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Satiriker, Gamer und SF-Freunde: Sieben urdeutsche Medientipps

Manchmal komme ich mir schon vor wie ein Dämon aus der Dimension „Spaßvermies“, vor allem, was das Deutsche TV-Programm angeht, das mich in der Regel nichts angeht. Und tatsächlich schaue ich reguläres Fernsehen so gut wie nie, was aber vor allem unterstreicht, wie hübsch die Streamqualität (und mein DSL-Anschluss) inzwischen geworden ist. Es folgen nun einige TV- und Webformate, die sich Klapo SEHR WOHL ansieht und mit seinem persönlichem Kürbisknacks für kompatibel erklärt hat.

Wer heute noch um Punkt 23-Uhr-Schlagmich-tot vor dem Dezimeter-Monster im Wohnzimmer sitzt und von persönlichen Wollens-Vorlieben losgelöst seine Lieblingssendung a) an einem Stück und b) mit massig Werbung anschaut, ist selber Schuld. Mein persönlicher Konsumrhythmus bei Sachen, die ich NICHT auf Blu-Ray habe oder mir NICHT von meinem Kumpel Kim Dotcom persönlich auf die Festplatte getackert wurden, sieht inzwischen so aus: 10 Minuten Webstream ZDF.de, dann 5 Minuten kacken, dann 15 Minuten Webstream Sat.1.de, danach 30 Minuten im Badezimmer lüften (weil mir unabhängig vom Programm schlecht wurde) und mir zum Schluss noch 17,5 Minuten ein reines Onlineformat unter die Augenbrauen gießen.

Hier also die völlig subjektive Liste an Streams, auf deren Aktualisierung ich mich stets freue. Freude ab:


„Die Heute Show“: (ZDF.de)

Bevor ich darüber spekuliere, warum jemand unserem Oliver Welke vor jeder Show einen mit Sekundenkleber bestrichen Füller in die Hand drückt, muss ich erst mal Kollege Sparkiller beruhigen und befüllen: Jaaaa, feini hast Du das gesehen, dass die „Heute Show“ nur ein Abklatsch der unglaublich erfolgreichen „Daily Show“ in den USA ist, die (kein Witz) für viele dort das beste, kritischste und informativste Nachrichtenformat ist. Jaaaa, Sparki, das Design und die lustigen Photoshopspielereien im Hintergrund sind gaaaanz ähnlich, aber wenn wir hier jetzt anfangen, teutsches Fernsehen abzuwerten, weil Formate aus dem Ausland geklaut werden, machen wir hier jetzt ein Fass auf, in dem niemand sitzen möchte. Wegen dem letzten Tropfen, dem Überlaufen und dem Ertrinken und so…

Ich mag die „Heute Show“, ist sie doch angenehm flott, thematisch vielfältig und die Autoren sind eher im Elitekreis der germanischen Gag-Erschaffung einzuordnen. Sei es Merkel, Stuttgart 21, Guttenberg, Griechenland oder irgendein anderes Thema mit dem Schleifensymbol für „Unendlichkeit“ dahinter: Satirisch und mit allem, was Bluescreens, Liveschalten, Stand-Ups, Einspieler, Animationen und Füllerfummelei so hergibt, wird wöchentlich ein kleines Feuerwerk gen tiefschwarzen Fernsehhimmel gezündet. Da steht das klassische Kabarett, das mit seinem (linken) Zeigefinger wie ein Hund wedelt, der seinem Herrchen das 300., gleichaussehende Häufchen verheißt, ganz schön dröge da. Da bepruste ich lieber meine Mattscheibe wegen der zeitgemäßen Satireideen, als opamäßig bei strahlendem Sonnenschein den „Scheibenwischer“ anzuwerfen.

Dass das Format in den ersten Ausgaben noch etwas hölzern wirkte, lag vermutlich daran, dass Oliver Welke schon damals den Grimmepreis in seiner rückwärtigen Region spürte. Was sich lustigerweise auch in einigen der nächsten Formate wiederholen wird. Und das ist mehr ein Lob für den Preis als für mich selbst, leben wir doch in einem Land, in dem man den Bambi für Integration (Warum nicht gleich „Bambi für die beste Kindererziehung eines Prominenten“?) dafür bekommt, seit einem Jahr nur noch schwule Frauen zu beschimpfen…

