Film- und Serienkritiken

Der Latinum-Standard des Star Trek Universums

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„Star Trek Discovery“ – Staffel 2 – Die gesamte Handlung!

„Star Trek Discovery“ – Staffel 2 – Die gesamte Handlung!

Wie bitte? Wir wissen noch nicht, was die neue Discovery-Staffel bringen wird? Na, da habt ihr aber die Nostradamos-Rubrik von Zukunftia noch nicht kennengelernt! Denn seit dem Zusammenbrechen der Twin Towers hatten wir ein gaaar nicht so schlechtes Händchen darin, Plot-Lines hervorzusagen – unter anderem bei Archers Enterprise. Ob das nach über 10 Jahren Star-Trek-Abstinenz noch funktioniert (oder zählt IHR die Filme echt dazu?), wollen wir heute noch mal feststellen. Beziehungsweise in einem halben Jahr. – Huhu, ihr Webseitenbenutzer vom Januar 2019!

Aus einigen Fakten kann man sich womöglich schon gut zusammenreimen, wie die nächste Staffel der Serie aussehen wird. Und wer dann noch ein paar Seiten des Buches „Drehbuchschreiben für Anfänger“ drauf hat (die Version für Fortgeschrittene kann Kurtzman unmöglich kennen), könnte sich sogar tiefer gehende Storyelemente zusammenreimen.

Wir haben da z.B. folgende Zusammenspinn-Hilfen:

1.) Ason Mount (Captain Pike) hat bestätigt, dass er für 13 Episoden unterschrieben hat.

2.) Die Besetzung des neuen Spocks wurde erst jetzt, nach dem Abdrehen von ca. 5 Episoden bestätigt.

3.) Im Trailer sehen wir etliche Hinweise, warum Spock sich auf den Weg gemacht hat.


Hier also jetzt die zu 72,3% korrekte Handlung:

(mit der „Zukunftia-Geld-zurück“-Garantie)

Um die TOS-Fans bei Laune zu behalten – bzw. diese überhaupt irgendwo auszugraben, präsentiert man uns ein neues Rätsel, das Pike so lange beschäftigen soll, dass er mindestens 13 Episoden mit der Discovery-Crew zusammenarbeiten muss. Natürlich mit den üblichen Ausnahmen der Marke „Oh, die Klingonen greifen an und die von der Enterprise stecken gerade ALLE im Turbolift fest“, falls ein zweites Schiff bei einer Nebenhandlung hinderlich sein sollte.

Irgendwie wirkt der Handschlag von Pike in Bewegung total steif. Und wieso steht er da wie der Glöckner von Notre Dame? – Löst der neueste Versuch, sich mal für eine halbe Stunden an den Kanon zu halten, etwa schwere Gicht bei den Darstellern aus? Oder hat der Schauspieler hier irgendeine Geste des 60er-Jahre-Originals schlecht imitiert? Scheint ja gerade eine Mode zu sein…

Dass Spock erst in Folge 6 oder 7 auftaucht, weist auf einen eventuellen Break in der Mitte der Staffel hin. Womöglich wird man sich nicht zu schade sein, uns mit großem Posaunen-Orchester Spocks erstes Auftreten zu zeigen, bevor das Franchise dann in seine berühmte Winterfrühjahrsommer-Pause geht. Sollte dies eintreffen, so rechne ich fest mit einem kessen Spruch von Spock, bevor wir der „Handlung“ Wochen später weiter folgen dürfen („An diesem Ort auf meine Halbschwester zu warten, erschien mir äußerst … logisch!“ – *Abspann*).

Doch zurück an den Anfang…

Beim Beginn des Trailer sehen wir noch Michael Burnham, die ein seltsames Wesen beobachtet, das durch ein brennendes Gebäude(?) auf sie zugeht. Kurz erkennt man Flügel oder dünne Streben, die von seinem Rücken ausgehen, während uns erklärt wird, dass es Dinge in Raum und Zeit gibt, die nur von denen gesehen werden, „die offen genug sind“. Wir können also davon ausgehen, dass jene Wesen die Zerstörung angerichtet haben und Michael Burnham wohl … offen genug war. Und das nicht nur, wie üblich, ihre durch Schreck geweiteten Gesichtslöcher. Sie ist halt eben ein Genie, seitdem sie Spektralwissenschaften studiert hat. Deal with it.

Die Figur in der Mitte ist das, was Burnham bei ihrer Saunasitzung im eigenen Raumanzug sieht (Vielleicht bei 50-Grad-Celsius-Umgebungen das Visier mal OBEN lassen?)… Rechts sehen wir dann unsere Vermutung, um wem es sich bei der Person handeln könnte.

Wir haben es also mit Aliens zu tun, die in Raum und Zeit aktiv sind. Was neben dem Pilzantrieb die perfektesten Voraussetzungen sind, um noch mehr Paralleluniversums-Gedöns einzuführen, Abweichungen vom Kanon zu erklären oooder diese wieder aufzulösen. Hilfreich wäre hierfür wohl, wenn man uns erklären würde, dass der Pilzantrieb diese Wesen quasi „hergerufen“ hat. Was auch ein prima Grund dafür wäre, die Sporen-Flatulenzen nicht mehr ständig zu benutzen (“Sie spüren uns sonst auf!“).

Oder aber: Pike geht NUR wegen des Sporenantriebs auf die Discovery. Schließlich müssen die 7 roten Pünktchen auf der Galaxienkarte ja irgendwie erreicht werden. Was natürlich das Problem mit sich bringt, dass die Enterprise zurückbleiben müsste. – Aber dafür gäbe es ja die patentierte „Ausweitung des Sporenfelds“ (= Einfach mal auf einen kugelförmigen Pilz im Wald treten), um das Problem zu beheben.

