Film- und Serienkritiken

Ernsthafte Kritiken zu Film und Serie.

„Arrival“ – Die Kritik, die kommuniziert

„Arrival“ – Die Kritik, die kommuniziert

Vor wenigen Tagen erreichte mich per Mail ein Notruf eines unserer Leser: Ob ich denn nicht bitte mal „Arrival“ rezensieren könne. „Wenn du den Film so TOLL findest, warum guckst du ihn nicht dann ein zweites oder drittes Mal, hä?“ schien im Subtext mitzuschwingen… Und wisst ihr was? Mit RECHT! Somit möchte ich euch heute mal eine ganz besondere Perle zeigen, die vielen Zulesern die Tränen der Begeisterung, dafür anderen die Tränen des Dauergähnens in die Augen zaubern wird…


Inhalt: Eine Wissenschaftlerin wird eines Tages vom Militär abgeholt. Der Grund: Aliens fliegen einfach so über sämtliche Kartoffelfelder der Erde und machen dort nix. „Ob Sie als Linguistin mal kurz reingehen könnten, um nachzufragen…?“

Besprechung:

Nein, nichts an diesem Film ist neu oder innovativ. Aber wisst ihr was? Das ist in Zeiten, in denen es den Machern Spaß macht, die Welten von Star Wars, Doctor Who und Star Trek mutwillig zu zerdeppern, schon mal ein echtes Lob!

Ja, das hier ist eben ein „Stimmungsfilm“, der genau das Richtige macht, um eine abwartende, verstörte, ratlose Menschheit zu skizzieren: Er wartet ab, verstört uns durch ein paar sehr intensive Töne und Bilder und lässt uns in der ersten Filmhälfte ziemlich ratlos zurück. – Der eine mag es „langweilig“ nennen, doch der Cineast mit Weitblick und Verstand (nennen wir ihn spaßeshalber „Klaniel Datkowski“) muss am Ende des Tages anerkennen, dass man eine bestimmte Stimmung nur dann erschafft, wenn man diese nachbaut und auf den Zuschauer überträgt.

Einen anderen Weg gibt es nicht.

Somit haben bei dieser quälenden Patt-Situation zwischen Menschen und Aliens (= wer versteht wen als erstes falsch – oder halt goldrichtig?) schnelle Schritte, lockere Sprüche und actionreiches Einerlei nichts verloren.

Eigentlich sollte hier ein Trailer zum Film sein, aber der war so reißerisch und gleichzeitig spoilend, dass ich mir stattdessen lieber einen lustigen Dialog für das obige Bildchen ausdenke: „Spätzcheeen? Hast du wirklich alle zehn Ostereier gefunden, die ich im Garten versteckt habe? Auch das ganz Groooße?“

Wenn man das alles erst mal akzeptiert hat, tut sich leichter damit, dass es hier nicht um den Weltuntergang, irgendwelche Helden oder gar um interstellare Logik geht („LOL!! Die Aliens können doch einfach mittels Mathematik kommunizierten oder sich den Menschen anpassen, wenn die so kluuuk sind, LOL!“), sondern um Kommunikation als Konzept für sich allein.

Es geht darum, dass man erst mal die Klappe halten sollte, wenn einem auf der anderen Seite des Goldfischglases ein unförmiges Wesen zuwinkt. Denn nicht immer ist es der eigene Lebenspartner oder der besoffene Mitbewohner, sondern vielleicht eine ganz neue Weltsicht. Eine, die einem so seltsam vorkommt, dass man entweder flüchten oder „Lern erst mal Deutsch!“ brüllen will.

Aber dieser Ausweg ist uns hier versperrt. Denn egal, wie sehr die Militärs nörgeln, wie sinnfrei die Presse oder die Bevölkerung über den Sinn des Ganzen rätseln oder welcher Politiker vor sich hinfaselt: Am Ende stehen die Wissenschaftler allein vor dem Mysterium. Punkt. Nicht mehr, nicht weniger. Und das sogar schon Jahre vor Covid-19. – Und in dieser Position müssen die Forscher gehörig ihren Kopf anstrengen, um die dumpf quäkenden Außerirdischen (tolle Bass-Soundkulisse!) zu durchschauen, die ständig Rauchkreise in die Luft zeichnen und zu festgelegten Zeiten ihr „Bühnenprogramm“ aufführen. Ganz so, als wären alle bei einer Kleinkunstveranstaltung von prätentiösen Tentakelwesen eingeladen.