Klar gibt es auch hier einiges zu meckern: Die Comedy-Kuh Tina Hausten sorgt mit ihrem (gewollt?) schrillen Gläserplatz-Organ in jedem Einspieler dafür, dass mir die Milch und die Pointen sauer werden. Überhaupt sind die „Liveschalten“ und längeren Gespräche zwischen zwei Aufklärungs-Darstellern das langweiligste an dem ganzen Format, hat man doch schon nach 20 Sekunden kapiert, auf welcher Humor- und Meinungsschiene hier dem Chinesen/ Amerikaner/ Bundespräsidenten an das Bein gepieselt werden soll. Wobei „Gelb“ gar nicht mal die Lieblingsfarbe der Redaktion ist, da jedes Mal (wenn auch zu Recht) auf der FDP herumgehackt wird, als gäbe es für sie kein Morgen. – Was eigentlich ganz schön wäre. Ha-Ha-Ha!

Und auch Oliver Welke wirkt manchmal wie ein hyperaktiver Schuljunge mit Grinsestörung, bei dem die aufstrebenden Mundwinkel beim Beömmeln der eigenen Gags die Geheimratsecken ausgefräst haben. ABER: Das macht das ganze Format liebenswert und parkt es ziemlich in der Mitte zwischen unlustigen Dialekt-Humorikern und perücketragendem Comedy-Abschaum ein.

Hier bekommt man in 30 Minuten mehr geboten als in 5 Harald-Schmidt-Shows, und sei es auch nur die Frage, warum die Redaktion vom Altmeister stets nur alberne Alltagsrequisiten in das Studio schleppen muss, statt sich auch mal am Grafikprogramm auszutoben…


Podcast „Medien-Kuh“, erhältlich bei DWDL.de

Simpel, aber wirkungsarm… Zwei Menschen mit recht gutem Medienwissen nehmen die deutschen Auswüchse der Branche auf’s Korn. Kritisch, informativ, witzig und bemüht strukturiert, aber dafür im Kern immer noch völlig chaotisch und von einem Unterthema zum nächsten springend! Sooo muss ein Podcast für mich aber auch sein: Lang-, aber wenig -weilig, wenn mir die teilehmende Laberbrut wenigstens ein bisschen sympathisch ist. Da ist es mir dann auch egal, ob über Gottschalks banales Alzheimer-Asylum gelästert wird oder man dem Dschungelcamp die Weihen einer 5-minütigen Betrachtung an die Ba(ra)cke labert…

Zum Putzen, Einschlafen oder Hintergründe-Kennen gibt es vermutlich nichts besseres im deutschen Medienpodcast-Geschäft. Und das sogar wöchentlich neu, wenn nicht mal wieder 14 Tage lang neue „Wetten dass“-Nichtnachfolger gesammelt werden.

Auch nach gut 30 gehörten Folgen ist mir immer noch nicht klar, wie man ausgerechnet auf eine Kuh als Logo- und Titelgeberin kam. Sooo milchbubimäßig klingen sie dann ja auch nicht, die beiden…


Der „Whocast“, Podcast, erhältlich auf Whocast.de

Der Who-Cast wird angeblich auch von Leuten gehört, die gar keine Who-Fans sind. – Was ich bei manchen Ausgaben auch verstehen kann, sind die Laberer doch unglaublich spritzig und spontan, allen voran die Kombination Kolja/Raphael. Dass man beizeiten etwas eingebildet daherkommt, mit unlösbar schweren Quizfragen, langatmigen Leser-Audioeinsendungen und dem Fordern nach „10 Euro für den Whocast“ nervt, das alles ist da gerne geschenkt: Technisch, vom Unterhaltungsfaktor und von der Besprechungstiefe einer Folge her könnten sich hier andere Formate gerne den einen oder anderen Hitlerwitz abschneiden.

Und noch immer überlege ich, ob ich Sparkiller und mich nicht doch mal zu einem Schnellsprecher-Fernkurs anmelden soll…

Schlicht, schwarz, schwafelig: Im wunderbaren Darkroom des abgekauten Ohres hört Dich niemand schrei… zuhören.


“Neo Paradise“, erlebbar auf ZDF(Kultur).de

Nicht verhauen, wenn ihr jetzt einen „Wetten dass..?“-Killer mit „Nackte Kanone“-Gags und einem Hunziger-Äquivalent unter 70 Jahren erwartet!

