“Der Weltraum, unendliche Explosionen. Dies sind die Abenteuer von… irgendeinem bewaffneten Bumm-Bumm-Kahn vor einer schwarzen Sternentapete. – Kann ich jetzt bitte mit dem intellektuellen Intro-Gelaber aufhören und irgendjemanden verprügeln oder erschießen? Danke!“ – Keine Zeit mehr zu verlieren. Keine Kompromisse. Kein anderes Review. Kein anderes Bier!
Vorspann:
Misshandelte Kinder zeigen häufig ein und das selbe Verhalten: Sie schreien, spucken und reißen sich die Haare aus (und stecken sie sich gleich wieder rein – aufmüpfig halt!), sobald das Jugendamt sie von ihren Eltern trennen will. Und genau so reagierten wir auch auf unsere Zwangstrennung von Papa Berman und Mama Braga! – Damals in der schockierten Presse auch bekanntgeworden als der „NEMESIS-Zwischenfall“.
Obwohl diese asozialen Erziehungsverdächtigen jedem von uns brennende Zigaretten und Warpstäbe auf dem Arm ausgedrückt und uns wochenlang im (abgeschalteten!) Holodeck eingesperrt hatten, wollten wir nicht so recht gehen! Vielleicht, weil wir es vor gramgebeugter Scham auch gar nicht mehr konnten… Okay, zugegeben, wir waren verwahrlost, rochen wir ein Klingone nach dem rituellen K’ot im M’aul und hatten panische Angst, wenn in den Abendnachrichten die Worte „Voyager-Mission“ fielen, aber dennoch waren Berman/Braga alles, was wir kannten! Wir wollten partout nicht in die Pflegefamilie von Herrn Abrams, wo alle den ganzen Tag lächelten, als hätten sie Blockflötenunterricht mit einer gehörigen Portion Crack und einer Schlaganfallslähmung gemischt…
Doch nach 3 Jahren Dauerstreit in Internetforen und sogar zwischen meinen eigenen Hirnzellen („Ich will altes Trek!“ – „Ich will neues Trek“ – „Ruhe, ihr beiden! Ich will Firefly gucken!“) ist mir inzwischen alles egal. Irgendwann gibt man halt auf und die letzten Widerstände ab. Man kann nicht jahrelang den ganzen Tag „Sequels sind doof und Scheiße und Hausaufgaben stinken“ rufen, während die Abram’sche Pflegefamilie andere (dankbarere) Fans adoptiert, die daraufhin von Papa Grinsebrille viel lieber als wir gehabt werden! – Und außerdem kommen wir ja auch langsam in das Alter, in dem wir wehrdienstpflichtig werden, wie man den ersten Actiontrailern zu „Star Trek 11“ unverkennbar entnehmen konnte. Zeit also, um endlich erwachsenen zu werden und den Tat- und Todsachen gelangweilt bis vorsichtig interessiert ins Auge zu starren…
Von daher: Hinfort mit allem, was zuvor geschrieben wurde, hinweg mit Gerüchten, Vorabmeinungen und dubiosen Internetmeldungen („Letzte Drehbuchseite im Kaffeesatz von Daniel Räbiger gefunden!“). Ab dem Trennstrich zählt nur noch eines: Der Abend des 6. Mai 2009. Klapowski sitzt entspannt und (inzwischen) fast vorurteilsfrei in der deutschen Vorpremiere.
Vorhang auf, Review ab!
- Äh… Möchte vorher vielleicht noch jemand ein Eis?
Die erneute Zusammenfassung der Story erspare ich mir mal. Es geht um einen irren Romulaner mit Megaschiff, der Kirks Vatter kaputtgemacht hat. Als dieser Jahre später wieder auftaucht (Der Romulaner, nicht der Vatter), droht sich die Geschichte zu wiederholen. Und zwar just, als Spock, Kirk und die anderen Hottentotten zu ihrem ersten großen Weltraumabenteuer aufbrechen. Natürlich geht es auch um Zeitreisen und um die Rettung von ganzen Planeten… Und darum, einen gebrechlichen Leonard Nimoy (allein die Synchronstimme klingt wie knisterndes Altpapier, vermischt mit dem Pfeifen einer Herzlungenmaschine) für ein paar Minuten im Film zu zeigen.
„Irgendwo hier muss es sein! Spock? Sie können jetzt anhalten und ihre Motorradverkleidung ablegen!“ – Auf der Suche nach der nächsten Explosion: Kirk jagt eine fast schon kriminell unterhaltsame Bande, bestehend aus einer Großfamilie von TNT-Fässern und ein paar angeheirateten Antimaterie-Knallbonbons. Aber der neue Film bietet natürlich nicht NUR Action! Gerüchten zufolge sollen sogar 236 einsekündige Kameraeinstellungen in den „Director’s Cut“ einfließen, in denen sich lediglich 50% der Umgebung hektisch bewegen!
Fassen wir gleich das Wichtigste zusammen! Was tut ein Film, liebe Gemeinde? – Rrrrichtig! Er steht und fällt!
Und mit was?
Wieder rrrrrichtig: Mit dem Bösewicht oder der Hauptbedrohung im Plot. Und genau HIER scheißt die Story auch schon die Wand an:
Nero ist (wie einst Shinzon) der hochbegabte Sonderschüler, der es nie verwunden hat, dass er von seinen Schulfreunden stets ausgelacht wurde, weil er sich die Schuhe manchmal richtig herum anziehen konnte. Er ist diese Art von lachhaftem Bösewicht, der beim Festnageln seiner Grundmotivation den Nagel nur auf seinen eigenen Kopf trifft und sich dann über das ganze Blut wundert. Ein Nobrainer, bei dem die Stirntätowierung versehentlich aufs Hirn durchgepiekt wurde und der seitdem Ursache und Wirkung so sehr vertauscht, dass man schon Absicht unterstellen muss. Und zwar vom lieben Gott!
Somit ist Nero verdammt, für Dinge Rache zu nehmen, die niemand verursacht hat und genau die selbe Person verhindern könnte. Nämlich niemand. Ja, dieser tranige Typ würde sogar Jörg Kachelmann in die Sonne werfen, wenn er ihm die Schuld an einem Wirbelsturm im Jahre 1827 auf der Venus geben könnte!
