Film- und Serienkritiken

Ernsthafte News & Kritiken zu Film und Serie.

Gastreview: „Battlestar Galactica“ (2004)

, Gastreview: „Battlestar Galactica“ (2004)

Nach viel zu langem Liegenlassen folgt heute der Gastartikel von Tobias H. zum Thema „Battlestar Galactica“ in der „neuen“ Emo-Edition. Dass ich selbst kein Fan der Serie bin, hat sich ja vielleicht rumgesprochen – laut genug rumgebrüllt habe ich ja auf den Nachbargrundstücken… („Nepp! Schwachsinn! Bauernfängerei!“) Aber was soll man auch von einer Serie erwarten, in der Roboter-Doppelgänger eigentlich Zwillinge sind (denn: nicht mal Bluttests helfen weiter!) und am Ende eh nur alle auf den sonntaglichen Kirchgang warteten? Doch ist Tobias H. der gleichen Meinung…?


Ein Gastartikel von Tobias

Was? „The Expanse“ soll die beste Sci-Fi-Serie seit dem Galactica-Remake sein? Das zumindest prangt auf den Discs drauf. Moment mal, war die Neuauflage von Galactica eigentlich SO toll?

Ich hätte skeptisch sein müssen, denn in meinem DVD-Schrank steht die Gesamtbox seit dem ersten Durchsehen und hat eine beeindruckende Staubschicht angesetzt. Dass daneben die TNG-Boxen stehen und tadellos staubfrei sind, ist womöglich eher meinen Seh- als Putzgewohnheiten geschuldet. Aber na schön, nach über 10 Jahren kann man mal einen Rewatch wagen. Nachdem ich vor einer Weile die Ur-Serie durch hatte, musste das hier aus Gründen der Vollständigkeit einfach sein.

Die Miniserie / Pilotfolge des neuen Battlestar Galacticas umfasst 3 Folgen von je 40 Minuten und, wie schon bei dem Vorgänger, fand ich den Start mit am besten. Die Figuren wurden insgesamt sinnvoll verändert. Tigh ist ein trinkfester Arsch, Adama ein weiser Militarist und Starbuck ist, im Grunde wie in den 70ern. Nur halt in weiblich. Daneben hat man mit der großartigen Mary McDowell auch die (Not-)Präsidentin der 12 Kolonien mit dabei, welche zu den interessantesten Figuren der ganzen Serie zählte.

Leider sieht es bei Dr. Baltar nicht so gut aus. Der schön overactende John Collicos von damals ist Geschichte. Hier bekommt man nun einen halluzinierenden Intellektuellen, der wirklich allen Frauen nachstellt. Von Anfang an eine anstrengende Figur. Seine imaginäre Freundin, Nummer 6, ist da nicht besser. Okay, das pseudeoreligöse Geschwafel gab es im Original auch, aber da war es nicht so richtig ernst gemeint.

, Gastreview: „Battlestar Galactica“ (2004)

„Ey, Du Toaster links von mir bist mir technisch klar unterlegen!“ – „Ach ja? Dafür langweilst Du Angeber rechts von mir total.“ – Längst nicht alle Neuerungen waren gelungen. Die Zylonen waren sogar besonders negativ betroffen. Allerdings sind die metallischen Vertreter etwas ausdrucksstärker als ihre menschlichen Varianten.

Der Rest des Pilotfilms ist gut gelungen. Die Galactica wird hier selbst zu einer Hauptfigur, denn man hat sie gut angepasst. Artilleriegeschütze ersetzen die Laser und Funkgeräte sind ein Fremdwort, denn hier wird eine dicke Ringelschnur an alles getackert, was auch nur entfernt nach Technik aussieht.

Irgendwie hat man das dann aber bei der Kleidung wieder vermasselt, denn zumindest etwas anders als zu unserer Zeit kann sie dann bitte doch aussehen. Besonders gelungen war aber die Erklärung, dass die Galactica aufgrund ihrer alten Technologie gegen zylonische Hackingangriffe quasi unempfindlich ist, während der Rest der 12 Kolonien in Flammen aufgeht, nachdem die Zylonen zugeschlagen haben.

Blöd nur, dass dieses alte Schiff schon zum Museum umgebaut wurde (nur echt mit Souvenirshop in der Landebucht). Also „springt“ man (so nennt man das hier – ganz untechnisch) zu einer Depot-Raumstation und macht die alte Kiste wieder kampftauglich. Die Überlebenden kommen auf einer Handvoll Schiffe zu der Galactica – und nach einer genialen Fluchtsequenz ist man dann auch schon unterwegs, um die Erde zu suchen.

