„Star Trek – Strange New Worlds“ – 4.02 – „The Griffin Incident“

Eine Horror-Episode auf der USS Griffin? – Der erste Screenshot-Eindruck lässt erneut auf eine Episode schließen, bei der die Macher ihr Zielpublikum (welches doch gleich?) mit einem Zufallsgenerator K.O. geschlagen und in der Ecke gefesselt haben. Denn Experimente dieser Art gibt es inzwischen sooo oft, dass eine normale Folge schon fast das Experiment darstellt („WAS? Politisches Problem auf einem Planeten? Wie kommen die plötzlich auf so was?!“). Dennoch sollte man Spock, Kirk und La’An genau zusehen, denn die haben diesmal einiges zu bieten! (*Ziemlich großen Erste-Hilfe-Koffer aufklapp*)
Bevor ich mich chirurgisch zum „Gutfinder“ umschnipseln lasse, muss aber erst mal alles raus aus meinem System.
Negativität Abmarsch:
– Chemie sucht Charme: Erneut fällt mir auf, wie wenig „Funkerei“ zwischen Kirk(-Schauspieldulli) und allen anderen Charakteren herrscht. La’An wird genauso angequatscht und test-bebrütet wie alle anderen Frauen bisher – allerdings weit weg von William Shatners naturgegebenem Armschwinger-Charme. Und Spock wird von ihm nur zu Beginn überhaupt angesprochen…
So wird das nichts mit der TOS-Bromance!
– Generell hat Star Trek es verlernt, einfach mal „nebenbei“ eine ungemütliche Episode zu erschaffen, die trotzdem im Franchise verwurzelt ist.
Die TNG-Episoden „Die Zukunft schweigt“ (2.13, ein doppelter Picard und ein mysteriöser Wirbel im Weltraum) oder auch „Der Reisende“ (1.06, das Schiff ist an einem Ort, an dem Gedanken wahr werden) haben es bereits durch Düdelmusik und Kameraperspektiven geschafft, dass man sich vollkommen unwohl und außerweltlich fühlte.
HIER hingegen wird das Licht gedimmt (bzw. zwischen zwei Grundfarben gewechselt) und in einer verbalen Schlafwagenprozession durchs Schiffchen getrampelt. Bei allem Positiven, das später noch kommt: Da geht mehr! Hach, kreativ sein ist immer noch sooo teuer…?
„Hey, Sie da? Wir müssen Sie dringend sprechen! Haben Sie auf Ihrem Handy vielleicht ein paar gruseligere Youtube-Shorts als wir?“ – Immerhin besser als `ne Wanderniere: Das zeitliche, inhaltliche und räumliche Überbrücken von Laufphasen ist oft herausfordernd bei Horror-Episoden. Daher wurde das entschleunigende Gruppenstehen eingeführt.
– Zu Beginn sind die Dialoge eine Zumutung: „Glauben Sie an Geeeister?“ (samt Spielereien mit der Taschenlampe) wird gleich mehrmals in den Raum gehaucht, als hätten wir hier kein professionelles Außenteam, das verschwundene Kameraden betrauert.
Ich weiß, schwer vorstellbar…
Das geht so weit, dass man den weiblichen Captain des Schiffes betrachtet, die Charaktereigenschaft „Durchsetzungsstark“ zu Kenntnis nimmt und dann mit einem neckischen Side-Eye scherzt: „Naaaa, erinnert Sie das an jemaaanden?“ – Ja, tut es. An mein Hatewatch-Kopfweh.
– Überhaupt beginnt die Episode mit einem Gähnen aus der Klischeekiste: Geisterhaftes Babylachen, ungepflegte Frauenfiguren, die hauchend („Erinnert Sie daaas an zwanzig Filme, die Sie das letzte Jahrzehnt gesehen haaapeeen?“) den Gang herunter schlurfen, verhüllte Leichen mit Aufsteh-Reflex, etc.