„Die Luftzusammensetzung ist komisch und die Schwerkraft passt nicht. Wir brauchen jemanden, der uns das erklären kann!“ – „So ein Zufall! Trump rief an und sagte, dass ‚das Problem auf geheimnisvolle Weise verschwinden wird‘. Und wenn nicht, hätte er das Gegenteil vorhergesehen.“ – Gibt‘s da nicht was von Ratiopharm: Werbung für rationalen Rationalismus ist nicht jedermanns Sache…

Mir zumindest hat es großen Spaß gemacht, eine Heldin zu sehen, die so vergessenswert wie fleißig ist. Eine ganz normale Wissenschaftlerin eben, die mal eben nächtelang wach bleibt, um am Ende auf eine einfache Lösung für ein kompliziertes Problem zu kommen. Eben einer jener unzähligen Brain-Nerds, die auch außerhalb von Hollywood-Filmen dafür sorgen, dass wir funktionierende Wasserspülungen, Impfstoffe und explosionsfreie Handyakkus besitzen. Jene unbesungenen Spezialisten, die viel realer wirken als der neue James-“Erst kloppen, dann nach weiterer Kloppe fragen“-Kirk oder die diversen „Machen Sie Platz, ich wurde auserwählt!“-Heldinnen der jüngeren Kinogeschichte.

Arrival schaft es irgendwie, trotz der leicht esoterischen Auflösung, ein Loblied für den gesunden Menschenverstand zu sein. Denn hier geht es nicht mal so sehr darum, wer eine Waffe auspackt, sondern erst mal darum, ob der andere überhaupt das Wort „Waffe“ gesagt haben könnte. Und wenn ja, ob das automatisch zu strukturellen Störungen menschlicher Körper führen muss. – Vielleicht ist das Wörtchen „Waffe“ ja nur eine nette Aufforderung, selbige wegzustecken? Oder gar eine nette Bitte, sich einfach zu einer gemeinsamen Runde „Counterstrike“ hinzusetzen? Tja, wer sofort die eigenen Shotgun rausholt und dem Wortbenutzer ins Gesicht ballert, wird nie rausfinden, was genau gemeint war…

Und hier sah ich „Star Trek“-Botschaften in Reinstform. Toleranz erfordert halt oftmals, dass man die eigenen Quadratlatschen still hält und erst mal GUCKT und HÖRT. Klar, das kann in einem Film langweilig werden, aber im Ernst: Wenn man das nicht ein paar Minuten vor der Glotze aushält – immerhin versüßt mit wirklich tollen Kameraeinstellungen und epischer Dröhn-Musik – , kann man auch nicht behaupten, an eben jenen Trek- und Humanismus-Elementen interessiert zu sein.

„Meine Tochter hat das hier gezeichnet, liebes Alien… Können Sie damit etwas anfangen?“ – „Oh, da müssten Sie bitte an Schalter 3 in Sektor 27B. Ich bin leider nur für menschliche Vierecke zuständig.“ – Über wortlose Kommunikation redet man nicht: Die Kontaktaufnahme verläuft völlig kontaktlos.

Ab hier kommen leichte Spoiler…

Der Schwachpunkt des Filmes ist leider die „Zeitspielerei“ am Ende. Hier offenbart er einen Taschenspielertrick, die zwar gut zur Prämisse passt (die ich hier mal nicht verrate), aber andererseits etwas „billig“ die Menschheit auf Kurs bringt. Hier wäre mir lieber gewesen, wenn man MEHR Personen überzeugt hätte, nichts Unüberlegtes zu tun. Eben nicht nur eine Person, die zufällig auf einen hört, weil der Regisseur und ein allmächtiger Zeitstrudel das so wollten. Auch das wäre trekkiger gewesen, wenn auch extrem schwer umzusetzen. Aber hey, ich hätte halt gerne gesehen, wie die ganze Menschheit plötzlich die wahren Fähigkeiten der Aliens erkennt und sagt: „Jetzt machen wir die erst recht kapu… äh… zu unseren Kumpeln!“

Auch bei der „persönlichen Ebene“ der Protagonistin kann man geteilter Meinung nach: So bekommen ihre schmerzlichen Erinnerungen an ihr krankes Kind noch eine neue Bedeutung… Ja, das ist einerseits von zentraler Bedeutung für den Film (Was ist Schicksal? Was ist Entscheidungsfreiheit? Was kann man freiwillig aushalten?), andererseits wirkte das überraschend kitschig. Was natürlich in einem derart unterkühlten Film doppelt auffällt. In einer mentalen Eiskammer ist es halt komisch, wenn nach 1:50 Stunden plötzlich der melancholische Geiger vom Eiszapfen steigt und uns inmitten einer globalen Krise auf Muttersorgen hinweist.