Diese verlorene 13. Kolonie, welche es irgendwo geben soll.

Das entpuppt sich zwar schnell als eine Ausrede des Commander Adama (man braucht halt Hoffnung), aber was soll’s. Die Zylonen beginnen unterdessen mit ihrer Verfolgung. Diese haben diesmal einen Trumpf mit dabei, denn es gibt 12 Modelle, die von Menschen kaum zu unterscheiden sind. Und die sind sich ihrer Zylonigkeit teilweise nicht mal bewusst. Somit kann es in der Flüchtlingsflotte vor Attentätern und Agenten theoretisch nur so wimmeln…

Der Pilotfilm macht wirklich Lust auf mehr. Ich war damals gespannt, ob man dieses Niveau halten kann und blieb dran.


Staffel 1

Die erste Staffel ist mir persönlich immer noch am liebsten. Die Bedrohung durch die Zylonen ist sehr real und überall kann man Verzweiflung und Mangel beobachten. Die zusammengeworfenen Figuren taktieren an allen Fronten und kaum jemand macht sich hier die Hände nicht schmutzig. Der Konflikt zwischen der militärischen und der zivilen Führung ist dabei spannend gezeichnet. Besonders gut waren das zermürbende „33 Minuten“ oder auch die Episoden um Kobol („Kobol I+II“).

Leider erfolgen hier bereits die ersten Warnsignale. Baltar’s Visionen sind z.B. eher störend als spannend. Die Episode „Die Hand Gottes“ ist dann auch schon ein Vorbote der ganzen späteren Probleme. An und für sich eine Superfolge, aber durch religiösen Quatsch unnötig untermauert. Trotzdem machte mir der Start Spaß und am Ende wird dann sogar Adama angeschossen – von einer aktivierten Zylonenagentin. Ein genialer Cliffhanger! Insgesamt ein starker Beginn!

, Gastreview: „Battlestar Galactica“ (2004)

Bewiesen: Kampfroboter haben die USA in den 80ern heimgesucht! – Nein, halt dieses Bild zeigt in Wirklichkeit den Angriff von Kampfrobotern auf eine weit fortgeschrittene Kultur, bei der aber alles wie in den 80ern aussieht. Weshalb man nicht nur die Galactica selbst, sondern alles auf alt trimmte, wird wohl auf ewig ein Rätsel bleiben.


Staffel 2

In der zweiten Staffel stellten sich dann schon gewisse Ermüdungserscheinungen ein, obwohl es noch genug Positives gab. Der absolute Höhepunkt war für mich das Treffen mit dem zweiten überlebenden Kampfstern, der Pegasus. Der Trekkie in mir freute sich über Fähnrich Ro (Michelle Forbes), die hier als gnadenloser Admiral Cain glänzen konnte.

Immer weiter spitzt sich der Konflikt zwischen den beiden Kampfstern-Führern und deren Mannschaften zu. Nur am Ende nahm man dann die billige Abkürzung einer Ermordung Caines durch eine Zylonin. Schade, diesen Storybogen hätte man ruhig bis zum bitteren Ende führen können. Überhaupt sind die Menschen hier interessanter als die Zylonen. Diese tuckern hinter der Flotte her, greifen planlos an, schwafeln über den „einen Gott“ oder machen skurrile Experimente.

Der vielbeschworene „Plan“, zerfasert immer mehr, aber es gibt noch genug interessante Ideen, um weiterzusehen. Die Staffel endet dann mit der Landung der Flotte auf Neu-Caprica und einem schön inszenierten, aber erfolglosen Wahlbetrug. Ein trostlose Welt, die aber so viel besser ist als die Enge eines Raumschiffs. Blöd nur, dass die Zylonen die neue Kolonie etwas später finden. Eigentlich könnten diese die Menschen nun vom Orbit aus wegbomben, aber stattdessen erobert man die Kolonie, weeeil … ?


Staffel 3

Hier wird es nun konfuser. „Galactica“ offenbarte hier auch seine Kernschwächen, die zu erkennen ich lange brauchte: man hängt als Zuschauer nicht besonders an den Charakteren und merkt zusehends, dass die Macher keine Ahnung hatten, wohin es eigentlich gehen sollte.

