Film- und Serienkritiken

Ernsthafte Kritiken zu Film und Serie.

„Star Trek – Discovery“ – 2.06 – „Donnergrollen“ – Kritik

Puh, Glück gehabt! Kürzlich bin ich ja noch ständig über meine Fußmatte gestolpert. Doch heute ist mir ein drittes Bein gewachsen, damit ich nicht mehr so leicht hinfalle. Ja, genau so funktioniert Evolution! Und vergessen wir auch nicht den roten Engel, der dafür gesorgt hat, dass ich nicht mehr an roten Ampeln stehen bleiben muss, viel witziger werde und weniger Tippfehler einbaue. – Und fasst erst mal meine viel weichere Haut an!

Inhalt: Michael Burnham aus der Zukunft (die, die sich mit Tomatensoße bekleckert und in einem Engelskostüm verheddert hat) will Saru helfen und lockt die Crew daher zu seinem Heimatplaneten. Doch die dortige, finstere Jägerrasse hat etwas dagegen.

Beschäm… Besprechung:

Kennt ihr das, wenn kleine Kinder Superhelden miteinander vergleichen? Oder wenn sie sich ständig neue Fähigkeiten für sie ausdenken? „Aber meiner kann fliegen und Wolken auf FEUER aus seinen OHREN schießen!“ – Nun, ich kenne kein Kind persönlich, aber ich vermute stark, dass einige im Moment mit recht dicken Gehaltsschecks nach Hause gehen. Aber Kurtzman darf sich ruhig mal für 800.000 Dollar Kaubonbons kaufen, so dünn wie der Bursche ist…

In dieser Folge sehen wir z.B., wie aus Sarus Angsttentakeln plötzlich giftverspritzende Drüsen werden. – Oder nehmen wir Doktor Culber, der natürlich besondere neue Fähigkeiten entwickelt hat, die total gut zu PILZEN passen. Denn die haben ja bekanntlich ein fotografisches Gedächtnis. – Auch Michael Burnham hat noch mal an Genialität zugelegt und diktiert dem Captain neuerdings unverblümt, was er zu tun und zu lassen hat. Hier hätte ich mir allerdings noch ein paar Comedy-Elemente mehr gewünscht… Dass Pike z.B. einen bunten Propellerhut trägt und kurzzeitig denkt, dass er sich beim Nasebohren den Finger abgebrochen hat. Ist eine amüsante C-Handlung neuerdings zu viel verlangt?

„Ich bin’s, Meister Burnham. Ich nehme an, ich darf auf ihrem Planeten nicht ins Blumenbett treten… Ups!“ – „Na toll, unbekannte Lady. Jetzt haben Sie uns gerade gerettet, erleuchtet und drei neue Technologien erfunden.“ – Jeder Fehltritt ein Friedensnobelpreis: Wo Saru und Burnham auftauchen, wird Geschichte geschrieben. Und zwar mit bunter Kreide auf der Spielstraße.

Sorry, jetzt habe ich weiter oben glatt noch etwas vergessen… Nämlich, dass die ersten 20-25 Minuten trotz der üblichen Problemchen (= Georgiou war 18 Jahre JÜNGER in Sarus „Short Trek“-Episode? Really?) das BESTE an Discovery ist, was ich bisher gesehen habe.

Bamm! Into your Face, Hater-Bitches! (*Sparkiller anstups*) Wenn ihr die Serie nicht mögt, warum schaut ihr sie dann, hää?

Im Ernst, das war wirklich, wirklich gut! Man hat es sogar halbwegs geschafft, die saudämliche Short-Episode zu relativieren, indem man die beobachtenden Obelisken erklärte (= Die machen Aua, wenn ungehorsam), das Gesellschaftssystem ernst nahm (= dies ist ein Paradies, nur halt mit viel Aua am Lebensende) und man viel Zeit auf Sarus Treffen mit seiner Schwester aufwendete. Wo man in der „Kirchenfolge“ (2.02) sofort von zusammengestoppelten Bibeltexten rumlallte und nach 2 Minuten wieder mit irgendwas anderem anfing, saß hier jeder Satz des Kennenlernens, Staunens, Akzeptierens und Zum-Essen-eingeladen-Werdens bombenfest im Regie- und Dialogsattel!

Schön fand ich auch, dass alles seelenruhig(!) geschauspielert wurde, man sich Zeit für die Blumen am Wegesrand nahm und gekonnt zwischen Wiedersehensfreude („Wir dachten die ganze Zeit, du wärst tooot!“) und Vorwürfen hin und her sprang („Wir hätten in dieser Zeit auch gerne was anderes gedacht!“). Ja, ich hatte schon fast die „Angst“, dass diese Episode von Alex Kurtzman geschrieben sein könnte, doch sie kam vollständig von Bo-yeon Kim, der hier zum ersten Mal alleine ran durfte.

Okay, seine Zeilen zu Hugh Culber fand ich wieder etwas plakativ, da man die Figur erneut durch eine „spannende“ Paargeschichte von Stamets definierte. Was langsam eeecht nervig wird: „Kennste noch, kennste, kennste? Wo du damals den Abhang runtergepurzelt bist? Und du fast gestorben bist? Sei still, Hugh, ich erzähle deiner gerade erst eingeführten Ärztin was Spannendes über dich!“ – Aber das sind im sonstigen Brainless-Multiversum von Discovery keine Kritikpunkte, die groß ins Gewicht fallen.

„Damals, im Ferienlager, da hat Hugh auch mal einen fremden Pilz gegessen. Danach war er auch 10 Monate tot. Oder im Krankenhaus? Wen interessiert’s, ist eine hammer Geschichte!“ – Hart wie Mycel-Stahl: Wenn dieser Mann auch noch Superkräfte entwickelt, werde ICH es auch endlich tun. Ich werde ich von einem radioaktiven Champignon beißen lassen, um zukünftig kopfüber in Einmachgläser zu passen, jawoll!

Schade nur, dass all die positiven Punkte rasch wieder in Bonuspunkte im Bullshit-Bingo zurückmorphten.

So halte ich es für billig, dass Burnham, Tilly und Roboterfresse nur dadurch auf den Twist dieser Folge kamen (= Kelpianer waren die Jäger, die anderen die Beute), weil der rote Riesenknubbel mal gerade ein paar Tausend Jahre lang quasi das Einwohnermeldeamt(!) des Planeten gespielt hat. – Auch ist mir schleierhaft, warum die Ba’ul am Ende den Saru aufschneiden und untersuchen wollen. Wissen die SELBST nicht, welchen Evolutionssprung sie da 2000 Jahre lang unterdrückt haben?! Und kann es sein, dass der Drehbuchautor das Prinzip der Evolution nicht verstanden hat? Denn wenn man etwas über diese Folge nachdenkt, muss es wohl vor 2300 Jahren so abgelaufen sein:

Ba’ul 1: „Achtung, Leute! Die Kelpianer werden uns in 10 Tagen ausrotten! Wir sind nur noch 350 Leute, die Kelpianer aber 30.000!“ (= wird ja alles tatsächlich so auf dem Statistik-Bildschirm gezeigt)
Ba’ul 2: „Schon blöd, dass die vor ein paar Jahren diese Giftstacheln am Hals entwickelt haben… Schade, dass WIR nicht auch so schnell evolutionieren, also z.B. vereinzelt Resistenzen gegen das Gift entwickeln oder schneller und stärker werden.“
Ba’ul 1: „Das heißt, wir müssen jetzt zurückschlagen!“
Ba’ul 2: „Aber wir sind doch die Beuterasse hier. Wir haben auch keine Schiffe, keine Infrastruktur oder so!“
Ba’ul 1: „Na und? Wir haben noch 9 Tage Zeit, was zu bauen!“
Ba’ul 2: „Aber wir sind schleimige, tropfende Pfützen! 70 auf jedem Kontinent! Und immer, wenn ich einen Schaltkreis bauen will, läuft mir ein Liter Tinte in den Kupferdraht!“
Ba’ul 1: „Klappe, sonst hau ich dich wieder in den Plastikboden zurück, wo man dich nicht sehen kann! – Wir müssen doch nur alle Kelpianer überwältigen, spontan eine planetarische Infrastruktur aufbauen und diese 2000 Jahre lang stabil halten. Also uns technologisch, politisch oder moralisch auch nicht weiterentwickeln und so. Und der Weltraum ist auch nicht interessant, von wegen Besiedeln und so. Wir hängen einfach nur 2 Jahrtausende im Orbit ab und essen die Kelpianer.“
Ba’ul 2: „Hm, wenn du es so formulierst, klingt es langsam echt nach einem soliden Plan! Also auch kulinarisch. Njammi!“
Ba’ul 1: „Bedenke: Wir sollten aber nur die entwickelten, gefährlichen Kelpianer auslöschen und die unentwickelten am Leben lassen.“
Ba’ul 2: „Verstehe. Also die, die wir am allerschwersten überwältigen können? Ja, das macht es spannender.“
Ba’ul 1: „Wir müssen aber aufpassen! In der Zukunft wird es vermutlich so sein, dass auch die unentwickelten Burschen am ENDE ihres Lebens diese überlebenswichtigen Merkmale entwickeln. Und was sollte ein hochtechnisiertes Volk wie wir (also in 9 Tagen dann!) schon gegen Giftdrüsen am Hals von Leuten ausrichten, die Tausende Kilometer unter unseren Schiffen in Hütten leben?“
Ba’ul 2: „Ja, wir wären völlig hilflos! Dein Plan macht also Sinn. Die Evolution entwickelt sich auch bei den unentwickelten Kelpianern weiter, weil wir ihre Entwicklung unterdrücken.
Ba’ul 1: „Hey, wer ist der Kerl, der da neben uns die ganze Zeit mitschreibt?“
Ba’ul 2: „Wohl aus einem Nachtclub? Da steht ‚Disco‘ auf seinem Hemd!“

Funktionierende SF-Konzepte sehen definitiv anders aus.

„Wie bitte? Ich habe eine Teerlunge? Aber ich rauche doch seit Jahren nur noch 500 Zigaretten pro Hautpore!“ – Klassische Schmierenkomödie: Die fremden Wesen sehen durchaus cool und gruselig aus, haben aber keine Persönlichkeit. Aber wie soll man die auch entwickeln, wenn man stets nur an Studiomarkierung 2B aus dem Boden blubbert, um diesen Kerl tiefgründig erscheinen zu lassen?

Auch etwas komisch ist es, dass man in dem Moment, in dem Saru nebst Schwester auf dem Ba’ul-Schiff landen, plötzlich noch mal ein charakterisierendes(!) Gespräch einbaut: „Als dein Schiff damals wegflog, wollte ich Priesterin werden, um… – Klappe, ihr mordlüsternen Bestien, ich muss meinem Bruder noch das alte Fotoalbum zeigen!“

Und wieso haben die Ba’ul seit 2000 Lenzen anscheinend keinen Kelpianer mehr untersucht oder ihn mal absichtlich die Umwandlung durchlaufen lassen? Keine Kapazitäten frei? Man kann doch auch nur begrenzte Zeit an Kochbüchern schreiben, oder? Wobei die Opfer ja vielleicht auch gar nicht gegessen werden? Es wurde weder hier noch im Short-Trek so richtig klar, was mit denen geschieht… Wehe, die wurden nur nach Risa gebracht und dort lebenslang verwöhnt!

Gegen Ende ergibt dann nur noch meine Packung Kopfschmerztabletten auf dem Tisch irgendeinen Sinn:

– Die Discovery schickt die Daten der Sphäre an Saru, der nach dem Zerschmettern von 2 Messer-Drohnen von den Ba’ul in Ruhe gelassen wird („Unser Gefangener macht unser Spielzeug kaputt!“ – „Verdammt, wir sind hilflos! Wir hätten die letzten 1000 Jahre für das Installieren von LASERN an den Drohnen nutzen sollen!“ – „Oder dafür, um selbst irgendwo hinlaufen zu können. Rollstühle?“)

– Saru kloppt buchstäblich die Trümmer aneinander(!) wie ein Kind beim Spiel Duplosteinen, wodurch er nach ein paar Sekunden Kontakt zur Discovery aufnehmen kann. Danach dauert es nur noch ein paar weitere Sekunden, bis er das Gerät in ein Loch am Boden stopft(!) und damit die planetenweiten Obelisken hackt.

– Die Ba’ul, die eben noch ein halbes Dutzend riesiger Raumschiffe um die Discovery aufgestellt hatten, verstecken sich, als es ernst wird. Zu beeindruckend war es wohl, dass ein einzelnes Schiff ALLE Funkmasten auf „Kelpianer-Evolution“ umgestellt hat. Gut, dass vorher mit der WDR-Schlagerparade durchgespült wurde?

– Die Evolution, die bei Saru vor 2 Folgen noch Stunden benötigte, läuft jetzt innerhalb von wenigen Sekunden ab: „Ahhh! AAAAH, es t-tut so u-u-unglaublich… oh, fertig. Guckt mal, bei Charles Darwin fallen vor Schreck gerade auch die Ohren ab.“

„Schwesterchen, fallen dir schon die Tentakeln aus der Rübe?“ – „Ja, ich musste nur den DNA-Nippel durch die Lasche ziehen.“ – Und der Zuschauer seine Augen ganz nach oben drehn‘: In ein paar Sekunden schaut übrigens der rote Engel durch das Fenster rein. Der rettet nämlich nicht nur ganze Völker und Universen, sondern putzt auch wunderbar streifenfrei, wenn’s die Autoren gerade brauchen.

– Pike & Co. sind ernsthaft überrascht, dass die Ba’ul die Kelpianer auf dem Planeten beinahe auslöschen, als sie mal gerade gehackt werden? Na, denn werden wir in der neuen Picard-Serie wohl auch sehen, WARUM der Captain nicht mehr in der Sternenflotte ist: „Als ich damals dem klingonischen Kanzler den Stoff-Fussel vom Hintern getreten habe, konnte ich ja nicht wissen, dass die das als Kriegsgrund missverstehen.“

– Statt irgendetwas Kreatives zu tun, das alle rettet, erscheint Burnham aus der Zukunft – und rettet alle mit einer unvorstellbaren Energieentladung. Natürlich muss die unvorstellbar sein, denn sonst hätten wir ja diesmal kein Superlativ. Denn das ist das Salz in der versalzten Suppe von Salzmann… äh… Kurtzman.

