Film- und Serienkritiken

Der Latinum-Standard des Star Trek Universums

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New Voyages #03 – World Enough And Time – Review

„New Voyages“ scheint es mit seinen ernsten Geschichten wirklich… ernst zu meinen: Seit Jahren bringen die Macher dieser Fanproduktion nun schon ihre Filmchen heraus, die – im Gegensatz zu anderen Machwerken – nicht als Parodie gelten sollen. Die erstaunliche Produktionsqualität in allen für Trekkies wichtigen Bereichen (= es hat mit Star Trek zu tun) steigerte sich bislang von Folge zu Folge und hat der Serie eine beachtliche Aufmerksamkeit eingebracht. Und leider auch nervige Anfragen von arbeitslosen Original-Schauspielern, die seitdem in „Hauptsache, altern“-Storys untergebracht werden müssen…

Nach Walter Koenig war also nun auch George Takei an der Reihe, von dem man zuletzt nur noch hörte, wenn er gerade (oder halt vor 50 Jahren) schwul geworden war.

Der kostenlose Download der neuesten Folge war eigentlich für dieses Wochenende über einen Anbieter namens „Magic Time“ geplant, was allerdings mächtig in die Hose ging. Im Moment gibt es dort außer einer Überlastungsmeldung („Konnten wir doch nicht wissen, dass das Millionen von Leuten runterladen wollen. Zumindest nicht SCHON WIEDER.“) auch nicht viel zu sehen. Ein wenig verwundert es auch, dass die Folge diesmal nicht auch in mehreren Teilen und auf diversen Mirrors angeboten wird, was in der Vergangenheit organisatorisch kein Problem zu sein schien. Auch will man uns diesmal allen Ernstes nur mit einem „Streaming Video“ abspeisen, was für einen echten Jäger und Sammler natürlich indiskutabel ist.

Ein wenig kommt da bei mir doch die Vermutung auf, dass man hier mittelfristig doch etwas mehr plant, als eine kostenlose Fanproduktion zu bleiben. Wie auch immer man sich da mit der Paramount-GEZ geeinigt haben könnte. Glücklicherweise konnten Sparki und ich anderweitig an eine hochauflösende Version des Materials kommen, so dass wir an dieser Stelle bereits ein brandaktuelles Review präsentieren können. – Mann, was sind wir klasse!


Inhalt:

Drei romulanische Schiffe zeigen gleich zu Beginn, was sie drauf haben: Nämlich eine neue Waffe an Bord. Mit dieser kann unser normaler Raum in Hackepeter verwandelt werden und alles auflösen, was beim Durchzählen der 3 Standarddimensionen nicht auf den Bäumen ist. Nach der Zerstörung der drei(!) Schiffe wird nur leider auch die Enterprise in dem Feld(versuch) eingeschlossen.

Um einen intellektuellen Denkanstoß für die Befreiung zu erhalten, werden Sulu und eine Kollegin per Shuttle zum Trümmerfeld herübergeschickt, wo das Waffensystem in Augenschein genommen werden soll. Nur leider geht beim Zurückbeamen etwas schief und Sulu ist nun ein alter Mann und Tarzans Cousin. Im Gepäck hat er eine Tochter, die er sich auf einem mal eben herbeigezauberten Planeten in einer anderen Dimension zusammengeschustert hat. Die beteiligte Mithandwerkerin ist jedoch bereits den Weg alles Überirdischen gegangen und nach ein paar Jahren auf dem Planeten aus den Latschen gekippt.

“Ehrlich! Der Spruch mit dem ‚einen Neander-Taler für Deine Gedanken’ war nur ein Versehen! Ich wollte Dich damit wirklich nicht auf die PALME bringen, echt! Lass das doch mal sein mit dem blöden Brotmesser. Du weißt doch: Wie man den Urwald hineinruft, so schallt es hinaus… “ – Dschungel statt Duschgel: Nein, Sulu ist während seiner Abwesenheit NICHT verrückt geworden. Er fragt mit diese Geste nur nach, ob es in der Zwischenzeit größere Änderungen auf dem Kapitalmarkt gegeben hat.

