„Star Trek – Strange New Worlds“ – 4.01 – „Valles Marineris“

Nach der Serienpause ist vor der Serienpause… Dieser Umstand hält uns aufrecht und leistungsfähig. Ja, die nächste Staffel der streng riechenden Welten beginnt erneut. Und was soll ich sagen? Nach einem Timing-technisch seltsamen Einstieg präsentiert diese Folge ein paar SF-Ideen, die sich halbwegs gewaschen haben! Daher von meiner Seite die seltene Warnung: Hier wird es zu Spoilern kommen. Für einige Zuschauer lohnt es sich eventuell, hier noch NICHT weiterzulesen. Wer allerdings keine Angst vor längst überfälligen Standard-Erzählkniffen hat, darf weiterblättern.
Doch zuvor das übliche Grußwort zum Wiederauftauchen unserer Redaktion: Ja, langsam macht es keinen Spaß mehr, auf eine Trek-Leiche einzuhauen, die bereits vor fünf Jahren eingeäschert, vor vier Jahre auf den Feldern verstreut und vor einem Jahr mit einem Supermarktparkplatz überbaut wurde… Also das, was ich jedes Jahr schreibe. Nur mit stets wirreren Metaphern.
Dennoch: Wir sind uns unserer Pflicht bewusst. Denn wie steht es schon in der Bibel? „Der Mensch lebt nicht von Brot – und industriell gekauften Jubelreviews – allein.“
Und vielleicht gelingt den Machern dieses Mal der große Worf… Wurf? Und ja, sobald 2-3 mittelprächtige Episoden pro Staffel abfallen, würde ich diesen Wurf herbeiplappern wollen.
Die erste Staffel-Episode war dafür oft sogar gut geeignet: Hier steckt der Kurtzman oft noch den Rest seines Sparschwein-Inhalts hinein (drei Haarknäuel und zwei tote Motten), was häufig in Szenen mündet, die:
– immerhin hell und freundlich sind
– einige vernünftige Außenaufnahmen statt 3D-Overkill bieten (Spoiler: Passiert hier NICHT)
– in den Dialogsequenzen auch mal Sinn ergeben (die 20€ für’s Querlesen durch eine studentische Hilfskraft schlagen zu Season-Beginn noch voll durch?)
– und die generell davon zehren, dass man selbst schon wieder vergessen hat, wie schrecklich das letzte Staffelfinale war.
In dieser Folge fügte man sogar animalische Echsen hinzu (nein, nicht die Gorn), eine Zeitreise, planetarische Schicksale und untergehende Zivilisationen.
„Versteht ihr, Leute? Star Trek. Wagentrek im Weltraum. Damalige Intention von Gene Roddenberry. Westernvergleich.“ – „Können Sie bitte leiser Fan-Servicen, Captain? Wir wollen den Wind und unberührte Natur des Greenscreens riechen.“ – Total Pferd-kehrt: Zu lange sollte man sich Bilder wie diese nicht anschauen. Die quasi frei schwebenden Steingebilde im Hintergrund danken dafür…
Doch alleine der Beginn reißt das Tempo schnell wieder mit dem geparkten Pferdehintern ein:
Sah man unsere Helden eben noch durch die (arg künstliche) Alienwelt-Prärie reiten, schmeißt sich La’an auf dem Schiff erst mal geschmeidig an Mister Spock heran („Naaa, wer ist mein schaaaarfer Vulkanier? Killekille!“). Und Pike spielt wieder mal den obercoolen Macherchef, den wir alle vom Job kennen…
Er legt cool den Sattel – oder Porsche-Schlüssel – beiseite, tut so, als hätte ER mehrmals täglich den Tag gerettet, bevor ihm das Jobangebot seines Lebens unterbreitet wird. Als Lohn für’s Gruppengendern ohne Anfassen.
(Wäre es nicht besser gewesen, ihn VOR der angebotenem Promotion bei irgendwas Konkretem zu zeigen? Diplomatische Mission statt Marlboro-Remember-Shot ohne künstlerische Einbindung?)
