Das ernsthafte Medienmagazin

Adolf und das Raumschiff – SF im Dritten Reich

Tja, das Dritte Reich… Nicht nur, dass es von Kritikern lange Zeit als billiger Abklatsch von Reich I und II angesehen wurde, nein, es hatte es auch noch viele andere Schwachpunkte: So war die Kunst- und Meinungsfreiheit auf einen unendlich kleinen Punkt konzentriert, der noch dazu keinerlei Masse besaß. Für echte Hobbyphysiker ist (und war) das natürlich keine neue Vorstellung, weswegen manche von Ihnen trotzdem SF-Romane schrieben. – Doch bevor diese Einleitung jetzt zum Textmarathon entartet, schauet lieber hier:

Schon lange trug ich den Gedanken in mir, irgendwann einmal einen Artikel über Science Fiction im Dritten Reich zu schreiben. Auch wenn beides scheinbar nur so zusammenpasst wie das Vorlesen von romantischen Liebesgeschichten im Swingerclub…

Warum also Nazis und Futuristen vereinen? Einfach, weil dieses Thema auf literarisch interessierten Internetseiten meist totgeschwiegen wird: Die dortigen Buchlisten enden oftmals mysteriös im Jahre 1933, um dann erst 1945 wie aus einer Raumzeit-Verzerrung heraus wieder fortgesetzt zu werden. Mysteriös! – Doch gab es überhaupt in dieser Zeit Science-Fiction? Womöglich sogar böse Werke, die den Rassegedanken in die ferne Zukunft transportierten? Arische Raumschiffkapitäne, die unter dem Motto „Unser Volk braucht Weltraum“ auf der Venus landeten und sich sogleich beschwerten, dass die tentakelbesetzten Bewohner irgendwie unarisch aussahen? SF, in der jeder Kontakt mit Aliens in einem „Iiiih, wie eklig!“-Ausruf bedacht wurde? Kirk mit Desinfektionsspray statt Zungenkuss?

Um die Antwort vorwegzunehmen: Ja, es gab nationalsozialistische Science Fiction im Sinne des Systems, jedoch interessierte sich hierbei kaum jemand für den Kontakt mit fremden Wesen. Schließlich hatte man ja noch nicht mal auf der Erde alle aufgebraucht… Das Themenspektrum beschränkte sich daher meist auf zukünftige revolutionäre Technologien auf der Erde, wie z.B. Strahlenwaffen und rassige Raketen.

sfreich1.jpg

„Wo das außarrrrische Rrrraumschiff ist?! Na, daaaaa, wo öch hinzeige! Wieso schaut denn nurrr niemand hin!?“ – Voll der Nerd: Adolf Hitler ließ sich später nur noch mit „Raumschiffkommandant“ anreden. „Denn rein technisch“, so ließ er zur Erklärung verlauten, sei der Planet Erde „ja auch nurrr ein gögantisches Rrrraumschiff im Sonnensystöm!“

Klasse Ideen, was? Da wird ein 1.000-Jähriges Reich („Und kein einziges Jahr längerrrr, jawoll!“) ausgerufen und der ganze Führungsanspruch gründet sich auch nach 999 Lenzen noch auf Raketenflugzeugen und einen kräftigen Strahl aus der braunen Hose. Die Idee von Nano-Schießpulver und Kanonenkugeln aus Quecksilber scheint in diesen Tagen eine größere Faszination auf die Menschen ausgeübt zu haben, als Überlichttriebwerke und künstliche Intelligenzen. Hauptsache, es knallte und war dabei doch kein Sex.

Verständlich, waren Territorialkriege doch noch an der täglichen Tages- und Nachtordnung: Hätte damals jemand den heute üblichen Spruch gewagt, dass „einfach mal wieder ein richtiger Krieg fehlt, um ein Wirtschaftswunder zu schaffen“, hätte man die Person vermutlich angesehen und genervt gestöhnt: „Schoooon wiedeeeer?“

Natürlich wurde dieser phantasielose Krempel in den entsprechenden Geschichten von Deutschen entwickelt, da so ein Tausendjähriges Reich einem schon verdammt viel Zeit für revolutionäre Ideen von… Übergestern gibt. Da wurde auch schon mal ein ganzer Roman um besonders schnelle Propellerflugzeuge(!) gestrickt. Einfach, weil das Fliegen damals so populär war, man aber damit erst 1945 auf der Schnauze landen wollte.

Was der genaue Inhalt der meisten Bücher ist, kann ich Euch aber trotz großer Anstrengungen auch nur im Groben sagen. Was mir sogar entgegenkam, denn es gibt Themen, bei deren Recherche auch der standhafteste Fettsack plötzlich bulimische Züge entwickelt. – Zwar habe ich in einem tiefbraunen Internetforum eine sehr ausführliche Liste mit Schinder-Schande-Schundliteratur der damaligen Berufshasser gefunden, jedoch sind die Bücher entweder verboten oder dümpeln vergessen in irgendwelchen (Online-)Antiquariaten herum, wo sie zu Preisen zwischen 5 und 50 Euro ebenso neue wie auch rückwärtsgewandte Leser suchen. Manche sind nur deswegen nicht verboten, weil die „Vergessenskurve“ die Aufmerksamkeitsspanne des Durchschnitts-Nachkrieglers überflügelte.

sfreich2.jpg

“Natürlich braucht unser Volk Raum! Es gibt einfach nicht genug Platz für alle! Habt ihr das alle gehört? Das gilt auch für Euch da! Ja, die 16 Jungs, die in meinem Wandschrank leben, meine ich!“ – Fixe Idee: Anfang des letzten Jahrhunderts waren nicht nur Deutsche Autoren davon überzeugt, dass viele Probleme der Erde dadurch bestehen, dass es einfach nicht genug Platz gibt. Was irgendwo ja auch richtig ist, denn ab 500 Kilometern Platz zwischen den einzelnen Wohnhäusern würde sich das ganze Totmachen schon alleine anfahrtstechnisch nicht mehr lohnen…

Trotz aller Rechercheprobleme haben wir keine Kosten und Google gescheut, Euch wenigstens diesen Textausschnitt zu präsentieren. Er stammt aus „IM JAHRE 2000 IM DRITTEN REICH. Eine Schau in die Zukunft“ (von 1933)

„Und zwar steht […] hier eine große völkische Feier im Mittelpunkt, […] die Geburtstagsfeier von Hitlers Nachfolger, des ‚edlen‘ Herrn König, dessen 100. Geburtstag ausgerechnet auf das Jahr 2000 fällt. Da Herr König wie Hitler streng vegetarisch lebt, keinen Alkohol trinkt, nicht raucht, sich viel im Freien aufhält und mit seinen Schäferhunden spielt, wirkt er mit seinen hundert Jahren noch recht rüstig. […] Das Reich, das Herr König regiert, hat sich im Jahr 2000 – neben England, Japan und den USA – als die vierte Weltmacht etabliert. Fast alle germanischen Länder, also Holland, Flamland, Österreich, Skandinavien und die Deutschschweiz, sind inzwischen Teile dieses mächtigen und blühenden Staates geworden. Frankreich ist dagegen durch die fortschreitende ‚Verniggerung‘ an den Rand des Abgrunds geraten, während Rußland zwar durch eine ‚antisemitische Revolution der roten Armee‘ das frühere ‚Sowjetjoch‘ abgeschüttelt hat, aber weiterhin an inneren Schwächen leidet.“