Doch Sulus Tochter kann in unserer Dimension ohne technische Hilfe nicht überleben und scheint zu allem Quanten-Überfluss auch noch physisch an das Feld gekoppelt zu sein, das man zu verlassen plant. Das heißt: Kriegt es das Schiff gebacken, ist es aus mit Backfisch…


Computereffekte:

Hand aufs Herz der anwesenden Trekkie-Frauen: Die Effekte sehen hier auch nicht viel künstlicher (oder natürlicher) aus als bei der letzten ST-Serie. Jeder Partikel sitzt genau da, wo er hingehört und lacht dem aktuellen Standard ins Gesicht! Waren manche Einstellungen der Vorgängerfolge noch digitaler Haferschleim mit der Textur einer alten Milchkanne (speziell die Enterprise beim Schlusskampf) gibt es hier wohl nur etwas zu meckern, wenn man Fanfilme neuerdings für die multimediale Herrenrasse halten will. Eine Einstellung, die aber wohl doch irgendwann durchbrechen könnte, wenn man weiterhin so professionell nach dem Leitspruch „Unter Photoshop braucht Raum!“ verfährt. Bei Sparkiller war es ja schließlich auch schon der Fall, da er weiter unten völlig überzogen über die „Inkompatibilität von Kulissen-Dachpappe zu Kombjuda-Effekten“ referiert.

Besonders zu erwähnen wäre für mich der Flug durchs Trümmerfeld und der dimensionale Wackelpeter um Sulus Tochter (wobei ich selber noch nicht genug Phasenverschiebungen gesehen habe, um den Realitätsgrad exakt einzuschätzen). Auch die vermeintlichen Kleinigkeiten, wie der Zoom durchs Bullauge hinaus in den Weltraum, wirken diesmal so stimmig, dass ich zum ersten Mal zeitweise vergessen habe, dass es sich hier nicht um offizielles Trek handelt. Was besonders leicht fällt, da offizielles Trek seit einiger Zeit wesentlich liebloser behandelt wird…

“Nein, das hier ist kein Schaufenster eines Eisenwarengeschäftes. Kann man mit Euch Frauen denn nicht EINMAL auf eine Selbstmordmission gehen, ohne dass ihr shoppen gehen wollt?“ – „Hast Recht. Ich habe heute sowieso nicht die passenden Einkaufs-Schuhe an.“ – Mehrere Mauerblümchen werden vermisst: Das romulanische Schiff hat auch schon bessere Tage erblickt. Und das sogar teilweise ganz altmodisch, durch FENSTER hindurch.


Schauspieler:

Neo-Kirk, Semi-Spock und Quasi-Pille haben sich erstaunlich gut in ihre Rollen eingefunden, auch wenn Pseudo-Spock auch weiterhin in seiner Doppelrolle als Schmink-Schwulette glänzt. Wirkte der Captain-Darsteller jedoch vorher noch manchmal wie ein toupiertes Testosteronfrettchen, so gefallen mir alle jungen Jungdarsteller diesmal ausgesprochen gut. Sogar die männlichen. Dass Sulus Tochter manchmal nicht so wirkt, als hätte sie allein mit ihrem Vater auf einem verlassenen Planeten gelebt, kann man der ansonsten überzeugenden Darstellerin wirklich nicht ankreiden. Da wäre das Drehbuch in der Pflicht gewesen, das Dschungelkind vom ollen Weltraum-Mongolen nicht wie eine weise Psychoanalytikern auftreten zu lassen, die ihre Doktorarbeit zum Thema „Discoflirts“ geschrieben hat. Für jemanden, der nur Papi ab und zu nackt unter der Wasserfall-Dusche gesehen hat, wirkt das Mädel dann doch etwas zu keck im Umgang mit Kirk.

Woher soll jemand, der sein erstes Schamhaar nachts unterm Palmwedel gekrault hat, denn bitte so etwas wie einen „Schlafzimmerblick“ kennen? Ich hoffe, Sulu hat sich nicht zur strafrechtlich relevanten Handlungen hinreißen lassen, nur weil seine asiatische DNA ausschließlich für ihren Knochenbau verwendet worden ist? Aber vielleicht hat seine verstorbene Frau ja doch keine hautschonende Genitalcreme auf dem verlassenen Planeten gefunden, sondern sich nur eine prähistorische Samenprobe einverleibt.