– Auch diesmal wird übrigens IMMER auf Burnham geschwenkt, wenn jemand vom Roten Engel spricht oder das Wesen sonstwie wichtig wird. Könnten wir das jetzt bitte offiziell auflösen? Ihr dürft dafür auch Spock behalten! Aber das macht ihr ja sowieso…

– WAS genau hat sich jetzt zwischen Kelpianern und Ba’ul geändert? Die Kelps stehen neuerdings etwas selbstbewusster vor der Hütte und tätscheln sich zufrieden über die Hinterköpfe, während ihre Feinde mit Raumschiffen und Untersee-Stationen weiterhin über sie wachen? – Hmm… Aber wenn ich mir das oben ausgeführte Gespräch zwischen Ba’ul 1 und 2 wieder vor Augen führe, haben die Kelpianer tatsächlich die Möglichkeit, das Ruder rumzureißen. Ist ja schließlich SF für Doofe.

– Hätte man die Ba’ul am Ende nicht noch mal hören können? Zum Beispiel einen von deren Anführern, der überzeugt wird, nicht weiter in den Lauf der Natur einzuschreiten? Zum Schluss hatte ich nämlich das starke Gefühl, dass die Gesellen sich kollektiv auf dem Klo eingeschlossen haben oder in eine Winterstarre gefallen sind. Und das, obwohl ihnen sogar die Kriegsgefahr mit der Föderation kurz zuvor scheißegal war.

„Wir werden gehackt, Chef! Waffen starten?“ – „Warten Sie noch ab! Es könnte sich hierbei um das evolutionäre Konzept des Episoden-Endes handeln.“ – Betriebsferien: Die Ba’ul hatten am Ende selbst nicht mehr so den Bock auf ihr eher kurzfristiges geplantes 5.000-Jahres-Konzept. Jetzt wollen sie aber etwas Neues einläuten, was noch deutlich länger dauert. Nämlich Spock suchen.

Und was sollte das grenzdebile Gespräch mit Tyler, der mit schauspiel-exorziertem Gesicht am Kantinentisch hängt und Pike vollquatscht? Als wenn er schon immer der besorgte Geheimdienstler von Welt gewesen wäre, keine anderen (klingonischen) Probleme hätte und ziemlich unzufrieden wäre, dass der rote Engel mal gerade ein ganzes Volk rettete…

Ja, diese Figur ist so langweilig und beliebig geworden, dass sie ZU RECHT nicht mal mehr zum Bowling mit abgeschnittenen Babyköpfen eingeladen wird.

Gut, dass am Ende noch ein griechisches Zitat aus dem Popo gezogen wird, damit alles noch etwas klüger wirkt. Dieser Satz wird zusammen von Saru und Burnham aufgesagt: „Selbst in der Stunde des Schlafs tröpfelt die Qual zum Herzen. Widerstrebend werden wir dabei klug.“ – Ja, daran musste ich auch die ganze Zeit denken, als das Matschemonster was vom Totkloppen gefaselt hat. Was man hier wieder alles lernt!


Fazit: Wer kennt sie nicht, die drei griechischen Ebenen einer erfolgreichen Geschichte? 1.) Erst die Figuren fein säuberlich aufbauen, dann 2.) eine Gefahr reinbringen und zuletzt 3.) mit dem Zauberstab über den Himmel wischen, alle Antagonisten mit Kaka bewerfen und die Protagonisten mit einer neuen Deppen-Fähigkeit („Hey! Mir wachsen jetzt Fingernägel aus den Ohrläppchen! Wir sind gerettet“) auf die Erfolgsspur bringen.

So unglaublich gut mir der Anfang auch gefallen hat, so indiskutabel sind hier am Ende die Zeitspannen, Zusammenhänge, die Plot-Auflösungen und Fähigkeiten aus dem „Fuck You“-Generator.

Denn einfach Technologie aus Trümmerstücken(!) zusammenzubauen und Zukunfts-Burnham am Fenster rumhexen zu lassen, ist keine Story – sondern das Eingeständnis, dass man keine hatte.

ACTION
HUMOR
TIEFSINN
ALLES IN ALLEM
SPARKS MICKRIGER MEINUNGSKASTEN
Galaxie-Rhabarberkuchen für den Zuschauer
Hmm.

Blutdruck normal? Pupillen nicht erweitert? Magengeschwür nicht weiter angewachsen? Nervöse Zuckungen halten sich in Grenzen? Galgen in der Zimmerecke kaum in Betracht gezogen??

Jau, ging doch, die Folge!

Hat wohl damit zu tun, dass die Story sich in der nachträglichen Zusammenfassung nicht wie das Werk eines Insassen der Irrenanstalt anhört, welcher sein eigenes Kaka (Pilzgehalt 76,7%) an die Wand wirft:
Crewmitglied kehrt zu Heimatplaneten zurück und befreit sein Volk von einer schrecklichen Lüge. Passt und ist sogar als Idee noch recht frisch. Auch die schleimigen Ba’ul wurden schön mysteriös aufgebaut. Gewollt langes warten bis zur großen Enthüllung kommt für mich immer gut, zumal deren Motivation sogar durchaus nachvollziehbar war. (Bonuspunkte für das bedrohliche Auftreten von deren Raumschiffen.)

Aber, klar, so GANZ ohne Disco-Gerümpel geht es natürlich nicht:

Doc Gay fühlt sich noch wie frisch aus dem Pilz-Auflauf geschissen und ist dementsprechend schlecht drauf. Wäre ich aber wohl auch, wenn mich mein grinsender Lover pausenlos angrabbelt. Tilly kommt angenehm wenig vor, kann sich ihre Quirligkeit als Markenzeichen aber natürlich nicht verkneifen. Und ohne sinnfreies Geschwurbel über Sektion 31 (Kurtzman: „Ich will dazu auch noch eine Serie! Ich will, ich will, ich will!“) geht es auch nicht. Aber das kann man noch gnädig abwinken, ebenso die neue Routine aus schlauem Gefasel („Wir alle kommen irgendwoher. Vom Klo… vom Busbahnhof…“) an Anfang und Ende.

Die Hauptdirektive, pardon, der Hauptbefehl 1 wird auch nur noch erwähnt, um kurz darauf gebrochen zu werden. Interessant ist das Konzept ja gerade als unumstößliches Hindernis, aber so viele Augen hat doch kein Alien in der Sternenflotte, so oft wie die immer zugedrückt werden. Dann lieber ein Aussetzen zum Staffel- oder gar Serienbeginn. Ist doch albern so.

