Film- und Serienkritiken

Ernsthafte Kritiken zu Film und Serie.

The Orville – 2.11 – „Lasting Impressions“ – Kritik

„Treiben wir es im ROM oder im RAM?“ – Endlich mal wieder eine Holodeck-Episode! Denn wo kommen ehrlich getriggerte Hormonladungen besser zum Vorschein als in ALLEN realen Landschaften und Kulissen, die in der Nähe der Fox-Studios so rumstehen? Diesmal darf sich der Pilot des Schiffs in eine unechte Frau verlieben, die nicht nur gerne singt, sondern auch die „Arie der wiedergekäuten TNG-Ideen“ schmettern kann. Bedeutet das auch für die Endbewertung dann ein … „Hohes C“?

Inhalt: Gordon bekommt von Tuvok ein Handy aus uralten Zeiten präsentiert. Da es noch funktioniert, kann der Pilot sich daraus eine Simulation basteln, in der er die Besitzerin des Geräts kennenlernt. Also ist’s diesmal so eine Mischung aus „Geordie trifft Doktor Leah Brahms“ und „Barcley will nicht mehr vom Holodeck“.

Besprechung:

Jaaa, ist ja gut, liebe Berufs-Blumenpflücker im Kommentarbereich! Natürlich ist die Episode warmherzig, gut gespielt, die Darstellerin süß und die Verortung in unserer Zeit recht schmeichelhaft für uns.

Aber ich möchte nicht unbedingt MacFarlanes Pinsel auf meinem Bäuchlein spüren (Würg), sondern schicke SF-Geschichten erleben. Und an dieser Stelle versagt die Episode leider.

Will man uns ernsthaft erzählen, dass sich im Orville-Universum noch niemand mit dem Phänomen der „Holodeck-Liebe“ beschäftigt hat? Schon bei TNG war es dämlich, dass man bei Barcley so tat, als wenn noch nie jemand zu tief in die Fiktion geraten wäre: „Wie kann man nur, das ist doch gar nicht eeeecht?!“

In der Realität würde man allerdings jeden (Militär-)Psychologen der Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit auf das Thema ansetzen und darauf briefen, wie man mit der Gefahr des Holo-Abgleitens und -Verguckens umzugehen hat. – Auch wenn natürlich die Gefahr besteht, dass der Psychodoc nie Zeit hat, weil der ebenfalls Blondschöpfe auf dem Holodeck durchnimmt. („Ich kann zwar die Nutzungszeit der anderen begrenzen, aber die kommt dann auf MEIN Zeitkonto, hihi!“)

Solche Details würde ICH persönlich ja in eine Serie einbauen, zumal sie nicht viel Zeit kosten würden. Gordon kann ja dann den Termin einfach schwänzen.

„Und, wie lange bist du jetzt schon eine vom Computer erzeugte Phantasie-Figur?“ – „Och… Ich war erst Smoothie-Influencerin auf dem Himalaya, habe aber im letzten Jahr gemerkt, dass ich mich mal verändern muss.“ – Verliebt, verlobt, ver-defragmentiert: Früher wurde auf dem Holodeck noch „Heidi, Heida 2“ nachgespielt, doch inzwischen findet die Crew auch Freude am Rabattmarkenkleben und an Netflixabenden.

Auch halte ich das Argument, dass man in dieser Folge quasi eine REALE Person trifft, da man ja das ganze digitale Leben eines Menschen ausgewertet hat, für etwas schwach, um diese Episode von allen anderen Holo-Driss abzuheben, den wir seit Jahrzehnten kennen.

Will man uns erzählen, dass man noch NIE reale, digitale Social-Media-Aufzeichnungen der letzten 50 Jahre (100 Jahre / 100 Tage / 5 Minuten?) eingespeist hat, um ein ähnliches Ergebnis zu erhalten? Will man uns sagen, dass man das vorher noch nie probiert hat, so einfach, wie das hier ging? („Computer? Android 9.0 im Schiffscomputer erzeugen und WhatsApp mit Link zum Holodeck draufmachen. Wie, 5 Sekunden warten? Wieso so lange?“)

Ich will ja ungern den krassen Nörgel-Nerd mimen, aber man fühlt sich langsam doch zu alt, um auf jede Jetztzeit-Karotte (GIFs aus unserer Zeit, Fidget-Spinner) anzuspringen, nur weil es womöglich totaaaal fresh und kultig ist, das mit einer SF-Show zu verknüpfen. Am Ende ist es ja nur so, dass Seth heutige Sitcoms gerne mag und nach dem teuren Zweiteiler wieder Kohle sparen muss. Daher gibt es halt WIEDER nur Wohn- und Kaufhaus-Romantik statt mittelgroße Planeten-Pläne.