„Neo Paradise“, das Adam- und Eva-Reservat für unberührte, ursprüngliche ÖffRech-Unterhaltung, ist eigentlich nichts Besonderes… – Und somit irgendwie schon wieder besonders, denn hier verzichtet man auf vermeintliche Hammerkonzepte wie „Kerzenauspust-Casting“ oder „Schwiegerhund gesucht“. „Neo Paradise“ ist einfach das, was herauskommt, wenn junge Leute mit zu viel GEZ-Taschengeld gesagt bekommen: „Macht einfach mal kultig, schaut eh keiner zu!“ – Irgendwo zwischen Late Night, Comedy, Kindergarten und Interviewformat angesiedelt blödeln, dödeln und tiefgründeln (eher selten) die beiden Moderatoren um die Wette. Gerne auch in der Rubrik „Bis einer weint“, wo man sich in Schönheitskliniken Nadeln setzen lässt oder sich im Winter nackt an einen Badesee setzt. Getreu dem Motto: „Hier leiden die Moderatoren, nicht die armen Teilnehmer, die oftmals nicht wissen, auf was sie sich gegenüber dem netten Vertragswinker mit den Ziegenfüßen eingelassen haben.“

„Willst du mir etwa drohen?! Warum?“ – „Grund kann ich dir sagen: Mitschwimmen in perversen Brillenmoden. – Mit Vorsatz!“ – Joko und Klaas sind ein Moderatorenteam wie Du und ich. Äh, nein, nicht wie dieser User dahinten, der ist eher wie Oma Violetta. Im Video übrigens links. Die Frau rechts (Paulina) ist lediglich ein gutes Beispiel dafür, warum ich Frauen mag…

Da sie zu zweit sind und einen eher liberalen Laberstil pflegen, hat man auch nie das Gefühl, dass hier großartig moderiert wird. Moderation ist eh Banane und soll woanders nur den Anschein erwecken, dass es irgendeinen Zusammenhang zwischen den Programmpunkten gibt, die sich irgendwelche Marketingarschgeigen aus der Exceltabelle für im Ausland zusammenkopierte Showkonzepte geschüttelt haben. Wir sehen hier einfach zwei lattenschusstechnisch formbare Mediengestalten, die sichtlich Spaß daran haben, von Gebührengeldern eine reale(?) Ausbildung zum „Sith-Lord“ zu finanzieren. Und die zudem noch erstaunlich sympathisch rüberkommen. Wo die Selbstironie bei Harald Schmidt meist nicht besonders selbstironisch wirkt, sondern mit Häme und Playmobilfiguren auf uns herab geschüttet wird, wirkt „Neo Paradise“ wie ein Abenteuerspielplatz für Leute, die von deutscher Unterhaltung eh nichts mehr erwarten. Und in dieser postmedialen Trotzphase SOLLTE man dann auch schon sein, bevor man die Moderatoren dabei beobachtet, wie sie z.B. getreu dem Motto „Stehen, damit es weiter geht“ Drehtüren und Rolltreppen blockieren.

Ja, das Format hat Längen, ergibt oftmals keinen Sinn oder lässt bei Einspielern gar eine Pointe vermissen. Aber DAS ist es eben, was Spaß macht: Unaufgeregtes Fernsehen der Marke „Ist doch alles nur Fernsehen“.


“Die Harald Schmidt Show“, auf Sat.1.de

„Harald Schmidt war schon mal besser.“ – Inzwischen ist dieser Satz zu oft gesagt worden, dass er gefühlte 170% der Gesamtlaufzeit seiner Show abdecken dürfte. Was die Frage aufwirft, WANN er denn mal besser als „Weniger besser“ gewesen sein soll. Ich möchte mich auch gar nicht groß verzetteln in Analysen zu Andrack, Pocher und Butler Markus. Sie alle konnte man als zu „Sidekickig“, zu pubertär oder schlichtweg überflüssig abhaken, ebenso wie die Studioaktionen, die schon immer mehr an „Alles Nichts Oder“ erinnerten als an Premium-Gesellschaftskritik. Ob das Playmobil damals härrrrter war, weiß ich nicht, ebenso wenig, ob misslingende Studioaktionen früher kultiger waren als heute. Und war die BSE-Schleife am Anzug und „Ich sage ja zu Deutschem Wasser“ wirklich lustiger als das Tippen von unsinnigen Facebook-Kommentaren vor Publikum?