Übrigens interessieren sich die Klingonen und 2-3 andere Rassen (man will sich ja weiterentwicklen) ebenfalls für die roten Funkelsteinchen in der Galaxie. Was einerseits spannende neue Abenteuer mit Tyler bedeutet (inzwischen mit eigenem Schiff – ein Geschenk von der Klingonen-Königin) und natürlich ein Auftreten der Gorn. Denn am Ende des Tages sind es IMMER die Gorn. Ich habe es überprüft: Wenn man so tut, als wäre man Discovery-Autor und somit bei Youtube planlos „TOS Aliens“ eingibt, so kommt an vierter Stelle gleich eine dieser halbcoolen Zeitlupenechsen.

Das ist jetzt mal eine steile These, aber der Mittelpunkt der sieben Lichter sieht verdächtig nach der Position der Erde in der Milchstraße aus. Oder Vulkan? – Dass Burnham hier in der Nahaufnahme erneut die Tränen kommen, kann ich aber in jedem Fall verstehen! Die dachte bestimmt, aus dem Publikumsraum der Psychiatrie würde wieder einer mit rotem Laserpointer auf sie zeigen („Sehen Sie nun meine bekannteste Patientin, werte Kollegen der Ärzteschaft…“).

Die roten Birnchen im All sehen wir gleich zweimal im Trailer. Beim zweiten Mal heult Burnham sogar rum (äh… also wie immer?), als die Lichter sich über die Sternkarte bewegen und dann ihre bekannte Position annehmen. Den Startpunkt sehen wir zwar nicht, aber vermutlich sind sie von einem bestimmten Ort aus losgedüst. Kombiniere: Irgendwas wurde vor langer Zeit am Nullpunkt gezündet – oder getan. Einen Hinweis darauf, WER das getan haben könnte, liefert Burnhams Geplauder: „They are linked to Spock“ – Praktischerweise sehen wir auch, wie sie in seinem Logbuch einen von 6 Einträgen antippt (leider unleserlich). Etwa die Positionsdaten von Spock in den letzten Jahren? – Wenn ja, vermute ich fast, dass er das mit Absicht getan hat, weil er damals ebenfalls sensibel genug war, um die geflügelten Überwesen zu sehen. Und gleich auch ahnte, wie man sie aufhalten kann.

Generell passt es zu den Autoren Harbert und Gretchen Berg, dass sie den Burnham und Spock besondere Fähigkeiten andichten, die sie grundlos zu Auserwählten machen. Ich traue ihnen nämlich nicht den Grips zu, Figuren als ikonisch zu begreifen, wenn sie nicht mindestens Krebs heilen und/oder mit Geistern sprechen können. Dass Spock vermutlich alleine losgezogen ist, obwohl das Schicksal mehrerer Universen von seinem Tun abhängt, wird vermutlich wieder mit einem doofen „Ich wusste ja nicht, ob diese grimmigen Admiräle mir glauben“ abgetan. Das kennen wir schon aus den 2 Abrams-Filmen, an denen Kurtzman maßgeblich mitarbeitete. Da ging es ja auch nur um Einzelkämpfer.

Auch glaube ich nicht, dass die fremden Wesen etwas Tiefgründiges vorhaben. Okay, möglicherweise geben sie vor, das Universum zu „reinigen“, oder irgendeinen Defekt an der Zeitlinie zu „flicken“, aber am Ende werden es wieder Marvel-verdächtige Sprechblasen sein, die darauf abzielen, alles in Schutt und Asche zu schießen.

Aus irgendeinem Grund sehen wir – wie in den letzten Trek-Filmen – wieder mal bemannte Raumkapseln, die sich wie wild drehen. Das macht für die Insassen natürlich keinen Sinn („Na toll, künstliche Schwerkraft und trotzdem muss ich immer kotzen!“), aber vielleicht hat das ja mit dem Pulsar zu tun, auf den das Schiff hier angeblich zusteuert? Wobei die sieben roten „Lichter“ auf der Sternkarte generell Pulsare sein könnten? Würde den Autoren doch bestimmt Spaß machen, normales rotes Licht ohne Begründung mit milliardenfacher Lichtgeschwindigkeit reisen zu lassen?

Ach ja, wundert euch nicht, falls Spock vorgibt, ebenfalls für die Biester zu arbeiten. Oder es anfangs wirklich tut. So ein paar pseudo-tiefsinnige Dialoge durften ja schon in der ersten Staffel nicht fehlen. („Ich sah, in welch großer LOGIK und ORDNUNG sich alles befinden könnte, wenn wir dem Pfad der Zwue‘asjs folgen würden!“ – „Aber du bist doch mein Bruder! Heul! Flenn!“ – „Stimmt, Michael. Aber können wir auf einen dramatischen Moment warten, an dem ich mich dann spontan umentscheiden und dich retten kann?“)

Die Actionsequenzen in der zweiten Trailerhälfte haben übrigens wenig zu bedeuten. Das sind die üblichen Trümmer- und Meteor-Bruchstücke, in denen sich noch ein paar Drohnen des Gegners versteckt halten. Auch hier haben wir es wieder mit supermächtigen Überwesen zu tun. Aber wenn Burnham in ihrer 1-Quadratmeter-Kapsel rumjapst, haben die nix mehr zu lachen. Alternativ sind‘s vielleicht auch nur 7 Gastdarsteller-Rassen, welche die 7-fache Recherche an 7 Punkten der Galaxis eher ungern sehen („Grunz! Unser Territorium! Darum ihr nun sterben! Wir sein hochentwickelte Dingsbums-Kriegerrasse“)…

Wichtig ist übrigens die Ansage, dass man sich mit dem Konflikt „Glaube / Wissenschaft“ auseinandersetzen will. Etwas, was schon lange vor dem Produktionsstart durchgegeben wurde. Da passen geflügelte(?) neue Aliens natürlich gut ins Bild. Noch besser sogar dann, wenn nicht alle an sie glauben. Sonst hätten wir ja keine religiöse Thematik.