Der starke Start auf der Kolonie Neu-Caprica ist noch sehr spannend und hat so viel an kontroversen Dingen anzubieten, dass man ein komplettes Philosophie-Semester damit hätte füllen können. Spätestens nach der Flucht von der Kolonie stellte sich bei mir aber Überdruss ein. Baltar (nun Ex-Präsident) kommt auf ein Zylonen-Schiff. Diese suchen ihrerseits einen Menschen-Zylonen-Hybriden in Form eines putzigen Kindes, es gibt Affären über Affären, alles ist depressiv und kaputt.

Womöglich ist das auch der Grund für die am Anfang genannte Staubschicht: Irgendwann hat man genug von dieser humorbefreiten Depri-Darbietung gesehen. Wohltuend TNG-ig waren da noch die beiden späten Folgen „Virus“ und „Immun“. Absolut unnötig und wahllos kommen aber solche Dinge wie „Der Ring“ oder „Bis nächstes Jahr“ daher. Nein, eine Serie wird nicht gut, nur weil ALLE Figuren gebrochene Menschen mit viiiielen Problemen sind. Ich vermisste hier wirklich die Leichtigkeit (und manchmal sogar die Qualität) des Originals.

, Gastreview: „Battlestar Galactica“ (2004)

„Mein alter Freund, Du hat die Serie bis zum Ende geschafft. Das sieht man Dir auch deutlich an.“ Nach einer fünften Staffel hätte man auch mich problemlos in die Galactica-Mannschaft stecken können.


Staffel 4

Hier wird echt der Raider abgeschossen.

Starbuck stirbt und wird quasi ein Engel, Baltar begründet eine Sekte, das Hybrid-Kind ist eine Heilige und so weiter. Wirklich, hier nicht abzuschalten war gar nicht so einfach für mich. Die wenigen guten Einfälle – wie etwa der Zylonen-Bürgerkrieg und die Allianz mit deren Abtrünnigen mit den Menschen – retteten es einfach nicht. Das eigentliche Highlight waren die beiden Folgen „Die Lunte brennt“ und „Blut in der Waagschale“. Ein kleines, spätes und –natürlich- finsteres Finale vor dem echten Finale.

Hier wird man Zeuge einer sich lange anbahnenden Meuterei. Die finale „Götterdämmerung“ sollte dann alles auflösen. Die Sache mit den letzten fünf, das mit der Erde, Gott und die Welt, 42…

Man bekam dann durchaus auch was für die Augen geliefert und mächtig was auf den Intellekt geboxt. Weshalb man das letzte Schlachtschiff für die Rettung eines Kindes(!) auf eine aussichtslose Mission sendet oder warum plötzlich so viele Sachen keine Rolle mehr spielen, das ist dann auch egal.

Der Engel Starbuck hat dann eine Vision und lässt die arg angeschlagene Galactica dann endlich zur echten Erde springen. Hier trifft man dann auf ein göttliches „Wunder“ (O-Ton): Dort leben primitive Menschen, denn Galactica spielte 200.000 Jahre vor unserer Zeit. Die nachgeholte Kolonialflotte entlädt die Überlebenden und dann gibt man noch flugs ALLE Technologien auf, denn diese sind ja BÖÖÖÖÖSE. Die Serie schließt mit Visions-Baltar und Visions-Nummer Six, die in unserer Zeit als Engel (schon wieder), den Aufstieg unserer Roboter beobachten können.

Natürlich wurde das alles von dem einen Gott abgesegnet. Der Mann muss einen kruden Sinn für Humor haben. Hat er wirklich Millionen Jahre Evolution gestartet, um so etwas sehen zu können? Ein pseudoreligiöser und völlig peinlicher Abschluss, der davon ablenken sollte, dass man keine Ideen mehr hatte oder gar niemals gehabt hat.


Fazit:

Was bleibt nun von der so schön gestarteten und so übel abgestürzten Neuauflage? Nicht viel, würde ich sagen.

Vermutlich wird die Box bald wieder verstaubt sein. Der Mangel an einem Konzept ist irgendwann zu offensichtlich, die Figuren sind durch ihre Affären und Probleme zwar menschlicher, aber keineswegs interessanter als im Original und die offensichtlichen Bekehrungsversuche lassen mich dann doch zu Picard aufblicken, der in seinem persönlichen Bewertungssystem der kulturellen Entwicklung für „religiös“ gleich mindestens 100 Punkte abzog.

