Film- und Serienkritiken

Ernsthafte Kritiken zu Film und Serie.

„What We Left Behind“ – Review zur DS9-Dokumentation

Ja, hier geht es um die Dokumentation, nicht um die fast gleichnamigen letzten beiden Episoden von DS9. Die Doku wurde 2016 über Crowdfunding ermöglicht, wobei das ursprünglich geforderte Ziel von 150.000 Dollar am Ende mit 650.000 Öcken deutlich übertroffen wurden. Nur deswegen war es möglich, alte Serienszenen in HD zu erstellen, noch mehr Leute einzuladen und dem Ding eine Länge von 2 Stunden zu verpassen. Und mehr Tränen für mein Gesicht anzuschaffen, buhuhuu!

Kleines Fazit vorab: Die Doku ist – als Ganzes betrachtet – GUT gelungen. Ich hatte danach definitiv Lust, mit Pastor Sisko wieder Weihrauch im Wurmlochtempel zu versprühen! Und das ist ja die Hauptsache.

Wobei diese Produktion sich selbst vielleicht schlechter bewerten würde. Denn teilweise zeigte man sich fast ZU selbstkritisch. Zum Beispiel, als man jeden Schauspieler uralte Fanmeinungen vorlesen ließ, die DS9 ausschließlich Übles bescheinigten. Halt das Übliche: zu religiös, zu stationär, viel zu grummelige Odos, alternativ auch zu viel Gegrummel von allen anderen.

Dazu kommt: Krieg = doof, fehlende Raumschiffe = doof, zu wenig Captains = doof…

Klar, die normalerweise üblichen Lobeshymnen à la „Wir sind awesome und jut druff!“ will man auch nicht hören. Doch wenn Tattergreise irgendwelche Jungspund-Kritiken aus den 90ern vorlesen (wobei die Jungspunde inzwischen ebenfalls den Kontakt zur Rentenkasse intensivieren dürften), darf man durchaus mal fragen, ob man besser vom Jahr 2019 aus argumentieren sollte – oder wir retroaktiv alte Internetpostings aufwärmen müssen. Teilweise noch aus der Zeit VOR dem Internet, versteht sich.

Schmissige Musik, schnelle Schnitte und knallharte One-Liner: Wer diesen Trailer ohne Herzinfarkt übersteht, darf sich laut Hausarzt auch die komplette Doku anschauen.

Klar, das übliche „Wir sind toll und waren der Zeit voraus“ vernimmt man in der Doku ebenfalls – jedoch überwiegt die leicht geknickte Grundhaltung. Oder ist es eher die Traurigkeit, gerade kein besseres Projekt am Start zu haben? So ganz trennen konnte ich das teilweise nicht.

Und irgendwann wird es beinahe komisch, was da alles aus dem blauen Bart (wann habe ich den Trend eigentlich verpasst?) von Ira Steven Behr rausgebrummelt wird. Die Worte „Geheimtipp“ und „Nachträglicher Ritterschlag“ hätten durchaus mal häufiger mit stolzgeschwellter Brust fallen dürfen. Wobei man am Ende wirklich noch dreieinhalb Leute zusammenkratzte, die sehr jung, weiblich oder schwarz sind, um den positiven Umgang der Serie mit jungen, weiblichen oder schwarzen Figuren zu loben. Das ist dramaturgisch okay, jedoch ging es in der Serie ja gar NICHT um schwarze Charaktere oder lesbische Liebe (= Die Knutsch-Episode mit Dax), sondern darum, dass Krieg vollkommene Pups-Scheiße ist. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, an dem man sich auf dem Holodeck oder Papas Schoß regenerieren kann.

Ich zumindest fand es damals niemals(!) bemerkenswert, dass Kira und Dax das waren, was man heute „starke Frauenfiguren“ nennen würde. Was wohl beweist, dass man so etwas einfach einbauen sollte, um in der nächsten Sekunde gute Geschichten zu erzählen. Denn das hinterlässt viel mehr Eindruck als ständig zu brüllen: „Fraaaauuu! Daaaaa! Emanzipieeeert!“

