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Leaks: Drehbücher zu „Star Trek – Strange New Worlds“ entdeckt!

Leaks: Drehbücher zu „Star Trek – Strange New Worlds“ entdeckt!

Endlich! Die ersten Leaks zur neuen Pike-Serie sind da! Und was für welche! – So ist es diesmal erstmals gelungen, durch die erstmalige Zusammenarbeit von Kurtzman-Fans und Kurtzman-Hassern (auf YouTube) besonders viele Geheimnisse zu enthüllen. Somit können wir euch heute bereits eine Zusammenfassung der allerersten Folgen der Serie „Strange New Worlds“ präsentieren. Und ja: Kurtzman und Goldsman arbeiten nun deutlich episodischer.


Und hier gleich die volle Packung… Da uns sogar die unveränderte Langfassung der Drehbücher vorliegt, konnten wir sogar so weit gehen, bereits unsere voraussichtliche Meinung unter die Episoden zu schreiben.


„Wohlstand für den Stand“

(von Alex Klapman)

Captain Pike und Spock beamen auf einen seit zwei Jahren bekannten Planeten, der sich der Föderation anschließen will. Zunächst sieht auch alles gut aus: Die Einwohner sind freundlich und deren Ansichten scheinen vernünftig. Doch als Spock in einer Gasse auf eine gesprächige Frau trifft, stellt sich heraus, dass der Wohlstand des Volkes auf einer Täuschung basiert. – Alle zehn Jahre müssen die 50% der Bevölkerungs-„Dümmsten“ den jeweils 20% der Produktivsten und Klügsten ihren ganzen Besitz übergeben. Und nur die Elite darf Wählen und Kinder bekommen.

Ist dies gerecht, weil es der Gesellschaft als Ganzes weiterhilft?

Nach einer rührenden Rede von Pike, die von den idealen der Föderation handelt, erschießt ein Enterprise-Landungstrupp mehrere Mitglieder der Regierung. Als alle tot sind, kommt der Wissenschaftsminister in den blutgetränkten Ratssaal und bittet darum, die Lebensweise seines Volkes zu respektieren.

Spontan hat man die Idee, mehrere hundert Spocks zu klonen (da er bekanntlich der Klügste ist!) und sie als Alleinherrscher auf allen Kontinenten zu verteilen. Man verfährt genau so und zieht von dannen.

Erwartetes Fazit: Sieht man vom billigen Klon-Effekt ab (100 Spocks, die einfach auf einem Hinterhof erscheinen), eine durchaus solide Episode, die zum Nachdenken anregt.


„Schwerkraft Minus 2 = ?“

(von Alex Klapman)

Die Enterprise trifft auf eine seltsame Anomalie im Weltraum: Sie führt beim Näherkommen dazu, dass sich die Gesetze der Physik ändern – und die Schwerkraft sich in eine abstoßende Kraft umwandelt. Dies sehen wir zu Beginn daran, dass sich erst alle deutlich leichter fühlen und später sogar an der Decke des Schiffes landen, was nur durch ein Rekalibrieren der Schwerkraftgeneratoren ausgeglichen werden kann.

Da sich die Anomalie auf bewohnte Planeten zubewegt, deren Heimatwelt sich durch die eigene Abstoßung quasi „umzustülpen“ droht, muss die Crew einen Weg finden, das wabernde Ding vom Kurs abzubringen. Ist möglicherweise eine Art umgekehrte Fliehkraft der Schlüssel?

Nach einigen Sitzungen im Maschinenraum befinden alle Anwesenden, dass sie „Genies“ seien und die „Macht der Mathematik“ gemeistert haben. Somit ist es möglich, innerhalb von 5 Minuten nach Vulkan zu fliegen und experimentelle „Anti-Antischwerkraft“-Kristalle abzuholen. Auf dem Rückweg wird man von Space-Piraten angefallen, die aber alle im Nahkampf erschossen werden müssen.