Die andauernde Niedergeschlagenheit und allgemeine Hoffnungslosigkeit machen dann den Rest – die, und Baltar’s Visionen. Das neue Galactica eignet sich gut für einen Abend mit den Highlights: dem Pilotfilm, die Pegasus-Folgen oder Flucht von Neu-Caprica und kann da auch voll überzeugen, aber in seiner Gesamtheit sieht es mau aus. Die stets wunderschöne Musik von Bear McCreary oder die insgesamt guten Schauspieler können davon auch nicht ablenken.

Engel? Visionen? Höhere Wesen? Porno-Darsteller? Egal wie man es gerne hätte, sie bleiben eine billige Ablenkung von der Konzeptlosigkeit im Finale.

Es gab noch Nachfolger in Film-Form. Das waren solche Perlen wie „The Plan“ oder die Mini-Kurz-Episoden-Ergüsse in „Blood and Chrome“. Die kann man sich getrost sparen. Hier wird nichts erzählt, was die Serie groß bereichert. Lediglich der Film „Razor“ ist einen Blick wert, denn er erzählt die Geschichte der Pegasus und kann mit einer guten Hauptfigur aufwarten.

Die ganz harten Fans können dann noch in die Prequel-Serie „Caprica“ reinschauen, die nach nur einer Staffel endete. Das ist aber ein anderes Review.


Weitersagen!

Artikel

von Klapowski am 22.11.20 in Gastbeitrag

Stichworte

Ähnliche Artikel


Kommentare (25)

nach unten springen
  1. Scholli67 sagt:

    Erstmal Danke für diese Review und dass wir mal kurz über was anderes diskutieren können als diesen Champignon-Pizza Cutter voller Grundschüler.

    Ich hab Battlestar Galactica erst vor ein paar Jahren „entdeckt“.
    Der Auftakt ist wirklich ziemlich spektakulär. War selten so angenehm überrascht von einer Serie.
    Ich finde, dass selbst die „Meh“-Anteile immer noch besser sind als vieles was einem heutzutage so aufgetischt wird. Ja die Dame in Rot nervt gelegentlich gewaltig, aber da wird schon was tiefschüfendes dahinterstecken. Oder etwa nicht? Wehe!

    Die letzte Staffel hab ich immer noch nicht gesehen, weniger aus Angst, dass die Mumpitz ist – obwohl diese Angst scheinbar doch nicht ganz unberechtigt wäre – als vielmehr, dass es dann eben vorbei ist. So hab ich immer noch was, auf das ich mich freuen kann.
    Das macht wahrscheinlich nur in MEINEM Kopf Sinn.

    Frage am Rande:
    Ich hab mal irgendwo aufgeschnappt, dass der Showrunner am Anfang überhaupt keinen Plan für das Ende bzw. das große Ganze gehabt haben soll und einfach mit der zugegeben tollen Ausgangssituation losgelegt hat „und dann schaun ma mal wohin das so führt …“.
    War das wirklich so?
    Das wäre ja Anlass für ein paar Sorgenfalten auf der Stirn.
    Sowas geht ja meist nicht gut.

    • Zuse sagt:

      Zur Frage am Rande: Ronald D. Moore ist da gerne auf Sicht gefahren im dichten Nebel. Es gab zur Orginalausstrahlung damals ’nen Produktionsblog, wo sowas relativ offen geschildert wurde.

      Antworten
    • Donald D. sagt:

      Vom Ende war zumindest ich mehr als enttäuscht. Obwohl „BSG“ besser als „Disco“ und „Picard“ ist, habe ich bis jetzt nie Lust gehabt, die Serie nochmal anzuschauen. Manches war rückblickend betrachtet auch hier einfach zu bekloppt.

      Antworten
    • Kazairl sagt:

      Der Twist am Serienende war zumindest fragwürdig. Es wollte dieser clevere Twist sein. Na gut, es war ein besserer Twist als jeder Kurtzman-Twist und nicht von der ersten Sekunde an vorhersehbar, aber diese Kreislaufstory fand ich dann doch zu weit hergeholt.

      Antworten
    • Kuhbaert sagt:

      Eigentlich ist der Twist genial, weil ab jetzt jedes Prequel Reboot whatever irgendwie in den Kanon passt ohne das wer meckern kann.