“Spock, werde ich dieses Feld denn je wieder verlassen können?” – „Wenn ich gewusst hätte, dass Du nur blöde Fragen stellst, hätte ich Dir kein Twister-Spielbrett unter dem Kraftfeld durchgeschoben!“ – Sulus Tochter spürt plötzlich so eine Mole-Kühle aufsteigen: Vielleicht wäre die dumme Nuss gar nicht erst in diesen entnervenden Zustand gekommen, wenn sie beim Beamen – wie empfohlen – nicht mit dem Handy telefoniert hätte…

Sulu jedenfalls kam bei weitem überzeugender rüber als der alternde Chekov. Das liegt aber vielleicht auch daran, dass der Grund für die Anwesenheit eines Originalschauspielers diesmal viel komplexer ist und sogar leicht über die Tatsache „Der muss halt irgendwie altern, okay?“ hinausgeht. Da möchte man Walter Koenig fürs übermotivierte Rumjammern beim beidhändigen Plastiktellerweitwurf im Nachhinein glatt noch mal die Falten lang ziehen.

Okay: Die üblichen Zwei-Satz-Nebendarsteller und die Statisten mit den um 360 Grad schwenkbaren Kniegelenken (wenn der Schiffskorridor mal wieder durchgerüttelt wird) wirken ab und zu optisch noch etwas deplaziert. Fast so, als hätte Tante Erna für ihre große Rolle „im Internääät-Film“ von ihrem „lieben Jungen“ noch mal das gute Make-Up aus der Zeit der Originalserie vom Dachboden geholt. Aber diese Momente sind so rar, dass sie nicht mehr wirklich ins Gewicht fallen. Apropos Gewicht: Der spackelige Scotty-Darsteller passt inzwischen überhaupt nicht mehr in die professionelle Richtung, die die Serie eingeschlagen hat. Irgendwie erinnerte mich der Hansel sehr an einen bayrisch sprechenden (ich weiß, das sollte schottisch sein) Theaterstadl-Schauspieler mit dreiviertelseitiger Gesichtlähmung. Sollte New Voyages je synchronisiert werden, könnte ich mir den Mann gut als dorfseppelnden Förster vorstellen, der nicht wirklich mitbekommt, was um ihn herum geschieht: „Do sin’ Loebenszoichen auf deam Ploaneden daherrunten. Koennte volleicht oan Reh sein!“

Besonders missglückt sind ihm die traurigen Gesichtsausdrücke, von denen diese Folge ja doch einige mit Nachdruck einforderte. Man hatte nicht das Gefühl, dass Scotty sich mit seinem speziellen Transporterwissen in der Verantwortung sah, das Leben einer jungen Frau zu bewahren. „Na gut, dann drücke ich halt den Scheiß Knopf, um ein Scheiß Leben zu retten. Aber vor dem nächsten Mal erwarte ich, dass erst einer meine superekligen Popel von der Oberseite wegputzt.“


Musik:

Sehr schön! Waren die „Melodien für Klingonen“ beim Vorgänger noch etwas phlegmatisch im Sinne von „Ich blas’ Dir einen, aber nur weil ich dafür (nicht) bezahlt werde“, so wirkt das diesmal wie aus einem Tränenguss! Gerade die „Touching Moments“ wirken durch die klass(isch)e Untermalung noch viel trauriger. Und im Gegensatz zum akustischen Standlicht bei der Serie ENTERPRISE ist das hier sogar eine gewollte Traurigkeit. Da könnte sich so manch offizielle Folge noch einen Kelle Klangbrei rausheben, statt die Suppe auszulöffeln, welche die Routine ihr eingebrockt hat.