Schöner wäre es daher gewesen, wenn wir in der Doku meine Lieblingsepisoden „Der undurchschaubare Marritza“ und „Im fahlen Mondlicht“ hätten präsentiert bekommen. Aber okay, „Jenseits der Sterne“ (Sisko als SF-Autor) und Nogs „Bein ab“-Episode sind vermutlich die einfachere, da weniger sperrige Wahl für einen Rückblick. Zumal man sich hier noch mal kräftig auf die Schulter klopft, weil US-Soldaten sich in Nog einfühlen konnten und können. Interessant erscheint mir hier, dass man diese Identifikationsmöglichkeit nicht den Zivilisten zugestand (fanden die die Sternenflotte vielleicht scheiße und militaristisch?). Und was ist mit dem Maquis? Hatte DER vielleicht damals durchaus einen Punkt? – An solche, noch heute kontroversen Themen traut sich die Doku leider nicht ran…

Aber okay: Die haaaben ja auch keine Zeeeit! (*auf Trikorder klopf*)

Wer diese Figuren sofort ihren Rollen zuordnen kann, ist ein gaaaanz dicker Fanboy! – Oh, verdammt… Jetzt habe ich mich selbst schon wieder hungrig gelästert.

Interessant war dafür, dass Jadzia Dax‘ Schauspielerin recht offen davon erzählt, dass sie sich nicht genug gewertschätzt fühlte (und deswegen ausstieg), Gul Dukats Darsteller sich tatsächlich persönliche Streicheleinheiten der Autoren erhoffte (Autoren, die für so was aus ZIMMERN gehen? Das ist dann doch zu viel SF, finde ich!) und die Tatsache, dass Avery Brooks es nicht für nötig hielt, noch mal anzureisen und aktuelle Gedanken beizutragen. Aber der gute Mann scheint mir generell eher schwierig und kunstvernarrt zu sein – im Sinne von: „Wenn euch irgendwas erklären muss, habt ihr die Serie eh nicht kapiert.“ Eben eine Mischung aus Helmut Kohl, Harald Schmidt und einem arroganten Kunstlehrer in Kleinstkleckersdorf.

Und ich kann‘s verstehen! Warum auch 25 Jahre lang die selben doofen Fragen beantworten? „War das damals toll, dass sie so schwarz waren?“ Zwar ist Avery Brooks sonst sehr vokal, was diese Themen angeht, jedoch habe ich früher schon bemerkt, dass der gute Mann in Sachen Trek oft seine Ruhe will. Was vielleicht gaaanz passend ist, denn teilweise habe ich in der Doku „The Captains“ (gratis bei Amazon Prime) nicht kapiert, was der gute Brooks dem William Shatner eigentlich mitteilen wollte.

Aber ich will da gar kein falsches Gefühl aufkommen lassen… Das alles sind nur meine wirren Gefühle zu dieser ansonsten sehr runden, gut geschnittenen und angemessenen Dokumentation. Und hohles Marketing-Blabla erleben wir auch in den Eigenlob-Passagen nicht. Man muss ja nichts mehr verkaufen oder sich beweisen. Kaum vorstellbar, wie z.B. eine aktuelle Produktion wie „Discovery“ sich feiern würde! „Awesome“, „Brilliant“ und „Skilled“ wären da vermutlich noch die am wenigsten Würgereiz-erzeugendsten Worte.

Er ist wieder da: In der Zukunft der Serie hätte man Sisko wieder aus dem Wurmloch treten lassen, um reale und metaphysische Ärsche zu treten. Meine Mitteilung an CBS an dieser Stelle: „Machen Sie’s so!“ – Im Ernst, das wäre auch nicht irrer als eine „Section 31“-Serie…

Wie talentierte Autoren wirklich arbeiten, erleben wir übrigens auch in dieser Doku. Hier setzt sich die alte Garde noch mal ins Autorenzimmer, um sich dort den Start einer 8. Staffel zu überlegen. Zugegeben: Dieser fiktiven Episode (die mit haufenweise Zeichnungen skizziert wird) wird zu viel Platz eingeräumt und nicht jede dieser Ideen ist toll (Kira als religiöse Führerin?!). Aber die Gedankengänge, einzelnen Motive und Querverweise machen zumindest mehr Laune als alles, was nach dem Jahr 2000 in Sachen Star Trek in der Glotze lief… stolperte. Wenn z.B. Worf und Garak sich in einer Höhle treffen, weil „auf Bajor etwas Seltsames vorgeht“, Jake die Vision seines Vaters empfängt und Odo für Kira noch einmal zur Raumstation zurückkehrt, so klingt das durchaus nach stabilen Knochen, an die man gutes Story-Fleisch drantackern könnte.