Und dieses ständige Sitcom-Anbiedern ist auch der Grund, warum wir in der Serie kaum ein SF-Konzept gesehen haben, das das Prädikat „selten so gesehen“ verdient hätte. Da fällt mir spontan eigentlich nur das Ding mit den Sternzeichen ein.

ABER: Die Episode ist trotzdem gut. Wirklich jetzt. Was vor allem daran liegt, dass ich kaum einen Mann kenne, der mit Frau Silvia Müller aus der Schnuckelchenstraße NICHT gerne anbändeln würde. Die Frau ist bodenständig, klug, hat ein gesundes Verhältnis zu ihrer Mimik und Gestik – und fällt nicht durch Abweichungen von der Norm auf, die unsere Großeltern bei einer potenziellen Vorstellungsrunde irritieren würden (keine Behinderung, nicht schwarz, nicht zu schlecht verdienend, spricht nicht Sächsisch). Sie ist außerdem so süß, dass ich es wie Gordon machen würde und meinen Wohnsitz zukünftig mit den Worten „Im Schoß von DER DA!“ angeben würde.

„Lass uns was zusammen singen, Gordon!“ – „Was kannst du denn, Baby?“ – „Alle Lieblingssongs von Seth MacFarlane. Und natürlich die Hits von TNG in der Re-Re-Remastered-Edition. Auch von MacFarlane.“ – Immer das gleiche Lied: Wie, euch nervt die Tatsache, dass ich 100 Mal das Ding mit TNG wiederhole? Aber wieso denn? Seth darf das doch aaauch?

Schade nur, dass wir uns trotz aller Sympathie eingestehen müssen, was auch Gordon am Ende der Episode teilweise lernen muss: Die – Tante – ist – nicht – echt. Okay, er hat ein schlechtes Gefühl, sie mit ihrem NEUEN Freund rummachen zu lassen. So wie er auch ein schlechtes Gefühl hatte, den Typen zu löschen, weil er dadurch auch ihre Persönlichkeit verändert.

Aber da wir als Zuschauer nicht in die Schauspielerin verliebt sind (bei BergH bin ich mir allerdings traditionell nicht so sicher?), können wir trotz aller pseudo-dramatischen Momente immer wieder rasch auf Abstand gehen. Und somit jetzt auch an unsere Checkliste:

– Ist irgendwas, von dem, was Gordon getan oder FAST getan hätte, unmoralisch? – Nö. Sind schließlich SEINE Admin-Rechte. Und die kann er missbrauchen, wie er will, die alte Sau!

– Hat er irgendwas über das Leben gelernt, was er vorher nicht wusste? Ich hoffe mal für ihn, das NICHT. Auch wenn die finale Ansprache von Kelly das fast implizierte: „Gordon, wenn wir Erfahrungen machen, dann verändern wir uns!“ Nur gut für den Piloten und unsere Meinung von ihm, dass er da nur schweigend zugehört und auf ein „Eeeecht jetzt?!“ verzichtet hat.

– Dadurch, dass wir nur sehr wenige Szenen mit den beiden sehen, wirkt die Beziehung selbst im Rahmen des Holodecks künstlich. „Es war schön, mit dir übers Fliegen, Singen und Montagsmaler-Malen zu sprechen, Gordon! Und nun: Unser persönliches Problem im zweiten Akt bitte!“ – Hätte man diese Episode auf drei Folgen aufgeteilt, wäre wohl die emotionale Fallhöhe größer gewesen, die Erwartung des Zuschauers aber niedriger. Und somit das Ende noch stärker. Überhaupt: Das hier hätte das Zeug zu einer saustarken B-Handlung zu einem A-Plot gehabt. Und das meine ich weniger abwertend, als es klingt.