Ein weiterer Downer war dann Uhuras Versuch, mit einer Vulkanierin anzubändeln. Die Szene an sich wäre sogar okay gewesen (auf DS9 waren die Spitzohren oft auch arrogant), aber das ständige Umherblicken von Uhura zu Ortega und Spock zerstörte den Flow. Nur echt mit aufgerissenen Augen, mimischen „What the Fuck?!“-Äquivalenten und generell ganz viel körpersprachlichem Gehampel von Uhura. So als wenn die „Starfleet Academy“ eine lebenslange Geisteshaltung statt einer akademischen Vorbereitung wäre.
Förmlich unerträglich – und ebenfalls gesichtshamplerisch – war dann Ingenieurin Pelia. Die habe diesen Nebel, den man nun erforschen will, „vielleicht mal aus einer Telefonzelle“ gesehen. Natürlich lässt man das danach noch ein paar Sekunden wirken, damit der Zuschauer mittels Handy bei seinem Brudi fragen kann, ob das eine coole oder obercoole Doctor-Who-Anspielung war. Und vor allem: Die wievielte in dieser Serie?!
Beim Flug in den Feuersturm kommt erstmals so etwas wie Stimmung anstatt Stammelung auf. Ein bisschen traurig war ich aber, als diese Szene offensichtlich(!) in irgendwas mündete, was die „Realität“ verändert. Mitsamt seltsam analogem „Ausschalt-Effekt“, anderen Farben auf dem Schiff, komischen Schnitten und gehetzter Weitererzählung. („Wir sind jetzt woanders. Neuen Planeten anfliegen, da Enterprise beschädigt, brauchen Iridium. Schiffs-Außenansicht ist plötzlich gestrichen.“)
Warum hier eine derartige Hektik an den Tag gelegt wird, obwohl später einige Längen auftreten, versteht wohl nur noch Sankt Striemo, der Schutzheilige aller Streamingdienste…
Hier zeigt sich erneut, wie „mies“ die Serie auch in den „superguten“ Folgen ist. Hatte man früher einen nahezu perfekten Schnitt/Flow für 45 Minuten, erzählt man heute alles gleichzeitig, oft verkürzt und dann wieder gestreckt. Man weiß nie, ob sich die Macher ihrer eigenen (Minimal-)Struktur bewusst sind – oder absichtlich gegen diese arbeiten. Fast könnte man alle 10 Minuten erneut den Vorspann abspielen („Oh, neue Handlung? Na, passt schon.“) oder uns durch die Figuren einfach was ERZÄHLEN, was wir gar nicht gesehen haben.
Was ja oft genug auch getan wird…
Dass man diesmal erst nach über 15(!) Minuten den Vorspann bringt, spricht Bände. Strukturell wäre es besser gewesen, den Admiral ein sehr beeindruckendes Bild des neuen Missionsziels zu zeigen („Ihnen wird vor Staunen die Suppe aus dem Gesicht fallen, das – verspreche – ich – Ihnen!“), woraufhin es vorspannig „Losdudelt“.
Das wäre dann schon Minute 5 gewesen.
Eigentlich wollte ich noch über Pelia meckern (wenn sie was „erklärt“, klingt das wie das Gejammer einer Sekretärin, die ihrem Chef bestätigt, wie schlecht es der Firma geht), aber später hält sie ja meist die Klappe.
Und die Enthüllung der grundsätzlichen Geschichte (immerhin „schon“ nach 22 Minuten) stimmte mich grundsätzlich gnädiger.
Spoiler:
Man ist 65 Millionen Jahre in der fernen Vergangenheit gelandet. Der Mars ist (noch) besiedelt und bewässert & führt Krieg gegen Echsenartige. Die Erde wird hingegen von Dinos bevölkert. Und ja, DAS sind die SF-Geschichten, auf die ich Bock habe! Und das sage ich als jemand, der Voyagers „Dinos bauten auf der Erde Warpschiffe“-Episode „Herkunft aus der Ferne“ damals schrecklich fand.