Man spürt, dass da noch die alte Autorengarde spricht, die noch SF-Wissen, Erfahrung und intellektuelles Rüstzeug ihr Eigen nennen. Alleine dafür möchte man auf die Knie fallen, bis diese sich Odo-mäßig verflüssigen. Hier hat man sich noch bemüht und neue (sinnvolle) Dinge etabliert, anstatt ständig auf alte Kult-Vulkanier, Kult-Captains und Kult-Tribbles zu verweisen.

Das absolute Highlight der Doku sind aber die in HD aufbereiteten Szenen der Serie. Es ist unfassbar, wie modern das Ganze wirkt, wenn das alte Videomaterial endlich mit Schwarzwerten und Tiefendetails glänzt! Klar, für das 16:9-Verhältnis musste man das Bild oben und unten beschneiden, doch störte das in den Beispielausschnitten nur marginal. Normalerweise wird man ja eher traurig, wenn man auf Netflix oder DVD mal eine alte DS9-Folge startet. Denn dort sieht es aus wie Onkel Hugos VHS-Band einer DDR-Schulaufführung: Die blassen Farben, die graue Matschepampe als Hintergrund und die Raumschiffe im Schlabberlook sorgen heute nur noch für blankes Entsetzen.

So sehe ich dabei teilweise aus:

Die schärferen Bilder lassen die Emotionen gleich viel greifbarer erscheinen. Zumindest bei mir ist die Wirkung immer höher, wenn ich nicht das Gefühl habe, Pixel hinter einer beschlagenen Fensterscheibe zu betrachten. Zum Vergleich: Unten sehen wir die gleiche Szene aus dem Netflix-Stream.

Insgesamt kann man festhalten, dass die Doku fast schon zu knapp geraten ist. Wenn man am Ende richtig drin ist, weil z.B. Nogs Schauspieler (inzwischen verstorben) beim Interview ein halbes Raktajino-Glas vollheult oder man Frieden mit Vic Fontaine schließt (eine Figur, die ich damals noch überflüssig fand), da ist es dann auch schon wieder vorbei. Dabei hätte ich doch noch so viele Fragen gehabt! Warum ist mir nie aufgefallen, dass Garak eine schwule Figur ist? Warum sieht Ezri Dax‘ Schauspielerin immer noch so süß aus? (BergH, bitte bestätigen Sie!) Und wieso dachte Kira nach ihren Erfahrungen immer noch, dass die Propheten anbetungswürdige Götter sind?

Wenn am Ende dann von drei Charakteren gesungen wird, fühlt man sich rührselig und wütend zugleich. Und fragt weiter: Wieso gibt es die Serie nicht auf Blu Ray? Warum interessiert man sich plötzlich mehr für Rom als für Michael Burnham? Wieso ist die Doku so kurz? Und warum fühlen sich viele Episoden, wenn man sie heute sieht, irgendwie doch viel zu lang an? Warum bekommt man die Klingonen heute nicht mehr so klasse hin? Und wieso hat DS9 dafür gesorgt, dass wir sie schon Ende der 90er nicht mehr sehen wollten?

Tja… DS9 war eben schon immer eine Serie voller Widersprüche.


Fazit: Eine schöne Dokumentation, die gerne auch eine Serie hätte werden dürfen. Zwar wird hier alles brav abgehandelt, doch am Ende des Tages fehlen Avery Brooks, eine gewisse Selbstbeschränkung in Bezug auf die fiktive Staffel 8 und ein paar (mehr) Meinungen aus der heutigen Zeit – von ganz normalen Leuten wie dir und mir.

Schön ist aber, dass man irgendwie versuchte, den Mittelweg aus Selbsteinschleimung und Selbstgeißelung zu gehen.

Am Ende bleibt das Bedürfnis nach einem HD-Remastering der Serie – und einem Gegenmittel gegen das Altern selbst.

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von Klapowski am 01.11.19 in Star Trek - Deep Space Nine

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Kommentare (16)

  1. Bolleraner sagt:

    Den würde ich auch gerne sehen wollen. Leider läuft der auf keiner meiner Sender, oder Streaming Plattformen.

    Esri Dax fand ich trotz ihres Hübschseins doof. Alle Figuren, die erst im Laufe einer Serie neu hinzugefügt werden, sind doof (Der Nachbarsjunge vom Alf, Poochy der Wunderhund u.a.).