Ja, hier wurde offensichtlich Herr Klischee – trotz seines französischen Namens – zum Reichspropaganda-Minister ernannt… Abgekürzt auch „Propaganda-Mist“. Und aus irgendeinem Grund schien es für dieses Buch im Bereich des Unvorstellbaren zu liegen, dass sich Herr König(!) eventuell für Siamkatzen statt für Schäferhunde interessiert. Heutzutage würde man diesen Autoren nicht mal vor der Tür einer Schreibwerkstatt anketten, da er das Grundprinzip des glaubwürdigen Buchverfassens nicht beachtet hat: Auch positive Figuren haben Schwächen! Kann ja sein, dass Herr König nicht raucht, säuft und beim täglichen Waldspaziergang jedes Mal eine deutsche Tanne pflanzt. – Aber dann hat die Figur aber auch bitte einen unerklärlichen Hass auf Gartenzwerge zu haben oder im Altenheim mit Kotballen zu werfen. Und dass sie mit 100 Lebensjahren beim 1.000-Meter-Lauf durchaus zweimal kräftig durchatmen muss (und sei es nur, um den abgehängten Jugendlichen etwas Mut zu machen), wird ebenfalls verschwiegen.

Erstaunlich ist hierbei nur, dass bereits bei der Machtergreifung Hitlers eine utopische Version von hundefutterschwenkenden Kraftprotz-Opis kursierte. Da wird einem erst richtig bewusst, wie krude dieser Kult war. Vor zwei Jahren hätte schließlich auch niemand eine Story mit dem Titel geschrieben: „Anno 2077 – Oder: wie Angela Merkels Großnichte die Arbeitslosigkeit zörrrschmöterrrn wird.“

sfreich3.jpg

„… und direkt unter dem Gefängnis ist ein aktiver Vulkan zum Leute reinwerfen!“ – Planspiele: Ungefähr so stellten sich die Nazis das 1.000-jährige Reich vor. Hier sehen wir beispielsweise eine ordentliche Reihenhaussiedlung, die für das Jahr 3018 geplant war. Man beachte die wenigen Nicht-Deutschen auf den Straßen (dank strenger Bluttest hätten 97% der Bevölkerung als nichtarisch identifiziert und in Düngemittel verwandelt werden können) sowie die blonden Ortseingangsschilder.

Im Roman „Deutschland ohne Deutsche“ (geschrieben bereits 1929) haben die Juden hingegen die Welt übernommen. Das ist an sich schon mal so wahrscheinlich wie eine Weltregierung der Zeugen Jehovas, die mit Klingelstreichen am Samstagvormittag ganze Nationen in Atem hält… Doch auch in dieser Schwachsinnsgeschichte trägt der Retter der Welt die klaren, blauen Augen seines Opas auf und erfindet tolle Sachen, um die bösen… öh… Religiösen aufzuhalten. Er ist nämlich Ingenieur. Was auch sonst? Als Deutscher hält man sich schließlich nicht damit auf, die Welt als Buchhalter oder Kloputze zu retten. Das wäre einfach unter unserer… Würge. Die übrigens in genau diesem Moment in mir hochsteigt.

Hans Heyck – verstorben 1972 – war der Verfasser dieses Werkes zeitgenössischer Hasstiraden und hat somit mindestens 50 Jahre zu lange gelebt. Von ihm stammt auch „Robinson kehrt heim“ (1934), wo niemand anderer als Inselaffe Robinson Crusoe die grundsätzlichen Vorteile des Nationalsozialismus erkennt. Zwar keine SF, aber wohl mindestens ein Parallelwelt-Roman. Ob er für seinen eingeborenen Freund namens Freitag daraufhin in einem Terrarium hielt, ist mir nicht bekannt. – Zumindest scheint Robinsons späte Bekehrung (Gerüchten zufolge trug er nach dem Inselaufenthalt ein 2 Meter langes Hitlerbärtchen unter der Nase) ein Grund mehr zu sein, seinen Kopf nachhaltig vor herunterfallenden Kokosnüssen zu schützen…

Aber früher war auch nicht alles schlecht! So schrieb Heyck z.B. auch kultige Jugendbücher, praktisch das TKKG für psychopathische Kids vom Alter von 3 bis „Zu-jung-zum-Sterben“. Zwar weiß ich nicht, wie beliebt sein Werk „Durch feindliche Sperre ins Vaterland. Ein Jugendbuch“ war, jedoch klingt es für mich wie eine literarisch vertretbare Alternative zum modernen Killerspiel. Heute würde er wohl mit Werken wie „Die drei Fragezeichen und das Geheimnis des Wüstenfuchses“ brillieren. – Doch nun genug von Heyck, irgendwie wird mir der Mann langsam unsympathisch.

Ein paar Inselbegabte schafften es sogar lange vor 1933, den untergegangenen Kontinent Atlantis für das deutsche Ego zu vereinnahmen, obwohl eine provinzielle Verbindung zu Langeoog eigentlich viel näher liegen dürfte. So schrieb Paul Lamberty später dann „Die Sage vom Weltreich der Arier” (1937), in der noch mal abschließend behauptet wurde, dass die Arier die direkten Nachkommen der Atlantiker seien. – Tja, so bahnte sich also die menschliche Hirnfäule schon immer ihren Weg durch die Jahrzehnte! Wenn es halt noch keine UFO-Sichtungen und Illuminaten gab, mussten eben ein paar abgesoffene Phantasievertreter die Steilvorlage für den „Feel-go(o)d“-Komplex der Germanen liefern. Laut Lamberty waren die Arier die offiziellen Nachfolger des Megavolkes und haben somit „die Blutwurzel der nordischen Rasse neu verankert. Und so stehe heute dem deutschen Asenland der gleiche Führungsanspruch zu wie dem damaligen Reich von Atlantis.”

sfreich4.jpg

„Fall bloß nicht rrrrein, mein lieberrr Stalin! Ich würrrde es mir nie verrrzeihen, wenn Dir auf meinem Grrrundstück etwas zustoßen würrde!“ – Im Traum gesehen: Als Naziwissenschaftler 1933 feststellten, dass Atlantis zufällig hinter Adolf Hitlers Gartenlaube untergegangen war, war das ein großer Erfolg für die Nationalsozialisten. Nur diesem Fund ist es zu verdanken, dass das deutsche Volk jahrelang darüber hinwegsah, dass Hitler nur mit Unmengen von Haarfärbemitteln diesen seidigen, blonden Glanz halten konnte…

Insgesamt ist das alles wahrlich eine „wasserdichte“ Theorie, sofern der geneigte Wortspieler beachtet, dass dies angesichts eines versunkenen Kontinents nicht einer gewissen Ironie entbehrt. Und schließlich weiß doch jeder ernsthafte Atlantisforscher heute, dass die Atlantiker gerne mal im Talmud gelesen haben und sie sich sehr für die Konstruktion einer sogenannten „Klagemauer“ interessierten.