So oder so ist dies ein Film, den man ruhig und aufmerksam schauen sollte. Da ich es bereits zweimal tat, kann ich versichern, dass es nicht wehtut. Wer aber erwartet, dass eine riesige Hand aus dem Screen kommt, die einem das blinkende Handy aus der Hand nimmt, damit man die Sub-Ebenen der Handlung wahrnimmt, ist hier vielleicht wirklich an der falschen Adresse.

– Hier, DAS ist die richtige Adresse! (*über Schreibtisch pust und riesigen Staubkreis in Luft mach*)

„Hallo? Ist das hier vorherbestimmt? Haben wir Sie gerufen oder Sie uns? Können wir voneinander profitieren oder war der Weg schon das Ziel?“ – „Meine Güte, können ihr Homo Sapiens nicht einmal eine bestellte Pizza abliefern wie jeder normale Mensch auch!?“

Und noch einen Vorteil hat es, wenn ihr diesen Film seht: Ihr seid tempomäßig schon exakt auf den NOCH BESSEREN „Blade Runner 2049“ (hier das Review) eingestimmt, der ebenfalls von Denis Villeneuve ist. Den habe ich eben übrigens noch mal um einen halben Stern hochbewertet…


Fazit: Ein schöner SF-Film, der vermutlich ebenso oft über- wie auch unterschätzt wird.

Gerade die Kameraeinstellungen und das gewollt distanzierte Agieren der Figuren geben dem Ganzen eine zeitlose Schönheit, die auch noch in 20 Jahren modern erscheinen wird.

Klar, die Story ist nicht komplex, doch mir ist diese interpretationsbedürftige Einfachheit deutlich lieber als das Durcheinander bei anderen Filmen, das uns möglichst viele Wendungen und Anspielungen auf die eigenen Vorgänger präsentieren soll. Hier muss man sich selbst erarbeiten, ob überhaupt genug Inhalt DA ist.

Und wie im Kunstmuseum liegt auch das oft im Auge des Betracht- bzw. Beschimpfers.

ACTION
HUMOR
TIEFSINN
ALLES IN ALLEM

P.S.: Aktuell (01.05.2020) gibt es den Film gratis bei Amazon Prime zu sehen.


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von Klapowski am 01.05.20 in Filmkritik

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Kommentare (26)

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  1. TUB_Stephan sagt:

    Liebeserklärung an Sprache und wie sie Grenzen überwindet und hier auch die der Zeit, naja hat man ja auch bei Generationen übergreifenden Wissenstransfer. Ohne Sprache keine Bücher, würde dumme Schüler bedeuten, oh, Moment…
    Seltsam fand ich die Wissenschaftlerin, ok, sie befasst sich mit der Aliensprache und mehr und mehr fallen die zeitlichen Barierren und sie hat „Visionen“, Erlebnisse(?) von, mit ihrer totkranken Tochter und dem resultierenden Scheitern der Beziehung mit dem Wissenschaftler, den sie gerade ein paar Tage kennt. Trotz dieses Wissens entschließt sie sich dafür, eben diese Vision zu leben, finde ich nicht wissenschaftlich. Ist es nicht natürlich, schlimmen Konsequenzen aus dem Weg zu gehen? Was jetzt nicht ist, muss nicht werden oder anders: Oh Atombombe, wenn ich diesen roten Knopf drücke, kann ich mir absolut ohne Zukunftsweissagung vorstellen was passiert, es macht bumm, es gibt Fallout und höchstwahrscheinlich den dritten Weltkrieg, ich sollte nicht den roten Knopf drücken, die Wissenschaftlerin im Film drückt metaphorisch den roten Knopf. Häh?

    • Klapowski sagt:

      Das ist tatsächlich der Schwachpunkt der Story, den ich weiter oben nicht sooo ausführlich spoilern wollte:

      Ist das nun als Loblied auf die Mutterschaft oder die weibliche Opferrolle zu sehen? Oder kommt hier gar eine Schicksalhörigkeit rüber, so nach dem Motto: „Na, wenn der Zeitstrahl ein krankes Kind für mich vorgesehen hat, lasse ich mal schööön die Pille weg!“… ?

