Film- und Serienkritiken

Der Latinum-Standard des Star Trek Universums

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Die 20 schlechtesten SF-Filme seit dem Jahr 2000 (Platz 15)

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Fast genau heute vor 21 Jahren sah ich „Star Trek Nemesis“ – als schlechte Raubkopie in einem überfüllten Arbeitszimmer in meiner neuen Wohnung. Weihnachten war damit gelaufen… Ich weiß noch, wie fassungslos ich danach zu meinen Eltern ging, um mit taubem Brummen im Kopp so profane Dinge wie Aldi-Parfüm unter’m Tannenbaum auszupacken. Immerhin hatte man gerade meine liebste SF-Serie (nein, nicht „Stargate“) vor meinen Augen mit aufgestochenen Augen im Klo runtergespült! – Zwar sollte eigentlich mal eine gnädigere Neubewertung des Filmes erfolgen, aber zuvor landet er erst mal auf dieser Liste. Selber Schuld, Nemesis.


Tja.

Damals begann der allgemeine Antagonisten-Fetischismus, bei dem IMMER ein knüppelhartes Krüppelgesicht im Zentrum stehen musste (bei Film 9+8 noch deutlich subtiler). Doch nur selten passte es weniger als HIER.

Oder anders gesagt: Man wollte einen epischen Überfeind erschaffen, benannte sogar den Film nach der Erz-Nemesis (nein, er heißt nicht „Khan“), präsentierte dann aber einen grimmigen Interaktions-Geizhals, der in ein überdimensionales Karnevalshütchen gegossen wurde.

Aber selbst, wenn wir kein Glitzer-Shaming betreiben wollen, ist die Existenz von Picards Klon etwas, was schwer zu schlucken ist. Selbst im direkten Vergleich mit anderen Gag(a)-Geschichten.

So ist z.B. „Gott“ in „Star Trek 5“ doch auch nur ein gott… gutartiger Dude auf der Suche nach einer Mitfahrgelegenheit? Und omnipotente Schwebeköppe am Arsch der Heide gab es bei Star Trek schließlich ständig.

Aber dass die fremdenfeind… -fremdenskeptischen Romulaner ausgerechnet einen künstlichen Menschen auf ihrem Thron dulden, ist so weit hergeholt – gerade nach den Serien! -, dass es sich wie ein Fußtritt in Richtung der Fans anfühlte.
Das wäre so, als würde plötzlich ein kleinwüchsiger Mexikaner das US-Parlament stürmen und übernehmen, weil er der Cousin von Donald Trump ist. Der natürlich seit 20 Jahren untergetaucht ist (bzw. WURDE), um gegen die zukünftige Präsidentschaft seines genetischen Generalmarschalls zu protestieren.

Wobei das Romulanische Militär und der berühmte Geheimdienstapparat nichts ausrichten können, weil: Zuvor unbekannte Aliens ihre ungewaschenen Griffel im Spiel haben.

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„So, jetzt habe ich dich gefangen, alter Mann! Jetzt wirst du dafür büßen, dass iiiich nicht duuuu bin. Gnaaarrr!“ – Konflikte für Leute, die gerne ihren Badezimmerspiegel verprügeln: Die allgemeine Spielfreude von Stewart war kleiner als bei einem 15-jährigen Kater, dem man aufmunternd Erdbrocken hinwirft.

Zugegeben, die unterdrückten Remaner waren als Konzept nicht verkehrt, aber so lieblos eingebaut, dass sie wie die seelenlosen Minenarbeiter rüberkamen, als die sie von den Romulanern behandelt wurden. Dass man sie auch als absurd hässlich und degeneriert hinstellte und ihnen sogar ein kleine Ansprache verweigerte („Brüder und Schwester, nun sind wir freeei von den Arbeiten in einer klimafeindlichen Industrie!“), verzeihe ich dem Film bis heute nicht.

Aber immerhin: Die Remaner konnten Telepathiewellen erzeugen, mit deren Hilfe Shinzon mental Troi vergewaltigen konnte. Ein toller Partykracher, bei dem man in bestimmten Kreisen (= verrückte Onkels über 60?) immerhin Anerkennung erheischt.

Generell wirkt der Film, als hätten Rick Berman und die anderen Pappnasen über Nacht vergessen, was Star Trek ausmacht. Als wären nach all den erfolgreichen Jahren – auch wenn der Höhepunkt bereits ein halbes Jahrzehnt her war – alle bei Paramount verblödet und von den Möglichkeiten des CGI besoffen geworden (= „Hässliche Schiffe mit zu vielen Kanten? Go for it!“).

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„Du denkst vielleicht, dass deine Existenz ungerecht und widersprüchlich ist. Wenn ja, stell dir erst mal vor, wie die ZUSCHAUER unter dir leiden!“ – Hier wird die Lore gebogen, auch ohne Lore: 2002 begann es, dass man etablierte Elemente einfach vervielfältigte, statt sie weiter zu denken. Bis hin zum Data-Zoo (eher eine begehbare Savanne?) bei „Star Trek – Picard“.

Weitere Stichpunkte:

– Der extra schäbige Endkampf in verrauchten „Schluchten“ und in zu 50% verkeilten Schiffen? Wobei nur EINES der zusammengeknallten Schiffe wie ein Pappkarton zusammenklappt?

– Generell billige Doppelgängergeschichten über böse Zwillinge mit Vollglatze? – die 80er haben angerufen und wollen ihre Cartoon-Ideen wiederhaben!

– Data bekommt ebenfalls (erneut) ein Ebenbild, das einfach mal eben „gefunden“ wurde. Sogar vom Bösewicht, der sich somit dem faulen Drehbuchautoten unterordnet. Je nachdem, was man hätte zeigen wollen, hätte Shinzon wohl auch Worfs mumifizierte Uroma oder eine prähistorische Trompete für Riker aufgetan?

– Das eher fiese Ende und die generische „Erde muss sterben“-Bedrohung machen dies zu einem Familienfilm für gegen die ganze Familie. Wer sich hier noch über „First Contact“ beschwert, hat den Schuss nicht gehört. Oder ist generell so depressiv, dass der bereits im eigenen Schädel steckt.

– Gegen dunkle Bilder habe ich ja nicht immer was (ST1 hat sehr gute!), aber der komplette Szenenaufbau sieht aus wie eine TV-Episode, für die man extra „Graues Licht“ erfunden hat.

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Es soll ja Leute geben, die bei dem ausufernden Design der Scimitar Glückzustände bekommen. Ich belasse es generell bei „Zustände“ und verweise darauf, dass die extrem langen Metallstacheln hier nicht mal ansatzweise auf dem Bild sind – und alle Schiffe seit J.J.Abrams exakt den selben „Mach mich doppelt spitz, aber bloß nicht rund“-Stil besitzen.

Allerdings muss ich eine Sache einschieben, die auch für mich schockierend ist:

Dieser Film fast schon gut gealtert.

Ja, jetzt ist es raus!

So peinlich die Grundidee, das Ende von Data, die absolut überflüssigen Actionsequenzen (= Mad Max auf dem fremden Planeten) und fast alle Elemente daherkamen: Im Gegensatz zu den schlechtesten Marvel-Filmen KAPIERTE man wenigstens, was sie einem hier ZEIGEN wollen! Man hatte zwar ein Scheiß-Konzept, wollte es aber durchziehen.

Im Gegensatz zu heute, wo das Konzept alle 5 Minuten wechselt und auf den Namen „Stichwortliste“ hört.

Gut, man will bei Nemesis die ganze Zeit eine Decke drüberlegen und die Logiklöcher anbrüllen, bis das Echo einem die Brille beschlägt, aber immerhin bemerkt man den lückenhaften Laber noch.

Etwas, was moderne Filme oft nicht leisten.


Fazit:

Trotzdem musste dieser Streifen auf diese Liste.

Kein anderer Film und keine andere Serie (so öde ich Enterprise auch fand) hat derartig an der Demontage des Franchises mitgewirkt. Hätte man hier ein Epos abgeliefert, das sich wirklich mit Jean-Lucs Zwiespalt beschäftigt hätte (= Was bedeutet es, dass jemand mit meinen Genen sooo anderes geworden ist – „white privilege“?), so hätte man wirklich ein Meisterwerk schaffen können.

Dann vielleicht noch ein paar Straßenszenen und Aufstände auf Romulus, irgendein sinnvoller Job für B4, ein paar persönliche Gespräche zwischen den Hauptdarstellern wie beim Polit-Talk zu Beginn von ST6, ein besseres Finale (riesige Flotte statt popelgrüner Versteinerungsstrahl?) und das hier wäre TOLL geworden!