Der ganze Blödsinn basiert auf der Theorie eines gewissen Herrn Hörbiger, der okkulte Wissenschaft betrieb. Ungefähr vergleichbar mit den Scientologen, die sich vor ein paar Jahrzehnten auf dem Klo spontan eine komplizierte Story um Aliengeister und galaktische Megaherrscher ausdachten und kurze Zeit später entschieden, dass diese Mentalausdünstung eigentlich klassisches Schulbuchwissen sein sollte. Hörbiger behauptete hingegen, dass einer unserer vielen Eismonde (*diffus in den Himmel gestikulier*) auf die Erde stürzte, weswegen die Atlantiker auf den Himalaya flüchten mussten. Weil Himalaya = hoch. Und hoch = sicher. Soweit ist die kreative Assoziationskette für Kleinkinder auch noch eingehalten worden. Aus irgendeinem Grund siedelten sie sich danach jedoch auf der anderen Seite der Weltkugel wieder an und wurden halt die… Arier. Schöne Arie, was?

Wer das jetzt immer nicht kapiert hat, kann sich diese Theorie zuhause übrigens auch problemlos nachtrinken: Einfach 0,3 Liter Strohrum in den Kopp und die Erleuchtung wird euch überfallen wie ein tollwütiger Rottweiler eine Babypuppe…

Nachwehen der Atlantis-Idee gibt es übrigens auch heute noch bei dem umstrittenen deutschen “““Sachbuch“““-Autoren Jan van Helsing, was natürlich nicht sein richtiger Name ist. Der olle Jan behauptet seit geraumer Zeit vor sich hin, dass Hitler am Nordpol und Deutsche auf der Venus wohnen. Und das Gehirn-OPs ihm rein gar nicht geholfen haben, nein, nein! Oder so ähnlich. – Wegen gewissen nationalistischen Untertönen ist der Autor nicht unumstritten, was für die Bewerbung seiner Bücher allerdings durchaus förderlich ist: „Wurde wegen des brisanten Inhalts verboten und erscheint nun doch noch in der ungekürzten Ausgabe!“ kann man in esoterischen Werbeblättchen schon mal lesen.

sfreich5.jpg

Sogar das Bundesamt für Verfassungsschutz findet, dass Jan van Helsing ein „rechtsextremistischer Esoteriker“ ist. Der Autor behauptet unter anderem, dass bereits die Nazis Flugscheiben besaßen… Da es in seinen Werken allerdings auch um Wiedergeburt, Illuminaten und andere (jüdische) Weltverschwörer geht, kommt man bei all diesen Fakten schon mal schnell durcheinander. Möglicherweise waren es auch fliegende Nazi-Juden vom Aldebaran, die uns die ganzen Raumschiffe weggegessen haben, wer weiß das schon? – Na, der Jan natürlich!

Doch nun wieder zurück zum Hier & Damals… Überraschend ist, dass viele „braun“ anmutende Literatur bereits in den 20er und frühen 30er Jahren angefertigt wurde. SF-Bücher aus der Hitler-Hochzeit habe ich im Internet tatsächlich nur wenige recherchieren können, was aber vielleicht auch daran liegt, dass nach 1945 zahlreiche html-Seiten sofort auf dem Index landeten. Vielleicht war es den Autoren zwischenzeitlich aber auch einfach zu laut geworden. In einem Luftschutzkeller lässt es sich nur schwer über futuristische „Antriebsmethoden“ (= Elektropeitschen für langsame Arbeiter?) philosophieren, wenn die Gallier hinten links im Bunker angesichts der eintreffenden Explosivstoffe befürchten, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fallen könnte.

Ein Frühzünder war auch der Roman „Druso“ von dem Autoren Friedrich Freksa.

Die Menschheit wird hier von einer außerirdischen Rasse namens „Drusonen“ verklavt. Als einige Atlantiker aus einen Jahrhunderte währenden Tiefschlaf erwachen, muss für die Rettung der Menschheit der Heimatplanet der Bösen besucht werden. Also quasi „Independence Day“ für Roland Emmerich seinen Großvater.

Zu Beginn des 1931 geschriebenen Buches wird die Menschheit des Jahres 2012 so beschrieben:

„Den Regierungen selbst wurde überlassen, Maßnahmen durchzuführen, die das Anwachsen der Bevölkerung verhinderten. Es waren damals manche wissenschaftlichen Methoden bekannt, um Menschen unfruchtbar zu machen ohne große Schädigung. Diese Versuche gingen zurück auf jene biologische Entdeckerepoche, die um 1900 das Wissen der Menschheit bereicherte. Es war nichts Schreckliches, was gefordert wurde. Der Grundgedanke war, daß nur die besten Stämmlinge, von denen die Menschheit wirklich etwas erwarten konnte, weitergezüchtet würden. Zwei Menschenklassen waren damit geschaffen: die fruchtbare und die andere. Aus dieser Tatsache sind in der Folge viel Neid und Not entsprungen.“

So. Das alles fühlt sich jetzt schon brauner an als eines dieser tollen Swimmingpools, die oftmals von den Stadtwerke unterhalten werden, oder? – Gefahr von außen, dazu irgendwas mit Atlantis (was böse ist, wie wir gerade gelernt haben) und dann auch noch Zwangssterilisation? Kann hier Sünde etwa Liebe sein? Ist das nicht ein Nazi-Klein?

Hier habe ich tatsächlich ein Problem, den Roman als „böse“ einzustufen, da sich solche Passagen auch in einem beliebigen anderen SF-Buch finden lassen würden. Und keiner würde behaupten, dass der berühmte Autor Aldous Huxley gerne Embryonen in Flaschen gesteckt hätte, nur weil er es 1932 in seinem berühmten (staatskritischen) Werk „Schöne neue Welt“ exakt so beschrieben hat. Oder George Lucas ein potenzieller Laserschwertmörder wäre. Damit will ich dem „Druso“ keine Absolution erteilen, da ich ihn nur quergelesen habe, jedoch macht er nicht den Eindruck eines von Hass zerfressenden Werkes. Auch wenn schon der Titel („Drrrrrusooo!“) irgendwie nach Adolf Hitler klingt, der am Mikrofon seine Heuschnupfenallergie aus sich herausniest…

sfreich6.jpg

„Wie ich auf den Titel gekommen bin? Nun, ich hab’s an den Drüsen!“ – Ein Volk sieht rot: Wie in vielen utopischen Werken der damaligen Zeit geht es um apokalyptische Endkämpfe zwischen 2 „Rassen“, seien sie nun menschlich oder nicht. Vermutlich wurde hier die neue Anonymität des Krieges verarbeitet: Hatte man früher noch eine persönliche Note auf dem Schlachtfeld, bei der man seinen Gegner noch in Handarbeit zerfleischen durfte, so wirkten Giftgas, Minen und Flugzeuge plötzlich so anonym, dass man es fast das „Tötungs-Internet des anbrechenden 20. Jahhunderts“ nennen will.