Erwartetes Fazit: Eine Folge, die leider hinter ihren Ideen zurückbleibt – auch, weil man zu cool sein will. So tragen die Space-Piraten z.B. gleich ZWEI Augenklappen, damit die Autoren den Visor an deren Hinterkopf begründen können.


„Das Schicksal ist für alle da“

(von Alex Klapman)

Bei einem kurzen Landeurlaub auf Risa wird Pike in einer Bar von einer Art Wahrsagerin angesprochen. Ihr Volk könne die Zukunft erspüren und die von Pike mache ihr Angst. Da Pike bereits von seinen „Rollstuhl-Adventures“ weiß (siehe Discovery), triggert die Frau neue Zukunftsfurcht in ihm.

Doch sie bietet ihm an, seine Zukunft in neue Wege leiten zu können. Nur durch wenige Butterfly-Effekt-Veränderungen, die nur sie vornehmen könne (sie beweist dies ein paar Minuten später an einem Straßenhändler). Er müsse nur eine Kleinigkeit für sie tun… Pike möge zu festgelegten Zeiten ein paar harmlose Dinge auf der erledigen (einen Strauß Blumen kaufen, ein Stück Holz in einen Bach werfen), die aber dazu führen, dass der Erzfeind dieser Frau schon bald zu Tode kommen wird.

Ist dies Mord? Oder nur eine Aneinanderreihung von legalen Nichtigkeiten?

Endlich: Wir sehen nach ENTERPRISE noch einmal Risa als Ferienplanet!

Nach einer kurzen moralischen Beratung mit Spock erschießt der Captain den Gegenspieler der Zeit-Wahrsagerin auf der Straße („Geht doch viel schneller!“). Die ist jedoch empört über die mangelnde Raum/Zeit-Subtilität und regt sich so sehr auf, dass sie in einen geöffneten Gullideckel stürzt – und sofort tot ist.

Und das, bevor sie Pikes Zukunft abwenden konnte…

Erwartetes Fazit: Eine tiefgründige Episode, die fast nur aus abwägenden Dialogen besteht. Etwas anstrengend ist jedoch der 5-sekündige Loop mittels Greenscreen, mit dem das pulsierende Straßenleben auf Risa simuliert werden soll. Die Budgetkürzungen an der Serie sind hier deutlich zu spüren…


„Von der Pike auf gelernt“

(von Akiva Sparksman und etwas Alex Klapman)

Die Crew der Enterprise untersucht einen Lavaplaneten, als plötzlich der Gott Hephaistos auf der Brücke erscheint. Dieser brüstet sich zuerst mit seiner legendären Schmiedekunst, wogegen Captain Pike mit den Errungenschaften der Menschheit in den letzten Jahrhunderten kontert.

In einem Wutanfall löscht Hephaistos bei jedem Crewmitglied jegliche Erinnerung an die auf einem Raumschiff benötigten Fähigkeiten. Als Folge treibt die Enterprise nun bewegungslos im Weltraum.
Und Pike und Co. haben nur wenige Stunden Zeit, ihr altes Wissen wieder zu gewinnen. Denn um der Menschheit seine eigene Überlegenheit zu beweisen, hat Hephaistos zudem die Kontrolle über ein klingonisches Schiff an sich gerissen.

Inspiriert: Für die Lava-Form von Hephaistos gaben die Macher mehrere Design-Studien bei der Videospiel-Schmiede „From Software“ in Auftrag.

Die Crew kann erst dann siegen, als Spock eine Gemeinsamkeit mit dem Gott Hephaistos entdeckt: Sie beide konnten als Kind nicht lesen und rechnen – weswegen sie von den weiblichen Göttern bzw. Kindergärtnerinnen gemaßregelt wurden. „Zu Recht“, wie beide übereinstimmend feststellen.

