Film- und Serienkritiken

Ernsthafte Kritiken zu Film und Serie.

„Star Trek Discovery“: Dritte Staffel bestätigt – aber … warum?

Nun also doch: Nach einer etwas längeren Wartezeit wurde die 3. Staffel Discovery soeben bestätigt. Ist das etwa schon die allmächtige Power des bald anklopfenden Spock?

Sehr viel Hilfe soll Kurtzman diesmal von Michelle Paradise erhalten, die unter anderem als Schauspielerin in einer lesbischen Comedy dabei war und sich im Impro-Theater wohl zu fühlen scheint.

Ich hätte ja vor der Entscheidung NICHT gerne in der Haut von CBS All Access gesteckt, und das nicht nur wegen der ständigen Testscreenings zu allen Kurtzman-Inhalten (brrr!)…

– Die Publikumsmeinung ist bis heute extrem gespalten, was STD angeht
– „CBS All Access“ ist noch immer ein sehr kleiner Streaminganbieter
– STD ist sehr(!) teuer
– Die Rechtesituation scheint noch immer recht verworren zwischen altem Trek, Kinotrek und Kurtzman-Trek.

Andererseits ist „Star Trek“ ein wertvolles Prestigeprojekt, in dem bereits mindestens 300 Millionen an Produktionskosten stecken. PLUS Marketing.
Zudem lief Kurtzmans teurer Vertrag eh über 5 Jahre, was noch ca. 20 Millionen Dollar bedeutet, die anteilig noch fällig wären…

ICH muss gestehen: Ich hätte mit knapper Hirnschmalz-Mehrheit in meinem Kopf eher auf eine Einstellung getippt. Zu krampfig verwies man in den letzten Wochen auf die Picard-Serie und andere Trek-Projekte, zu verhalten waren die Rückmeldungen zu der gratis auf YouTube hochgeladenen Episode 2.01. Auch ist Spock noch nicht erschienen, der als sinnvoller Indikator für das Zuschauerinteresse getaugt hätte…

Doch all dies ist nun vergessen: Die weiteren Investionen in STD bedeuten also auch für uns ein weiteres Jahr voller Langeweile und Kopfschütteln. WENN sich denn die Frau Paradise nicht plötzlich als Glücksgriff erweist und alles besser macht. Wobei dies nach einer schnellen Recherche eher verwunderlich anmuten würde.

Aber gut, UNS kennt da draußen ja auch keiner und WIR können ja auch immer alles besser?

Hoffen wir also auf wenig Lesben-Comedy und weniger Improvisationstheater (das hatten wir ja jetzt schon 1,5 Jahre) und wünschen Kurtzmans Produzenten-Gehilfin Gottes und Burnhams Segen.

Jetzt muss ich mir noch einen Textstil-Zwilling suchen, der für MICH die nächsten 20 Episoden reviewet. Ist mir schlecht…


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von Klapowski am 27.02.19 in Star Trek: Discovery

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Kommentare (33)

  1. Nitpicker sagt:

    „Ich hätte mit knapper Hirnschmalz-Mehrheit in meinem Kopf eher auf eine Einstellung getippt.“
    Nur weil ein paar Doomcocks ständig wiederholen, wie schlecht dies oder jenes läuft, ist das noch keine Tatsache. Weniger diese Ergüsse aufsaugen, dann klappts mit dem Hirnschmalz auch wieder.

    • Klapowski sagt:

      Dass die Serie auf JEDEN Fall abgesetzt wird, hat vermutlich selbst hier keiner behauptet.

      Und nicht jede (verzweifelte?) Entscheidung seitens der Macher heißt jetzt sofort das exakte Gegenteil – nämlich, dass die Serie total GUT läuft und (hohe) Gewinne abwirft.

      Das glaube ich nämlich weiterhin nicht. Dafür sind die CBS-Zuschauer zu wenig, die Serie zu teuer, die DVDs zu ungekauft und sogar die Raubkopierer zu untätig.

      ENTERPRISE hatte mit dem Doppelten an US-Zuschauern und der Hälfte an Produktionskosten nicht den ausreichenden Erfolg. Von daher bin ich gespannt, was man konkret anders machen will, um nun endlich den ersehnten Erfolg herheizuführen. Irgendeine neue, krasse Idee muss da noch dahinterstecken.

    • Nitpicker sagt:

      Enterprise ist nun auch wieder eine ganze Weile her und die Fernsehlandschaft hat sich seither stark (zu Streaming um-)gewandelt. Die großen Knallerquoten fährt heute kaum noch jemand ein (außer so Giganten wie GoT), stattdessen scheint es auf viele kleine Rinnsale hinauszulaufen bei denen der Marktwert teilweise auch aus „Meme“igkeit errechnet zu werden scheint. Da reicht dann wohl schon ein „erscheinen und von sich Reden machen – egal wie“ und dass das bei Discovery sehr gut klappt, siehst du ja an deinen eigenen Kommentarfeldern. Da ist die Quote bei den Disco-Artikeln nämlich recht hoch.

      „Dafür sind die CBS-Zuschauer zu wenig, die Serie zu teuer, die DVDs zu ungekauft und sogar die Raubkopierer zu untätig.“

      Ich finde weder Zahlen, die die CBS-Behauptung bestätigt, dass die Serie gut läuft, noch finde ich zahlen, die die Kritiker-Version bestätigt, dass die Serie schlecht läuft. Woher beziehst du deine Zahlen?