An solchen Flachwichsergags liegt es natürlich nicht, dass H.S. Immer noch einmalig ist. Es ist vielmehr das Gefühl, dass er mit diesem Flachwichsergags die Flachwichsergags der anderen parodiert. Selbst, wenn das unabsichtlich sein sollte, so ist das eine geniale Marktlücke…

Wie auch immer: Bei Harald Schmidt kam es noch NIE auf die Themen an. Oder darauf, welche Silbenschubse ihm als Gesprächspartner oder prämierter Papierfliegerfalter an die dreistufige Showtreppe gestellt wurde. Es waren immer die feinen Gesten, seine feinen Beobachtungen und zynischen Kommentare zu Rentnern, Studenten, Showkollegen und überhaupt jeden, die der Show eine Daseinsberechtigung gaben. Und schon immer hat man einfach IRGENDWAS veranstaltet, damit das anzuggewordene Brainstorming eine Basis hat. Ein Kristall bildet sich schließlich auch nur an einem schnöden Dreckpartikel.

Und somit darf man auch heute noch sagen: „Ja, ich sehe Harald Schmidt“. Nicht wegen der arschlangweiligen Aktionen, der pervers langweiligen Musikacts, den dramaturgiefreien Einsprengseln („Ich gehe jetzt mit meinem Hund raus. Oh, er will wieder rein. Na dann…“) oder den satirischen Außenreportagen, die allerdings wirklich nicht übel sind. – Wie die, in der Leute vor Geld in die Kamera etwas Privates zu Frau Klum erzählen sollten, ohne sie persönlich zu kennen. (*Geldschein zusteck* – Sülz, schwafel, lüg…)

Nein, die „Harald Schmidt Show“ ist Kunst, die so banal wirkt, dass man die genialen Momente leicht übersieht. Auch ich tue das ständig. Aber trotzdem sitze ich am nächsten Tag wieder vor dem Stream von Sat1.de. Denn ICH sage JA zu deutschem Kaspar! Aaaah…


“Fernsehkritik.tv“, zu sehen bei Fernsehkritik.tv

Fernsehkritik.tv ist das ideale Fernsehprogramm für Leute, die nicht mehr fernsehen! Quasi „Dantes Inferno“ für Leute, die selber nie in die Hölle wollten, aber gerne lesen möchten, WARUM eigentlich nicht. Dank Fernsehkritik.tv bin ich über das hochintere… -doofe deutsche Mediengeschehen 1A informiert, ohne mir selber ansehen zu müssen, warum die Katze der Messiebraut den Bauer mit seinem Schwiegerkater betrogen hat. Ohne mir die Hände und Augäpfel mit den geologischen Substanzen dreckig zu machen, die man gemeinhin beim Buddeln in der „Unterschicht“ findet. Ich sehe aus erst… zweiter Hand, wie Sat.1 geistig behinderte, übergewichtige Menschen vorführt, RTL Nachbarschaftsstreitigkeiten für die Kamera eskalieren lässt oder dass schon mal ein Familienhund vergiftet wurde, nachdem am Vortag einer der Redakteure zum Kameramann gewispert haben soll, dass es schön sei, „wenn mit dem was wär’.“ – Was sicherlich nur Zufall ist.

Auch wenn einem die Feindbilder (siehe Hintergrundbild) manchmal etwas übertrieben vorkommen, so muss man nach dem nächsten Einspieler meist langsam nicken und dem Herrn links einen neuen Baseballschläger reichen…

Okay, zugegeben, Holger Kreymeier prangert in seiner Internetsendung schon mal Dinge an, die nicht mal meinen Urgroßonkel gejuckt hätten. Und der dachte immerhin noch, dass im Radio der Teufel spricht. Manche Kritik zu unpassenden Werbespots oder „ungünstig“ formulierten Moderationen und Newsmeldungen wirkt gar etwas päpstlich und erweckt den Eindruck, dass der Holger sich nur im Konfirmantenanzug vor den Fernseher setzt. Aber das muss in der „Kritik-Branche“ vermutlich so sein, wurde ich doch lange Jahre ebenfalls aufgefordert, endlich einen eigenen Blockbuster zu drehen, bevor ich die tollen Teile von Jerry- „Badabumm“ -Bruckheimer in den Dreck ziehe.

Holgers Kommentare unter den gezeigten Filmausschnitten sind meist angemessen und liegen stilistisch irgendwo zwischen Oliver Kalkofe, „Hart aber Fair“ und dem „Wort zum Sonntag“. Am liebsten mag ich ja persönlich die „Top 10“-Rubrik, wo Zack-Zack-Zack eine scheele Show nach der anderen mit Heugabeln und Wortgewittern vom Hof des selbsternannten Anspruchanbeters gejagt wird.