      Oder ist die Zeit mit dem Kind trotz aller Widrigkeiten so knorke, dass so ein kleeeiner Tod am Ende dem gar keinen Abbruch tut?

      Das alles beißt sich ein bisschen mit der Aussage, dass man sich einfach nur die die Hucke „voll-wissenschaften“ muss, um im Leben weiter zu kommen. Wobei es hier aber nicht so störte wie im furchtbaren „Interstellar“, wo am Ende jedes Rätsel und jede Motivation mit dem Wort „LIEBE“ erklärt wird:

      Was macht das Schwarze Loch? LIEBE! Warum brechen wir wieder auf? LIEBE! Was kann Wissenschaft angeblich nicht erklären? LIEBE! Was machen einsame Astronauten mit ihrem Pin-Up-Kalender? LIEBE!

      Dagegen wirkt das Ende von „Arrival“ wie ein mittelguter Akkord am Ende eines schönen Songs.

      Antworten
    • TUB_Stephan sagt:

      „Oder kommt hier gar eine Schicksalhörigkeit rüber, so nach dem Motto: „Na, wenn der Zeitstrahl ein krankes Kind für mich vorgesehen hat, lasse ich mal schööön die Pille weg!“… ?“

      Davon ausgehend, hätte dies auf dem Grund zu gehen, enormes Potential gehabt.
      Inwieweit hat sie die Visionen, sind diese fest, vorgegeben, weil ihre Handlungen in Arrival darauf hinauslaufen oder werden diese Visionen variabel durch ihre gegenwärtigen Handlungen geformt. Halt was Du auch meintest mit freien Willen usw.. Klar kann man immer rückblickend sagen, alles was war, hat mich zu dem hier geführt, wie krass das Schicksal ist, balabal blabla. Die Zukunftsvisionen scheinen sie nachhaltig zu prägen (Entscheidung für das Kind), in ihrer Perspektive, trotz Zukunftsvision machte sie diese Erfahrung (machte, es ist für sie vergangen), also wieder alles was war, hat mich zu diesem und jenen geführt. Eigentlich könnte man da reininterpretieren, dass es keine Zukunft gibt, sondern nur das Vergangene das uns prägt(durchlebte Zukunftvisionen hin oder her) und die Gegenwart (für den Moment innerhalb der Planckzeit), denn nach diesen Moment ist schon wieder alles Vergangenheit und Erfahrungen sind getätigt worden. Also damit meine ich, Zukunft kann man nicht erfahren, sie wird nicht Teil unserer selbst, denn wenn wir, wie die Wissenschaftlerin subjektiv eine Zukunftserfahrung machten, dann ist das abgeschlossen und damit Vergangenheit. Oh, jetzt ist mir ein bissel schwindelig.

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    • TUB_Stephan sagt:

      Mist ein Satz vergessen

      Und die gemachten Erfahrungen, ausgelöst durch Zukunftsvisonen oder nicht, es spielt keine Rolle, es geht nur um die Erfahrungen, führen dann zu dem Kind . Ergebnis kein freier Wille

      Mh, ist das Konzept Zukunft dafür da, damit wir uns vorgaukeln können, einen freien Willen zu besitzen?

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  2. Furznuss der Bär sagt:

    Arrival ist nichts weiter als ein leicht zu durchschaubarer politischer Film, und zwar „Pro China“. Da haben wir die im als alternativlose dargestellte und vollkommene kritiklose Kooperation mit den Chinesen. Die Aliens mit ihrer „zirkulären“ Sprache sind auch nichts weiter als eine abstrakte Darstellung einer von China dominierten Welt/Globalisierung. Dann haben wir die plumpe und einfältig Karikatur, des leicht von rechtsradikalen zu verführenden US-Soldaten der dann prompt zum Terroristen wird. Schade, das sich Villeneuve für so ein Propagandastück hergibt, aber er kann wohl nicht aus dem Hollywood System ausbrechen. Die Produzenten von Tinseltown haben schon lange vor den Chinesischen Zensoren kapituliert, schon allein der Einnahmen wegen.

    • Klapowski sagt:

      Ich will nicht ausschließen, dass da pro-chinesisches „Zeug“ drin ist – allerdings ist es nicht sooo deutlich, dass ich (oder viele andere) mit der Nase in den Reistopf gestoßen worden wären.