    • Klapowski sagt:

      „Woher beziehst du deine Zahlen?“

      https://www.nscreenmedia.com/cbs-all-access-star-trek-discovery-growth-slows/

      Erscheint mir ganz gut erklärt zu sein – auch wenn die Zahl im August schon bei 2,5 Mio. gelegen haben soll (finde ich gerade nicht wieder). Lass es also eine Million Viewer in den USA sein. Was wohl schon sehr hoch gegriffen ist.

      Dass die Discs nicht populär sind, kann man bei Amazon selber sehen. Aber heute ist das mit den physischen Medien eh nicht mehr so prall wie noch vor einigen Jahren. Blu Ray-Player werden ja auch gerade vom Markt genommen, da mehr gestreamt wird.

      Bleibt noch Netflix, die im Ausland also die „fehlenden“ 3 Millionen US-Zuschauer (immer noch im Vergleich zu ENTERPRISE – eigentlich also 6 Mio, da Serie heute teurer) ausgleichen müssen. Selbst wenn Netflix fast die kompletten Produktionskosten für CBS begleichen sollte (sagen wir mal 100 Mio als Beispiel), müsste es spätestens dort schon ziemlich gut laufen.

      Da kann man ja mit dem üblichen Monatsbeitrag und den zighundert anderen verfügbaren Serien, auf die sich die Beträge verteilen, ja mal ausrechnen und rumschätzen. Die Mühe mache ich mir aber jetzt nicht.

      Der große Gewinnbringer kann die Serie nicht sein. „The Expanse“, die fast ähnlich teuer ist (8 Mio statt 8-9 bei DISCO), übrigens auch nicht. Weswegen die auch nach Staffel 3 abgesetzt wurde, um dann knapp von Amazon gerettet zu werden. Ist da wohl auch so ein Prestige- und Mischkalkulationsding.

      Das ist alles auf jeden Fall in einem kritischen Bereich, in dem man sich auf Messers Schneide bewegt. Darauf können wir uns getrost einigen.

    • Nitpicker sagt:

      „Das ist alles auf jeden Fall in einem kritischen Bereich, in dem man sich auf Messers Schneide bewegt. Darauf können wir uns getrost einigen.“

      Nein, glaube ich nicht. Denn wichtiger als Disco ist All Access. CBS muss diesen Streamingdienst hinbekommen, sonst sind die nicht mehr zukunftsfähig. Bis sich AA etabliert hat, aka andere Serien so richtig greifen können (Twilight Zone?, Picard-Trek?), hat Discovery als das einzige Zugpferd im Grunde narrenfreiheit und man wird auch weiter Geld in diese Serie hineinpumpen, und das als (teure aber werbewirksame) Zukunftsinvestition betrachten, weil alles andere einem Selbstmord gleichkäme. Die Serie jetzt schon abzusetzen wäre eine Kapitulation, weil es jedem sagt; AA zieht nicht. Deshalb wird man an Disco erst mal festhalten.

      Das ist wie bei jedem Unternehmen. Erst pumpt man ordentlich Geld rein, ist egal ob der Start wacklig ist, hauptsache man entwickelt ein Standbein. Dann zieht man nach ein paar Jahren erst gleich und dann fängt man erst langsam an Gewinn zu machen. Dafür werden bei AA andere Serien sorgen (müssen). Zu dem Zeitpunkt hat Disco vermutlich schon das Ende der normalen Serienlaufzeit (vier bis sechs Staffeln) erreicht und kann als geschäftlicher (wenn auch ganz und gar nicht künstlerischer) Erfolg gefeirt werden, während unglückliche Fans implodieren, weil sie die (Geschäfts-)Welt nicht mehr verstehen.

    • Klapowski sagt:

      „Erst pumpt man ordentlich Geld rein, ist egal ob der Start wacklig ist, hauptsache man entwickelt ein Standbein. Dann zieht man nach ein paar Jahren erst gleich und dann fängt man erst langsam an Gewinn zu machen.“

      Wie gesagt: Wir sind uns nicht wirklich uneinig.

      Dass das alles sehr wackelig, risikoreich und „Geld-rein-Pumpig“ ist, ist ja unser beider Meinung. Ob das jetzt nur 1-2 oder bis zu 2-3 Jahre gut geht, können wir beide nicht beurteilen. Ich persönlich hatte mit mehr Augenmaß und Vorsicht gerechnet (= Andere Serien etablieren? Billigere Kult-Comedy erschaffen? Mehr Zeug wie wie Serie „The Good Fight“ rauskloppen?), was man jetzt erneut nicht gezeigt hat. Der Disney-Streamingdienst steht vor der Tür, aber CBS fällt nichts Besseres ein, als eine nicht sehr beliebte Serie durch das dritte Jahr zu pushen?

      Am schockiertesten bin ich fast schon darüber, dass man trotz aller Kritik an der Serie erneut eine Showrunnerin reingeholt hat, die zwar angeblich Star Trek besser kennt als Alex Kurtzmans seine Nullen auf dem Gehaltsscheck, gleichzeitig aber nur mit Shows auffiel, die nicht weiter vom Thema SF entfernt sein könnten.

      Was erhofft man sich von einer Expertin für lesbische B/C-Klasse-Sitcoms? In den 80ern/90ern hätte es sicherlich auch mehr als seltsam gewirkt, wenn man statt Berman/Roddenberry eine derart seltsame Wahl getroffen hätte („Angela Lansbury aus ‚Mord ist ihr Hobby‘? Prima Idee, Herr Geldgeber!“).