„Okay, das rechts sind aaalles alte Sitcom-Ideen und romantische Komödien. Und jetzt steeecken wir all diese Sachen bei Mister ‚Ich-bin-eine-Star-Trek-Hommage‘ in den Schlund, okay?“ – Charakterzeichnung: Gordons neue Holodeck-Freunde lassen gerade sämtliche CPUs auf dem Schiff glühen – stets auf der Suche nach dem richtigen KI-Verhalten. Schon deswegen, weil man hier eigentlich gerade „Siedler von Catan“ spielt…?

Cool hätte ich noch einen knackigeren Schluss-Gag gefunden. Zum Beispiel ein Video, dass Gordon von seinem „Piloten-Job“ macht: „Ich weiß, das ist ein sehr breites Cockpit, aber es ist auch eine extrem große Maschine. Den Rest darf ich dir nicht zeigen, ist leider geheim.“ – Halt irgendeine spannende Endszene, die nicht ganz so kitschig wie Doktor Finns Regenschauer auf der Brücke ist, aber doch eeetwas greifbarer als das „letzte Handy-Foto“ zusammen. Wobei’s bei dieser Geschichte ja wirklich EGAL ist, wie sie ausgeht. Denn am Ende des Ganzen wird immer stehen: „Programm beenden. Ausgang!“

Dann vielleicht noch drei Tränen aus dem Knopfloch uuund weitermachen. Die nächste Liebesgeschichte mit ihm wird dann eh wieder eine echte sein…

Was bleibt, ist eine schnuckelige, gut gespielte Episode, in der es aber um so wenig geht, wie noch nie zuvor. Mit viel Phantasie kann man das als Parabel auf die Echtheit von digitalen, immersiven Medien verstehen – oder es so betrachten, dass wir vielleicht einen elektronischen Fußabdruck hinterlassen, wenn wir es clever anstellen (Handy in den Jutesack, Jutesack auf den Mond?). Das ist aber nicht tiefgründig, sondern wäre eher Textanalysefutter für eine Deutschklausur in der 8. Klasse einer Wald-und-Wiesen-Realschule.

Nicht mehr, nicht weniger.

Fast möchte man der amüsanten Handlung um die zwei rauchenden Moclaner als Handlung mit mehr „Impact“ bezeichnen. Immerhin sind da BEIDE real. Und die gelbe Wände in ihrem Quartier ab jetzt auch.

„Bortus, ich finde es ja okay, dass wir unsere Tochter zum Sohn umoperiert haben. Aber ich kann mich nicht erinnern, dass wir diese seltsam-grüne Gesichtsfarbe in Auftrag gaben?“ – Altes (B)Rauchtum: Die Nebenhandlung um die plötzlich nikotinsüchtigen Boclans besprechen wir hier mal nicht. Ich erwarte nämlich noch eine „Lustige Heroin-Episode“ – und bei diesem Volk darf man sich als Reviewer nie zu sehr verausgaben.


Fazit: Eine Episode zum Knuddeln, Reinwickeln und Liebhaben. – Denn man macht hier wenig falsch. Was in einer Folge, um der es um wenig geht, allerdings leicht fällt.

Oder was habt IHR jetzt über Gordon gelernt? Dass er etwas einsam ist (aber nicht so viel, um die Simulation anzupassen) und eventuell die Holodeck-Möglichkeiten der Zukunft erst im hohen Alter gerafft hat?

Zugegeben: Es geht um so schwerwiegenden Krempel wie LIEBE und ERFÜLLUNG und HÜBSCHE HAUT.

Aaaaber um derlei ablenkende Dinge geht es ja im Leben immer irgendwie. Weswegen ich jetzt auch „Sekiro“ an der PS4 weiterspiele. Da sind die Wutanfälle wenigstens REAL und hinterlassen bleibende Spuren an der Einrichtung.

ACTION
HUMOR
TIEFSINN
ALLES IN ALLEM

P.S.: Kollege Sparkiller wollte diesmal keinen Kasten schreiben. Der kommt erst wieder, wenn hier was FRISCHES passiert und sich Kritik- und Lob-Argumente nicht ständig wiederholen. DER zieht die Sache wenigstens durch, von wegen der ständigen Frage: „Wenn es dir mittelgut gefällt, warum rezensierst du die Serie dann überhaupt noch?“


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von Klapowski am 23.03.19 in Serienkritik

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Kommentare (16)

  1. JP1957 sagt:

    „Mit viel Phantasie kann man das als Parabel auf die Echtheit von digitalen, immersiven Medien verstehen“

    Na, da warte mal ab, was Serienfan in dieser Folge alles entdecken wird.