Dieser Kniff hier ist mal etwas, was wissenschaftlich denkbar wäre, inhaltlich frisch ist und alles (etwas) auf den Kopf stellt, ohne die Trek-Historie komplett zu zerstören.
„Wir wissen nicht, wo sie herkommen, aber wir würden gerne ihre Waffen sehen.“ – „Na klar, Lady. Unsere Waffe ist unsere Einigkeit, stimmt’s, Leute?“ – „Äh. Das sehe ich anders, Captain.“ – Ph(r)asenverschoben: Diese Besucher kommen einfach durch die Wand reinspaziert. Ein schöner Kniff, um zu zeigen: Diese Wesen sind mächtig, legen aber keinen Wert auf Fußmatten oder Putzordnung im Hausflur.
Sobald man weiß, wo und wann man sich befindet, gibt das der Story innere Stärke – und somit auch dem Ding hier (*wild mit Zeigefinger an eigener Stirn herumzeig*). Man kämpft an mehreren Fronten ums Überleben, da die Enterprise von dem mächtigen Mars-Volk eingefangen wird. Gleichzeitig darf nicht die Zukunft verändert werden, was die Figuren (und Autoren!) dazu zwingt, alles etwas ernster und bedächtiger anzugehen. Währenddessen startet in der eigenen Rübe bereits das Rumrätseln, ob die Crew oooder der Marsianer-Krieg vielleicht zum Auslöschen der Dinosaurier beitragen wird. Oder gar der Marsianer.
Was mich allerdings jetzt schon ängstigt: Der nett inszenierte Kampf des dreiköpfigen Landungsteams gegen Dinosaurier wird erneut dafür sorgen, dass wir in drei Episoden kein Budget mehr haben – und wir erneut hässliche(re) Videoprojektionen sehen, bei denen man dankbar ist, dass der Helligkeitsregler auf Minenschacht-Niveau fallen wird.
„Melde gehorsam: 10.000 Dollar Folgen-Budget eliminiert.“ – „Egal. Derlei Geldausgaben werden dank KI-Videogenerierung in einem Jahr ebenfalls wie aus grauer Vorzeit wirken.“ – Hier hilft als erste Sparvorgabe bereits das starke Gegenlicht. Dadurch wird vorne alles dunkler und die 3D-Grafik darf auf Spartexturen setzen.
Das Gespräch mit der Mars-Vertreterin war dann ebenfalls eher ein Highlight der Episode. Es geht um Wissenschaft, Stärke durch Güte, Nahrung und Völkerverständigung. Allerdings darf man nicht zuuu lange drüber nachgrübeln. Denn eigentlich dürfte man der Dame GAR KEINE Waffen oder Schilde zeigen – Picard hätte sich eher den Mund mit Dudelflöten gespickt, statt derartig offen über alles zu sprechen?
Und wie ernst muss man das nette Gerede über „Karotten und Stöcke“ überhaupt nehmen, wenn das alles nur Floskeln sind, hinter denen veränderte Zeitlinien, Kriege und andere galaktische Veränderungen lauern? Zwischen „übermächtiger Feind“ und „best Buddies“ sollte es eigentlich ein paar Nuancen geben – auch wenn mir klar ist, dass es bei TOS oftmals schlimmer ablief. („Captain, isch will misch nackisch machen. Für die Verschtändigung von die Völkeeer.“)
„Wir als weeeit entwickeltes Volk lassen die Enterprise erst gehen, wenn wir all eure minderwertige Technologie eingesackt haben.“ – Die Story will, was Story braucht: So ganz durchdacht wirkt vieles nicht, aber die Schauspieler und die Grundidee aktivierten das Vergebenszentrum in meinem Gehirn. Aber zu sehr sollte man sich nicht auf jene subatomaren Hirnpartikel der Zuschauer verlassen…
Clever hält man weiterhin das Interesse der Zuschauer am Laufen, da den Marsianern bald klar wird, dass sie untergehen werden, da die Enterprise aus der Zukunft kommt. Hier schimmert kurz ein kurzer Diskurs über Vorherbestimmung und völkisches Überleben auf, der aber gerne noch ein paar Halbsätze weiter hätte schimmern können. Thema: Wie weit würde man gehen, um sein Volk zu retten?
