Fresse hauen sollen, dann geht das schon wieder?

    Vielleicht der Roboter – über den ich rein gar nicht weiß – und der von einem Computervirus befallen ist?

    Mit sehr viel gutem Willen könnte man nur Culberts Schwierigkeiten mit der Wiederauferstehung von den Toten als ansatzweise interessant bezeichnen. Das Problem dabei ist, dass diese ganze Geschichte aber auf bescheuerten Prämissen wie dem Pilznetzwerk und Ash Taylor basiert – und auch nicht sonderlich innovativ ist, das hat ja selbst „Buffy the Vampire Slayer“ schon hinbekommen. (Btw ich möchte Buffy nicht beleidigen und ernsthaft mit STD vergleichen.)

    Das muss man also erst einmal schaffen, so viele „Handlungsstränge“ aufzumachen und jeden einzelnen zu versauen. Oder hat dieser ADHS-Mix System um davon abzulenken wie schlecht jede einzelne Handlung geschrieben ist?

    Alles wovon STD lebt sind die Namen „Star Trek“, „Enterprise“, „Spock“, „Pike“ und auch ganz konkret in dieser Folge basieren die einzig anschaubaren Momente auf in TOS aufgebauten Beziehungen zwischen den Charakteren Pike, Vina und den Talosianern. STD produziert hier keinen Inhalt, sondern referenziert ihn nur. Aber ok, tatsächlich interessiert mich das mehr als „Burnham liebt Taylor“ und „Spock weint wegen Burnham“, also daher vielleicht wirklich die „beste“ STD-Folge bisher.

    • Serienfan sagt:

      Hier eine Video-Analyse von dem extrem sympathischen Marc Scott Zicree, Drehbuchautor diverser Serien und Autor des grandiosen Sachbuchs „The Twilight Zone Companion“.

      Marc Zicree erläutert aus der Sicht eines erfahrenen Drehbuchautors wunderbar die Faszination, die einst von „The Cage“ ausging, und stellt dem die (meiner Meinung nach für „Discovery“ symptomatischen) Schwächen von „If Memory Serves“ gegenüber.

      https://youtu.be/1Ct8YGmhpLc

  15. Serienfan sagt:

    Man stelle sich vor, Michael Burnham fliegt nach Z’ha’dum, würde dort mit Justin Tee trinken, ihm ein paar Erinnerungen zeigen und dann mit allem, was sie erreichen wollte, wieder abziehen.

    Dann wäre diese Folge doch „echt gutes Babylon 5“, oder?

    Der Besuch auf Talos IV ist die witzloseste Fan-Anbiederung, die ich je in meinem Leben sah. Wenn das ein aufregendes Abenteuer gewesen sein soll, dann möchte ich einen glatt laufenden Routine-Auftrag sehen.

    Die Episode ist aber auch eine kreative Bankrott-Erklärung. Alles, was zu den Talosianern zu sagen war, wurde bereits in „The Cage“ bzw. dem Classic-Zweiteiler gesagt. Und den Autoren fiel nichts, aber auch wirklich rein GAR NICHTS Neues zu diesen Aliens ein.

    Stattdessen wurde man die ganze Folge über in langen Erklär-Dialogen zugeschwafelt. Alles, was wir hier über die Talosianer erfuhren, wussten wir längst. Zu bedauern ist jene neue Generation, die „The Cage“ nicht kennt. Statt einer spannenden, atmosphärischen Geschichte erhalten diese Disco-Trekker nun alle Infos über die Talosianer vorgebetet. Man hätte ihnen auch einen Wikipedia-Eintrag vorlesen können.

    Und dann gab es die „Auflösung“ über das, was Spock getan hat, und über das, was Michael Burnham getan hat. Und ich weiß nicht, was witzloser war: Die Auflösung selbst, oder die Art der Auflösung.

    Aber das war das Problem der GESAMTEN Staffel.

    Es wird immer gesagt, es ginge in der Staffel um die Suche nach Spock und um den Roten Engel. Stattdessen aber gab es immer nur Personen, die an Bord kamen, und die neue (belanglose) Info-Schnipsel über Spock mitteilten. Mit dem Erzählen einer Geschichte hat das nichts zu tun. Denn auch über den Roten Engel erfolgte Folge für Folge nur immer wieder die (bislang wenig nachvollziehbare) Behauptung, dieser sei gefährlich, geheimnisvoll, mysteriös oder was auch immer. Es wird mitgeteilt, nicht dargestellt.

    Wer „The Cage“ mit „If Memory Serves“ vergleicht, und wer dann noch behauptet, diese „Discovery“-Folge sei gutes „Star Trek“, der kann schlicht und ergreifend nicht mehr als mit meinem absoluten Unverständnis rechnen.

    Hier wurde „The Cage“ in einer Weise aufgewärmt, wie ich sie mir NOCH unkreativer nicht vorstellen kann, und das nur, damit die „Erinnerung dienen“ möge.

    Die Folge war optisch so fad wie inhaltlich. Melissa George war ideal gecastet. Ihr fehlte die Ausstrahlung einer Susan Oliver ebenso wie diese Episode es nicht schaffte, die Aura des Geheimnisvollen, des tatsächlich Gefährlichen, des geradezu Surrealen zu erzeugen, wie es einst die Classic-Serie mit wenig Mitteln, aber mit enorm kreativen Ideen geschafft hat.

    • JP1957 sagt:

      Da ich bei DIscovery schon ausgestiegen bin, kann ich deine Argumente nicht beurteilen … die Herangehensweise und die genannten Kriterien fand ich aber interessant.
      Würde total gerne eine solche Kritik zur „Tribbles“ Folge in DS9 lesen.