So aber leiden Trekkies bis heute(!) unter dem damals hinherotzten Drehbuch, das dafür sorgte, dass man selbst DANACH noch glaubte, es schrill, nach Schema X bis Z, pseudomodern und megadoof machen zu müssen.

Und das nehme ich Nemesis so übel, dass der Film MEINE Erz-Nemesis darstellt.

Zwar mit lila Kunststoff-Zeltplane drüber, aber das würde man seinem Stalker an der Straßenecke auch nicht positiv zuschreiben, oooder?

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Artikel

von Klapowski am 26.12.23 in Filmkritik

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Kommentare (43)

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  1. 20thcenturyman sagt:

    Ich schlage vor, neben „gut“ und „schlecht“ noch eine weitere Kategorie einzuführen: „Doof,aber sehenswert“.

    In der SF-Zeitschrift „Space View“ las ich einmal einen interessanten Kommentar. Der Autor riet dazu, hirnlose Bluckbuster so zu betrachten wie ein Feuerwerk. Bei einem solchen sagt man ja auch nicht: „Wie unlogisch, dass die rote Blume auf den grünen Drachen folgt!“ Man bewundert das Schauspiel am Himmel.

    Gemäß dieser Feuerwerkswertung ist „Terminator Dark Fate“ durchaus sehenswert. Auch Nemesis, zu seiner Zeit, und selbst Discovery, allerdings stumm geschaltet, wenn die Heulsuse wieder loslegt. Sogar einige Picard-Folgen. Abgesehen von denen, die im Dunklen spielen.

    Ein anderer Zugang: Ich habe mir im Kino einmal mit einer Begleiterin „Die Mumie kehrt zurück“ angesehen. Sie war Krimifan, nicht die Mumie, die Frau. Krimifans sind gnadenlos. Sie entdecken sofort auch das kleinste Logikloch. Sie flüsterte es mir immer zu, wenn sie eines ausgemacht hatte, und schon war ich aus der Handlung raus. Daraufhin stellte ich mir einfach vor, ich säße in einer Messe für Spezialeffekte.
    Das geht auch.

    • Grinch1969 sagt:

      Das scheint mir tatsächlich ein gewisser Ansatz zu sein sich durch die aktuelle Serien- und Filmgrütze durchzuarbeiten die einem angeboten wird.

      Antworten
    • Serienfan sagt:

      Die „Feuerwerkswertung“ ist wunderbarer Ansatz.

      Ich muss zugeben: Es liegt wohl einfach nur an meiner altersbedingten krimi-lesenden Halsstarrigkeit, von der erzählenden Kunstform eine Erzählung zu erwarten.

      Ich möchte daher progressiv vorauseilen und diese „Feuerwerkswertung“ gerne zur generellen Lebensphilosophie ausrufen!

      Wir sollten endlich lernen, einen Bahnhof, auf dem keine Züge fahren, allein aufgrund seiner Atmosphäre und der vielen bunten Menschen zu genießen. Eben wie bei einem Feuerwerk.

      Und eine Schule mit Unterrichtsausfall wäre ja immer noch ein Ort der fröhlichen Zusammenkunft, immerhin passen die meisten Schüler ja ohnehin nicht auf, wozu sollen unterrichtende Lehrer überhaupt noch gut sein? Und wozu etwas lernen, tut man bei einem Feuerwerk ja auch nicht.

      Und brauchen wir unter den Überschriften wirklich noch ausformulierte Texte, wenn die nachweislich ohnehin kaum gelesen werden? Warum befüllen wir Bücher und Zeitschriften nicht einfach mit wunderschön gestalteten Blindtexten, bei denen wir als Nichtleser ausgiebig Layout, Serifen und wahllos eingestreute Gender-Sternchen bewundern können. Am besten so bunt wie bei einem Feuerwerk.

      Man sieht: Dieser „Feuerwerk-Argument“ ist total logisch und stichhaltig. Nur Krimileser finden da was zum nörgeln, aber die nerven ja sowieso andauernd und erraten zu Beginn eines Feuerwerks meist schon den Täter.

      Antworten
    • VerwirrterTurnschuh sagt:

      Serienfan hat hier total recht!
      Das möchte ich nliojl älnlkjoi*kem!

      Antworten
    • Hoss sagt:

      Die Feuerwerksregel ist Mist. Erstens Dauer es nur ca. 20 Min. und Zweitens ist es meist kostenlos. Obwohl explodierende Drehbuchautoren hätten, schon etwas. Zuviel m. Bay?

      Ich sage ja auch nicht das Essen schmeckt scheiße, aber dafür hatte ich extrem viele Geschmacks-Komponenten, auch wenn sie nicht zusammengepasst haben.

      Das ist ja grundsätzlich das Problem heutzutage, man will einfach zu viel und von allen und für jeden etwas. Da werfen sich 120 Drehbuchautoren einen Ball zu und jeder darf mal für 1 Minute Skript beitragen.

      Und für Feuerwerks-Freunde gibt es 2001.

      Antworten
  2. Datas long lost relative sagt:

    Da ist ein Fehler in der Überschrift.

    Korrekt ist:
    „Die 20 schlechtesten SF-Filme seit dem Jahr 2000 (Platz 1)“

    Vielen Dank für Ihre Kooperation.

  3. G.G.Hoffmann sagt:

    Ich habe den Film damals um die Weihnachtszeit mit Freunden im Kino gesehen und fand ihn meiner Erinnerung nach damals gar nicht soooo schlecht. Die Kollision der Enterprise mit der Scimitar war auf der großen Leinwand und mit entsprechendem Sound schon ein Brett, wie auch andere Actionszenen. Als Picard und Data mit dem „Geländewagen“ passgenau in die Fähre gesprungen sind, war das als Abschluss dieser schnellen, lauten Actionsequenz durchaus ein „Wow-Moment“ im Kino, zu dem alle gejubelt habe. Besser als der letzte Brosnan-Bond aus demselben Jahr. Leider funktionieren die meisten Action-Sequenzen nur einmal. Ich erinnere mich auch an viele schöne Momente zwischen den Mitgliedern der Crew.

    Ich habe den Film danach aber, glaube ich, nie mehr vollständig gesehen, da die Story unter den bereits erwähnten Mängeln leidet und die erste DVD-Ausgabe wie auch die erste Blu-Ray-Edition bild- und soundtechnisch ganz furchtbar waren. Auch der Kulissenbau (z.B. die Brücke der Scimitar) war schrecklich grobschlächtig, angeblich war diese Theaterkulissen-Atmosphäre allerdings beabsichtigt.

    Dass man nach dem Ende der TOS-Ära in beinahe allen folgenden Kino- und Serienproduktionen versucht hat, das alte Khan-Schema wiederzubeleben – zuletzt auch in der dritten PIC-Staffel (was wollte diese böse Dame noch gleich?) -, ist geschenkt. Davon werden wir nicht mehr runterkommen. Gleich, ob Star Wars, Marvel, Star Trek, etc., es geht immer nur um den Kampf zwischen Gut und Böse als Aufhänger für 1000-fach gesehene langweilige Action. Ich habe längst die Hoffnung aufgegeben, in Star Trek noch einmal eine intelligente Geschichte zu sehen, in der NICHT alle 5 Minuten herumgeballert und -geschlagen wird, weil irgendjemand aus irgendwelchen schleierhaften Gründen nach Vergeltung sinnt (* wartet 27 Jahre in Bielefeld und Gelsenkirchen auf das zufällige Erscheinen von Klapo und Sparki, um sich für einen unverschämten Artikel aus dem Jahr 2004 zu rächen *).

    Ich kann die überwiegend sehr schlechten Kritiken an Nemesis genauso wenig nachvollziehen wie an Star Trek V. Beinahe hat man den Eindruck, das sei ein sich selbst verstärkender Effekt. Man MUSS Shatners Regie-Arbeit einfach schlecht finden, weil es zum guten Ton gehört. Dabei finde ich den Film in vielerlei Hinsicht sehr gelungen (abgesehen davon, dass man die gut 55.000 Lichtjahre zum Zentrum der Galaxis und zurück an einem Nachmittag zurücklegt). Auch „Nemesis“ hat durchaus seine Momente. Wenn selbst die TNG-Schauspieler heute Regisseur Stuart Baird die Schuld geben und sagen, dieser habe keine Ahnung von Star Trek gehabt, scheint mir das etwas zu einfach. Die meisten Franchise-Filme werden von Regisseuren inszeniert, die mit dem Stoff eigentlich gar nichts zu tun haben. Wenn man einen Fanboy auf den Regiestuhl setzt – wie Terry Matalas im PIC-Finale oder J.J. Abrams bei Star Trek 11/12 und Star Wars 7/9 – wird es nicht unbedingt besser. Mit John Logan hatte man eigentlich auch einen sehr guten Drehbuchautor. Weiß nicht, ob das Drehbuch in anderen Händen mehr hergegeben hätte oder die Story einfach Müll ist.