      Antworten
  2. Simon Wright sagt:

    Unter Trivia auf imdb.com findet sich zum Produktionsprozess folgendes:
    „Ronald D. Moore and David Eick have said they adopted a largely improvisational style of developing stories for this series. Rather than plot out story arcs years in advance – a practice commonplace on sci-fi shows like Lost (2004) – the writers develop ideas for stories based solely on the themes present in current episodes, and try to take them in a totally unexpected direction.“

    So ähnlich soll es ja auch bei der beliebtesten Serie der nächsten 900 Jahre zugehen. Ist mir aber vollkommen ein Rätsel, wieso das jemand für eine gute Idee hält. Nicht nur, das vergangenes und zukünftiges komplett egal dabei sind, es macht den Zuschauern auch mehrmaliges Ansehen zur Hölle. Vielleicht wird man beim ersten Mal noch von diversen Actionszenen und Plottwists geblendet, aber nach einer Weile funktioniert das doch einfach nicht mehr. Und eigentlich will man doch ständige Wiederholungen, DVD-Verkäufe und Flutwellen an Merchandise loswerden. Ständig die Erwartungen des Zuschauers zu untergraben ist dabei doch nicht wirklich hilfreich.
    Wobei ich mir bei Battlestar Galactica immer noch die ersten zweieinhalb Staffeln ansehen kann, dann wird es mir aber zu blöd, zu depressiv, zu unlogisch. Und wenn man dann immer noch auf den großen Plan der Zylonen wartet ist man eben auch selbst schuld. 2017 hat Moore dann auch zugegeben, dass dieser Anfangssatz nur zum Zuschauereinfangen gedacht war und nichts und niemand dahinter steckte.

    • Kazairl sagt:

      Ich mag die Serie zwar, aber dennoch frage ich mich immer noch, was dieser ominöse Plan der Zylonen war. Das wurde nirgedwo erklärt und anstatt das zu klären, glitt die Serie immer weiter in Pseudo-Wissenschaft und Religions-Bullshit ab.

      Antworten
    • Stoffel sagt:

      Der „Plan“, hust, hust wurde aufgegeben. Das war alles dann den bösen Cavil(?) in die Schuhe geschoben worden. Gab dann dazu noch nen Film. Aber ja, so richtig wurde das nicht aufgelöst, die hatten keinen Plan vom Plan.

      Antworten
    • Dingens sagt:

      Für mich war die Serie eine komplett neue Erfahrung, was serientechnisch so geht (ich war halt auch kein großer Fernseher), und ich war größtenteils sehr begeistert. Ich fand auch die mystischen Elemente ok. Damals.

      Aber was mich wirklich, wirklich gewurmt hat, war, dass die Zylonen im Endeffekt eben keinen Plan hatten. Wenn man positiv gestimmt war, konnte man da halt reinerzählen, dass auch die Zylonen keine besseren Wesen als die Menschen waren, dass sie genauso Schwächen und Fehler hatten.

      „And they have a plan…“ wurde vom allwissenden Erzähler-Teaser einfach auf die Menschenperspektive umgedeutet, die glauben, dass die Zylonen einen Plan… ach was solls. Das fand ich als Zuschauer echt schade.

      Antworten
  3. Serienfan sagt:

    Es gab nie einen Plan. Moore: „For the next 14 years of my life people have asked me ‚What was the plan?‘ There was no … plan.“

    https://www.latimes.com/entertainment/tv/la-et-hc-battlestar-galactica-reunion-atx-fest-20170611-story.html

    Ähnliches gab es bei „Babylon 5“. Sheridan wurde mehrfach und ausdrücklich, auch von Personen aus der Zukunft, gewarnt, bloß nicht nach Z’ha’dum zu gehen, weil er dort sterben würde. Nicht nur, dass er dort nicht starb, er fand dort auch Lorien, mit dessen Hilfe er den Krieg zwischen Schatten und Vorlonen beenden konnte.

  4. Serienfan sagt:

    Es gab nie einen Plan. Moore: „For the next 14 years of my life people have asked me ‚What was the plan?‘ There was no … plan.“

    https://www.latimes.com/entertainment/tv/la-et-hc-battlestar-galactica-reunion-atx-fest-20170611-story.html

    Ähnliches gab es bei „Babylon 5“. Sheridan wurde mehrfach und ausdrücklich, auch von Personen aus der Zukunft, gewarnt, bloß nicht nach Z’ha’dum zu gehen, weil er dort sterben würde. Nicht nur, dass er dort nicht starb, er fand dort auch Lorien, mit dessen Hilfe er den Krieg zwischen Schatten und Vorlonen beenden konnte.

