Film- und Serienkritiken

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„Dexter“ – Staffel 6: Man glaubt es nicht!

„Dexter“ – Staffel 6: Man glaubt es nicht!

Man muss ja nicht immer nur die Scheißserien runtermachen, sondern kann auch mal die supertollen Serien bewerben… Das ist seit jeher das Kredo unserer Seite, nachdem wir mit Deo eher einen kleinen Verkaufserfolg erzielten. Doch was ist, wenn eine einstige Hammershow immer noch Hammer ist, innerhalb dieses Schlagwerkzeuges aber eine gewisse Muffbildung im Holzstiel zu vernehmen ist? – Auch in diesem Falle kritisieren wir natürlich, aber trotz harschem Tonfall mit einer Liebe und Zuneigung, die immer noch ihresgleichen flucht… sucht.

Achtung, massive Spoiler voraus!

Inhalt der 6. Staffel: In Miami gehen 2 religiöse Serienkiller um, die ihre Opfer nach einer kruden Bibelsymbolik zurichten. Schnell hat Dexter, der Rächer der Gehäuteten, einen von beiden gefunden: Travis, den unscheinbaren Restaurator. Doch wo ist sein Mentor, Professor Gellar?

Besprechung:

Ach jaaa… Es hätte so schön tiefgründig werden können, hätte man das Konzept nicht mit Moses Steintafeln einmassiert bekommen.

Aber der Ansatz, einen unverbesserlichen Serienkiller (Dexter) plötzlich mit Religion in Verbindung zu bringen, war natürlich so schwierig umzusetzen, wie einen fleißigen Zukunftia-Leser in die Obhut der Zeugen Jehovas zu übergeben! Und da das alles auch unter dem Motto „Glaube versetzt Scherge“ nicht ganz einfach einzuspielen war, nimmt Dexter das metaphysische Bombardement der Drehbuchautoren (Klosterschule für den Sohn, Autowerkstatt mit Hebebühne für die Bibelsprüche, Serienmörder mit Kruzifix-Flatrate…) die meiste Zeit nur mit staunenden Kinderkilleraugen über sich ergehen. Und er fragt sich dabei vermutlich: „Vielleicht gibt es ja DOCH einen Gott (oder Showrunner…), wenn ein bestimmtes Thema sich zufällig immer wieder in den Fordergrund spielt?“

„Oh, verstehe… Ich schraube einen Priester an ein Krokodil, um beim Uhrmacher einen See aus Blut zu bestellen! Und das alles geschieht innerhalb des unüberwindbaren Maschendrahtzaunes der Sünde!“ – „Fast richtig. Der Hintergrund ist allerdings nur einfaches Karopapier…“ – Wer Geboten folgen möchte, sollte doch lieber nach Ebay gehen; dies hier wird allmählich etwas ermüdend!

Ab und an scheint Dex gar zu wittern, dass er einfach nur eine Serienfigur ist, die vom „Hatten-wir-noch-nicht-Thema des Jahres“ indoktriniert wurde… ICH würde jedenfalls Verdacht schöpfen, wenn im Jahre 2012 plötzlich nur noch Scientologen meinen Weg kreuzen würden. – Die hilflos im Off-Text ausgesprochenen Fragen von Dexter („Könnte es sein, dass der Glaube mir helfen könnte, ein besserer Mensch beim Mensch-Ärgere-Dich-Nicht zu sein?“) verpuffen jedoch in der eigenen Weihrauchwolke oder werden nach Millisekunden verneint, um eine Art moralischen Kurz-Kontrast zu erzeugen. Ähnlich meinen täglichen Impulsen, einen Haufen in mein Treppenhaus zu kacken, nur dass dies in dieser Dexter-Season zu einem inneren Sinnlos-Monolog geführt hätte („Aber würden die gesparten Wasserkosten für die Toilette tatsächlich den Ärger mit meinem Vermieter aufwiegen? – NEIN!“)…