Erwartetes Fazit: Mehr als nur einen Hauch der klassischen Serie versprüht diese Episode. Ein Eindruck, welcher durch den großzügigen Einsatz von Styropor-Säulen und alten Discovery-Sets (als griechischer Tempel?!) sogar noch verstärkt wird.


„Wo Milch und Honig fließen“

(von Akiva Sparksman und etwas Alex Klapman)

Ein Notruf führt die Enterprise zum Planeten Kanaan III. Ein Scan zeigt, dass dort absolut paradisische Zustände herrschen, welche wissenschaftlich nicht zu erklären sind. In Flüssen fließt tatsächliche Milch und Tiere zeigen keine Scheu vor einem Außenteam. Dieses findet jedoch die Leichen hunderter Menschen, welche sich laut dem Schiffsarzt gegenseitig getötet haben.

Man stößt auch auf einen goldenen Thron, welcher bei jedem Mitglied des Teams für Anzeichen von Gier und Verlockung sorgt. Dieses Gefühl wird so stark, dass es zu einem Kampf kommt. Doch Pike wird klar, dass der Thron für diesen negativen Wandel sorgt und lässt alle zurück auf das Schiff beamen. In einem Logbucheintrag warnt er die Sternenflotte vor dem Planeten.

Dort sieht man den Rücken eines Mannes in rot-schwarzen Gewändern stehen. Zu sich selbst sagt er „Interessante kleine Kreaturen, einer fairen Anklage würdig“, schnippt mit den Fingern und verschwindet… Ein Abspann deutet sich an.

Doch dann taucht Michael Burnham in Minute 45 – aus der Zukunft – auf. Sie erklärt haarklein, was ein Q ist, was die können, dass die sehr mysteriös sind außerdem „sehr kultig“. Alle sind sehr beeindruckt und hören noch lange den Ausführungen zu.

Erwartetes Fazit: Eine etwas plumpe Moralkeule wird hier geschwungen, wodurch diese Folge aber auch einen gewissen Charme erlangt. Auch hier ist das TOS-Feeling stark. Das Ende lässt allerdings etwas das Tempo und Drive vermissen. Dafür sorgt allein die minutenlange Text-Einblendung, die exakt so aussieht: „Ist das nicht toll, dass wir eure Lieblings-Aliens wiederbringen?“


„Die eigene Medizin I + II“

(von Akiva Sparksman und etwas Alex Klapman)

Eine furchtbare Seuche dezimiert die Bevölkerung der Föderationskolonie Atra Prime. Die Enterprise wird von der Föderation damit beauftragt, Kontakt zur geheimnisvollen Rasse der Satianer aufzunehmen, welche Gerüchten zufolge im Besitz eines Gegenmittels sein sollen.

Doch jeder Versuch eines Dialogs trifft auf Stille. Erst ein Übertreten der Grenze in satianisches Gebiet sorgt dafür, dass die Enterprise jegliche Energie verliert. Eine Stimme ist überall im Schiff zu hören, welche verrät, dass die Satianer sich nicht in den Belange unterentwickelter Kulturen wie die Föderation einmischen können.

Pike versucht für die potentiellen Opfer zu sprechen, doch die anderen wollen für die möglichen Folgen einer veränderten gesellschaftlichen Entwicklung keine Verantwortung übernehmen.

Als letztes Druckmittel aktiviert Pike die Selbstzerstörung des Schiffes, welche zu primitiv ist, um von den den Satianern wieder ausgeschaltet werden zu können. In der letzten Minute lenken diese ein, versprechen aber, dass die Erpressung Folgen haben wird.