In dieser Szene bestaunt die Crew einen schwebenden Asteroiden. Ich vermute ja, dass darin ein mysteriöses Artefakt versteckt ist. Was jetzt erzählerisch eigentlich voll mein Ding wäre! – Allerdings von anderen Autoren, anderen Regisseuren, anderen Showrunnern und anderen (= keinen?) Actionszenen kurz vor dieser unheimlichen Enthüllung.

Eigentlich sind mythologische Dinge seeehr interessant. Ich selbst baute dutzende Querverweise in meine drei Buchromane ein, um mir mindestens eine Plagiatsklage von Jesus und Zeus einzuhandeln… Aber bei Star Trek war bei allem Irrsinn immer klar, dass es sich lediglich um wissenschaftlich erklärbare Phänomene handelte. Selbst im größten Wurmlochwesen-Gebabbel bei DS9 hieß es immer, dass das Wesen sind, die außerhalb der Zeit ihre Zweitwohnung aufgeschlagen haben. Lediglich ein paar Runzelnasen mit langen Kutten (und Kira) beteten die Weißblendenliebhaber etwas zu inbrünstig an.

Sollte also kein neues, leicht beeindruckbares Gaga-Volk erfunden werden, sehe ich Probleme darin, einen glaubhaften Konflikt zwischen Wissenschaft und Glauben zu konstruieren. Was soll denn die Crew eines Raumschiffes bitteschön sagen, wenn sie auf seltsame Phänomene treffen? Etwa: „Oh, das konnten wir jetzt noch nicht so richtig scannen. Müssen dann wohl doch Götter sein. (*schulterzuck*)“, oder etwa das hier: „Ich war zwar immer ein bisexueller Hindu, der gerne im homosexuellen Körper einer Ratte geboren worden wäre, aber diiiese neuen Wesen, die uns 40 Minuten lang mit Zaubertricks verblüfften, denen widme ich jetzt den nun folgenden Mönchsgesang: Uuumm…“

Wird dieses Reptil der ruhmreichen Anrotz-Rasse eine größere Rolle im Handlungsstrang spielen? Oder anders gefragt: Sind Crewmitglieder, die man auch mit Universaltranslator nicht versteht(?), sich nicht an die einfachsten gesellschaftlichen Regeln halten und von allen über-trieb-en beee-grüüüßt werdeeen zu irgendwas zu gebrauchen? Eventuell als Dorf- bzw. Kolonie-Trotttel?

Nachdem die Autoren bisher nicht das Thema Folter sinnvoll abhandeln konnten, gefolgt vom Versagen beim Thema Krieg, für immer Abschied nehmen, nachvollziehbaren Liebesgeschichten und politischen Intrigen, traue ich den Flitzpiepen beim Thema Religion leider GAR NICHTS zu. Hier gibt es so viele Nesseln, in die man sich als gefühlskalter Nachwuchs-Psychopath setzen könnte, dass sie die gesamten Brennessel-Vorräte der Erde schon die Showrunner-Popos näherkommen sehen dürften.

Ah. Moment… Muss ich über die Wiederkehr von Doctor Schwuli eigentlich noch was sagen? Die wurde ja quasi schon bestätigt. Äh, also in jedem Monat exakt einmal, wenn ich richtig gezählt habe. – Wobei ich den beiden Turteltransusen ihr Glück ja von Herzen gönne. Aber wenn der dann nur aus einem weißen Nebel tritt, damit die Alien-Engel (oder auch die Pilz-Stängel) ihre Deus-Ex-Machina-Macht beweisen können, verbreite ich Magensäure auf meinen Knien. Das wäre einfach zu einfach.

Dies soll es erst mal gewesen sein. Mehr gibt es dann mit dem nächsten Trailer. Vielleicht kann ich euch dann auch schon verraten, wer der Oberbösewicht in Staffel 3 sein wird…?

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von Klapowski am 26.07.18 in Star Trek: Discovery

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Kommentare (29)

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  1. bergh60 sagt:

    tach auch !

    Puuuuuuhhh hah !
    Doch sooo schlecht ?
    Dann lohn sich das reinschauen und im FF mode gucken gar nicht.

    Gruß BergH

  2. Serienfan sagt:

    Ich weiß, wir haben es alle verdrängt – zu Recht – aber ich möchte nur kurz erwähnen, dass es bei „Star Trek: Enterprise“ bereits um einen „temporalen kalten Krieg“ ging, und es darin so einen geheimnisvollen „Future Guy“ gab, der immer irgendwie schemenhaft auftrat.

    Angeblich hätte er sich in Staffel 5 als Archer aus der Zukunft herausstellen sollen, der irgendwie das kaputte „Star Trek“ reparieren sollte – eine Mission, die nun eindeutig als voll und ganz gescheitert bezeichnet werden kann.

    Aber die Macher von „Discovery“ haben ein unübertreffbares Gespür dafür, genau das aufzugreifen, was keine (mehr) sehen will …

    • Cronos sagt:

      Keine Sorge. Das wird bestimmt noch 10x schlimmer als bei Enterprise oder DS9. Aber dafür düsen sie jetzt mit superschnellen Drehdingern rum und im Turbolift wird man angerotzt. Dimensionswesen mit Gottkomplex sind da noch das kleinste Problem.