Und natürlich rächt Dexter den Tod seines 2-Episoden-Mentors (einen schwarzen Werkstattbesitzer), der auf dem Sterbebett um Vergebung für seinen Peiniger bittet. Wir sind hier schließlich nicht bei der Heils-, sondern bei der Hals-ab-Armee! Wo kämen wir denn da hin, wenn Dexy-Boy eine halbe Staffel nur seine Wohnung mit Plastik auslegt, um Kartoffeln zu schneiden? Wie soll man eine Serie interessant halten, in der die Konflikte INNEN und nicht auf der Außenseite einer blutbesudelten Zeltplane ausgetragen werden? Antwort auf all diese Fragen: Mit intelligenten Drehbüchern, die nicht alleine auf den Widersacher-der-Staffel abzielen, den Messer-Arsch-des-Jahres, dem Quartals-Witwenschänder.

Ich weiß, das ist nicht einfach, aber hey: Ich liebe die Serie, aber nach 6 Jahren dürfte Dexter sich auch ruhig mal wandeln. Doch er entwickelt sich partout nicht, da alle hoffen, dass die Erfolgsserie staffelmäßig die Nachfolge von „Two-and-a-Half-Men“ (der Halbe ist dann halt ein Schnippelopfer) antreten könnte. Was bleibt, ist ein Straftäter mit Platzkarte für die Dunkle Seite der Macht. Seine kleinen Wandlungen zum Guten sind nur dazu da, um diesen modernen Bud Spencer sympathisch zu halten. Wobei dies dem Publikum seeehr einfach gemacht wird: Wer hat denn beispielsweise noch nicht davon geträumt, dem Parksünder den Piephahn abzusäbeln oder einem Vergewaltiger das Auto zu plätten? Ich würde mir daher wünschen, dass Dexter wirklich mal einen herzensguten(!) Menschen umlegt (besser: Katzenbabys!), nur um zu sehen, wie weit die Zuschauer zu gehen bereit sind…

„Einen flotten Dreier mit deinem imaginären Bruder?! Bist Du krank oder was?“ – „Ich nicht, aber ER hat gerade so eine leichte Halsentzündung. Vorsicht also an seinem Gaumenzäpfchen!“ – Virtual Reality: In dieser Staffel geht es oft um Leute, die gar nicht da sind. Schade, dass die Quoten auch in Season 6 extrem gut sind, denn an dieser Stelle hätte sich ansonsten ein super Kalauer bezüglich der Zuschauerzahl angeboten…

Doch zurück zum (G)Lau(bens)thema:

So gut und intelligent ich die Dexterfolgen auch meist geschrieben fand: Dexter glaubwürdig in einen quasireligiösen Konflikt zu bringen, wäre – zugegebenermaßen – unschaffbar schwierig geworden und hätte zu dem methodisch und wissenschaftlich vorgehenden Charakter so wenig gepasst wie die Aussage „Soll doch jeder Sex haben, wie es ihm gefällt“ zu dem Papst. Wobei die Besonnenheit des Charakters inzwischen nur noch per Etikett unterstellt wird und schon lange steckbrieflich gesucht wird. Ich erinnere mich in dieser Season z.B. an ausgiebiges Rumlatschen mit dem Staffelbösewicht in einem Hotel(!)… Ich glaube sogar, mit Axt unter dem Arm.

(„O…Okay. Sie wünschen kein Trinkgeld zu geben?“)

Und das ist auch das Problem von Staffel 6: Wirkten die Storylines vorher noch nicht zuuu konstruiert und mainstreamig, muss man hier schon seeehr viele Küchenmesser ins Großhirn gesteckt bekommen, um der offensichtlichen „Let’s be cool“-Ideenparade etwas Frisches abzugewinnen. Dazu kommen die fast schon verzweifelten Versuche, das bisher Geschehene noch zu steigern: Die Cheffin (LaGuerta) ist neuerdings unsympathischer als ein Großbänker mit zusammengerollten Euroscheinen als Zigarettenersatz, Dexters Kollegen verhalten sich unprofessionell an der Grenze zur verordneten Arschtrittmassage und seine beiden Gegenspieler sind eigentlich nur… einer.