Die Formulierungen des Autors sind gut (manchmal sogar etwas zu literarisch abgehoben) und wer in den Beschreibungen der außerirdischen Invasoren z.B. Juden wiederfindet, ist mir fast schon unheimlicher als ein grundehrlicher Nationalsozialist. Ich zitiere:

„Eine neue Menschheit wurde, die nichts von ihrer Vergangenheit, von ihrem Schicksal ahnte, denn das Vergessen ist ja so leicht, wenn keine Zeit bleibt zur Erinnerung, wenn alle Kräfte für den Alltag verbraucht werden. Sie halten die Drusonen für ihre Götter, denen sie sich opfern müssen, um ihre Sünden abzubüßen gegen den Geist des Lebens, wie sie es nennen. Ihr werdet sehr erstaunen, daß der Erdball von Menschen bewohnt ist, die die Maschinen verachten und unter dem religiösen Druck der Drusonen alles, was Wissenschaft je bereitet hat, als Zauberwerk verfolgen.“

Nicht gerade ein judennasiges Lesevergnügen?, oder? Für mich klingt das sogar eher wie eine Vorführung der katholischen Kirche, was durch andere Textpassagen sogar noch verstärkt wird. – Gut, ein paar Atlantiker sind hier ganz schön blond, aber ansonsten scheint’s dann doch ein interessantes Stück Science Fiction zu sein. Die Story, die sich in der Zusammenfassung mächtig Panne anhört, liest sich tatsächlich wie ein verkannter Klassiker. Und wäre bereits das Wort „Atlantis“ ein Erkennungsmerkmal für rechte Sympathisanten, würde man auf NPD-Parteitagen heute vermutlich begeistert den entsprechenden „Stargate“-Ableger auf Grrroßbildschirmen zujubeln…

Und sollte der Roman tatsächlich rechten Dumpfbacken als Vorlage dienen, wie seine Empfehlung in einem extrem rechten Internetforum andeutet, so hoffe ich, dass sie auf den letzten Seiten wenigstens richtig zugelesen haben:

„Aber dein Herz wird eher bewegt, wenn du von einer Wassersnot liest und hörst, was hundert Meilen von dir geschehen, als wenn du das blasse Gesicht beobachtest der
Witwe, die in deinem Nachbarhause wohnet, und leise wie ein Schatten vorbeigeht.
[…] Auch im Fremden sollst du einen Gnadenträger sehen und nicht hochmütig sein. […] Nachreden ist leichter als nachdenken. Der ehrliche Mensch wählt den härteren Weg. […] Macht einen Menschen nicht zur Sache, ein Tier nicht zum Menschen, eine Sache nicht zum Gott!“

Das kann man entweder einfach so stehen lassen oder sich eingestehen, dass es doch nicht so einfach ist, nationale von rationaler SF-Literatur zu trennen.

sfreich7.jpg

„Ich habe nichts gegen Schwarze. Auch, wenn ihre Kleidung und die Kultur mir oftmals völlig lächerlich erscheint… HELAU!“ – Angst essen Lachmuskel auf: Alles Fremde bereitet dem Durchschnittsmenschen erst mal ein gewisses Unbehagen. Und da es vor 100 Jahren noch keine türkischen Gastarbeiter, Afroshops und Ferntourismus gab, blieb Fremdes auch erst mal fremd. Auch für Romanautoren, denn die kochten schließlich auch nur… – mit dem Zeug, das es gab, bevor das Wasser erfunden wurde.

Ein schwer einzuordnender Schreiberling ist dann auch der Hans Dominik, einer der bekanntesten deutschen SF-Autoren überhaupt. Besorgt beschäftigte er sich schon vor den Nazis mit dem Thema Weltherrschaft und der Konkurrenz zwischen den unterscheidlichsten Ras… Kulturen. Und oftmals kamen dabei tatsächlich Dinge heraus, die heutzutage einem politisch korrekten Mitbürger zum sich abschleppenden Bedenkenträger mutieren lassen würde.

Ich will den Dominik damit allerdings nicht in die rechte Ecke stellen, denn auch er war „nur“ ein Kind des Zeitgeistes und hat sich entsprechend ausgedrückt. Würde man unsere Großeltern auf einem Grünenparteitag über Gott und die Welt referieren lassen, würden man sicherlich auch recht schnell Sätze hören, wie: „Für uns kein Problem! Meine Enkelin hat auch einen Neger geheiratet… Äh, das sagt man ja heute nicht mehr, oder? Einen Schwarzen halt, aus dem Busch. Und der ist sogar sehr nett! Die wohnen schon 2 Monate zusammen und er hat sie noch nie geschlagen oder so.“ – Und wenn die Blicke dann sogar RICHTIG fragend werden, würden Omi&Opi sogar noch beschwichtigend hinzufügen: „Und gegen Juden haben wir überhaupt nichts! Ich mag geschäftstüchtige Leute sogar! Und warum sollte ich jemanden nach der Form seiner Nase beurteilen?“

Das war und ist bei diesem Personenschlag nicht mal böse gemeint, sondern oft sogar fürsorglich. Diese Menschen haben eben das diffuse Gefühl, dass der Durchschnittsneger halt ein wenig dösig und hinterwäldlerisch ist und ihm mit einer Busfahrkarte nach Hause durchaus mehr geholfen wäre als mit einer Hand voll Integrationsbemühungen. Ja, es schwingt sogar echte Besorgnis mit, weil man dem armen Indianer nicht mal zutraut, sich selber die Schuhe zuzubinden. Schließlich versucht dieses Volk ja auch ernsthaft, mit wildem Getrommel seine Felder zu bewässern, oder?

Ähnlich ist wohl Dominiks Bemühen einzuordnen. Gut, nicht wenige seine Romane wurden nach dem Krieg gnadenlos zusammengestrichen, aber ein echter Nationalutopist war er wohl nicht. Schließlich konnte er doch nichts dafür, dass Horden von Eingeborenen in seinem Buch „Wettlauf der Nationen“ im brasilianischen Dschungel von elektrischen Zäunen und Selbstschussanlagen zerlegt wurden! Mussten da ja auch nicht reinlaufen! Und so ein Buch soll schließlich auch realistisch sein! Wenn da der gemeine Indio plötzlich 2 Meter vor dem Zaun stoppt („Nix gutt reinlauf! Viel Aua-Au!“) und stattdessen lieber die Realitätstheorie erfindet, hätten die Leser der damaligen Zeit das sicherlich als ein wenig zuuu futuristisch empfunden. Dann lieber sprechende Raketen und Hubschrauber mit Düsenantrieb.

sfreich8.jpg

“Symbolische Geste? Quatsch! Wir sind doch nur Schuhmacher und fertigen gerade die neuen Motiv-Schnürsenkel für Helmut Kohls Schuhe!“ – Ländersache: Dass die holländische Flagge in der Mitte des Knotens eingewoben wurde, ist übrigens wirklich nur reiner Zufall, ehrlich! Heutzutage sieht man in Europa die ganze Ländersache halt viel lockerer als z.B. 1920. Damals kämpfte man noch verbissen um Bauer Hansens Rübenacker, während man heute froh ist, dass Afghanistan so weit weg ist…

Und wenn Dominik die „Rückführung“ von schwarzen Amerikanern nach Afrika fordert, sieht ein Wikipedia-Autor darin sogar eine Art „Verantwortungsgedanken“ bei Dominik, um den anderen Völkern Entlastung zu verschaffen. So müssen die Weißen halt „die Welt […] regieren“. Aber nur, damit „in Zukunft eine andere Rasse (schwarz, gelb) käme, die die Bürde der Verantwortung von den Schultern nehmen werde.“ – Ja, damals galt es tatsächlich als verantwortungsvoller und vorzeigbarer Vorschlag eines Intellektuellen, wenn man erwägte, allen Afrikanern eine Busfahrkarte nach Kapstadt in die Hand zu drücken, damit er sich nicht weiter in fremden Ländern herumplagen müssen… Schließlich habe man sie da ja auch gegen ihren Willen „abgeholt“.