In der zweiten Episode dieser Doppelfolgenstory taucht Q auf, schnippt den Satianern ihre technologische Übermacht weg und fordert beide Parteien auf, ihre Stärke im Kampf zu beweisen. Nachdem Pike mehrere Schiffe ausradiert hat, beschwört er abschließend den „Geist der gerechten Föderation“. Die Unterlegenen stimmen ihm einhellig und mit ängstlicher Mehrstimmigkeit per Funk zu. („Uuunbedingt!“ – „Sooo ist das!“ – „Hatta recht, hatta recht!“)

Erwartetes Fazit: Spannend bis zur letzten Minute und mein bisheriger Favorit ist diese Folge von „Strange New Worlds“. Zwar war es klar, dass Pike und seine Crew überleben werden, aber die moralische Umkehr hatte etwas Befriedigendes an sich. Weiter so!


Interessante Leaks, so finden wir! Vor allem beweisen sie, dass das Trek-Universum noch längst nicht auserzählt ist und episodische Geschichten in einem endlosen Uiversum natürlich endlose Möglichkeiten ergeben.

(Danke an Kollege Sparkiller fürs Mit-Leaken)


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Artikel

von Klapowski am 22.05.20 in Star Trek

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Kommentare (14)

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  1. G.G.Hoffmann sagt:

    Michael Burnham ist für SNW sowieso gesetzt. Denn Pike und Spock werden alle 5 Minuten erwähnen, wie brilliant sie ist und wie sehr man ihre unendliche Weisheit jetzt gebrauchen könne. Sicher wird Spock auch ab und zu auf ihre Logbücher zurückgreifen, in denen sie Ratschläge für jede Notsituation niedergelegt hat („Nur ungern nimmt der Klingonmann statt barer Münze Tribbles an“ * flenn *).

    Selbstverständlich nicht ohne verschwörisch zu erwähnen, dass die Discovery und Burnham nie mehr genannt werden dürfen. Aber hey! – wenn sich ein fetter Romulanerjunge versehentlich auf dem verstopften Captainsklo eingeschlossen hat, wird Captain Mercer … Pike doch mal eine Ausnahme machen dürfen.

  2. JP1957 sagt:

    Ja! Jaaa! Jaaaaaaaaa!

    Der Hund ist wieder da!

    Und wir haben damit auch ein Setup für die zweite Staffel von „Picard“!

    „Auf der Suche nach Nummer 1“ wird das Thema sein, als man auf dem Weingut eine Quantenanomalie entdeckt, vor der noch ein Häufchen von Nummer 1 liegt.

    Die unerschrockene Crew der … äh, wie hieß der Kasten noch einmal? … macht sich auf in Zeiten, in die noch nie jemand vorgedrungen ist.

    Und dann die letzte Folge: Picard hat die Brücke der Enterprise erreicht, wo Nummer 1 zu Füßen von Pike sitzt.
    Was wird der Hund tun?

  3. Grinch1969 sagt:

    Hahahahahahahaaaaaaaaaaaaaaaaargh….

  4. Raketenwurm sagt:

    Du hast noch die Folge „Difficile est saturam non scribere“ vergessen, in der Harry Mudd und eine zu 25% blaue Orion-Sklavin namens Shish’Va mit Hilfe von außerirdischem Esels-Urin einen Transwarp-Kanal öffnen wollen, um eine uralte Androiden-Rasse namens Wash’Lush ins Universum zu holen, die alles organische Leben auslöschen möchte. Im Gegenzug haben die Wesen den Beiden unsterbliche Androiden-Körper versprochen. Doch als Shish’Va bei der Auszahlung des versprochenen Lohns von Naniten in einen Toaster umgebaut wird, entscheidet sich Harry Mudd doch lieber mit Pike zusammen die Invasion der Blechköpfe zu stoppen. Schnell errichtet man eine invertierte Dyson-Sphäre und jagt damit das Raumschiff der Wash’Lush in die Lusht…ähh Luft. Das Universum ist gerettet, doch wie man am Ende der Folge sieht, fliegt ein grün-leuchtendes Trümmerteil unbemerkt durch das Weltall und eine mechanische Stimme erklingt: „Widerstand wird zweckslos sein. WIDERSTAND WIRD ZWECKLOS SEIN!“ … „DIESES TRÜMMERTEIL IST VOLLER NANITEN UND LANDET FRÜHER ODER SPÄTER AUF EINEM PLANETEN WO ES DIE BEWOHNER ASSIMILIERT UND SO ENTSTEHEN DIE BORG.“ … „WIR ZEIGEN DIESE SZENE DANN IN EINEM RÜCKBLICK IN DER ZWEITEN STAFFEL VON PICARD“ … „IHR KÖNNT SIE ABER AUCH JETZT SCHON SEHEN, WENN IHR EUCH DEN CBS ACCESS PREMIUM ACCOUNT HOLT.“