Ja, die Auflösung von „Fight Club“ lässt grüßen, denn einer der zwei Beiden ist nur schwer imaginär. – Was einem irgendwann so offensichtlich klar wird („Hmm… Der 60-Jährige soll also aus dem Fenster im ersten Stock gesprungen sein?!“), dass man sich für die obertolle Auflösung nur noch schämt.

„Guuuut. Und beim nächsten Adamsapfel-Ziehen einfach rechts anhalten, ja?“ – „Autsch… Nichts gegen interaktive Navigationssysteme, aber langsam wird das Ganze lächerlich!“ – Glaube verfährt Zwerge: Dexter zieht die Zügel beim „Doomsday-Killer“ etwas stärker an. Töten wird er ihn jedoch nicht, denn schließlich ist dessen „Freund“ der Mörder. Übrigens der selbe Freund, der auch herhalten muss, wenn Travis beim Urologe etwas über Erektionsprobleme wissen will. Gähn.

Zumal sogar Dexter selbst durch immer mehr Plauderstündchen mit seinem imaginären Vater/Bruder dafür sorgt, dass man ihm am liebsten ein Tandem zum Geburtstag schenken will! Klar: Seine inneren Dämonen kommen am besten zum Vorschein, wenn er mit jemanden spricht, aber wenn er eine ganze Folge lang mit seinem halluzinierten Hirnschiss-Brother durch die Pampa rast und stundenlang mit ihm die Feinheiten des Totmachens ausdiskutiert, fühlt man sich doch sehr in schlechte Psychoschaden-Episoden von Star Trek zurückversetzt…

Überhaupt ist Dexters Gegenspieler nicht gerade der kultigste Kaputtmacher unter der Sonne. Wirkte ein bisschen wie eine Mischung aus Forrest Gump und dem Typen, der im Sportunterricht immer 30 Zentimeter am Basketball vorbeigeschlagen hat (ich?!). Eben der Prototyp des irren Spät(bomben)zünders, der 10 Jahre lang im Internet sein Manifest aus alten „Buffy“-Legenden zusammengesammelt hat! In der Theorie sehr interessant, doch nicht sehr tragend, wenn man 12 Folgen die Gedanken von jemanden nachvollziehen soll, der anscheinend viel zu wenige hat. – Oder diese nur in Form eines ungeordneten 1.000-Teile-Puzzles vorliegen. Zumal ich die Zweispaltung der Persönlichkeit etwas unglaubwürdig fand:

Um sich selbst das Morden von Personen zu erlauben, „erfindet“ Travis also einen Professor, der dann alle Untaten begehen kann. Doch kaum ist dieser aus der Handlung verschwunden, da Dexter die Leiche des realen Akademikers aus der Tiefkühltruhe gezerrt hat, wird Travis zu einer Person, die auch ohne übergeordnete Laber-Prof(i)s über Leichen geht. Quasi haben wir also nicht einen Gegenspieler, sondern deren drei, von denen vier nicht besonders konsistent charakterisiert sind. – Wie? Was? Ah. Mein imaginärer Wüstenfloh namens Mike erinnert mich auch gerade daran, dass Travis seine aufwendigen Mordschauplätze kaum alleine hätte vorbereiten können und das Ganze von mehr Zeugen hätte beobachtet werden müssen wie die Saalwette bei „Wetten dass…?!“. Aber gut, wir sprechen hier immerhin von einer Serie, in der die Hauptfigur alleine deshalb nie gesehen wird, weil sie am helllichten Tag ca. 50 Vorstadtfenster lustlos nach Zuschauern abscannt, bevor sie irgendwo einbricht…

„So, endlich habe ich Euch zwei Schutzengel auf meinem Foltertisch! Sagt Euch der Begriff ‚Tod durch unterlassende Hilfeleistung‘ etwas?“ – Ohne viel Federlesen: Dexter geht den Doomsday-Morden auf den Grund und entdeckt dabei, dass das Thema Religion für ihn mal sehr lohnend werden könnte, sollte er sich mal unsterblich in das Essen einer örtlichen Nervenheilanstalt verlieben.