      Aber gut, vielleicht kann die ja wirklich was? Man wird es in den Episode 2.09, 2.13 und 2.14 sehen können, denn für diese hat sie die Drehbücher geschrieben.

      Weiterhin möchte ich meinen FEHLER anerkennen, dass ich davon ausging, CBS sei um Schadensbegrenzung bemüht, möchte eine kultige, bestmögliche Serie haben und vergangene Fehler reparieren – und auch mal etwas absetzen, wie wir es zigmal bei beliebteren Serien erlebt haben. Ich war fest davon überzeugt, dass eine große Firma sich diesen Dingen verpflicht fühlen könnte.

    • Nitpicker sagt:

      „Weiterhin möchte ich meinen FEHLER anerkennen, dass ich davon ausging, CBS sei um Schadensbegrenzung bemüht, möchte eine kultige, bestmögliche Serie haben und vergangene Fehler reparieren – und auch mal etwas absetzen, wie wir es zigmal bei beliebteren Serien erlebt haben. Ich war fest davon überzeugt, dass eine große Firma sich diesen Dingen verpflicht fühlen könnte.“

      Da liegt wohl wirklich der Denkfehler – und das meine ich (leider) ganz ironiefrei. ICH würde als Künstler genau das gleiche machen wie du: Ein gutes Produkt abliefern. Etwas, worauf man stolz sein kann. Aber ich glaube nicht, dass Künstler in diesem Falle noch großartig was zu sagen haben – nicht, bei den Summen von denen wir hier reden. Stattdessen bestimmen die Marktforscher. Und die sehen einen ganz anderen Weg sich etwas vom modernen US Markt zu erobern; nicht in dem sie etwas für’s Köpfchen kreieren (hat bei uns eh nicht viel zu sagen), sondern etwas, das rein die Emotionen anspricht (total woke) und uralte Stammessysteme triggert.

      Mit Discovery wird kein Produkt verkauft, sondern eine Identität die eine von zwei Seiten bedient, die momentan beide sehr laut kreischen („Social“ Media sei dank). Mach was mit Schwarzen, Schwulen und anderen Minderheiten, und jene, die emotional in diese Richtung lehnen (Minderheiten und schwache schützen), werden sofort dein Produkt unterstützen. Aus Prinzip! Und die anderen werden sich drüber aufregen (und es daher auch teils konsumieren, denn was man nicht sieht, kann man nicht kritisieren) und das Produkt somit immer in den News halten. Und vice versa. Oreos hat sich dieses Marketingtricks bedient, Nike hat es gemacht und kürzlich auch Gilette. Jeder ist jetzt auf dem Trip. Konsum wird zum politischen Statement, damit sich die beiden Parteien dann gegenseitig die Köpfe einschlagen und dabei ganz automatisch News generieren („verfeindeten“ Fußballclubs nicht unähnlich).

      Wir helfen damit dem Produkt ungewollt. Und es klappt. Wie gesagt, kannst du an deinen eigenen Kommentarfeldern sehen. Orville? 20 Kommentare („war schön“). Disco? 70 Kommentare („So ein rotz, wer guckt denn so was, rhaaa!“ *neueste episode runterlad und hassguck*)

      (Bei Nike war es so, dass jene, die die Gutmenschtum-Kampagne unterstützen, dann die Schuhe kauften, und die Gegner haben die Schuhe AUCH gekauft… um sie dann zu verbrennen. Was Nike ja egal sein kann – Gewinn ging hoch und momentan ist alles so schnellebig, dass man in ein paar Wochen eh wieder vergessen hat, weshalb man jetzt sauer war und Schuhe verbrannt hat.)

      Das ist gar nicht mal so doof, denn jetzt hat man immer etwas, womit man die Leute beliebig triggern und somit das Produkt wieder in aller Munde bekommen kann. Es wird etwas ruhig um Disco? Stellen wir eine Autorin ein, die lesbische Sitcoms gemacht hat. Und schwupps, schon generieren Doomcock und Co genug News. Das macht neue Zuschauer wieder neugierig, und der „Spaß“ geht in die nächste Runde. Wenn man jetzt wirklich eine Art MCU-Star Trek machen will, mit viel Drumherum, dann hat man eine schöne Startposition. Viel Werbung muss man nämlich nicht mehr machen. Einfach nur ein bisschen schocken und empören. Die News kommen dann von alleine. Wenn man dann noch bei den Kritiken ein bisschen nachhilft (Öl ins Feuer)…

      Das beste gegen diese Disco-Krätze wäre daher eigentlich: Totschweigen. Komplett. Wird aber keiner machen. Man muss sich ja aufregen (ich falle ja selbst drauf rein). Von daher… heiho, vierte Staffel. Expanse? Viel zu schlau. Kann ich mich nicht drüber aufregen. ;) E

      (Mein Blick auf diese Marketingstrategien ist inzwischen so zynisch, dass ich mich nicht mal mehr wundern würde, wenn Doomcock in Wahrheit für CBS arbeitet und nur da ist, um die Gegenseite anzufeuern ;))

    • Klapowski sagt:

      Erstmal danke für den ausgewogenen Kommentar, bei dem mir glatt die Tränen der Rührung kamen (okay, zu 50% ironisch gemeint), weil ich wohl tatsächlich umdenken muss. Zumindest in Teilen.

      ABER: Ist es wirklich so, dass z.B. auch schlechte News immer gutes Marketing sind?