    Eine packende Folge, die unzählige animierte GIFs für Facebook produzieren wird. (z.B. die Szene, in der Harry Mudd „Ich steck mal etwas Weißes in Dir rein“ zu der assimilierten Shish’Va sagt, und damit zwei Weißbrotscheiben meint…“)

  5. Kuhbaert sagt:

    Verdammt ich will das genau so sehen!
    Die Erfahrung zeigt, egal was ihr euch für einen Krampf ausdenkt. Was tatsächlich folgt wird schlechter …. um Längen.

  6. Klapowski sagt:

    Was mich als kreativen Menschen stets waaaahnsinig macht, ist es, dass man auf Seiten von vielen Zuschauern und Serienmachern immer so tut, als gäbe es „keine neuen Geschichten“ mehr. So als wäre das Prinzip, sich jede Woche(!) einen neuen, phantastischen Ort auszdenken, in irgendeiner Form arg begrenzt. So, als würde die Franchise-Polizei hinter einem auftauchen und sagen:

    „Hey, pssst! Eine Energiequelle, die die Kraft aus einem kleinen Wurmloch zieht und dadurch den Orbit eines gefährdeten Planeten stabilisiert? Und auf der anderen Seite leiden irgendwelche Wesen, denen genau diese Energie fehlt? – Und man muss am Ende nonverbal, nur durch übermittelte Energieimpulse verabreden, wer WANN auf die gleiche Ressource zugreifen darf? Quasi abwechselnd? – Nun, diese Idee ist NICHT möglich!“

    Im Ernst, jeder Trek-Kenner kann an einem einzigen Nachmittag 1-2 Staffeln an Ideen hinrotzen, von denen die Hälfte nach 1-2 Stunden Ausarbeitung eine brauchbare Episode ergäbe. Wer was anderes behauptet und meint, man müsse z.B. auf Spocks Lernprobleme oder Michaels Mobbingerfahrungen bei den Vulkaniern zurückgreifen, ist für mich vollkommen irre.

    Das hat mit moderner SF in etwa so viel zu tun wie Trump mit erfolgreicher Mitarbeiterführung.

    Zumal man mit heutigem Selbstbewusstsein („Guck mal, was Serien alles können!“) und Budget („9 Millionen pro Folge in your Faaaace, Bitch!“) wirklich Grandioses schaffen kann.

    Und selbst dann, WENN es keine neuen Storys mehr gäbe (was dann wohl ab dem magischen Stichtag 01.01.1955 der Fall wäre), so hätte ich nichts dagegen, eine zeitgemäße Neuauflage von TOS-Folgen wie „Kodos, der Henker“ zu sehen. Bereits „Der undurchschaubare Marritza“ (DS9) ging ja dezent in diese Richtung.

    Aber nein, es „muss“ heute laut diversen Fans so was Behämmertes wie „Picard“ oder „Discovery“ sein. Keine andere Möglichkeit käme in Betracht, man „macht“ das halt heute so, es „geht halt nicht anders“. Das „alte Star Trek ist tot“…

    Höchstens noch „The Orville“ kann man sich vorstellen. Aber auch nur, weil es das zufällig schon GIBT.