„Vielleicht kann ein magischer Kuss einen Dimensionswechsel einleiten, Kleines?“ – „Nö. Mit diesem billigen Trick hat es mein Vater auch bei meiner Mutter versucht. Aber sie war natürlich nicht doof genug, um deshalb jemals mit ihm zu schlaf… He, Moment maaaal!“ – Das arme Mädel hat sich nun lange genug die Beine in den Bauch gestanden. Jetzt will Kirk ihr auch mal seine „Bein“ in den Bauch stehen, jawollja! Da bekommt der Ausdruck „One-Night-Stand“ doch gleich noch eine ganz andere Bedeutung…


Kulisse/Beleuchtung/Kameraführung:

Schon immer eher die Schwachpunkte der „New Voyages“-Reihe. Aus irgendeinem Grund mussten die Deckenlichter hier früher stets Farben verbreiten, die in Etablissments jenseits des Erotikgewerbes eher wenig zu suchen hatten. Doch diesmal wirkt das ganze viel mehr wie aus einem heterosexuellen Guss! So wie ich im Moment muss sich Edinson wohl auch bei der Erfindung der EINfarbigen Glühbirne gefühlt haben…

Auch für die vermuteten Löcher im Boden, die den Handkameraführer oftmals herumtorkeln ließen, scheint man eine Lösung gefunden zu haben: Gut, dass man die alten Korken seiner damals geleerten Rotweinflaschen aufbewahrt hat! Die Kamera kriecht auch nicht mehr so unvorteilhaft in die Gesichter rein, was der Maskenbildnerin früher wohl eine pädagogische Motivation geben sollte, die Darsteller vielleicht mal 80 Jahre jünger zu schminken. Da könnte der nächste Fanfilm („Of Gods and Men“) glatt was lernen, wenn er nicht schon fertig gedreht wäre.

Zum ersten Mal wirkt NV vom produktionstechnischen Standpunkt her tatsächlich wie eine Serie, für die ich fast marktübliche DVD-Preise bezahlen würde. Und wenn ich an das aktuelle Beispiel der neuen Babylon-5-Kur(z)geschichten denke, wo sogar ein popeliges Treppengeländer aus dem Computer geschüttelt wurde, sieht dieser Fanfilm schon eher nach Spielgeld auf dem GUTEN Toilettenpapier aus.

Und, wenn ich das nebenbei erwähnen darf: Die Bildqualität hat diesmal eine Schärfe, die sich durchaus für eine DVD-Veröffentlichung empfiehlt.

Hier wird nicht nur der Fan scharfgemacht: Die Bilder aus dem PC sind wieder recht gut gelungen. Hier gibt es eigentlich nix zu meckern, was Kollege Sparkiller aber wohl als Hauptkritikpunkt ansehen würde: „Ich will Modellbauschiffe an der Kordel! Aber nicht den Faden später digital wegmachen, denn das sieht gleich wieder so nach Compuuuuuuter aus!“


Bewertung:

Okay, mit über einer Stunde Charakterdrama will man ab und zu natürlich schon rufen: „Klappe zu, es ziiiieht (sich)!“ – Aber im Grunde ist es diesmal nicht so, dass man minutenlang versucht, sich der Faszination des Malzeichens – rechts oben vom Mediaplayer – zu widersetzen. Ich glaube sogar, dass dies die erste New Voyages Folge ist, die ich ohne Unterbrechung oder Nahrungsergänzungs-Kartoffelchip im Hals gesehen habe.

Von Klischees nahm man erfreulicherweise Abstand. Nach dem, was ich vom Trailer noch im Kopf hatte, hatte ich fest damit gerechnet, dass Kirk Sulus Tochter gleich am ersten Abend zeigt, dass ein albernes Kraftfeld rein nichts gegen zupackende Männerhände ist. Und ab dem Zeitpunkt, bei dem Sulu sich die Messersammlung in’s Gewand schob, glaubte ich ganz sicher, dass er Kirk schon bald mit der Machete um den Warpkern jagen würde. Die Eifersucht von Sulu, die ich wohl auch empfinden würde, wenn jemand wie Kirk im selben Raum wie meine Unterwäschekataloge verweilt, ist jedoch nur ein Nebenthema. Die Rettung von Schiff & Töchterchen bleibt im Vordergrund. – Wenn auch zu dem weibischen Preis, dass zwischendurch Kirks innere Leere zur Sprache kommt, wegen der er die anatomische von diversen Weltraumweibchen auszufüllen pflegt.