Übrigens wurde Dominik in seiner Zeit als Gymnasiast tatsächlich von einer anderen Ikone der SF unterrichtet: Nämlich Kurd Lasswitz. Dieser ehemaliger Lehrer wurde bekannt durch den deutschen „Kurd Lasswitz“-Preis, der heute jedes Jahr an außergewöhnliche SF vergeben wird. Oft auch an außergewöhnlich bescheuerte, wie meine eigenen Erfahrungen mit einigen Preisträgern zeigte… Der clevere Leser wird an dieser Stelle bereits bemerkt haben, dass es Kurti nicht gerade leicht hatte. Wichtige Preise werden schließlich nur nach einem benannt, wenn man zu Lebzeiten entweder besonders spendabel war oder zu Unrecht an einem Baum aufgeknüpft wurde. – Was ist eigentlich dem amerikanische „Oscar“ widerfahren, der armen Sau?

Zu Problemen mit den Adolfisten kam es bei Lasswitz allerdings nicht. Bereits 1910 verstarb der Kurd und musste somit nicht miterleben, wie seine gesellschaftskritischen Texte, Geschichten oder gar die eigenen Vitalzeichen von den Nazis verboten wurden. Am berühmtesten war schon damals sein Werk „Auf zwei Planeten“ (geschrieben 1897), in dem die Menschen (wieder mal) gegen die Marsianer kämpfen. Allerdings sind die Gegner hier durchaus bewundernswert, da hoch entwickelt und sogar vernünftig genug, die Streitigkeiten friedlich beizulegen. Quasi eine Art frühes „TNG“ unter den diversen „Voyager“-Vorläufern der damaligen Zeit… Kein Wunder, dass solcherlei Pazifistenpropaganda bei den Nazis nicht gut, und bei den Lesern irgendwann sogar gar nicht mehr ankam. Schon allein rein physisch

Das Buch ist inzwischen übrigens frei von Urheberrechten und kann im Internet – wie viele der oben genannten Werke auch – straffrei als PDF-Datei betrachtet werden. (z.B. Hier)

sfreich9.jpg

Früher besonders beliebt: Der Mars! Kaum eine SF-Geschichte spielte außerhalb des Sonnensystems. Vermutlich, weil die meisten Autoren schon immer Männer waren. Bei Frauen hätte da vermutlich relativ schnell der „Weihnachtsmarkt-Effekt“ zugeschlagen und die Handlung in eine andere Galaxie verfrachtet. Denn völlig egal, ob der Weihnachtsmarkt in Krubelhubel genau so aussieht wie zuhause: Er ist halt WOANDERS und außerdem auch „nur“ 200 Kilometer weit weg.

Es gäbe noch so viel mehr zu erzählen über Nazis im Weltraum, doch dieser kleine „Ei-der-daus“-Einblick soll für eine satirische Internetseite vorerst genügen. Vielleicht habt ihr ja heute ein bisschen was gelernt über kleine braune Männchen, über die „All“machtsphantasien im Dritten Reich oder gar darüber, warum auf Atlantis nur Currywurst und Sauerkraut gegessen wurde.

Wenn dies der Fall gewesen sein sollte, so habe ich mein Ziel… meilenweit verfehlt. Ein wenig Unterhaltung (90%) und Allgemeinbildung (10%) auf der Bugwelle von „Planetopia“ und „Welt der Wunder“ war meine einzige Intention für diesen Artikel. – Und das blöde Gesicht von Adolf, wenn ich später mal die halbe Hölle mit meinen mitgebrachten TNG-Staffelboxen unterhalte.

Etwas untergegangen (sie haben quasi „das Atlantis abgecheckt“) sind hier zugegebenermaßen ein wenig die wahren Helden der damaligen Zeit. Eben jene Lasswitze, die die Witze dann auch wirklich mal gelassen haben und sich in verantwortungsvollen Schreibarbeiten versuchten. Aber das brauchen wir vielleicht auch gar nicht weiter auszuführen.

Denn tendenziell ist die SF schon immer ein Hort des „Über den Tellerrand“-Blickens gewesen. Und auch, wenn dieser Verdienst vor allem Star Trek zugeschrieben wird, so war der grundsätzliche Gedanke, dass andere Lebensformen uns recht ähnlich sein können und ebenfalls eine Daseinsberechtigung haben könnten, schon seit Jahrhunderten kein ganz neuer.

Und wer’s nicht glaubt, kann es gerne nachlesen


Weitersagen!

Artikel

von Klapowski am 12.12.07 in All-Gemeines

Stichworte

, , , ,

Ähnliche Artikel


Kommentare (27)

  1. LeSmurf sagt:

    Interessante Sache hier! Ja ehrlich! Aber am tollsten war der Satz, dass Robinson „nach dem Inselaufenthalt ein 2 Meter langes Hitlerbärtchen unter der Nase“ hatte. Grandios! Man muss sich das mal Bildlich vorstellen. Großartig!

  2. P.N. 03 sagt:

    bei „Drrruso“ musste ich auch sofort an Huxley denken, das klingt ja direkt nach einer Empfehlung! Nette Sache!

    Lustig finde ich ja die Vorstellung, dass alle Hitler-Nachfolger IMMER noch mit Schäferhunden spielen! Klonen mal anders – anderer Name, selbe Eigenschaften.

    Warum darf es nicht mal eine deutsche Schildkröte sein? ^^

  3. Peter Lustig sagt:

    Aber man muss wissen, das die Nazis die Rassentehorien nicht erfunden haben, sie haben sie nur dankbar aufgenommen. Schon ab Mitte-Ende des 19. Jahrhundert haben sich viele hochrangige Wissenschaftler (und Politiker) WELTWEIT und aus vielen Disziplinen mit dem Prinzip der „Herrenrasse“ (und dem Rest) beschäftigt.
    Da wurde schon kräftig vorarbeit geleistet, insofern ist es überhaupt nicht überraschend das solche Inhalte schon in den 20er und 30er Jahren literarisch verarbeitet wurden.
    Die Nazis haben die Rassenlehre NICHT erfunden, allerdings haben sie sie (am konsequentesten) angewendet und „perfektioniert“.

