Film- und Serienkritiken

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Short Treks – Kritik zu „The Girl Who Made The Stars“

Short Treks – Kritik zu „The Girl Who Made The Stars“

Endlich ist das neue Short Trek da! Für mich persönlich können die ja gar nicht short genug sein… Trekkig sind sie ja sowieso nicht. Diesmal kann die kleine Pixar-Burnham nicht schlafen und bekommt daher von ihrem Vater eine animierte Geschichte erzählt. Man muss ja schließlich seine filmischen Stilmittel abwechseln, bevor man nach 2 Jahren zufällig die erste gute Realfilm-Episode dreht. Ein Wettlauf gegen die Zeit! – Aber gut, vorher wird wohl die afrikanische Kontinentalplatte die Erde umrundet haben…

„Papa? Warum gibt es Sterne, Mut, Aufbruchstimmung und Stärke?“ – „Nun, mein Kleines… Das warst alles Du. Du. DU! – Aaargh! DUUU ganz allein! Du weißt es doch selbst ganz genau! Warum quälst du mich immer mit diesen Fragen?!“

Der Kern der Bettgeschichte ist, dass alte weiß… schwarze Männer im afrikanischen Stammesdorf zu viel vom Dach ihrer Strohhütte geraucht haben – und deswegen nicht auf jungfräuliches Farmland umziehen wollten.

Wie bitte? Warum diese landwirtschaftsfeindliche Einstellung vorherrschte, die damals zur Gründung einer äußerst wütenden Bäckerei-Innung führte? Na, weil das frische Ackerland mindestens hinter dem nächsten Berg liegt und das Hinreisen über 2 Tage Reisezeit bedeuten würde. Denn WENN die Leute vor Jahrtausenden ein Problem hatten, dann dass sie für ihr nacktes Überleben nicht kämpfen, wandern und leiden konnten (Ironie aus)…

Im Ernst: Diese Prämisse für geistige Metapher-Tiefflieger nimmt man nur deswegen hin, weil es „nur“ die Parabel eines liebenswürdigen „Section 31“-Vaters ist (ja, er trägt sogar das ABZEICHEN). Und natürlich deshalb, weil das alles sooo niedlich animiert ist. In einer der hektischen Reinzoom-Einstellungen glaubt man sogar fast, den König der Löwen das Lied vom Warpkern singen zu hören.

„Geh spielen, Mädchen! Und erkläre uns dann die Regeln des Spiels. Die verstehen wir nämlich nicht ohne dich, buhuu!“ – Kulturfabrik: Ohne Burnham lief schon vor Jahrtausenden nichts – nur die Nase. Vielleicht schickte man sie über all die Jahrtausende sogar absichtlich weg, weil man wusste, dass sie stets mit neuen Ideen wiederkam? („Ach, essbare Beeren kann man essen?!“)

Wenn man es freundlich betrachten möchte, so ist das hier nur eine nette Kindergeschichte, die stilistisch und inhaltlich so wenig mit Star Trek zu tun hat, dass wir hier auch einen Langnese-Werbespot hätten besprechen können. „Die zartschmelzende Schokolade ist gut animiert. Note: 2+“

Wenn man es allerdings unfreundlich betrachten möchte, sehen wir hier ein erneutes Beispiel davon, wie freche, neunmalkluge Frauenfiguren den männlichen Mitstreitern erklären müssen, wie man atmet, ohne dabei rückwärts umzufallen. Wofür diese am Ende dann gefeiert werden. Siehe die letzten drei Short Treks, die exakt die selbe Story erzählten.

Und da das langsam so durchschaubar ist, wirkt das in einem ultrakurzen 7-Minüter sogar NOCH störender. Mein Gehirn merkt sich nämlich nur:

– altkluger Kommentar von Baby Burnham auf dem Bett
– kurzer Zoom über Steppe
– altkluger Kommentar von Baby Burnham im Stammesdorf
– Kurze Actionsequenz
– altkluger Kommentar (etc.)