    Die rauchenden Moclaner … göttlich. Ertappte mich laut lachend vor dem Bildschirm.

    Mehr kann ich jetzt nicht schreiben. Muss nach dem Lesen der Review jetzt unbedingt auf die Suche nach dem wahren Namen und der wahren Adresse von Frau Silvia gehen.

    So cute!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    • JP1957 sagt:

      Also … Frau Silvia (Trisha) ist Sarah Scott und hat laut IMDb auch in der Folge davor eine Rolle gespielt.

      Hat etwa in The Artist mitgespielt und in einer Folge von Masters of Sex.
      Sieht im Real Life völlig anders aus … hätte sie nicht wiedererkannt.

  2. MrAnderson sagt:

    Die Folge war herzig und hat sicher ihre drei Sterne verdient… irgendwie. Was mich nur wieder genervt hat: Das gab es alles schon mal bei den Simpso… Star Trek.. Als das erste Video von „Minuette“ in ihrem Handy auftauchte und ich den faszinierten Blick von Rotbart(der mir übrigens absolut sympathisch ist) war schon klar was hier aus dem großen Star Trek Fundus geklaut wurde. LaForges unglückliche Holo-Beziehung mit Leah Brahms, Rikers Faszination für Minuette, Barclays allgemeines Holodeck-Problem. Es ist schon schade. Die Serie ist topp, die Charaktere sind alle sympathisch, die Moklaner sind der Oberhammer, aber es nervt mehr und mehr dass hier alte Star Trek Tropen aufgewärmt werden. Leider reicht das wohl nicht um mehr als eine Handvoll von Discovery enttäuschter Alt-Fans an sich zu binden. Es gibt immer noch keine Verlängerung, keine bestellte dritte Staffel! So langsam mache ich mir ernsthaft Sorgen! Vielleicht hätte man in Staffel zwei doch ein bisschen mehr raus hauen sollen als einen guten Zweiteiler und ansonsten nur aufgewärmte Star Trek Brühe…

    Aber naja, wenn die Serie eingestellt ist, bleibt uns ja zum Glück immer noch Discovery! :-)

  3. TUB_Stephan sagt:

    Hey MrAnderson,
    ich wollte Dir auf R&D schreiben, aber der Spamfilter macht mir einen Strich durch die Rechnung, deswegen Copy and Paste.

    Erstens bin ich bestimmt kein gleichgeschalteter Hater, nur weil ich Zukunftia gerne besuche! Ich leide halt an Zynismus.

    Zweitens, ich zitiere „Du meinst das, was Orville macht, oder? Die Episode von gestern war doch wieder sowas von abgekupfert.“ Ich kenne The Orville nicht, jedoch ist 90% der Heute bekannten Inhalte aufgewärmtes Zeug von Vorgestern. Abkupfern ist doch gut. Lieber gut geklaut, als schlecht selbstgemacht.
    Du machst das selbe mit The Orville, was Du den Leuten Zukunftia vorwirfst, was sie angeblich mit Disco machen. Nochmals, ich kenne The Orville nicht.

    Drittens, „Discovery IST Star Trek.“ Dies ist erstmal nur Deine Meinungen, die
    ich absolut respektiere, und zu teilen auch unterstütze. STD ist eine Serie, welche unter dem Label Star Trek verkauft wird, ergo Star Trek ist, jedoch bedeutet dies nicht, dass ich die Serie ausreichend finde. Diese Absolutheitsansprüche nerven, wie manche Leute mit der Copy & Paste Attitüde, dass kann ich nachvollziehen. Was ich nicht kann, ist zu zusehen, dass eine ganze Seite Zukunftia, deren Besucher usw. wegen ein paar Leuten in den Dreck gezogen (Alt Trekkies, die mit der Realität nicht klarkommen)wird, nur weil irgendjemanden die Meinung über die Lieblingsserie oder Nichtlieblingsserie nicht passt!