Dass die Dame die meiste Zeit einfach nur aufrecht in der Strahlemann-Mausefalle steht, wirkt mit der Zeit natürlich schon unfreiwillig komisch. Aber diese Art von guter Laune sind wir ja auch vom normalen Star Trek gewöhnt… Gerne hätte ich gegen Ende gesehen, wie die Dame einen funkelnden Kuhfladen in die Ecke setzt („Da es hier ja nix zu essen gibt, ist es das letzte Mal, versprochen!“), oder einfach nur einen transdimensionalen Stuhl zum Ausruhen ihres potenziellen Kirk-Andock-Fahrwerks verlangt.

„Waaah! All die winzigen Hautschuppen meiner Hände. In all den Jahren fielen sie achtlos zu Boden! Wuhaaa!“ – “So, sein Geist ist jetzt geschmolzen, Captain. Aber warum sollte ich so etwas Albernes überhaupt tun?“ – „VERschmelzen, nicht schmelzen, sie grünohriger Versager mit ohne Ohren!“ – Ein bisschen Schwund ist immer: Dabei wollte Spock ihm mit seinen ausgestreckten Fingern eigentlich nur die Fettklumpen aus den Haaren kämmen.

Für eine TOS-Folge ist das Technobabble vielleicht auch ein bisschen grenzwertig, denn früher kam man selten auf die urige Idee, eine Anomalie mit Hilfe einer Exceltabelle zu erklären. In der echten Serie hätte man daher wohl nicht über fehlende Trikorderdaten rumgejammert, sondern beim Spiel mit dem Physik-Baukasten entdeckt, dass „ein Strahl aus gebündelter Elek… Eletri… Elektrizität“ das Schiff befreien kann. Aber all das sind nur Kleinigkeiten und würden bei einem weniger selbstbewussten Fanfilm gar nicht genannt werden. Wie sehr sich New Voyages inzwischen vom Schulauführungscharakter der ersten Folge distanziert, sieht man schon daran, dass diese gar nicht mehr zum Download angeboten wird und stattdessen „In Harm’s Way“ als erste Episode zu finden ist.


Fazit: Das von Sparkiller gleich angekreidete „Gelaber“ störte mich hier nicht sonderlich, da die Kombinationsmöglichkeiten größer waren als beim jüngsten Babylon 5-Spross, der in diesen Tagen auf die deutschen Gebetsmühlenfans losgelassen wurde: Wir haben hier Kirk/Spock, Kirk/Trulla, Sulu/Trulla und nebenbei Scotty im „Wer guckt zuerst weg?“-Kampf mit seinem Schauspiellehrer.

Und bei einer durchschnittlichen TNG-Folge gab es anteilmäßig auch nicht weniger Laberminuten als hier. Wobei es in dieser Folge immerhin eine Zeitreise gibt, eine komische Blasenkrankheit, ein Funkelmariechen im Kraftfeld-Laufstall, tote Frauen und Japaner mit Haaren. Ein wenig fehlt mir zwar auch die kultig-doofe Weltraumaction der vorletzten Folge „Harmdrang – oder: Aus dem Weg, ich muss mal schießen!“, aber man kann ja nicht alles haben. Dafür gibt es in der nächsten Episode immerhin den homosexuellen Neffen von Kirk. Eventuell gibt es ja da wieder mehr „Action“…?

SPARKIS MICKRIGER MEINUNGSKASTEN
Nicht nur mit Subraum-Falten
Mensch, war ich damals froh, endlich den erhöhten Laber-Faktor von „Babylon 5 – Vergessene Legenden“ hinter mir zu haben. Und was ist jetzt? Kommen die Jungs von New Voyages doch tatsächlich schon wieder mit so etwas an. Nicht falsch verstehen, gerade im Vergleich zum Budget-Zusammenkratzer von JMS hat „World Enough and Time“ (Welt genug und Zeit? Genug Welt und Zeit? Genug von der Welt und Zeit? Häää?) eine ganze Menge schöner Eigenschaften.

Die Story um eine romulanische Geheimwaffe und Sulus damit zusammenhängende Dimensions-Sightseeing-Tour fand ich theoretisch nicht verkehrt, hapert die Umsetzung nur irgendwie an den weiter unten genannten Punkten.