Auch frage ich mich, warum die Macher so eine Obsession mit dieser ausgedachten(?) “Mädchen erschafft die Sterne in Afrika“-Story haben, die ja sogar das Erste war, was der Off-Sprecher uns bei Staffel 2 in die Ohren säuselte. Das wäre in etwa so, als hätte man bei Voyager mit einer Chakotay-Geschichte begonnen („Der Ureinwohner, der vor 10.000 Jahren bei einem Saufunfall am Lagerfeuer das Brandmahl erfand.“).

„Guck an, die Zuschau… äh… geistlose Insekten wissen genau, dass ich ihr Freund bin und begleiten mich vorbehaltlos auf meiner Reise.“

Nichts gegen das kulturelle Erbe und so, ABER: Aber wenn man MIR erzählen würde, dass meine steineklopfenden Weißgesicht-Vorfahren vor 5.000 Jahren nicht vom Teutoburger Wald runterkamen, da sie Angst vor einem bösen Wolf hatten, käme ich mir auch etwas veralbert vor. Warum sollte irgendwer annehmen, dass ich darauf STOLZ sein möchte?

Aber vielleicht ist das mein Fehler, dass ich mich nicht genug mit längst vergangenen Tannenfressern identifiziere? Was vielleicht daran liegt, dass ich mich nicht in Herrn Bunga-Banga reinversetzen möchte, der damals den Leuten gesagt haben könnte, dass hinter Bielefeld-Brackwede noch Bielefeld-Heepen und Bielefeld-Senne liegt? Wobei ein prähistorischer Klapo, der alte Leute in Baströckchen zusammenscheißt, durchaus was für sich hat. („Hör auf, mein Loch zuzuschütten, Oma Platuschke! Ich arbeite gerade an einer Erfindung namens Scheißhaus!“)

Interessant ist tatsächlich, wie die Story um Little Burnham weitergeht: Wie sich herausstellt, ist die riesige Schlange, vor der die Ältesten sich fürchten, doch real. Was die Idee, dass man seine unbegründeten Ängste über Bord werfen muss, irgendwie … dumm erscheinen lässt? Im Reptilienmagen könnte man ja sonst feststellen, dass die äußerst begründet waren. Und der vermeintlich mutigere Charakter nur deswegen überlebt hat, weil er im richtigen Moment unter dem Beißmaul weggestolpert(!) ist.

„Ich kann ALLES schaffen! Ich muss meine Planlosigkeit nur extrem gut organisieren. – Oh. Hihi, schau mal an! Der Hund hat ja einen aufgestellten Schwanz!“ (*aufpring, loslauf*)

Wir erleben also erneut, dass die STD-Macher nicht mal in einer Kindergeschichte eine Simpelaussage für 10 Sekunden durchhalten können. Die Kinder könnten sich ja beim Fortbilden zwischendurch langweilen, da zu wenig Action aufkommt. Vollkommen märchenhaft und unnötig wirkt es dann auch, dass Little Burnham ein riesiges Ei mit einem Leuchtkäfer vor sich rumträgt (= Fantasy), das sie dann mal fix zerschlägt (= war also unwichtig?), bevor sie dann in einer Höhle ein gestrandetes Alien findet (= Science Fiction).

Da das Wesen äußerst sphärisch und engelsgleich aussieht, ist das natürlich auch suuupernett. Ansonsten würde es ja anders aussehen, ist doch logisch, ey! Jedenfalls hat es nichts Besseres zu tun, als in dem Mädchen einen großartigen „Warrior“ zu sehen. Vermutlich, weil es so doof ist, in der Nacht(!) alleine in der Savanne(!) rumzugeistern. Insgesamt passt es aber wieder, weil bei Discovery ja „Forscher“, „Soldat“ und „Glück habender Gehirnamputierter“ ebenfalls in dem Wort „Warrior“ zusammengefasst werden. Oder in irgendeinem anderen, das einem gerade so einfällt.

Worte sind schließlich nur die Pflastersteine auf dem Weg zur Agenda.

