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„Affe: The Spirit of Til Schweiger“ – (3 Reviews)

farcry-klein.jpgSo ein flotter Dreier ist doch einfach was schönes! Und weil das so ist, gibt es heute bei uns die Äffchenstellung („Planet der Affen“), die erotische Kinochartplatzierung Nr. 69 („Far Cry“) und ein gehöriges „Dumm fickt gut“ („The Spirit“). Erstmals in der langen Geschichte des Dreier-Reviews hilft mir auch Sparkiller diesmal mit einem Review aus. Ich bitte daher alle Zuleser, ihn dafür übertrieben und aufgesetzt zu loben, damit ich in Zukunft nicht immer alles alleine machen muss! – Keine Angst, das merkt der nicht. Mache ich ja auch immer so…

Far Cry

Na, wer sagt es denn? Der deutsche Regisseur Uwe Boll hat es immer noch so drauf wie früher:

Es gibt hier Dialoge, die so wehtun, dass sie beim Jahrestreffen der Masochisten als Einleitungsrede verwendet werden könnten. Actionszenen, die so unübersichtlich sind, dass man nicht weiß, ob sich da gerade zwei Männer prügeln oder zusammen Trauben treten (ohne reichlich Wein habe auch ICH den Film übrigens nicht ausgehalten). Eine Handlung, die so klischeehaft daherkommt, dass ich das Zukunftia-interne Wortneuschöpfungsbüro angewiesen habe, ein qualitativ minderwertigeres Wort für „Klischee“ zu entwickeln. Darsteller, die so abgeschmackt und deplaziert sind, dass man sich unwillkürlich fragt, wie die „Goldene Himbeere“ eigentlich mit Zucker und Sprühsahne schmeckt. Und muss Til Schweiger sich eigentlich sehr anstrengen, um so zu nuscheln, oder trägt er zusätzlich zu dem eigenen auch noch Opas altes Glücksbringer-Gebiss spazieren?

Dazu kommen Drehorte, die so langweilig und beliebig aussehen, dass ich schon schönere Spaziergänge im Teutoburger Wald erlebt habe, ganz zu schweigen vom Bielefelder Bahnhofsklo, das auch irgendwie als geheimes Biolabor durchgehen könnte („Ja, ich brauche nur mutierten Urinstein und 3 gebrauchte Fixer-Spritzen. Schon ist ein superstarker und unaufhaltsamer Supersoldat geboren! Zumindest was panisches Weglaufen angeht…“). Eine Dramaturgie, die alle Story-Hintergründe in den ersten Minuten verrät und in den restlichen 70 Minuten stellvertretend den Rausch des Zuschauers ausschläft…

farcry2

„So, Du Böser! DU hast also diesen perfekten, genetisch aufgewerteten Super-Cutter erschaffen, der als einziger diesen Film noch ins Erträgliche umschneiden könnte!“ – „Ach, das ist doch alles Boll-Shit! Der war von Anfang an nur für Zielübungen gedacht!“ – Top(f)-Darsteller: Don S. Davies (Nicht im Bild), der durch die Serie Stargate bekannt wurde, verstarb kurz nach seiner Teilnahme an diesem Film. Die 5 selbst beigefügten Kopfschüsse, zusammen mit einer rätselhaften letzten Nachricht („Ich schäme mich so!“) geben den Ermittlern auch heute noch Rätsel auf…

Also alles wie gehabt und partout nicht losgeworden… Doch der letzte Gnadenpunkt in der Endbewertung resultiert aus einem wunderbaren Spiel, das man während des Sehens mit sich und allen seinen imaginären Freunden spielen kann: „Das lustige Actionfilm-Floskel-Raten“! „Einfach“ die „Handlung“ konzentriert verfolgen und an bestimmten Stellen raten, welcher Spruch als nächstes aus dem Fegefeuer der Filmfloskeln springen wird! Der ultima-tiefe Ratespaß für groß und kl… doof!