All das wird gewürzt mit der üblichen Weigerung, einfach mal dynamisch den Tricorder an die Pfote zu nehmen und dem Düstergang den Shit aus dem Leib zu scannen.
– Und ja, Episoden unter 60 Minuten sind weiterhin erlaubt.
In den 20 Minuten, die man theoretisch einspart, könnte man sich eine halbe Folge der oben genannten Klassiker reinzwiebeln?
„Wir müssen irgendwie hier raus!“ – „Nein, tiefer REIN!“ – „Nein, nur in die Datenbank rein. Wer kommt mit? Also ins Home Office?“ – Sie haben halt einen „Lauf“: Dringlichkeit und Motivation müsste man auch in ruhigen Szenen konsequent vermitteln. Spock schafft das abermals gut, indem man als Zuschauer atemlos rätselt: „Wer hat ihm wohl in dieser Folge die K.O.-Tropfen eingeflößt?!“
– James Kirk palavert nur deshalb über seinen Sohn, weil jede gute Horrorhaus-Geschichte mindestens EIN Kindelein beinhält. Und da kann Paul Wesley noch so sehr seine Welpenaugen (und Spielzeugroboter) aus seinen Kleiderständer-Imitation herauspressen: Seine Sorge um seinen Sohn – und deren Mutti – wird ihm hier lediglich vom Drehbuch aufgeschwatzt.
So kann ich spontan z.B. nicht mal sagen, ob wir Carol Marcus in SNW überhaupt gesehen haben. – Haben wir?
…
Aber wisst ihr was? Das waren nur die ersten 15 bis 20 Minuten. Was danach kommt, ist plötzlich eine der besten Folgen von SNW!
Die Atmosphäre ist plötzlich so dicht, dass man sie – und diverse Spitzohren – beinahe schneiden kann. Klar, die Hälfte aller visuellen und teils inhaltlichen Einfälle stammt aus „Event Horizon“, aber der Regisseur und die Schauspieler schaffen es, das Timing und die Stimmung annähernd perfekt zu machen!
„Hey, beamt ihr mich etwa gerade kaputt?! Ich bin es doch, eure liebe Eriiiika! Die mit den kultigen Sprüchen auf der Brücke! Hey, wieso tut ihr jetzt so, als wenn ihr Klavier auf der Transporterkonsole spielen würdet?!“ – Body-Horror für Zuschauer, die auf gewisse Körper verzichten wollen: Das molekulare Zerlegen eines Körpers wurde – trotz Gegenbeispielen – erstaunlich selten thematisiert.
Nein, im Ernst, ich bin selbst noch ganz überrascht von mir. Und von denen… (*angeekelt auf Kurtzman Mannen weis*)
Dabei ist der Grund meiner plötzlichen Begeisterung einfach zu erklären: Die Schauspieler nehmen das Quellenmaterial erstmals(?) ernst und dürfen Angst, Panik, Verwirrung oder pure Bösartigkeit so spielen, dass keine Missverständnisse aufkommen. Keine ironische Ebene, keine billige Action-Einschübe, kein Beziehungs-Blabla, das nicht zur Handlung gehört! Einfach nur pure Visionen, bei denen Charaktere allerlei Dinge hören und fühlen, die nicht da sind.
Und man weiß das die ganze Zeit – ist aber trotzdem gebannt.
La’An mag als Charakter – ob mit oder ohne Gorn-Einfluss – nur durchschnittlich ausgereift sein, aber wenn sie an ihren Halluzinationen verzweifelt und ihr Gesichtsausdruck langsam zur verzerrten Fratze wird, dann weiß man: Abstand halten! Und selber aufpassen, dass ihr Messer/Phaser und unsere Schlagader nicht zu zwei Kontinenten inmitten eines blutroten Meeres werden…
„Ich fand schon immer, dass Star Trek ein paar Schockmomente braucht.“ – „Tja, Das war stets MEIN größter Schock, wann immer Abrams/Kurtzman/Zukunfts-Nasenmann genau DAS in Interviews erwähnt haben.“ – Stecherverbrecher: Das einzige, was ich an ihren Szenen auszusetzen habe, ist die erneute Beteuerung, dass La’An „kein Monster sei“. Diesen saudummen Mensch/Monster-Vergleich sollten wir mal einmotten?