      Ich hielt das immer für übertrieben, da ich „Hate-Watching“ immer für etwas hielt, das wir im Jahre 2002 erfunden haben, als ENT immer dämlicher wurde. („Äh… G.G.Hoffmann? Ist das normal, dass der Captain in jeder verdammten Folge entführt oder eingesperrt wird?“ – „Keine Ahnung. Schreib doch ein böses Review und frag die anderen?“)

      Reicht es wirklich, negative Aufmerksamkeit zu erzielen wie kürzlich in der Gilette-Werbung? Wenn ja: Wie soll das funktionieren, wenn Power-Emanzen sich eher selten rasieren und Männer eher abgeschreckt werden, wenn man sich über sie lustig macht? Mir fällt da keine clevere Erklärung oder Berechnungsart ein, nach der das irgendeinen Sinn ergeben würde.

      (Hier der Link für alle, die das noch nicht kennen: https://www.youtube.com/watch?v=koPmuEyP3a0 )

      Dass politisch korrektes Blabla mitnichten den erhofften Erfolg bringt, sieht man schon an „Doctor Who“, Staffel 11, die zwar okaye Einschaltquoten hat, mit ihrem „Dauergelaber“ (leicht übertrieben) um arme Inder und schlechte Väter aber jetzt nicht den kultigen Grundstein für die nächsten Spielzeugverkäufe gelegt haben dürfte (Einen „Brot für die Welt“-Sticker?). Um nur mal ein Beispiel für eine weitere Einnahmequelle zu nennen…

      Ähnliches gilt ja nun auch für das Ghostbusters-Reboot, bei dem man als frauenverachtender Hater hingestellt wurde, wenn man den Film als albernes Gender-Vehikel ohne Seele entlarvte. Und der war ja bekanntlich auch nicht erfolgreich. Ein ähnliches Problem könnte „Captain Marvel“ noch bevorstehen, wo man ebenfalls so tat, als hätte die Hauptdarstellerin die weibliche Kinoheldin erfunden – und die Schauspielerin nebenbei meckerte, dass sie viel zu viele privilegierte weiße Fans und Filmemacher um sich hat.

      Ich hege daher die Hoffnung, dass dieses dämliche Gequatsche vom Schlage „Guck mal, wir beschäftigen 2019 jetzt auch SCHWARZE!“ nur eine Modeerscheinung ist, die wie alle anderen Trends wieder verschwindet – oder sogar eine starke Gegenbewegung lostritt.

      Selbst so was wird übrigens erforscht. Irgendwann geht JEDE Trend-Kurven steil nach unten… (Siehe „Pokemon Go“)

    • Nitpicker sagt:

      Ich möchte mich an der Stelle auch für die immer guten und freundlichen Diskussionen bedanken. Hier geht es gesitteter und intelligenter zu, als in fast allen anderen Trek-bezogenen Kommentarfeldern. :)

      „ABER: Ist es wirklich so, dass z.B. auch schlechte News immer gutes Marketing sind?“

      Kommt darauf an, was das für eine schlechte News ist. Kleinere Franchises/Unternehmen/Namen können sich einen Ausrutscher bestimmt nicht leisten. Auch für große dürfte das Triggern ein Marketingkniff sein, der schnell mal schiefgehen (aber dennoch langfristig problemlos weggesteckt werden) kann. Mit Ghostbusters hast du ein gutes Beispiel geliefert.

      Denn man sieht auch hier, dass man rasch umschwenken und den Nachteil in einen Vorteil umwandeln kann, denn jetzt kommt ja ein neuer Ghostbusters, der an die Gegenseite (Konservative?) gerichtet ist, und eben weil die Diskussion so politisiert und die beiden Parteien geschickt von den Studios gegeneinander ausgespielt werden (ohne es zu merken), kann es sein, dass Konservative jetzt EXTRA in den Film rennen (so ein bisschen, wie Black Panther ja sämtliche Rekorde gebrochen hat und Captain Marvel auch ziemlich erfolgreich sein dürfte – eben weil die entsprechenden Anhänger des Teams (in diesem Falle Team Schwarz/Team Frau) ihr Team unterstützen möchten.). Sollte jetzt ein rein männliches Team kommen, kann es sein, dass diesmal von der anderen Seite zurückgeschossen wird (ihr Frauenhasser, etc). DIE Boykottieren das dann (natürlich laut) Schon ist das alles wieder in den News und dabei fällt auch ständig der Name „Ghostbusters“. Der bleibt dann hängen. Die Leute sehen das, denken sich „aha, der Film zeigt den ganzen SJWs den Mittelfinger – das unterstütze ich, da gehe ich rein“.

      Und das ist ja jetzt der Knackpunkt. Die Studios selbst sind ja selten jene, die im Fokus dieser Skandale stehen, sondern es ist eine der beiden Streitparteien (Progressiv vs Konservativ) und da muss man eben gucken, wer größer ist und eher zur Zielgruppe gehört. Das kann man ja austüfteln.

      Gilette mag jetzt ein paar Männer vergrämt haben. Aber vielleicht gehen die ja gar nicht selbst einkaufen, sondern deren Frauen, die dann vor dem Regal stehen, Gilette sehen und sich denken „ach, das sind doch die aus den Nachrichten, die gegen toxische Maskulinität sind. Das unterstütze ich. Die kauf ich mal.“

      Anderes Beispiel: die stellen jetzt bei Disco eine Autorin für LGBT-Sitcoms ein. Die Youtube-Brigarde ereifert sich (vielleicht) darüber. In den Kommentaren fallen böse Worte. Die entsprechende Autorin wird auf Twitter angegriffen . Wer ist jetzt der böse in den News? Das manipulative Studio, die ja nur ach so gutes im Sinn haben „Wer wird sich denn über soooo was beschweren, hmmmm?“ Oder die bösen ewig gestrigen Trekkies?