Und looooos geht’s! (Auflösung am Ende des Artikels)

1.) Die Hauptdarstellerin wird von den fiesen Leuten auf der Insel aufgegabelt. Wie wird sie von der mit russischem Akzent sprechenden und attraktiven Oberbösewichtin begrüßt?

a) „Willkommen zur Party!“
b) „Verdammt! Ich hab‘ mich gar nicht kommen hören!“
c) „In Moskau nennen wir so einen Erschießungsstand auch ‚Roter Platz‘!“

2.) Til und Schnucki werden in ihrem Jeep mit Maschinengewehren beschossen. Was sagt Schnucki, um die Situation zusammenzufassen?

a) „Sind wir bald daaaa?“
b) „Mit denen ist nicht zu spaßen.“
c) „Ich habe auf unserem Boot den Herd angelassen!“

3.) Til wurde angeschossen und Schnucki sorgt sich. Was sagt Til?

a) „Das ist nur ein Kratzer!“
b) „Ich glaube, das juckt. Kratz ma‘!“
c) „Ich kratze ab. Juckt dich das?“

4.) Til und Schnucki haben nach einer wüsten Verfolgungsjagd Lust auf das alte Rein/Raus-Spielchen, brauchen aber einen blöden Grund, um sich zusammen ins Bett zu kuscheln. Was lässt sich Til einfallen?

a) „Komm her, Schätzeken! Ich weiß, Du willst es doch eigentlich auch!“
b) „Komm, ich zeig‘ Dir das Lesezeichen für mein Briefmarkenalbum!“
c) „Beim Militär nannte man es ‚Kollektive Körperwärme’…“

5.) Til und ein dicker, verfressender Sidekick werden eingesperrt und langweilen sich. Was beginnen beide zu spielen, um sich abzulenken?

a) „Ich packe meinen Koffer und nehme mit…“
b) „Wahrheit oder Pflicht (Sexuelle Variante)“
c) „Ich sehe was, was Du nicht siehst.“

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„Hey, Til! Was meinte der verrückte Professor damit, als er sagte: ‚Wollen wir doch mal sehen, ob wir Euch nicht auch zu gehörlosen Mümmelmänner machen können.‘?“ – „Nun, ich habe ihn mit ‚Keinohrhasen‘ erst zu dem gebrochenen Irren gemacht, der er heute ist.“ – Einen sitzen haben: Die Grundmotivation aller Figuren liegt so sehr auf der Hand wie ein Schmalzkringel in der Hand von Fetti Flachwitz. Aber was soll man auch von einem Filmemacher erwarten, der während des Audiokommentars gähnt und mal gerade auf den Lokus(!) geht?

Ihr seht schon: Far Cry nimmt sich selbst nicht die (blaue) Bohne ernst! – Zumindest hoffe ich das für Uwe Boll, falls die Geschmackspolizei einmal detailliertere Nachforschungen anstellen sollte. Ab und zu gelingt es einem der miesen Witze sogar („Sie schulden mir ein Sandwich!“), einen Hauch von amüsanter Trashstimmung herbeibeizuzaubern, bevor die Computerspielvorlage dann gleich wieder entzaubert wird.

Denn aus Budgetgründen wurde aus dem tropischen Dschungel ein kanadisch-stargate’scher Wald, die mutierten Monster mutierten hier gleich weiter zu normalen Menschen (sofern man Ralf Möller dieses Prädikat zubilligen möchte) und die menschlichen Gegner sind hier um einiges unintelligenter und treffunsicherer als im Spiel…

Sehr entlarvend ist auch der Audiokommentar: Uwe Boll labert die ganze Zeit über an der Handlung vorbei, lobt seine ewig gleichen Schauspieler dafür, dass sie „nette Leute“ sind und spricht häufiger über finanzielle Hintergründe als über künstlerische Visionen. Sein kreativer Horizont entspricht dem eines Kunstbanausen im Koma („Til hat da mal ein paar Lieder mitgebracht, die wir dann einfach eingebaut haben.“) und seine Leidensfähigkeit ist quasi nicht vorhanden („Prothesen an den Mutanten wären für die Schauspieler und mich zu anstrengend gewesen. Daher haben wir die nur weiß angemalt!“). Vielleicht sollte Uwe lieber ein Vertreter der modernen Kunstszene werden, denn ich könnte mir in seinem typischen Plauderton durchaus folgenden Satz vorstellen:

„Tja. Dann habe ich halt auf das Papier geschissen und bin mit dem Spachtel drübergegangen. Til Schweiger musste auch ganz dringend und durfte dann auch. Wir hatten vorher übrigens mit Ralf Möller Trockenpflaumen gegessen. Tja.“

Fazit: Allein der Versuch von Humor rettet den Film über die Null-Ohren-Hürde! Die miesen Gags entsprechen wertungstechnisch sozusagen der sinnlosen Sprungschanze, die im Film mitten im Wasser bei einer Verfolgungsjagd auftaucht… Die ebenfalls von Uwe Boll verbrochene Videospielverfilmung „Alone in the Dark“ war mit Null Ohren deutlich langweiliger, von der viel schlechteren Filmmusik ganz zu schweigen. Trotzdem lohnt sich auch diese Seegurke wohl nur für Trashliebhaber, die an einer Geschmacksverirrung-Geschmacksverirrung leiden…

Auflösung des Zitate-Quiz: 1.a / 2.b / 3.a / 4.c / 5.c


Planet der Affen

Inhalt: Eine Handvoll Astronauten stürzt nach langer Reise auf einem Planeten ab, auf dem intelligente Affen das Sagen haben und die sprachunfähigen Menschen unterdrückt werden. Nur einem Astronauten gelingt es, sich gegen die vorherrschende Willkür zur Wehr zu setzen und das Gesellschaftmodell der Primaten in Frage zu stellen…

Meinung: Tja. Eine Geschichte wie diese ist zwar ganz (un)schön und gut, um Intoleranz und Engstirnigkeit zu porträtieren, aber in argumentativer Hinsicht könnte das für einen normaldenkenden Menschen dann doch etwas zu langweilig werden. – Hätten die Affen mehr Zitate aus Heiligen Schriften dargebracht, den guten Astronauten ausreden lassen oder ihm sogar halbfundiert geantwortet, hätte ich jetzt nicht die Vorspul-Taste als Negativabdruck auf meiner Daumenkuppe!

Denn in der verfilmten Form läuft es stets nur so ab:

„Ich bin ein fühlendes und denkendes Wesen, das sich nicht in die Unfreiheit…“
„Uuui, das hatta aber schööön auswendig gelernt. Wachen, gebt ihm einen kräftigen Stoß. Ich will mal sehen, wie er argumentiert, wenn er komplett die Fresse hält!“

Ihr könntet natürlich jetzt mir mir darüber diskutieren, dass ja gerade das Nicht-Zuhören und Nicht-Tolerieren der warnende Inhalt des Filmes sind… Doch dann müsstet ihr euch leider auch gefallen lassen, dass ich die Diskussion genau so führe, wie ich es in dieser Filmverhandlung gelernt habe:

„Klapo, das vollständige Leugnen von Tatsachen, die den eigenen zuwider laufen, ist psychologisch durchaus fundiert und…“
„Sparkiller? Binde diesen Leser – nein, dieses Lese-Subjekt – umgekehrt an die Ampelanlage vor meinem Büro. Und versuche vorher bitte, den Ton etwas leiser zu drehen. Es schwafelt sinnloses Zeug!“
„Klapo, ich muss mich einer solchen Behandlung verwehren! Meine Äußerungen sind sowohl inhaltlich als auch grammatikalisch durchaus verstehens- und erwägenswert!“
„Sparkiller? Zieh dieses Ding bitte vorher aus. Ich möchte sehen, ob es einen großen Lümmel hat…“

Zum Schaffen von ohnmächtiger Wut eignet sich dieses Stilmittel natürlich hervorragend, doch irgendwann fällt dann doch die Wut weg, während die Ohnmacht bleibt…

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„Klapowski! Die Firma Paramount verklagt sie wegen der unerlaubten Verwendung von geschützten Bildern der Marke ‚Star Trek‘ in insgesamt 9.273 Fällen! Ihnen drohen dafür 50.000 Stunden Liebesklavendienst auf der Ranch von Rick Berman und Brannon Braga! Das Oberhemd lassen sie am besten gleich aus…“ – Mund-zu(-Mund)-Propaganda: Bei den Affen wird gar nicht lange gefackelt. Es sei denn, der Scheiterhaufen im Gerichtssaal wurde von herzumspielenden Kindern bereits vorab angezündet!