      Und warum sollten sich die Chinesen selbst als abgehobene Tentakelwesen darstellen? Wegen des Coolness-Faktors eines kahlen Raumschiff-Hausflurs?

      Oder meintest du nur das chinesische Militär im Film? – Nun, dass dieses gezeigt wird, liegt nun mal auch daran, dass die Chinesen in unserer Realität bereits eine Großmacht SIND.

      Okay: Ted Chiang, auf dessen Kurzgeschichte der Film basiert, ist Amerikaner mit chinesischen Wurzeln. Was aber auch gänzlich unpolitisch erklärt, warum man diese Welten friedlich zusammenbringen will?

      Metaebene gut und schön, aber einem so friedlichen Film zu unterstellen, dass er uns „Pro China“-mäßig erziehen soll, fühlt sich nicht so ganz richtig an. Ebenso könnte man behaupten, dass „Star Trek 6“ uns für pro-russische Propaganda empfänglich machen soll.

      (Ich spüre, dass dieser Kommentarstrang ein längerer und hitzigerer werden könnte. Ich danke dir schon mal sehr dafür, Furznuss-Bär! Hier ist auch dein Zwanni, wie abgemacht! *20-Yuan-Schein-raushol*)

      Antworten
    • JP1957 sagt:

      Yen, wieso Yen?
      Wo kommen denn die Japaner auf einmal her?

      Antworten
    • Klapowski sagt:

      Wieso? Da steht doch „Yuan“ da oben, du gemeiner Pro-Amerikanischer!

      (*dem „Edit“-Button zehn Yen reinsteck*)

      Antworten
    • Mikrobi sagt:

      Die Frage ist, ob man diese Darstellung einer Kooperation zwischen den USA und China gleich als Propaganda bezeichnen sollte. Da glaube ich doch eher, dass es Villeneuves Anliegen war, zu zeigen, dass Kooperationen trotz aller Differenzen zwischen den Völkern funktionieren können, aber auch notwendig sind, vor allem dann, wenn es um ein Ereignis geht, das die gesamte Menschheit betrifft.

      Dann rauft man sich halt mal zusammen und vergisst für den Moment all die Differenzen. Kritik kann man danach ja immer noch üben.

      Es ist ja nicht so, dass einem entgeht, was so auf der Welt geschieht, insbesondere anderswo. Und zu oft kann man da nur mit dem Kopf schütteln.

      Aber muss deshalb nun beinahe jeder Science-Fiction-Streifen gesellschaftskritisch sein? So kommt mir das nämlich mittlerweile vor.

      Oder sollte man nicht auch mal wieder zeigen dürfen, wie es besser gehen könnte?

      @Klapowski

      Ich möchte auch einen dauerhaften Edit-Button haben!

      Antworten
    • Klapowski sagt:

      Heutzutage ist leider alles politisch.

      Bei 50% bilden wir uns das natürlich nur ein („Da, eine scharze Hauptfigur! Die Weißen werden ausgetaaaauscht!!“), während es bei den anderen 50% wirklich so IST.

      Das macht dann zusammen leider 100%…

      Das ist wie beim Hypochonder, der sich immer gleich krank fühlt. Egal ob echt-krank oder fake-krank. Das Ergebnis ist das Gleiche.

      NEU ist seit ein paar Jahren nur, dass jeder Mensch, der schon mal drei(zig) politische Artikel gelesen hat (ich nehme mich da gar aus), stets meint, unter Film- und Gartenstuhl-Reviews was über die SPD-Politik der 70er-Jahre schreiben zu müssen.

      Schade, denn aufgrund dieser gefährlichen Schwingungen musste ich leider darauf verzichten, „Toy Story 4“ zu reviewen. Wir hätten sonst unweigerlich über die FDP- und Afrikapolitik reden müssen….