  5. bergh60 sagt:

    Erstmal Danke für diese Review und dass wir mal kurz über was anderes diskutieren können als diesen Champignon-Pizza Cutter voller Grundschüler.

    Ich hab Battlestar Galactica erst vor ein paar Jahren „entdeckt“.
    Der Auftakt ist wirklich ziemlich spektakulär. War selten so angenehm überrascht von einer Serie.
    Ich finde, dass selbst die „Meh“-Anteile immer noch besser sind als vieles was einem heutzutage so aufgetischt wird. Ja die Dame in Rot nervt gelegentlich gewaltig, aber da wird schon was tiefschüfendes dahinterstecken. Oder etwa nicht? Wehe!

    Die letzte Staffel hab ich immer noch nicht gesehen, weniger aus Angst, dass die Mumpitz ist – obwohl diese Angst scheinbar doch nicht ganz unberechtigt wäre – als vielmehr, dass es dann eben vorbei ist. So hab ich immer noch was, auf das ich mich freuen kann.
    Das macht wahrscheinlich nur in MEINEM Kopf Sinn.

    ——————————–
    BergH60

    Du hast genau sdas ausgedrückt , was ich beim Schauen der Serie empfunden habe.

    Gute Schauspieler, Nummer 6 net anzusehen,, auch die Playb.. lassen wir das.
    Gute Tricks.
    Old School Technik. Unvernetzte Computer, weil nicht hackbar …

    Der Rest wurde immer wirscher.

    Gruß BergH

    • Stoffel sagt:

      Angst musste nicht haben. Die letzte Staffel war geil, dass Finale ist, war kontrovers, aber die Serie hatte ein nettes Ende finde ich, auch wenn es im Zusammenhang mit menschlicher Evolution etwas zu bemängeln gab, kann man sich das ja alles in nen Paralelluniversum vorstellen. Es ist sehenswert und das Ende ist ein richtiger Neuanfang. Das einzige was mich störte und das seit Beginn, war dieser Gottkram, dahingehend sind sie sich kreationistisch treu geblieben.

      Antworten
  6. Kazairl sagt:

    Die Serie an sich fand ich schon genial, nur war der Anfang besser, da realistischer und eine gute Verarbeitung der 911-Anschläge, dann jedoch wurde es immer wirrer mit Pseudo-Wissenschaft und Religionsgebrabbel, dennoch würde ich sagen, dass BSG um Längen besser ist als das, was Kurtzman-Trek uns hier seit Jahren präsentiert.

  7. Serienfan sagt:

    Natürlich hat das „Battlestar Galactica“-Remake seine Schwächen. Im Finale gab es zu viel Naturkitsch (der wieder einmal amüsant zeigt, dass ausgerechnet viele Science-Fiction-Autoren ein merkwürdig gestörtes Verhältnis zu technischen Elementen haben), und so manche „Mystery“ entpuppte sich als substanzloser Schall und Rauch, ganz besonders die Visionen um das Opernhaus.

    Dennoch war die Serie in ihren Glanzzeiten darstellerisch und stilistisch so herausragend, dass sie auch heute noch sehenswert bleibt. In ihren Höhepunkten war „Battlestar Galactica“ eine emotionale Achterbahnfahrt, die man so selten in Science-Fiction-Genre erlebt.

    Ich fand es auch beeindruckend, dass das Remake die religiösen Aspekte des Originals sogar vorantrieb und nicht etwa ignorierte. Auch wenn das Finale hinsichtlich der Auflösung groß aufgebauschter Mystery-MacGuffins enttäuschen mag, war es doch noch einmal ein episches Highlight, das die Entstehung der Menschheit als apokalyptische Weltraumschlacht inszenierte, ohne dass dabei die Charaktere zu kurz kamen. Deshalb ist die „Battlestar Galactica“ durchaus auch in seiner Gesamtheit eine runde Sache, weit mehr als die allermeisten Serien mit durchgängigen Handlungssträngen.

    • Kazairl sagt:

      Dass die Serie gut war, sieht man ja an Kurtzmans Picard. Da hat sich Team Kurtzman doch tatsächlich die BSG Storyline geklaut. Das war jedem offensichtlich, der sich mit Scifi auskennt.