Der Wahnsinn ist hier nicht ein billiges Stilmittel, das übergestreift, experimentell und „modern“ wirkt. Nein, in diesen Augenblicken hat man wirklich das Gefühl, dass sich hier eine neue Welt auftut. Diese Welt hat mit Star Trek zwar noch am Rande zu tun (= grausame Transporterunfälle, geplatzte Hauptbildschirme), aber da, wo der Terror etwas NEUES erschafft, stört es kaum, dass alles im Trek-Kontext stattfindet.
Was z.B. die Klingonen-Zombie-Episode vom letzten Jahr nicht hinbekommen hat.
Wenn Pike (Real oder nicht? Raten Sie mit!) plötzlich mit dem Küchenmesser seine Hand zerstückelt und Spock sich selbst(?) die Spitzohren abschneidet, um menschlicher zu werden, kann man natürlich lange darüber diskutieren, ob das plumpe Küchenpsychologie und Effekthascherei darstellt. Oder aber man lässt das einfach für sich stehen.
Und da Episoden wie diese es schwer haben, gegen alte Franchise-Tugenden anzustinken, ist es wohl nur der Regiearbeit zu verdanken, dass ich mich trotz meiner inneren Erwartungshaltung („Wieder keine Folge a lá ‚The Inner Light‘, Menno…“) in den letzten 30 Minuten null gelangweilt habe.
Kirk ist zwar der schwächste Charakter mit seinem „Sohnemann?! Wo weint dieses unsichtbare Kind schon wieder?!“-Geschwafel, aber mit dem Eintreffen seines Bruders hat er wenigstens einen „Ansprechpartner“.
Auch wenn dieser in einer überraschend harten Szene seine Gedärme am aufplatzenden Hauptbildschirm verliert.
„Brudaaaa! Was soll ich denn nur unserer Muuugie sagen?“ – „Lenk sie mit der 2019er-Diskussion auf Zukunftia ab. Laut diesen alten Aufzeichnungen geht es mir saugut. Das kleine Löchlein macht nur, dass sich meine Nieren im Luftzug erkälten.“ – Ab durch die Mitte: Die Effekte sind diesmal ganz überzeugend. Bei Minus Drölfzig Lumen Lichtfeuchtigkeit erwarte ich das allerdings auch!
Klar, wer sein Star Trek ohne Splatter mag, wird sich hieran stoßen. Und auch Spocks Ex-Schnalle T’Pring mit ihren erstaunlich logischen Anfangsdialogen wird daran nichts ändern – zumal sie irgendwann damit droht, das Herz von Spock herauszuschneiden.
Trotz meinem Hunger auf RICHTIGES Star Trek bin ich diesmal sehr zufrieden mit der Geschichte! Klar, ich werde sie mir vermutlich nie wieder ansehen – welche Produzenten betten so eine Würgreiz-Perle in ein solch mieses Gesamtwerk ein?! -, aber in Sachen Horror gab es bislang wenig Besseres.
Vielleicht liegt es auch daran, dass man in den letzten Minuten noch das Trauma der Geretteten thematisiert, ohne (wie in Staffel 1-3) irre herbeigelachten Küchenweisheiten als wirksames Mentalpflaster heranzuziehen… Sogar Pikes olle Geisterstory, mit der er sagen will, dass es DOCH unbekannte Phänomene gibt, wirkt erstaunlich rund. Auch deswegen, weil er selbst ernstlich irritiert davon scheint, dass nicht alles wissenschaftlich erklärt werden kann.