„Little Burnham, höreeee meine weiseeen Worteeee. Du musst einfach nur toll sein, hööörst du? So richtig die Besteee! Also so richtig supergeeeeil! Denn nur so bin ich aus der Sonderschule ausgebrochen, um sinnfrei auf diesem Planeten abzustürzeeen. Mann, bin ich schlaaaau!“

Die hinfallende „Kriegerin“ lernt also in 10 Sekunden, dass das fremde Wesen Stern-Hologramme an die Höhlendecke werfen kann. Daraus folgert sie, dass man keine Angst vor… vollkommen anderen Dingen haben muss, die nicht das Geringste mit dieser Begegnung zu tun haben. Als das Wesen abfliegt, gibt es Little Burnham ein neues (Science Fiction-)Ei mit, mit dem das Mädchen wieder ins Dorf trottet, um es dort zu öffnen. Und weil es vorher keine Sterne gab (oder eine Fantasy-Dunkelperiode durch verdeckende Magie-Wolken herrschte?), fliegen plötzlich Himmelslichter aus dem Ei raus und bleiben oben hängen.

Die Moral der Geschichte ist also sehr einfach(?) zu verstehen:

Mache irgendwas ohne Sinn und Verstand, dann wird dich schon irgendwas/irgendwer retten, wofür DU dann gefeiert wirst!
(So wie beim Werdegang all dieser Autoren?)

Das Alien hat Little Burnham also gezeigt, dass es Sterne gibt, die man vorher nicht sah, weil … man sie nicht sah. Wobei es aber wirklich so aussieht, als wenn das Mädchen die Sterne erschaffen hätte. Was allerdings die Frage aufwirft, aus welcher kreativen Eiterbeule das Alien vorher eigentlich geschlüpft ist?

„Ui, endlich erschafft mal einer die Sterne am Himmel!“ – „Ich sach‘ ja schon lange, dass da mal einer ran muss.“ – „Ich hätte die ja gerne mit Bewegungsmelder.“ – „Kann ich bitte einen schönen Mond dazu haben?“

Jedenfalls muss man keine Angst vor der Dunkelheit (ich meine NICHT die Hautfarbe!) und alten Männern haben, wenn man eine unerschrockene Forscherin ist, die durch Dusseligkeit überlebt und von einem Überwesen angeleitet wird. Dann muss man nämlich auch nichts mühsam lernen, erfragen oder erklären, sondern muss nur noch den Schraubverschluss vom Sternenerzeuger aufdrehen.

Eine mächtige Kriegerin wird man dann auch noch fix. Durch das Mittel des Filmschnitts und eine sanfte Erzählerstimme. Da braucht man dann nichts mehr üben oder wissen. Und die fiese Schlange kann man dann auch im Alleingang erledigen. Die anderen Frauen und Männer, die so doof waren, ohne zufällige Alienbegegnung aus dem Dorf zu gehen, haben das ja in mehreren Jahrzehnten anscheinend nicht mal in der Gruppe geschafft?

„Acht Meter über den Boden springen… Wie gut, dass ich mir das habe patentieren lassen, sonst hätten andere das ja schon vor mir gemacht.“ – Jetzt, wo der Himmel erleuchtet ist, hat die Schlange keine Chance mehr gegen Xena-Pixar-Märchen-Burnham. Denn Schlangen haben ja bekanntlich Angst davor, öh… im Sternenlicht selbst etwas sehen zu können?


Fazit: Wenn man das als Kindergeschichte ansieht, ist das natürlich alles harmlos und knorke. „Eins Plus“ mit Sternchen – wenn nicht sogar noch besser.

Wenn man aber mal kurz in die Deutschlehrer-Analyse geht und dabei auch wahrnimmt, dass 95% der Zuschauer von Short Treks wohl ERWACHSENE mit perversem Trek-Fetisch sind, ist das alles zum Kopfschütteln.

Zum gefühlt tausendsten Male bekommen wir dann einen vorlauten Charakter, der nix kann, aber von einem anderen „Mentor“ so lange hochgejubelt wird, bis dem Drehbuchautoren die Zeit ausgeht und dem Hauptcharakter ein allmächtiges Device in die Hand drückt – das technologisch wenig Sinn macht.

Quasi „STD in a Nutshell“. Nur halt neuerdings im schicken Pixar-Stil.