Travis ist also stets dort, wo das Drehbuch ihn benötigt, mit der Cleverness, dem Geisteszustand und der Unsichtbarkeit, die gerade gebraucht wird. Wenn er ein ganzes Polizeipräsidium vergiften will, mutiert er zum Gas(t)arbeiter, wenn er kreuzbejubelnde Zombiegehilfen braucht, so findet er sie auf seiner Webseite. Und was hat Dexter geritten, so nah mit Travis zusammen zu arbeiten, obwohl dieser jede Sekunde von den Bullen hätte erwischt werden können?

Und dann diese unglaublichen (Glaubens-)Klischees: Die Kommandozentrale vom Fun-Fundamentalisten scheint mitten in der Innenstadt zu stehen, fließend Strom und Weihwasser zu bieten und trotzdem kein attraktiver Zielort für Obdachlose und andere 99%-ler zu sein. Schlimm! Aber wenigstens hängen überall gruselige Bilder (werden vom Antagonisten auch ständig vermehrt) und Spinnenweben, damit auch der letzte Dan-Brown-Leser versteht, dass dies hier nicht der Empfangsschalter zum Waisenhaus ist. – Selten war ein dexterianscher Staffelbösewicht so konstruiert, von dem Geschmack seines Innenarchitekten ganz zu schweigen…


Fazit: „Dexter“ 6. Staffel ist mindestens so durchschnittlich wie die verkorkste 3., in der man ebenfalls schon die eigene Totenstarre zu spüren begann. Die Serie ist weiterhin ein Juwel, das von den meist grandiosen Schauspielern auf Hochglanz gebürstet wird, doch muss sie aufpassen, nicht für den schnellen (Dauer-)Effekt in Klischeeabgründe zu driften, in denen nicht mal mehr das Höllenfeuer hin scheint. Und in denen man weder psycho- noch logisch irgendwie nachvollziehen kann, warum zum Henker(!) das plötzlich wieder wie eine Krimiserie aus den 80ern wirkt…

Daher: Innerhalb der – immer noch – großartigen Serie nur 4 Gummiohren, gemessen am gesamten Serienmarkt aber immerhin noch 6

ACTION
HUMOR
TIEFSINN
ALLES IN ALLEM

(Nur Staffel 6) alt=

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von Klapowski am 20.12.11 in Serienkritik

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Kommentare (13)

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  1. Mieze sagt:

    Ich fand die Staffel auch eher bescheiden. Ich hatte so gehofft, daß Gellar doch real ist, und daß uns die Serienschreiber nur in die Irre führen wollten, aber nix da .. *grummel*
    .. ganz grausam finde ich auch den neuen Plot, daß Deb in Dexter verliebt ist. Eeewwww. Nee. Alles, nur das nicht. Ich mein, da hat doch in den letzten 5 Staffeln nichts drauf hingedeutet, oder? .. da hätte ich lieber ne Romanze zwischen Deb und ihrer Psychologin gesehen (die hätte ich irgendwie auch plausibler gefunden).

    Ich freu mich trotzdem auf die nächste Staffel, ist ja immer noch ne gute Serie. Ich bin auch einfach gespannt, wie es sich entwickelt, jetzt, wo Deb was gesehen hat. Und ob das überhaupt bedeutet, daß sie dann komplett eingeweiht wird ..

    • Schattenhand sagt:

      Die Staffel war genial und er hat sich doch ein bisschen gewandelt! Aber ich finde das ist alles geschmacksache, deswegen finde ich diese Seit fragwürdig, weil sie nur stumpf eine Meinung wieder gibt und überhaupt nicht sachlich bleibt.

      Antworten
  2. taubenuss sagt:

    die nächste Staffel wird bestimmt wieder besser.

    Nun, da Deb quasi auf dem Silbertablett serviert bekommt, dass Dex der Bay Harbour Butcher ist (alles andere wäre Bullshit, weil die Fakten selbst aus ihrer Sicht offensichtlich sind), kann die Serie in eine neue Richtung gehen.
    Ok, die angedeutete Liebesschmonzette ist beschämend, aber wie sonst soll man Deb aufhalten, ihn sofort zu verpfeifen, erschießen und zu vierteilen – nicht unbedingt in dieser reihenfolge. Da Dexter noch Staffel 7 + 8 bekommen hat, schauen wir mal was da auf uns zu kommt.
    Ist ein bisschen wie Lois & Clark nun. Lois hat irgendwann Clark/Supi geholfen Leute zu retten, Deb wird helfen sie zu killen. why not!
    Zudem steigt sie sowieso gern mit Killern oder bald-von-killern-getöteten in die Kiste. Also lieber mal auf der anderen Seite stehen.