Und somit ist dies hier mal ein gelungenes Experiment, bei dem auch die Figuren selbst zurücktreten und keine Erklärung anbieten. Das Schiff – die „Griffin“ – kondensierte und channelte halt irgendwas in die Leute hinein. Und da ist die Episode auch erstaunlich entspannt und deutet an, dass das halt „ab und an passiert“.
Damit kann man als Kritiker leben. Oder sich halt die Tastatur durch die Ohren schieben, weil man derartige Widersprüche nicht verträgt. Ich entscheide mich für ersteres.
„Was, du willst mir die Ohren entfernen?!“ – „Ja, Schatz. Aber ich desinfiziere es mit einem alten Blumentopf. Ist doch logisch, muharrharr.“ – Ohr-ientalische Traditionen: Wer will, kann Spocks Verstümmelung als Selbsthass (und anschließende Selbstreinigung?) des gesamten Franchise sehen. Und da es schlimmer nicht werden kann, wird es vielleicht bald … besser?
(*Kurtzman mit geblümten Taschentuch hinterher wink*)
Ach ja, ein bisschen könnte man natürlich an den Spezialeffekten rumnörgeln, bei denen die CGI-Finger, das unechte(?) Ohrenblut und die Computergedärme wirklich nicht perfekt sind. ABER: Als kleinen mentalen Abstandhalter zum grausigen Geschehen nehme ich es durchaus gerne mit.
Börps.
Fazit:
Trotz des Lobes fällt mir eine Endbewertung schwer.
War das gut gefilmt und mit einer güldenen Schubkarre von „Event Horizon“ weggeklaut? – Auf jeden Fall! Will man diese Art der Darstellerleistung öfter sehen? – Bitte, ja!
Möchte man diese Art Episode öfter bekommen? – Ach neee, lass mal stecken.
Am Ende ist es nicht die Qualität dieser dichten Stimmung, sondern mein Gefühl, das ich bewerten möchte.
Und trotz einer regietechnischen Punktlandung bei Stil-, Blut- und Timingfragen bleibt mein Grundgedanke, dass auch gut gemachtes Brutalo-Gehampel nicht das ist, was in einigen Jahren milde lächelnd auf dem Trek-Olymp sitzen wird.
Daher: Eine der besten Episoden bisher – aber leider für einen anderen Menschen…
(*Sparkillers blutige Fesseln wieder losbind – und ihn mit einem liebevollen Klaps zum Spielen schick*)
…
Jahaaa, wer diese Folge gesehen hat, der weiß bereits worauf ich damit anspielen will.
*auf alle drei leser dieses reviews zeig*
Und wir reden hier wirklich von einem sehr dreisten Abgucken, welches sich höchstens durch den üblichen Kurtz-Gaga vom großen Vorbild unterscheidet. Schon allein der Flow, wo noch alles recht harmlos wie ruhig beginnt und dann im Finale mit einem irre gewordenen Hauptcharakter endet. Finde es persönlich immer nett von diesen bösen Mächten™, seinen Opfern erst einmal etwas Zeit zum akklimatisieren zu geben. Davon sollte sich die Merz-Regierung mal eine Scheibe abschneiden!
Wobei ich das langsame Tempo dieser Folge, ernst gemeint, sehr erfrischend fand. Während sonst alles schnell, schnell, schnell gehen muss, haben die Schauspieler hier mal richtig Zeit zu atmen und auch die Kamera bleibt auch mal ein paar Sekunden länger auf dem Gesicht hängen. So zum besseren Zeigen von Mimik, Emotionen und all dem anderen Weiberkram. Das hatte fast schon „Star Trek – Der Film“ Verhältnisse, gerade wo zu Beginn noch das Piep, Piep des Notrufes zu hören war. Nett, ehrlich!