Und natürlich hat Nero auch einen Haufen stummer Leibeigene, die mit der Eleganz eines pseudo-beschäftigten Media-Markt-Verkäufers in den Ecken herumlungern und auf ihr Stichwort warten. Nur das dies hier nicht „Ich hätte da mal eine Frage“ lautet, sondern „Könnten sie sich gerade vor meinen Phaser stellen, bis der Strahl sich abgekühlt hat? Danke!“. Niemand widerspricht hier oder denkt selbstständig (mangelnde Vorbilder auf der Leitungsebene?), alles ist zudem visuell chaotisch und es sieht aus wie bei Hempels (oder den Remanern) unterm Sofa! Von den 150 Millionen Dollar Budget müssen 50 in die durchaus netten (aber auch nicht überdurchschnittlichen) CGI-Effekte geflossen sein, während der Rest in die Entwicklung eines Computerprogrammes gegangen sein muss, das die Actionsequenzen sinnlos schneidet und zerhäckselt. Aber dazu kommen wir später noch…
„Verdammt, Captain! Mein Tipp-Ex ist schon wieder alle! Kann ich die restlichen Flugdaten bitte wieder mit einem schwarzen Edding auf unseren ‘Quick-View 4.000′ schreiben?“ – Schon abgeschrieben: Chekov berechnet schon mal die Flugbahn seines Beerdigungs-Torpedos (Siehe das Ende von „Der Zorn des Khan“). Wem das etwas albern vorkommt, der möge sich in Erinnerung rufen, dass Councellar Troi ihre Psycho-Analysen oft ebenfalls auf eine Glasscheibe krakeln musste. Auf der Innenseite eines mit Wasser gefüllten Haifischbeckens…
Das alles wäre nicht mal besonders schlimm, wenn es wenigstens zu einer großen Abschiedsszene von Big Bad -„Wer hat da wieder einen Reifenabdruck auf meiner Stirn hinterlassen?“-Nero gekommen wäre. Fast möchte man hier im Nachhinein „NEMESIS“ loben (dass ich DAS mal sag… hervorwürgen würde!), der sich immerhin BEMÜHT hat, das alte Sprichwort vom „Aug um Aug“ wortwörtlich umzusetzen. So eine große Abschiedstournee kommt hingegen meist nicht so gut, wenn der Abservierte bis zum Schluss(!) un- und leichtgläubig vom Hauptbildschirm runterglotzt. – Der aus irgendeinem Grund die ganzer Zeit verrauschter daherkommt als mein alter Schwarz-Weiß-Fernseher, wenn man die Zimmerantenne abgeknickt…
Sprich: Der Böse stirbt mit dem Elan einer korrigierten Vorhautverengung oder dem Entfernen eines Blinddarms. Nicht mal ein kluger Spruch („Kirk! Ich hasse sieeeee… äh… auf anspruchsvolle und irgendwie klassisch-griechische Weise!“), ein bisschen Zeitlupe oder ein letzter hasserfüllter Blick sind ihm und uns vergönnt! Ein persönliches Treffen, das ich übrigens schon bei „Der Zorn des Khan“ schmerzlich vermisste, bleibt ebenfalls ein Wunschtraum. Okay: Vielleicht nicht von mir, aber eventuell von Leuten, die diesen Film total knorke fanden…
Die Geschichte ist in ihrer infantilen Einfachheit kaum zu überbieten. Auch wenn man DAS immerhin ständig versucht hat. Eine kritische Auseinandersetzung verbietet sich daher eigentlich, wenn man sich nicht in Floskeln wie „Das waren aber 37 kooomische Zufälle“ oder „Aus welcher Baureihe ist eigentlich das romulanische Superschiff mit der Nummer 192?“ verlieren möchte. Hier gibt es mit der breiten Maurerkelle einen Spritzer Planeten-Untergang (erhoffte Zuschauerreaktion: „Huuui! Hoffentlich passiert DAS der Erde nicht!“), einen eher klischeehaften Alt-Altspock (Bitte hier 3 bekanntere Zitate und etwas Altersheimgeruch denken), die übliche Zeitreise (wobei diesmal alles Paradoxe fehlt, das normalerweise eine Zeitreise spannend macht) und alle paar Minuten ein bisschen Bumm-Fallera. – Mainstream-Star Trek at it’s bermanst!
„Möge Mach 1 mit Dir sein!“ – „Das ist der blödeste ‘Ich schmeiß Dich gleich den Abgrund runter’-Oneliner, den ich je gehört habe!“ – Kampf um Mitt… Schüttelerde: Da die Zinsen gerade im Keller sind, spart der Film seine Action nicht. Ich bin mir sogar relativ sicher, dass auf der RÜCKSEITE dieser Plattform ebenfalls mit magnetischen Stiefeln aufeinander ein- und ausgedroschen wird…
Wobei ich gegen einen GUTEN doofen Film gar nichts gehabt hätte. Schauwert statt Schlauwerte sind da bei mir durchaus zugelassen… Aber dafür ist mir hier der Mainstream-Hauptstrom ein bisschen zu schlammig an der Zuleitung. So hätte ich mir beispielsweise einiges mehr an Außenmissionen erhofft! Ganze 3 (Draußen-)Minuten auf einem Eisplaneten sind nicht unbedingt etwas, was ich mir 2009 – oder 1979 – von einem SF-Film erwarte! Und Vulcan sah ja diesmal auch nicht übel aus (wobei sich das storybedingt später ein wenig ändert – Hüstel), erschöpfte sich aber in meist verwackelten Husch-Husch-Aufnahmen für Diaschauliebhaber.
Tatsächlich ertappte ich mich sogar dabei, dass ich mir die schöne Berglandschaft von Star Trek 9 zurückwünschte, Zefrem Cochranes Waldlichtung mit angeschlossener Kneipe in Star Trek 8 oder die grobporigen Pappfelsen aus Star Trek 3! Da lasse ich dann auch gerne mal zwei Eismonster gerade sein, wenn sich ein Film die Zeit nimmt, den eigenen Namen in den Schnee zu pinkeln…
Visuell NOCH schlimmer ist aber die Eigenart moderner Kinofilme, alle Schnitte mit der Eleganz eines medialen Maschinengewehrs rauszuballern. Ob Prügelszenen oder Weltraumaction: Das Ganze wirkt, als hätte der Cutter von „Ein Quantum Trost“ wieder mal einen epileptischen Anfall bekommen und das Material kurz- und klein geraspelt! Ich konnte der Action fast nie folgen („Wer liegt denn da gerade am Boden? Altkleidersack oder Sternenflottenoffizier?“) und empfand eigentlich alle rasanten Sequenzen so spannend wie ein Achterbahnvideo, bei dem alle 10 Sekunden ein Bild geknipst wurde.