Bewertung für 8-jährige Kinder mit Hirnschaden:

ACTION
HUMOR
TIEFSINN
ALLES IN ALLEM

Bewertung für klassische Trek-Zuschauer:

ACTION
HUMOR
TIEFSINN
ALLES IN ALLEM
SPARKS MICKRIGER MEINUNGSKASTEN
Hey, seit wann hab ich denn Disney+ ???
„Mutti, diese böse Serie ist wieder da! Kann ich wenigstens das Licht anlassen? Hab Angst!“

„Mein Kind, vielleicht hast du ja nur Angst vor der IDEE der Angst?“

„Seufz. Das wird wieder so eine Folge über soziale Ungerechtigkeit mit plumpen Ansprachen über Girl Power, nicht wahr?“

„Natürlich, mein Schatz. Lass mich dir eine Geschichte erzählen…“

„Äh, mir geht es schon wieder gut. Können wir stattdessen einfach das Licht ausmachen?“

„Zu spät, Michael. Also, vor langer Zeit lebte einmal ein Mädchen…“

*sieben minuten später*

Heilige Zielgruppen-Verwirrung, was war DAS denn schon wieder? Wurde CBS von Disney aufgekauft und keiner hat mir Bescheid gegeben? Oder hat sich Kurtzman einfach zu viele Filme aus dem Maus-Haus angesehen?

Anders kann ich mir die krasse Transformation dieser Schwesterserie von Discovery jedenfalls nicht erklären.
Ihr wisst schon… Discovery. Die selbe Serie, welche mir erst kürzlich nackte Klingonen-Brüste in die Fresse hielt. Wo Leute erstochen, zerquetscht und abgeschlagene Baby-Köppfe gezeigt werden?

Da war ein Animationsfilm für 6 Jahre alte Prinzessinnen (welche aber voll stark sind) natürlich der nächste logische Schritt. Und, meine Güte, hat man sich bei den Zutaten im Disney-Handbuch bedient. Denn das kleine Mädchen änderte die Welt, nein, das Universum für immer. Sie wurde ein tapferer Krieger. UND eine Königin. Selbst die alten sexistischen Stammesältesten respektierten sie am Schluss. All dies in nur sieben Minuten. Fantastisch.

Was grundsääätzlich natürlich eine schöne Sache ist, wäre da nur nicht wieder der dreist-plumpe Lektionen-Holzhammer für Merkbefreite. Der, wo positive Veränderungen immer auf die sauberste und damit langweiligste Art & Weise zustandekommen. Auch hier stemmt ein perfekter Charakter die Hände in die Hüften und trotzt mit Vorurteilen behafteten Schamanen sowie fiesen Nachtschlangen, um an Ende von Aliens ein Sternen-Ei in die Hand gedrückt zu bekommen. Typische Lösungen im alltäglichen Geschlechterkampf, wie wir alle wissen. Aber auch als Geschichte an sich so spannend wie… *gähn*… interessant.

Fazit: War dies ein Test auf der Suche nach neuen Zuschauern? Werbung für die geplante Animationsserie? Ein Bonus für all die Kinder, welche mit ihren Eltern immer Discovery gucken? („Papa, warum piekst die Michael den bösen Mann mit ihrem Messer?!“)
Am Ende fällt es mir einfach schwer zu erkennen, für WEN diese Folge nun gedacht war. Der Anteil an jüngeren Zuschauern wird gerade durch die Disco-Brutaliät eher gering sein und die nächste Episode könnte auch schon wieder eine Szene mit einem schlappen Schwengel enthalten. Womit wir wieder beim Kurtzman wären…

Wertung: 5 von 10 Punkten
(für unterdrückte 6-jährige & Kollege Klap)

Wertung: 2 von 10 Punkten
(für alle anderen)

Ein unterhaltsam-informatives Video (in Englisch) zum gruseligen Thema „Woke“ gibt es übrigens hier.


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Artikel

von Klapowski am 15.12.19 in Star Trek: Discovery

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Kommentare (17)

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  1. Nestroy sagt:

    Die kurze Inhaltsangabe und die Bilder hier reichen schon aus, damit ich mir diesen Kurzfilm nicht ansehen werde, weil bei aller Liebe, jetzt ist DAS wirklich nicht mehr Star Trek.