    • jcneal sagt:

      Nemesis ist Dreck.
      Und was davon nicht durch und durch Dreck ist, wurde mit einer Panade aus Dreck versehen. Und die haftet daran mit einem Bindemittel namens Scheiße.
      – seit wann kann man „Datas“ anhand eines positronischen Signals aus anderen Systemen orten?
      – der gleiche Zeitpunkt, seitdem die Oberste Direktive nicht mehr gilt?
      – MAN KANN DIE TEILE AUS dem ANDEREM SYSTEM ORTEN ABER SICH NICHT AUF 100 m RANBEAMEN?????
      – Picard der plötzlich völlig unnötig risikobehaftete Aussenmission mitmacht
      – der Sprung ins Shuttle: ach ja, Trägheitsdämpfer, hatte man vorher sicher auf „Auto“ gestellt ☺
      – woher wussten die Romulaner vor > 30 Jahren, wie wichtig gerade Picard einmal wird?
      – die Remaner, als „Bergwerksklaven“, bauen die Scimitar UND diese Tralalalaron-Waffe
      UNBEMERKT von Romulanern und Talshiar-Geheimdienst???
      – schon die Anfangsszene: Als ob ein UPS-Bote oder eine Putzfrau mit einem Päckchen in den Bundestag/UN-Vollversammlung spazieren könnte und OUPS! war nen Atombömbchen drin. Und die Auflösung der Körper: billige Effekthascherei, 7/9 würde sagen: „ineffektiv!“.

      Uuund das ginge eeeeendlos so weiter…
      Als „Film“ an sich – Ok. Hat aber NICHTS mehr mit TNG zu tun. Macher völlig ahnungslos.

      Generations war so lala, einmal Ausnahmesituation für Picard+Data lässt man durchgehen.
      First Contact Top!, Insurrection mal anders, aber Ok.
      Und dann SCHON WIEDER nur Focus auf Picard+Data, doppelt mit „Doppelrolle“ -Vierfachkotz…

      Antworten
    • G.G.Hoffmann sagt:

      Ja, ja, schon richtig. Aber man sollte wirklich nicht anfangen, Star Trek nach Plausibilität und Konsistenz zu durchforsten, vor allem nicht nur die Episoden/Filme, die einem nicht gefallen. Denn auch von den vermeintlich guten Folgen/Filmen bleibt nicht viel übrig, wenn man so beckmesserisch daran geht.

      Nehmen wir nur den „Zorn des Khan“:

      – beim Kobayashi-Maru-Test spielen echte Offiziere mit, die durch echte Explosionen über die Brücke geschleudert werden, einschließlich des rund 60 Jahre alten McCoy

      – Kirk muss eine Brille tragen, weil er gegen ein Anti-Kurzsichtigkeit-Medikament „allergisch“ ist und Augen-Laser-Behandlungen zwar seit dem 20. Jh. Standard sind, aber im 23. Jahrhundert keine Möglichkeit besteht, Kurzsichtigkeit anders als mit einem einzigen Medikament zu behandeln (scheiß Pharma-Monopole!!1!)

      – Kirk hat einen Sohn David mit dessen Mutter Carol, von denen man nie zuvor gehört hatte. David ist mit Anfang 20 bereits „Doktor“ (der Wesley Crusher des 23. Jahrhunderts), hat aber den persönlichen Reifegrad eines 14-Jährigen.

      – Kirk hat 18 Jahre zuvor Khan und seine Crew auf Ceti Alpha V ausgesetzt. Nur kurze Zeit später „explodierte“ (kommt vor…) der Nachbarplanet Ceti Alpha VI und verschob dadurch die Umlaufbahn von Ceti Alpha V binnen weniger Monate (joo…)

      – die Crew der Reliant, ein modernes Forschungsschiff, bemerkt leider nicht, dass Ceti Alpha VI eigentlich Ceti Alpha V ist, weil die „Explosion“ eines Planeten in einem der Föderation bekannten Raumsektor, der nur wenige Flugtage von der Erde entfernt liegt, ein so schlecht erfoschtes Ereignis ist, dass man schon mal die Planeten verwechselt…

      – den Überbrückungscode gibt man mit vier „Schaltern“ in den Bordcomputer ein (selbst für 1982 eine furchtbar altmodische Idee)

      – der hochintelligente Khan ist leider zu doof, um im Weltraum dreidimensional zu denken (wie auch die Drehbuchautoren und Zuschauer von SciFi-Filmen, deshalb begegnen sich Schiffe im Weltraum immer nur frontal und nie von oben oder unten oder „verdreht“ zueinander) und rechnet daher nicht damit, dass die Enterprise unter der Reliant wegtauchen und hinter ihr wieder auftauchen könnte…

      – Spock repariert den Warpantrieb, indem er mit der Hand in der Antimateriekammer herumrührt…

      – als die Reliant mit dem Genesis-„Projektil“ explodiert, entsteht dadurch binnen Stunden ein ganzer neuer, schöner runder Planet durch die Masse des Mutara-Nebels. „Leben aus der Leblosigkeit“, schön und gut. Aber aufgrund einer Explosion entsteht kurzerhand eine Kugel aus einem gasförmigen Nebel? Aber prima, dass man dadurch sofort eine Begräbnisstätte für Spock hatte, die auch noch zufällig im habitablen Orbit um eine Sonne und nicht irgendwo im interstellaren Raum liegt, was man bei einem Nebel eigentlich annehmen sollte.

      Jeden Film und jede Episode von Star Trek kann man auf diese Weise auseinander nehmen. Es gibt keinen einzigen Star Trek Film, der storymäßig nicht kompletter Müll wäre, wenn man ihn näher beleuchtet.

      Antworten
    • Grinch1969 sagt:

      Ja aber deine Argumentation rettet den Film ja nicht. Nur weil alles andere an dem Franchise inzwischen Müll ist wird der besprochene Müll ja nicht besser. Ich werde hier auch beständig von verschiedenen Schreibern daran erinnert meine Zeit nicht mehr mit Star Trek zu vergeuden und ganz ehrlich freue ich mich inzwischen auf alles andere was nicht mit „Star Wars Trek“ zu tun hat. Diese beiden Marken sind dauerhaft und effektiv verbrannt.

      Antworten
    • VerwirrterTurnschuh sagt:

      JJ war kein Fanboy, er konnte mit ST nichts anfangen, nur mit Wars, was man sieht und hört und riecht.
      Aber stimmt, es hat nichts mit Fansein, aber viel mit Kompetenz und Professionalität zu tun. Meyer war kein Fan. Bennett war kein Fan (aber offenbar dessen Frau). Meyer hatte seine Sicht durchgedrückt, aber Bennett hat ihn meist auf Kurs bringen können. Es gab eine Vision und „Qualitätsmanagement“.

      Hätte man die richtigen Schlüsse aus TWOK gezogen, wäre der Gegenspieler eben nicht die Augeburt des Bösen (Khan’s Motivation ist nachvollziehbar und vielschichtig). Und es gäbe keine Ballereien: In TWOK hat jeder einzelne Schuß Bedeutung.

      Weil ich V auch sehr schätze, würde ich ihn nicht auf die Stufe von NEM stellen. Die Zusammenfassung von Klapo reichte mir schon, um mich wieder an den schier undurchdringlichen Blödsinn der selbstzentrierten und doch von allem losgelösten, äh, Handlungsabfolgen zu erinnern. Der Geschichte von STV konnte und kann ich folgen, das Grundkonzept mag ich auch (so, wie es wurde, nicht, was Shatner wollte). Während V Charme und Trash, Stärken und Schwächen von der damals 20 Jahre alten Orignalserie auf die Leinwand brachte, präsentiert sich mir NEM als die Gegenthese zu allem, was TNG ausmachte. Insofern ist der Film wirklich gut gealtert, nahm Zeug wie DISC vorweg. (Aber ich muss zugeben, dass ich aus dem einmaligen Sehen und späterer Videos und Clips meine Schlüsse ziehe; will mir TNG-Movies nicht mehr antun, verzeiht.)