Warum nicht im Weltall mal 3 harmlose Sekündchen einen herannahenden Torpedo zeigen, während sich die Musik dramaturgisch aufbaut wie ein guter Schichtkuchen? Was soll denn immer dieser unerträgliche Brei mit Beta-Carotin-farbenden Explosionen, bei denen in einer halben Sekunde 7 Phaser und 3 Torpedos ihr Ziel finden? Das findet doch nicht mal ein Spanner spannend, von einem Zuschauer mit der theoretischen Aufmerksamkeitsspanne von „Kann sogar lesen!“ ganz zu schweigen! Note für die Action daher: 5- (Mit Sternchen)…
„Tut mir leid, Uhura. Ich als Vulkanier kann Sie einfach nicht lieben… Zumindest nicht im Moment, doch sobald der Captain wegschaut, krempel ich mir wieder die Hose runter und verpasse Dir 30 Zentimeter Grünspan, die sich nicht gewaschen haben, harrharr!“ – Liebgewonnene Charaktereigenschaften entlaufen. Belohnung für den Finder: Alle drei TOS-Staffeln mit dem kompletten psychologischen Schulungsmaterial!
Die Musik ist mir ebenfalls nicht positiv aufgefallen. Alles nur lahmes Gegrummel aus dem Kehlkopf der Orchestersoundtracks. Ungefähr SO könnte es sich anhören, wenn die Altmeister Jerry Goldsmith oder John Williams ihr eigenes Schnarchen aufnehmen würden… Noch trauriger stimmt einen der Abspann, wenn Bild und Ton plötzlich wieder an alte Trek-Zeiten erinnern: Erst jetzt gibt es fremde Welten, bunte Weltraumnebel, Spock spricht den alten Serienvorspann und die altbekannten Fun-Fanfaren blasen zum stellaren Zapfenstreich! – Im Film fühlte ich hingegen nur den Entdeckergeist von Studenten, die primär an der Erforschung ihrer sexuellen und nierentechnischen Leistungsfähigkeit interessiert waren. Kein Wunder, wenn der Film da schon zu Beginn klarstellt, dass es zukünftig noch immer Nokia, Budweiser und Jack Daniels geben wird…
Die Figuren sind trotzdem soweit Okay geworden. Am besten (in Wort UND Bild) gefiel mir Pille als ewig mosernder Armverschränker, dicht gefolgt von Scotty, der allerdings fast schon ZU lustig war und natürlich Chekov als wandelnder Akzentwitz. Kirk ging als überheblicher Schönling ganz gut durch, hätte aber auch von einem anderen der geschätzten 3.000 Nachwuchsschauspieler verkörpert werden können, die meist mit Ende 20 in schlechten Teeniekomödien einen fiesen Highschool-Footballstar um die 16 spielen. Spock war auch Okay, stank mit seiner austauschbaren Milchgesicht-Mundpartie aber mächtig gegen TOP ab (= „The Original Pferdefresse“). Uhura war so sexy, dass es fast schon weh tat (*auf gespannte Hose zeig*) und Sulu war der lobenswerte Quotenjapaner mit der Nahkampfausbildung. Solche Leute muss es ja schließlich auch geben…
Ein GANZ großes Lob muss ich auch für die Verwendung all dieser unterschiedlichen Figuren aussprechen: Jeder einzelne bekommt mindestens eine große Szene oder besitzt ein Fachwissen, ohne das die Mission (Nero totmachen) nicht zu meistern gewesen wäre. Uhura ist beispielsweise nicht mehr länger die Callcentertussi mit der Ausbildung zum Zuhören und Antwort geben, sondern eine multilinguale Kommunikationsexpertin! Auch, wenn die Story in eine leere Banane gepasst hätte: Dieser Aspekt hat mir zwischendurch doch recht viel Freude gemacht!
Ebenso wie der Humor! Genau genommen ist er sogar das einzige Element, das diese flutschige Mainstream-Sturzgeburt vor dem totalen Wertungsabsturz bewahrt: Wenn Pille unserem Kirk alle paar Sekunden eine Spritze in den Nacken jagt („Au! Lass das!“), Scotti sich in einer von mir vermuteten Lebenspartnerschaft mit einem gnomigen Hutzelalien befindet („Geh da runter!“) oder Kirk während des Kobayashi-Maru-Tests herzhaft in seinen Apfel beißt, so zeigt das sehr schön auf, was mit dem neuen Team alles möglich wäre! Nämlich eine 2-Stunden-Studentenparty mit anschließendem Leersaugen der Lachgas- und Heliumballons! (Aufgedunsene Gummihände müssen von zu Hause mitgebracht werden)
Für die Fortsetzung hätte ich daher gerne meeeeehr davon, am liebsten im Stil von „Star Trek 4“. Von mir aus dürfen die dann auch Riesenkraken aus dem Jahre 2009 in die Zukunft schaffen, um eine rumheulende Tintenfisch-Sonde ruhigzustellen!
„Shinzon? Nein, ich habe keinen Ururururenkel mit diesem Namen. Aber… HALT! Ich besitze einen antiken Klonkessel, der auf diesen Begriff hört! Den gebe ich aber an meine Nachfahren weiter, hört ihr?“ – Gibt sichtbar ein schlechtes Bild ab: Nero. Unser Vulkanier Spock findet den Gegenspieler allerdings höchst „faszinierend“. Das letzte Mal, als er jemanden gesehen hat, dessen Kopf breiter als hoch war, war es William Shatner…
Logiklöcher (und Schusslöcher allgemein) gibt es natürlich auch, auch wenn mir nur wenige erwähnenswert erscheinen: Die blöde Bohrerei in den Planetenkern hätte man sich doch beispielsweise sparen können, oder? Schwarzes Loch irgendwo auf die Oberfläche klatschen und gut ist! – Man operiert ja auch nicht erst unter Vollnarkose am Brustkorb herum, wenn man jemanden ins Herz schießen will! – Und warum hat Spock unseren Kirk bei der ersten Meinungsverschiedenheit gleich auf einem Eisplaneten ausgesetzt? Waren alle Arrestzellen mit nörgelnden Alttrekkies besetzt? Oder handelte es sich um eine Arbeits- und Kulissenbeschäftigungsmaßnahme für Liebhaber der sibirischen Landschaftsgestaltung…?