  2. JP1957 sagt:

    Herzlichen Dank für die Review.
    Ich habe sie vor einiger Zeit im örtlichen Kino gesehen, das für mich überraschend ganz gut gefüllt war.
    DS9 habe ich vor der Doku wertgeschätzt … und nachher um so mehr.
    In jeder Sekunde war zu spüren, dass die Macher der Serie (Autoren und Crew) mit Freude und Begeisterung bei ihrer Sache waren – ich liebe es, dass in Interviews etc. zu spüren.
    Deutlich wurde auch, was mir „damals“ so während der dritten oder vierten Staffel dämmerte: Da entsteht ein „Gesamtkunstwerk“. Wie toll und „tief“ entwickelten sich Charaktere, wie detailliert und liebevoll wurden Völker gezeichnet! Man schaue sich eine beliebige Ferengi Folge in TNG an und vergleiche sie mit der Darstellung der Ferengi in DS9 – ein Unterschied wie Tag und Nacht. Was erfuhren wir nicht alles über die Cardassianer? Die Trill? Und DS9 schaffte es sogar, mein Interesse an klingonischer Kultur zu wecken.
    „Was haben die Klingonen für Götter?“, wird Worf in einer Folge gefragt. Wie begeistert war ich einst, als ich hörte, was die Autoren sich an dieser Stelle – voller Plausibilität – ausgedacht hatten: „Wir haben sie getötet.“
    Ich werde Kurzmann nie verzeihen, was er aus den Klingonen – nach solcher Tiefe – gemacht hat!
    Die Doku zeigt, wieviel Engagement damals in solche Fragen gesteckt wurde und wie auch die Schauspieler daran mitgewirkt haben. So erfährt man z.B., dass die Ferengi Darsteller sich am Wochenende vor Drehbeginn immer trafen und überlegten, wie sie ihre Figuren (besser als im Drehbuch) gestalten könnten. Faszinierend auch zu sehen, was an Chemie noch heute zwischen den Darstellern von Kira und Gul Dukat da war … was für tolle Folgen haben die beiden im Zusammenspiel uns beschert. Man schätzt es höher, wenn man die Doku gesehen hat.

    Für mich ist TNG immer die „pädagogischere“ Serie gewesen … einzelne Folgen wurden zu Lehrstücken aufgeklärter Moral … ein Freund und Kollege und ich haben sie in den 90er Jahren (als alle Welt und die Jugend Star Trek schaute) als Diskussionsgrundlage im Unterricht eingesetzt; DS9 bleibt unübertroffen in der Schilderung fremder Völker. Der Blick auf diese Völker war ein Blick voller Interesse und Suche nach Motiven und Beweggründen für das Handeln … und wenn es noch eine achte Staffel gegeben hätte, dann hätten wir sicherlich auch noch etwas über die Breen erfahren^^.

    Insgesamt war die Doku ein tolles Projekt und ich verließ das Kino – na klar – voller nostalgischer Gefühle und mit Wehmut angesichts des Weges, den Star Trek inzwischen genommen hat.
    Ich hätte sie auch gern länger gehabt, schon allein, weil meine Lieblingsfigur (neben Quark) Miles O’Brien – der Held der Arbeiterklasse – so selten zu Wort kam.

    Zu Balleraner: Ezri war natürlich nicht doof. Was für eine titanische Aufgabe, nach sechs Staffeln die faszinierende Jadzia ersetzen zu müssen! Tatsächlich hat sie es dann geschafft, der Dax Figur noch neue Aspekte hinzuzufügen ohne den Charakter zu brechen!! Ein Beleg für die überragende Qualität der Autoren. Was hätte das Kurzmann Team wohl aus Dax in der Staffel gemacht?

    • Klapowski sagt:

      Da ich gerade die 6. Staffel DS9 sehe, muss ich ebenfalls bestätigen, dass man damals oft nicht wusste, was man an der Serie hatte.

      Selbst die eher lahme Folge von Vedek Barreils Doppelgänger aus dem Spiegeluniversum ist konsistent und in ihrer trägen Dialog-Langatmigkeit fast schon… äh… wie ein SEHR GUTER Podcast. Und mit etwas Lebenserfahrung kann man sich eh viel besser in einen Mann reinversetzen, der sich nicht entscheiden kann, ob er ein Dieb oder ein Heiliger sein möchte. Eine Wahl, die ich jeden Tag auf’s Neue treffen muss, wenn ich zur Arbeit fahre.