    • Pacman sagt:

      Für Lois & Clark war das aber der berühmte Jumping the shark point der Serie.
      http://de.wikipedia.org/wiki/Jump_the_shark

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    • taubenuss sagt:

      das stimmt, fand ich damals auch.

      Dagegen hilft bei Dexter nur, dass Deb die ersten Folgen in S7 sich an Dexter ranschmeißt und/oder hilft und vom nächsten Staffelbösen gekillt wird.
      Ich muss ehrlich sagen, dass mir dies noch am besten gefallen würde. Kann Debra und die Schauspielerin (spielt das sehr gut) gut leiden, aber Dex ist nunmal der Hauptchar. Damit wäre die Motivation von Dex wieder hergestellt.
      Oder die beiden killen zusammen LaGuerta. Das würde ich auch noch durchgehen lassen.

      Bin überhaupt gespannt, ob sie das Thema Quinn wiederaufleben lassen. Der weiß seit Ende S5 ja auch, dass Dexter Liddy gekillt hat. Da muss noch was kommen.

      Antworten
  3. Klapowski sagt:

    Dass Deb ihren sexuell geliebten Stiefbruder (ganz ehrlich: Würden WIR der Versuchung jahrelang widerstehen, diesen Handlungsstrang einzuarbeiten?) beim Meucheln gesehen hat, ist ein wunderschöner Cliffhanger! „Breaking Bad“ wurde ja auch eher besser, als die Ehefrau sich nicht mehr gefühlte 20 Minuten pro Folge fragen musste, warum ihr Schnäuzelchen zum Müllrausbringen immer einen Reisepass mitnimmt.

    Dieses Doofchentum („Habe Dir 5 Stunden hinterher telefoniert! Übrigens: Ganz in der Nähe von Deinem Bootsunglück ist ein Boot verunglückt!“) ist ist ja auch für die Darstellerinnen erbärmlich. ICH würde ja auch keinen Typen spielen wollen, der Wonderwoman abends nach ihrem Tag im Büro fragen muss.

    Debora darf also jetzt erst mal tüchtig hin- und hergerissen sein, was ich bei dem Schauspieltalent der Darstellerin (ernst gemeint) durchaus beglückend finde. Ich höre sie schon jetzt „Heiliger Stroh-Fuck!“ sagen! „What is fucking going on with fucking you?“ – Auf den anatomischen Fuck bin ich da gar nicht mal so scharf. Und Dexter vermutlich auch nicht, nachdem sich Michael C. Hall ja mit Jennifer Carpenter nicht mal mehr privat paaren wollte.

    Ich hoffe daher noch auf die übliche und platonische „Du-hast-Dutzende-Mörder-gekillt-und-ich-darüber-halte-die-Schnauze“-Liebe.

    Rausschreiben werden sie die Figur bei deeer Beliebtheit (bei mir) und ihren Schauspielpreisen garantiert nicht ohne Not…

    • taubenuss sagt:

      „Und Dexter vermutlich auch nicht, nachdem sich Michael C. Hall ja mit Jennifer Carpenter nicht mal mehr privat paaren wollte.“

      stimmt, da war ja was. Durchaus witziger Aspekt wie sie ihn schon in S6/F11 kusseln und jetzt auch noch nackt betatschen durfte.
      Die Drehbuchautoren werden sich während des Drehts einen gefeixt haben.

      „Ich hoffe daher noch auf die übliche und platonische “Du-hast-Dutzende-Mörder-gekillt-und-ich-darüber-halte-die-Schnauze”-Liebe.“

      ich nicht. aber wirst Recht behalten.