      „Dass politisch korrektes Blabla mitnichten den erhofften Erfolg bringt, sieht man schon an „Doctor Who“, Staffel 11, die zwar okaye Einschaltquoten hat, mit ihrem „Dauergelaber“ (leicht übertrieben) um arme Inder und schlechte Väter aber jetzt nicht den kultigen Grundstein für die nächsten Spielzeugverkäufe gelegt haben dürfte“

      Spielzeugverkäufe sind eh stark rückläufig. Kann sein, dass wir da zu sehr wie in den neunzigern denken. Heute zählen wohl andere Sachen. Meme-igkeit oder Hashtags oder was auch immer.

      „Ich hege daher die Hoffnung, dass dieses dämliche Gequatsche vom Schlage „Guck mal, wir beschäftigen 2019 jetzt auch SCHWARZE!“ nur eine Modeerscheinung ist, die wie alle anderen Trends wieder verschwindet – oder sogar eine starke Gegenbewegung lostritt.“

      Das hoffe ich auch, aber so schnell wird die Trendwende wohl noch nicht kommen (meine Einschätzung). Solange die Amis politisch so durchdrehen, bleibt das.

  2. Hildegard Burnhamm-Brücher sagt:

    Ziel waren 4.000.000 Abos bei All Access, die habe man auch erreicht: https://trekmovie.com/2019/02/15/cbs-chief-touts-star-trek-as-all-access-hits-4-million-subscriber-goal/

    Seit dem Artikel ist Doomcock zu Discovery sehr ruhig geworden und feuert jetzt für seine Fans raus, dass Captain Marvel dann Marvel ruinieren wird. Bin gespannt, wenn jemand die Trefferquote ausrechnet.

  3. Pug of Doom sagt:

    Oh Hai Daniel,

    ich schreibe hier schon einmal ein Design Dokument für die neue Picard Serie:

    Picard lebt auf Delta Fünf dem dritten Mond von Vulkan.
    Picard ist sehr erfolgreich.
    Picard ist Eigentümer einer voll automatisierten Schokoladenfabrik.
    Picard besitzt 3 verschiedene Dünenbuggies, auch wenn Delta Fünf ein Urwaldplanet ist.
    Picard liefert Schokoladentorten in die ganze Galaxie.
    Picard baut pro hundert Schokoladentorten eine Atombombe mit ein.
    Picard hat nun einen Bart wie Discoveryspock.
    Picard trägt nur einen schwarzen Umhang als Kleidung, sonst nichts.
    Picard verfolgt Bomben per Weltraumdrohnenortungscomputer.
    Picard sammelt obskure pinke Skulpturen.
    Picard lebt mit einem Sexroboter namens Sexy Sammy Six zusammen.
    Picard schreibt pompöse Liebesgedichte unter falschen Namen und verschickt sie per Cyperhyperraumfunk.

    Die Serie wird bestimmt ein Erfolg, ich hätte jetzt gerne 25 Millionen Dollar, oder alternativ 100 Millionen Kronkorken.

    Oh Hai Daniel.

  4. Raketenwurm sagt:

    Tjaja, dass dachte ich mir eben auch gerade, als ich davon hörte: Man darf halt wirklich nicht alles glauben, was merkwürdige, wütende Männer vor Kameras auf youtube ständig behaupten. Da steckt meist einfach nur dieser „Alle denken es, also ist es.“-Gedanke dahinter. Wenn man seinen Wunsch zur Realität erklärt und alle Menschen davon überzeugt, dann wird er auch Realität. Aber das scheitert im Fernsehbereich schon daran, dass solche Fernsehverantwortlichen keine merkwürdigen, wütenden Männer auf youtube gucken, somit gar nichts von dieser neuen Realität mitbekommen und entsprechend ihre Entscheidungen nicht danach ausrichten. Schade.
    Ich bin jedenfalls auch schon sehr gespannt, ob Chibnall und Whittaker tatsächlich nächstes Jahr Doctor Who verlassen, wie überall auf youtube verkündet wurde…*hust*

    • Klapowski sagt:

      Das Problem könnte sein, dass man im Internet (ja, manchmal auch hier, bei uns) nur in Schwarz/Weiß denkt: Insider sagen, dass eine Show „on the edge of cancellation“ ist? Dann hat diese Person oder der Weiterträger quasi die Absetzung „bestätigt“ – was natürlich Quatsch ist, wenn es zwar eine deutliche Tendenz gibt, am Ende des Abstimmungsprozesses aber noch etwas anderes passiert („Hey, wir machen eine neue Staffel mit 8 Folgen und 5 Millionen Dollar Budget, damit wir Zeit für die Picard-Serie erhalten.“).

      Hier muss man vermutlich noch mehr differenzieren. Und gerade jetzt weiter abwarten, denn die Details zur neuen Staffel könnten noch mal interessant werden. Experimentell? Klassisch? Kurz? Billig? Jetzt auch im normalen Fernsehen?

    • Serienfan sagt:

      „merkwürdige, wütende Männer vor Kameras auf youtube“?