      Oder nehmen wir die genetisch mutierten Übermenschen in „Statistische Wahrscheinlichkeiten“, deren Analysen nahelegen, dass die Sternenflotte sich ergeben muss, um Milliarden Leben zu retten. Nebenbei geht es darum, wie Bashir sich fast unter „Seinesgleichen“ verliert oder wie man Normalos wie O’Brien bei Laune hält. Und genetische Ethik in der Medizin, Umgang mit Behinderten und einen sanften Fortgang der Kriegsgeschichte bekommen wir hier quasi gratis mitgeliefert. – Und das nicht mal auf dem heutigen Level namens „That’s the power of Behindertenrechte, dear people!“

      Wohingegen wir uns bei der eeeentfernt ähnlichen STD-Folge nach Culbers Wiedergeburt für 10 Sekunden damit auseinandersetzen, ob ein total „Verpilzter“ noch in die Gesellschaft gehört (= wird nicht wirklich zu Ende behandelt?) und ob Culber durch seine Neuerschaffung überhaupt irgendwelche besondere Fähigkeiten erhalten hat. Was ich bis heute nicht weiß oder wegen des restlichen Chaos wieder vergessen habe…

      Bei DS9 bin ich noch tief beeindruckt, wenn Sisko jemanden anbrüllt. Bei STD oder Abrams-Trek warte ich hingegen auf den relativierenden Gag oder eine völlige Überreaktion, die alles „erklärt“. Wie z.B. die Tatsache, dass Lorca aus dem Spiegeluniversum kam oooder der total billige Twist, dass man sich einfach gegenseitig vom Schiff wirft (Star Trek 11), um einen Ortswechsel einzubauen.

      Ich nehme hiermit also viele Kritikpunkte am Ende von DS9 zurück, die ja vor allem darauf basierten, dass man es bitteschön noch BESSER machen könnte. Da das aber 20 Jahre lang nicht passiert ist – und gar nicht erwünscht war -, muss ich einsehen, dass man es NICHT besser machen KANN.

      Nennt es daher also gerne eine „Heutige Produzenten sind doof und stinken nach Fisch“-Aufwertung.

      Und jetzt Schnauze, gleich kommen „Die glorreichen Ferengi“, das will ich nicht verpassen! (*ungelenk im Netflix-Menü rumwurschtel*)

  3. JP1957 sagt:

    Ach, Klapowski … so viel Altersweisheit schon jetzt. Dabei ist der Gang in die himmlische Schatzkammer doch noch weit entfernt.

  4. Sparkiller sagt:

    „eine gewisse Selbstbeschränkung in Bezug auf die fiktive Staffel 8“

    Mir hat dieser Brainstorming-Einblick sogar am Besten gefallen. In einer Runde von Gleichgesinnten einfach mal diverse Hirnfürze rauszupusten ist doch eigentlich das SCHÖNSTE am Serie-Machen, oder nicht? Das Ergebnis müffelte zwar ein bisschen nach Fan-Fiction, aber das Meeting dauerte ja vielleicht auch nur eine halbe Stunde.

    Da hätte ich eher auf Standard-Füllmaterial wie kurzen Lob-Einspieler diverser Fan-Köppe verzichten können. Mehr Hirnsturm, mehr der bereits erwähnten Ehrlich-Interviews und HD-Ausschnitte, bitte.

    (Und, ehrlich gesagt, Behrs Blaubart-Look inklusive Richter Doom-Brille aus Roger Rabbit fand ich doch ein weeenig ablenkend.)

  5. BergH60 sagt:

    tach auch !

    Ich muss vorausschicken, das DS9 nie meine Serie war. Ich mochte eher Voyager , als deren Catain noch halbwegs schnuckelig war und beim Ausparken aus dem Raumdock, das Schiffverkratzte. :lol:

    Auch fand ich die Darstellerin von Jadzira Dix wesentlich schnuckeliger, aber :
    – Vor kurzem hatte ich sehr viel ungewollte Freizeit und bingete daher eine Serie Namens Private Eyes. Und da spielt ein Schauspielerin mit bei der ich dachte : Woher kennst Du die nur?
    https://en.wikipedia.org/wiki/Private_Eyes_(TV_series)

    Und ja ich bestätige, sie hat eine Menge von ihrem JungmädchenCharme behalten.
    (Mancher würde MILF dazu sagen.)

    Die Doku werde ich mir jetzt reinziehen, vielleicht bekomme ich dann Lust DS9 zu schauen.