Auch gut: Kein Nebenplot auf der Enterprise, welcher von der doch sehr gelungenen und düsteren Stimmung auf der USS Griffon ablenkt. Wobei ein harter Schnitt von Sam Kirk und seinen heraus gesaugten Innereien zu einer besoffen Mini-Golf spielenden Pelia irgendwo schon mutig gewesen wäre. Aber man kann nicht alles haben.
Die Frage ist nur, wie gut plötzlicher Splatter-Horror zu Star Trek im Allgemeinen und zu New Worlds im Speziellen passt. Denn bei einigen Momenten der Körperteil-Kreativität habe ich mir doch etwas Sorgen um den Autoren gemacht:
– Captain Pike mit Kochschürze hackt seine eigenen Finger ab
– Spock werden die Spitzohren abgesägt
– Sam Kirk wird unfreiwilliger Organspender
– Una will via Messer ihr böses Alien-Blut loswerden
– La’an channelt gegen Ende einfach komplett Sam Neill (RIP) und wird zum (Kirk-)Messerstecher inklusive irrem Grins
Vieles davon erinnerte schon eher an eine Horrorfilm-Parodie als ernstgemeinter Grusel. Spätestens als James Kirk im Kabelsalat auf der Brücke nach seinem Baby-Sohnemann sucht (!), dessen geflüstertes „Dada?“ (Kein Witz!) durch den Raum schallt. Aber sowas ist, wie Data und die Troi-Torte damals, wohl einfach Geschmackssache. Mjam?
Der Nicht-Körperteil-Horror dagegen wirkt etwas ausgelutscht. Leiche erhebt sich langsam und unbemerkt. Zombie wackelt unscharf im Hintergrund um die Ecke. Licht flackert und der Geisterbahn-Angestellte ist wieder weg. Also nichts Neues auf der USS Poltergeist.
Leider werden all diese Ereignisse nur als „Weltraum ist groß, kann passieren“ erklärt und die USS Griffin an die Akte-X-Abteilung der Sternenflotte weitergereicht. Selbst Event Horizon konnte die Besuche in der Hölle noch mit dem Test des ersten „Warp-Antriebes“ erklären. Ich mein, wenn der Autor noch irgendwas hätte klauen können, dann ja wohl DAS!?
Was mir sonst noch zu aufgefallen ist:
– Zu Beginn kehren unsere drei Hauptfiguren gerade zurück vom sehr bescheiden betitelten Treffen der „zukünftigen Anführer der Föderation“. Klingt für mich wie eine Veranstaltung um dösige Investoren für den nächsten Trump-Cryptocoin zu finden.
– In der Griffin-Krankenstation findet man ordentlich gestapelte und unbenutzt wirkende Leichensäcke, was mit einem „Wohin sind die Körper verschwunden?!“ kommentiert wird. Hööö?
– Spock und La’an machen ein nettes Pärchen, muss ich sagen. Effizient, trocken und doch mit offener Zuneigung. Keine weiteren Notizen.
– Merkwürdiger Dialog zwischen Spock und „T’Pring“: „Erinnert dich das Farbschema dieser Kabel an etwas?“ – „Unser Urlaub auf Hurk’ah.“. Öh, okay? Wer redet so? Ist der Autor einer dieser Echsenmenschen?
– Ein durchgeknallter Captain Pike in der Kochschürze war so over-the-top, dass es schon wieder gut war.
Fazit: Autor Robbie Thompson wollte wohl die Ernennung zum Showrunner einer neuen Poltergeist-Serie feiern und hat sich direkt woanders ordentlich bedient. Mal im Ernst, bekommt man bei soviel Ideenklau keine rechtlichen Probleme? Gibt es in der nächsten Staffel eine Variante der Ghostbusters („Nicht die Phaserstrahlen kreuzen!“)?