  4. blub sagt:

    Den Adolf hätte man schon viel Früher auf den Mond schiessen müssen

  5. Portos sagt:

    NS Sci-Fi erlebt gerade seine Auferstehung. Siehe hier:

    http://www.stahlfront.de/index.html

    Über dieses Machwerk wird schon heftig diskutiert. Einfach mal bei Google nach Stahlfront suchen.

  6. Sparkiller sagt:

    Schön finde ich aber, daß man von „Stahlfront“ eine 183-seitige Leseprobe des 192-seitigen Romans („Jetzt kaufen! Die spannende Auflösung auf den restlichen 9 Seiten!“) anbietet. Und eigentlich mag ich solche Was-wäre-wenn-Geschichten ja sehr, wääääre ich nach der empfohlenen Google-Suche nicht hier drüber gestolpert:

    http://oliblog.blogg.de/eintrag.php?id=1534

    Banane ist es schon irgendwie, daß es sich ja doch um einen deutschen Autoren handelt, anstelle eines Amis dessen Feinde (!) eine Veröffentlichung in den Staaten verhindern.

    Passend hierzu und zum Thema des Artikels lese ich übrigens gerade die 8-teilige „Worldwar“-Reihe des Autoren Harry Turtledove (toller Name!), wo es um die Invasion Außerirdischer während des zweiten Weltkrieges geht. Kein Meisterwerk, aber sehr unterhaltsam. Gerade, weil die Invasoren nicht strunz-böse sind und auch mal die Leute vom roten Kreuz ihre Arbeit machen lassen. (Und sich zur Entspannung ab und zu eine Prise Ingwer in die Nasenlöcher ziehen. Also immer schön das Gewürzregal unter Verschluß halten, wenn die grünen Männer landen!)

  7. Klapowski sagt:

    Über Stahlfront hatte ich tatsächlich noch nichts gehört. Was aber tatsächlich wohl nur ein Versäumnis ist, das ich auf meinem Lebenslauf gleich unter dem Eintrag „Mal in einem Gleisbett übernachten“ parken würde. Und wenn man den eh schon braunen Inhalt mal außen vor lässt, ist der erste Band auch noch Scheiße geschrieben.

    Ich bin ja kein RICHTIGER Sprachfetischist (zumindest gehe ich bei den wöchentlichen Vereinstreffen immer als erster) und habe daher auch kein Problem damit, wenn ein Autor auch mal VIEL mit wenigen Worten sagen kann. Aber diese Stilblüten möchte ich eigentlich nicht mehrere Stunden ertragen müssen:

    Da verwandelt sich die „hirnlose Wut der drei übriggebliebenen in panische Angst.“

    Erinnert ein bisschen an die BILD, wo einem auch immer gleich gesagt wird, dass die Staatsverschwendung „hirnlos“ und der Serienmörder irgendwie „brutal“ ist. Überrascht war ich aber von der „panischen Angst“. Das ist im Gegensatz zu den ganz und gar NICHT-panikbehafteten Angstzuständen mal was ganz anderes.

    Ich finde auch, dass man in einem besseren Roman nicht „veräppeln“ schreiben sollte, solange man „hinters Licht führen“ sagen könnte.

    Schön auch die Beschreibung, warum die „Arier“ denn nun immun gegen die Waffen der Aliens sind:

    „In früheren Zeiten hätte man sicher von Ariern gesprochen, aber wissenschaftlich betrachtet handelt es sich eben um Menschen indogermanischer Herkunft. Diese spezielle Erbinformation, die uns – Sie auch, Behrens, obwohl man es kaum glauben möchte – vor einer Versklavung durch die AIn schützt, findet man vor allem bei den blonden Völkern Nordwesteuropas. Skandinavier, Engländer, Iren, Holländer, Deutsche, Nordfranzosen und Norditaliener – sie alle haben dieses schützende Gen.“

    Ziemlich Bockmist also, der auch satzbautechnisch wie ein Klischeeverzeichnis für Romanautoren daherkommt.

    „Also waren einschneidendere Maßnahmen gefragt“

    Voll eingeschnitten oder was? Oder doch einfach nur „wirkungsvoller“?

    Fazit: Das Ganze liest sich Scheiße.

  8. bergh sagt:

    tach auch !

    @Klapowski
    Du bist aber auch vor gar nix fies.
    Bei „Stahlschädel“ , oder wie das heißt, haben mir die Bilder gereicht, um zu sagen:“BergH das ist nichts für Dich,
    das ist unter Deinem Nivea.“

    Der Rest des Artikels liest sich nicht so lustig wie sonst, aber gut ist er schon.
    Das weniger lustig liegt am Thema.

    Und mir ist scheissegal , wer den Rassenhass erfunden hat, ich will ihn in KEINER Verkleidung sehne,lesen oder hören.

    Und wir wissen alle warum duimpfbackige rechtsradikale Idioten, oft so wenig Haare haben:
    Das liegt daran, daß man einen Glatzkopf gut einfetten und in eine Körperöffnung……
    (aber lasse wir das.)

    Dann schon wieder Stargate gucken, als sich über so einen braunen Schund aufregen…

    Gruss BergH

  9. bergh sagt:

    tach nochmal !

    Sollte :
    Dann schon lieber wieder Stargate gucken….
    heißen.

    Gruss nochmal BergH

  10. Marvin sagt:

    Hey, es gibt auch sympathische Leute mit wenig Haaren auf dem Kopf. Die schaffen es sogar bis zum Sternenschiff-Kapitän.

    Und was den Rassenhass angeht, Menschen einer Bevölkerungsgruppe haben sich Vertretern anderer Gruppen schon Überlegen gefühlt, lange bevor bekannt war, was eigentlich eine Rasse ist. Ich denke, das ist eine grundsätzliche Veranlagung und nicht aus den Köpfen zu bekommen. Nimmt dann halt oft auch mal extreme Züge an.

    Und weil Robinson Crusoe so schön Erwähnung findet, Daniel Defoe beschreibt den gestrandeten Europäer und den Mann aus dem Busch auch nicht ganz wertneutral.
    Da ich von Hans Dominik nur ein Buch gelesen habe, kann ich ihn auch nicht wirklich einordnen, aber er machte auf mich eher den Eindruck eines (zu dieser Zeit) ganz normalen Deutschpatrioten, nicht extremer als beispielsweise Karl May. Wobei bei diesem der Rassismus teilweise schon etwas nervig war.

    Und ich finde den Artikel lustig. Man kann das Thema durchaus mit Humor behandeln. Hilft zwar auch nicht, braune Idioten zu stoppen, ist aber immer noch besser als weinerliche
    Historien-Selbstgeißelung.

  11. Donald D. sagt:

    @ bergh:
    Dein Satz von oben („Dann schon lieber wieder Stargate gucken….“) klingt in meinen Ohren so, als würdest Du Nazikrempel hassen (was ich völlig unterstütze), aber Stargate nur sehr wenig besser findest, als den braunen Mist. Ich hoffe doch, daß ich mich da irre, bzw. Du Dich nur wieder, wie so oft, schwerverständlich ausgedrückt hast.

  12. bergh sagt:

    tach nochmal !