    Gruss BergH

    @Bolle(raner)
    Da gibt es das was man Benutzer Netz nennt.

  6. Halbnerd sagt:

    Meiner Meinung nach führte DS9 erstmals das Star Trek-Universum in seiner Tiefe aus. Es macht keinen Sinn, wenn etwa TNG oder TOS zuvor nicht bekannt sind. Mit dem entsprechenden Fan-Wissen bekommt man aber auch heute noch eine insgesamt clevere, runde Serie geliefert, die mit angenehmen Figuren punktet. Helden wie Gegner fand ich sehr gut gelungen. Somit ist diese Doku echt ein nostalgisches Schmankerl, welches gut tut, ohne dass man es unbedingt sehen müsste.

  7. G.G.Hoffmann sagt:

    Die Doku heißt übrigens „What we left behind“. Ich habe die Doku jetzt dreimal gesehen. Einmal in der Online-Vorpremiere für die „Backers“ im Frühjahr, einmal im Sommer im Kino und einmal kürzlich, als die Blu-rays verschickt wurden. Wobei mir noch nicht ganz klar ist, was der Unterschied zwischen der Backers-Edition und der handelsüblichen Version ist. Vielleicht noch einige Specials, z.B. ein sehr interessantes Tischgespräch zwischen den für die technische Umsetzung Verantwortlichen (alles Männer natürlich), die erklärt haben, vor welchen Schwierigkeiten sie standen, auch nur die 30 (?) Minuten Material aus der Serie zu finden, einzuscannen und zu bearbeiten.

    Offenbar herrscht in den Archiven von CBS ein ziemliches Chaos. Die meisten Szenen wurden mehrfach und/oder aus verschiedenen Perspektiven gefilmt, ohne dass den Filmrollen und den Aufzeichnungen zu entnehmen ist, welche Szene/Perspektive letztlich für die Serie verwendet wurde. Deshalb hat das Projekt mit dem beschränkten personellen Ressourcen des Doku-Teams auch Jahre beansprucht. Zudem war man in erster Linie auf Szenen angewiesen, die keine CGI-Special-Effects enthielten, da diese mühsam in 1080p erneut hätten erstellt werden müssen (ich meine aber, einige der gezeigten HD-Szenen hätten Special-Effects).

    Die komplette Serie zu restaurieren dürfte nach einigen Schätzungen daher deutlich mehr als 20 Millionen Dollar kosten. Klingt viel, zumal die Blu-rays von TNG nicht der erhoffte Verkaufsschlager gewesen sein sollen. Das meiste Geld wird jedoch ohnehin über die weltweiten Lizenzverkäufe an TV-Sender und Streamingdienste verdient. 20 Mios. sind in Anbetracht dessen, was zum Teil nur eine Folge einer aktuellen Serie kostet, geradezu wenig.

    Gleichwohl hat CBS offenbar kein Interesse an einer HD-Umsetzung von DS9 und VOY. Die ENT-Blurays, vor einigen Jahren lieblos und ohne Überarbeitung auf den Markt geworfen, sind nach heutigen Sehgewohnheiten übrigens ebenfalls unterirdisch schlecht. Allein die digital gefilmte vierte Staffel ist bildqualitativ noch einigermaßen erträglich.

    Mir würden es ja schon genügen, wenn man ein Best-of von VOY und DS9 restaurierte, z.B. je 50 Folgen. 2/3 der Episoden beider Serien sind ja eher so lala oder schlecht.

  8. Bolleraner sagt:

    @Klapo:

    „Und irgendwann wird es beinahe komisch, was da alles aus dem blauen Bart (wann habe ich den Trend eigentlich verpasst?) von Ira Steven Behr rausgebrummelt wird.“

    Vermutlich soll das eine Anspielung auf das Märchen „Blaubart“ von Charles Perrault (1697) sein. Für den Trend bist du also ein bisschen spät dran ;-)

    Das Märchen gilt als einer der ersten Vertreter des Horrorgenres überhaupt und handelt von einem frauenmordenden Ritter mit blauem Bart. Der gute ISB als belesener Drehbuchautor der alten Schule sollte den freilich kennen.

  9. Klapowski sagt:

    @Hoffmann:

    „Die Doku heißt übrigens „What we left behind“.“

    Danke für den Hinweis. Das nächste Mal werde ich den Namen noch mal ergoogeln. Also WOANDERS als dieses fehlgeschlagende Mal. Grmpf…

    @Bolleraner:

    „Vermutlich soll das eine Anspielung auf das Märchen „Blaubart“ von Charles Perrault (1697) sein.“

    Gehört habe ich davon ja schon mal, aber ob es wirklich DAS ist?

