Film- und Serienkritiken

Der Latinum-Standard des Star Trek Universums

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KW – Die ersten drei Folgen der neuen Kultserie!

Nachdem ich in den letzten Wochen Unmengen von Serienepisoden anrezensiert habe, war ich kurze Zeit ein wenig durch den Wind. Um wieder frischen hereinzubringen, entschied ich mich daher, zwischendurch etwas VÖLLIG ANDERES zu machen. Und zwar eine völlig andere Serie zu rezensieren. Die Serie „Klapos Welt“, gestartet in den USA im Herbst 2006, lag mir schon länger auf dem Herzen…

Die Serie handelt von dem unspektakulären Leben eines Hobby-Satirikers, der nebenbei in einem Bürojob zurechtzukommen versucht. Dies wird ihm erschwert durch einen staffelübgreifenden Angstgegner namens „Null Bock“ (Emmy-Nominierung für den Part des besten Nebendarstellers liegt vor). Die Geschichten verlaufen meist in Echtzeit – ähnlich „24“ – und sind ein Genre-Mix aus verschiedenen Elementen: Komödie, Drama, Sexfilmchen (grandios ist der Satz „Huch, ich dusche ja nackt!!“ im Pilotfilm) abgeschmeckt mit ein wenig Action. Letzteres jedoch meist nur kurzzeitig, wenn die Geschwindigkeitsbegrenzung mal für einen Kilometer aufgehoben wurde.

Meistens handeln die Episoden von einem Problem, das Daniel Klapowski – die Hauptfigur – unbedingt lösen muss. Besonders fällt dies in der Folge 1×07 auf, in der Klapo 45 Minuten lang aufzustehen versucht („Nur noch ein bisschen…“).

Aber auch sonst gibt es einiges zu lösen: Zum Beispiel eine Briefmarke von einem Umschlag („Die ist doch noch gut! Kaum gestempelt!“) oder die Patina von seinem 1993er Hyundai („Autowäsche? Wieso? Hat’s dieses Jahr etwa noch nicht geregnet oder was?“). Eine gewisse Affinität zur Science Fiction ist dabei nicht immer zu leugnen! So kann es durchaus mal futuristisch wirken, wenn der Hauptdarsteller versucht, seinem älteren Arbeitskollegen den Gebrauch der Outlook-Software beizubringen („Nein, Hans-Hubert! Es gibt definitiv kein verständlicheres deutsches Wort für Anklicken!“).

“Na, alles fit im Schritt?” – Klapos Kollege, der Systemadministrator Guido Lederstrumpf, ist nur selten zu sehen. Dennoch zieht er als Computergenie im Hintergrund die Fäden, welche permanent durch sein Haarband zusammengehalten werden.

Auf dem ersten Blick scheint die Dramaturgie manchmal schlicht zu sein (z.B. wenn Klapo beim Aufschließen zweimal der Haustürschlüssel herunterfällt), jedoch ist jeder Tag eine interessante Variation des Grundschemas. So haben die Autoren versucht, in einer postmodernen Phase der künstlerischen Semi-Realität auch die Dinge zu zeigen, die bei anderen Serien oft unter den Tisch fallen: So muss sich die Hauptfigur alle 16 Stunden in einen bewusstseinsreduzierten Zustand begeben, der meist bis in die frühen Morgenstunden anhält. Auch werden die eigentlichen Storys oft überraschend unterbrochen und erst in der nächsten Folge weitergeführt, da sich plötzlich etwas Unvorhersehbares ergeben hat („Sorry, ich kann heute nicht mit auf die Kirmes. Ich habe heute Durchfall…“)

Dieser frische Stil ist es, der die Serie zu etwas Besonderem macht. Manche Kritiker sagen, zu etwas „besonders Beknackten“. Zwar sind die Quoten bislang eher durchwachsen und der Anteil an demenzkranken Allessehern unter den Zuschauern weit über dem Senderschnitt, jedoch zeichnet sich am Ende der nun fast gelaufenen ersten Staffel ab, dass die Serie bereits düster wird. Der Autor und Erfinder der Serie, Eckmund Klapschorfski, begründete den Schritt in einem Interview kürzlich so:

„Natürlich werden unsere Drehbücher fordernder und dunkler! Wir befinden uns bereits im September, wodurch sich nicht nur die Witterungsverhältnisse verschlechtern werden. Klapo wird im Oktober vermutlich ein Batterieproblem bei seinem Wagen haben. Ebenfalls wird er bemerken, dass es draußen plötzlich immer früher dunkler wird. Die Episode, in der er dies feststellt und den Grund dafür erfährt, wird eine der spannendsten dieser Staffel und wir überlegen sogar, daraus einen Zweiteiler mit Cliffhanger zu machen!“

ST-Enterprise.de hat sich nun exklusiv die ersten 3 Folgen auf Englisch angesehen und ein Review verfasst. – Übrigens: Nachdem RTL spontan abgesprungen war, hat Pro 7 Interesse an der Serie bekundet: „Wir werden dieses innovative Stück TV-Unterhaltung vermutlich im November 2007 ausstrahlen. Die vorzeitige Absetzung ist bereits für den 15. Dezember vorgesehen…“

Hier einmal zur Einstimmung der komplette Vorspann:



(benötigt installiertes Flash-Plugin-Gerümpel)


1×01 + 1×02 – A File from Moon (Pilotfilm)

Inhalt: Als Klapowski in den Aktenkeller hinabsteigt, um die dienstlichen Bewirtungskosten des Jahre 2000 denen im Jahr 2007 gegenüber zu stellen, macht er eine seltsame Entdeckung: Auf den alten Quittungen ist eine andere Währung ausgezeichnet! Ist er einem groß angelegten Wirtschaftskomplott auf der Spur oder handelt es sich sogar um nachträgliche Fälschung der Originalunterlagen? Als sein Chef sich der Sache nicht annimmt, weiht er eine neue Kollegin im Büro ein…

Wertung: „Man kann beim Auftakt nicht alles richtig machen“ sagt die Hauptfigur noch vor dem Vorspann, als ihr die Verschlussklappe vom Rasierapparat fällt. Und genau so ist auch dieser Pilot zu bewerten: Trotz der spannenden Story um ein Komplott dramatischen Ausmaßes bleiben die Charaktermomente die Triebfedern der Geschichte. Apropos Feder: Besonders gelungen sind die urkomischen geschriebenen Dialoge von Klap, die in diesem Artikel aber möglicherweise nicht GANZ so genial rüberkommen. So sagt Daniel beispielsweise, als er das Kaffeepulver über der Tastatur verschüttet: „Donnerlüttchen!“

Ein Stilmittel, das in den folgenden Szenen noch vertieft werden soll. Der Charakter ist selten um einen kessen Spruch verlegen und wirft mit Zeilen um sich, die schon jetzt von den Fans als Kult gefeiert werden: „Ach, Möönsch!“, „Na, da hamma ja wieda Scheiß gebaut.“, „Was issen das hier wieder?“ oder ein zynisches „Was bin ich doch für ein Schusselkopp!“ erhellen hier die Gesichter der Zuschauer in allen Rottönen, die ein minutenlanger Lachanfall so mit sich bringt.

Fast wie bei „Akte x“: Ab und an gibt es innovative Kamerafahrten. Zum Beispiel dieser Augenblick, in dem die Kamera mehrere Aktenreihen abfährt, bevor sie auf Klapowski fokussiert zum Stehen kommt. In der geplanten DVD-Box dieser Staffel sind übrigens 3 der herausgeschnittenen 5 Minuten dieser Einstellung auch wieder drin!

Daniels neue Kollegin – die wilde Sybille Grütz – macht ihre Sache ebenfalls sehr gut (unvergessen: „Hallo. Ich bin die neue Kollegin!“) und wird in dieser Staffel zur wichtigsten Nebenfigur aufzusteigen. Der Vertrag der Schauspielerin läuft zumindest bis zum Ende dieser Season. Klapschorfski, der Schöpfer der Serie, hat jedoch schon angekündigt, die Figur um ein weiteres Jahr zu verlängern: „Es erschien uns unrealistisch, warum die Figur genau am 31. Dezember aus der Serie ausscheiden sollte. Wir dachten da eher an einen größeren Abgang, vielleicht in 8 Jahren, wenn sie aus heiterem Himmel, nach genau 9 Monaten Schwangerschaft, plötzlich in den Mutterschutzurlaub geht.“