Etwas kurz kommt auch Opa Pike! Dabei war das Potenzial so groß: Entführt auf das gegnerische Schiff, gefoltert(?) und mit Wurm im Hirn. – Er und Nero hätten sich die moralische Hucke volldiskutieren können, immer wieder unterbrochen durch kleine Nierenschläge und spontane Beinamputationen, die die Hierarchie untereinander festlegen. Doch nix da! Rumliegen und geistig tief fliegen ist angesagt.
Dass Spock ausgerechnet mit Uhura anbändelt, war zwar schwer zu schlucken (und wir wissen nicht mal, was SIE schlucken musste), war aber eventuell unvermeidlich. Als einzige Frau MUSSTE sie sich natürlich für einen der Jungs interessieren, um den üblichen Love- und Knatterfaktor zu besitzen, der für Ami-Filme anscheinend Pflicht ist. Und, ganz ehrlich: Hätte sie es mit Pille getrieben („Ich bin Arzt, kein verdammter Deckhengst!“) oder sogar gleich mit Kirk („Ihre männlich-überhebliche Art hat mich schwach gemacht!“ *Schmacht*), wäre das wohl auch nicht unbedingt besser gewesen.
Alles andere wurde eigentlich recht moderat modernisiert: Von dem Warpgashebel der Marke „Welche Heißwasserstufe hätten sie denn gern?“ vielleicht mal abgesehen, ist das Brückendesign auch nicht kontroverser als damals das von ENTERPRISE. Und da selbst bei ruhigen Gesprächen die Kamera schon mal den Flug eines Kolibris imitiert, sieht man eh nicht viel mehr als grob einen futuristischen Badezimmerlook („Verwaschene Edition“©). Gebeamt wird natürlich immer noch (jetzt halt in kreisenden Bewegungen – besser für das Zahnfleisch), Phaser machen immer noch „Zisch“ und Torpedos Witwen.
„Captain, wir sollten die moralischen Konsequenzen unseres Handelns kurz besprechen, um…“ – „Sind sie jetzt voll schwul oder sind ihnen die letzten 30 Quadratkilometer Vakuum zu leise explodiert?“ – Tiefgang nur für Unterseetorpedos: Würde Immanuel Kant einen Kinofilm konzipieren, er sähe garantiert GANZ anders aus als dieser hier! Aber etwaige inhaltliche Defizite wurden von J.J. Abramas sehr gekonnt dadurch kaschiert, dass Spock spitze Ohren und Augenbrauen besitzt…
Der alte Spock wirkt so gebrechlich, dass man sich beim Anschauen fast nicht zu zwinkern traut, um ihn nicht von der Leinwand zu fegen. Ein klein wenig erzwungen kommt sein Auftritt sowieso daher, zumal er selber nicht sonderlich aktiv in die Handlung eingreift („Das und das ist geschehen. So, jetzt seid IHR dran, alles heile zu machen! Tschüss!“). Lieber verarscht er das Raum-Zeit-Kontinuum, dessen Rettung und Wiederherstellung hier nicht mal in Betracht gezogen wird. Klar, denn nur so konnte man diesen Film und die neue Zeitlinie überhaupt erklären…
Fazit: Je länger ich über den Film nachdachte, desto mehr ärgerte ich mich! Die Grundrezeptur (Witze, Action) mundete ja sogar recht gut. Leider hat der Koch am Schluss aber noch einen Haufen Salz (Doofe Schnitte, Hirnlos-Story) drübergekippt, weil er den vermutlich mit dem Zuckerguss verwechselte. Das (phantom)schmerzt vor dem Hintergrund so mancher Trekfilm-Klassiker dann umso mehr. – Noch nie hatte ich in diesem Franchise das Gefühl, so sehr von den Actionsequenzen abgekoppelt zu sein!
Daher: Die selbe Story in klug, einen Gegenspieler, der mehr als ein Türsteher mit fliegender Bohrinsel ist und noch ein paar mehr Charaktermomente, schon wäre der Weg offen für eine total durchschnittliche 08/15-Breitwandunterhaltung. – Womit „STAR TREK – Der nächste Versuch“ dann genau so wie 80% der klassischen ST-Filme auch wäre…
DAS hier ist jedoch nur ein netter Versuch, drei Jahre des völlig schwachsinnigen und unangebrachten Hypes endlich enden zu lassen! Wer auf doofe Story und “In 20 Jahren garantiert kein Klassiker”-Inszenierung steht, mag sogar gerne zuschlag… -schauen. Ich hingegen bin eher enttäuscht und erwarte innerhalb der nächsten 4 Wochen mindestens drei Shatner-Interviews, in denen der Altstar verspricht, den verhunzten Auftakt genau so zu reparieren, wie es in seinen Büchern steht…
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Selbstverständlich! Denn ein echter Nörgel-Hoffmann zeichnet sich zuvörderst durch absolute Prinzipienlosigikeit und Beliebigkeit seiner Meinung aus. Was schert mich mein Geschwätz von gestern? Aber in diesem Fall sehe ich noch nicht einmal einen Widerspruch. Denn wie Du weißt, konnte ich mich bis heute nur deshalb nicht zu einem kompletten TOS-Dampfhammer durchringen, weil mir absolut nichts Böses gegen diese Serie und seine Charaktere einfällt, gleich in welchem Gewand sie daherkommen (* Abrams-Bettwäsche aufzieh *). Einem einfachen Gemüt wie mir genügt es vollkommen, wenn Kirk in einer Star Trek Produktion vorkommt, um dem Film das Prädikat “besonders wertvoll” zu verleihen.
Hab mir den Film gestern mal angesehen.
Ganz ehrlich, ich ging aufgrund dieser völlig irren Lens-Flare-Orgie nach 2 Stunden mit üblen Kopfschmerzen aus dem Kino. Hab mal wo gelesen dass das absichtlich so gemacht wurde, um den ‘Wow’-Effekt (bedingt durch das neue, helle Innenesign der Enterprise) noch zu verstärken. Schönund gut, mir wars zuviel.