      Antworten
  3. Raketenwurm sagt:

    Die Discovery-Autoren wissen doch genau, was die Fans wollen. Also sind die Engelwesen die Q, denn die besten TNG-Folgen waren doch immer die mit Q. Ganz klar !
    Aber eine Sache wurde in der Vorhersage natürlich vergessen: Harry Mudd. Nachdem dieser Charakter so grooooßartig in Staffel 1 etabliert wurde, kommt der natürlich auch in Staffel 2 wieder. Im Gepäck ein Kraftfeld-Würfel, in den er zwei dieser Engelwesen eingesperrt hat, damit sie für ihn alle Wünsche erfüllen. Aber Burnham kann am Ende der Folge mit einem cleveren Trick (Phaserschuss auf Würfel) die Engel befreien, die sich daraufhin auf Mudd stürzen und mit ihm -schreiend- entschwinden. Aber keine Angst, in Staffel 3 ist er ja wieder da, dann als König in einer Gorn-Stadt, wie das Außenteam rund um Captain Burnham herausfinden muss…

  4. Counselor der Einheit sagt:

    Kein Trek ohne Mister Spuk und „irgendwas mit Enterprise“!
    Hervorragend, dass nun beide mit Pike im Schlepptau zur Rettung des Wracks namens „ST: Discovery“ antreten dürfen.

    Dass dies gelingt, dürfte zumindest fraglich sein. Wieder einmal stützt man sich auf die Krücke in Form von altbekannten Figuren aus diesem Universum, was aus meiner Sicht hervorragend zeigt, dass STD auch in Staffel 2 nicht selbständig laufen lernen wird.

    Ich werde mir das natürlich trotzdem ansehen. Schon allein deshalb, weil Klapos Rezensionen und die Kommentare darauf soviel Leben in die Bude bringen.
    Am Ende ist STD-Schauen vergleichbar wie mit einer Massenkarambolage im Tiefnebel auf der Autobahn – es ist schrecklich, aber man kann nicht wegschauen. :-D

  5. Donald D. sagt:

    Was stimmt denn nun? Ist „Discovery“ quotentechnisch ein Erfolg für CBS oder nicht? Hier wird über den Tod der Serie und Star Treks im Allgemeinen philosophiert, daß es eine miese Show ist, und jeder etwas an der Serie auszusetzen hat. Aber wenn sie so schlecht laufen würde, warum gibt es dann eine zweite Staffel? CBS muß ja irgendwie mit den Abozahlen zufrieden sein.

    • Serienfan sagt:

      Was stimmt denn nun? Tja, dann schicke mal Deine Spione los, denn anders wirst Du das nicht erfahren.

      Bis ins Jahr 2020 will CBS Access in jedem Fall 20 Mio Subscriber haben. Von dem Ziel ist man noch extrem weit entfernt. Ende 2016 hieß es, CBS Accress habe „knapp eineinhalb Millionen“ Subsciber. Das sind meist sehr beschönigte Zahlen, weil kostenlose Testzugänge, von denen oft nur ein Teil verlängert werden, in diesen Zahlen enthalten sind.

      Nach dem Start von „Discovery“ im September 2017 hieß es, man habe „mehr als zwei Mio Subscriber“. Das ist ein geschätzter Zuwachs von 400.000, und auch hier sind Testzugänge eingerechnet. Kurz darauf verlängerte CBS Access den Zeitraum für ein Testabo, was wohl kaum wegen des allzu großen Erfolgs geschah.

      Nach „Discovery“ dürften viele ihren Zugang wieder gekündigt haben. Mehr als etwas über zwei Mio Subscriber hat CBS All Access seitdem nicht vorzuweisen.

      Natürlich ist „Star Trek“ die große Hausmarke und das Zugpferd für CBS All Access, ein Streaming Dienst, der ja ansonsten nicht viel zu bieten hat.

      Doch bloß weil CBS Access an dieser Marke fest hält, muss das nicht bedeuten, dass man mit den Zahlen zufrieden ist.

      Antworten
    • Serienfan sagt:

      Bis ins Jahr 2020 will man 8 Mio Subsciber haben. Hatte mich verschrieben.

      20 Mio … Das schafft CBS wahrscheinlich noch nicht mal mit einer guten „Star Trek“-Serie. ;)

      Antworten
    • Donald D. sagt:

      @ Serienfan: Vielen Dank für die Zahlen! Jetzt bin ich doch schon wesentlich schlauer als vorher, auch wenn man sie mit Vorsicht genießen sollte. Auf den gängigen Trek-Seiten habe ich solche Infos aber nie gesehen. Wo hast Du die Zahlen her? CBS hängt so etwas ja auch nicht allzu oft an die große Glocke. Nur zähneknirschend haben sie ja damals zugegeben, daß TNG auf Blu ray ein Mißerfolg war.

      Antworten
    • HAL3000 sagt:

      Zumindest ist Netflix, als weltweiter Vermarkter von STD, mit den Abrufzahlen zufrieden, so dass sie kurz nach Ablauf der ersten Staffel an CBS herangetreten sind, weil sie eine Fortsetzung haben wollten.
      Und selbst WENN CBS den Stecker nach S02 zieht, könnte es gut sein, dass Netflix die Serie vorerst weiterproduziert.

      Antworten
    • Donald D. sagt:

      @ Hal: Damit wäre aber CBS aus der Produktion seiner eigenen Marke raus. Ich kann mir nicht vorstellen, daß „Netzflink“ die horrenden Produktionskosten stemmen und noch zusätzlich Lizenzgebühr an CBS abgeben will.