    Hätte es das nicht gegeben, würden Picard- und STD-Freunde auch heute behaupten: „Naive Geschichten mit lustigen Space-Figuren, die Moralität mit Kaka-Witzen mischen? So ein Quatsch!“

    • Kazairl sagt:

      Der Gedanke, dass es keine neuen Ideen mehr gäbe, ist lächerlich. Das wäre so wie wenn man damals nach Erscheinen der Herr der Ringe-Bücher gesagt hätte: So, jetzt haben wir das beste Fantasiewerk aller Zeiten und brauchen nichts Neues. Stattdessen haben sich Autoren dazu inspirieren lassen, selbst etwas Neues zu erschaffen und wir bekamen so wunderbare Welten wie Tad Williams Osten Ard und GRR Martins Westeros. Beides wäre zwar ohne Tolkien nicht möglich gewesen, aber dennoch stellen beide Welten NEUES dar.

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    • Yole sagt:

      Die neuen Macher werden sich mit Einzelepisoden leichter tun. Wie schon zu TNG-Zeiten haben „Logikfehler“ ja ihren Reiz.. wenn man seinem Stil treu bleibt. Das „Berman-Trek“ war nie wirklich „auserzählt“. Es sollten nur Picard und Data die Hauptrolle in vier Kinofilmen spielen… und wir wollten halt lieber Party machen statt fernseh (ENT) schauen. Die siebte TNG-Staffel war nicht das Problem. Für mich ist sie TNG in Reinform. „Discovery“, „Picard“ oder SNW ist jedefalls nicht zuzutrauen, dass sie Muße aufbringen. Man wird vielmehr ständig den eigenen (nicht vorhandenen) Kult bedienen. Das macht das neue Trek ja vielleicht umso unerträglicher… mal abgesehen von allen qualitativen Mängeln. Dass sie in „Short Treks“ die Discovery nicht erwähnen traue ich ihnen jedenfalls zu. Und wenn „alles keinen Sinn macht“ zitiert man einfach Captain Rios: „Dieses Tool wurde mir überreicht um sagen zu könnnen: „Das macht doch alles keinen Sinn!““

      Die Einordnung der neuen Serien ins Star Trek-Universum ist inzwischen schon egal. Sie werden einfach veröffentlicht. Dabei könnte es sie weniger überfordern, wenn sie auf staffelübergreifende Handlungen verzichten. Einfach mal den Anspruch senken ;) Apropos, „The Orville“ hat sich immer bzw nimmt sich viel vor.

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    • Serienfan sagt:

      Ich denke noch nicht einmal, dass es „Star Trek: Picard“ an Story-Ideen fehlt. Es hapert an der Umsetzung.

      Die Idee, einen „toten“ und vom Kollektiv getrennten Borgwürfel zu untersuchen, finde ich zum Beispiel ganz spannend. Sie erinnert mich an den „Doctor Who“-Klassiker „Das Grab der Cybermen“, der vor Kurzem erfreulicherweise auch in deutsch auf DVD erschienen ist. Darin trifft der Doctor auf ein archäologisches Team, das dabei ist, eine Jahrhunderte alte Revitalisierungsanlage der Cybermen zu erkunden. Die Episode ist bewusst ein wenig inszeniert wie die Öffnung des Grabes von Tutanchamun.

      Das Erforschen eines Borgwürfels als „Geisterschiff“, das Vordringen in die Geheimnisse der Borg, die Frage, ob man den Würfel als Relikt einer vielleicht toten Alien-Kultur bewahren sollte oder ob man seine Techniken ausschlachten darf, die Aufklärung über den rätselhaften Grund der Deaktivierung des Würfels, die Frage, inwieweit man die ehemaligen Drohnen wieder aktivieren oder vielleicht erlösen soll… all das hätte in der Berman-Ära vielleicht zu einer großartigen, substanziell eindrucksvollen, vielleicht sogar filmisch stimmigen und atmosphärischen Episode führen können.