Diesen Realismus merkt man der Serie an allen Ecken an und sorgt für viel frischen Wind im Aktenmief des Daniel Klapowski! Allein die Szene, in der er mit dem falschen Schlüssel in den Keller geht und danach 5 Minuten in Echtzeit zurücklaufen muss, um den richtigen zu holen, gehört zu den größeren Momenten der TV-Unterhaltung. Man merkt dem Schauspieler an, dass er mit dem Konzept des „Method Acting“ großgeworden ist, wie er da so völlig ungestellt die Treppe hinaufeilt. „Ich habe mich daran erinnert, wie ich als Kind mal eine Treppenhaus betreten habe und mit dieser Erfahrung im Kopf dann einfach drauflosgespielt.“ soll der Schauspieler im US-Fernsehen gesagt haben…

Etwas enttäuschend ist hingegen die Kulisse. Man merkt der Produktion an, dass sie sparen musste: Klapos Wohnung wirkt irgendwie lieblos angemietet und mit dem aufgeplatzten Sofa samt herausrieselnder Füllung fast schon zu realistisch. Auch ist noch nicht ganz klar, was die Macher mit der Figur der Sybille Grütz vorhaben. Nach ihrer großer Einführung geht sie in dieser Folge nämlich einfach ein bisschen früher („Zahnarzttermin.“) und kommt nach 10 Minuten überhaupt nicht mehr vor. Da die Autoren jedoch einen großen Wert auf den roten Faden der Serie legen, werden wir in der nächsten Folge immerhin sehen, wie Grütz „ein bisschen länger“ bleibt, um ihr Stundenkonto auszugleichen.

Leider prickelt es überhaupt nicht zwischen ihr und Klap, was noch zu verkraften wäre, wenn sie sich wenigstens abgeneigt oder auf eine andere unterhaltsame Weise gegenüberstehen würden… Irgendwie hat man hier noch das Gefühl, dass die Figur – trotz ihrer Grundsympathie – im Leben des Protagonisten keinen bestimmten Zweck erfüllt. Ähnliches gilt für mindestens 20 weitere Personen, die zwar alle eine Sprechrolle besitzen (über „Tach!“, bis hin zu „Moin!“ und „Guten Hunger!“) aber dann schnell weitergehen, so als wäre nichts vorgefallen. Hier fehlt es manchmal an einer nachvollziehbaren Grunddramaturgie mit festem Ziel. Zwar wurde für die 2. Staffel bereits ein neuer Autor namens G. Ott eingekauft, um dieses Manko auszugleichen, doch hier muss man erst einmal abwarten, ob dieser sich tatsächlich als geeignet erweist.

“Ach, Daniel… Heute tun mir sooo die Arme weh! Vielleicht habe ich mir bei diesem Word-Seminar für Fortgeschrittene doch zu oft am Kopf gekratzt.“ – Geht gerne etwas früher: Sybille Grütz hat 2 Katzen, einen Holzkohleofen und brandneue Vorhänge. Eine Figur, die man einfach lieb haben MUSS! – Alles andere würde nur zu noch mehr Irritationen führen („Was kann ich besser machen? Nerve ich Dich etwa manchmal? Was soll ich besser machen? Na los, sag-sag-sag doch mal!“)

Fazit: Ein netter Auftakt und ein durchaus gelungener Pilotfilm, der mit einigen tollen Szenen aufwarten kann. Denn wo sonst sieht man den Protagonisten einer TV-Serie schon in der Bäckerei fragen, ob die Verkäuferin ihm das Brot nicht noch mal ein zweites Mal – im 90-Grad-Winkel versetzt – schneiden könnte?


1×03 – A Kiss From The Muse”

Inhalt: Klapo begeht sein Wochenende und versucht für sein Online-Magazin einen Artikel zu schreiben. Doch als plötzlich das Telefon klingelt, ist nichts mehr so, wie es vor 11 Uhr noch war…

Wertung: Interessant ist hier vor allem die Vorstellung, dass Klapo im Internet weitaus interessanter ist, als dies im Alltagsleben geschieht. Besonders symbolisch ist hier die Szene, in der er sich die Samstagszeitung aus dem Briefkasten pult, und ein vorbeilaufender Passant etwas sagt, das sehr nach „Grummel. Alles Scheiß. Kacke. Da kommen die immer mit an… Jetzt ist das Brot wieder auf dem Schuppen!“ klingt. Was das bedeutet, wird auch in den nächsten Folgen nicht aufgeklärt und genau DIESE Momente geben der Serie ihre surreale Note…