    Ja ich verstehe es, dieses ganze Disco ist Scheiße Gejammer kann einen auf den Zeiger gehen. Andersherum, dieses verkrampfte verteidigen genauso. Als können die Menschen den anderen nichts gönnen, Zivilisation im Endstadium…

    Ich habe meinen Spaß an Discovery, auf andere Art und Weiße, ich analysiere, vieles ist Quatsch, es kommen aber auch ein paar nette Szenen vor, der Rest lehrt mich dann auch etwas, wie man es nicht machen sollte und der viele Quatsch gibt Inspiration für lustige Geschichten.
    Und Quatsch ist doch dafür da um zu lachen, oder sich darüber lustig zu machen. Ok für den einen ist es Quatsch, für den anderen nicht, ist dann halt so!

    Und ich gebe es zu, eigentlich möchte ich Star Trek als 90er Serie wieder. Dass hatte was, ob das Stargate, Star Trek, Outer Limits, Akte X usw. hies, irgendwie fehlt mir der Charme, den man vielleicht nur als Kind oder Pickelsprießender erleben kann.
    Aber auf der anderen Seite gibt es The Expanse (sorry, dass ich es erwähne), dass ich äußerst ansprechend finde, oder 12 Monkeys, BSG und und und. STD ist gut, wenn ich faul und fett von der käsetrieffenden Pizza bin, und mich auf der Couch nur berisseln lassen will. Das ist allein meine bescheidene Meinung.
    Ich meine wer die Meinung eines anderen als Angriff auslegt, der hat ein Problem.

    Also ich hoffe, dass mein Kommentar nun auch ein gutes Licht auf Zukunftia und deren Besucher wirft. Nicht alles in einen Topf schmeißen!

    Und mit den beleidigten Leberwürsten hast Du bei manchen eventuell recht, jedoch diese Verallgemeinerung deinerseits ist ziemlich fragwürdig.

    Mir ist die Mainstream Meinung ehrlich ziemlich egal. Gruppenmeinungen waren noch nie ein guter Ratgeber.

    Und diese Lagerkämpfe Alt Trekkie gegen Neu Trekkie, oh man, warum, warum sind die Leute so dumm. Mir fällt leider kein anderes Adjektiv, was passen könnte, ein.

    Für mich bedeutet das, als Alt Trekkie, da ich mit den Zeug aufgewachsen bin, dass ich gegen Neu Trekkies bin.
    Dies ist nicht der Fall!

    Ich habe niemanden als dumm, arrogant, verblendet, …., bezeichnet der die Serie mag. Lediglich kritisiere ich Dinge an STD die ziemlicher Unfug sind. Und warum mache ich das bei STD, weil Star Trek draufsteht und ich so dumm bin, damit immer noch etwas zu verbinden.

    Ich meine man kann alles ausdiskutieren, aber es bringt doch nichts ein Internet-Colloseum aufzumachen.

    Man sieht mal wieder, sich (Star Trek) Ideale auf die Brust zu schreiben, bringt gar nichts, wenn die Leute nicht danach leben, nein, es wird sich gegenseitig fertig gemacht, wegen einer Serie, oh man.

    MrAnderson ich verbleibe mit netten Grüßen

    • Klapowski sagt:

      Meine persönliche Präferenz in Sachen (negativer) Kritik ist ja, dass man:

      – Ruhig mal mit Bindestrichen erwähnt, was einem schlecht gefallen hat und wie es besser ginge.

      – Alles miteinander in Beziehung setzt und nicht gleich wieder vergisst, was einem in der letzten Folge gesagt wurde (auch wenn es hier schwer fällt). Ich warte z.B. immer noch darauf, dass geklärt wird, warum May damals meinte, dass die Pilzsprünge die Pilzwesen massenhaft STERBEN lassen.

      – Auch mal in die Theorie gehen und klarzumachen, wie „richtiges“ Drehbuchschreiben gemeinhin aussieht (z.B. keine Lösungen aus dem Nichts, Dinge nicht einführen, um sie 2 Minuten später schon wieder aufzulösen)…

      Und, und, und…

      Dass wir hier nur „haten“ und „meckern“, scheint ja bei vielen Kritikern unserer Laberrunde einfach nur ein Fakt zu sein. Dass sich aber jeder hier viel MÜHE gibt, Kritikpunkte zu benennen und nicht einfach nur mit Allgemeinplätzen zu antworten („Für MICH ist das Star Trek!“, „Früher war auch nicht alles toll!“, „Wieso sollte erdachte Physik realistisch sein?“), wird gerne mal vergessen.

