Film- und Serienkritiken

Der Latinum-Standard des Star Trek Universums

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Wer Sturm säht, wird Wind sehen.

Freitag ist Star-Trek-Tag. – Von wegen! Seit ENTERPRISE in Deutschland läuft, kann ich Freitag Abend endlich wieder mit gutem Gewissen „9 Live“ verfolgen. Hatten die exklusiven Vorabpremieren der englischen Folgen (danke, Paramount!) immerhin noch den Flair von Abenteuer und grenzenloser Prärie, so verkommt das Ganze zwischen Rügenwalder Tee- und Deutschländer Knackwurst zur Nullnummer…

… – Zumindest für mich persönlich.

Als vor 2 Jahren erstmals das neue Vorzeigeschiffchen in „Seh“ stach, hätte ich niemals erwartet, dass ich im Sommer 2003 statt deutscher Translation lieber meiner eigenen Transpiration lauschen würde…

Dabei habe ich es anfangs wirklich versucht! Mit Bierdosen im Pfandwert von 4,25 € stimmte ich mich auf deutsche Hausmannskotz… KOST ein, schimpfte vorsorglich über „Beckenbauer & Bohlen“, um die sonst übliche „Berman & Braga“-Schelte etwas germanischer wirken zu lassen und sauste mit einem überlebenskleinen Voyager-Modell durch das Wohnzimmer, dabei fleißig Luft aus meinen Lungen pressend.

Derartig eingestimmt und -gezischt, setzte ich mich bevorzugt vor ENTERPRISE-Folgen (Ja, NOCH schreibe ich dich groß, du trübe Tasse!), die damals von mir eine Zwei Plus mit Sternchen kassiert hatten… Doch aus dem Sternchen war zwischenzeitlich wohl ein schwarzes Loch geworden. Und die „Zwei“ war auch schon mal weniger brüchig gewesen. Das geht nun schon fast in Richtung „entzwei“!

Teilweise fragte ich mich, was mich zu den wohlwollenden Reviews zur ersten Staffel getrieben hatte. Sollte es das Ölportrait des damaligen Chefredakteurs (G.G. Hoffmann – der Unvergessene unter den Vergessenen) gewesen sein, das damals noch streng im Fahrstuhl auf mich herniederblickte?? – In der Nachschau sind damalige Bewertungssätze wie „Erfrischend übersichtliche Story!“ und „Weniger ist mehr!“ wohl nur durch das sanfte Ansteigen des Voyager-Niveaus erklärbar… Nicht nur bei irdischen Grünen Männchen zeigen eben schon Abweichungen im Promillebereich oft verblüffende Resultate!

Im Nachhinein ist aus „Weniger ist mehr!“ nur noch eine (auch physikalisch) fragwürdige These geworden, die höchstens an Abfüllstationen diverser Cornflakeshersteller verteidigt wird. Zumal man erst in seiner Muttersprache kapiert, dass man damals tatsächlich die gesamte Story kapiert hatte. Etwas, was mir bei Ami-Geschichten seit dem ersten Jahr Schulenglisch („Timmy is ill. Timmy stays at home.“) nicht mehr untergekommen ist!

– Trotzdem hatte man aus eigener Unsicherheit teilweise MEHR hineininterpretiert, was für mich auch endlich das ständige Rätsel löst, warum englische Originale angeblich stets besser sein sollen: Als Deutscher glaubte ich nämlich, in der Originalversion grandiose Insider-Schmankerl gefunden zu haben, weil in Mayweathers Alphabetisierungskurs beispielsweise von Freund „Q“ gesprochen wurde… In der deutschen Version lösten sich vermeintliche Wortspiele („Damn! Shot it!“ = „Zieh die verdammten Schuhe aus!“) gelegentlich in Wohl-, viel häufiger jedoch im blanken Missgefallen auf…

Und von wegen „Erfrischend übersichtliche Story“! – Was war das denn damals für ein hanebüchenes Lob von meiner Seite?? Klingt ja fast wie eine Scheckbuch-Lobeshymne in „Computer BILD Spiele“ oder aus der kostenlose Kino“zeitschrift“ (eher: Litfasssäule für unterwegs) der Cinemaxx-Kette!

Genau so gut könnte ich ein Hühnerbrüstchen mit „Erfrischend übersichtliches Dekolltee!“ zum Rendezvous begrüßen!

Zu weit aus dem Fenster gelehnt: Klapowski bei der Lobhudelei in Sachen Star Trek!

„Lautloser Feind“ und „Allein“ waren dramaturgisch so vielschichtig wie ein Stapel frisches Briefpapier: Viele mögliche Seiten, aber alle leer. Und wenn Storys und Charaktere oft mit Zwiebeln verglichen werden, so muss Enterprise beim Zerteilen eher wie eine Pommeskartoffel wirken…

Nachdem ich nun bemerkt habe, dass die Autoren mit wandelnden 360(!)Grad-Wendungen wie dem „Temporalen Krieg“ auf nichts Bestimmtes hinaus wollten – von der Quotenleiter vielleicht mal abgesehen – verloren auch einst interessante Folgen wie „Der kalte Krieg“ (1.13) ihrer Reiz in meinen Augen. Statt von einer knallhart festgelegten Daseinsberechtung muss ich heute von einem unschlüssigen hier, her und dort ausgehen…

Und die Charakter haben sich im Staffelrückblick auch nicht großartig mit Ruhm bekleckert. Wenn ich Entwicklung sehen möchte, gehe ich da lieber in den Fotoladen, als mir Freitagabend die amerikanische Science-Fiction-Version von „Star Search“ in Augen und Ohren träufeln zu lassen. Mit Werbung im Schunkeltakt der trekhistorischen Fehlerchen…

Und neuerdings auch am Samstagabend zur Hammerzeit um 19:15 Uhr!