Gameone.de, erhältlich auf Gameone.de

„Eine Gamessendung, Klapo? EHRLICH?! Gucken so was nicht nur Knöpfchen-Kiddies, die zu blöd sind, sich einmal die Woche die Trailer zu ihren Lieblingsfortsetzungen runterzuorgeln?“ – Stimmt, aber im Grunde trifft auf Gameone das zu, was auch für „Neo Paradise“ gilt: Das Thema und die „Facts“ sind einem halbwegs interessierten Berufsjugendlichen im Grunde bekannt, aber die Präsentation ist so liebevoll anarchisch, dass man sich auch gerne mal in kleinen (objektiv betrachtet unsinnigen) Sketchen erklären lässt, warum ein voller Gameserver besser als ein leerer ist. Im Prinzip wäre diese Sendung sogar genau MEIN Ding, so im Sinne von: „Im nächsten Leben werde ich…“: Mangelndes Equipment wird mit netten Ideen, kreativen Bluescreeneinsätzen und oftmals knackigen Texten ausgeglichen… Und obwohl man am Ende oft nur 5 Redakteure in Papierrüstungen, Pilotenuniform und Plastikmuskeln gesehen hat, hat man das Gefühl, dass hier hinter 15 Minuten Sendung mehr Arbeit und Herzblut steckt als hinter einem kompletten Nachmittag eines beliebigen anderen Senders.

Wenn für einen Beitrag über ein musiklastiges Spiel mal eben eigene Musik eingesungen wird, obwohl man kein Sänger ist, so ist das auf angenehme Weise trashig… Hier allerdings sehen wir wohl die Aufnahmen für einen der vielen Gameone-Podcasts. Tja, wer nicht hören wollt…

Alles ist angenehm ironisch und wenn man DOCH mal in ausgetretene Gamer-Klischees latscht, so wird das selbstironisch kommentiert, getreu dem Motto: „Wir wissen doch auch, dass Zombies, Tolkin und Spacepiraten langsam uncool werden, aber hey, das Leveldesign von Spiel XY ist immerhin so cool wie… wie… ach, seht euch dazu einfach diesen Sketch an, in dem wir einen sprechenden Kürbis verkloppen!“

Wenn das an ein B-Movie erinnernde Trashspiel „Phantasmagoria“ unter dem ständigen Lästern zweier Moderatoren durchgezockt wird oder der x-te Filmpodcast (zu Stanley Kubrick, Quentin Tarantino, Arnold Schwarzenegger, ect.) wieder mal 3-6 Laufzeitstunden und beeindruckendes Detailwissen aufweist, schaut man gerne immer wieder mal rein! Und wenn’s mal doch etwas langweilig ist, kann man nebenher immer noch etwas zocken, höhö…


Zum Abschluss:

Lustig finde ich, dass fast all diese Shows sich gegenseitig gut zu finden scheinen: Die „Gameone“-Redaktion trat schon zwei mal beim Fernsehkritiker auf (beide haben übrigens den Grimme-Online-Award abgestaubt!), einer der Medien-Kuh-Hirten hat früher mit den Gameonisten zusammen gearbeitet und alle scheinen sie „Neo Paradise“ zu mögen. Ebenfalls Kalkofe, der dort schon überall zu Gast war, halt nur nicht bei den Hamburger Zockerknaben.

All diesen Formaten ist gemein, dass sie NICHT hundsgemein (Private) oder oberdröge (ÖffRechs) sind, wie so viele der anderen. Die Machart ist teilweise etwas billig, sicherlich akut am Rande des finanziell Lohnenswerten, aber stets mit Liebe am Thema. Und in gewisser Weise überkritisch in Bezug auf… irgendwas.

Und wenn man dann noch ein paar US-Serien und -Filme am Start hat, ist so eine lange Medienwoche „nur noch ein Gucken“, wie es einer meiner Exkollegen ausdrücken würde…


Habe ich noch etwas vergessen? Kann ich mein Portfol… Portefio… meine Sammlung an Online-Schätzen noch vervollständigen? Lohnt sich gar der humorfreie Blödsinn von woanders oder womöglich der Zukcast? Schreibt mir unten bitte EUREN minderbemittelten Käse rein und ich werde mal sehen, was sich lassen lässt.


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Artikel

von Klapowski am 04.02.12 in Das Test-Labor

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Kommentare (17)

  1. DJ Doena sagt:

    Die „Daily Show“ ist aber auch geil. Idealerweise kann man sich die auch völlig legal in Dtl auf
    http://www.thedailyshow.com/full-episodes/thu-february-2-2012-david-agus
    angucken.

    Wobei ich trotzdem die Avi-Version von *hust* EasyTV bevorzuge, weil man die besser zusammen gucken kann.