    Im ersten Moment, als ich den neuen Artikel auf der Zukunftia-Hauptseite sah, hatte ich es gar nicht als Short- bzw Star Trek erkannt. Ich dachte mir „He cool, wieso bringt Zukunftia etwas über Disney’s Vaiana?“
    Bis ich dann den Titel des Artikels las…

    Auch beim lesen später hatte ich ständig Disney’s Vaiana im Kopf, was sehr ablenkend war.
    Außerdem, ein Short Trek über eine Randbemerkung aus der 2. Staffel STD? Really? Was kommt als nächstes? Ein Film über die Entstehung Datas? Oder das Abenteuer davon, wie Burnhams Großvater einst seine Frau getroffen hat?

    Eine animierte Umsetzung des Genres hat bei Star Wars wesentlich besser geklappt, als hier jetzt beim gescheiterten Star Trek Experiment. Wollen wir hoffen, dass „Lower Decks“ besser wird.

  2. Serienfan sagt:

    Der Science-Fiction-Film „… Jahr 2022 … die überleben wollen“ handelt von einer ökologisch zugrunde gerichteten Erde. Einfachste Dinge wie ein Stück Fleisch oder frisches Obst oder Gemüse gelten als selten und für Normalbürger unerreichbar. Die meisten Menschen werden mit Kunstessen wie „Soylent Green“ abgespeist.

    Ein alter Mann namens Sol Roth schwärmt von vergangenen Zeiten, als jeder noch in den Genuss einfachster Lebensmittel kommen konnte.

    Leider komme ich mir so vor wie Sol Roth.

    Was waren das für Zeiten in den 1990er Jahren, als wir jahrelange über 50 Star-Trek-Episoden pro Jahr erhielten und selbst vom unteren Durchschnitt noch immer auf einem gewissen Niveau unterhalten wurden.

    Wir wussten es nicht zu schätzen.

    Und jetzt wird unser Hochmut bitter bestraft. Wir erhalten Ersatznahrung, die mit Star Trek so viel zu tun hat wie ein Soylent-Green-Plättchen mit einem Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat, chemisch zubereitet aus den Leichenteilen des ermordeten Star Trek.

    Immerhin ist es schnell gegessen (Mandalorian könnte sich bei der Länge ein Beispiel nehmen), auch wenn es danach noch ein wenig im Magen liegt.

    • JP1957 sagt:

      Oh ja … die 90er. Als junger Lehrer wankte ich nach einem langen Arbeitstag an einer Ganztagsschule nach Hause … direkt vor den Fernseher, denn dort wartete pünktlich um 16 Uhr Jean Luc auf mich und später das Quarks. Die Ideen der Aufklärung gab es gratis dazu … und anschließend hatte man genug Power, um den nächsten Tag vorzubereiten.

      Vorbei …

    • hitzestau sagt:

      Deine Analogie zum Film finde ich gut. Es ist leider wirklich so, Star Trek von „früher“ hatte noch Herz und Verstand und oft einen gewissen intellektuellen Anspruch… heute is es nur noch ein Ärgernis und müsste eigentlich in die Kategorie Umweltverschmutzung fallen.

  3. Serienfan sagt:

    Und da Klapo ja mehr Story-Analyse wünscht, hier noch dazu ein Nachtrag:

    Bei diesem Short Trek versuchten die Autoren, die „Moral“ von „Der Zauberer von Oz“ zu wiederholen.

    Bei „Der Zauberer von Oz“ streben drei Figuren (der Löwe, der Blechmann und die Vogelscheuche) nach Mut, Herz und Verstand. Am Ende erfahren sie: Sie hatten das alles längst, denn sie hatten sich in dem Abenteuer mutig, mitfühlend und klug verhalten.

    In diesem Short-Trek gab es auch so eine Botschaft. „Sie hatte das Licht die ganze Zeit in ihr!“ Also so, wie Löwe, Blechmann und Vogelscheuche?

    Leider nein! Denn welches Licht soll da die ganze Zeit über „in ihr“ gewesen sein? Zunächst nutzte das Mädchen ein Glühwürmchen als Lichtquelle, und später bekam es ein leuchtendes Ei von einem Alien geschenkt.

    Hier wird die Botschaft von der „Zauberer von Oz“ mit einer Story vermischt, die überhaupt rein gar nichts mit dieser Botschaft zu tun hat.

    Wir erleben hier tatsächlich den Niedergang der erzählenden Kunst, die in hirnloses Gebrabbel abdriftet. Die Moral bleibt hier genauso Behauptung wie bei „Star Trek: Discovery“ und spiegelt sich rein gar nicht in der Handlung wider.