Kein Wunder, dass die Temperaturen seit letzter Woche stetig gestiegen sind!

Immerhin wird hier eine ganze Serie verheizt.

Nicht, dass mich das etwas jucken würde, aber ich kratze einfach zu gerne…

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Artikel

von Klapowski am 08.08.03 in Star Trek

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Kommentare (11)

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  1. Gast sagt:

    soll ich oder soll ich nicht?
    na gut!
    erster!!!

    dani

  2. Gast sagt:

    zweiter,
    ich kann Herrn Klapowski hier voll und ganz anschließen:
    Wer auch immer für die lokalisierung (so heißt das angeblich seit neuestem) verantwortlich war gehört mehr als viergeteilt und durch den Aktenvernichter gedreht.
    Zwar war an einigen der meist story- und/oder sinnlosen Folgen nicht mehr viel zu retten, aber was da Freitags in deutsche Wohnzimmer gesendet fällt bei mir schon seit einiger Zeit unter Körperverletzung.
    MfG
    Lenkers

  3. Gast sagt:

    da fehlt en "mich"
    aber passt schon
    Lenk

  4. Klapowski sagt:

    Nein, nein, nein… Das meinte ich gar nicht!

    Die Lokalisierung ist wie immer hervorragend! Die Aussprache klar und deutlich, kein unpassendes Sächseln, hustende Großväter oder frisch Stimmbandoperierte…

    Das ewige Genörgel an der Lokalisierung ist mir ein Rätsel (wieso MUSS die deutsche Stimme dem amerikanischen Vorbild ähnlich sein, wenn`s auch anderweitig sehr gut passt?), zumal gerade wir Deutschen uns im Vergleich zu anderen Berufsverhunzern doch SEHR viel Mühe geben.

    Für mich zählt nur die GEFÜHLTE Lokalisierung. Noch weniger Story. Noch lahmarschigere Szenen. Noch mehr Langeweile.

    Warum? Darum. Keine Ahnung.

  5. Gast sagt:

    Du hast es vor 2 Jahren schon geschafft Pfanddosen und dann auch noch im Wert von genau 4,25 € (= 8,31 DM) zu bekommen!? Unglaublich! Ein wahrer Prophet! Klapowski, unser Gott! ;-)

    hdEATH

  6. Klapowski sagt:

    Nein, die deutschen Folgen habe ich tatsächlich NICHT vor 2 Jahren zu sehen versucht, sondern kürzlich.

    Und dann auch nur kurz.

    Aber gut, dass ihr immer so fleißig nach (nicht immer vorhandenen) Fehlern sucht. Das stärkt immer dieses solidarisches Gefühl zu meinen Freunden…

    – Noch ein Bier, Rick? Oder Brannon vielleicht?

  7. Gast sagt:

    @Klapowski um 0:33

    doch doch, wir meinen das selbe… gleiche… also ich meine das du meinst, das ich… DOAH!
    Die Qualität der "lokalisierung" ist im vergleich zu manch anderen Sendungen recht gut.
    Nur, wie du schon sagst, irgentwie is jetzt nochmehr die Luft raus.

    MfG
    Lenkers
    achja, repariert mal das man sich nach der anmeldung auch hier dings, login teil da, kann :)

  8. Gast sagt:

    Ja, muss man schon sagen, allzuschlecht ist die Arbeit der "Lokalisatoren" nicht. Da siehts bei Futurama und den Simpsons WEIT düsterer aus…..
    Wenigstens hat Bakula seine Stimme aus Quantum Leap wiederbekommen (auch wenn sie mir tatsächlich für ihn als KAPITÄN nicht hunderprozentig passend erscheint.)

    Tja, die Sendezeit…. da muss man einfach lachen. Die Zielgruppe sind Jugendliche, aber welche Jugendlichen sind denn Samstag abends zuhause????? Na klar, höchstens die hier öfters beschriebenen Durchschnitts-Trekkies……. die aber DIESE Serie nicht sonderlich interessiert…. dieser Programmplatz ist ein Griff ins Klo!

    Die Amis machens aber nicht besser, wenn auch nicht gerade bei ENT. Ich rede hier von z.B. Odyssey 5. Mystery/SciFi vom Feinsten, gute Storys, fesselnd und IMMER dem roten Faden entlang. ABGESETZT. Weil nach EINER HALBEN Staffel die Einschaltquoten noch nicht so waren…. dank recht üblen Sendeplatz. Die restlichen Folgen der ersten und einzigen Staffel wurden dann nachts um 2 Uhr gezeigt…… dabei war die echt Spitze.

    MaG
    FrakesJoe

  9. Gast sagt:

    Würde mich freuen wenn's in Deutschland genauso gehandhabt würde wie bei unseren grassrauchenden Nachbarn. Alles O-Ton, nur mit Untertiteln.

  10. Gast sagt:

    Abgesehen davon das es auch ne Menge gute Lokalisierungen gibt, haben bestimmte Zielgruppen wohl kaum Lust (n paar wohl auch nicht die Fähigkeit und ich meine DAMIT nicht die Teletubbie Zielgruppe) während des Fernsehens zu lesen, deshalb kannste dich da lange drauf freuen ;)
    Bei den Kiffern wird das wohl teilweise auch eher aus Geldgründe gemacht.

  11. Gast sagt:

    Also ich als fast 9zehnjähriger-nie Samtagsweggehender Jugendlicher mochte die Sendezeit um 19:15 Uhr. Schade das das nicht länger so ging. Hype.

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