Wobei die Umsetzung und der letztendliche Konflikt fast schon zu profan ist… Die Marsgesellschaft wird optisch nicht zum Leben erweckt, was vor allem daran liegt, dass wir außerhalb eines Satellitenbildes nur noch zwei stumme Statisten beim Wettstarren mit der Kameralinse sehen. Und wie aufregend ist es am Ende des Tages, wenn all das Gerede über die „rote tote Marswüste“ doch nur zu endlosen Diskussionen, Langfinger-Verhalten und explodierten Planeten führt?
Übrigens sollte jedem bewanderten Zuschauer (und der Enterprise-Crew erst recht!) klar sein, dass der fünfte Gesteinsplanet in unserer Zeit gar nicht existiert – und nur der Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter sein kann… Immerhin sorgte die Zerstörung des Brocken kurz für einen wehmütigen Blick des Erkennens von Pike, der genau deswegen NICHT eingreifen darf.
Oh, süße Zeitreis-Pein, lass mich als SF-Fan deine salzigen Tränen trinken, njam!
Die Marsianer löschen ihre Feinde aus – dank Pikes Antimaterie. Hierbei bin ich hin- und zwiegerissen: Einerseits schön, dass die Autoren nach all den Jahren mal eine Karte unseres Sonnensystems entdeckt haben („Hey, das ist ja alles Kreisverkehr!?“), andererseits sollte man die erneute(!) Sprengung einer ganzen Welt nicht intellektuell hochjubeln. Ist eigentlich ein ganz normaler Freitag beim Kurtzman-Trek?
Auch hiervor (und danach) kämpft die Serie zwischen Doofigkeit und dem Verlangen, alles haarklein zu erklären. Als La’an z.B. einem Dinosaurier ins Gesicht schlägt(!), verspürt sie keine Schmerzen, was ernsthaft zu der Diskussion führt, ob ihre Übermenschen-Gene aktiviert worden sein könnten:
Doc: „Aber Sie verspüren nicht den Wunsch, die ganze Galaxie zu unterwerfen?“
La’an: „Ich weiß nicht… Ich muss jetzt gehen.“
Alle Umstehenden: *na ja, wird schon schiefgehen*
Das sind so diese Momente, bei denen man wehmütig auf seine HBO-Staffelboxen schaut (Sopranos, Game Of Thrones, The Wire) und sie anklagend fragt, ob sie damals nicht eigentlich die Zukunft des modernen Fernsehens einläuten sollten… Diese faulen Schweine.
Besonders traurig ist, dass man nach dem starken Abschluss der Folge (= Marsianer vernichten den fünften Planet, verändern die Umlaufbahn vom Mars und rotten die Dinos auf der Erde aus) noch 10(!) Minuten weiter über alles diskutiert. Wie viel stärker – und tragischer – hätte alles gewirkt, wenn man NICHT im Hämorrhoiden-Quälsitzkreis alles noch MAL durchgekaut hätte:
– „Das heißt, wir MUSSTEN den Marsianern unsere Technologie geben?“
– „Also war alles vorherbestimmt?“
– „Hey, hier ist noch ein prophetisches Buch über eine Prinzessin auf dem Mars!“ (*aufschlag, reinguck, wieder wegleg*)
– „Ihnen ist schon klar, dass die Enterprise die Menschheit erst ermöglicht hat?“
– „Hey, das heißt, dass alles geschehen ist, weil es geschehen musste?“
Danach geht es dann noch kurz um die uninteressante Vulkanierin vom Beginn („Meine Eltern waren enttäuscht von mir. Daher bin ich oft so emotionaaaal.“) und um die Beförderung von Una zum Commander (Wer hätte das für unmöglich gehalten?!), gefolgt von diversem Genuckel an Longdrinks, Sektflaschen und fragwürdigen Selbstjubel-Sprachblasen.
Und einem wehmütigen Rückblick zum Dinosaurierplaneten – dem von vor exakt einer Viertelstunde?!