      Antworten
    • VerwirrterTurnschuh sagt:

      Als ST-II-Apologet, Filmfreund aber TNG-Film-Verächter kann ich sagen, dass dramaturgische Verknappungen, Unstimmigkeiten und ähnliches natürlich in jedem Drama vorkommen, aber der Kontext entscheidend ist: Irreales im Film kann sehr ausdrucksstark sein oder zumindest völlig wurscht.

      Bei NEM habe ich keine stringente Story, keine „Seele“ wahrgenommen. Und die behaupten offenbar nicht mal jene, die den Film als „Feuerwerk“ oder wegen dieser oder jener Szene irgendwie doch mochten. Plotlöcher, Dummdreistigkeiten etc. werden dann zu Recht als besonders störend empfunden. Ist ja sonst nichts anderes da als Oberfläche! Es wird nichts erzählt über die Aufzählung der Dinge hinaus, und jedes Ding, das scheinbar unmotiviert herumsteht, wird zum Stolperstein statt zur Leiter, um tiefer oder höher zu steigen innerhalb der Story.

      In dem Sinne, zu deinen STII-Punkten – interessiert mich, was für mich warum funktioniert oder eben zeigt, dass auch dieser Film furchtbare Fehler hat (er hat):

      – KM-Test mit alten Offizieren: Das Problem sind für dich wohl eher die „echten Explosionen“ als die alten Offiziere. Denn warum soll es für junge Probanden besser sein, bei einer Simulation das hübsche Gesicht verbrannt zu bekommen? Oder die Schauspieler, egal, ob jung oder alt? Wir dürfen davon ausgehen, dass diese Simulation genau das war, und dass auch die Schauspieler im 20 Jahrhundert nie in echter Gefahr waren. Jedenfalls: Tollster Filmstart ever, ergibt für die Story völlig Sinn, etabliert alles, ohne drüber ein Wort zu verlieren. Meisterhaft.

      – Brille Kirk: Dass ein SF-Film keine Technik vorhergesehen hat, die erst Jahre oder Jahrzehnte später etabliert war, ist ein Vorwurf? Das ist ein zu billiger Cleverness-Simulator. Mich stört ja eher der Extended Cut, in dem Pille Kirk erst erklären muss, was ein Brille ist (er, umgeben von historischen Artefakten ohne Ende, er, der Top-Gebildete) – und dass es schwer war, eine Brille mit “ noch intakten Gläsern“ zu finden. Ganz zu schweigen von der richtigen Brillenstärke? Aber auch hier: Perfektes Symbol, schöne Einführung in Charakter und Thema, und Payoffs gibt es auch bis zum Ende des Films. Dass in der Zukunft nicht alles durch Medikamente gelöst werden kann, macht diese … menschlicher …

      – Dr. Marcusse: Mir gefiel ja, als Gary Mitchell im 2. Pilot die „blonde Labortechnikerin“ erwähnte, die er mit Kirk verkuppelt hatte – und die dieser „beinahe gerheiratet“ hätte. Ist aber nicht Canon, dass das Carol war. Dass Kirk vor seiner 5-Jahres-Mission auch schon ein Liebesleben hatte, haut mich nicht vom imagnierten Captainsessel. Dr. David ist ohne Vater als heftiges Muttersöhnchen aufgewachsen. Ich mochte die Figur nie besonders, aber sie wird glaubwürdiger, je mehr ich drüber nachdenke. Dominante Mutter, leicht unsichere Männlichkeit, gegen das Militär, aber strebsamer Musterschüler/Student. Passt. — Das Problem des Films liegt eher darin, dass Meyer die Wissenschaft strikt außerhalb der militanten Sternenflotte verortete, während das TOS-Konzept eine Art Einheit vorsah.

      – Ceti-Alpha-Explosion und Wirrwar: Wissenschaftlich insgesamt so wenig haltbar wie der Sound vorbeirauschender Raumschiffe, das stimmt. Auch wenn ich nicht sicher bin über deinen geschilderten Ablauf („Innerhalb von Monaten Umlaufbahn verschoben“? – dachte Bumm!, und schon isse verrutscht). Dass im unendlichen Universum von gelangweilten Weltraumbürokraten mal der eine Planet für den anderen gehalten wird, sollte eigentlich öfter vorkommen. Finde ich irgendwie lebensnah; ich kann dir Sachen von der Postzustellung erzählen … Und da steht die Nummer auf dem Haus, in einer klar benannten Straße, und alles bleibt immer am Platz!

      – Prefix-Code-Schalter: Es sind mehr als vier Schalter, nämlich 0 – 9 glaube ich, aber jeden Schalter kann man nur einmal betätigen (on/off). Ein epochaler Filmfehler, der mich sehr amüsiert hat, als er unlängst die Runde machte! Aber Schalter an sich sind klug und zuverlässiger als die verdammten Touchscreens. Kannst du fühlen, blind bedienen, lösen sich so leicht unabsichtlich … Technik der Zukunft, glaube mir!

      – 2-D-Khan: „Er ist intelligent, aber nicht erfahren.“ Das ist doch ein geiler Satz. Könnte von Columbo sein, der als einfacher Beamter die gebildesten, klügsten Mörder überführt. Weil er hat die Erfahrung, sie nicht. In konkreten Fall ging es ja auch nicht nur darum, wie Khan denkt, sondern wie er denkt, dass Kirk denkt. Dass sein Ego seine Intelligenz benebelt hat (im wahrsten Sinne) ist ebenfalls das Um und Auf (3D!) der Story. Tatsächlich sind wir als Zuschauer auch zu „dumm“, um dreidimensional im Kino zu denken – und die Sprache im Film dafür auch nicht gemacht oder ausgereift. Du hast den Verlauf übrigens auch nicht richtig aufgefasst, glaube ich: Die Enterprise taucht nicht unter der Reliant durch und dahinter auf – sie weiß ja gar nicht, wo sie ist. Sie macht auf gut Glück ein extremes, äh, Tauchmanöver (wir haben nicht mal die richtige Sprache für den Weltraum! Wie auch?) und kreiselt sich dann langsam hoch, in der Hoffnung, die umherkreuzende Reliant zu entdecken, bevor sie von dieser entdeckt wird.

      – Reaktor Repair: Spock macht was mit der Hand, was man nicht sieht. Na, dir kann man echt nichts vormachen, uiuiui. — Ich hielte es eher für problematisch, dass Spock in so extrem kurzer Zeit von der Brücke in den Maschinenraum gelangt, bei teils kaputten Liften. Aber die Spielvereinbarung ist klar, die Situation „echt“ dramatisch, Stoppuhr und Schiffspläne geschenkt.

      – Genesisplanet nach Explosion: Stimmt, wird nicht erklärt, ergibt keinen Sinn. Physikalisch, soweit ich sagen und erahnen kann. Aber storytechnisch? Metaphorisch? Da ist der Planet eine runde Sache! Der Film weiß, mit diesen Bildern und Metaphern umzugehen. Es geht nicht nur um den „leeren“ Effekt, die Ballerei, die Action, die Ablenkung. Innerhalb des Spiels kommt jetzt alles in einem Moment zusammen – als befriedigender Höhepunkt (fast) aller Themen und Motive der bis dahin erzählten Geschichte. Die Grammatik darf jetzt sogar völlig fehlerhaft sein, denn die Metrik übernimmt.

      Im Gesamten konntest du mich nicht überzeugen, dass Star Trek II kompletter Müll ist. Im Gegenteil, der ist und bleibt verdammt gut und meiner Anbetung würdig.

      Antworten
    • jcneal sagt:

      Ja, das sind schon einige Punkte von GGH.
      Einige davon gelten aber nicht exklusiv für „Wrath of Khan“, sondern für Star Trek/SciFi allgemein.

      Nur 1 rausgepickt: Genesis-Device
      Natürlich entsteht aus einem Nebel nicht kurzfristig ein Planet und nie und nimmer sofort „Leben“.
      Man müsste etwas erfinden, das durch inversen Subraum-Strahlungsdruck aus einer künstlichen Singularität heraus mit Polumkehr der Positronen-Matrix die Teilchen des Nebels unnatürlich stark zusammen zieht, und das dann noch die Dosen-Ursuppe aufwärmt.
      Wie könnte man diese Erfindung nennen? Vielleicht 1. Buch Mose? Mal weiter überlegen.