Das dimensionale Facelifting ist jedenfalls eine nette Idee, um mit George Takei den echten Darsteller von Sulu an Bord zu bringen. Was halt nur dadurch einen faden Beigeschmack hat, daß man dasselbe erst eine Folge zuvor mit Chekov gemacht hat. Da hätte ich ja empfohlen, erst einmal eine Normalo-Episode dazwischen zu schieben. Schauspielerisch fand ich Takei als langhaarigen Rock-Opa aber schon einmal besser als seinen „Bin aaaaalt! Habt mich liiiieb!“-Kollegen.

Aber wie schon beim neuesten B5-Bühnenstück sind die Schauplätze von „World Enough“ erschreckend gering. Zwar haben wir eine nette Einleitung auf der USS Excelsior (bemannt mit einer erschreckend nach Trek-Stammtisch aussehenden Besatzung), aber danach gibt es irgendwie nur noch die Brücke und ein paar andere Räume der Enterprise, welche sich Dank Spanplatten-Bautechnik doch ein wenig zu sehr ähneln. Selbst für das Innere eines Romulanerschiffes veränderte man nur sehr wenig, wenn man von einer Handvoll faul herumliegender Spitzohr-Komparsen einmal absieht. Da hätte doch selbst der alte Trick noch geholfen, alle Wände mit deren Logo vollzupappen.

Ansonsten ist die Folge auch ähnlich schwafelig wie beim B5-Vergleichsopfer. Nichts gegen schöne Dialoge, aber wenn sich nur eine Handvoll Darsteller auch noch bei Überlänge (ging knapp eine Stunde, das Ding) und ohne Pause gegenseitig zusallern, schalte ich doch recht schnell auf Durchzug. Auch weil ich von einigen der Hobby-Schauspieler nicht wirklich überzeugt war. Tunten-Spock, Scotty und Uhura lege ich ja eher in die Schublade der üblichen Fanfilm-Darsteller, während mir aber gerade Chekov und McCoy töffte gefallen haben.

Sehr gut gefiel mir auch die Musik im Stile der frühen Kinofilme. Stimmungsvolles Rumgefiedel mit dezentem Humpa-Humpa. Von so etwas hätte sich ENT wirklich eine Oktave abschneiden können.

Angenehm zurückgedreht wurden zudem die Farben in den Aufnahmen, welche wir in den vorherigen Episoden ja noch als zu grell gerügt hatten. Die Folge hatte für mich zwar immer noch einen recht deutlichen Fanfilm-Look, aber dafür bräuchte man wohl auch weiterhin einfach eine bessere Kamera oder vielleicht nur einen Bildtechniker, der nicht farbenblind ist.

Vorweg, die SFX waren für eine Produktion mit ohne viel Geld wirklich nicht übel. Trotzdem bereitete mir die Mischung aus TOS-Design und den CGI-Effekten leichtes Kopfzerbrechen. Zu offensichtlich ist, gerade bei den Bluescreen-Aufnahmen wie z.B. im Hangardeck zu Beginn, einfach noch die Herkunft aus dem Computer. Was zum Beispiel beim TOS-Tuning der CBS sehr viel schöner gelöst wurde. Aber die hatten wohl auch mehr Kohlen.

Fazit: In Sachen Produktions-Qualität fand überall eine Verbesserung statt. Doch weil die Handlung ein ähnliches Kammerspiel wie schon die neue Babylon 5-DVD darstellt und auch ähnliche Schnarch-Momente in mir weckte, muß ich die Note doch ein wenig nach unten korrigieren. Mit dem Fanfilm-Bonus springt daher am Ende dafür eine 2 minus heraus. (Von einer 3+ wurde in Rücksichtnahme auf Klapos Blutdruck dann doch Abstand genommen.)

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Artikel

von Klapowski am 26.08.07 in Fan-Filme

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Kommentare (12)

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  1. Cronos sagt:

    Hmm … tja … Guter Text, gutes Review, aber schlechter Film. Fans sollten keine Filme drehen, wie man ja anhand von B+B sehen kann.

    :)

  2. DJ Doena sagt:

    btw: Takei hat wieder was zu tun: Wenn ihr es nicht schon über Sturzbach TV gemacht habt, guckt ab September einfach "Heroes" auf RTL2.

  3. Gast sagt:

    Ach genau! Daher kam er mir bei Heroes so bekannt vor!

  4. bergh sagt:

    tach auch !