Eigentlich wollte ich diese Folge besser bewerten, denn die Machart, Stimmung und der Ausflug ins Grusel-Genre haben mir nämlich schon sehr zugesagt. Aber auch hier ist die Erzählweise vom Kurtz wieder etwas „off“. Mit einem Grund für die Ereignisse im „Hotel Transsilvanien“ gibt man sich gar nicht erst ab und man hangelt sich nur motivationslos von einem Splatter-Fetisch zum nächsten. Klar, das Realwerden der eigenen versteckten Ängste hat schon Potential, aber als reine Geisterbahnfahrt ohne Fleisch dran wirkte es auch mich sehr verschenkt und dünn, trotz Laufzeit von einer Stunde. Sehr schade.
…
Was sagst du, Klapo? Eine NEUE Kurtzman-Serie wurde angekündigt???!
*schreiend aufwach*








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Ich kommentiere selten, aber hier muss ich einfach meine eigene Meinung dazu geben. 3,5 Sterne? Im Ernst?
Ich sage es ganz einfach raus: Für mich ist das die schlechteste Star Trek Folge, die ich je gesehen habe. Ich kann mich nicht einmal an eine Folge aus Discovery erinnern, die so schlecht war.
Es ist einfach nur noch blutiger und brutaler Horror. Das ist nicht das Sci-Fi und schon gar nicht das Star Trek, was ich gerne mag. Diese Episode hat keinen Plot, keine Logik, keine zusammenhängende Erzählung. Es werden einfach Charaktere auf ein dunkles Schiff geschickt (Ich hasse dunkle Szenen in Star Trek!), die mit allerlei emotionalen Mist und blutigen Messern konfrontiert werden. Warum muss man Ohren und Finger abschneiden? Das hat nichts mehr mit Star Trek zu tun.
Dass das ganze am Ende unaufgelöst bleibt, ist noch viel schlimmer. Gäbe es wenigstens irgendeine Erklärung für das Alles und wäre der Horror milder, könnte man ja noch darüber reden, dass das hier irgendwie in Nu-Trek passt. Der Grund dafür, dass das ganze unaufgelöst bleibt, ist der, dass man hier einfach nur irgendwie viele Messer in die Folge packen wollte, ohne wirklich Denkarbeit leisten zu müssen. Ich würde 0 Sterne geben. Vielleicht ist das der Fall, weil ich keinen Horror mag und es liegt an mir. Aber aus meiner Sicht ist diese Folge einfach nur eine totale Katastrophe.
Das kann ich sogar gut verstehen.
70% aller „dunklen Folgen“ bei Star Trek aus den 90ern fand ich damals auch dämlich. Und danach sogar fast jede einzelne.
Oft war das ja nur zeitliches Hingehalte – mit der Option, irgendwann mal was Interessantes zu sehen. Oder dass wenigstens eine nette Auflösung folgen möge.
(Erinnert sich jemand an die DS9-Folge, als Garak auf Empok Nor zum mordenden Wutbürger wurde?
Trotz Einbindung von O’Briens Kriegserlebnissen blieb da am Ende auch nur Pseudogrusel übrig – und null Traumata. Er konnte ja nichts dafür…)
Hier habe ich nur deswegen eine Ausnahme gemacht, weil ich ab einem bestimmten Punkt das „Verstörende“ höher bewerte als die Intention, das Franchise oder die Figuren selbst. Ist vielleicht so ein leichter Lovecraft-Spleen bei mir, aber manchmal ist die reine Emotion oder das Unterbewusste halt das Kunstwerk an sich.
Leben, Leiden und Sterben sind generell noch mal eine ganz eigenen Kategorie. Oder halt das Unbekannte selbst. Und da wir bei DS9 auch haufenweise Episoden rund um Religion und Schicksal hatten, bin ich immer offen für so etwas. Die Folge „Augen in der Dunkelheit“ (TNG) finde ich übrigens in jedem Jahr etwas stärker…
Und nein, LEICHT ist all das nicht zu erreichen; die vielen schrottigen Grusel-Folgen bei New-Trek sind der Beweis.