Und, klar, Saru trifft natürlich in der ansonsten leeren Landschaft als erstes seine eigene Schwester. Schon klein, diese Planeten!
Immerhin kann Saru, wie schon im Short Trek, schon kurz darauf den MacGyver machen. Anscheinend ist die Konstruktion von Kommunikatoren aus ALLEN Bauteilen möglich. Saugroboter kaputt? Mach ‘nen Kom draus. Elektrische Zahnbürste durchgebrannt? Hallo, Discovery, zwei zum hochbeamen!

Schön doof auch, dass sämtliche Anstrengungen der Crew am Ende total erfolglos waren und der rote Engel wieder persönlich die Flügel anlegen musste. Der denkt sich mittlerweile bestimmt auch seinen Teil über die Jungs und Mädels von der Discovery. Wobei eh Michael in der himmlischen Hülle steckt, worauf ja mittlerweile so einige ihre Föderations-Dukaten wetten.

Ansonsten, wie hieß es doch am Schluss: „Wenn ich Spock denn finden werde…“
Ja, das wäre… *auf episoden-nummer guck*… so langsam nicht übel.

Fazit: Eine überraschend gelungene Geschichte mit wenig Hintergrund-Balla-Balla. Sehr solide also, in Anbetracht des Discovery-Durchschnitts. Wodurch „solide“ wohl mit gut abgekühlten Wackelpudding gleichzusetzen ist.

Wertung: 5 von 10 Punkten


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Artikel

von Klapowski am 22.02.19 in Star Trek: Discovery

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Kommentare (34)

  1. G.G.Hoffman sagt:

    Die ersten 15 Minuten waren tatsächlich angenehm. Man nahm sich Zeit für Kameraeinstellungen und zeigte Details der Brücke. Eine nette Anspielung auf das alte TOS-Design waren die vielen Druckknöpfe auf den Schaltpulten. Visuell bietet die Serie sehr viel Schönes. Der Geschichte insgesamt konnte ich jedoch gar nichts abgewinnen. Hier passte weder innerhalb der Trekhistorie noch innerhalb der Serie irgendetwas zusammen. Jede etablierte Tatsache hat in DSC eine Halbwertszeit von 3 Episoden, bevor wieder alles über den Haufen geworfen wird.

  2. Cronos sagt:

    Gemessen an dem bisherigen Blödsinn den wir bei Discovery gesehen haben war diese Folge richtig gut. Das war so ruhig inszeniert und relativ frei von Blödsinn das ich kurzzeitig dachte ich sehe eine andere Serie. Aber ich fürchte es wird jetzt nicht so weitergehen. Bestimmt nehmen die Autoren nur Anlauf um die Serie ein weiteres Mal voll gegen die Wand zu fahren.

  3. Dario Cueto sagt:

    Also nach DER genialen Orville Folge war das Ding hier hinterher nur öde. Habe dann nach 15 Minuten mit dem Handy gespielt, nicht mal für Hate Watching hat das dieses Mal gereicht!

  4. Schildkröt sagt:

    Hab länger nicht mehr STD geschaut. Gestern die letzten Folgen mit Vorspulen durchgeklickt, ging nicht anders, war fürchterlich. Zu dieser Folge muss ich aber sagen, dass war tatsächlich die STD-Folge mit dem größten Potential bisher, leider auch mit dem meisten ungenutzten Potential.

    Grundsätzlich hätte man aus der Prämisse eine gute „Star Trek“-Folge machen können:

    Wie weit darf ein Volk gehen, um seine Sicherheit zu gewährleisten nachdem es einen Holocaust gerade so überlebt hat?

    Quasi eine Space-Israel-Geschichte. Dazu hätte man aber die Darstellung der Ba’ul anders aufbauen müssen. Anstatt sie als eindimensionale Sheliak-artige Monster darzustellen hätte man Sympathien für sie wecken müssen (zumindest nach einer gewissen Zeit, am Anfang als böse Monster darstellen bis die ganze Geschichte rauskommt, irgendwann muss man dann die Darstellung aber auch umdrehen.) Z.B. hätte man zeigen können, dass die Ba’ul tatsächlich auch den Kelpiens ein gutes Leben in ihren Reservaten ermöglichen wollten anstatt sie einfach auszulöschen („wie das einige Hardliner damals vor 2000 Jahren forderten“.) Außerdem hätte man auch zeigen können, dass die Kelpiens in ihrem „weiterentwickelten Zustand“ nicht mehr so freundlich sind. (Sarus angedeutetes forscheres Verhalten war zu wenig.)

    Natürlich ist das Evolutionsverständnis der STD-Autoren eine Katastrophe. Es schien hier ja wohl mehr um soetwas wie die Pubertät der Kelpiens zu gehen, aber naja, Sinn hat das alles nicht so viel. Auch hätte ich mir – wie auch im Artikel erwähnt – gewünscht dass man der Geschichte des Planten auf eine interessantere Art und Weise auf die Spur käme. Und auf den „red angel“-Mist hätte man sowieso verzichten wollen.

    Außerdem:

    – Die Drohnen der Ba’ul können wirklich nur mit einem rotierenden Messer(!) Kelpiens töten?

    – Saru hat jetzt Superkräfte und kann Metallfesseln zerbrechen? Die Ba’ul haben doch mit ihrer Technologie die „weiterentwickelten“ Kelpiens damals besiegt, sollten deren Fesseln dann nicht an die superstarken Kelpiens angepasst sein?

    – Saru und seine Schwester versprechen mal ebenso dass ihr Volk keine Rache an den Ba’ul nehmen wird, achso, naja, dann werden sich ja bestimmt alle anderen Kelpiens daran halten.

    – „Wir dürfen die oberste Direktive nur beugen nicht brechen“. Na dann, lass uns doch mal künstlich die „Evolution“ des ganzen Volkes beschleunigen, weil Saru und seine Schwester versprochen haben dass sie nichts böses machen werden. Achja, und weil der rote Engel gesagt hat das wäre ne super Idee…

    Trotzdem, ein Hauch von „Star Trek“.

  5. Zuse sagt:

    War in den ersten 15 Min. nicht das dauerkreisende Kamera-Gefuchtel? Unerträglich.

    Hätte eine Star-Fleet rettet Kunta-Kinta-Civ.-Folge werden können. Aber es war einfach nur wirr.

    Der Lärm der Ba´ul Schife, Die Schiffe an sich. Die Doc Pilz-Nebenstory. Alles STD-Matsch. Nichts wie „früher“ – nur schlechter.

    Gut, daß es heute (gestern) noch was Besseres gab.

  6. Grimson sagt:

    Oh Mann, wenn Sie wie sich andeutet (oder Plakativ ins ganze Universum geschrieben steht), Burnham der zeitreisende-super-Iron-Man mit Flügeln ist, häng ich mich an einem Seil meiner geflochtenen Rückenhaare auf…

    Ich glaub ich fange schon Mal am zu sammeln… *Gaffer-Tape such*

    Falls sich jemand über Sado-Masichistische Tendenzen wundert: Ihr schaut doch auch alle noch Discovery!

    • Grinch1969 sagt:

      Hab ich in Staffel 2 nie angefangen, Staffel 1 hat ein fettes Dislike bekommen und die Grütze wird mir von Netflix auch gar nicht mehr vorgeschlagen „Gott oder Roter Engel sei Dank“!