    Wobei ich ja viel interessanter finde, wie man sich wohl fühlt, wenn man ganz selbstbewusst alle zwei-drei Tage seinen Bart im Badezimmer nachfärbt, bevor man zur Arbeit geht. Fühlt sich das dann auch irgendwann wie Routine an? So von wegen: „Schaaahaaatz? Hast du irgendwo meine Farbtabelle gesehen? Die ist schon wieder nicht neben dem Rasierpinsel.“

    Und kann ich dieses Gefühl für mich auch erschaffen? Indem ich mir alle zwei Tage die Ohrläppchen grün färbe, als wenn es das Normalste der Welt wäre?

    Wenn ich mir nicht gerade Haargel in das Schamhaar reiben müsste, würde ich glatt noch länger drüber nachdenken.

  10. BergH60 sagt:

    tach auch !

    @Bolleraner
    Setzt mir nicht solche Bilder in den Kopf.

    Also: Farbtabelle neben dem Raiserpinsel
    Haargel im Schamhaar ist O.K.

    Gruss BergH

  11. HAL9000 sagt:

    CBS hat kein Interesse an einer HD- Umsetzung, weil der Kosten- und Zeitaufwand in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen. Wie schon erwähnt, war die HD- remasterte TNG Ausgabe ein finanzieller Flopp. Sie kam zur Unzeit heraus – als Streamingdienste wie Netflix immer erfolgreicher und physische Medien immer weniger verkauft wurden. Für eine 20 Jahre alte Serie will eben niemand mehr so viel Geld ausgeben, und die Verwertung der Serie am Streaming- Himmel bringt zu wenig Umsatz.
    Und nur so nebenbei: Auch heute noch, mehr als 20 Jahre nach der Einführung, 12 Jahre nach Verkaufsstart von BluRays und im Zeitalter von 4K- Fernsehern ist noch immer die DVD das meistverkaufte physische Medium auf dem hiesigen Markt.
    Genau aus diesen Gründen werden wir zeitlebens keine HD- Umsetzungen von DS9, VOY oder gar Stargate SG1 zu sehen bekommen, auch wenn es technisch gar kein Problem wäre.

  12. Serienfan sagt:

    Für mich war die Doku leider eine Enttäuschung.

    Es begann schon mit einem furchtbar unreifen Nachtreten gegen Verrisse. Das wirkt extrem unsouverän. Auch die „Next Generation“ wurde zu Beginn verrissen, es hieß, „Star Trek“ ohne Kirk und Spock könne nicht funktionieren. Ich habe nie erlebt, dass da in der Rückschau gejammert wurde. Im Gegenteil. Die Next-Generation-Darsteller geben gerne freimütig zu, dass der Start doch eher holperig war.

    Das Verfassen eines Comics anhand von Brain-Storming mit Flip-Chart war nicht nur langweilig, es zeigte auch, woran heutige Serien kranken. Da werden wild Ideen strukturlos in den Raum geworfen, und man feiert sich für das überraschende Killen einer Figur, was man aus welchen rätselhaften Gründen auch immer heutzutage für enorm kreativ hält. Garantiert wurden die klar strukturierten Drehbücher früher so nicht verfasst.

    Geradezu unerträglich war sexistische Geschwafel über „starke Frauen“. Zum einen: So weit war es damit bei DS9 nicht her. Dax ist ja eh einst ein Mann gewesen, und Kira bekam bereits in der ersten Staffel in „Battle Lines“ und kurz darauf noch einmal in „Progress“ einen Weinkrampf auf den Leib geschrieben, was die Autoren damals in Interviews lobten, weil sie dabei gezeigt hätten, dass auch Kira „Gefühle hat“. Komisch: Worf musste niemals einen Weinkrampf haben, um seine Gefühle zu zeigen, doch bei der so begehrten „harten Frau“ ist das natürlich nötig.

    Zum anderen wird hier natürlich erneut eine ohnehin fehlgeleitete Vorstellung von „männlicher Stärke“ den Frauen übergestülpt. Eine stets in sich ruhende Deanna Troi empfinde ich als viel „stärker“ als die Ex-Terroristin Kira. Warum also sollte Kira „stärker“ sein als Deanna Troi oder Beverly Crusher? Es sagt ja auch niemand: Nach dem eher philosophischen Picard kommt mit dem herumbrüllenden Sisko endlich mal ein „starker Mann“ zu „Star Trek“.