      Aber das finde ich okay. Ich habe mich nämlich immer gefragt, für welche Zielgruppe die Serie gemacht wird. Jetzt weiß ich es.

    • TUB_Stephan sagt:

      Deine Präferenzen werde ich, beim nächsten mal, versuchen umzusetzen.

      Ich war sauer auf den Herrn, hätte erstmal kacken gehen sollen, bevor ich hier die Kommentarspalte zumülle.
      Sorry dafür, mache ich nicht noch einmal.

      Ein Gutes hat es. Habe jetzt angefangen The Orville zu schauen.

  4. Schildkröt sagt:

    Eine der schwächeren Folgen von The Orville. Eine Binsenweisheit wie „unsere Beziehungen prägen uns“ ist doch eher was für „Friends“ und „HIMYM“. Um die „Black Mirror“-Idee einen Menschen anhand seiner Daten zu rekreieren sollte es ja auch eher nicht gehen.

    Somit liegt das Hauptproblem warum die Folge nicht mehr hergeben konnte in der Grundkonzeption von TO. Die romantische Rahmenhandlung hätte ja Beiwerk sein können um eigentlich den Menschen unserer Zeit dem Menschen einer utopischen (oder dystopischen oder sonstigen, bin mir nicht so sicher was die „Union“ bei TO eigentlich sein soll) Zukunft gegenüberzustellen. Bloß, das Konzept von TO ist, dass die Orville schon nur von eher schlichten Durchschnittsmenschen unserer Zeit bevölkert ist. Damit kann die Gegenüberstellung keinerlei Erleuchtung bringen und ich kann auch keinen Unterschied zwischen Gordon und den Holodeckfiguren erkennen. Auch nicht zum Rest der Crew, selbst wenn die so tun sollen als ob sie das ganze primitiv finden würden. Nur verhalten die sich sonst auch immer ganz genauso wie nervige Westler aus dem frühen 21. Jahrhundert.

    Auch der Humor hat daher Probleme. Es soll ja witzig sein unsere „primitiven“ Verhaltensweisen mit der Zukunft zu kontrastieren. Nur wenn ich TO sowieso nicht abnehmen kann, solch eine Zukunft darzustellen wirkt heutiges Verhalten auch nicht deplatzierter als jedwedes Verhalten an Board der Orville sowieso schon wirkt. Das funktioniert eben besser wenn man „Star Trek“-Übermenschen in die Vergangenheit reisen lässt wie in STIV. Lediglich die Moclans können einen gewissen Verfremdungseffekt erzeugen.

    Ganz allgemein stört mich das schon immer bei SciFi-Serien (auch „Star Trek“), wenn man unbedingt in unserer Zeit und Gesellschaft landen muss. Sofern das aber wenigstens den Sinn hat etwas an unserer Gesellschaft zu kritisieren kann ich mich damit anfreunden. Fällt das aber auch weg, dann ist das nichts für mich. So wird das eher ein Lobgesang auf unsere Zeit, dabei ist doch das nervige Gesinge von hipsterigen Freunden in einer Bar genau das, vor dem man am Wochenende zu fliehen versucht.

    Somit bleibt einfach eine schlichte „Soap Opera“-Folge. Mal könnte man so eine Folge in einer Staffel von 20 Folgen ja bringen (das sind dann die Folgen die man bei nem Rewatch überspringt), aber bei TO macht der hohe Anteil das ganze doch etwas sehr soapig.

    (Muss man jetzt neuerdings hier so einen Disclaimer schreiben: Das ist kein „haten“, sondern nur spezifische Kritik und ich schaue TO meistens immer noch lieber als STD, kann aber trotzdem die konzeptionellen Schwächen sehen? Vlt kann Klapo soetwas ja oben auf Zukunftia einblenden.)

  5. jako sagt:

    Die Rauchenden Moclans!
    Ich habe mir die Seele aus dem Leib gelacht. Wie geil war das denn bitte!

  6. Serienfan sagt:

    Okay, ich gebe es zu.

    Manchmal hat man so seine unreifen, sadistischen Phantasien.