      Antworten
    • TUB_Stoffel sagt:

      „der wieder einmal amüsant zeigt, dass ausgerechnet viele Science-Fiction-Autoren ein merkwürdig gestörtes Verhältnis zu technischen Elementen haben“

      Bei mir in der Physik freuen wir uns immer über neue Technik, mehr Frames pro Sekunde, mehr Auflösung, höhere Temperaturstabilität usw., jedoch die meisten Physiker die ich kenne, sind doch kritisch gegenüber der Technik. Klingt wie ein Widerspruch, der aber keiner ist. Es ist halt ne analytische Betrachtung der Welt und die Betrachtung dessen, wie Technik auf Menschen wirkt und wie sie damit umgehen. Sage nur Umweltzerstörung und Energiehunger für beschissene Smartphones, die hauptsächlich für Schnulli benutzt werden. Unsere Technik ist doch meist nichts, was die Menschen wirklich vorwärts bringt, es dient doch nur der dekadenten Ablenkung von der Eintönigkeit des zivilisatorischen Alltags. Lieber ein Aufmerksamkeitsfresser bedient, als sich den wichtigen Dingen gestellt.

      Und trotz aller Vorteile, gibt es genug Nachteile und man kann sich fragen, ob das was wir an Techni nutzen, wirklich notwendig ist, wie z.B. 4k Handy Displays, was für ein Witz.

      Antworten
    • Serienfan sagt:

      Am Ende der Serie entschließt sich die gesamte Menschheit, jegliche Technik zu vernichten und auf der neu gefundenen Erde wie der Ur-Mensch zu leben, eine Entscheidung, die man spätestens dann bereuen dürfte, wenn die erste Blinddarm-Entzündung oder auch nur ein kariöser Zahn auftritt.

      Bei allen Problemen, die technischer Fortschritt verursacht, ihn völlig von einem gewissen Reifeprozess der Menschheit zu trennen, ist absurd.

      Es ist ja so, dass manche, bei denen das Denken offenbar nicht zu den Lieblingsbeschäftigung zählt, immer wieder den langweiligen Vorwurf aufgebracht haben, Star Trek sei zu technikgläubig. In Wahrheit aber legte Roddenberry stets Wert darauf, zu vermitteln, dass selbst in einem Raumschiffzeitalter die humanistischen Eigenschaften das Wertvollste und Zielführendste sind, worüber der Mensch verfügt.

      Ein alberner „Zurück zur Natur“-Kitsch führt uns allenfalls in kindliche Traumtänzerei, das hat nichts mit einem verantwortungsvollen Umgang mit Technik zu tun, worüber sich in der Tat Naturwissenschaftlern mehr im Klaren zu sein scheinen als viele, die von Technik gar nichts verstehen.

      Antworten
    • Stoffel sagt:

      Mh, würde doch einen Unterschied zu Hochtechnologie und Haushaltswerkzeuge ziehen. Dementsprechend denke ich nicht, dass sie Zangen, Messer, Klemmen, Schraubenzieher aufgegeben haben, sondern nur die „Hochtechnologie“ in die Sonne geschickt haben, die ja Grund dessen war, was den Untergang herbeiführte.
      Bin mit dem Finale in der Hinsicht auch nicht zufrieden, da hat mir Streit gefehlt, eine Auseinadnersetzung darüber gefehlt, wie man auf dieser neuen Erde leben wollte.
      Die Entscheidung kann ich mir aber vage vorstellen, dass man alles über Bord wirft, wenn man erlebt hat wo ein Werkzeug in der Entwicklung hinführt, vom Knüppel zum Cylonen und der fast Auslöschung. Klar für uns unverständlich, stecken ja nich in der Situation, kann mir aber vorstellen, dass die Leute nach einem 3. Weltkrieg ebenso der Technik abkehren (irgendetwas die Schuld geben, Hauptsache nicht sich selbst) und nicht an die Konsequenzen denken.

      Antworten
    • Serienfan sagt:

      Wenn ich zum Zahnarzt gehe, bin ich durchaus nicht unglücklich darüber, dass der nicht nur Zangen, Messer, Klemmen und Schraubenzieher zur Verfügung hat, sondern hochtechnisierte Geräte sowie Narkosemittel, die ihrerseits auch nicht allein mit Zangen, Messern, Klemmen und Schraubenziehern allein herstellbar wären.