    Die nicht enden wollende Selbstbeweihräucherung zum Thema „schwarze Hautfarbe“ war leider zum Seufzen schwach. Das wirkt auf mich heutzutage so, als würde jemand den Nobelpreis in Physik einfordern, weil er den Satz des Pythagoras begriffen hat. Dass in der Classic-Serie die Hautfarbe von Uhura für niemanden ein Thema war, das war für mich stets die stärkste Aussage gewesen. DS9 brachte eher den Rassismus zu „Star Trek“ zurück. Sisko sprach von „our people“ und weigerte sich deshalb, eine Las-Vegas-Simulation eines 400 Jahre alten Nachtclubs zu betreten. Das hat für mich nichts mit einem seit Jahrhunderten überwundenen Rassismus zu tun.

    Leider fand ich auch nicht, dass die groß angepriesene CGI-Raumschlacht gut aussah, und verheerender Weise fehlte offenbar das Geld, um die Rechte für die Verwendung des Soundtracks zu bezahlen, weshalb die Orchestermusik durch ein billiges Synthesizer-Dröhnen ersetzt wurde. Eine Verbesserung war das leider nicht. Da habe ich dann doch lieber verschwommene Raumschiffmodelle und ein großes Orchester.

    DS9 sollte auf jeden Fall eine HD-Veröffentlichung erhalten. Diese Doku aber hat die Komplexität von DS9 gar nicht begriffen, weshalb man sich auf das übliche, inhaltlose Mainstream-Geschwafel (seht her, wir haben harte Frau und schwarze Häute!) konzentrierte, und sich nicht mit der Serie auseinandersetzte, sondern Zeit für irgendeinen wirren Fanfiction-Comic vergeudete.

    • WKT sagt:

      Für mich alles andere als eine Enttäuschung.

      Unsouverän war daran nichts und die Brainstorming-Session zeigt nur eines: Dass man hier in sehr wenig Zeit etwas herumgesponnen hat. Ich glaube, dass in eine Serienstaffel etwas mehr Arbeit fließt als hier gezeigt. Was die Themen Frauen und Hautfarbe angeht, so kann man natürlich aus der heutigen Sicht so argumentieren wie Serienfan es macht, dem damaligen Kontext entspricht das halt einfach nicht. Man kann natürlich alles ins Negative verkehren und sich dann noch ärgern, dass das Geld für den Originalsoundtrack in den HD-Szenen fehlte, aber: Mit dieser Einstellung kann man wohl nichts genießen. ;-)

      Ich empfinde die Doku als sehr gelungen und vor allem als ein Geschenk an die Fans von damals. Hier wurde mit sehr viel Liebe und Engagement gearbeitet und das Ziel, dass die Doku hatte, nämlich mich in einen nostalgischen Nebel zu hüllen wurde mit Bravour erreicht. Man darf nicht vergessen, dass hier viele Stunden unbezahlter Arbeit geleistet wurden.
      Natürlich ist der Erkenntniswert nach so vielen Jahren eigentlich gleich null und natürlich wurde einiges verkitscht und natürlich glaube ich auch Ira Behr mit keinem Wort, dass Garak immer schwul sein sollte. Aber was solls… darum geht es hier doch auch gar nicht. Ich hatte das Gefühl, dass sich Schauspieler und Produzenten einfach nur gerne an DS9 erinnern wollten (außer Brooks vielleicht) und sich gleichzeitig bei uns Fans bedankt haben. Das Herz saß hier am rechten Fleck und nachdem ich es seit zehn Jahren gewöhnt bin alles, was mit Star Trek zu tun hat schlecht zu finden, freue ich mich umso mehr!

    • JP1957 sagt:

      @WKT: So isses!

  13. bergh sagt:

    tach auch !
    Mir hat die Doku auch sehr gut gefallen.
    Ich sehe die Kritikpunkte, aber insgesamt ist sie besser,
    als die übliche Lobhudelei.

    BTW:
    Wie kann es sein, dass Nana inzwischen jünger aussieht , als Terry ?
    Unglaublich wie toll manche Frauen altern können.
    https://www.thefamouspeople.com/profiles/images/nana-visitor-1.jpg

    Gruss BergH

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