      Also holen wir direkt die ganz große Keule raus:
      Vergleichen wir nur mal die Motivationen, Charakterzeichnungen und (gesehene bzw. nur erzählte) Vorgeschichten der beiden Antagonisten Khan Noonien Singh und „Shinzon“.
      Ka – buff! Da ist der kleine früh-verrückte Max* glatt implodiert.
      *(wegen Tom Hardy – Mad Max, sowas muss man heute ja erklären)

      Aus 178 Folgen TNG war kein guter Widersacher (dessen Schauspieler noch lebt) zu finden?
      z.B. Denise Crosby – Sela??
      Dazu hätte man sich mit der Materie beschäftigen müssen.
      Stuart Baird hatte offenbar wenig von TNG gesehen. Oder nicht(s)?

      Antworten
  4. Darkk sagt:

    Nemesis war für mich tatsächlich eine Art Wendepunkt in meiner Beziehung zu ST. Der Film war so daneben, dass ich das Gefühl, dass dieses Universium mir ab sofort nichts mehr geben kann. Hab echt paar Jahre gebraucht um wieder den Weg zurück zu finden. Aber dann auch eher primär die „alten“ Sachen (alles bis VOY, wobei VOY für mich auch eine absolute Katastrophe war, aber das ist eine andere Geschichte).

    • jcneal sagt:

      „Wendepunkt“ trifft es ganz gut.
      Nemesis mag als Film für sich ja Okay gewesen sein – die Weltraumaction, Spezialeffekte, Besetzung.

      Aber aus Sicht des ST-Fans gab es einfach so viel, das sich „falsch anfühlte“.
      z.B. Picard „mal wieder“ als der Actionheld:
      – fährt den Wüstenbuggy persönlich (kann man noch durchgehen lassen: Vorrecht des Captains)
      – fliegt den Remaner-Gleiter (nie vorher gesehen) durch das Remaner-Schiff
      (das war wohl tatsächlich aus Sperrholz gebaut!) -und DATA sitzt daneben bzw. dahinter!!
      – befiehlt eiskalt das Ramm-Manöver, ohne dass ein Wort an bzw. über die Besatzung in den vorderen Abteilungen verloren wird
      – ist kurze Zeit später aber total erstarrt, obwohl seiner kompletten Crew die Vernichtung droht;
      und das, weil der arme kleine Shinzon sich (mit seiner Hilfestellung) selbst ge-shashlikt hat?;
      der Shinzon, der eben die ganze Erdbevölkerung ausrotten wollte, weil… weil… weil…
      WARUM nochmal will er sich an den Menschen rächen? Und an Picard… Ribosomen und so…

      Wie lange/oft kann ein Charakter eigentlich out-of-character agieren, bis es ein neuer Charakter wird?

      VOY vielleicht mal im O-Ton ausprobieren? Ich habe damals (zufällig ☺) die Pilotfolge auf VHS in English gesehen. Auf Deutsch ist schon das ständige Siezen, die künstlich gestelzte Sprache abschreckend. War ich zuerst auch inhaltlich nicht vollständig von begeistert, hat aber doch viele gute Einzel- und Doppelfolgen, und ist immer noch um Welten besser als z.B. der Discovery-Dreck von heute. Meine Meinung.

      Antworten
    • Darkk sagt:

      ST schaue ich tatsächlich nur in O-Ton.

      Das Problem bei VOY war aus meiner Sicht der Umgang mit dem Setting. Also einsames Schiff weit weg von zu Hause…an sich cool, ich hatte aber das Gefühl, dass die Macher damit nicht klar kamen. Das fing damit an dass man zwei ganze Staffel die Kazon an der Backe hatte (wie groß war bitte deren Einflussbereich? :-O) und ging weiter mit dem fast immer perfekten Zustand des Schiffes usw. Da fand ich Galactica deutlich glaubwürdiger.

      Und das abrupte Ende bestätigte meine Annahme…irgendwie hatten wohl auch die Produzenten selbst keine Lust mehr.

      Hat mir von den alten ST-Serien insgesamt am allerwenigsten gefallen. Ich glaub ich komme auf keine 5 gute Folgen :-D

      Antworten
    • jcneal sagt:

      Ja, da stimme ich zu.
      Die Ressourcen-Knappheit der VOY wurde nie wirklich glaubhaft thematisiert.
      Stichworte „Endlos-Shuttles, Torpedos“.
      Dafür Neelix‘ Frass statt Replikator-Nutzung: jeder Beamvorgang auf Planeten kostet doch pro Person so viel Energie wie rd. 75 kg Nahrung replizieren??

      Stimmt, auch die Kazon (=Klingonen für Arme) gingen mir bald sehr auf den Sack. Das schnellste Schiff der Föderation fliegt seit Folge 1 straight nach Hause (nichts anderes wurde gesagt), und dennoch laufen die ständig gleichen Hanseln persönlich über den Weg (Seska z.B.). Oder was Neelix alles kennt; in einem wirklichen 3D-Universum müsste der ja über 100 Jahre schon überall unterwegs gewesen sein; oder gaaanz zufällig nur in der Richtung, die die Voyager fliegt? ;)
      Aber nachdem ich das überwunden hatte, wurde es besser.

      Antworten
  5. Serienfan sagt:

    Klapo schreibt, man würde bei diesem Film wenigstens kapieren, „was sie einem hier ZEIGEN wollen“.

    Ich muss zugeben: soweit reicht meine Fähigkeit des Kapierens nicht, ich kapiere hier nämlich tatsächlich GAR NIX. Schon gar nicht, was sich die Macher von dem „Picard trifft auf seinen bösen Klon“-Konzept überhaupt versprochen haben.

    Gut, ich weiß ja noch nicht mal, WER hier eigentlich Picards Klon sein soll. Ist es dieser von Patrick Stewart gespielte Mad Max für Arme, oder ist es dieser Möchtegern-Hellraiser-Pinhead, der später wirklich mal zu Mad Max wird?

    Ich habe auch überhaupt keine Ahnung, was Shinzon will. Herrschaft über Romulus? Vernichtung von Romulus? Picards Blut? Rache an Picard, wofür auch immer? Rache an der Föderation? Mit Deanna Troi schlafen?

    Und glaubte der von Stewart gespielte Picard-Klon, er könne Shinzon durch gutes Zureden noch irgendwie zur Einsicht bringen, oder warum beamte ausgerechnet er, der als einziger mit seinem Blut Shinzons Überleben sichern kann, auf dessen Schiff?

    Es gibt NItpicks. Es gibt Plotholes. Und es gibt hanebüchenen Stuss, bei dem man sich fragt, ob sich wirklich zu keinem einzigen Zeitpunkt mal irgendwer im nüchternen Zustand das Drehbuch zu diesem Film durchgelesen hat.

  6. Yole sagt:

    Ich find’s interessanter (und angenehmer) zu lesen, in welchem Kontext man den Film damals gesehen hat. Ich war im Kino überrascht, dass grad ein neuer ST-Film läuft… mit der Ex-Freundin spontan für die nächste Vorstellung entschieden und bei Datas Tod bewusst eine Träne rausgepresst. Kritisch war ich überhaupt nicht… Zu der Zeit hatten wir keinen Fernseher (weil ungut und uncool). Bin bis heute der Überzeugung, dass ENT deswegen floppte.

  7. jcneal sagt:

    …und dann hat man RON PERLMAN als Schauspieler engagiert – und steckt ihn in eine Nosferatu-Maske vom Jahrmarkt 1973, unter der er kaum mehr als ein paar mal Grunzen u. böse Glotzen darf. Oh, und er durfte noch Shinzon eine schöne Kopfmassage verpassen, macht man als Dunkel-Telepath halt so!
    Wurde der wirklich „Vizekönig“ (Viceroy) genannt? Vizekönig Pleitegeier, ein Herzchen von einem Remann.
    Aber jetzt wird man sagen, ist doch logisch, wenn Shinzon (Tom Hardy) doch König war. KÖ-NIG!!

    Wer kannte sie vorher noch nicht, diese remanische Monarchie. Da kommt der Klon auf den Thron!

    Dina Meyer war damals auch recht bekannt bzw. noch gut im Geschäft – und ihre ganze Rolle besteht aus Netto 2 Minuten (oder weniger?) an Bildschirm-Gesprächen…

    Wieso eigentlich schickt man kein warpfähiges Shuttle zur Flotte, die so brav kommunikationslos wartet? Riker war mal DER Shuttlepilot auf der Enterprise. Fürs Bedienen muss man nicht sonderlich fit sein, G-Kräfte wie im Fighter-Jet werden dort mittels Techno-Babble kompensiert. Stattdessen wird der bereits feist werdende 1. Offizier in den Nahkampf gegen Nosferatus Horden geschickt, das macht so total viel Sinn! Sicherheitsdienst und Redshirts waren gestern/vorgestern.