„Erinnert ihr euch noch an diesen graaandiosen Augenblick auf der Urzeit-Erde? Der damals gar nicht als schön und grandios gezeigt worden war?“ – „Nicht wirklich. Aber wir schneiden einfach diesen CGI-Outtake wieder vor den Abspann, wird schon keiner merken.“ – Sooo schön, dass man damals glatt das Erforschen vergaß: Ist euch schon mal aufgefallen, dass durchschnittliche CGI nicht besser wird, wenn die virtuelle Kamera eine Minute lang durch die Landschaft fliegt, bis einem das Sandmännchen die Pixel in die Augen treibt?
Am Ende haben wir tatsächlich wenig über die Gegenspieler vom 5. Planeten erfahren, die uns zwar immer als intelligente Lebewesen verkauft werden, mit denen man mal driiingend quatschen sollte (was natürlich nur die Ent-Crew könnte, weil die… Münder haben?), aber am Ende doch nur Bombenfutter waren. Siehe auch die Bugs aus „Starship Troopers“.
Nur in harmloser…
Am Ende musste Pike nichts entscheiden oder gestalten. Sein Schicksal war es, allzu blauäugig seine Technologie herzuzeigen, auf dass diese gestohlen werden konnte. Seine Krokodilstränen – und die seiner Widersacherin – geben uns zwar das Gefühl, dass hier wahnsinnig wichtige Dinge verhandelt werden, aber am Ende war das alles so gehaltvoll wie die derzeitigen Gespräche zwischen USA und Iran.
Irgendwas muss man vor den Auf- und Abrüstungsgesprächen ja machen?
Mit nicht entlastetem Gewissen bombt es sich schließlich schlechter.
Fazit:
Ja, die Grundidee der Geschichte stellt viele Fragen um Vorherbestimmung und die Geschichte unseres Sonnensystems, doch am Ende wieselt man sich feige raus, indem man alles Geschehene als „Schicksal“ bezeichnet und den Massenmord bzw. Kollateralschäden auf gleich drei(!) Planeten zur schicksalshaften (Selbst-)Geilheit erklärt.
Alle Diskussionen und Gespräche, die vorher mit der Marsianerin stattfanden, waren eigentlich nur dazu da, das Unabänderliche herbeizuführen. Wobei Pike zwar auf diesem ganzen Weg (vorschriftsmäßig) haderte – ABER bereits vor der großen Auflösung mit seltsam angezogenen Handbremse?
Da hätte ein wütend kämpfender Sisko (Picard, Janeway) mit erhobenen Fäustchen und „Ihr köööönnt niiiicht vorbeeeei!“-Gebrülle mehr Fallhöhe geschaffen.
Somit ist das hier im Grunde eine sauschlechte und (dezent) amoralische Episode, die aber garantiert – ich habe noch gar nichts recherchiert – die geistig Armen im Franchise-Publikum heftigst begeistern wird.
Aber gut, einen halben Gnadenstern zusätzlich gibt’s für das korrekte Durchzählen unserer realen Planeten…
Das Story-Konzept war tatsächlich sehr interessant, da es unser, bislang meist ignoriertes, eigenes Sonnensystem mal etwas ausgeleuchtet hat. Ein extra Planet? Da wird sich Pluto aber doll ärgern!
Blöd nur wieder der Drang der Macher, die Geschichte auf eine ganze Stunde zu strecken. Aber Kurtzman will halt die mit dem Handy auf dem Klo sitzenden Zuschauer erreichen. Komisch eigentlich, dass man noch nicht hochkant filmt…
Denn trotz dem Anflug von Kreativität wird alles wieder im typischen Wischi-Waschi-Stil erzählt. Nirgends geht man so richtig ins Detail: Böse Insekten, die voll böse sind („Die müssen halt Planeten fressen trotz Raumfahrtprogramm!“). Scanner, die nur das scannen können was das Drehbuch gerade erlaubt („Klar, Iridium ist im Wrack zwei Planeten weiter. Lebensformen erkennen?! Bescheuert, oder was?!“) und warum man eine eindeutig demente sowie hackevolle Pelia bei Besprechungen noch wirr fumfaseln lässt ist mir auch ein Rätsel („Damalsch, hick, in den Telefonzellen…“). Vielleicht ja wegen ihrer angenehmen Fingernägel-auf-Schiefertafel-Stimme?