    Kurtzman wollte wahrscheinlich auch mal das „dies ist nicht für euch, es ist für kleine Mädchen“-Brie-Larson-Argument bringen. Diesen kleinen Mädchen bleibt zu wünschen, dass ihnen niemand „Captain Marvel“ (Moral: wenn du allmächtige Superheldin bist, kannst du echt viel erreichen) oder diesen Short-Trek (Moral: wenn dir ein Alien das Licht des Universums schenkt, brauchst du keine Nachttischlampe mehr) vorsetzt, sondern doch lieber gleich den Klassiker „Der Zauberer von Oz“.

  4. G.G.Hoffmann sagt:

    Auf jeden Fall wird es Herrn Kurtzman freuen, dass Ihr seine Vision von Star Trek so sehr liebt, dass Ihr Euch jede Veröffentlichung sofort irgendwo besorgt und die Analysen dreimal so lang ausfallen wie die Episoden.

    • Serienfan sagt:

      Klapo ist schuld. Sein Text und die Bilder machten mich dann doch neugierig, wohin Star Trek diesmal so boldly gegangen ist. (Ob sich Kurtzman über meine Beschaffungsmethode sooo sehr freuen würde, sei mal dahingestellt.)

    • Sparkiller sagt:

      „dass Ihr seine Vision von Star Trek so sehr liebt, dass Ihr Euch jede Veröffentlichung sofort irgendwo besorgt und die Analysen dreimal so lang ausfallen wie die Episoden“

      Na, wir sind ja auch Professionelle!

      *hoffmanns hand mit zwanni drin wegschlag*

      Nein, nicht jetzt. Pssscht!

    • G.G.Hoffmann sagt:

      Sollte sich die Gelegenheit ergeben, werde ich mir das natürlich auch irgendwann anschauen. Wüsste zur Zeit aber nicht einmal, wo man es abrufen kann. Gestern ist aber erst einmal die zweite Orville-Staffel auf DVD (! wie rückständig…) eingetroffen, werde also demnächst mit Freude Eure Besprechungen vom Jahresanfang studieren.

    • JP1957 sagt:

      @G.G.Hoffmann: Gibt es Extras? Dann würde ich auch zuschlagen.

    • Serienfan sagt:

      Es gibt ein paar Extras, leider aber nur kurze Videos, die allesamt auch auf dem Orville-Youtube-Kanal veröffentlicht wurden.

  5. Nestroy sagt:

    Weil ich mir gerade die Kommentare (+ dem Artikel selbst natürlich) unter dem Star Trek 11-Review von vor fast 10 Jahren (was so lange leiden wir schon?!) durchgelesen habe, es war jedenfalls spannend zu lesen wie Alles-Neu-macht-der-Mai-Trek damals nach jahrelanger Pause so aufgenommen wurde in Relation zur heutigen Lage.
    Als es hier noch Kommentare und Hoffnungen auf/für Star Trek aus einer Zeit VOR Discovery bzw. dem Oberbösewicht Kurtzman gab, aber das ist eben so wie in jeder hippen Mittelerde-Analogie.

    So wie Sauron (das BÖÖÖÖÖSE!) sich anfangs im Hobbit noch bedeckt hält und erst später im Herrn der Ringe das totale Chaos lostritt, so bleibt auch Kurtzman bei Abrams Star Trek Filmche anfangs noch etwas mehr im Hintergrund, ehe er ab Discovery das gesamte Franchise kidnapped und in den Abgrund reißt…

    Möge die Gemeinde sich versammeln und zusammen beten, damit es (am besten schon mit Picard?) in naher Zukunft auch für Star Trek wenigstens EINEN positiven kleinen Lichtblick gibt, so wie für Star Wars mit Rough One (ein Film, der in der klassischen Ära spielt und das in Modern! Grrrrandios!).

  6. BergH60 sagt:

    tach auch !

    Also mir hat es ausnahmsweise mal gefallen. !

    O.K. schimpft mich einen 8 jährigen retardierten.

    Die Geschichte hat Hand, Fuss und Herz
    und was mal alles an Geschichten erzählen muss, wenn die lieben Kleinen nicht schlafen können weiss ich auch nicht.