    Die braunen hasse ich nicht,
    soviel Emotion sind die gar nicht wert ;-)

    Stargate mag ich sehr.
    Ich wollte ausdrücken, daß ich liebr Stargate gucke bevor ich mich noch mehr aufrege.
    Aufregung hatte ich heute genug.

    Ich wollte schon emails mit
    Sehr geehrte A*schl***“ anfangen.

    Gruss BergH

    AXO Wer bei Menschen von Rassen redet ist doof.
    Es gibt nur eine Rasse Menschen.(Punkt)

    Beweis ?
    Alle Unterarten sind unetereinander (ver-)mischbar.
    Haut und Haarfarbe ist KEIN Rassemerkmal.
    Aber so dämlich sind die Braunen,
    daß selbst Jahrzehnte später,
    dieser Unsinn immer noch nachgeplappert wird.

  13. must sagt:

    Öhm, aber Rassen sind doch grundsätzlich mischbar….man hat schon Schäferhunde mit Pudeln und das vor der Apotheke …
    Ursprünglich galt mal, dass ein Arten nicht kreuzbar wären, das wurde inzwischen auch relativiert.

    Was aber Quatsch ist und bleibt, dass eine Rasse Mensch besser, schöner, schlauer wär als die andere.

  14. bergh sagt:

    @must
    Du plapperst genau diesen hinrlosen Scheiss nach.
    Beim Menschen gibt es (lebend) nur genau eine Rasse und zwar den Homo Sapiens.

    Alles andere sind Abweichung innerhalb der Rasse Mensch. Alleine deshalb ist dieses ganze Rassengelaber schwach sinnig.

    Und der Einwohner von Afrika muß einfach akzeptieren,
    daß so ein hinrnamputierter (Neo-)Nazi zu selben Rasse gehört wie er selber,
    auch wenn es ihm nicht passt.

    Ist hirnamputierter (Neo-) Nazi eigentlich ein Euphemismus ?
    Weil Nazi beudeutet doch schon per se , daß da kein Hirn drin ist, oder ? ;-)

    Gruss BergH

  15. must sagt:

    Ich plappere hirnlosen Scheiss nach ? Na wer fing denn mit dem Vermischung von Arten und Kreuzbarkeit an ? Das ist doch nun echt das schwächste Argument GEGEN einschlägige Rassentheorien …Entschuldigung, aber das stößt mir echt sauer auf !

  16. Shaolin sagt:

    Danke, BergH!!!
    Auf so eine Reaktion gegen die Benutzung des Begriffes „Rasse“ warte ich schon eine ganze Weile. Meiner Meinung nach wird durch den Begriff die Ideologie der Idioten ( :D ) schon beinahe auf ein (pseudo-)wissenschaftliches Fundament gestellt!

  17. manatos sagt:

    hmm, Rasse, Art, Gattung? Ich war nie der beste in Physik, aber eins weiß ich: die Zeit und der Zeitgeist sind keine Entschuldigung für eine möglicherweise irregeführte Ideologie oder Leitkultur! Ich will genausowenig, dass ein Mensch einem anderem oder einem Tier unnötiges Leid (ich weiß, Interpretationssache!) zufügt. Gammelfleisch und Über- bzw. Unterernährung gäbe es nicht, wenn am jeweiligen Ort nur jeweils so viel wie nötig zur Verfügung gestellt werden könnten. Dann hätte auch keiner in geringster Weise ein Platzproblem…

    Wer jetzt denkt das wäre wirr und zusammenhangslos, der kann mir gerne versuchen das Gegenteil zu erläutern.

    Felis silvestris (Wildkatze) kann genauso mit Felis cattus (Hauskatze) wie mit Lynx lynx (Wildluchs) Nachkommen zeugen, allerdings sind nur die mit der Hauskatze zeugungsfähig.

    Panthera leo (Löwe) und Panthera tigris (Tiger) sind in bestimmten Fällen auch in der lage zu zeugen, allerdings konnte ich bis dato keine lateinische bezeichnung dafür finden…

    Und es gibt noch weiter Beispiele: Pferd mit Esel, Zebroide, Blauwal mit Pottwal, Schaf und Ziege, Kamel und Lama, oder sogar Wolphine… (Wen’s interessiert: http://de.wikipedia.org/wiki/Hybride )

    Diese Hybriden stellen für mich klar, dass es im Tierreich (und das sind Menschen schließlich auch, Tiere, Nacktaffen sozusagen) keine Grenze gibt, die nicht zu Gunsten der Fortpflanzung verschoben werden können. Deswegen wird es aber wohl keinem Menschen einfallen zu versuchen sich mit einem Bonobo (genetisch dem Menschen am ähnlichsten) fortzupflanzen. Warum? Ist das unetisch? Ist das Pervers? Wer hat warum solche Regeln aufgestellt und warum werden solche Regeln dann noch auf die Spitze getrieben indem man Homo sapiens in noch weitere „Rassen“ zu unterteilen versucht? Weil der Mensch eben so ist? Schwache Entschuldigung, oder?

    So jetzt genug, ich geh jetzt kurz in den Zoo, meine Eltern besuchen. ;)

    Cpt. Manatos
    NCC 30580 Mantan

  18. Marvin sagt:

    Schöner Beitrag, manatos, wenn auch etwas wirr (auf eine Erläuterung verzichte ich aber). In der Tat sind die unterschiedliche Rassen mit einander kreuzbar. Ob noch eine Unterscheidung bezüglich der Fruchtbarkeit der Nachkommen gemacht wird, dazu hab ich auf die Schnelle nichts gefunden, müsste man mal einen Biologen fragen.

    Bei bergh scheint das Thema sehr auf die Nieren zu schlagen, so viel Emotionalität zeigt er hier doch sonst nicht. Aber er hat Recht, dass es nur eine Menschenrasse gibt, den homo sapiens sapiens, auch wenn ich beim Blick in die Gesichter mancher Mitmenschen (besonders morgens) meine, den ein oder anderen Vertreter der homo sapiens neanderthalensis zu sehen.

    D.h. der Begriff der Rasse wird irreführend verwendet, bzw. es gibt einen Unterschied zwischen ideologischer und biologischer Definition, wobei laut wikipedia letztere nicht mehr verwendet wird. Aber eine Unterteilung in Subspezies oder Ethnien ist durchaus legitim. Und was spricht dagegen, die Gruppen der Menschheit hinsichtlich ihrer Merkmale (die es doch ganz offensichtlich gibt) zu unterscheiden? Und natürlich kann man sogar Überlegungen anstellen (am Stammtisch oder so) inwieweit eine Gruppe einer anderen (in welcher Form auch immer) Überlegen ist, wobei Lebensumstände und Ernährung hier die Haupt- wenn nicht gar die einzigen Ursachen darstellen.
    Interessant ist, dass physische Unterschiede allgemein anerkannt sind (sind auch schwer zu leugnen), aber sobald über die intellektuelle Leistungsfähigkeit spekuliert wird, ist das Geschrei groß. Dabei dürfte der Zusammenhang ähnlich wie bei den körperlichen Eigenschaften sein. Allerdings wird sich hier wissenschaftlich nicht viel machen lassen, da (von der Zweckmäßigkeit mal abgesehen) es schwer sein dürfte, eine statistisch geeignete Menge an Personen deutlich unterschiedlicher Abstammung mit weitestgehend gleichem Bildungs- und gesellschaftlichen Hintergrund zu finden.