      Antworten
    • Yole sagt:

      Die pro-chinesische Message ist für mich ok, wenn der Regisseur auf die gleiche Weise China mag, wie ich Amerika mag. Zensur vermute ich keine, oder checkt man das erst wenn man die richtige Zeitung liest?
      Ich verstehe nicht ganz, wieso du es ausführlich ausführst (nuklear bestückte ICBMs, Küstenverteidigung), dass China militärisch doch garnicht so mächtig ist. China ist in dem Film nunmal gewissermaßen der „Gegenspieler“.
      Man kann natürlich sagen: „Das ist doch voll unrealistisch. Es sollte Indien sein! Oder habt ihr nicht etwa auch die Wale über Pakistans Grabstein singen hören?“

      Antworten
    • TUB_Stephan sagt:

      „Pro China“ ok?! Ich finde China toll. Größter Gläubiger der USA (oh Geld, es stinkt, wir nehmens trotzdem). China, da kommt Corona her, die beste Idee seit es Schockolade gibt, die Chinesen müssen ja auch alles roden und was übrig bleibt an Tierreich essen, hauptsache es zappelt und lebt (diese Feinschmecker) und beim Essen international die besten Manieren zeigen, heißt schmatzen, rülpsen und schlürfen, wie bei mir zu Hause! Oh oder geilo die haben Kriegsschiffe mit Railguns, ja RAILGUNS, die wissen wie man etwas kompensiert. Was würden hier die deutschen Smartphonedepperten tun, wenn es nicht die billigen chinesischen Sklaven äh Arbeitskräfte gebe, 1500 Euro zahlen pro Gehirnambutanzmaschine???
      Keine Ahnung was das mit den Film zu tun hat, aber die dezent angehauchten villeneuvesche Weltoberungspläne unter chinescher Flagge schmecken so Scheiße, wie warmes Bier und da hört meine Liebe für China auf, die trinken Bier nämlich warm, dass schreit nach Handelskrieg…

      Antworten
  3. Furznuss der Bär sagt:

    Nun der Film ist friedlich, ein Frieden wie auf einem Friedhof. Mit der Chinesischen Fahne / den Alien Schiffen als Grabsteine. Chinesische Großmachtträume kommen sowieso nicht, da in Asien Indien noch ein oder zwei Worte mitzureden hat. Chinesen Militär ist nach wie vor mit nur 200 nuklear bestückten ICBMs und einer auf Küstenverteidigung ausgelegten Navy immer noch eine Regionalmacht. Daran wird sich durch die jetzige US Politik auch nichts ändern, die Machthaber in D.C., scheinen sich auf Indien zu zu bewegen, da gibt es mehr Handel da Indien mehr Wirtschaftswachstum haben wird. Darüber hinaus gibt es wohl eindeutige Bewegungen in der Stationierung von US Verbänden und nicht zuletzt der jetzige Handelskrieg. Trek 6 zeigt den Willen zum Frieden keine permanente Friedenslösung aber mit Dreckssäcken auf beiden Seiten, und genau diese Ausgeglichenheit und unterschiedliche Meinungen sieht man hier eben nicht. Und nein Arrival kann nicht erziehen, noch macht er ein gutes Angebot, dazu ist der Film einfach zu durchschaubar. Ted Chiang ist gebürtiger US Amerikaner so wie Lee Harvey Oswald. Die 20 Yen kannst du auch stecken lassen, kannst ja damit neben dem Spiegel auch eine anständige Zeitung abonnieren.

    • Klapowski sagt:

      Danke für die Meinun… Aufklärung.

      Welche Aktien bzw. welche persönliche Vorgehensweise (einbunkern oder nicht?) würdest du denn empfehlen, da Amerika jetzt so krass auf Indien zugeht und China nur eine „Regionalmacht“ ist, die keinem was tun kann? Im Ernst, mit diesem Zeitreise-gleichem Zukunftswissen kann man echt viel Geld verdienen!

      Ne, mal im Ernst: Ich finde solche als FAKTEN verkaufte politische Ansichten immer nicht sooo spannend. Ich les ja auch schon mal das eine oder andere, finde es aber schwierig, anderen Leuten zu sagen, wie die Welt in 2 bis 20 Jahren aussehen wird. Von den nächsten 2 Monaten mal ganz zu schweigen.

      So krass berechenbar ist das nun alles auch wieder nicht. Da muss ja nur Kim Jong Un tot umkippen oder ein anderer US-Präsident gewählt werden, schon steht man als Polit-Prognose-Junkie total doof da am Stammtisch. Corona hat man ja vor Monaten auch noch nicht kommen sehen.

      Und was denn nun die „richtige“ Zeitung ist, darauf dürfte es ebenso viele Antworten geben, wie auf die Frage, welche Entwicklungen die „großen Länder“ langfristig nehmen werden. ICH würde ja auf China setzen, aber da habe ich eventuell die Rechnung ohne den Meteoriteneinschlag im Jahr 2022 gemacht?