Ansonsten:
Ein mit völlig übertriebenen Actionszenen vollgepumpter Durchschnitts-Sci-Fi Steifen ohne jeglichen Anspruch. Hätte man die Namen der Crew geändert und den Film statt ‘Star Trek’ x-beliebig umbenannt, keiner hätts gemerkt.
KEINE wirklich ruhige Minute gönnt sich der Film. Eine Szene in der Machart, als Picard und Data die Phoenix bestaunen (‘Berührungen verbinden’), Kirk Spock erzählt, dass er beim Test mogelte (nur echt mit Lesebrille und Seniorenfeeleing), ja SELBST NEMESIS (!) hatte seine Momente, als Picard Shinzon ein letztes Mal von seinem teuflischen Plan abbringen möchte. Der neue Film wirkt mit derart gehetzt, derart auf hipp und jugendlich getrimmt, dass es weh tut.
Beispiel:
Kirk entkommt aus dr Rettungskapsel und erkundet den Eisplaneten: Was um Gottes Willen hätte DA dagegen gesprochen, das Tempo zu drosseln und Kirk einfach seelenruhig in die doofe Höhle, in der Spock lebte, wandeln zu lassen?
Nein, stattdessen muss ihn ein billig animiertes Alien direkt in besagte Höhle hetzen, es hätte nur noch Tusken Raider (Star Wars) gefehlt, die grunzend und spastisch zuckend Spock und Kirk zu Scottys Basis hetzen – mich wundert, dass man den beiden zumindest in dieser Einstellung eine ruhige Minute gönnte.
Weh tun auch dei Kameraschnitte, ich hab schon Transormers deswegen gehasst.
Das Casting hat soweit geklappt, die meisten Figuren kommen ganz glaubwürdig rüber – Pille (Karl Urban) gefiel mir als dauernd pessimistischer Armverschränker DEFINITIV am besten, Scotty dagegen war ein Witz. Uhura (Zoe Sandana) gefällt – sehr scharf und mmn als Sprachengenie / Comm-Tusse wesentlich glaubwürdiger als Hoshi Sato. Dass Sulu auf einmal Koreaner ist, ist ein mmn vernachlässigbares Detail. Chekov ist besser als erwartet, die deutsche Snychrostimme von ihm sehr gelungen.
Nero samt Plan die erwartete Katastrophe. Die Figur nicht mehr als ein irrer Türsteher mit bööööser Tätowierung. Spock kam erwartet unmotiviert / gleichgültig rüber.
Super Review! Ich bin zwar noch keine 45, musste aber trotzdem ab und an die Augen vom Geschehen abwenden um nicht zu kotzen. Als Sci-Fi Streifen ohne Star Trek Bezug wäre das Remake irgendwie belanglos und peinlich.
Karl Urban bekommt hoffentlich im unausweichlichen zweiten Teil mehr Screentime.
————
So viel Spaß hatte ich nicht mehr, seitdem damals viele Leute NEMESIS gut fanden! Von denen hört man heute übrigens auch nichts mehr. Was ist eigentlich mit denen passiert?
Eingeschult worden?
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Hehe, sehr schön.
Seit letztem Mittwoch ist ja doch einiges an Zeit ins Land gezogen und was soll ich groß schwadronieren, der alte Mann hat absolut recht. Ich mag es wie Jayjay mal völlig respektlos und radikal dieses vermeintlich unantastbare Franchise zerpflückt und mit dem Vorschlaghammer in ein neues (rettendes?) Zeitalter bugsiert hat. Wahrlich ein freischaffender Künstler. Soviel Frechheit verdient einfach meinen Respekt. Das war Star Trek, nur mit dem Unterschied, daß es mal wieder unterhaltsam und frisch war nach all den Jahren. Bin absolut d´accord mit dem Cast, den blassen und austauschbaren Bösewicht Nero mal außen vor gelassen. Storytechnisch ist das Ganze sicherlich noch ausbaufähig. Ich denke da kann man in puncto Dialoge und Charakterentwicklung noch einiges raushauen, aber ansonsten ist der Film alles andere als kurzweiliges Popcorn-Kino. Das Ding wird uns alle noch lange Zeit beschäftigen. Das wurde mir gleich klar, als ich mit Sparki, ins Gespräch vertieft, durch den Notausgang in dunkle Kino-Katakomben ohne Ausgang stolperte.
Was mich bei dem neuen Film WIRKLICH irritiert, ist nicht unbedingt die Story oder deren unterschiedliche Bewertung auf Seiten der Zuschauer (unterschiedliche Geschmäcker und so, wisst ihr?).
Mir ist es vielmehr ein unlösbares Rätsel, wie IRGENDWER von den Actionsequenzen begeistert sein kann! Das hat schon nichts mehr mit subjektiver Beurteilung zu tun, sondern schlichtweg mit biologischen Grenzen der visuellen Aufnahmefähigkeit.
Obwohl ich mich extra nach gaaaaaanz hinten in den Kinosaal gesetzt habe, um die Übersicht zu behalten, habe ich von den Raumschlachten nur ein irres Flirren wahrgenommen: grün, rot, gelb. Und selbst mein Kumpel Willi, dem sonst kaum was zu hektisch ist, meinte am Ende, dass das fast so schlimm wie bei “Quantum Trost” gewesen sei.
Oder gehe ich da mit dem falschen Anspruch dran? Will man heute gar nicht mehr sehen, WIE das Endergebnis der Action (=echt coole Schiffwracks) zustande kommt und welche Bahnen die Torpedos bestreiten? Sagen sich die jungen Leute einfach “Das klappt schon irgendwie”, so wie bei der Wahl des Bundestages oder die Auflösung der Weltfinanzkrise?
Sparki, Hoffmann, sagt mal was! Ihr fandet den doch g… gut!
Mmh.. tja… keine Ahnung. Im Gegensatz zu “Ein Quantum Trost” haben mich die raschen Schnitte und die Handkameras überhaupt nicht gestört. Ich vermute einfach, daß ich immer noch so geschockt von der Anfangsszene des neuen Bond bin, daß mir alle ihm nachfolgenden Actionfilme des letzten halben Jahres sehr gemütlich vorkamen. Ich finde, man gewöhnt sich recht schnell an diese neue Optik. Sie hat aus meiner Sicht zudem den Vorteil, daß man sich einen Film viel öfter ansehen kann, weil man immer wieder neue Details entdeckt, während die schnarchlangweiligen Kamerafahrten früherer Filme (z.B. 2001 – Odyssee im Weltraum) ein zweites Hinsehen nicht erforderlich machten.