Und gut, klar, ist Sci-Fi, aber wie hoch waren eigentlich die Chancen, dass diese Flammen-Anomalie die Enterprise aaaaausgerechnet in das Sol-System schleudert? Dann kann man wohl auch in Tokio in eine U-Bahn einsteigen und an der Haltestelle Berliner Platz in Essen wieder aussteigen. Bei TOS beispielsweise war der Wächter der Ewigkeit wenigstens intelligent und machte es dadurch dezent nachvollziehbar, warum der irre McCoy auf der Erde landete. Aber unsere Neu-Trek-Autoren halten die Galaxis eh für eine enge Studentenbude, siehe das Finale von Academy („Zwanzig Minen sollten zum Umzingeln der Föderation ja reichen, oooder?!“).
Zuvor hieß es auch noch, wie gefährlich dieses seltene Gewaber ist. Doch nur drei Sekunden (Ohne Übertreibung jetzt…) nach dem Eingehen eines Notrufes stürzt sich Pike bereits wie ein besoffener Kamikaze-Pilot mitten in das Weltraum-Unwetter („Meine Freundin ist eh wech, mir ist jetzt alles egal!“), während bei Picard erstmal eine längere Lagebesprechung mit Mister Data am digitalen Whiteboard angesagt wäre.
Von dem vergleichsweise vernünftigen Mars-Captain war ich als Gegenspieler recht angetan, von der Flash Gordon Uniform mal abgesehen. Wobei man an ihren Dialogen auch gut erkennen konnte, dass man uns als Zuschauer für etwas arg doof hält. Jahaaa, es sind harte Krieger, hab ich verstanden. Nein, man kann mit einer Wissenschaftskonsole („Zum Finden der Schwächen eurer Feinde?!“) und medizinischen Geräten („Zum Finden der empfindlichen Organe eurer Feinde!?“) auch etwas anderes machen.
Der Ausflug auf die Dino-Erde ließ mich dank Pixar-Look auch eher kalt. Nicht wirklich schlecht, aber künstlich und verkrampft („Wenn man diesem T-Rex mit unserer Technologie nur irgendwie aus dem Weg gehen könnte. Aber dann hätten wir ja keinen B-Plot.“). Nett immerhin von sowohl Marsianern als auch Insektoiden, die Erde nicht zu kolonisieren? Schießen die sich beim Versuch einfach gegenseitig ab? Und wie passt das Ganze eigentlich in diese Voyager-Geschichte mit den entwickelten Schlau-Sauriern? Das wird man ja wohl nicht einfach ignoriert haben?? Das würde meine Meinung über die Autoren aber deutlich verschlechtern. *mit schüppe in unendlich tiefes loch spring*
Fazit: In knackigeren 45 Minuten und weniger Für-spätere-Folgen-Gesülze hätte mir das alles besser gefallen. Zumal es mich etwas nervt, dass viele Vulkanier mittlerweile nur noch als Arschlöcher charakterisiert werden, wie hier unser für die Geschichte überflüssiger Kadett. Selbst als logischer Schlaumeier müsste man ja wissen, wann man seine Gedanken einfach mal für sich behält. Diese assige Olle würden doch selbst andere Vulkanier nach fünf Minuten aus der Luftschleuse schmeißen. Ortegas können die dabei gleich mitwerfen, ihre Art geht mir einfach auf die Eier. Und die bösen Insekten waren wohl tatsächlich einfach nur Böse? Beim Alt-Trek hätte ich ja irgendeinen Twist erwartet, z.B. dass Mars deren Eierablege-Planet ist.
Jedenfalls ändert sich auch in Staffel 4 nix, immerhin auch nicht (noch mehr) zum Schlechten.
DANN wirklich lieber eine Folge von „Die Dinos“, geht in diesem Fall ja sogar als Prequel durch, höhööö!









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