  2. das obst sagt:

    vielseitiger, gut auf den punkt gebrachter, informativer, leidenschaftlich geschriebener, nicht zu schwarzweißmalerischer artikel… das erste mal seit langem, dass mir zukunftia beim lesen ein zufriedenes grinsen ins gesicht gezaubert hat. danke!

    (in den nächsten tagen werde ich hier auch noch einige urdeutsche tv-tipps auflisten.)

  3. DerBeimNamenNennt sagt:

    „Ein Kristall bildet sich schließlich auch nur an einem schnöden Dreckpartikel.“

    Gemeint ist wohl eine Perle. Perlen entstehen, wenn sich Perlmut in der Muschel um z. B. ein Sandkorn sammelt. Kristallbildung dagegen ist ein chemischer Prozess.

    „Quasi „Dantes Inferno“ für Leute, die selber nie in die Hölle wollten, aber gerne lesen möchten, WARUM eigentlich nicht.“

    Also DAS nenne ich doch mal beim Namen genannt. Toller Vergleich! *Verneig*

    Also was Harald Schmidt angeht, so muss ich sagen: ich sehe die Sendung auch nicht mehr regelmäßig, aber wenn ich sie mal sehe, bleibe ich meistens auch hängen. Was die Playmobil-Sachen angeht, so finde ich die teilweise wirklich gut umgesetzt und „anspruchsvoll“ vom Thema her. Dabei bekommt man manchmal auch das Gefühl, dass Schmidt sein Image als „intellektueller Late-Nighter“ selbst parodiert. Erhobener Zeigefinger fehlt auch.

    Was die „Heute Show“ angeht, so scheint sie auch ganz ordentlich zu sein. Allerdings sehe ich sie nicht regelmäßig.

    Dass man Game One auch ohne besonderes Interesse am Thema aufgrund des Humors sieht, das war mir bisher nicht in den Sinn gekommen. Ergibt aber schon einen [sinn], denn der ist bei der Sendung ganz ordentlich.

    • Doughnut sagt:

      @DerBeimNamenNennt:
      Kristalle brauchen aber auch Kristallisationskeime. Ist also völlig richtig, was der Klabaut… Klapowski da schreibt. *klugscheiß*

      Harald Schmidt … schwierig … Schmidteinander war genial (was aber auch zum großen Teil an Feuerstein lag). Seine eigene Show dagegen fand ich nie wirklich sehenswert, ich bedauerte hinterher immer irgendwie die verschwendete Zeit.
      Deutscher Letterman? I don’t think so.
      Die Heute-Show und Gameone unterschreib ich mal, alles andere kenn ich nicht. Und die beiden eben genannten hab ich schon seit mindestens nem halben Jahr nicht mehr gesehen. Schaue generell gar kein TV mehr bis auf die Nachrichten bei ARD bzw ZDF (je nachdem, was ich grad nicht verpasse).
      Danke jedenfalls für die Tipps, Klapowski, werd mal das eine oder andere antesten … wird aber sicher wieder im Sande verlaufen. Sarah Kuttner mag ich zB sehr, schaue aber trotzdem so gut wie nie eine ihrer Nischensendungen.

      Kalkofe mochte ich damals, als er noch beim Frühstyxradio war und abgeschwächt noch bei seiner Mattscheibe. Bei der Mattscheibe gefielen mir nur noch seine verkleideten Parodien, die Wortsalven fand ich dröge.
      Inzwischen kann ich ihn aber nicht mehr ersehen … wie so viele Fernsehheinis.

    • DerBeimNamenNennt sagt:

      „Kristalle brauchen aber auch Kristallisationskeime.“

      Oh, das muss ich vergessen haben. Entschuldige demnach.

    • Doughnut sagt:

      Die Kristalle werdens dir verzeihen. ;)

      Kuttner … Ich hatte grad ne Eingebung und google sei dank konnt ich die auch überprüfen. Sarah Kuttner ist die Tochter von Käptn Kirk Kuttner von Fritz!!!
      Meine Herrn, kein Wunder, dass mir das Mädel so sympathisch ist. XD

    • Bolleraner sagt:

      Verkehrt! DerBeimNamenNennt hat recht.