So betrachtet wird auch verständlich, wie das relativ hohe Budget von 150 Millionen aufgezehrt wurde. Dafür, daß viele Kulissen und CGI-Effekte nur eine minimale Screentime haben, hat man einen Riesenaufwand betrieben. Schaut man sich etwa die Kinofilme 1-10, insbesondere Nemesis, einmal Szene für Szene an, wird deutlich, wie billig dort vieles aussieht. Bessere Theaterkulissen aus Pappe, vor denen die Darsteller agieren. Demgegenüber wirkte für mich ST:11 in den meisten Szenen teurer und detailverliebter.
Schon freue ich mich auf den Director’s Cut, der für die DVD-Veröffentlichung angekündigt wurde. Viele Szenen aus den Trailern habe ich im Film gar nicht gesehen (mag allerdings auch auf die schnelle Schnittfolge zurückzuführen sein): z.B. Spock als Säugling, Sarek auf der Terrasse mit Spocks schwangerer Mutter… Vieles scheint der Schere zum Opfer gefallen zu sein. Angeblich auch eine Szene, die das lange Warten Neros auf das Eintreffen des alten Spock erklärt.
@ G.G. : Dann hätte der Film gleich als direct2dvd rauskommen sollen ^^ Kann ja nicht sein dass man dem Kinopublikum ne totgeschnittene Version präsentiert und sich den eigentlichen Film für die DVD aufhebt.
@Darkk:
Also daß ein Drittel des gefilmten Materials weder in der Kinofassung noch in irgendeiner späteren Special-Edition landet, sondern für immer im Archiv verschwindet, ist bei den meisten Filmen so. Der Final Cut ist immer ein Kompromiß, verbunden mit der Hoffnung, daß man den optimalen Mittelweg zwischen zuviel und zuwenig gefunden hat.
@ Klapowski
Man man man …. DU SPRICHST MIR AUS DER SEELE!!!
Kann es sein, dass du der Typ neben mir im Kino warst? Der saß genauso kopfschüttelnd im Sessel wie ich … “Männerabend” im Cinemaxx, was auch immer das sein soll…
Ich hab nach dem Film nahezu die gleiche Meinung gehabt wie du:
- Zu schnell und hektisch geschnitten
- die nicht vorhandene Story kritisiert (kann man etwas nicht vorhandenes überhaupt kritisieren?)
- hab auch direkt den Bösewicht aus Elf mit Shinzon (oder wie auch immer der Kojak-Lulli aus Nemesis noch hieß) verglichen, kann mich aber nicht mehr an seinen Namen erinnern, glaub das ging in die Richtung eines römischen Kaisers, oder eines Brennprogramms… ach auch nicht so wichtig. Wusste nur noch, dass er irgendwelche misslungenen Tattoos hatte….
- Was war nochmal seine Mission? Ach ja er wollte sich am Film für die granatenschlechte Handlung rächen.
- hab mich im gleichen Atemzug darüber gewundert, dass die Romulaner mal wieder so ein Super-Schiff bauen konnten (warum haben die schiffe der Bösen seit einigen Jahren eigentlich immer fiese Ranken? Soll das abschreckend wirken?)
- hab mich richtig über Pille gefreut, ein gelungener cast!
- Spock kann von jedem >= 1.80 m großen Typen gespielt werden, der in der Lage ist versteift und waagerecht im Raum zu stehen. Eben die Haare plattdrücken, ein paar Ohren drankleben, schlüsselwörter wie “faszinierend” auswendig lernen … und fertig ist der neue Spock! Gibt’s nun auch bei Burger King!
- Die Fechtszene auf dem Bohrer ist bestimmt aus nicht verwendeten Szenen von Episode 1-3 recycelt worden. George Lucas hatte bestimmt Mitleid mit Star Trek…
- Für Scotties kleinen Freund gilt das gleiche…
- Für die anderen nicht bekannten Aliens aus der Freakshow ebenso
- Warum gab es nochmal den Bohrer? Achja… Wir bohren jetzt ein Loch in euren Planeten !!!!!!!!!!! Und wenn wir beim Kern sind schmeißen wir ne bombe mit roter Materie rein!
- Was mich wirklich beeindruckt hat: Die rote Materie war tatsächlich rot! Da hat der Film nicht zu viel versprochen, nun will ich aber auch so ne riesige Lavalampe mit roter Materie in meiner Wohnung…
- Die Bohreridee ist übrigens von Armageddon geklaut! Der Soundtrack war da aber wenigstens akzeptabel und es gab einen bruce willis … (der kann Bohren!!!)