      Antworten
    • Serienfan sagt:

      Naja, ob Netflix „zufrieden“ ist, ist die Frage. Da Streaming-Dienste im Moment Serien jagen wie der Teufel die Seelen, heißt es nicht viel, dass die dort gleich eine weitere Staffel sicherten. In einem Artikel habe ich mal gelesen, von allen raubkopierten Serien sei „Discovery“ auf Platz 15. Platz 15 (!!!) finde ich für „Star Trek“ einen ziemlichen Witz. (Und ich glaube nicht, dass es daran liegt, dass die meisten es „ehrlich“ erworben haben. Was keiner raubkopiert, will auch keiner legal sehen.)

      Netflix USA war außerdem extrem sauer, weil Netflix Europe im Grunde CBS einen Exklusiv-Titel für einen Konkurrenz-Streaming-Dienst finanziert.

      Fakt ist doch: In Zeiten permanenter Erfolgsmeldungen (nach dem Motto „erfolgreichste Fantasy-Serie mit einen kleinwüchsigen Afro-Amerikanier im Hauptcast!!!“) blieb es erstaunlich still um „Discovery“. Man kann also davon ausgehen, dass es einfach beim besten Willen keine eindrucksvolle Erfolge zu vermelden gab. Dass CBS weiterhin versucht, mit immer absurderen Konzepten die „Star Trek“-Marke auszuschlachten, ist logisch, aber kein Zeichen für einen Erfolg von „Discovery“.

      Fest steht: Alle Erfolgsrezepte für floppendes „Star Trek“ hat „Discovery“ mit großem Fleiß und detailverliebter Sorgfalt umgesetzt.

      Antworten
    • Donald D. sagt:

      Für mich ist die Serie, wie ich schonmal erwähnte, auch nur annehmbar, wenn ich sie gedanklich in einem Paralleluniversum ansiedle. JJA hat mit den Neuverfilmungen quasi alles nach Archer gelöscht, so daß die Ereignisse in TOS, TNG, DS9 und VOY, als Nero vom A- in das B- Universum hüpfte, niemals stattgefunden haben. So denken zumindest einige Trekkies und JJA und seine Konsorten ebenfalls. Also denke ich Disco auch in ein anderes Universum. Ich nenne es das „D-Universum“. Fakt ist: mein Star Trek ist tot und es wird wohl auch nicht wiederkommen. Die besten Geschichten sind erzählt worden. Disco werde ich erstmal weitergucken, weil es, trotz des bescheuerten Blödsinns und den unsympathischen Charakteren, bis jetzt nicht langweilig war. Und weil jeder Star Trek-Macherneuling neuerdings tun und lassen kann, was er will, nehme ich das Recht in Anspruch das ebenfalls zu tun. Disco spielt nicht im A-Universum. Basta! Es wäre nämlich auch ein Schlag ins Gesicht für die Serien, die dort spielten und sich um Kontinuität bemühten.

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    • Serienfan sagt:

      Saure Limonade schmeckt mir leider auch dann nicht, wenn ich mir einbilde, in einem Paralleluniversum zu sitzen.

      Hollywood ist im Moment dabei, Selbstmord zu begehen. Die drastischen Symptome für depressive Störungen sind unübersehbar. Luke Skywalker verliert seinen Optimismus genauso wie Star Trek, während irgendwelche Producer anscheinend gerade ein „24“-Prequel vorbereiten, am Besten mit Alden Ehrenreich in der Hauptrolle.

      Das ganze ist ein Trauerspiel. Storys haben keine Struktur mehr, Handlungsfäden versanden im bedeutungslosen Nichts, es werden permanent bekannte Charaktere neu verwendet und dann vollkommen verfremdet. In den 1960er Jahren hatten Serien locker 36 bis 40 Folgen pro Jahr, und dennoch unterschritten auch schwache Drehbücher nie diese Schwelle zur amateurhaften Stümperhaftigkeit, wie es heute zu erleben ist.

      Das Problem ist nicht, dass STD nichts Neues oder Gutes zu erzählen weiß, sondern dass gar nichts mehr erzählt wird. Es ist eine Aneinanderreihung von gekünstelten Charakterszenen und wirrer Action, die strukturlos aneinandergereiht werden und die mit dem „Erzählen“ einer Geschichte einfach nichts zu tun haben.

      Antworten
    • Donald D. sagt:

      36-40 Folgen ist ein bißchen viel. Die meisten Serien hatten damals schon „nur“ 22-28 Episoden pro Jahr. Das hat sich bei den großen Networks bis heute auch nicht geändert (Hawaii 5-0 24 Folgen, NCIS- L.A. 24 Folgen usw.). Aber es stimmt, daß viele alte Geschichten in den aktuellen Serien nur neu verpackt werden. Selbst Star Trek klaute von Star Trek. Besonders sei da ENT erwähnt, welche sich bei DS9 und Voy bediente und beinahe identische Geschichten ablieferte. Und wenn Hollywood mal etwas anders machen will, dann geht es ebenfalls schief (Star Wars VIII, wobei ich zum ersten Mal wirklich einend SW-Film schei** fand). Sollte Hollywood sterben, ist mir das egal. Ich habe die meisten meiner Lieblingsserien in irgendeiner Archivform und da gucke ich wesentlich lieber rein, als in die aktuellen Serien.

      Antworten
    • Serienfan sagt:

      Viele „Bonanza“-Staffeln haben 34 Folgen, „Twilight Zone“ bis zu 37 Folgen …

      Ich werfe dem neuen Hollywood nicht vor, dass sie Geschichten „klauen“, sondern dass sie mehr und mehr unfähig werden, überhaupt Geschichten zu erzählen.