      Wenn man sich gute SciFi wie The Expanse dagegen anschaut tut STD auf allen Ebenen einfach nur noch weh und ich kann mit dieser SciFantasyPilzgeschichte noch weniger anfangen als mit dem dämlichen „Temporalem Krieg“ von Ent. Hätte nicht gedacht dass ich etwas noch mehr hassen würde, Wahnsinn.

  7. Eddi sagt:

    Also wenn Kelly letztes Jahr zur Göttin gemacht wurde, dann darf Mickey doch wohl wenigstens ein Engel sein.
    Immer schön fair bleiben :p

    • Dario Cueto sagt:

      Mit EINEM Unterschied: Selbst die bescheuertsten Orville Folgen sind immer noch unterhaltsamer als die besten Disco-Dinger!

  8. Grimson sagt:

    Außerdem haben wir ja Spock noch nicht gesehen. Vielleicht hat der Anzug auch Platz für spitze Ohren? Beides irgendwie… Unbefriedigende Lösungsansätze…

  9. Rabiator sagt:

    Wollte nur mal dezent drauf hinweisen, dass unter der ganzen Suppe aus Pilzen und dunkler Materie doch irgendwo hier und da originell-originales Star Trek-Gedankengut abgetaucht ist und mitunter emporblubbert (um gleich darauf wieder unterzugehen).

    Hier und heute, in dieser Episode: Es geht da um das Erhalten eines Status Quo durch langjährige Konditionierung, um die dadurch etablierte Umwandlung einer Täterrasse zu einer Opferrasse und vice versa, wobei die neue Täterrasse der ehemaligen in nichts nachsteht, und um die Bereitschaft der ehemaligen Täterrasse, nie wieder so drauf sein zu wollen wie früher. Und man nimmt ihnen das ab, obwohl der Pinky Oath fehlt, weil man den wichtigsten ihrer Vertreter jetzt ja schon über (mitunter qualvolle) ~20 Folgen lang verfolgt hat. Ein Schelm, wer da irgendwelche Parallelen zieht.

    Selbst dann, wenn das Ganze unglaublich mutiert erscheint. Ich muss zugeben, ich quäle mich im Wesentlichen auch durch. Ich will halt wissen, was aus der ehemaligen Utopie geworden ist, bzw. was werden soll. Deswegen werde ich auch bei olle Gurney Halleck reinschauen, vielleicht zähmt der den Kurtzen ja. Und vielleicht begreife ich dadurch ja auch irgendwann mal, warum anscheinend genug Geld für Disco, aber nicht für Offenbarungen wie „Defying Gravity“ da ist, obwohl das vom Gefühl her eigentlich viel eher Star Trek ist als die Disco-Grütze – nur halt vor Zefram Cochrane…

  10. generic sagt:

    Ich muss sagen, der Storyabschnitt mit Saru’s Heimatplaneten und der Unterdrückung der Kelpien durch die Ba’ul durchaus unterhalten hat. Es fühlte sich sogar fast schon wie eine Star Trek Folge an.

    Was mich gestört hat:
    – Saru und Pike streiten sich wegen dem Ausseneinsatz und die ganze Brückenbesatzung dreht sich in Erwartung einer Schlägerei hin?
    – Mary Sue Burnham
    – Pike, der mal eben einen Krieg anzetteln will
    – Die oberste Direktive die nach Belieben missachtet wird
    – man beamt das Aussenteam direkt neben einen Obelisken der Ba’ul runter
    – Der Rote Engel Arc & Spock, der immer noch verschwunden bleibt

    • G.G.Hoffmann sagt:

      Das Herunterbeamen des Außenteams erfolgt in der Sternenflotte traditionell dort, wo mit Feindübergriffen zu rechnen ist. Fast immer, wenn ein Außenteam irgendwo in ein einsames Waldgebiet beamt, springen spätestens (!) nach 20 Sekunden Bewohner des Planeten hervor, um das Außenteam in Empfang zu nehmen.

      Hingegen könnte man selbst im dichtbesiedelten NRW in jedem Wald landen, ohne dass man weit und breit einen Menschen treffen würde (vorausgesetzt, man landet nicht direkt neben dem Wanderparkplatz „Klötendorfer Mühle, Gasthaus in 50 Metern“). Aber klar: die Bevölkerung von Alienplaneten wird in der Regel nur mit wenigen Millionen angegeben. In Anbetracht der offensichtlichen Besiedlungsdichte (ca. 500.000 Wesen pro Quadratkilometer) lässt dies Rückschlüsse auf die Größe der von der Sternenflotte besuchten „Planeten“ zu (etwa 70 km Durchmesser).

    • generic sagt:

      Dann sollten die Red Shirts wieder einführen ;)

  11. hitzestau sagt:

    Vielen Dank für das Review, damit habt Ihr mir das qualvolle Schauen der Episode erspart und ich habe keine 45 Minuten Lebenszeit verschwendet. Wenn Ihr mir Euer Konto bei der Zeitsparkasse angebt, überweise ich Euch gerne 30 Minuten als Dankeschön. Und es ist schon traurig, dass da bei Disco mit so viel Geld nur Murks rauskommt. „Origin“ auf Youtube Originals hat nur eine Bruchteil des Budgets, ist aber um unendliche Weiten die bessere Unterhaltung – das nur so am Rande.

  12. Dario Cueto sagt:

    Unter dem Tatort-Review wurde von einigen Future Man empfohlen. Habe gerade die Nacht durch die erste Staffel gebinged! Heilige scheiße ist DAS mal ne geile Serie! Fängt etwas träge an, wird aber mit der Zeit unglaublich kreativ und spannend! Unbedingter Guckbefehl und viel viel unterhaltsamer als diese Discoscheisse hier!!!

  13. Serienfan sagt:

    Mich würde ja schon mal interessieren, was hier bei Zukunftia los ist.

    Erzeugen die Lichtblitze von Discovery eine Art hypnotische Wirkung?

    Wenn man sich die Besprechungen von „Stargate: Universe“ auf Zukunftia durchliest, dann gabs nicht nur deftige Verrisse, es gab auch Bewertungen, die zu diesen Verrissen gepasst haben.

    „Discovery“ hingegen scheint so eine Art Sonderschule-Status zu genießen, nach dem Motto: Okay, den Buchstaben A hast du zur Hälfte einigermaßen richtig gemalt, für den Aufsatz gebe ich daher eine Drei minus.

    Man stelle sich nur einmal kurz vor, eine Figur wie Dr. Rush, gespielt von einem Talent wie Robert Carlyle, würde in „Discovery“ auftauchen! Was gäbe es dann? 20 von 5 Punkten?

    Wir sind jetzt auf einem Level von „Wahnsinn, die haben eine Blume gefilmt, ohne dass der Kameramann einen epileptischen Anfall bekam, dafür gibts gleich einen Bewertungs-Bonus“.