- Warum ist eigentlich niemand vorher auf die Idee gekommen auf den Bohrer zu ballern? Ist bestimmt nicht so schlimm, dass da so ein Raumschiff aus dem Orbit heraus einen gelben Strahl auf den Planeten richtet… Offiziele Presseerklärung: “Ist nur Wetterleuchten! Wie die Kruste schmilzt? Die haben sicherlich friedliche Absichten! Huch verplappert – aber nicht der Bevölkerung verraten! Der Landstrich war übrigens eh hässlich! Können uns übrigens auch nicht erklären wie der ganze Weltraumschrott da oben in unsere Umlaufbahn gekommen ist… , die tätowierten Gäste haben damit sicherlich nichts zu tun… (mist wieder verplappert, es gibt keine Bedrohung!!! Kein Grund zur Sorge, wir evakuieren den Planeten ohnehin nicht)
- Haben die Vulkanier etwa keine MIG29 übrig gehabt, die das ding pulverisieren konnte? Scheiß Pazifistensäue, selbst schuld, dass deren Einöde vor die Hunde ging… Hauptsache dieser Möchtegernrat sitzt erstmal während des Wetterleuchtens händehaltend um irgendeine Statue (während des “jede zelle meines körpers ist glücklich”-Singens)
- Du hast völlig vergessen, diese sinnlose Szene mit dem Auto und dem Abgrund zu erwähnen (oder hast du etwa das Glück, dass du sie bereits verdrängt hast? Dann wär ich echt neidisch!). Die Jugend von übermorgen taugt offensichtlich auch noch nicht… Da fährt Anaki… äh Jim der Rotzlöffel mit ner alten Bezinschleuder einfach mitten durch die Wüste blind auf einen Abgrund zu … hups da war ja was… GENAU BREMSEN!!! Aber da driften viel cooler ist (gibt’s ja auch bei need for speed und so), musste man eben zeigen, wie schnell man im 23. Jahrhundert so ein Auto entsorgen kann… ganz ohne Abwrackprämie und andere Hindernisse… Dieser Bulle, Judge Dredd oder so, hat sich jedenfalls anschließend nur über den Burschen gewundert…
- Welches Super-Mario-Level haben die Set-Designer eigentlich für den Maschinenraum nachgebildet? Generell scheinen Röhren ja auf der Enterprise ähnlich wie in Mario-Spielen zu funktionieren (Scottie hatte bestimmt seinen Spaß bei seinem Ritt)
- Die Szene als Kirk und Spock den Föderationsaußenposten auf dem Eisplanten betreten haben wurde bestimmt in einem Kühlraum oder Fleischverarbeitungsraum eines REAL-Supermarktes gedreht… sieht bei uns im Ort dort zumindest ziemlich genauso aus)
Ansonsten sehe ich es ähnlich wie du: Potential für weitere Filme ist vorhanden. Lustige Crew, nettes Brückenset, die Mädchen tragen wieder minis und es gab eine sexy Uhura (wie war nochmal ihr Vorname? Hat jemand ihre Nummer ihres neuen Nokia-Handys? Die gab’s als Sonderprämie für jeden Schauspieler, dafür aber kein Weihnachtsgeld).
Vllt gibt’s im nächsten Film ja auch dann Action die ich nachvollziehen kann. Das olle Geflimmere muss ich mir irgendwann mal in halber Geschwindigkeit anschauen wenn irgendein Familienteil meint, mir ELF auf DVD schenken zu müssen.
Warum ist es eigentlich heutzutage so schwierig Action einfach nur imposant wirken zu lassen? Warum muss man damit so übertreiben?
Die Enterprise ist doch ein riesen Schiff… warum kann man nicht einfach den Kampf zweier solcher Schiffe zeigen? Und das ganze sollte bitteschön RICHTIG TRÄGE sein. Genau so träge, dass man beim Ausweichen eines Torpedos im Kinosessel mitgeht und sich denkt … NOCH EIN STÜCK… NOCH EIN STÜCK… BITTE .. DAS MUSS REICHEN…. JAH!!! HAH IHR TREFFT UNS NICHT IHR ANFÄNGER!
Und dann geben sich die beiden Schiffe einfach einen Wahnsinnsfight, schießen in annehmbarer Geschwindigkeit aus Allen Rohren und die Azubis stopfen im Akkord Torpedos in die Luken. Ich will endlich eine EPISCHE RAUMSCHLACHT mit zwei, maximal drei Schiffen. So wie in Star Trek 2… nur noch etwas träger (bin ja schließlich nicht mehr so jung wie früher).
Aber auf mich hört ja keiner!
Gruß
Mani
@Mani
“beim Ausweichen eines Torpedos…”
Wenn in Star Trek bislang etwas völlig ballaballa war, dann, daß man vor Torpedos ausweichen konnte und Phaser das Ziel verfehlt haben. Man wird ja wohl davon ausgehen dürfen, daß moderne Waffen mit allen möglichen Zielerfassungssystemen ausgerüstet sind und ein Torpedo dem Ziel folgt (im 20./21. Jh. ist das jedenfalls so). Erstaunlich, daß in ST:6 Uhura erst darauf aufmerksam machen mußte, daß ein Torpedo mit einem entsprechenden Sensor ausgerüstet werden kann und Spock und Pille zunächst ein solches Exemplar basteln mußten, weil man so etwas nicht vorrätig hat. Natürlich mußten sich zum Zwecke dieser Operation erst zwei senile Führungsoffiziere in einen Torpedoschacht begeben, weil es die hochqualifizierten Bordphysiker total überfordert, einen Torpedo entsprechend zu schalten.
In dem hochgelobten ST:6 fragt niemand nach Logiklöchern.
@ GGH
Star Trek 6 hat in der Tat viele Logikfehler, aber hey … wir reden hier schließlich von Star Trek! Welche Logik also?
Warum regt man sich trotzdem über Elf auf, aber über Star Trek 6 nicht?
Das liegt einfach daran, dass “Das unentdeckte Land” eine atmosphärische Storyline hatte. Wenn man sich am Ende eines Films gut unterhalten fühlt, dann erscheinen selbst große Logiklöcher nur noch wie winzige Einstiche mit einer Prickelnadel. Rosarote Brille ole!
Die Action wirkte halt einfach nicht übertrieben, sondern man kam mit! Der Bösewicht war sogar RICHTIG böse (Augenklappen sind einfach cooler als Tattoos) und er zitierte laufend Shakespeare. Zudem gab es noch diese miesen Verräter, die wollte man sowieso direkt aus der nächstbesten Luftschleuse werfen! Sabotage & Verrat in den eigenen Reihen ist halt stilistisch gesehen ein absoluter Evergreen. Man hatte also mit wenigen Mitteln ein recht einfaches, aber ausdrucksstarkes Feindbild geschaffen. Die Guten Charaktere (scottie und co) sind aus irgendwelchen Gründen sowieso über alle Zweifel erhaben!
Die Massen an kleineren Logikfehlern sind halt dann naiverweise absolut verzeihlich ;)
Diesen Bonus hat der Cast von Elf noch nicht!
Auf die Masse kommt es halt insgesamt an. Die Logikfehler aus Elf sprengen meiner Meinung nach einfach alles bisher da gewesene in Star Trek – Filmen. Wenn wenigstens die Handlung einigermaßen akzeptabel gewesen wäre, hätte ich gerne darüber hinweg gesehen, aber diese existiert ja praktisch nicht. Stattdessen wird man mit Actionflimmern aus allen Phaserrohren bombadiert.