      War von der Folge hingerissen und würde gern überprüfen, ob ich auch da Opfer einer Fan Anbiederung geworden bin.

      Zumindest zum Aussehen der Klingonen hatte die DS9 Folge ja etwas Neues beizutragen.

    • Team Hoffmann sagt:

      Bei aller berechtigter Kritik, finde ich Disco zumindest seit Beginn der 2.Staffel visuell ganz ansprechend.

      Die wissenschaftlich korrekte Umsetzung des schwarzen Lochs war wirklich gelungen und braucht sich auch nicht vor Gargantua aus Interstellar zu verstecken.

      Das Talos IV aufgrund eines Atomkrieges über eine unwirtliche Landschaft verfügt und die Talosianer deshalb unter die Oberfläche geflohen sind, ist schon allen klar, oder?

      Das nun wenn sich die Disco im Orbit eines Planeten oder unter Warp in einem Sonnensystem befindet, endlich auch mal die Sonne zu sehen ist, halte ich nicht nur für einen optischen Gewinn, sondern bringt auch noch eine Portion Realismus ins Spiel.

      Oder hat sich noch niemand gefragt, warum in den rund 600 Star Trek Folgen zuvor auf den unzähligen besuchten Klasse M Planeten überhaupt Leben möglich und es dort nicht stockfinster war. Vom Orbit aus glänzte die Sonne regelmäßig mit Anwesenheit.

      Und ich kann mich auch nicht daran erinnern, das sich jemand anno 1994 bei Generations darüber beschwert hat, als plötzlich auf unser heißgeliebten Enterprise die Lichter ausgingen, man dafür aber bewundern konnte wie die Sonnenstrahlen von Amargosa Picards Tränen, ob seines persönlichen Verlusts, trockneten.

      Sicherlich die Lens Flares sind einfach nur störend, nicht nur das man teilweise nichts mehr erkennen kann, wird man auch noch als Zuschauer ständig daran erinnert das hier eine TV Show mit Kamera gefilmt wird.

    • Serienfan sagt:

      @JP1957

      Also bitte, da muss man doch nix erklären! :-)

      „Trials and Tribble-ation“ ist ja geradezu die Anti-These von „Discovery“. Denn die Botschaft von „Trials and Tribble-ation“ war: Star Trek ist zeitlos. Die Classic-Serie ist zeitlos. Da muss gar nichts modernisiert oder dem Zeitgeist angepasst werden.

      „Trials and Tribble-ation“ ist ein Füllhorn an Easter-Eggs und eine echte, authentische Liebeserklärung an die Classic-Serie, die mit damals völlig innovativen Techniken („Forrest Gump-Technik“) umgesetzt wurde. Es gibt lange Beiträge, welche die enorme Detailverliebtheit zeigen, die in Sachen Nachbauten von Kulissen und Modellen, Vertragsverhandlungen und der Beleuchtung der Szenen vorgenommen werden mussten, damit die neuen Szenen komplett mit den früheren verschmelzen konnten.

      Bei der aktuellen STD-Folge habe ich den Eindruck, die Macher wussten noch nicht einmal, dass in „The Cage“ alle Talosianer von Frauen gespielt und danach von Männern synchronisiert wurden. Die Macher von STD hat das wahrscheinlich auch überhaupt nicht interessiert.

      Das Drehbuch von „Trials and Tribble-ation“ sprühte vor genialen Einfällen und geistreichem Wortwitz. Allein die Szene, als sich Bashir über die Uniformfarben wundert und O’Brien ihn fragt, ob er denn nichts über diese Geschichtsepoche wisse. Bashirs Antwort: „I’m a doctor, not a historian.“ Sisko: „In the old days, operations officers wore red, command officers wore gold.“ Und dann sagt Dax mit dem Mini-Rock: „And women wore less.“

      „Trials and Tribble-ation“ erzählt eine spannende Geschichte, die sogar in eine ebenso spannende (und ebenso witzige) Rahmenhandlung eingebettet ist.

      Die STD-Folge tut das nicht. Wie es in dem Video von Marc Scott Zicree, das ich in einem anderen Kommentar verlinkt habe, so treffend heißt: „It’s the difference between dramatizing something and just talking about it.“

    • JP1957 sagt:

      Danke an Serienfan für den Rückblick.

  16. Grinch1969 sagt:

    Ich weiß echt nicht wie ihr es noch ertragen könnt euch solchen Mist anzusehen. Meinen Respekt dafür.

    • Serienfan sagt:

      Naja, „Respekt“. Ich komme mir ja eher vor wie ein geprügelter und getretener Hund, der doch immer wieder zum Herrchen dackelt.

      Jedesmal sage ich mir nach einer Folge: Das war aber wirklich dass letzte Mal, dass ich mir diesen Sch…

      Dummerweise war ich halt doch neugierig, was sie aus dem Wiedersehen mit Talos IV gemacht haben.

      Die Antwort: Nix. Wirklich rein gar nix.

      Was für STD wirklich ein Fortschritt ist. Normalerweise ruinieren sie dort Dinge.

      Es bleibt dennoch, was es ist. Gehaltloser Fan-Service von Leuten, die rein gar nichts mit Star Trek anfangen können.

  17. Dario Cueto sagt:

    Ich warte auf Serienfans wöchentliche Satire!!!!1ElfDrölf!

  18. Bolleraner sagt:

    Da gibt’s kaum was zu meckern. Das war guter Trek. Selbst die übermäßig eingesetzten Lens-Flares wirkten wie ein selbstironisches Stilmittel.

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