      Also, auf die höre ich auch nicht. Ich höre auf merkwürdige, wütende Frauen vor Kameras auf youtube.

      https://youtu.be/vPW_4gBrKBo
      https://youtu.be/qUEYcSSYnTQ
      https://youtu.be/say2R7tc06M

  5. Dario Cueto sagt:

    Ich habe gestern ein sehr schönes Essay von Bestseller Autor Steven Erikson gelesen, wieso und warum die Disco so mies ist. Das ist, besser und schlüssiger formuliert natürlich, auch die Grundkritik vieler Fans. Aber die werden immer nur als Hater abgestempelt.

    https://steven-erikson.org/chaos-writing-room-ongoing-clusterfuck-star-trek-discovery/

  6. Grinch1969 sagt:

    Ich habe Angst, furchtbare Angst…….

  7. G.G.Hoffmann sagt:

    Gestern Abend habe ich auf Tele5 zufällig in eine VOY-Folge reingezappt. Es war eine Kes-Folge. Irgend ein böser Alien war in ihr Hirn geschlüpft. Ich erinnere mich nicht ansatzweise an die Episode, aber die 10 Minuten, die ich verfolgt habe, waren ganz furchtbar. Eine hanebüchene Story, grottenschlechte Schauspieler und Kulissen wie von der TOS-Resterampe.

    Aber das Schlimme ist: bei Lichte besehen sind 60% aller Episoden der Ära von 1966-2005 so und allgemeine Verklärung macht sich breit.

    Ich vermute, die Verärgerung über DSC hat ihren Grund auch darin, dass DSC grundsätzlich großartig aussieht, ein unglaublich teures und aufwändiges Produktionsdesign hat, zum Teil kinoartige Spezialeffekte, Unmengen an Geld kostet, aber die Macher mit all den Möglichkeiten nichts anzufangen wissen (oder im Sinne von „Old Trek“ nichts anfangen dürfen).

    Star Wars bekommt den Spagat zwischen kultig-alt und fresh-new ja auch nicht hin.

  8. BigBadBorg sagt:

    Ich dachte gerade an ein Buch das ich mal gelesen habe, „The Confidence Game: The Psychology of the Con“. In dem Buch wird erklärt wie Trickbetrüger Opfer abzocken, und warum die Opfer es nicht merken.

    Ich will jetzt nicht sagen dass CBS betrogen wurde. Aber wenn jemand bereits 300 Millionen investiert hat ist es schwer einen Schlussstrich zu ziehen und mit seinen Verlusten zu leben. Das Opfer wird immer mehr Geld in das unsichere Geschäft pumpen, mit der Hoffnung wenigstens am Ende noch auf Null herauszukommen. Wenn man bereits so viel investiert hat, was sind dann ein paar Millionen mehr? Das ist wie der Zocker in der Spielothek, der bereits sein Monatsgehalt in den Automaten gesteckt hat. Er wird nicht aufhören, er will doch wenigstens seinen Einsatz wieder rausholen, sonst hat er den ganzen Monat nichts mehr zu Essen! Noch einmal 10 Euro, dann klappt es bestimmt. Noch einmal 20, das wird es dann sein! Und dann ist Schluss! Und nochmal 50.

    Das bei STD am Ende ein Gewinn des neuen Franchises herauskommt bezweifle ich sehr stark. Es wird nur Verlierer geben. Die Fans der Serie ärgern sich über die Absetzung. Die Classic Trek-Fans ärgern sich dass das Star Trek Franchise zu Grabe getragen wurde durch STD. CBS ärgert sich über ein dickes Minus auf ihrem Konto.

    • Serienfan sagt:

      Naja: Realistisch gesehen hat CBS All Access ja ansonsten nichts. Nicht umsonst wurden schnell noch „Short Treks“ produziert, um den Abo-Kunden überhaupt irgendwas bieten zu können.

      Ich war begeisterter Zuschauer von „The Good Wife“. Aber die letzte „The Good Wife“-Staffel war ein grauenhafter Rohrkrepierer (und das, obwohl alle Staffeln zuvor grandios waren). Das Spin-Off „The Good Fight“ machte auf diesem schwachen Niveau weiter. Ich bezweifle, dass „The Good Fight“ ein großes Zugpferd für CBS All Access ist. Ich jedenfalls, als einst riesiger „The Good Wife“-Fan, habe „The Good Fight“ abgebrochen.

      Und Netflix muss nun wegen Disney seine Marvel-Helden ziehen lassen, wirklich große Serienerfolge der jüngeren Zeit sind mir nicht aufgefallen. Also wird man auch dort nicht auf „Discovery“ verzichten können.

      Auch fällt mir auf, dass „Discovery“ doch viele Fürsprecher hat, deren – sagen wir es mal so – Fähigkeiten zur Artikulation jetzt nicht gerade übermäßig beeindrucken. Solche Leute konsumieren Serien, während sie mit dem Handy spielen. Diese Zuschauer muss man natürlich nach allen Regeln der Kunst zuschwafeln, und das tut „Discovery“. Eine Szene, in der ohne Worte ein Androide eine Kinderzeichnung fallen lässt, würden solche Zuschauer wahrscheinlich gar nicht mitbekommen, zumindest würden sie eine solche Szene ganz sicher nicht als emotionalen Höhepunkt begreifen.

      Das heißt: Nur weil „Discovery“ bei vielen Youtubern nicht gut ankommt, mag sie tatsächlich ein Erfolg bei einer Masse sein, die Serien eben auf eine Weise konsumieren, die einer fast auf null reduzierten Aufmerksamkeitsspanne entgegen kommt.