    Die „Kämpfe“ in den Gängen der Ente-E mit Phasergewehren auf gefühlt 10 m Abstand kommen einem so vor wie eine ungewollte Kopie der Parodie „Die Nackte Kanone“, von Frank Drebins Schusswechsel, wo er zwischendurch die Münze aufhebt.
    Ich hoffe, es wird wenigstens noch eine Videomontage „Leslie Nielsen in Star Trek“ geben (siehe YT), da hätte man garantiert was zu lachen. Immerhin. https://www.youtube.com/watch?v=hbY9tXMVXDY

    Und dann dieser „Abgrund“, über dem Riker seinen Endkampf hat – Leute, so ein Schwachsinn.

  8. Thomas sagt:

    War der Viceroy nicht der „Stellvertreter“?

    Der schlechteste TNG Film. Mit Abstand. „Selbstzerstörung ist defekt“.

  9. Ferox21 sagt:

    Ich weiß nicht, ich finde Insurrection, also Star Trek 9, von seiner Message her eigentlich ärgerlicher („Wir pfeifen auf das Allheilmittel für sämtliche Krankheiten in der Galaxis, nur damit ein paar hundert Aussteiger-Back-to-the-Mittelalter-Hipster weiter in Ruhe ihre Unsterblichkeit genießen können.“)

    Aber ja, Nemesis ist auch kein guter Film und wenn man so will war es das letzte untrügliche Zeichen, dass es mit Star Trek damals kontinuierlich bergab ging.

    Die ganzen In-Universe-Logikfehler wurden hier ja schon angesprochen, und leider haben alle nachfolgenden Trek Serien nichts daraus gelernt, sondern es wird weiter munter gegen etabliertes verstoßen.

    Beispiele hier:

    * Picard Klon Shinzon übernimmt mit einem Schiff mal eben das romulanische Imperium – und anscheinend interessiert das weder den Rest von Regierung und Militär noch den Tal’Shiar Geheimdienst.

    * Selbst wenn die Romulaner mal einen Picard Klon auf Verdacht erzeugt haben – warum wurde der nicht gleich eliminiert, als man den nicht mehr brauchte?

    Und von der blöden Aktion mit dem Wüsten-Buggy fange ich gar nicht mehr an.

    Also ja, Nemesis passt schon in diese Liste, ggf. noch flankiert von Insurrection…

    • Serienfan sagt:

      Die Frage ist tatsächlich: Was unterscheidet die Son’a aus Star Trek 9 eigentlich von Soran aus Star Trek 7?

      Beide wollen für sich das Paradies, und wenn dafür ein paar Millionen bis Milliarden hops gehen, dann hat das schon seine Richtigkeit.

      Nur, so absurd die Message von Star Trek 9 auch sein mag, es gibt immerhin eine. „Star Trek: Nemesis“ erweist sich hingegen als Film, dem das Kunststück gelingt, völlig frei von wirklich jedwedem Sinn zu sein.

      Antworten
    • Ferox21 sagt:

      Das stimmt, deswegen habe ich das ja auch so gesagt. Insurrection hat schon eine Message und ist eigentlich – wie damals Star Trek V – seiner Serienvorlage (hier TNG) eigentlich am ähnlichsten. Aber leider wird die sicher gut gemeinte Botschaft (Zwangsumsiedlung = doof) durch die nicht weiter durchdiskutierten Konsequenzen (= dann eben kein Heilmittel für Krebs, Aids, Ebola und Co.) nachhaltig torpediert.

      Nemesis hat aber nicht mal eine stringente Handlung – und Shinzon ist als Schurke einfach himmelsschreiend inkonsequent. Seine Motivation wird nie klar, er scheint seine Ziele mehrfach um 180 Grad zu wechseln und auch sein Ende ist verdammt antiklimatisch. Und der Rest der TNG Crew abseits von Steward und Spiner hat einfach mal so gut wie gar nichts zu tun. Dazu dann die ganzen In-Universe Brüche, da Steward ja unbedingt wieder den späten Action Hero spielen wollte – und genug Einfluss hatte, das auch durchzusetzen. Anders lassen sich die dumme Buggyfahrt oder das Geballere auf Schinzons Schiff ja nicht erklären.

      Antworten
    • Serienfan sagt:

      Schlechter als „Nemesis“ kann für mich ein Film kaum sein.

      Das beeindruckende an der Classic-Episode „Ein Parallel-Universum“ ist ja, dass wir auch in den bösen Doppelgängern von Kirk und Spock sehr wohl deren typische Charaktereigenschaften erkennen, nur dass die Figuren böse Ziele verfolgen.

      Bei der Idee von einem bösen Picard-Klon hätten die Beteiligten erst einmal begreifen müssen, was Picard überhaupt auszeichnet, um dann als nächsten Schritt seine Fähigkeiten in der Rolle eines Bösewichts darzustellen.

      Leider hatten aber weder Autor John Logan noch der am Drehbuch mitpfuschende Patrick Stewart irgendeine Ahnung, wer und wie Picard eigentlich ist. Wenn aber schon Picard zum schwammigen „out of character“-Konstrukt wird, verkommt sein „böser Klon“ zwangsläufig zum noch schwammigeren Klischee-Bösewicht.

      Wie ein Soufflé in eiskalter Zugluft fällt daher bereits die Grundidee gnadenlos in sich zusammen. Sie mit weiterem Schwachsinn wie dem sinnbefreiten B-4 und Trois überflüssiger Telepathen-Vergewaltigung zu garnieren, machte es wahrlich nicht besser.

      „Star Trek V“ hat Schwächen, aber auch sehr schöne, intime Szenen mit den Figuren. Bei „Star Trek: Nemesis“ bereitet nicht einmal die Hochzeit von Riker und Troi Vergnügen, denn bereits hier pendeln die Figuren zwischen dümmlichstem Klischee-Geschwafel und infantilen Gags hin und her.

      Antworten
    • Ferox21 sagt:

      Ja, Stewart hat leider nicht begriffen – oder begreifen wollen – das Picard eben kein Action-Held wie Captain Kirk ist, sondern eher ein Kunst- und Kulturinteressierter Diplomat, der aber auch zu harten Entscheidungen in der Lage ist.

      Und Stewart hat da später leider immer mehr seinen Willen durchsetzen können. Es gab ja auch schon in Staffel 7 von TNG ein paar Action-Episoden mit Picard. Und dann eben Star Trek 8 (dort aber durch sein Borg-Trauma vielleicht noch verständlich) und schließlich Nemesis.

      Shinzon krankt auch daran, dass die Autoren nicht wussten, wie man ein dunkles Ebenbild zu Picard denn anlegen müsste, um glaubhaft zu sein. Auch passt der Schauspieler nur bedingt – hier hätte es eher Stewart in einer Doppelrolle gebraucht – dafür hätte man gut auf den ollen B-4 verzichten können, der ja auch so ein Bruch mit dem etablierten Hintergrund war.

      Antworten
    • G.G.Hoffmann sagt:

      Die Message von ST9 fand ich eine konsequente Rückbesinnung auf TNG. Als Anknüpfungspunkt an die Serie der beste TNG-Film aus meiner Sicht. Dass man das Recht von wenigen hundert Menschen gegen die ausbeuterischen und skrupellosen Interessen anderer schützt, ist ein Musterbeispiel für den Geist von TNG und die Achtung der Obersten Direktive (dass die Ba’ku eine warpfähige Zivilisation und nicht einheimisch sind, wusste man zunächst nicht).

      Die Rede Picards gegen Admiral Dougherty war ein Höhepunkt im Geiste der Serie, den man in den drei anderen Filmen nicht findet. Letztlich musste der naive Steigbügelhalter Dougherty ja auch am eigenen Leib erfahren, dass die Son’a über Leichen gehen – wie so viele, die persönliche und/oder wirtschaftliche Interessen über die Rechte anderer stellen.

      Wenn Du das als lächerliche Rücksichtnahme gegen „Aussteiger-Hipster“ ansiehst, hast Du eher die Botschaft von TNG nicht verstanden. Mit der Begründung kann man natürlich auch Dörfer über Braunkohle wegbaggern oder eine Autobahn durch ein Naturschutzgebiet bauen.