      Bei „Star Trek: Picard“ aber wurde die im Grunde reizvolle Idee eines Borgwürfel-Artfekts völlig vergeudet. Die Autoren waren unfähig, diese Idee in eine gehaltvolle Geschichte umzusetzen.

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    • danny sagt:

      gabs aber auch schon irgendwie bei voyager. folge: scorpion teil 1

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    • G.G.Hoffmann sagt:

      @Serienfan

      Die Stories sind im Star-Trek-Universum selten das Problem. Es steht und fällt mit der Inszenierung, dem Tempo, dem Schauspiel, dem Schnitt, etc.

      Viele TNG-Drehbücher wären als DSC-Episoden furchtbar wie umgekehrt einiges aus DSC und PIC vor 30 Jahren vielleicht wundervoll in Szene gesetzt worden wäre.

      Ich weiß nicht, wer für den Eindruck einer Serie letztverantwortlich ist, aber es kann nicht der Regisseur sein. Frakes hat als Regisseur einige der besten Stück Star Trek geschaffen, konnte aber die von ihm inszenierten DSC-Episoden dennoch nicht retten. Auch unter seiner Anleitung überspielt Martin-Green ganz furchtbar, Kamerafahrten und Schnitt bleiben hektisch, die Episoden schwanken zwischen sinnlos-zähem Gelaber und übermäßigem Tempo, die Charaktere sind fast alle unsympathisch, egoistisch, gefühlsduselig, oberflächlich und als Angehörige einer Weltraummission offensichtlich ungeeignet.

      Ob das an den Drehbüchern liegt? Eher nicht. Das würde die Schauspieler unter entsprechender Anleitung ja nicht hindern, das ganze dennoch sympathisch rüberzubringen. Da jede Episode von einem anderen Regisseur verantwortet wird, teilweise auch von Leuten, die mit Star Trek bislang nichts zu tun hatten, muss es also einen Supervisor geben, der dafür sorgt, dass Tilly, Burnham, Stamets, etc., konsequent nervig sind. Denn jeder eigenverantwortlich handelnde Regisseur träte diesen Heulbojen doch in den Hintern.

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    • JP1957 sagt:

      Schaut verblüfft auf den Autorennamen.

      Schreibt das tatsäclich G.G.Hoffmann?

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    • Yole sagt:

      Star Trek war schon immer ein Phänomen. Wo es früher für einen bestimmten Qualitätsstandard stand, kann ich mir nicht vorstellen, dass heute ein entsprechender Geist in der Produktion herrscht.

      Man hat keine „Ideen“ nur „Einfälle“ für das Konzept. So wird einfach alles in das Konzept gepackt: möglichst viel Zielgruppe und der besondere Star Trek-Anspruch: Pilze und Alice im Wunderland

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    • Serienfan sagt:

      Ideen sind wie die Zutaten zu einer Mahlzeit. Das Talent beim Kochen ersetzen sie nicht.

      Den Machern fehlt es nicht an den Zutaten, ihnen fehlt es an der Fähigkeit, daraus eine wohlschmeckende Mahlzeit zuzubereiten. Da werden lieblos Zutaten zerkocht und überwürzt, und am Ende ist alles vollkommen ungenießbar.

      Das liegt vielleicht auch daran, dass den Machern der Glaube an eine gute Hausmannskost abhandengekommen ist, weil die als zu „langweilig“ gilt. Großes Vertrauen haben die Producer und Autoren jedenfalls nicht in ihre Zutaten. Die „Sternzeit“ wird weggelassen, da angeblich unwichtig. Die Figuren langweilen sich beim Raumflug und sind alle ein Fall für den Psychiater – auch solche, die nicht buchstäblich in einer Anstalt sitzen. Wissenschaftliche Aspekte werden komplett ignoriert und durch eine hanebüchene Comic-Phantasie-Technik ersetzt. Und die Regie soll mit rotierenden Kameras und Blitzeffekten dafür sorgen, dass die Zuschauer nicht einschlafen.

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