Die Phase des Telefonanrufs ist hingegen noch unheimlicher. Dass diese Folge eine Jugendfreigabe ab 16 hat (Normal: ab 3), verwundert angesichts der Flüche nicht, die Klapo dem ahnungslosen Lotterieverkäufer entgegenbrüllt. – Nachdem dieser ihn eine halbe Stunde über „Gewinnchancen“ und „17.000 Zahlenreihen zum Preis von 12.000“ zugeschwallt hat und Klapo sogar so höflich war, anfangs nicht auf seinen immer unmenschlicher werdenden Harndrang hinzuweisen.

“Oooh, es wird ja schon hell! Verdammt! Dieser Tag ist wohl gelaufen…“ – A Talk in the Sunshine: Der eingefleischte Frühaufsteher Klapowski kann seine Artikel am besten vor 6 Uhr morgens verfassen. Dass nur zu diesem Zeitpunkt die besten Resultate möglich sind, wird von seinem unsichtbaren Online-Kumpel (seine Bits spielen sich selbst) bei den gemeinsamen Projekten geflissentlich ignoriert…

Der Artikel für seine Online-Satire-Seite wird leider in dieser Folge nicht fertig gestellt, was der Episode wieder einmal ein wenig die Berechtigung nimmt. Aber dafür entdeckt Klapo in den letzten Sekunden vor dem Abspann, dass man den Flüssigseifenspender auch prima mit Geschirrspülmittel auffüllen kann…

Fazit: Ein etwas anderer Blick auf das Leben von Klap, der richtig Lust auf MEHR macht. Und zwar MEHR von etwas anderem, denn richtig fesseln konnte das plumpe Getippe, telefoniere und Pulli-verkehrt-herum-Angeziehe (anfangs) mich nicht. Doch wie schon im Piloten retten die kleinen verbalen Überraschungen die Folge vor dem Mittelmaß. Zum Beispiel bei seiner Mail an seinen Online-Kollegen Sparkiller: „Das mit dem Serverumzug habe ich noch nicht ganz verstanden. Aber ich schreibe Dir heute sowieso noch mal, da ich für einen neuen Artikel ein kurzes Video mit mir brauche!“ – Den Spark sieht man übrigens nie in der Serie, was sich vor der Eröffnungsfolge der geplanten 2. Staffel („Die Preisverleihung“) auch nicht ändern soll, wo die gemeinsame Webseite ganz groß rauskommt…


1×04 – The Big Fat Nothing”

Inhalt: Klapo hat Besuch: Der Schornsteinfeger ist da und redet wirres Zeug: „Mit der Gastherme ist alles in Ordnung. Bis nächstes Jahr dann!“ – Wenig später fährt der Hauptdarsteller in einen Supermarkt und kauft Joghurt, Milch und Wurst, die NICHT abgelaufen und völlig durchschnittlich sind. Im dritten Teil der Episode geht Klapo etwas früher zu Bett, wobei er im Schlaf redet.

Wertung: Eine Episode, so überflüssig wie der Kropf, den Klapo hier vor dem Zubettgehen zu rasieren versucht („Scheiß Adamsapfel.“). Ein innerer oder äußerer Konflikt sind – bis auf diese kleine Ausnahme – hier weit und breit nicht zu erkennen. Fast hat man das Gefühl, dass der Autor von „The Big Fat Nothing“, ein gewisser Al Tag, es sich hier ein wenig zu leicht gemacht hat.

Der Supermarkt wirkt von der Kulisse her komplett unglaubwürdig: Die Ware steht – teilweise noch verpackt – auf Paletten, der Laden hat nur zwei geöffnete Kassen und schimpft sich auf den selten dösigen Namen „Aldi“. Es sind diese fehlgeschlagenen Details, die einen schnell die Lust verlieren lassen. Apropos Lust: Zwar wurde im Pilotfilm vorsichtig angedeutet, dass Klapo ein sexuelles Wesen sein könnte („Mein Reißverschluss ist offen? Danke sehr, Chef!“) , jedoch fehlt hier alles, was normale Fernsehserien in dieser Hinsicht ausmacht. Während in anderen TV-Plots nicht lange gefackelt wird, lässt Klapo hier jede Annäherungschance vorbeiziehen:

Die Supermarktkassiererin ist zwar eine junge Frau, die sichtlich mit Bedacht gecastet wurde, jedoch scheinen beide Darsteller in diesem Moment mit den Gedanken völlig woanders zu sein. Auch fragt man sich, warum Klapo nie (zufälligen) Besuch bekommt. Dies ist nun schon die zweite Folge, die daheim spielt und bis auf den Schornsteinfeger war noch niemand dort. Wenigstens hätte man eine weibliche Fegerin einsetzen können (= Aufbruch von Klischees), die noch dazu eine Asiatin oder schwarz (ha-ha!) hätte sein dürfen.

“Puh, ganz schön schwer, diese Tüten! Aber einen GANZEN Euro für einen geliehenen Einkaufswagen ausgeben? Ich bin doch nicht bekloppt!!“ – Butter, Brot, Milch, jedoch kein Mundwasser: Klapos Leben bekommt eine unerwartete Wendung, als… rein gar nichts passiert. Dies ändert sich jedoch abrupt, als dieser Zustand… auch auf dem Parkplatz anhält…

Über die völlig lächerliche Musik während der Autofahrt (ABBA) brauchen wir gar nicht zu reden, ganz zu schweigen davon, dass es akustisch unmöglich zu verstehen ist, was Klapowski eigentlich im Schlaf murmelt…

Fazit: Scheiß Folge. Mehrmals will man abschalten und über die fehlenden Zugeständnisse an den üblichen dramaturgischen Standard den Kopf schütteln. Offene Fragen sammeln sich: Warum verspricht sich Klapo bei den 7 Sätzen dieser Episode gleich 2 mal und baut sogar einen grammatikalisch völlig falschen Satz ein? War er denn so müde? Und warum sieht man den Darsteller immer auf dem Klo, aber nie etwas essen? Was bei Star Trek und Konsorten ja in der umgekehrten Variante schon bemängelt wurde, macht auch in dieser völligen 180-Grad-Drehung wenig Sinn…


Vorläufiges Serienfazit:

Trotz aller Mängel: Irgendwas bringt mich dazu, die Serie Tag für Tag zu verfolgen. Das liegt vielleicht auch daran, dass eine plötzliche „Absetzung“ von vornherein ausgeschlossen wird: „Wir bemühen uns wirklich, die Serie noch mindestens 60 Jahre laufen zu lassen, wenn irgendwie möglich. Dies entspricht auch im hohen Maße dem Wunsch unseres Hauptdarstellers… Ich zitiere ihn einfach mal: `Ich wiiiill nicht sterbääään!` “

Die frischen Elemente nutzen sich recht schnell ab, doch immer dann, wenn man glaubt, es können nicht mehr öder kommen, passiert etwas völlig unvorhergesehenes. Man sollte der „Klapos Welt“ daher einfach noch ein bisschen Entwicklungszeit gönnen, um zu sich zu finden. Oder wir zu ihr.

Also ICH bleibe jedenfalls vorläufig dran!

SPARKIS MICKRIGER MEINUNGSKASTEN
Das Leben der Anderen
Als mir Kollege Klapowski kürzlich sein eigenes Leben als echten Unterhaltungs-Geheimtipp empfohlen hatte, war mir dies natürlich etwas suspekt. Weswegen ich das Einlegen der VHS-Kassette auch erst einmal ein paar Tage vor mir herschob.

Und während es natürlich viele interessante Szenen gibt (unvergesslich sowie bizarr zum Beispiel der auf die Minute pünktliche Stuhlgang jeden Montag, Donnerstag und Samstag), mangelt es an anderen Stellen seines Daseins leider des öfteren an für den Zuschauer interessanten Ereignissen. Beim ersten Mal kann man zwar den täglichen Merkwürdigkeiten wie das Ausrichten alter Tageszeitungen im 90 Grad-Winkel einen gewissen künstlerischen Aspekt abgewinnen, aber spätestens ab der 85sten Staffel wird sich beim stündlichen Hintern-Abwischen durch den Zivildienst-Roboter höchstens noch eine gewisse Übelkeit im Betrachter regen.