      Gerade Serien lebten einst von der „Verdichtung“ auf eine oft sehr umfangreich erzählte Story. Die Episoden von „Twilight Zone“ sind ja geradezu Meisterwerke, betrachtet man, wie kunstvoll hier Figuren, Ereignisse und die Relevanz der Geschichte verzahnt sind. Es sind hier die Dinge vorhanden, die einer Geschichte überhaupt erst einen „Sinn“ ergeben.

      Wenn dich jemand volltextet und dir haarklein erzählt, was er vom Einkaufen bis zum Schlafen gehen alles am Vortag gemacht hat, wirst du irgendwann fragen: Warum hast du mir das eigentlich alles erzählt? Denn JEDE Art der Erzählung braucht eine „Relevanz“. Sonst ist es eben nur Schwafelei. Daran ändern auch teuere Spezialeffekte nichts.

      Ein Witz ohne Pointe ist eben kein Witz mehr, und eine Geschichte ohne Verzahnung von Handlung, Figuren und Kontext ist eben keine Geschichte, sondern nur eine Aneinanderreihung von geschilderten Ereignissen, die keine Relevanz haben. Ob diese geschilderten Ereignisse dabei geklaut sind oder nicht, ist gar nicht entscheidend.

      Antworten
    • Donald D. sagt:

      An Bonanza kann ich mich nicht mehr so richtig erinnern und Twilight Zone habe ich nie gesehen. Hollywoods Dilemma ist einfach, daß sie nicht so richtig wissen, was der Kunde will und der Kunde weiß es wahrscheinlich auch nicht. Ich wußte nur, daß ich eine Serie, die vor Kirk oder in seiner Zeit nie haben wollte. Die meisten wollten ja wohl eine Serie nach ST: Nemesis bzw. Voy im ca. 26. Jh. Da hätte man Ballast loswerden können und trotzdem wäre immer genug dagewesen, um Bezug darauf nehmen zu können. Daß die Serien neuerdings immer schlechter werden, liegt aber auch daran, daß sie immer länger laufen. Law & Order hatte 20 Staffeln! Law & Order Special Victims Unit wird die Serie nächstes Jahr überholen. NCIS läuft in der 15. Staffel, NCIS-L.A. und Hawaii 5-0 sind der Serie auf den Fersen. So lange will doch eigentlich kein normaler Mensch an einer Serie hängen. Wo sind die Zeiten hin, in denen eine Serie maximal sieben Staffeln hatte?

      Antworten
    • Serienfan sagt:

      Die heutigen Serien-Hersteller können ihrem Serien-Gott danken, dass die meisten ihrer Kunden alte Klassiker wie „Bonanza“ oder „Twilight Zone“ nicht mehr kennen. Wäre es so, würde heute auch keiner mehr denn Blödsinn glauben, dass Serien wie „Westworld“ irgendwie spektakulär sind. (Inflationsbereinigt ist „Bonanza“ ohnehin immer noch eine der teuersten Serien aller Zeiten.)

      Gerade die Episoden von Gene L. Coon, die er für „Bonanza“ geschrieben haben, sind spannend, vielschichtig und Jahrzehnte ihrer Zeit voraus.

      Es heißt immer, wir würden im goldenen Serien-Zeitalter leben. Tatsächlich aber wirken manche Serienklassiker von früher im Vergleich zu dem heutigen Stuss wie „Casablanca“ gegen „Transformers“.

      Antworten
  6. G.G.Hoffmann sagt:

    Ich bin gerade dabei, mir die erste Staffel von „Discovery“ (gestern Episode 7) noch einmal ganz in Ruhe und ohne Erwartungen und Vorbehalte anzuschauen. Im zweiten Durchgang gefällt sie mir schon besser. Mit den Figuren und dem Schiff ist man schon etwas vertrauter, man kann mehr auf Details der Handlung und der Kulissen achten, die Erwartungshaltung ist nicht mehr so groß. Selbst an die seltsamen Klingonen gewöhnt man sich.

    Handlung und Dialoge scheinen mir auch nicht blöder als bei VOY und ENT. Gegenüber der jeweils ersten Staffel von TNG und DS9 wirkt DSC sogar professioneller. Dass sie so überhaupt nicht in die Zeit von/vor Kirk passt: geschenkt. Das galt optisch und technisch auch für ENT. Der Fluch des Prequels. Genauso gut könnte man umgekehrt sagen, Kirks Enterprise sei nach heutigen Maßstäben als Schiff des 23. Jahrhunderts völlig unglaubhaft.

    Und hat man es nicht auch ohne weiteres akzeptiert, dass Daniel Craigs Bond in der Persönlichkeitsentwicklung des Agenten gleichsam vor Sean Connery spielt, aber in unserer Zeit und Judy Dench trotzdem schon/immer noch „M“ verkörperte?

    Insofern könnte ich mich bei aller berechtigten Kritik mit DSC anfreunden, wenn die mit der Produktion endlich einmal in die Füße kämen und im Produktionsstab weniger Chaos herrschte, welches sicher dazu beigetragen hat, dass die erste Staffel nicht wie aus einem Guss wirkt.