Okay, für einen kurzen Moment soll die Objektivität hinter meiner Affenmaske hervorblitzen: „Planet der Affen“ ist natürlich ein absoluter Klassiker. Dieses Prädikat sei ihm gelassen, auch wenn die Macht eines Zukunftia-Reviews dieses jederzeit für ungültig erklären könnte, versteht sich! Leider merkt man ihm dieses „Klassiker“-Etikett inzwischen auch deutlich an, denn ein anderes qualitätsumschreibendes Wort dürfte unseren Großeltern inzwischen nicht mehr einfallen: Der Bananenfresserplanet ist nach heutigen Maßstäben gemächlich verfilmt und enthält weniger Story als eine komplexe SF-Serienfolge. Und sowohl der grundlegende Inhalt als auch die moralischen Probleme werden dem für doof gehaltenen Zuschauer der 60er Jahre auch schon mal gerne 3 bis 4 Mal erklärt:

„Die verbotene Zone ist verseucht!“
„Die verseuchte Zone ist verboten!“
„Erwähnte ich schon, dass in dieser Zone nichts wächst? Und verboten ist sie auch noch!“
„Wir haben doch mal über diese Zone gesprochen, erinnern sie sich? Verseucht? Verboten? Klingelt da was?“

In manchen Sequenzen will man – wie in der allerletzten Szene – nur noch mit den Fäusten auf den Bildschirm eindreschen und den Machern mitteilen: „Ich verfluche Euch!“, denn die Anti-Rassismus-Botschaft ist zwischenzeitlich mit der Macht mehrerer Atomsprengköpfe im Hirn des Zuschauers eingeschlagen. „Ja, ich hab’s begriffen, hört auf! Ich werde nie wieder Hunde, Katzen und Zwergschimpansen quälen, denn sie sind schließlich Menschen wie wir alle (Wale und Ameisen eingeschlossen)! Ich habe begriffen, dass die Religion die Wissenschaft vergewaltigen kann und sie dabei wenigstens ein Kondom tragen sollte! Ich werde nie wieder jemanden das Gehirn rausoperieren und in meinem Keller keine attraktiven Frauen mehr einsperren, wie die Affen im Film oder mein Onkel Fritzl! NUR LASST ENDLICH DIE HANDLUNG WEITERGEHEN!“

Die Maskeneffekte und Kulissen sind noch Okay, könnten heute aber natürlich für einen Appel und ’ne affige Bananenschale hergestellt werden. Und bei manchen der recht kleinen Sets und Lehmhütten wünscht man sich nachträglich doch ein wenig den Glanz von „Ben Hur“ und den „10 Geboten“ zurück. Die Landschaft hat nette Momente, ist oftmals aber karger als der Betongipfel einer Verkehrsinsel. Einerseits ist dies storytechnisch bedingt, andererseits würde man aber schon ganz gerne den „Dschungel“ sehen, in dem die Menschen angeblich wohnen sollen…

“Verdammt, sie haben es getaaaaa-Raaaaaahhh-aaan! Sieh nur, was diese Perversen mit dem Eiffelturm angestellt haben!!“ – Das HB-Männchen hatte einen unehelichen Halbbruder: Das Ende vom „Planet der Affen“ war mir sogar bekannt, BEVOR ich diesen Film kürzlich gesehen habe. Kann man denn bei einem gerade mal 41 Jahre alten Schinken nicht auch eine klitzekleine SPOILER-Warnung erwarten?