Fazit: Durch die enorme Überlänge ist es schwierig, dem kompletten Leben des Daniel Klapowski aufmerksam folgen zu können, weswegen man zwecks Kapitel-Sprung auch schnell zur Fernbedienung greift. Aber viele ausgewählte Ereignisse (z.B. das Kennenlernen von MIR!) machen dies fast wieder wett, weswegen ich für sein Leben auch letztendlich eine glatte 2 vergeben kann. Vorzuziehen ist aber auf jeden Fall der kürzlich erschienene Directors Cut der Staffelbox, wo Klapowski in der letzten Folge und in einem finalen Blick in die Zukunft schon mit 40 Jahren von einem heruntergekommenen Brannon Braga erschlagen wird. Der DC enthält unter dem Menüpunkt `Ich über mir!` übrigens auch einen Audiokommentar des Hauptdarstellers, welcher aus seinem endlosen Gemecker zusammengeschnitten wurde.

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Artikel

von Klapowski am 24.09.07 in All-Gemeines

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Kommentare (24)

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  1. Kaba sagt:

    Mein erster (ERstEr!!) Gedanke nach dem Lesen dieses Artikels:

    Oh, selige Unwissenheit!
    Dahin, dahin!
    Nie wieder werd ich der Jugend Leichtigkeit verspüren!

    Die bittersüße Wahrheit ist:
    Jeder Tropfen aus dem großen Klapowskeschen Ozean der Weisheiten bleibt genußvoll und unwiderstehlich für mich, aber wie beim austrinken echter Ozeane:
    Manchmal wäre weniger wirklich mehr gewesen.

  2. Gast sagt:

    Als ich das Video sah bekam ich irgendwie "Angst"….

    Was tun wenn der seltsame Typ durch einen seltsamen Zufall plötzlich vor der Haustür steht? Reicht ein Schlag mit dem klapobaren Regenschirm aus? Und wohin mit der Leiche?!? Danke, jetzt ist mein ganzer Feierabend versaut….

    Gruß
    Skadi

  3. Gast sagt:

    Ich denke was die beiden Herren da oben versuchten zu artikulieren ist: "Manche Dinge wollen wir einfach nicht wissen. AUFHOEREN!!"

    Trotzdem irgendwie ist man gezwungen weiterzuelesen. Ist wie ein Autounfall. Wirklich schrecklich aber man kann nicht wegsehen.

  4. crysis sagt:

    Och, ich fands eigentlich ganz lustig. Allerdings ist der Grundton ("Laangweilig! Aber hey, wenigstens echt…") dann doch ein bißchen einseitig für so einen langen Artikel.

    Wie gerne hätte ich es gesehen wenn Klapo in x04 doch plötzlich etwas halbwegs spannendes passiert als er fast von einem Auto überfahren wird, weil er bei Rot gelaufen ist. ("Die Tüten waren so schwer…") oder er sich in 1×09 zu einer von vornherein zum Scheitern verurteilten Mission in die nächste Discothek aufmacht, aber immerhin den Mut dazu hat. Solche Vielseitigkeiten machen die Serie doch erst schlüssig . Ohne Weiß sieht man das ganze schöne Schwarz doch gar nicht…

    Und erst 1×11! Da ist Sparkis Stimme am Telefon zu hören! Wenn das nix is!

  5. Klapowski sagt:

    Interessanter ist es doch(?), sich zu fragen, was denn wäre, wenn das eigene, stinknormale Leben eine Serie wäre?

    Würden nicht mindestens 50% der Figuren beim Zuschauer als zu "klischeehaft" und "unglaubwürdig" durchgehen?

    Wären nicht 90% der angefangenen oder angedeuteten Handlungsstränge zum Scheitern verurteilt? 80% aller Dialoge überflüssig und nicht zielführend? 70% aller Figuren unsympathisch?

    Würden dann jeden Tag wirklich 3 oder 4 spannende Situationen entstehen, nach denen man sofort eine Werbepause oder einen Vorspann einfügen könnte? Würde auch nur die Hälfte aller Intrigen aufgedeckt werden (siehe die berühmte "liegengelassene Notiz" in Daily Soaps)? Wären die Liebesszenen nicht völlig schmalzig und grauenhaft "gefilmt"?