    Solange keine Unterscheidung bezüglich des Wertes einer Gruppe vorgenommen wird, sehe ich auch kein Problem. Und mit Ideologien (egal welchen) habe ich sowieso meine Schwierigkeiten, da sie immer eine einseitige Betrachtungsweise mit sich bringen.

  19. manatos sagt:

    Ich muss ehrlich sagen, dass mir das nicht nur auf die Nieren geht.

  20. Marvin sagt:

    Du kannst Nieren auch durch Herz, andere innere Organe oder Nerven ersetzen, gemeint ist hier das Gleiche.
    Blöd, dass es das Problem immer geben wird. Denn die meisten Menschen wollen besser sein als andere, und da der Mensch ein Herdentier ist, wollen sie in Gruppen besser sein als andere. Das nennt sich dann Ideologie. Wird manchmal auch mit einem klerikalen Hauch versehen und dann als (einzig wahre) Religion bezeichnet.

  21. manatos sagt:

    Dazu fällt mir nur ein Spruch ein, den ein weis(s)er, wenn auch stockbesoffener Ungläubige mal zu mir gesagt hat:
    „Töten für Frieden ist wie Ficken für Jungfräulichkeit!“
    Das war es, was ich verstanden habe (es kann auch etwas ganz anderes gewesen sein, bei sich übergebenden besoffenen Menschen weiß man das nie so genau…) und ich finde darin liegt die einzige Wahrheit, die wir für die Zukunft brauchen: Wir wollen leben und zwar möglichst nicht als Jungfrau! :)

    Und wenn das jetzt nicht Satirisch war schneid ich mir den Schnipel ab und steck ihn in den Mixer… PROST!

    MfG
    Cpt. Manatos
    NCC 30580 Mantan

  22. Peter Lustig sagt:

    Marvin’s Text trifft die Sache wohl am besten.
    Eine Unterscheidung nach Ethnien beim Menschen ist völlig Legitim, eine Unterscheidung nach rasse gibt es nicht, weil du als Mitteleuropäer genauso mit einem Afrikaner, einem Indio oder einem Australier eine Familie gründen kannst, deren Nachkommen Zeugungsfähig sind.
    Die Tatsache das sich im Tierreich unterschiedliche Gattungen einzelner Arten gebildet haben (siehe Katzen Beispiel manatos) hängt mit der Anpassung an unterschiedliche Lebensräume zusammen.
    Diese Anpassung ist beim Menschen naturgemäß auch von statten gegangen, hatte aber nie genug Zeit sich irgendwo so weit zu mannifestieren das sich irgendwo Paarungsschranken ausgebildet haben, sprich sich der Indio nicht mehr mit dem Afrikaner paaren könnte. Dafür is der moderne Mensch einfach viel zu kurz auf unserem Planeten.
    Und dank der globalisierung wird es wohl auch nicht mehr zu einer Gattungsabspaltung kommen, schließlich gibt es schon viel mehr „Mischlinge“ als man so meint (siehe „weiße“ Farmer im Süden der USA).
    Ich bin allerdings der Meinung das man ruhig nach Ethnien unterscheiden sollte, viele Ethnien bestehen da ja auch drauf (siehe Indianer, Indios, austr. Ureinwohner). Der Ethnische ursprung ist dabei allerdings eine kulturelle Frage und nicht eine der Intelligenz oder des „Wertes“.
    Der gemeine mitteleuropäische Christ ist ja auch eine Kulturgemeinschaft die in weiten Zügen auf ihrer Integrität besteht. Wir würden ein großes Stück unserer Vielfalt aufgeben wenn wir alle Menschen gleich machen wollten (und damit der katholischen Missionsarbeit ein gutes Stück entgegenkommen, welche sich im 19.Jhrd. mit allen mitteln für eine „Gleichmachung“ von Kulturkreisen eingesetzt hat!!)

  23. Bahnhof sagt:

    Willkommen im Jahre 2007. Bioglogischer Rassismus ist passé, statt dessen erleben wir das Revival des Ethnozentrismus und die Blüte des kulturellen Rassismus.

    Leider berücksichtigen weder Marvin noch Peter Lustig, dass es keine statischen Kulturen gibt. Kultur ist immer im Wandel begriffen und Ethnien und Völker sind häufiger politische und mediale Konstrukte, als sinnvolle Unterscheidung von Bevölkerungsgruppen.

  24. Marvin sagt:

    Da hat er Recht, der Bahnhof, bis auf den Teil mit dem berücksichtigen.
    Kulturen entwickeln sich in der Tat, vermischen sich, sterben aus. Allerdings erfolgt all dies über größere Zeiträume, so dass man innerhalb eines Menschenlebens durchaus von einer gewissen Statik sprechen kann. Hinzu kommt, dass Kulturen bzw. deren Vertreter vielfach darauf aus sind, sich bzw. ihre Kultur zu bewahren.

  25. bergh sagt:

    tach auch !

    @must
    Müssen wir noch was klären?
    Ich meine , dass alleine die Verwendung des Begriffes Rasse beim Menschen,
    wenn möglicherweise auch ungewollte, braunes Sprachtum ist.

    Beispiel gefällig ?
    Ich benutzte früher den Spruch:
    „Nich so eine [Synonym für Semiten] Hast“
    Bis mich jemand darauf aufmerksam machte.
    a.) Ob ich denn statistisch gesicherte Beweise dafür hätte , daß Juden hasten?
    b.) Warum ich das benutze (So von einer Generation über mir übernommen.)
    c.) usw.

    Ich habe damit ungewollt braunes Sprachtum benutzt und tue das heute möglicherweise immmer noch.

    Jetzt klarer ?

    Gruss BergH

  26. claudi sagt:

    Hallo,
    ich habe da mal eine bitte und zwar habe ich bald zwischenprüfung und mein thema ist SF und das werk druso von friedrich freksa. Meine beiden themen sind das werk zwischen sf und utopie und das werk im schulunterricht…vllt. kann mir jemand helfen und ideen liefern oder ähnliches weil ich habe wirklich keine ahnung :-(
    lg.

  27. Klapowski sagt:

    Ideen liefern: Siehe meinen Artikel oben (einfach rauskopieren und vorlesen, merkt kein Mensch!)

    Ansonsten: „Druso“ lesen könnte helfen.

    Dann ein bisschen was zur allgemeinen Entstehung von SF erzählen ( http://www.zukunftia.de/artikel/489/klapos-telekolleg-die-geburt-der-science-fiction/ ) und einer 1 Plus mit Sternchen (und fremden Planeten) steht nur noch das eigene Stotter-Problem beim Vortragen entgegen…

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Brandneues
Gemischtes
Newsletter
Arschiv
Zum Archiv unserer gesammelten (Mach-)Werke.
Büchers
Jenseits der Goetter

Jenseits der Macht