    " sehr schöne und nachvollziehbare Rezensionen.
    WEAT muß ich noch zu Ende schauen, aber bis dato stimme ich beiden Rezensenten zu.

    Gruss BergH

  5. Gast sagt:

    Ich habe WEAT auch vollständig gesehen und bin davon sehr begeistert, eine der besten Star Trek Folgen überhaupt.

    Dass WEAT nicht zum Download angeboten wird hat damit zu tun dass der New Voyages Team verpflichtet ist CBS/Paramount genauere Zuschauerzahlen zu liefern. Dies ist bei Downloads nicht so leicht nachweisbar, daher Streaming von nur einen Standort.

    Diese Daten werden verwendet um die Interesse an zukünftige Star Trel Serien und Filme zu messen. Sollte hier nachweisbare Werte zusammenkommen könnte es dazu führen dass weitere Star Trek Serien prodiziert werden. Wegen der niedrigen Einschaltquoten von Enterprise wird bei CBS angezweifelt ob es einen Markt für weitere Serien gibt. Der Erfolg von STNV hat aber das Interesse von CBS an Star Trek wieder erweckt.

    Deshalb ist es ungeheuer wichtig, dass Streamingkonzept von New Voyages zu unterstützen. Es steht mehr auf den Spiel als nur eine weitere Folge von STNV.

    Selbstverständlich werden auch in Zukunft STNV Folgen für die Fans kostenlos angeboten.

    Leider kam es bei der Streaming Server am Wochenende zu überlastungen. Trotz der fähigkeit, gleichzeitig 60000 Webstreams zu liefern, würde der Server so dermassen überlastet dass nachher nichts mehr ging. Es wird nun fieberhaft nach eine erhebliche großere Server gesucht, in wenigen Tagen soll WEAT wieder online angeboten werden. Bitte etwas Geduld haben und unbedingt an Offizielle Stelle anschauen!

    Gruß

    Peter
    http://www.trekcon.de

  6. Sparkiller sagt:

    Mittlerweile hat man auch den offiziellen Torrent-Download freigegeben:

    http://newvoyages.mine.nu:1701/index.html?sort=1

  7. bergh sagt:

    tach auch !

    Wenn Peter über Sparki allerdings recht hat,
    sollten wir ALLE auch einmal den Livestream durchnudeln lassen, oder ?

    Wie verlässlich ist diese Aussage ?

    Gruss BergH

  8. Sparkiller sagt:

    Die Downloads über den offiziellen Torrent werden ebenfalls gezählt. Das addiert man dann wohl später einfach zusammen.

  9. bergh sagt:

    tach auch !

    Na denn !
    Bittorrent anschmeiß.

    Gruss BergH

  10. Gast sagt:

    Voyager-center plant auch nen Film:
    http://fanfilm.stvc.de/

    Na wenn das mal was wird! ;-)

  11. Dr.Best (der mit dem Schwingkopf) sagt:

    Nun, wenn man sich deren "Konzeptzeichnungen" anschaut, sieht das doch sehr nach kreativem und planerischem Kindergarten aus. Und die charmanten Aufforderungen zum Spenden sind auch schon wieder da.
    Also ich denke, den "Film", sollte er denn gedreht werden, laß' ich aus.

    Gruß Dr.Best

  12. lurker sagt:

    Kann es eigentlich sein, daß die Seriendarsteller in Fanprodukutionen schauspielerisch selbst gegen die Amateurdarsteller abfallen? Oder kommt das nur mir so vor. Was König im Trailer von diesem Man of Honor-Ding abliefert ist ja grottig. Und Takei neigt hier auch etwas zum overacting. Ist das aufgrund Shatners großem, Schatten früher einfach nicht aufgefallen oder liegt das am Alter/Botox?

    Apropos schlecht schauspielern….
    Was ist eigentlich aus der Borgwars-Reihe geworden? Gibts die noch irgendwo zu "kaufen"?Bin leider(?) nie über den ersten Teil rausgekommen. Und bei dem habe ich herzhafter gelacht, als bei mancher witzig gemeinter Parodie. Zum Beispiel, wenn sich René vB durch die ruckelnd halböffnende "Durboliftdür" quetscht.

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