Musik wird sehr sparsam eingesetzt und geht nur unter der Zuhilfenahme eines Lokusstopfers ins Ohr. Vielleicht wollte man dem grimmig dreinblickenden Charles Heston auch einfach keine klanglichen Süßstofftabletten in den Weg streuen? Schließlich ist er ein kerniger und anpackender Typ mit den psychologischen Schwächen einer amerikanischen Actionspielzeugpuppe…

Fazit: Kein schlechter Film und zumindest als cineastischer Geschichtsunterricht prima zu gebrauchen. Dennoch fühlte ich mich als heutiger Zuschauer manchmal so unterfordert, als hätte ich einer schmalzigen Kirchenpredigt gelauscht und nicht etwa einem Plädoyer für mehr Aufgeschlossenheit und Nachdenkerei. Aber gut: Wenn Pastor Heston mit bloßem Oberkörper im Primaten-Amtsgericht herumnöhlt, hat das durchaus seine Momente, man muss sie halt nur gründlich suchen.

Eben wie es in modernen Zoos inzwischen bei der Affenfütterung gemacht wird: Die Nahrung wird im Gehege versteckt, damit sich die blöden Viecher nicht so langweilen…


(Es folgt ein Sparkiller-Review)

“The Spirit“ – Von allen guten Geistern verlassen

Wenn ich allen Bekannten einen Film schon nur deswegen empfehle, weil dieser besonders beschissen ist, DANN ist der Streifen wohl auch einen Dampfhammer wert. Und dabei hörte sich alles so gut an. Produziert vom selben Typen wie „Sin City“ und stilistisch sollte das Ganze auch in die selbe Kerbe schlagen. Doch nach all der guten Hoffnung blieb am Ende eigentlich nur der Wunsch übrig, eben diese in die Köpfe der Macher zu ritzen…

Konsequenterweise ist aber auch alles bei diesem Film total hirntot. So auch unser Held! Denn Supercop Denny Colt erlitt am Ende seiner Karriere die selben gesundheitlichen Symptone, wie ich später beim Schauen dieses Films: Absacken des Kreislaufs ins Bodenlose und Hirnströme irgendwo zwischen Toastbrot (Tschuldigung an alle Toastbrote!) und 9Live-Anrufer. Kurz gesagt, der Junge hat den Nippel abgegeben. Und seinen Menschenverstand gleich dazu.

Was immerhin sein Faible für die ziemlich beknackten Selbstgespräche („Meine Stadt! Sie ist immer für mich da!“) erklärt, während er sinnfrei und mit der Grazie von Batmans gehbehinderten Bruder von Dach zu Dach hüpft. Warum er, trotz Absegnung durch die Polizei, nicht einfach ein Taxi nimmt, wissen wohl nur die Götter. Und Zeus können wir leider auch nicht fragen, hat dieser sich beim Gucken doch mit dem eigenen Blitz erschlagen. (Kommt hier eigentlich so langsam meine Meinung durch, dass dieser Film total beschissen war?)

Aber warum lebte Denny eigentlich weiter, obwohl dieser längst in den klammen Armen des Todes liegen sollte? Diese Frage soll der Film jedenfalls beantworten. Ob der Zuschauer dabei tot umfällt, oder nicht. Apropos Tod! Dieser ist hier übrigens ein Mädel mit schaurig flatterndem Haar und ’nem Schweinwerfer hinter Kopp, welche ab und zu mal ihren kargen Dialog á la „Komm zu miiiiirrrrr!“ runtersallern darf. Und das fast jedes Mal, wenn Denny Doof einen auf die Omme kriegt und ohnmächtig wird. Also so gefühlte 50.000-Mal.

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“Hallo, Bob? Mein Lieblingsagent? Ich wollte mich nur bei Dir für diese fantastische Rolle bedanken, die Du mir besorgst hast. Als Gegenleistung möchte ich Dich zum Essen einladen. Bei diesem Restaurant am Pier. Und bring bitte Deine eigenen Zementschuhe mit.” – Aufgefischt. Samuel hatte schon immer ein Gespür für tolle Charaktere. Als Nächstes hat er sich auch bereits die Hauptrolle des Ku-Klux-Klan-Anführers gesichert.