      Kristalle bilden sich von alleine, wenn das Lösungsmittel in dem sich ein Salz befindet verdampft oder verdunstet. Ein bestimmtes Volumen Lösungsmittel kann nur eine bestimmte Menge Salz lösen. Sobald sich ein Bodensatz ausbildet, bezeichnet man diese Lösung als „gesättigt“. Durch das Erhitzen kann man die Lösungsfähigkeit des Lösungsmittels erhöhen und durch weiterer Zugabe des Salzes „übersättigen“. Beim Abkühlen bilden sich dann die Salzkristalle.
      Versucht mal euer (gesalztes) Nudelwasser komplett einzudampfen. Hiernach seht ihr, dass am Boden das Salz als weiße Kruste zurück bleibt. Ist übrigens auch der Grund, weshalb in Regionen mit hartem Wasser die Spüle immer solche weißen Flecken aufweis(s)t, wenn man nicht gescheit sauber macht.

      Ich nehme an, die Verwechslung beruht auf der Methode aus Impfkristallen größere wachsen zu lassen. Hierbei handelt es sich aber nicht um Dreck, sondern wiederum um kleinere Impfkristalle.
      Kristallisationskeime erleichtern hingegen lediglich die Kristallbildung. Sind aber nicht zwingend erforderlich:

      http://de.wikipedia.org/wiki/Kristallisationskeim

      Wer Bock hat günstig Kristalle zu züchten (oder vor seinen Kindern/Neffen/Nachbarn angeben will), sollte dieses Rezept mal probieren: Die Salze gibt es allesamt kostengünstig in der Apotheke, so dass man keine 30 Euro für einen Cosmos-Zuchtkasten ausgeben muss (in dem meist eh keine gescheiten Salze enthalten sind).

      http://www.chemieunterricht.de/dc2/kristalle/dc2kt_58.htm

    • Doughnut sagt:

      Der verlinkte Wikipedia-Artikel sagt dir doch grade, dass Kristalle sich in einer nicht übersättigten Lösung nicht von selbst bilden, sondern Kristallisationskeime benötigen.
      „die sonst nur aus übersättigten Medien möglich wäre“

      noch ne Quelle:
      http://www.planet-wissen.de/laender_leute/russland/sibirien/experiment_wasser.jsp

    • Klapowski sagt:

      Ihr seid so süß, wenn Ihr eine kleine Sache diskutiert, in der ich (wie selbstverständlich immer) zu 100% Recht behalte. Dies erleichtert meinen Job als offizieller NRW-Satirekönig auf deutschsprachigen SF-Webseiten ganz erheblich und macht mich froh und strahlend… Wie ein Kristall, der sich auf einer Perle in einem Fluss aus Gold gebildet hat.

      Aber hat denn keiner noch einen Medientipp für mich, der an den oben genannten Sachen andocken könnte? Ihr bombardiert mich doch sonst immer per Mail mit Sri-Lankischen SF-Trash-Horror-Dramen, die einer bescheidenen 70-stündigen Betrachtung harren, um 0,3% der Leser anzusprechen…?

      Bitte daher mehr Anregungen! Meine Ohren und Augen sind gaaanz grooooß und wollen befüllt werden! (*Sich in Großmutter/Wolf-Outfit in Sparkillers Bett leg*)

  4. Raketenwurm sagt:

    Erstmal Daumen hoch für die Heute Show – sofern während der Woche auch etwas passiert ist, bekommt man das dann wirklich clever und frech aufgearbeitet serviert. Und sie lassen sich ja auch immer mal irgendwelchen herrlichen Blödsinn einfallen, um die Routine, die natürlich in so eine Sendung einkehrt, zu durchbrechen. So macht auch der wütende Kommentator immer noch Spaß.

    Und natürlich auch Daumen hoch für den Who-Cast. Professionell gemacht, gut in seiner Mischung aus sachlicher Folgenbesprechung und witzigen Anspielungen auf die dunkle Vergangenheit unseres Landes, und spätestens seit Ausgabe 192 spielt der Cast auch in Sachen Titellied in der obersten Liga mit.