      „Rausschreiben werden sie die Figur bei deeer Beliebtheit (bei mir) und ihren Schauspielpreisen garantiert nicht ohne Not…“

      wohl nicht. Wird aber wieder mal Zeit, dass einer in seiner Nähe durch seinen unüblichen Lebensstil (er)leidet. Harrison wäre für ne Serie wohl recht hart gewesen, aber wenigstens LaGuerta, Angel oder nach Auflösung des Quinn-Stranges auch dieser. Auch die Nanny hätte gut gepasst letzte Folge und wenn DADURCH Debra auf den Trichter gekommen wäre („schon wieder Serienkiller bei Dex zu Besuch?“), dann wäre das Entdecken plausibler gewesen.
      Frage mich ohnehin, warum Dexter immer wieder an seinen beruflich kürzlichen Tatorten mordet (Kirche jetzt, in Staffel 2 der Container mit Lundy, …).

      wie ist eigentlich nochmal die Hochschwangere ans Ufer gekommen?
      Warum ist Masuka Yoda? Dreht auch der jetzt noch völlig durch?

      Antworten
  4. das obst sagt:

    auch hier wieder eindeutiger fanboy-bonus in der großzügigen wertung für diese miserable staffel. hirnrissige story-entwicklungen auf SGU-niveau und plot-holes, die so groß sind, dass sie ganze planeten verschlucken könnten. trotzdem liefert klapo hier genau das ab, was er ansonsten den fanatisch-blinden stargate- oder star trek-jubeltrupps vorwirft: eine schön gefärbte wertung und ein teilweise weichgespültes review, das die defizite dieser staffel höchstens mit samthandschuhen anpackt.

    4 punkte wären schon großzügig gewesen, aber ganze 6??? so scheiße ist unser serienmarkt nun wirklich nicht. vielleicht meinte klapo damit eher den „serienkillermarkt“. denn wenn man dieses gimmick unbedingt braucht, um auch dramaserien ohne raumschiffe oder monster mögen zu können, ist „dexter“ natürlich nach wie vor das nonplusultra – obwohl bei dieser serie größtenteils nicht mal mehr die schreiberlinge und produzenten im team sind, mit denen sie gestartet ist. das ist sicherlich einer der hauptgründe, weshalb das niveau der 1. staffel bis heute nicht mehr erreicht werden konnte. doch scheinbar würde klapo „dexter“ auch dann noch als überdurchschnittliche tv-kost bewerten, wenn brad wright und joseph mallozzi als showrunner einspringen.

    wenn die fans diese lieblos zusammengerührte instant-brühe trotzdem weiter runterschlucken, gibt es für die kreativen köpfe, die daran arbeiten, natürlich auch keinen grund, irgendwas an ihrem eingeschlagenen kurs zu ändern. die quoten werden wahrscheinlich sowieso weiterhin wachsen oder zumindest stabil bleiben, solange „dexter“ noch genügend slasher-gimmicks bietet.

    • taubenuss sagt:

      „das ist sicherlich einer der hauptgründe, weshalb das niveau der 1. staffel bis heute nicht mehr erreicht werden konnte.“

      Man sollte niemals pauschalisieren.
      Andere könnten meinen, dass Staffel 2 noch besser war und Staffel 4 neben der Storyline den besten Bad-Ass-Darsteller (Lithgow) überhaupt ins Rennen schickte…

      Antworten
    • das obst sagt:

      jede „dexter“-staffel hatte ihre guten elemente. sogar die letzte – wenn auch nur sehr wenige (z.b. der auftritt der „apokalyptischen reiter“). john lithgow als „böser arsch“ ist natürlich schwer zu übertreffen, trotzdem war z.b. die art und weise, wie er abserviert wurde, ziemlich einfallslos. staffel 1 hingegen bietet eine zwar nicht perfekte, aber zumindest konstante qualität, die später leider nicht mehr erreicht wurde. vom aufbau eines interessanten gegenspielers bis hin zum mitreißenden finale, das dexter in einen spannungsreichen persönlichen konflikt brachte. wenn ich das mit dem lahmen finale der 5. staffel vergleiche, wird der qualitative abstieg dieser serie umso deutlicher. dass sich die fans trotzdem mit dem lieblos eingeworfenen wtf-moment abspeisen lassen, der ihnen am schluss vorgesetzt wurde, kann ich nicht nachvollziehen. so eng war bei mir die fanboy-brille nie festgewachsen, dass ich über derart hervorstechende mängel hinwegsehen könnte. da in der nächsten staffel scheinbar wieder dieselben dilettanten für „dexter“ verantwortlich sein werden, hält sich mein vorfreude also in grenzen. da erinnert mich klapos review schon stark an die kommentare von SGU-fans, die auch stets das „beim nächsten mal wird alles besser“-mantra runtergebetet haben.