Gerettet wird “The Spirit” immerhin durch dessen Gegenspieler, den Octopus. Gespielt von Samuel “Ich mach auch jeden Mist mit” Jackson. Denn dieser stellt den Bösewicht tatsächlich NOCH hirnrissiger dar und gibt dem Begriff “overacting” eine ganz neue Dimension. Zwar eine total abgefuckte, aber immerhin! Und wenn man denkt, es kann jetzt nicht schlimmer kommen, dann treten auch schon die Lakaien vom Octopus auf die Bühne: die vielfach geklonten Panzerknacker, mit so tollen Namen wie “Pathos”, “Ethos”, “Menthos”, “Fleischklos” oder “Wasistlos”. Diese wurden anscheinend aus Kostengründen ohne Gehirn hergestellt und machen im Verlauf der Geschichte vielfach den Lemming.

Entschuldigt übrigens die wirren Gags, aber der Schaum vor meinem Mund tropft hier langsam auf die Tastatur. Aber was soll man auch erwarten bei einem Film mit schwarzen Nazi-Zahnärzten, einem Fuß mit Kopf und Dialogen, wo man sich schon darüber freut, wenn Blut aus den eigenen Ohren läuft. (Könnte schliesslich bedeuten, dass man es bald überstanden hat!)

Fazit: “The Spirit” kann man wohl am Besten als das beschreiben, was passiert, wenn man “Sin City” als Kind zu oft fallen lässt. Alles wirkt irgendwie ähnlich, aber nur wie in einem Zerrspiegel. Einem billigen. Alle Charaktere haben irgendwie gar keinen und selbst die “schnuckeligen” Mädels können da nichts mehr retten, weil man spätestens nach 15 Mintuten unterhalb der Gürtellinie kein Gefühl mehr hat. Und darüber eigentlich auch nicht.

0 Ohren. (weniger geht ja nicht)

(Dies war ein Sparkiller-Review)


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Artikel

von Klapowski am 30.04.09 in Film-Review

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Kommentare (5)

  1. Flutschfinger sagt:

    Schön finde ich am Ende nochmal den Hinweis: „Dies war ein Sparkiller-Review“. Diese kleinen Hilfestellungen für die ganz blöden unter euren Lesern (also alle) sind doch mehr als willkommen! Hat er übrigens ganz toll gemacht, der Sparkiller. Muss man ja auch mal sagen. Immerhin stand das da oben. Also vor dem Sparkiller-Review.

    (Dies war ein Flutschfinger-Kommentar)

    (Präsentiert von Krombacher)

    (Und Thomas Gottschalk)

  2. Raketenwurm sagt:

    Fein hat das der Sparkiller gemacht ! Und natürlich ist der Hinweis auch ganz wichtig, nachdem erst bei seinem letzten Artikel zum Thema Caprica mindestens Einer dachte, das hätte Klapowski geschrieben.

    Ansonsten…nun ja, zwei der drei Filme hab ich nicht gesehen, und das kultige Affentheater find ich eigentlich immernoch ganz gut. Hat was von einer klassischen DoctorWho-Folge, nur vielleicht tatsächlich etwas schlicht und gemächlich in der Handlung. Aber so schlimm ist es dann auch nicht; wenn die Fünfologie mal wieder der Nachts versendet wird, schaue ich vorallem beim ersten Teil immer gern mal wieder zu. Da hätte eher mal das Remake von Tim Burton ein Haudrauf verdient.

  3. Armleuchter sagt:

    Fuck, ich hab noch keinen der Filme gesehen. Trotzdem schreib ich hier ein Kommentar. Einfach so.

    Fertig.

  4. G.G. Hoffmann sagt:

    Erwähnte ich bereits, daß das neue Design doof ist…? Vor allem jetzt, da der Twitter alles völlig aus den Fugen bringt?

  5. Presse sagt:

    Einer der besten schauspieler die wir haben

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