      Hinsichtlich Stewart geben ich Dir allerdings Recht. Es war ein Fehler, ihm Mitspracherechte in den Serien und Filmen zu geben. Er ist ein Schauspieler, engagiert, um auszuführen, nicht, um seine eigenen Vorstellungen oder Vergangenheitsbewältigungen seiner Rolle aufzuzwingen. Da kann man als Verantwortlicher doch nur sagen: „Halt die Fresse und spiel die Rolle, die für Dich geschrieben wurde! Dafür wirst Du bezahlt.“

      Antworten
    • JP1957 sagt:

      „Halt die Fresse und spiel die Rolle, die für Dich geschrieben wurde! Dafür wirst Du bezahlt.“

      In diesem konkreten Fall wär das tatsächlich besser gewesen, ansonsten widerspreche ich.
      Die Szene, die mich in „What we left behind“ am meisten begeistert hat, war die, in der einer
      der Ferengi Darsteller mit glänzenden Augen erzählte, dass sich der Ferengi-Clan nach Zustellung der Drehbücher am Wochenende regelmäßig traf, um ihre Szenen zu diskutieren und zu überlegen, wie sie
      sie ausbauen/ verbessern könnten.

      Solche Schauspieler brauchst Du … sofern sie begriffen haben, was eine Serie, einen Charakter ausmacht.

      Antworten
    • Serienfan sagt:

      Es tut mir Leid, das so deutlich sagen zu müssen, aber die viel gepriesene Rede von von Picard an Dougherty aus „Star Trek 9“ fand ich schon immer unfassbar dumm, plump und naiv. Sie läuft letztlich auf ein „ab wie vielen Bäumen dürfen wir es einen Wald nennen?, ergo: es gibt niemals Wälder“ hinaus.

      Das ist einfach nur Quatsch.

      Das „ab wann wird es falsch“ ist ein gut klingendes, aber dummes Pseudo-Argument. Jeder Jura-Student lernt im ersten Semester, dass es keine starren Regeln für Verhältnismäßigkeit gibt. Zum Wohle vieler sind sehr wohl Eingriffe in Form von Enteignungen, Umsiedlungen und anderen massiven Grundrechtseingriffen legitim. Die Verhältnismäßigkeit muss immer wieder neu geprüft und argumentativ begründet werden, gerade WEIL es in einer komplexen Welt keine starren Zahlen-Regeln geben kann.

      Die Bak’u sollten ja lediglich umgesiedelt werden. Man stelle sich vor, man könne den Klimawandel stoppen, indem eine Kleinstadt in Oberammergau umgesiedelt wird. Oder man könnte den Krebs besiegen, wofür ein hessisches Dorf umgesiedelt werden müsste.

      Und so sehr es mich auch stets entzückt, von Hollywood über die Boshaftigkeit wirtschaftlicher Interessen belehrt zu werden: was stellt die Interessen der Ba’ku, die den Planeten ja nur durch Zufall entdeckt hatten, eigentlich über den Rest des gesamten Alphaquadranten? Weil sie so brav naturverbunden leben? Und wenn es stattdessen privilegierte Ferengis oder eine romulanische Führungskaste wäre, die den Jungbrunnen-Planet nicht mit dem Rest des Universums teilen wollte? Es würde an Picards „ab wie vielen wird es falsch“-Rede nichts ändern.

      Die wahre Botschaft des Films ist daher: „Wer Privilegien genießt, soll diese behalten. Auch wenn diese Privilegien jemanden rein zufällig in den Schoß gefallen sind.“ Das ist freilich eine hochgradig konservativ-kapitalistische Überzeugung, die wir übrigens in fast jedem Hollywood-Blockbuster vorfinden. Nur ja keine Umverteilung mit dem Ziel, dass etwas Positives allen und nicht nur einer kleinen Minderheit zugute kommt.

      Und die Son’a müssen sich doch einfach nur den Idealen der Bak’u anpassen, dann können sie ebenfalls auf diese Privilegien hoffen.

      „Star Trek“ gehört zu den Hollywood-Ausnahmen, weil hier tatsächlich die Idee verfolgt wird, dass eine andere, bessere Welt möglich ist. Eine Welt, in welcher der Zugang zu Ressourcen ALLEN möglich gemacht wird, nicht nur einer privilegierten Minderheit. Mit einem billigen Pseudo-Argument hat ausgerechnet der neunte Film diese Idee auf den Kopf gestellt. Und garniert wurde das auch noch mit einer albernen, technikfeindlichen Naturkitsch-Ideologie, die ebenfalls nicht zu „Star Trek“ passt.

      Antworten
    • VerwirrterTurnschuh sagt:

      ST INS (Nummer trägt er ja keine) schaut als Kinofilm bloß so billig aus wie eine Fernsehepisode. Inhaltlich ist er wie alle TNG-Filme das Gegenteil dessen, was TNG ausmacht.

      Bekanntlich gibt es sogar eine TNG-Folge mit ähnlicher Ausgangslage, in der Picard genau andersrum handelt und argumentiert: https://youtu.be/j7WDZWhMHBI?si=owVYnCH4G4ezDMOz&t=391

      Mit ST NEM hat der Kino-Kampf von TNG gegen sich selbst seinen abschließenden, siegreichen Höhepunkt erreicht.

      Antworten
    • G.G.Hoffmann sagt:

      Das sehe ich anders. Gerade weil komplexe Sachverhalte und Rechtsfragen sowie ethische Probleme unterschiedlich beurteilt werden können und selbst das Bundesverfassungsgericht keine konsequent stringente Haltung zu ähnlich gelagerten Problemen hat, sondern Regeln von Fall zu Fall so oder so auslegt, ist Picards Haltung gegenüber den Indianer in der TNG-Folge und den Ba’ku in ST9 nur scheinbar widersprüchlich. Im Übrigen ist Star Trek als TV- und Filmreihe dem Publikum auch keine Konsistenz und Widerspruchsfreiheit schuldig, sondern eine gute Dramaturgie.

      Auch Spock musste erfahren, dass man seine Regel, wonach das Wohl vieler schwerer wiege als das Wohl weniger oder eines einzelnen, kein allgemeingültiges Gesetz sind, an das ich jedermann zu halten habe.

      Und die Frage, ab wie vielen Menschen Recht zu Unrecht wird, ist keine dumme, sondern sehr wohl berechtigt. Ein Dorf mit ein paar hundert Menschen für das Wohl von Millionen soll o.k. sein? Eine Stadt mit 50.000 auch? Oder mit einer Million Menschen, wenn 100 Millionen dafür geholfen werden kann? Wo zieht man konkret die Grenze? Welches Verhältnis gilt für die „vielen“ zu den „wenigen“? 2:1, 100:1 1000:1?

      Dürfte man 4 Millionen Berliner umsiedeln und die Stadt dem Erdboden gleichmachen, wenn man wüsste, dass sich unter der Stadt einmalige Ressourcen für ein Allheilmittel befänden, das man anders nicht fördern könnte? Und ist es überhaupt ethisch, das Leben auf „ewig“ zu verlängern und dadurch gleichzeitig eine Überbevölkerung in Kauf zu nehmen, weil jahrhundertelang niemand mehr stirbt? Haben jüngere Menschen nicht auch ein „Recht“ auf den Tod früherer Generationen, damit sich die Gesellschaften weiterentwickeln können? Wo stünden wir, wenn immer noch die Generation unserer Urgroßeltern und Großeltern das Sagen hätten, weil sie nicht wegsterben und sich an die Macht klammern, da sie immer noch jung und fit wären? Diese Fragen wurden ja auch in der TNG-Folge „Die Auflösung“ (mit anderem Schwerpunkt) angeschnitten.

      Von einem Spielfilm kann man indes nur diesen Problemaufriss erwarten, nicht die Antwort auf solche umstrittenen rechtlichen und philosophischen Fragen.

      Antworten
    • VerwirrterTurnschuh sagt:

      Von einem Spielfilm kann man eine tiefere Betrachtung des Dilemmas erwarten als von einer TV-Episode. Bei TNG ist es umgekehrt.

      Warum schreibst du so, GGH, als ob keiner das Dilemma sieht oder erkennen will? Das Gegenteil ist der Fall und nachzulesen, du brauchst es keinem erklären, der hier INS grottig findet.

      Der Film ist ja so ärgerlich, weil er all diese guten und komplexen Fragen ohne gescheite Gründe beiseite schiebt. Und eine klare wie problematische Antwort GIBT. Picard wird als Held geframt, der Aufstand „muss“ sein. Weil … also, im Prinzip hätte Picard seine vielgelobte aber genauso blöde Wutrede im heißgeliebten FC wiederholen können. Er fand halt, eine Grenze muss jetzt gezogen werden, es reicht, Urschrei und Bumm-Bumm!