    Bei Serienfans imho unpassenden Vergleich mit dem Zauberer von Oz
    hat er zwei wichtige Hauptpersonen unterschlagen (vergessen?):
    Dorothy und Toto.
    Wie kann man nur?
    Doro und ToTo wollten auch etwas von der weißen Hexe/Königin.
    Was war das nur ?
    Ich komm gleich drauf.

    Auf jeden Fall war das die warmherzigste Geschichte in Star Trek, seit
    Jean-Luc die Flöte ähhhh flötete.

    Gruss BergH

    P.S: Gestört hat mich öfters bei New-Trek diese Holzhammer Girlpower, Gender wasweissIch Agenda.

  7. Serienfan sagt:

    Um die Schönheit dieser zärtlichen und herzergreifenden Star-Trek-Geschichte zu erfassen, muss man nur kurz den Geschlechts-Umkehr-Test machen.

    Kleiner, aufgeweckter Junge lebt leider unter lauter ängstlichen, alten Weibsbildern, die in ihrem verbohrtem Starrsinn nicht auf seine großartigen Vorschläge hören wollen. Zum Glück schleicht er sich eines Nachts davon, trifft auf ein Alien, wird wichtiger als Gott und wächst zum dominanten Herrscher und grimmig dreinblickenden Krieger heran, der dann der dummen Schlange schwungvoll eine aufs Maul schlägt. Live long and prosper!!!

    Die perfekte Pädagogik für kleine Jungs, die nicht schlafen können!

    • dartsarrow sagt:

      Himmel, das klingt wie ein Gründungsmythos für Dschingis Khan oder Xerxes.
      Wahrscheinlich glauben Kurtzman und Konsorten wirklich, epische Figuren geschaffen haben, die doch bitte mal die alten Götter vom Thron zu schubsen haben. Und damit der Terror ihrer Willkürdrehbücher historisch dann nicht im allzu schlechten Licht alles zerstrahlt, muss halt die göttliche Abstammung (oder Überabstammung?) unbedingt in die Vita handeingemeißelt werden!
      In Staffel 3 wird dann Tilly vermutlich mit zwei Steintafeln von der Brücke herabsteigen:
      „Burnham gab uns diese 10 Episoden und es sollen sein alles Perfektionssteigerungen des Ultimativen allen Ultimativens! Das ist die Macht der Mathematik!!!!!1“

    • Serienfan sagt:

      Pixar-Niedlichkeit und große Kulleraugen mit Lichtspiegelungen gaukeln Emotionalität vor, wo nur Kampfgeist und das fragwürdige Unterdrücken von Ängsten propagiert werden.

      Ich erinnere mich an die Voyager-Folge „Once Upon A Time“ (Es war einmal). Darin besucht Noami Wildman ein Kapitel der Flotter-Holonovel. Flotter, ein Wasserwesen, ist mit einem Baumwesen befreundet. Ein Feuerwesen taucht auf und lässt Flotter verdunsten. In dieser Holo-Novel lernen Kinder den Umgang mit Ängsten, aber auch das naturwissenschaftliche Experimentieren sowie die Komplexität ökologischer Systeme. Janeway erzählt später, dass sie als Sechsjährige den Wald geflutet und in einen Sumpf verwandelt hat, um eine Trockenperiode zu beenden.

      Es ist rückblickend unfassbar, wie viel Gedanken sich damals die Autoren machten bei der Konzeption von futuristischen Kindermärchen, welche die Grundüberzeugungen von Star Trek wiederspiegeln.

      Gleichzeitig ging es in der Episode um die Frage, ob Kinder mit dem Tod konfrontiert werden können, da es so aussieht, als sei Naomis Mutter tödlich verunglückt. Es gibt einen Disput zwischen Janeway und Neelix, da Janeway glaubt, Naomi müsse über die Wahrheit aufgeklärt werden.

      Und das haben alle (auch ich) damals als höchst durchschnittliche Episode verrissen. Wir wussten wirklich nicht, was wir hatten.

    • G.G.Hoffmann sagt:

      @Serienfan

      Ja, aber die Bildqualität! Die ist doch heute viel besser…

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