    Ein Gespräch wie das zwischen Saru und seiner Schwester, etwas, das uns früher nicht einmal in den schlechtesten aller Fillerfolgen irgendwie positiv aufgefallen wäre, wird nun in den Himmel gelobt als grandiose Rückkehr zu den alten Werten von Star Trek. So nach dem Motto: Wow, wie friedlich heute unser Insasse geworden ist, anstatt drei Wächter zu killen hat er nur zwei von ihnen krankenhausreif geschlagen, dafür gibts doch gleich einen lobenden Eintrag wegen guter Führung.

    Wir haben hier eine Serie, die wirklich zum Miserabelsten gehört, das ich je im Fernsehen sah. Stümperhafte Drehbücher paaren sich mit Darstellern, deren permanentes Overacting anhaltendes Fremdschämen auslöst. Seit Neuestem kommen noch unsagbar schwafelige Voice-Overs hinzu. Völlig talentlose Regisseure versuchen den virtuosen Stil von Abrams zu imitieren. Oder verfolgen sie die Absicht, mit ständig flackernden Beleuchtungen und durchgeknallten Kameraschwenks und -kreisungen vom Drehbuch-Nichts abzulenken?

    Es gibt hier mildeste Punkte-Wertungen für einen Murks, für den man Rick Berman geteert und gefedert hätte. Und ich frage mich wirklich: warum???

    • Klapowski sagt:

      „„Discovery“ hingegen scheint so eine Art Sonderschule-Status zu genießen, nach dem Motto: Okay, den Buchstaben A hast du zur Hälfte einigermaßen richtig gemalt, für den Aufsatz gebe ich daher eine Drei minus.“

      Das ist nicht ganz unrichtig. Im Discovery-Universum gehört „Reden, ohne umzufallen“ schon zu den bemerkenswerten Eigenschaften im Fußsohlen-Stabilitäts-Bereich.

      Irgendwann muss man sich ja auch mal an das Niveau der Klasse anpassen und anerkennen, dass man keine Gymnasialklasse unterrichtet, sondern eine Art Schreibwerkstatt für Vollbeballerte.

      Und da muss man natürlich schon anerkennen, dass man in den ersten Minuten nicht den Turbolift mit dem Maschinenraum verwechselt hat, Piker auf seinem Platz saß (der in der Mitte, oder?) und man grob zusammenfasste, dass die „Erste Direktive“ nicht die weibliche Form von „Detektiv“ ist.

      Und da ich die „Tilly-im-Pilzland“-Episode bei weitem mieser fand – und die Klingonen-Folge sowieso -, muss ich im unteren Wertungssegment ja schon irgendwie rumsortieren. Das ist nicht einfach, aber wir können uns ja so einigen:

      Die Wertungsmaßstäbe bei Discovery werden zu 25% abgewandelt.

    • Serienfan sagt:

      Gut zu wissen! :-)

      Dann lasset uns auch gleich noch Kurtzman preisen, der diesmal darauf verzichtet hat, zusammen mit der WAHNSINNIG originellen „so hat Culber seine Narbe bekommen“-Story gleich noch ein Culber-Spin-Off anzukündigen.

      Was ist los, Kurtzman? Keinen Bock mehr? Packt da einer schon seine Koffer?

    • G.G.Hoffmann sagt:

      Der Serie wäre schon geholfen, wenn man Sonequa Martin-Green endlich beibringen könnte, nicht in jeder denkbaren Situation wie ein Kaninchen zu schauen, das durch einen Fleischwolf kriechen soll. Außerdem muss Stamets weg. Ich halte Anthony Rapp für einen ganz schlechten Schauspieler.

      Man hatte in den früheren Serien ja auch nur jeweils 42 Minuten Zeit, um eine dramatische Situation aufzubauen und auf wunderbare Weise in 10 Minuten aufzulösen. Trotzdem gelang das damals oftmals einen Hauch plausibler und weniger hektisch. Ja, viele Episoden von TOS/TNG/DS9/VOY wirken aus heutiger Sicht sogar unglaublich zäh und langweilig, wenn man sich ganze 15 Minuten Zeit nahm, um ein schweres moralisches oder politisches Dilemma zu diskutieren.

      Demgegenüber sind DSC-Episoden viel zu vollgestopft, so dass man am Ende jedes Problem in weniger als 2 Minuten lösen muss. Unterdrückung-versus-Genozid-versus-Evolutionseingriff? Drohender Krieg? Dafür müssen wir nicht die Sternenflotte, geschweige denn den Föderationsrat kontaktieren. Das entscheiden wir hier auf der Brücke innerhalb von 13 Sekunden Bedenkzeit.

      Das ist mir wiederum etwas zu flott. „Donnergrollen“ wäre eigentlich eine typische Geschichte für einen Zweiteiler mit Cliffhanger gewesen, wenn man schon alle angeschnittenen Themen in eine Episode quetschen wollte.

      Übrigens: Rick Berman hat am Wochenende einen interessanten Tweet abgesetzt, dass er der Picard-Show alles Gute wünsche. Die Kommentare waren fast einhellig vernichtend. Er wisse doch genau, dass die Serie wie DSC „dunkel, hektisch und edgy“ produziert und nichts mit dem TNG-Charakter Picard gemein haben werde.

    • hitzestau sagt:

      @klapo

      Du schreibst „Irgendwann muss man sich ja auch mal an das Niveau der Klasse anpassen und anerkennen…“ das halte ich für nicht richtig, im Gegenteil. Wenn man sich auf das Niveau von Discovery herabbegibt, ist man hoffnungslos verloren, diesbezüglich kann ich @Serienfan nur zustimmen. Ab der dritten Episode ging es steil bergab und die Serie hat mich mit der Pilz-Episode als Zuschauer endgültig verloren. Meine Zeit ist mir dafür zu kostbar.

  14. Steakfan sagt:

    Ich muss sagen die mit Abstand beste Disc Folge bisher! Ja genau, die BESTE Folge in 1.5 Staffeln…. mehr war bislang nicht drin. *blutendes Trekherz verarzte*

    Ist es mir entgangen oder wird das Sternenflottenkommando überhaupt nicht mehr konsultiert bevor man einen Krieg mit einer fremden Rasse riskiert und in die Entwicklung der Kelpianer eingreift?

    Auf welcher Basis ist man denn überzeugt das die Kelpianer mal der Predator waren? Weil eine mysteriöse riesige Weltraumkugel unbekannter Herkunft und Motivation Daten über den Planeten gesammelt hat?

    Und was sollte das mit Sarus verhalten Pike gegenüber? Ja toll ich habs schon verstanden, er ist jetzt ein anderer… aber auf einem echten Sternenflottenschiff wäre er in sein Quartier gesperrt worden. Nicht so auf der DISCO, hier wird er mit einer Aussenmission belohnt. Mann kann ja durchaus davon ausgehen, das er jetzt nicht emotional und sehr objektiv handelt.

    Waren die Kelpianer im Spiegeluniversum nicht als Leckerbissen verskalvt worden?
    Müsste Imperatorin Georgiu dann nicht wissen das die so ne Art kelpianischer Pon Farr durchlaufen?

    Und sorryaber wie konnten diese Ba’ul Salmiakmonster in einer Teergrube, die sie ja scheinbar zum überleben brauchen, so eine Art von Technologie entwickeln?