      Was Kriege angeht, so hat die Menschheit dafür leider noch nie Hochtechnologie gebraucht. Im China des 2. Jahrhunderts, zur Zeit der „Drei Reiche“, gab es eine Reihe von Bürgerkriegen, die 40 Mio Menschen das Leben kosteten, damals immerhin 10 Prozent der Weltbevölkerung. Die antiken Kriege waren auch nicht weniger grausam, im Gegenteil, Menschen wurden brutal verstümmelt, ganze Wiesen färbten sich rot. Auch ohne mir das im Detail auszumalen, lasse ich mir dann doch lieber eine Bombe auf den Kopf fallen.

      Antworten
    • TUB_Stoffel sagt:

      Ja und Krieg ist scheiße.
      Die Vorstellung bleibt, dass wenn da nur noch ein paar Krümel an Menschheit bleiben, dass die dann estmal die Schnauze voll haben und eventuell einen „richtigen“ Neuanfang wollen und erstmal von Technik nichts Wissen wollen, Technik die ihnen ein zivilisatorisches Versprechen auf Alter, Gesundheit, Sicherheit, Wohlstand gab, welches bitter enttäuscht wurde, da sich alles in Atompilze auflöste.

      Du tust so, als hätten sie alles, ja selbst das Wissen weggeworfen und sind nackig ohne Gepäck, ohne Ausrüstung ohne Überlebensleitfaden von dannen gezogen.
      Gut das war nicht gezeigt worden, aber es wurde auch nicht gesagt oder gezeigt das vollkomen auf Werkzeuge (Zangen, Schraubendreher, Spritzen) verzichtet wurde, nur weil man schrottreife Raumschiffe in die Sonne schickte, der Alte wollte auch ein Haus bauen, stelle ich mir schwer ohne Werkzeug vor.
      Diese Schlussfolgerung, dass die komplett auf Technik verzichten, ist weit hergeholt. Das haben die paar Szenen dazu überhaupt gar nichts hergegeben.
      Zahnarzt, tja jede Entscheidung hat natürlich ihre Konsequenzen, wenn die Leute bereit sind, diese zu tragen, warum nicht. Leider gab es keine Szenen dazu, wie man zu dieser Entscheidung gekommen ist. Man kann es sich aber vorstellen und daran ändern historische Vergleiche erstmal gar nichts. Als könnte man das Wesen des Mesnchen mit Geschichte belegen, nee so geht das nicht.

      Antworten
  8. JP1957 sagt:

    „Die Entscheidung kann ich mir aber vage vorstellen, dass man alles über Bord wirft, wenn man erlebt hat wo ein Werkzeug in der Entwicklung hinführt, vom Knüppel zum Cylonen und der fast Auslöschung.“

    Es geht ja nicht darum, was „die Leute“ sich denken, sondern denken tun in diesem Fall ja die Autoren.
    Und jeder Mensch mit ausreichend Lebenserfahrung (ab einem bestimmten Alter hat man dann auch die segensreiche Wirkung von Computertomografen, Ultraschallgeräten und hochentwickelten Operationstechniken selber oder an Familienmitgliedern kennengelernt) müsste dann wissen, dass es bescheuert ist, auf diesen Teil der Hochtechnologie zu verzichten.

  9. Mikrobi sagt:

    Das Ende war mir auch zu naiv-romantisch. Tja, und insgesamt hat mir die Serie gerade noch so gut gefallen. Insbesondere die klassischen Zylonen, die man kurz vor Ende noch schnell reingebuttert hat, haben das Ganze noch mal angehoben. Darüber hinaus freu ich mich ja schon, wenn der Weltraum schwarz ist mit weißen Pünktchen – und nicht kunterbunt. Aber so mansche Füller-Episode hat mir mittendrin doch schwer zu schaffen gemacht, allen voran in der zweiten Staffel, wo ich beinahe aufgegeben hätte.

    Bsp. die Geschichte von „The Expanse“ wirkt dazu im Vergleich um einiges gestraffter. Diese wird zwar hin und wieder auch von ihren eigenen Handlungssträngen unterbrochen, aber nicht so sehr von unnötigen Füller-Episoden.

    • Einheitskanzler sagt:

      Dafür gibt’s bei The Expanse nur Hauptcharaktere, denen man am liebsten den ganzen Tag Ohrfeigen verpassen wollte (ok, mit Ausnahme von Drummer, der will man eher was anderes verpassen). Also quasi wie bei Disco.

      Antworten

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Brandneues
Gemischtes
Büchers
Jenseits Zyklus
Arschiv
Zum Archiv unserer gesammelten (Mach-)Werke.