      Einmal war es sein Hass, das andere Mal sein Verliebtheit. Plinkett hat recht: Dass das Volk und sein Love-Intresest so eindeutig „weiß“ statt fremdartig sind, macht alles eine Stufe unerträglicher. Hier geht es nicht um intellektuelle oder ethische Abwägungen. Deren Fehlen wird eingemahnt – und du wirfst deshalb den Kritikern fehlendes ethisches Bewusstsein vor? Ist das Gaslighting oder Strohmann oder im Gaslicht brennender Strohmann?

      Dass ich STIII wegen seines plumpen Umstülpens von Spocks Tod und Ethik für misslungen und ein Ärgernis halte, habe ich ja schon mal ausführlich zu Protokoll gegeben. Serienfans/Der Ichs Analyse auf YouTube dazu, in der er diese Rückabwicklung als wahnsinnnig geniale Ergänzung und philosophische Komplettierung sieht, finde ich völlig an den Nasenhaaren herbeigezogen. Zu Hingebogen ist der Film; die „Aussage“ deckt sich nicht mit der Handlung. Vielleicht kanns und wills dir Serienfan nochmal erklären.

      Aber selbst III geht bewusster mit seinem zugrundeliegenden ethischen Dilemma um als INS.

      Antworten
    • jcneal sagt:

      Ich denke, hier wird ein Detail übersehen:
      Die Soo’na (wo kommt dieser verdammte Apostroph immer hin!) mögen gesagt haben, sie wollen die Partikel um den Planeten Baku (Baa’ku’h?) ja nur „zum Wohle aller“ ernten, und der Admiral hat das (zuerst) vielleicht sogar geglaubt.
      Sicher? Nein! Es ging um einen Raubbau, die Quelle wäre damit unwiederbringlich zerstört worden, und einige wenige hätten ihren persönlichen Vorteil daraus gezogen. Bis die Partikel dann verbraucht gewesen wären.
      Kurzfristig hohe Erträge für wenige vs. nachhaltiges Handeln, Natur erhalten.
      Also eine ökologische Botschaft…. urghhhs.

      Riker hat seinen Joystick. DAS ist die zentrale Symbolik von ST:INS!!!

      Und Nemesis hat die weißesten Widersacher aller Zeiten; Gaslighting im Standgas.

      Antworten
    • VerwirrterTurnschuh sagt:

      In den Details und in der Ausgangslage finden sich stets große Themen und Möglichkeiten. Das ist auch und gerade bei den allerschlechtesten Filmen so. So bei NEM wie bei INS.

      Allerdings wurde aus diesen großen Ideen eben nur Joystickgefummel oder Buggygedröhne.

      Antworten
    • Ferox21 sagt:

      Das große Problem von Insurrection ist ja, dass er eigentlich ein interessantes Dilemma eröffnet, dieses aber einseitig beantwortet, wo eine qualifiziertere Diskussion notwendig gewesen wäre.

      Es geht hier ja darum, aus den Planetenringen ein Allheilmittel gegen alle möglichen Krankheiten zu extrahieren, was auch denen helfen kann, denen selbst ein Aufenthalt auf dem Planeten nichts mehr bringen würde. Und das, was man erhält wäre genug für Milliarden an Individuen.

      Auf der anderen Seite haben wir die 600 Ba’ku, die auf dem Planeten siedeln und dessen relative Unsterblichkeit genießen.

      Die Aussage des Films ist es nun aber, dass die Ba’ku das Recht haben, dort zu bleiben, was dann eine Extraktion des Allheilmittels unmöglich macht, weil dadurch der Planet für lange Zeit unbewohnbar würde.

      Und hier fehlt leider die weitere Diskussion, denn der Film steht eindeutig auf der Seite der Ba’ku und eine Abwägung, dass Picard durch seine Aktionen ungezählte, todkranke Menschen zu einem früheren Ableben verurteilt, findet einfach nicht statt.

      Oder es hätte einen anderen Twist gebraucht, bspw. dass die Ba’ku abseits von dem Planeten nicht mehr überlebensfähig wären und aussterben würden. Oder dass die So’na die Föderation angelogen haben und dass das Heilmittel entweder weniger gut wirkt oder es weit weniger Menschen helfen würde.

      Ich denke, man hätte das ruhig plumper angehen können, sowas wie, die Ba’ku sitzen halt auf Ressource XY, die man auch woanders bekommen könnte, nur eben nicht so leicht wie hier.

      Im fertigen Film wurde hier leider die Prämisse versaut, denn ich bin hier bei der geschilderten Ausgangslage nicht auf Picards Seite.

      Antworten
    • jcneal sagt:

      Allheilmittel ist ein gut gewählter Begriff.

      „Guten Tag, mein Name ist Ru’afo.
      Dr. Ru’afo.
      Ich komme einmal nur ganz zufällig hier vorbei und biete Ihnen zwanglos DAS ALLHEILMITTEL für alle Krankheiten an.
      Nachhaltig geerntet nur ein Planet dabei unbewohnbar gemacht +vielleicht in 200 Jahren zweite Ernte.
      Reicht garantiert für Milliaaaarden von Leuten kostet nur 7^13 Credits und völlig ohne Nebenwirkung.“

      Da würde man als alter Admiral doch sofort zuschlagen, oder? ;)

      Antworten
    • Ferox21 sagt:

      ^^ Ich denke schon, dass die Wissenschaftler der Föderation einmal über die Methode und dieses geplante Mittel drübergeschaut haben – und dass muss wohl so gut bzw. vielversprechend gewesen sein, dass der Rat der Föderation der Zusammenarbeit mit den So’na zugestimmt hat.

      Wobei die Föderation hier im Film auch wieder nicht gut aussieht. Eine kurze Meldung von Riker über die aktuelle Situation reicht schon aus und die werden zu absoluten Wendehälsen und machen mal eben eine 180 Grad Wende.

      Aber gut, es ist eh schon unlogisch, dass Dougherty hier nicht mit einem eigenen Schiff oder gar einer kleinen Flottille am Start ist, sondern offenbar nur bei den So’na mitfliegt.

      Antworten
    • G.G.Hoffmann sagt:

      „Der Aufstand“ hat mich damals im Kino kurzweilig unterhalten. Eine 103-minütige TNG-Episode mit viel Herz und Humor, von Jonathan Frakes ungezwungen in Szene gesetzt.

      Nennt mich oberflächlich, aber mehr erwarte ich gar nicht von einem Star Trek Film.

      Antworten
    • VerwirrterTurnschuh sagt:

      GGH, das ist ein Zwiespalt, nicht wahr?

      Einerseits zwei, drei dicke Absätze in der Tiefe des ethischen Dilemmas zu schürfen, das der Film thematisiert und vermeintlich darstellt (du am 6.1 um 17:14). Aber andererseits die herzerfrischende Oberflächichkeit des Films zu feiern – und sogar die eigene (heute um 17:53).

      Beim ersten Mal sehen empfand ich den Film übrigens auch gelungen TV-TNG-mäßig. Ab dem ersten Nachdenken nur noch mäßig. Das Finale war schon immer grottig, der Rest holte dann in der Nachschau dorthin auf. Ich erwarte mir von meiner Kultserie gerade im Kino einen hohen Wiederschaufaktor. Frei von Hirnscham.

      Antworten
    • G.G.Hoffmann sagt:

      Ich sehe da keinen Widerspruch. TNG ist doch insgesamt ein Unterhaltungsformat mit pseudointellektuellem Anspruch, in dem politische, philosophische, technische, naturwissenschaftliche, etc. Probleme allenfalls oberflächlich angerissen werden konnten.

      Die Geschichten bildeten oft Anstöße für Diskussionen, konnten aber keine allgemeingültige Antwort geben.

      Genau das hat auch ST9 geleistet. Nicht weniger, aber auch nicht mehr. Insofern war er für mich der beste TNG-Film im Sinne der Serie (von Picards Action-Hero-Einlage am. Schluss abgesehen).

      Antworten
    • VerwirrterTurnschuh sagt:

      „Die Geschichte bildet Anstoß für Diskussionen“

      Es folgt eine Disskussion zu den Themen und wie die Geschichte daran scheitert.

      „Mehr als kurzweilige Unterhaltung erwarte ich gar nicht.“

      Die Geschichte ist Diskussions-Anstoßer und -Stopper in einem.

      „Ich sehe da keinen Widerspruch.“

      Antworten
  10. Grinch1969 sagt:

    Wenn man den Film mit dem aktuellen Star Trek Gekröse vergleicht ist der doch pures Gold.

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