  15. Serienfan sagt:

    Pike: Sternzeit 1267.1. Die Discovery befindet sich auf dem Flug nach Kaminar, der Heimatwelt von Commander Saru. Der Planet wird von zwei Spezies bewohnt: Den Ba’ul, die über den Warp-Antrieb verfügen, und den Kelpianern, die sich in einem vortechnologischen Stadium befinden. Die Kelpianer werden seit über tausend Jahren von den Ba’ul gejagt und getötet, was in der Gesellschaft der Kelpianer als das Aufrechthalten eines Gleichgewichts gesehen wird.
    Kurtzman: Halt, halt, halt, was machen Sie denn da?
    Pike: Ich führe kurz und knackig in die Ausgangssituation ein, damit wir noch im Teaser mit der Story beginnen können.
    Kurtzman: Was denn für eine Story? Wovon redet der Mann? Burnham, legen Sie los!
    Burnham (aus dem Off): Wer weiß schon, was er weiß. Niemand! Oder jeder! Die Kugel hat uns ein Pizzastück der galaktischen Geschichte abgeschnitten. Ein köstliches Stück einer galaktischen Pizza mit extra viel Käse im Rand. Eines steht fest, auch wenn alles ungewiss scheint: Bei unserem Lernprozess werden Zuschauer auf der Strecke bleiben. Viele Zuschauer. Aber irgendwann, in weiter Zukunft, werden wir vielleicht irgendwas gelernt haben. Oder auch nicht.
    Kurtzman: Schon besser.
    Dr. Pollard: Ich hab sie untersucht, Dr. Culber. Sie sind ganz und hundert Prozent sie selbst.
    Culber: Ich fühle mich nicht wie ich selbst.
    Pollard: Sagte ich gerade sie selbst? Naja, eigentlich wurden ihre Moleküle zu 100 Prozent erneuert.
    Stamets: Sein Sperma auch? Das wollten sie doch sagen, oder?
    Pollard: Seine Narben sind verschwunden.
    Stamets: Aber seine Falten sind geblieben.
    Culber: Wissen Sie noch, wie Sie die Narbe an der Schulter bekamen? Ist sicher eine spannende Geschichte.
    Serienfan: Klar! Jeder hat doch so eine spannende Narben-Geschichte. Ich habe auch eine solche Narbe an der Schulter.
    Burnham: Und wo hast du die her?
    Serienfan: Stammt von meiner Pokenimpfung, die ich in meiner Kindheit bekommen habe.
    Tilly: Wow! Das ist sogar eine noch bessere Story als die von Culber.
    Pike: Sammeln wir mal alle Daten und stellen uns die Frage: Wer ist der Rote Engel?
    Taylor: Marlene Dietrich?
    Pike: Krampf! Das war der blaue Engel, ich spreche vom Roten Engel.
    Taylor: Wahrscheinlich Burnham.
    Tilly: Hihi, keine Verbesserung.
    Taylor: Unerhört, das war reiner Rassismus!
    Tilly: Darf man überhaupt Roter Engel sagen? Sollte man nicht sagen „Engelsperson mit rotem Erscheinungsbild“?
    Serienfan: Ein bisschen diskriminierend ist es schon. Man könnte glauben, sie hätten Vorbehalte gegenüber Engel, die nicht weiß sind.
    Pike: Ich fasse zusammen: Immer, wenn das Rote Licht auftauchte, wurden Leute gerettet und Katastrophen verhindert.
    Burnham: Gut, dass wir darüber gesprochen haben! Also gehen wir weiter davon aus: diese roten Lichter sind eine Bedrohung.
    Kurtzman: Und zwar eine enorm spannende, das muss doch jetzt irgendwann auch mal zumindest EIN Zuschauer einsehen.
    Saru: Die Ba’ul greifen an!
    Tilly: Meine Güte, sehen die Schiffe beschissen aus.
    Saru: Das ist kein Wunder. Die Ba’ul haben zwar seit 20 Jahren den Warpantrieb, aber erst seit zwei Wochen CGI für sich entdeckt. Mehr als PS1-Graphik ist da nicht drin.
    Serienfan: Ein interessantes Problem. Was sagt die Hauptdirektive, wenn ein Planet von einer Warp-Zivilisation bewohnt ist, die aber eine Pre-Warp-Zivilisation unterdrückt. Welche Direktive greift nun? Das könnte man diskutieren …
    Kurtzman: Diskutieren? Was glaubst du, was das hier ist, eine Star-Trek-Serie?
    Pike: Saru, es wird Zeit für eine diplomatische Lösung. Feuern Sie mit Photonen-Torpedos auf diese Obelisken.
    Saru: Endlich werden sie vernünftig. Und solange niemand einfach mal mit den Kelpianern redet, hält sich auch der Hauptdirektiven-Verstoß in Grenzen.
    Tilly: Wollen wir nicht lieber Atombomben draufwerfen? Die sind vielleicht weniger zerstörerisch.
    Pike: Das erinnert mich an das alte Gedicht des unsterblichen Poeten Loriot. Ich muss die Nase meiner Olln …
    Saru: … an jeder Grenze neu verzolln. Tja, ein wandelndes Zitate-Lexikon zu sein gehört nicht umsonst zum Einstellungs-Test der Sternenflotte.
    Taylor: Zum Glück gehört sonst nichts dazu.
    Burnham: Die Ba’ul melden sich. Rest-Budget reicht nur für Audio!
    Ba’ul: WIR WERDEN HIER TIEFER NOCH ALS DIE BORG SPRECHEN!
    Pike: Wieso wird eigentlich immer das Licht dunkel, wenn die Ba’ul reden?
    Tilly: Die 50 Subwoofer brauchen die Energie, damit die Ba’ul so richtig schön tief klingen.
    Kurtzman: Außerdem ist sowas doch die einzige denkbare Möglichkeit, um Spannung aufzubauen.
    Pike? Kennst Du Aischylos?
    Saru: Klar, wer kennt den nicht?
    Pike: Er sagte: Der Lernende muss leiden!
    Serienfan: So viel, wie ich bei Discovery inzwischen gelitten habe, hätte ich längst ein Heilmittel gegen Krebs finden müssen.
    Burnham: Nachdem ich Saru und Siranna zusammen gesehen habe, ist mir eines klar geworden.
    Pike: Was denn?
    Burnham: Ich muss nach Vulkan.
    Pike: Das ergibt null Sinn!
    Kurtzman: Klar. Aber zu diesem Zeitpunkt fällt das niemanden mehr auf!

    • Baruch sagt:

      Jaaaaaaa! Jaaaaa! Jaaaaaaa!!!! Allein beim Einstieg (in Gedanken natürlich von Schulz/Meincke gesprochen) ging mir das Herz auf – nur um dann qualvoll zu verenden.

      Es ist einfach zum Weinen: das haben die Macher im Pilzrausch mal tatsächlich eine brauchbare Prämisse gefunden und prompt vergeigen sie es wieder wie gewohnt. Das ist nicht länger Unfähigkeit, das ist doch schon eindeutig mutwillige pure Zerstörungswut

    • Grinch1969 sagt:

      Vielen Dank aber diese Klöppelianer, schmecken die nicht nach Hühnchen??