      Hier direkt zu sagen: „Das kommt so-und-so“, halte ich vor dem Hintergrund von jährlichen Überraschungen (Krisen, Naturkatastrophen, Wirtschaftsentwicklungen) für heikel. Zugegeben: Tendenzen gibt es natürlich immer.

      Leider aber nicht in Bezug auf eine Erklärung, was GENAU jetzt so furchtbar pro-chinesisch an dem Film war. Das gezeigte Militär oder was? Im Ernst, ich als doofer SPON-Leser bin da schon auf sehr konkrete Nachhilfe angewiesen!

      P.S.: Wenn ihr unter dem allerersten Kommentar auf „Antworten“ geht, bleiben die Stränge auch schön untereinander. Stand in der richtigen Zeitung drin.

      Antworten
    • Furznuss der Bär sagt:

      Ja gern geschehen, Klapowski und kauf dir bitte erst einmal gut geschriebene Diskussionssoftware. Ich muss auf meinen eigenen Beitrag antworten um auf dich zu antworten, ja das macht natürlich Sinn. Ja langfristige wirtschaftliche Entwicklungen lassen sich vorhersagen. An festen Daten wie Bevölkerungsentwicklung, Kaufkraft und bestimmten technologischen Entwicklungen und damit verbundenen Bodenschätzen. Aber keine Sorge Klapowski ich habe schon die Nummer der Space Force, die werden dich schon auf dem Mond einsperren.

      Antworten
  4. Yole sagt:

    Ich frage mich gerade, ob ein Film noch mehr vor „Bedeutungsschwere“ triefen kann, bis hin zur Tragik. So nimmt sich der Film große Themen wie „Sprache“ und „Gedächtnis“ vor.. und Zeit. Die besten Momente sind für mich wo einem immer wieder die Relevanz einleuchtet. Das selbst Erfüllende erschien mir zuerst auch zu einfach, aber sie hat halt einfach die Sprache gelernt.
    Das Ende ist für diejenigen die es bereits erleben mussten.
    Ausführlicher krieg ich es jetzt nicht hin. Dafür muss ich ihn ein drittes mal gucken…

  5. Serienfan sagt:

    Der Film ist vor allem ein schönes Beispiel dafür, wie ein „modernes“ Star Trek wirklich aussehen könnte.

    Ob mir das dann auf Dauer gefallen würde, ist nicht sicher, aber es wäre das, was ich als zumindest Fortentwicklung anerkennen könnte (und nicht als Rückenwicklung). So etwas wie „Westworld“ oder „Dark Mirror“ wäre ebenfalls gut geeignet. Etwas, das gar nicht erst versucht, sich krampfhaft beim angeblich so gehirntoten Mainstream anzubiedern, das nicht darauf aus ist, sich als Milliarden-Franchise zu verkaufen, und das dennoch vernünftige Produktionswerte hat.

    • Yole sagt:

      Ich wurde sogar bei Prometheus ein bisschen neidisch, obwohl da die Allien-Fans aufschreien… Star Trek hatte einfach Pech. Es nimmt sich große Themen wie „Wissenschaft“ und „Liebe“ vor, aber es kommt schlecht rüber. Pseudomäßig und peinlich. Das Konzept kommt vor der Geschichte: jeder Charakter bedient irgendein Klischee um möglichst viel an Zielgruppe abzugreifen. Vielleicht wäre ein Tarantino – Film doch keine schlechte Idee gewesen, um Star Trek zumindest fürs Kino zum „Experimentierfeld“ zu machen. Der nächste Regisseur müsste es dann besser machen, aber anders.

      Antworten
  6. JP1957 sagt:

    @FdP … ähhh … FdB

    Voll krass das mit der China Propaganda! Aber wahr!! Übrigens auch in „Der Marsianer“. Hat Klapowski übrigens da auch nicht gemerkt, weil er nur Lügenpresse liest!