      Antworten
    • taubenuss sagt:

      nun ja. Was soll ich als Halb-SGU-Fan (sowas gibts!) dazu sagen…

      Du hast natürlich recht. In jeder Staffel gab es Licht und Schatten.
      Staffel 4 Top: Check (Schon Babyvorspann ist cool)
      Bestes BadAss Lithgow: Check
      Hat er einen mordlüsternen Bruder? Hoffen wir´s
      Bester Aufbau eines Bösewichts in Staffel 1: Jain. Leider wusste man vom ersten Auftreten des Protesenmanns wer er ist. Hier hätte Staffel 3 rocken können (Wandlung zur „dunklen Seite“ – das Finale war klasse mit Häuter und Miguel) und Staffel 2 kam sogar ohne diese Bösewichtwandlung aus (sieht man mal von Lila und Doakes ab, die ein gute Entwicklung nehmen, aber nicht immer ganz klar ist wohin das geht)
      Staffel 6 Bullshit?: Hell yes. Ok, die GeistBruderfolge war aus Nostalgiegründen witzig, aber am Ende sinnfrei.
      Für mich: In Staffel 7 muss fast alles besser werden. S5 war verkraftbar, S6 bis auf Schlussszene Katastrophe.

      Im Geiste bin ich bei dir. Nicht das du was wünschst.

      Antworten
    • das obst sagt:

      ich hab kein problem damit, wenn sogar die taubenuss im geiste mit mir ist. nüsse und öbste sind sich ja sowieso nicht ganz fremd. ;-) außerdem ist mir durchaus klar, dass ich zu „dexter“ keine exklusive meinung vertrete. mir wäre es sogar lieber, wenn ich das alles etwas optimistischer sehen könnte. doch wenn eine serie sich so festgefahren hat wie es in der 6. staffel sichtbar wurde, gelingt es nur sehr selten, das ruder nochmal rumzureißen. die einzige realistische chance dafür wäre ein tiefgreifender personalwechsel: neuer showrunner, neue produzenten, neue autoren.

      kleine korrektur zu meinem letzten kommentar: mit „dem lahmen finale der 5. staffel“ meinte ich eigentlich das lahme finale der 6. staffel. irgendwie vergesse ich manchmal, dass dexter schon sechs staffeln angehäuft hat. einiges davon hab ich bereits komplett vergessen/verdrängt, so dass mir die laufzeit der serie insgesamt kürzer vorkommt.

      Antworten
  5. mrs. morgan sagt:

    Ich bin froh, dass die sechste Staffel hier genauso kritisch wahrgenommen wird, wie ich sie aufgefasst habe. Meine Güte, wäre doch wenigstens Harrison umgebracht worden. Dexters Bruder hatte doch vollkommen recht als er zu ihm sagte „du bist domestiziert“. Solange die keine neuen Drehbuchautoren engagieren wird es definitiv nicht besser werden. Ohnehin, wo bleibt das spannende psychologische Element? In den ersten Staffeln wurde seine Soziopathie noch so herrlich dargestellt und jetzt verblasst sie nach und nach. Immer weniger machen ihm jetzt die zwischenmenschlichen Beziehungen zu schaffen. Plötzlich wird gefragt, ob man an Gott glaubt! Hallo?? Dexter avanciert zum „liebenden“ Vater, zum „liebenden“ Bruder und zum „best friend“. Echt schade, aber gut, man wird sehen wie es weitergeht.

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