    Und man möge es mir nachsehen (wahrscheinlich tut man es nicht), wenn ich eine solche Phantasie hier, auf einer Satire-Seite, einfach mal so schamlos preisgebe.

    Ich stelle mir nämlich vor, wie ich den kompletten Cast von „Discovery“, zusammen mit den Autoren und last not least mit Kurtzman, in ein Kellerloch einsperre.

    Und dort würde ich sie zwingen, sich DIESE Episode anzusehen.

    Gut, es wäre ein gut ausgestattetes Heimkinoraum-Kellerloch. Das wäre man „The Orville“ schuldig. Es gäbe sogar Popcorn.

    Und dann würde ich eine ganz fiese Imitation eines klischeehaften, texanischen Sheriffs abgeben. Ich würde einen Hut in die Stirn rücken, eine dunkle Brille aufsetzen, und lautstark Kaugummi kauen.

    Und dann würde ich fragen: „So Leute, was haben wir hier gelernt?“, während ich mir die Hose hochziehe und meine Daumen in den Hosenbund stecke.

    Alle würden mich großäugig ansehen, während ich ihnen, einem nach dem anderen, mit zusammengekniffenen Augen entgegen starre.

    „Was haben wir hier gelernt?“, würde ich leise, aber umso bedrohlicher wiederholen.

    Und dann würde ich loslegen:

    Wir haben hier einen Scott Grimes, der seinen Gordon Malloy naiv und unbeholfen spielt. Die Autoren zeigen, dass er oft nicht die richtigen Worte findet.

    Doch die Figur, die er verkörpert, ist DENNOCH klug, einfühlsam, emotional. Unbeholfenheit wird hier nicht auf eine Weise dargestellt, die uns am Verstand der Figur zweifeln lässt.

    „Ja, ich meine dich, Tilly!“

    Wir haben hier höchst einfältige Moklaner, aber gerade diese Einfältigkeit führt hier zu einer amüsanten Unschuld. Wenn die beiden auf der Behandlungsliege von Claire sitzen, hat das Charme und Witz.

    Ja, „The Orville“ hat es inzwischen sogar geschafft, den obligatorischen Penis-Witz zu meistern. (Dick van Dyke)

    Während bei „Discovery“ die Autoren, aber sehr wohl auch die Darsteller, permanent übers Ziel hinausschießen, und daher nachvollziehbare Unbeholfenheit permanent zur unerträglichen Idiotie steigern, erleben wir hier Figuren, die, obwohl sie durchaus nicht immer „vernünftig“ handeln, deswegen nicht gleich unsere Sympathie verlieren.

    Es ist einfach wohltuend, dass sich eine Serie, die mit so viel Witz und Verspieltheit eine Leichtigkeit vorlebt, die leider gerne von manchen mit „Einfachheit“ verwechselt wird, gleichzeitig den ganz großen Fragen widmet, nämlich: Was ist die Liebe, und was ist Realität?

    Ist Gordons Verliebtheit wie die selbstzerstörerische Sucht von Bortus und Klyden, oder ist sie doch etwas anderes?

    Ist die Realität immer nur etwas, das wir im realen Leben erfahren? Oder können wir auch in einer Fiktion eine Erfüllung und Bereicherung finden?

    Ed Mercer zeigt sich wieder engstirnig. Für ihn zählt nur das objektiv Reale. Das hat er ja schon in der Folge mit den Regorianern gezeigt.

    Doch an einer Stelle sagt Gordon über die Figuren des 21. Jahrhunderts: „Diese Welt war für sie genauso real wie unsere Welt für uns real ist.“ Das ist natürlich auf uns Zuschauer gemünzt. So wie Gordon in der Simulation eine andere Welt findet, die ihn positiv beeinflusst, finden wir in „The Orville“ ja eine andere Welt, die uns wiederum positiv beeinflussen soll. Denn das ist ja das erklärte Ziel von Seth MacFarlane. Eine Serie zu liefern, die Zuschauer als optimistisches Vorbild positiv inspiriert.

    Am Ende hat Gordon die Wahl. Die Flucht in die Illusion, ein Sex-Urlaub mit Laura auf Hawaii, oder das Akzeptieren der Realität, nämlich dass die echte Laura doch nicht in ihn, sondern in Greg verliebt ist. Jeder kann sich fragen, wie er sich hier entschieden hätte. Denn wie JP von Egotastic Funtime so schön sagte: „The Orville“ stellt raffinierte Fragen, es liefert nicht billige Antworten.