    Wären Haupt- und Nebendarsteller klar voneinander getrennt? Werden nach einer "Staffel" (Stichwort: Sylvester) mal gerade 2 Figuren ausgetauscht oder umbesetzt, weil man sich für Season 2 etwas Neues trauen wollte? Würden ständig 5 Statisten herumstehen, die auch bei einem Erdbeben keinen Ton sagen würden? Wären Rückblicke mehr als eine 3-sekündige, schwammige Milchsuppe mit Nuschelstimmen? Gäbe es erkennbare Jubiläumsfolgen wie z.B. die selbstironische 200. Episode von Stargate?

    Würden die realen Charaktere nicht bereits nach 10 Folgen durchdrehen, weil jede Woche irgendwas Komisches passiert? Und müssten nicht nach nach 2 Staffeln alle Figuren traumatisiert sein durch Tod, Gefahr, Betrug, Krankheit, Kriminalität, Gewalt und dergleichen?

    Dieses versuchten wir auszudrücken, ihr Kunstbanausen. – Und nebenbei auch die Tatsache, dass man nach so vielen Rezensionen, wie ich sie zuletzt geschrieben habe, sich WIRKLICH manchmal bei seinem neuen Nachbarn fragt: "Ist der Typ nur ein lustiger Sidekick für den Humorfaktor oder wird er doch zum Staffelbösewicht ausgebaut?"

  6. Don sagt:

    Würde eine Person, die man seit Jahren kennt, plötzlich einen "bösen Zwilling" haben? Oder würde ein guter Freund (natürlich kurz vor einem Unfall) sagen; Du, mein Name ist nicht…. ? Würde mein Erzfeind mein Vater sein? *weitere beispiele nenn*

    Sehr schön!

    Ein grosser Klap'scher Fan aus der Schweiz

    (Ja, wir wissen auch was Satire ist. Zumindest 4-5 von uns. Circa…)

  7. Gast sagt:

    Ich freu mich schon auf die spannende Doppelfolge "Klapowski macht seine Steuererklärung"…

    Und hoffentlich gibts auch Nacktszenen in der Serie, wenn schon Realität, dann schon richtig, mit allen abstoßenden Details!! ;-)

  8. Cronos sagt:

    Genial, toll, super … MOMENT mal …

    Wie bitte?
    Noch 60 Jahre?
    Das ist doch Wahnsinn!

    *Wäähhhhhhhhhhh*

    … na ja, immerhin bin ich jung genug um das Ende zu erleben.

    ;)

  9. Gast sagt:

    Ich dachte immer Klapowski sieht aus wie auf dem Bild oben in der Seite…

  10. Gast sagt:

    Bevor ich mir jetzt bei Amazon die Staffelbox bestelle, würde ich aber gerne wissen, ob die Wertungen nach dem Star-Trek-Bewertungssystem gemacht wurden, oder nach dem Firefly, also hier eher ein niedriger Maßstab zu Grunde liegt oder ein hoher. Und wann gibt es die Darsteller im McDonalds-HappyMeal? Und ist das BielefeldConventionCenter in den nächsten Wochen noch zu haben bzw. steht die Finanzierung?

  11. Sparkiller sagt:

    "Ich dachte immer Klapowski sieht aus wie auf dem Bild oben in der Seite…"

    Tut er doch!

    Rechts-Oben: Ein junger, dynamischer Klapowski aus dem Jahre 1977.
    Links-Oben: Die selbe Person dreißig Jahre und sieben Staffeln Voyager später.

  12. Gast sagt:

    Moooomeeent! Angenommen, der Klapowski rechts oben ist etwa 20, dann ist der links oben aber schon 50, und wenn die Serie noch 60 Jahre weitergehen soll (mehr Staffeln als sämtliche Science-Fiction-Serien zusammen), dann will ich aber hoffen, dass das Mädchen, das ihn baden darf, knorke aussieht.

  13. Gast sagt:

    Ähm… ich glaube, es gibt Szenen, die auch durch eine noch so gut gebaute Nebendarstellerin nicht anschaubar werden…

  14. Dr.Best (der mit dem Schwingkopf) sagt:

    Wie sagte doch Alfred Hitchcock: "Filme sind wie das echte Leben, nur dass alle langweiligen Stellen rausgeschnitten werden." Schöner kann man's wohl nicht austragen.