    So, jetzt hab ich was zum Fim hier geschrieben und kann erzählen, was ich heute Morgen entdeckt habe (es sollte unbedingt eine „Klatsch und Tratsch Seite“ auf Zukunftia geben). Entdeckte beim Studium des heutigen Fernsehprogramms einen Spielfilm mit Halston Sage und mir wollte partout nicht mehr einfallen, woher ich den Namen kannte.
    Bei der Internetrecherche stieß ich dann auf ein Fanvideo von Sparkiller über die von uns allen so geliebte Alara: https://www.youtube.com/watch?v=TaeLCd1hzDg&t=11s

    Und auf den Hoffnungsträger für Star Trek: https://www.youtube.com/watch?v=drSx2i6DwwY

  7. G.G.Hoffmann sagt:

    Ist mir ein Rätsel, weshalb ich diesem Film fast gar nichts abgewinnen konnte. Vielleicht muss ich ihn noch einmal anschauen. Ich stelle aber fest, dass ich mit SciFi-Filmen immer weniger anfangen kann. Die Effekte lösen bei mir nur noch Gähnen aus, weil alles nur noch am Rechner gestaltet und kaum noch Kulisse und Modell ist (was man, wie ich meine, heute sogar noch deutlicher sieht als zu Beginn des CGI-Zeitalters). Die Geschichten und Charakterzeichnungen hingegen sind meist so lala.

    • Mikrobi sagt:

      Lass mich versuchen, Dein Rätsel aufzulösen:

      Arrival hat für knapp zwei Stunden einfach zu wenig zu erzählen, und damit meine ich nicht die umständliche Kommunikation mit den fantastischen Außerirdischen, sondern das ganze Irdische drumherum: Gefühlsduselige Mutter-Tochter-Rückblicke, verrückt spielende Massen und typisches Militär-Gehabe ziehen einen ansonsten guten SF-Film unnötig in die Länge.

      SF steht übrigens für Sadofaso.

      Antworten
  8. Raketenwurm sagt:

    Hmm, in der Kurzrezession von vor zwei Jahren gabs nur drei Sterne. Jetzt sind es schon vier. Haben da die Aliens auch per Zeitsprung getrickst? Und bekommt der Film dann in der in zwei Jahren folgenden großen Videorezession von zukunftia.tv volle fünf Sterne?

    • JP1957 sagt:

      Wenn es tatsächlich eine Rezession gegeben hat, müssten es ja weniger Sterne geworden sein!

      Antworten
    • Sparkiller sagt:

      „Haben da die Aliens auch per Zeitsprung getrickst?“

      Stimmt, das wirkt schon ein bisschen schizo.

      Zumal das erste Review wesentlich lustiger geschrieben ist und man die Wertung dort viel besser nachvollziehen kann.

      Schade, dass man SOLCHE Qualität nur noch selten sieht!

      Antworten
    • Yole sagt:

      Ihr konntet auch damals nicht verbergen, wie gut euch der Film gefallen hat ;) Nachvollziehbar sind beide Reviews. Ich finde die neue aber nachvollziehbarer, viel differenzierter. Zeigt halt auch, dass in dem Film ziemlich viel drinsteckt. Kann ja keiner behaupten, dass der Katastrophenfall oder der Versuch zu kommuninzieren nicht gut dargestellt sind.
      Ausserdem haben Discovery und Picard das Punktesystem durcheinander gebracht. Das hat ja jeder mitbekommen ;)
      Die Zeit die seit dem vergangen ist spielt natürlich keine Rolle, weder vor- noch rückwärts, man ändert seine Sichtweise nicht.. einfach so … niemals wieder ;)

      Antworten
  9. zerstreuter Gast sagt:

    Diesen Twist am Ende, warum die Alien-Monsterkraken da eigentlich machen was sie so – äh – machen, fand ich ja ganz „nett“, aber ….. so wirklich konnte mich die Idee hinter dem Film einfach nicht überzeugen. Und viel mehr passiert ja eigentlich auch nicht. Weshalb mir das dann Alles einfach viel zu schnarchig war. Richtig schlimm auch diese von Anfang an permanente Heulschniefichhabdepressionen-Atmosphäre. Sie hat also ihr Kind verloren, lassen mich schließlich von Anfang an, diese total emotionalen ***gääähn*** Mutter-Kind-Szenen vermuten. Aber ach neee, sie hat ja gar nicht ihr Kind verloren. Das war nur so ’ne Präkognitions-Schwurbelei, um die Zuschauer zu verwirren… Ja, is klar! Aber warum muss ich mir dann trotzdem von Anfang an diese dämliche Depri-Regenwetter-Stimmung antun, die da aus jeder Filmpore trieft?!?!
    Nee, das is nich anspruchsvoll. Das is einfach nur künstlich aufgeblähte Langeweile. (Aber immerhin sehr schön gefilmte, künstlich aufgeblähte Langeweile.)

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