      Dass CBS jetzt so frühzeitig die dritte Staffel verkündet, scheint mir auch eine Marketing-Maßnahme zu sein, um den Fans mitzuteilen, dass die Serie eine Zukunft hat. (Witzigerweise hat mich das jetzt eher endgültig abgeschreckt.) Dass es keine Infos über Zeitraum und Episodenzahl gibt (obwohl man das ja sicher intern geklärt hat), ist vielsagend.

    • G.G.Hoffmann sagt:

      @Serienfan

      Das ist aber in meinen Augen kein „Unfall“, sondern gründet auf bewussten Entscheidungen. Mit Bryan Fuller und Nicholas Meyer als Teil des Kreativteams wurde zunächst der Eindruck erweckt, man wolle inhaltlich und qualitativ an die besten Zeiten und Seiten des Franchise anknüpfen. Dass die beiden entweder hingeworfen haben oder ihnen der Rückzug nahegelegt wurde, hat sicher nichts damit zu tun, dass sie schlechte Arbeit abgeliefert hätten, sondern damit, dass ihre Vorstellungen den Verantwortlichen zu „altbacken“ waren.

      Gerade mit Meyer als Regisseur von ST2 und ST6 sowie mit Fuller als Autor einiger der besseren VOY-Folgen hätte sich die Serie wahrscheinlich in eine eher traditionelle Richtung entwickelt. Die Maßgabe von „oben“ war jedoch anscheinend, ein visuell aufwändiges Stück Star Trek zu schaffen, das lediglich auf kurzfristige Erfolge angelegt ist, wie die meisten heutigen durchgestylten Action-Blockbuster, die am ersten Wochenende maximalen Umsatz einspielen sollen, um anschließend für immer vergessen zu werden, jedenfalls aber nicht in die Hall-of-Fame der ewigen Kultfilme einzuziehen. Eine solche berechnende Vorgehensweise kann klappen, aber auch total in die Hose gehen, wie man jedes Jahr bei vielen teuren Vorzeigeprojekten im Kino beobachten kann. Der Zuschauer ist eben nicht berechenbar.

      Nachdem der Plan nicht aufgegangen war und wider Erwarten nicht massenhaft junge Leute auf den Zug aufgesprungen sind, hat man hektisch versucht, das Neue mit dem Alten zu verbinden, was erst recht in die Hose gehen musste, da es nunmehr so wohl für die erhofften Jungfans als auch für die Altfans aus gegensätzlichen Gründen erst recht zu blöd wurde. Für erstere wird zuviel unverständliches Zeug gelabert, ohne hinreichend „zeitgemäßer“ Action, für die anderen wird zuviel dummes Zeug geredet, mit einen Übermaß an Hektik.

    • Serienfan sagt:

      Ich hatte ja auch gar nicht von „Unfall“ gesprochen, sondern von einer zielgerichteten und offenbar bei einer gar nicht so kleinen Zuschauergattung sehr wohl erfolgreichen Niveaulosigkeit.

      Aber DASS ein solcher „Unfall“ vorliegt, steht für mich außer Frage. Wenn man schon oberflächliches Star Trek für die große Masse machen will, warum nimmt man dann eine Hauptfigur, die permanent wie das sauertöpfische Leiden Christi dreinblickt? Ich denke immer: Was hat sie schon wieder, hat sie gerade das Drehbuch gelesen?

      Vielleicht tut man das, weil die Macher glauben, dass es dann niveauvoll wirkt? Es gibt eine herrliche Seinfeld-Episode, in der George sagt, auf der Arbeit dürfe man nie lachen und müsse immer grimmig schauen, nur dann glauben alle, man würde enorm viel arbeiten.

      Vielleicht ist das die Fehl-Vorstellung dieser großen Discovery-Producer-Gemeinde, die allesamt offensichtlich nur Buchhalter studiert haben? Wer Niveau vortäuschen will, muss dreingucken wie kurz vor dem Nervenzusammenbruch.

    • G.G.Hoffmann sagt:

      @Serienfan

      Das ist aber doch bei vielen Produktionen gang und gäbe. Emilia Clarke schaut in GoT auch immer so. Das hat man ihr in den ersten Staffeln lediglich aufgrund eines Mangels an Kleidung verziehen. Und Troi hat sich mindestens 5 Staffeln lang „erfolgreich“ durch die Handlung gelitten. DeForrest Kelley hat immer ganz furchtbar grimassiert, wenn es dramatisch werden sollte und er wird dafür heute noch als „so talented and giftet“ bezeichnet. Natürlich nur von den Star-Trek-Kollegen. Sonst hat das in Hollywood niemand gedacht. Avery Brooks ist auch so ein Fall. Oder Kate Mulgrew. Von Scott Bakula ganz zu schweigen.

      Begabte Schauspieler waren in Star Trek immer selten. Außerhalb von Star Trek hat auch kaum einer Karriere gemacht (eigentlich niemand, außer Stewart, der noch einige Male eine Rollstuhlversion von Picard spielen durfte).

      Trekkies sind schwer zufrieden zu stellen. Sie wollen stets zuverlässig die gleiche Konstellation (Captain, Nr. 1, Wissenschaftsoffizier, Chefingenieur, Doktor, etc.) mit den immer gleichen Stories und Ritualen und gleichwohl ganz etwas anderes. Hätte man eine Art TOS oder TNG im modernen Gewand gezeigt, fiele die Kritik vermutlich ebenso negativ aus.

      Ich fand die ursprünglich kolportierte Idee interessant, die wohl Fuller vorschwebte: jeweils eine Staffel bzw. Miniserie in den bekannten Zeitrahmen (TOS bzw. das Zeitalter der TOS-Filme, TNG, DS9, VOY, etc.), alles mit der modernen Kinooptik und der Möglichkeit, Gastdarsteller aus den alten Serien einzubauen. Es hat nicht sollen sein.