  16. Hildegard Burnhamm-Brücher sagt:

    Wir sind soweit, dass ich das hier als „passabel“ bezeichne, schon alleine weil Tilly kaum vorkam, weil Burnham zwar wieder sehr gequält guckte, aber nicht die ganze Zeit, weil Saru und Sarus Schwester mal einen Plot fast für sich alleine hatten. Lust darauf, die Folge noch einmal zu sehen, habe ich nicht. Aber nach dieser grotesken Klingonen-Politikfolge nimmt man ja, was man bekommt.

    Seitenbeobachtungen:

    I. Wenn die Goa’uld keine Exon-Valdez-Mutanten mit Monsterfilmstimme wären, würde ich das deutlich besser finden. Oder: Wenn sie Exon-Valdez-Mutanten mit Monsterfilmstimme wären, die so charakterisiert werden, dass sie mehr als „die offensichtlich Bösen“ sind.

    II. Handlungsaufbau, rote Kugel: Wir haben jetzt „das historische Archiv des Weltraums“ + diese Robotante (augmentiertes Alien, Menschin die hier gegen eine Krankheit eingekleidet ist… who cares), so dass man jederzeit genau die passende Information aus dem Arsch… äh… aus dem gut angelegten Plotbogen ziehen kann, die man gerade braucht.

    III. Ich raffe immer noch nicht, was jetzt eigentlich an dem Roten Engel ist. Lichtpunkte und jeweils irgendwas, wo ein Planet gerettet werden muss. Inwiefern das, wie in Folge 1 behauptet, jetzt die Föderation oder das Leben, das Universum und alles bedroht? Öh.

    IV. Doctor Culber: Spiegel-Universumsversion oder doch nur die erste Person aus den unendlich vielen Paralleluniversen, die am Ende der Serie da stehen werden? Denn an den Kletterunfall kann sich dieser dufte Hühne ja nun nicht erinnern.

    V. Es ist, was es ist.

    (Falls doch jemand so etwas wie Gedanken bzgl. der Titel hat: „A Sound of Distant Thunder“ = Zeitreisende*r verändert die Vergangenheit und damit die Zukunft? So wie in der gleichnamigen Kurzgeschichte? Ist ja das, was hier auch vermutet wird bzgl. Red-Angel-Burnham.)

    • Serienfan sagt:

      Einsam sind die Tapferen!

      Tja, jetzt haben sie also auch Dich weich gekriegt.

      „Es ist, was es ist.“

      Niemals!

      Never give up, never surrender!

      Mich kriegen die nicht klein! In meinen letzten Atemzügen werde ich noch heraus stöhnen, dass dieser Abfall, den die Kurtzman-Verbrecher ungeniert über die Trek-Gemeinde vergießt, nichts anderes als Abfall ist.

    • Hildegard Burnhamm-Brücher sagt:

      Serienfan sagt:

      „We’ve made too many compromises already; too many retreats. They invade our TV show and we fall back. They assimilate entire characters and we fall back. Not again! The line must be drawn here! This far, no further! And I will make Kurzman pay for what he’s done!“

      https://www.youtube.com/watch?v=Ms_WY0s_1XM

  17. teletubbed sagt:

    Auch von mir 30 Minuten als Dankeschön für das Review.

  18. jako sagt:

    hmm.. Klappo.
    Weder ist Bo Yeon Kim ein Typ noch hat sie diese Folge alleine geschrieben.
    Bo Yeon Kim und Erika Lipoldt waren hier, wie auch schon beim Saru Short, als Team am werke.

    Also wenn deine recherchen so ungenau sind, wenn du wiedermal eine Verschwörungsanalyse schreibst, dann wundert mich einiges etwas weniger.

    In Liebe, Jako

    • Klapowski sagt:

      „Bo Yeon Kim und Erika Lipoldt waren hier, wie auch schon beim Saru Short, als Team am werke.“

      Stimmt. Das steht jetzt auch bei Wikipedia so drin. Als ich da damals reinschaute, stand der Typ… äh… der FRAU da noch alleine, glaube ich. War mir sogar aufgefallen, dass Erika da dem Anschein nach die Füße still gehalten hat. – Was für ein verrücktes Pärchen!

      Bei dem Geschlecht hat mir die Erinnerung einen Streich gespielt. Ich dachte kurzzeitig, dass „Bo“ ein typischer Männername ist, wie bei „Bob“, „Boris“ und „Boar, Alter!“. Außerdem war die Folge so schlecht, dass ich mir nicht vorstellen konnte, dass sie von einer Frau stammt. Denn Zukunftia LIEBT Frauen! Selbst, wenn sie „nur“ Asiaten statt Schwarze sind.

    • Sparkiller sagt:

      „Als ich da damals reinschaute, stand der Typ… äh… der FRAU da noch alleine, glaube ich.“

      AHA! Reden wir hier von der englischen Episodenübersicht bei Wikipedia, Herr Klapowski?
      DEM Wikipedia, wo man sämtliche Änderungen nachträglich einsehen kann?

      Warten Sie nicht auf die Übersetzung, antworten Sie mir!

      Oder wollen Sie etwa leugnen, dass die Qualität einer Episode zu 95,6% vom Geschlecht des Autoren sowie deren Anzahl abhängig ist? Na, sehe ich da etwa einen Schweisstropfen auf ihrem (stets) SCHULDIG aussehenden Gesicht!?

      Vom Bo Yeon Kim Skandal reden wir besser gar nicht erst. DER Bo Yeon Kim, welche weder über einen eigenen Wikipedia-Eintrag noch ein Foto bei IMDB verfügt. Wohl zu faul, einfach mal nach „Bo Yeon Kim Discovery“ zu googlen, was?

      Aber nach Gurken-Gate wundert mich gar nichts mehr. Auf Rura Penthe ist bereits eine Zelle frei.

    • Klapowski sagt:

      Ich… ich weiß nicht mehr. Ich erinnere mich nicht m-mehr!

      Es ging alles so s-schnell. Ich wollte das lange Review nur mit einer kleinen I-Info aufpeppen, H-Herr Generalklingone! Ich wollte nur nett sein, den Menschen helfen! Dann ist mir irgendwie alles entglitten! Die Pilze, der Saru, die Ba’ul! Der Yeon, der Bo und dann auch der Kim!

      Ich wusste nicht, dass dies mal über das Schicksal der Welt entscheiden würde…

      Können wir uns umarmen, während ich bereue?

  19. bergh sagt:

    tach auch !

    Warum schau ich mir diesen Scheiss an. Ok. die ersten paar Minuten waren O.K. , aber zu lang.
    Der Rest wurde gesagt.

    Roter Engel:
    Habt Ihr die Vollweib-Figur bemerkt?

    Das ist Tilly nach einer Staffel „The geratest Loosener“
    Echt Isch schwööör.

    Ich gehe jetz The Orville schauen
    Deflectors war Super und Identity Report wird nochh besser.

    Gruß BergH

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