Hier hat Star Trek 6 schließlich auch genug Ballerei gezeigt, aaaaaaaber zwischen 3 großen (trägen) Schiffen und nachvollziehbaren Kamerafahrten. Während Rom(u)-Nero von seiner riesigen mobilen Zahnarztpraxis aus Löcher in kariöse Planeten bohrt und diese dann mit Bomben aus Roter Materie befüllt, ist die einzige Praxis im sechsten Teil ein kleiner Mond auf Tschernobyls Spuren.
Die Bösen in ELF golfen ihre Planeten nach der Behandlung dann anschließend in ein schwarzes Loch (was nebenbei natürlich die ultimative Superwaffe darstellt). In “Das unentdeckte Land” hingegen, sind die Bösewichte ein paar Attentäter, verfügen über Gravitationsschuhe und einen aufgemotzten Bird of Prey II Baujahr 1993 mit zwei Autobatterien, damit dieser auch getarnt schießen kann.
Die Logik beim Ausweichen von Torpedos ist mir übrigens relativ egal, weil Ausweichen und Mitgehen in solchen Fällen einfach Spaß macht! Von mir aus könnten sich zwei riesige Schiffe auch nur mit Kanonenkugeln beschießen, so lange die Schlacht zwischen großen Schiffen imposant (und nicht nervig!!!) inszeniert ist. Auf Technik ist doch eh kein Verlass, zur Not schießen wir halt wieder Leuchtkörper ab um Torpedos oder Raketen abzulenken.
Gruß
Mani :)
@Mani:
War auch nur ein Beispiel. Aber wenn man sich den Filmen 1-10 ebenso näherte wie ST:11, könnte man auch diese nur als Logiklöcher bezeichnen. Dafür hat man aber weder Zeit noch Muße und Anlaß. Denn diese Filme liefen bereits vor Jahren und Jahrzehnten im Kino. Die meisten der heute im Internet diskutierenden Trekkies haben allenfalls die TNG-Filme im Kino gesehen, den Rest als gegeben vorgefunden und x-mal ebenso kostenlos wie unkritisch im TV konsumiert. Hätte man auf jeden einzelnen der ersten 10 Filme zwei Jahre gewartet und ihn schon im Vorfeld derart ausführlich durchgekaut wie ST:11, um sodann gleich am ersten Spieltag für 7,50 Euro ins Kino zu stürzen, die Enttäuschung wäre bei jedem einzelnen Film nicht minder groß gewesen.
Für mich ist das einzige, freilich ganz subjektive Qualitätsmerkmal eines Films, ob ich mich von ihm unterhalten fühle. Und unterhalten fühlte ich mich von ST:11 von der ersten bis zur letzten Minute. Alles so schön bunt hier! Deshalb ist mir der Canon ebenso gleichgültig wie angebliche Logiklöcher (die sich im übrigen durch nicht weniger spitzfindige Argumente allesamt schließen ließen). Für mich als bekennender “Zurück in die Zukunft”-Fan ist das Wort “Logikloch” übrigens ein Ehrentitel.
Wer sich einmal auf der englischsprachigen Seite von memory-alpha.org anschaut, wie glänzend und problemlos sich ST:11 schon wieder in das Star Trek Universum einfügt, kann kaum bezweifeln, daß spätestens nach ST:12 kein Hahn mehr nach angeblichen Logiklöchern in ST:11 kräht.
Hab den Film mittlerweile auch gesehen & muss sagen: ich war angesichts der teils vernichtenden Kritik hier schon sehr, sehr skeptisch.
Zum Glück hat sich diese Skepsis für mich als unbegründet erwiesen. Es ist ein flotter, humorvoller Film, der das Herz am rechten Fleck hat. Ich denke, das ganze STXI-Bashing kommt einfach davon, dass viele noch das ‘alte’ Star Trek im Kopf haben.
Dabei sollte man den Relaunch einfach als das sehen, was er ist: Eine zeitgemäße Neuinterpretation.
Die Logiklöcher sind da auch nicht schlimmer, als in anderen Teilen und eine einfache Einblendung vor Kirks Kobajashi Maru-Test, die lautet “4 Jahre später” hätte schonmal ein gern bemängeltes geschlossen.
Für mich gilt daher: star Trek ist wieder da. Es ist frisch und kraftvoll, wie schon lange nicht mehr und – das ist besonder wichtig – es hat Charme.
Bei Spock und Uhura hast du aber vergessen, dass letztere ersteren schon in TOS hin und wieder angebaggert hat.
@Jack: Du meintest wohl das alte “Starr” Trek. Nein, das ist kein Rechtschreibfehler :-) Es war klar, dass es für viele ein schwerer Schritt wird sich aus dem Canon zu lösen. So viel Star Trek Charme gab es seit ST IV wohl nicht mehr. Die Zuversicht Kirks, aus der Sache rauszukommen, das auf jeden Fall eine Lösung gibt und die Tatsache, dass er den besiegten Nero nicht direkt aus dem All pusten will, sondern Hilfe anbietet mit dem – zugegeben naiven – Hintergedanken mit den Romulanern etwas bessere Beziehungen erreichen zu können, das ist doch alles so Star Trek typisch, also über Trek-Mangel kann sich wahrlich nicht beschweren.
Es war mehr als PopkornKino, aber nicht viel. Es fehlten die schönen ruhigen Dialoge, zb. wie Picard Data selbst den belanglosesten Mist mit einem Shakespearzitat erklärt. Zb warum beim Kacken die Stirnader einen erhöhten Durchmesser hat.
Es ist hoffentlich erstmal deswegen flach, das Geld für einen schönen xii da ist, der im Stil von Der Aufstand ist :)
Nein, bitte nicht Der Aufstand… der war ne Entäuschung, die erst durch Nemesis relativiert wurde. Aber wenns ein bisschen Tiefgang sein darf, dann doch bitte a la ST VI.
Also ich bin sehr froh, dass die Brannon/Braga-Hölle zu der das Star Trek Universum verdonnert wurde, storytechnisch gestoppt wurde. Dies war der wahre Bösewicht für die Autoren. Wie kann man den Quark von BB revidieren und das Star Trek Universum retten.
Außerdem viel wichtiger und schwieriger als ein guter Bösewicht, sind gute mitreißende sympathisch charmante Figuren auf der guten Seite. Und dabei war Star Trek 11 ein voller Erfolg!
Kirks Heldensaga, ein klassischer Epos?
http://www.websnark.com/archives/2009/05/on_treks_into_h.html
Die Sicht der Dinge kann so unterschiedlich sein…