    Gruß Dr.Best

  15. bergh sagt:

    tach auch !

    Ich bin geneigt dem Herren mit dem Schwingkopf zuzustimmen.
    Ansonsten möchte ich erst einmal mit der(n) Rezension(en)
    ähhhhh über den Sinn derselben
    schlafen, bevor ich mich dazu äussere.

    Die Idee ist Klassen, ob die Umsetzung den Ansprüchen an sie gerecht wird,
    weiß ich noch nicht.

    Vielliecht sollte ich das Ganze mal ganz lesen ?

    Gruss BergH

  16. Dr.Best (der mit dem Schwingkopf) sagt:

    @BergH

    Danke für die (vorläufige) Zustimmung!

    Das mit dem "ganz durchlesen" ist übrigens ein heißer Geheimtip für alle Lebenslagen. Ähnlich universell wie "lies dir dein Geschreibsel noch mal durch bevor du es postest". Denn jetzt, 18 Stunden später hab ich keine Ahnung mehr, was ich den eigentlich "austragen" wollte. "Ausdrücken" wäre wohl sinnvoller gewesen. Aber Mutti hat mich ja schon immer gewarnt, nicht zu spät ins Bett zu gehen.

    Gruß Dr.Best

  17. ted_simple sagt:

    Die Verwechslung von "austragen" und "ausdrücken" kann allerdings fatal enden…:

    Pickel kann man ausdrücken, aber ungeborene Menschen sollte man besser austragen.

    Aber sooo wichtig ist es auch nicht, wenn deine Mutti dir das nicht beigebracht hat, solange sie es nur ihren Töchtern erklärt :-)

  18. Gast sagt:

    Mördergeile Serie, ich hab gerade gestern die Folge "Klapo hat Durchfall" angesehen, scheisse war die geil :D

    Ich hab gehört, dass in Staffel zwei rauskommen soll, dass er bald nicht mehr von links nach rechts ins Bild läuft, sondern mal ganz neu von rechts nach links. Natürlich sind sich die Macher der Serie dieser grossen Änderung bewusst, aber man möchte wirklich mal was neues ausprobieren.

    Übrigens würde ich warten, bis die Sonder-special-super-Edition auf den Markt kommt, die ist nicht nur billiger, sondern enthält auch neben den vielen rausgeschnittenen Szenen auch allerlei Interviews, darunter sogar eins mit der Stubenfliege. Unfassar, was die für Geheimnisse von Klapo preisgibt.

    Gezeichnet: Irgendjemand

  19. bergh sagt:

    tach auch !

    Also die Super- Dupper Länger Höher Weiter Edition von
    Klapo sein Leben und der Rest ist ja ganz schön, aber nach Folge 5 Klapo fährt zur Arbeit läßt die Serie irgendwie nach.

    Zu Oben :
    Sccnen Rezension , auch wenn mich das Thema an sich , jetzt nicht so interessiert.

    Einige der Anspielungen habe ich aber beim 2ten Lesen, dann doch verstanden und mußte (immerhin) 2 Mal schmunzeln.

    Nihct schlecht, oder ?

    Was der Serie natürlich völlig abgeht ist das fehlen von Sparkiller.
    Also Klapowskis Leben ohne das von Sparki ?
    Das geht ja gar nicht.
    Da fragt man sich, ob die beiden sich im RL kennen, oder ob das eine dieser ominösen Internet-Buddyships sind.

    Gruss BergH

  20. bergh sagt:

    tach auch !
    In Ermanglung eines Forums:
    Schlaft Ihr alle?
    Oder gibt es einfach nichts zu sagen ?

    Gruss BergH

  21. crysis sagt:

    Mhhnmmm…! Mhhhnm…!

    (Ich würd ja antworten, aber Klapowski hat mich im Keller gefesselt.)

  22. bergh sagt:

    tach auch !

    [Taschenmesser zück.
    Crysis losschneid.]

  23. nakedtruth sagt:

    Wo wir gerade alle Ks Keller sind können wir ihm ja das Bier wegtrinken.

    Prost

  24. nakedtruth sagt:

    Ey, so sinnlos war Berghs prost ja nun auch wieder nicht.

    Oder wie der Philosoph Johann Flöck einst sagte :

    Alkohol löst keine Probleme

    Milch aber auch nicht.

    Doppel Prost.

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