    • Sparkiller sagt:

      Sehr mutig, diese unwiderlegbare Enthüllung deiner Erkrankung an Altersdemenz. Mutig, aber auch deprimierend, kam diese doch im Zusammenspiel mit dem schlimmstmöglichen Verlust des rationalen Denkens: Dem mir-schon-besser-Gefallens von Discovery. („Jaaa, dieses Stargate Universe erinnerte mich in der zwölften Wiederholung durchaus an Edmond Rostand und sein grösstes Werk Cyrano de Bergerac. Symbolisiert Cyrano hier doch die Vorgängerserien. Die grosse Nase, eine Repräsentation von deren Makeln, welche letztendlich doch für einen tieferen Charakter sorgen. SGU ist dagegen Christian von Neuvillette. Hübsch, aber ein arger Dummkopf, welcher (Achtung!) häufig im Dunkeln steht. Doch jetzt entschuldigt mich, ich habe eine Wand meines Zimmers noch nicht vollständig mit Kaka bemalt.“)

      Ich hoffe, deine Worte sind auch für andere Opfer dieser furchtbaren Krankheit (Fans der Michael Bay-Transformers oder auch der Twilight-Reihe) ein Trost, sich ihrer Wahrnehmungsprobleme der Realität nicht zu schämen. Danke. Nein, BRAVO!

      Antworten
    • Serienfan sagt:

      Ohne Erwartungen ansehen?

      Also, wenn ich eine „Star Trek“-Serie sehe, erwarte ich „Star Trek“. Wenn ich einen Bond-Filme sehe, erwarte ich einen Bond-Film.

      Die Zeit, in der ich einen Dom Perignon „ohne Erwartung“ trinke, wird die Zeit sein, in der die Demenz mich in ein abgesperrtes Pflegeheim getrieben hat. Denn mit Aufgeschlossenheit hat das nichts zu tun. Eher mit der völligen Unterwerfung des Konsumenten an die Hersteller, die dann mit ihm machen können, was sie wollen.

      Antworten
  7. G.G.Hoffmann sagt:

    @Sparki

    Um mit Captain Lorca zu sprechen: „Noch schlechter geht ja wohl auch nicht.“ Daher habe ich kein Problem damit, die Staffel beim zweiten Mal besser zu finden. Ich fand alles, was nach TNG kam, zunächst Scheiße. Eigentlich fand ich schon TNG ab Staffel 6 überwiegend schlecht. Aber man hat es doch letztlich alles früher oder später als Star Trek akzeptiert. Und die Staffeln 4-6 von DS9 und VOY sowie 3+4 von ENT waren ja auch recht annehmbar. Dass nichts an die vier, fünf guten TOS-Folgen herankommt, ist sowieso klar.

    @Serienfan

    „Ohne Erwartung“ in dem Sinne, dass die Erwartung nach 12-jähriger StarTrek-Serienabstinenz besonders hoch war und diese Erwartungen kaum je erfüllt werden können (siehe auch die neuen Star Wars Filme). Man schaut sich doch aber auch nicht zum vierten Mal die erste Staffel von DS9 an und denkt: „Best Star Trek ever…“

    • Serienfan sagt:

      Ist der Geschmack erst ruiniert, schaut sich Discovery ganz ungeniert … Und irgendwann gefallen einem vielleicht auch die Ohrfeigen, die einem als Trekker bei „Discovery“ unentwegt verabreicht werden.

      Und nein: Die Erwartungen waren so hoch gar nicht. Man erwartete nur unterhaltsame Geschichten und sympathische Figuren. Das hat doch nun „The Orville“ wirklich gezeigt: Es muss eben kein unerreichbarer Überflieger werden, um wieder den Spaß zu haben, den diese Art von SF-Unterhaltung einst bereitet hat.

      Und wenn ich mir anhöre, was für eine Grütze Kurtzman über den neuen Spock verzapft, zieht es einem doch die Schuhe aus. Was soll das?

      Ich verstehe, wenn Fox bei „24“ ratlos herum eiert. Kiefer Sutherland hat kein Interesse mehr. Also versuchte man es mit einer neuen Figur, jetzt voraussichtlich mit einem Prequel …

      Bei „Star Trek“ haben aber ALLE Interesse. Von Patrick Stewart über Frakes bis hin zu den ehemaligen Autoren. Und inzwischen ist durch „The Orville“ auch klar, dass auch die Fans wieder klassisches Star Trek wollen. Und dennoch überlegt sich CBS krampfhaft die absurdesten Dinge, um etwas zu liefern, das die Fans nicht wollen!

      Es wäre so einfach und auf der Hand liegend, wieder ein „Star Trek“ zu machen, das die Leute begeistert. Ich weiß wirklich nicht, warum sich CBS hier so gehirnamputiert anstellt, und erst recht sehe ich nicht, weshalb ICH mich verbiegen sollte, damit mir dieses Frankenstein-Monster einer Star-Trek-Serie gefallen soll.

      Antworten
  8. Nitpicker sagt:

    „Es ist eine Aneinanderreihung von gekünstelten Charakterszenen und wirrer Action, die strukturlos aneinandergereiht werden und die mit dem „Erzählen“ einer Geschichte einfach nichts zu tun haben.“

    Das ist wohl die Folge des Siegeszuges der (a)social Media, wo die Leute (vor allen Dingen das amerikanische Jugend-Publikum, die ja nun mal zur Werberelvanten Zielgruppe gehören) einfach gar keine Zeit mehr haben für so etwas beknacktes wie eine stringent aufgebaute Geschichte. Heutzutage „muss“ alles boom-boom-boom gehen, die Sinne sollen dauern geflutet werden. Es muss „woke“ sein, actiongeladen und am besten im gleichen Moment auch noch hipp-lustig. Bloß keine Langeweile! Daher ist es vollkommen egal, ob Burnhams Verhalten Sinn macht. Der Moment, wo sie jeder Story-Logik zum Trotz (sieben Jahre auf der Shenzhou, werdender Captain – sollte eigentlich reifer sein) zum Teenager mutiert, der gegen die Mama (Giourgiou) rebelliert (und zwar aus Liebe!) muss nur dramatisch genug in Szene gesetzt werden, weil das ja eh nur den Zweck hat, damit es via Smartphone von Jugendlichen, die auch gegen ihre Mama rebellieren auf Youtube geteilt wird. Es werden keine Geschichten mehr geschrieben, sondern Memes.