    • JP1957 sagt:

      Schön formuliert!

    • BigBadBorg sagt:

      Ja, wirklich schön geschrieben!

      Der Teil in dem Gordon sagt wie real diese Welt für die Leute in der Vergangenheit gewesen ist und sie nicht nur verblichene „Gestalten“ auf Fotos waren, sondern wirklich am Leben, ist etwas dass mich oft beschäftigt wenn ich auf wirklich alte Fotos gucke. Es ist immer ein komisches Gefühl, und ich habe es noch nie so schön ausgedrückt gehört wie in dieser Folge. Kudos an die Herren Autoren!

      Außerdem: Die Eröffnungssequenz mit dem Handyvideo sorgte bei mir für Gänsehaut, was wohl auch der langsam einsetzenden schönen klassischen Untermalung geschuldet war. Diese Serie hat einen echt guten Score!

  7. Yole sagt:

    Es ist nicht so kompliziert. Die sogenannten „Hater“ sind die einzigen die versuchen Discovery zu verstehen. Trekkies eben. Etwas positives oder ein Hoffnungsschimmer bleibt nicht unerwähnt. Ich habe noch von niemandem, der Discovery mag, gelesen was er daran mag.

  8. bergh60 sagt:

    tach auch !
    Auf die Gefahr hni Widerspruch auszulösen, aber :
    Silvia = Leighton Meester
    https://de.wikipedia.org/wiki/Leighton_Meester

    Und alles was Klapo über sie gesagt hat stimmt !

    Mir hat die Folge gefallen und sie hatte wenig mit der Jordy the Force Folge gemeinsam,
    außer dass sein Love Interesst ähnlich attraktiv war.

    Jordie hat sie erfunden , um ein Problem zu lösen,
    Gordon hat sie aus ihrem Handy erschaffen lassen, weil er neugierigt war.
    Und was soll man mit einem Holo-Deck sonst schon machen?

    Gruss BergH

  9. bergh60 sagt:

    tach auch !

    oder meintet Ihr nicht Julia ?

    Save Simulation.

  10. Serienfan sagt:

    Mich wundert ja nicht, dass so oft auf die Parallele zur Geordi-Folge hingewiesen wird.

    Mich wundert allerdings, weshalb keiner an die Voyager-Episode „Fair Haven“ denkt, die weitaus mehr Ähnlichkeiten hat, weil dort die Problematik der Liebe zu einer Simulation auch direkt angesprochen wird.

    In der episode „Fair Haven“ fühlt sich Janeway auf dem Holodeck in einem Programm namens „Fair Haven“ zu einen Barkeeper namens Michael Sullivan hingezogen. Sie diktiert dem Computer Änderungen, macht Michael selbstbewusster, gebildeter, sogar ein wenig größer. Und sie löscht Michaels Ehefrau.

    Als Michael bei einem Picknick einschläft und zu schnarchen beginnt, will Janeway auch das Schnarchen löschen. Daraufhin wird ihr bewusst, dass sie sich hier zu sehr einer Phantasie hingibt und dass ihr Michael mehr bedeutet, als er sollte. Sie verlässt überstürzt das Holodeck und spricht mit dem Holodoc über ihr Problem. Der aber ermuntert sie, die Beziehung mit Michael als Ersatz fortzusetzen, weil Janeway im Deltaquadranten keinen gleichrangigen Offizier für eine Beziehung findet.

    Es passt zu Janeway. In der Episode „Rätselhafte Visionen“ hatte sie sich zur Holofigur Lord Burleigh hingezogen gefühlt, nach einem zu leidenschaftlichen Kuss aber die Holonovel abgebrochen und die Holodeckfigur gelöscht.

    Bei einer Kollision mit einem Neuronensturm werden 90 Prozent des „Fair Haven“-Programms gelöscht. Janeway stellt aber fest, dass die Figur Michael Sullivan noch intakt ist. Janeway sucht ihn erneut auf und verspricht ihm, in ein paar Wochen wieder in seiner Kneipe vorbeizuschauen. Danach versperrt sie sich selbst den Zugangscode zum Programm, um in Zukunft keine Änderungen mehr an Sullivan vornehmen zu können.

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