    Ansonsten kann ich nur noch was zu Harald Schmidt sagen:
    Erstmal ist es richtig; die alten Folgen werden überbewertet, und das letzte halbe Jahr vor der Kreativpause damals war sogar ziemlich schlecht, da fast nur noch in jeder Ausgabe doofe Zuschauerspiele gespielt wurden und Andrack immer mehr die Funktion eines Äffchens einnahm, der einmal pro Sendung aus der Kiste gelassen wurde, um dann wild im Studio herumzuhopsen. Dennoch stimmt die alte Volksweisheit: „Harald Schmidt war früher besser“. Man denke nur an den ersten Einspieler nach dem Wechsel zurück zu Sat.1, die kotzende Anne Will. Oder in einer späteren Folge die Parodie auf das Moorhuhn-Spiel, bei dem natürlich keiner im Publikum gelacht hat, weil sowas seit 12 Jahren nicht mehr lustig ist. Und es hätte Harald Schmidt eigentlich schon in der Redaktionsbesprechung auffallen müssen, dass das Schrott ist, aber scheinbar hat er inzwischen wirklich das Gefühl für Humor verloren. Und das ist das eigentliche Problem. Wenn die Gags früher Scheiße waren, dann wusste das Schmidt auch. Heute nicht mehr, und dadurch wirkt er auch verkrampfter, wenn er dann feststellt, dass das Publikum nicht reagiert.
    Und es macht dann einfach im Gesamtbild keinen Spaß mehr, sich das anzuschauen. Ich habe auf jeden Fall dieses Jahr noch keine einzige Sendung gesehen; und vermisse sie dummerweise auch nicht – sicherlich auch noch ein weiterer Grund für seine schlechten Quoten. Deutschland hat in den letzten Jahren gelernt, wie man auch ohne Schmidt den Abend verbringen kann.

  5. BigBadBorg sagt:

    Ich habe zwar einen TV, jedoch weder einen Anschluss für Kabel-TV noch einen Sat-Receiver. Und das seit ca. 14 Jahren. Ich habe einen PC, der direkt neben dem TV steht, der mir als Media-Center dient. Mit Internet, BluRay, DVD, und Windows.

    Ich vermisse das Fernsehen GAR nicht. Aber wenn man das mal erzählt, erntet man immer nur Kopfschütteln. :)

    Von den oben genannten Sendungen gucke ich eigentlich nur Fernsehkritik-TV und GameOne. Mit dem WhoCast kann ich nicht wirklich was anfangen, jedoch habe ich den Kuh-Cast noch nicht gekannt. Habe mir grade die aktuellste Folge angehört und danach sofort den Feed abonniert. Danke, war ein guter Tip!

    Deswegen zahle ich auch keine TV-Gebühren. Die einzige reine TV-Sendung, die ich (online) gucke, ist GameOne (welche auf einem Privat-Sender läuft).

    NeoParadise erinnert mich vom Konzept her irgendwie an „Super“, welches vor langer langer langer langer langer Zeit auf Sat1 lief. Kennt das noch jemand?

  6. DJ Doena sagt:

    Danke übrigens für den GameOne-Tip. Hab jetzt schon den LOST, den Schwarzenegger- und den Tarantino-Special gehört als Podcast.

  7. paranoid android sagt:

    Volle Zustimmung zur Heute-Show. Die Daily Show bleibt natürlich unerreicht, aber die Messlatte ist auch mächtig hoch. Abgesehen davon ist der Politik- und Nachrichtenbetrieb hierzulande (zum Glück) längst nicht so gaga wie in den USA und liefert daher nicht so viel Stoff.

    Der Whocast würde mir wesentlich besser gefallen, wenn die Macher nicht so versnobt rüberkämen. Das war zumindest mein Eindruck nach dem Querhören einiger alter Folgen. Kommt natürlich vor, dass man manche Charaktere und Phasen der geliebten Serie scheiße findet – geht mir ja auch so, und das soll gern ausgesprochen werden. Aber offenbar haben die Jungs schweren Spaß dran, Menschen mit abweichenden Meinungen pauschal für dämlich zu erklären, und so was kann ich gar nicht leiden. Spätestens als sie anfingen, von „Quantität und Qualität“ der Fans zu reden, war bei mir die Arroganzschmerzgrenze erreicht.

    • Whocast.de sagt:

      Womit du dann wohl eindeutig in die „Quantitäts-Gruppe“ gehörst ;)

      Lg,

      R:

  8. Doughnut sagt:

    Schaut unbedingt alle mal in den Tatortreiniger im NDR (oder eben in der Mediathek) rein. Lohnt sich, die Serie widerspricht allen postulierten Naturgesetzen, was die Qualität deutscher Serien angeht.

    • 655321 sagt:

      Danke für den Tip. Absolut sehenswert.
      Nur wie kommt der NDR auf die Idee das bei der Erstausstrahlung zwischen 3-5 Uhr zu senden.
      Naja egal freu mich auf neue Folgen.

    • Doughnut sagt:

      Wenn die Verantwortlichen dort wirklich fähig wären, gute Formate von dampfenden Kuhfladen zu unterscheiden, dann wär es ums deutsche Fernsehen sicher längst nicht so schlecht bestellt, oder? ;)

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