    Man findet ja sogar schon über Artikeln von US-Onlinezeitungen eine Zeitangabe, wie lange es denn dauert, den jeweiligen Text zu lesen (nie mehr als 10 Minuten – was auch der „Optimalen“ Länge eines Youtube-Videos entspricht). Glaubt da wirklich noch einer, dass eine Serie wie Star Trek Discovery, von der ungemein viel für CBS abhängt, Zeit hat um auch nur annähernd thematisch in die Tiefe gehen zu können? Vor allem jetzt, wo Alex „Punch it“ Kurtzmann am Ruder sitzt?

    Wohl kaum. Ich bin mir nur ganz und gar nicht mehr sicher ob das so blöd ist, wie ich es als Alt-Trekkie finde. Gut möglich, dass die Taktik genau richtig ist und zu einer zwar wenig schmackhaften, aber doch sehr erfolgreichen Serie führen wird.

    • Serienfan sagt:

      Da wäre ich mir nicht so sicher. Die Serie „9-1-1“, die in den USA auch auf Fox läuft, hat zum Beispiel genau das, was viele Serien vermissen lassen: Originelle, schnell erzählte Geschichten und sympathische Figuren. Mir hat diese Serie auch enormen Spaß gemacht, und sie war in den USA extrem erfolgreich.

      Antworten
  9. G.G.Hoffmann sagt:

    Ab jetzt alles egal und alles wieder gut.
    BREAKING: Patrick Stewart kehrt zurück als Jean-Luc Picard.

  10. Grimm sagt:

    „Das Problem ist nicht, dass STD nichts Neues oder Gutes zu erzählen weiß, sondern dass gar nichts mehr erzählt wird. Es ist eine Aneinanderreihung von gekünstelten Charakterszenen und wirrer Action, die strukturlos aneinandergereiht werden und die mit dem „Erzählen“ einer Geschichte einfach nichts zu tun haben.“

    Da sprichtst du mir aus der Seele. Besser kann man es gar nicht zusammenfassen.

  11. Botschafter Soval sagt:

    Eine wundervolle und absolut zutreffende Analyse. Das der Kanon zu einer reinen Nebensache degradiert werden kann, ist spätestens seit Star Wars Episode 7 Das Erschlaffen der Macht bekannt und salonfähig. Und nach den Kritiken die Star Trek Discovery in Staffel 1 erfahren musste, soll die gute alte NCC-1701 das Ruder herumreißen. Spock als garant für positive Kritiken oder besser, der Schwachsinn geht in die zweite Runde.

    Nach dem der abgrundtief böse und natürlich aus dem Paralleluniversum stammende Captain Lorca, der alles genauso geplant hat, sich in Rauch aufgelöst hat, übernimmt jetzt Interimscaptian Saru die Crew der Schwachsinnigen. Dauernervensäge Tilly, die augenscheinlich an ADHS leidet und Star Trek auch den letzen juvenilen Pokémon-Sammler, mit halbwegs lockeren Sprüchen Star Trek näher bringen soll, darf sich über weitere sinnfreie Auftritte an der Seite der inhaltslosen Aushilfsvulkanierin Michael Burnham freuen.

    Michael Burnham ist meiner Meinung nach sowieso der Schwachpunkt der Serie. Während man ja noch in Staffel 1 gehofft hatte, dass der Krieg zwischen der Föderation und den Klingonen im Mittelpunkt steht, der wurde natürlich eines besseren belehrt. Staffel 1 bezog sich voll und ganz auf unsere Michael Burnham, deren Charakter soviel Inhalt wie ein Vakuum besitzt. Michael Burnhams Probleme wurden Episode für Episode immer wieder beleuchtet, ihre Beziehung zu halben Klingonen, oder ihre tiefe Schuld am Tod ihrer guten Freundin und geliebten Captains. Wow, was man früher in einer Episode aufgearbeitet hat, höchstens eine Doppelfolge daraus gemacht hat, dafür braucht Discovery eine ganze Staffel.

    Leider verstarb unserer guter Schiffsarzt viel zu schnell und jetzt ist unser lieber Chefingenieur sehr traurig und fungiert als lebender Sporenantrieb. Star Trek im Geiste unserer Zeit, so darf auch eine homosexuelle Beziehung nicht fehlen. An sich ja kein Problem, wenn diese nicht schon in der 1. Staffel gestrichen wurde. Macht nichts, zur Not kann man ja noch eine Geschichte um Cadet Tilly stricken, die früher mal als Junge geboren wurde, aber schon mit 10 Jahren merkte, dass sie ein Mädchen sein wollte. Wäre doch mal was, gab es selbst bei Star Trek noch nicht. Wäre an sich auch kein Problem, wenn die Charaktere wenigstens tiefe besitzen würden.

    Fazit: Star Trek Discovery ist so überflüssig wie eine Eiterbeule am Hintern. Braucht kein Mensch und Staffel 2 wird es wohl nicht besser machen. Ich kann nur hoffen, dass nach dieser Staffel Schluss ist. Gab bessere Serien, die nach nur vier Staffeln eingestampft wurden. Star Trek Enterprise zum Beispiel. Für mich eine der besten Serien, die dieses Universum zu bieten hat. Da hätte man auf die Fans hören sollen und eine weitere Staffel abdrehen sollen.

  12. sporkluck2 sagt:

    Ich befürchte, der dr. hömö ist jetzt ein solcher Engel.

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