      Selbst die ersten Entwürfe für DSC klangen weit vielversprechender als das, was uns nun präsentiert wird. Ich kann mich im wesentlich der oben verlinkten Kritik von Steven Erikson anschließen. Allerdings galt das in vielerlei Hinsicht auch schon für DS9, VOY und ENT. Diesen Serien gegenüber ist man nur altersmilder. Vermutlich hätte auch niemand etwas gegen DSC gehabt, wenn es sich zeitnah an ENT angeschlossen hätte. Dann wäre es nur die konsequente Fortsetzung eines erzählerischen Abstiegs gewesen. Die Enttäuschung scheint vor allem deshalb so groß, weil man nach 12 Jahren und den fragwürdigen Kelvin-Filmen die Chance nicht genutzt hat, wieder etwas Kultverdächtiges zu schaffen. Zudem sieht man bei DSC: viele Köche verderben den Brei. Offenkundig fließen zu viele Ideen und Wünsche ein, die sich kaum miteinander vereinbaren lassen.

  9. jako sagt:

    Ist ja auch egal ob es gut läuft oder nicht… klappo steckt tief in seinem glaauben fest.
    Es könnten jetzt auch tausende andere positive nachrichten kommen, es gäbe immer eine Form der auslegung, die es in schlechntem Licht erstrahlen lässt. Haben Doomcock und Midnights Edge eigentlich von Klappo gelernt oder umgedreht?

    Das verkrampft auf die Picard Serie verwießen wurde ist mit nichten eine Tatsache… eher eine projektion.

    Das darauf hingewießen wurde.. ist so, klar! Aber der Krampf findet dann doch eher bei denen statt, die krampfhaft nach indizien fürs scheitern suchen.

    Bei DC und ME kann ich das ja noch verstehen, die müssen sowas machen weil davon leben. Aber Klappo…. ein negatividealist?

    Ach waren das noch schöne Zeiten, in denen leute etwas einfach nur scheiße finden konnten (Was Disco definitiv ist) ohne dahinter eine verdeckte FanVerarscheVErschwörung von S31 zu sehen.

    Sehr gut, dass Klappo immer drauf hinweißt, dass ja alles auch ganz anders sein könnte nur um dannach

    • Klapowski sagt:

      Du unterstellt mir wiederholt viel zu viel Schwarzweiß-Denken. So, als würdest du selbst…? Aber nein, das kann unmöglich sein!

      Einfache und eindimensionale Antworten waren noch nie meine Sache, auch wenn ich dies aus Unterhaltungsgründen (= Review!) manchmal so darstelle. Es wäre daher schön, wenn da auch von dir mehr als EIN Argument käme (= „hört nicht auf Internethansel, da böse!“)…

      Ich begründe ja immer alles sehr lange, rechne Zahlen vor (oder versuche sie realistisch zu schätzen), wäge ab, vergleiche, höre mir Gerüchte an, das Marketinggeschwurbel von CBS, das Geschwurbel von großen Webseiten, vergleiche mit der Vergangenheit und sehe mir an, wohin man überhaupt mit dem Franchise will. Und am Ende schätze ich ein, ob Discovery ein Megaerfolg ist oder nicht, oder (Achtung! Graustufen-Alarm!) womöglich irgendwas dazwischen.

      Ja, ich hielt die Absetzung für überaus wahrscheinlich und habe das mehrfach gesagt. Aber weder ich noch sonstwer ist hier angetreten, eine binäre Wahrscheinlichkeit mit 100%iger Sicherheit in den Äther zu pusten. Wenn Dein Wettermann sagt, dass es zu 80% regnen wird und dann doch die grauen Wolken knapp vorbeiziehen, machst du ja auch nicht dauernd so einen Aufriss, oder?

      Das „Problem“ mit der derzeitigen Verlängerung der Serie ist daher jetzt (im Rahmen der Internet-Diskussionkultur), dass jetzt all jene meinen, die Welt wäre binär aufgebaut – und die Fortführung der Serie nun der große Beweis dafür, dass sie gut läuft, alle zufrieden sind, man Leaks niemals trauen darf, man am besten gar nicht großartig analysiert oder spekuliert und sich weiterhin vormachen lässt, dass eine sauteure Serie bei einem langsam wachsenden Ministreamingdienst nicht saugroße Probleme hat.

      „Das verkrampft auf die Picard Serie verwießen wurde ist mit nichten eine Tatsache… eher eine projektion.“

      In den letzten 4 Wochen war das Netz voll mit Picard-News. Weit mehr als zu Discovery. Und ich habe sie alle gelesen, die da täglich per „Google-News“ automatisch auf mein Handy gestreamt worden sind. Auch Jonathan Frakes hat vor etwa einem oder zwei Tagen viel zu all den neuen Projekten (4 Stück?) gefaselt, Discovery aber nur am Rande erwähnt. Das fiel schon auf. Ist aber auch nicht sooo seltsam, da man wohl noch nicht wusste, ob es weitergeht. Worauf dann auch meine Einschätzung basierte, dass es wohl knapp wird.

      „ohne dahinter eine verdeckte FanVerarscheVErschwörung von S31 zu sehen.“

      Seit wann liest du hier mit? Ich hasse fast alle Verschwörungstheorien und finde nichts dämlicher, als sich in wilden Spekulationen zu ergießen, statt einfach mal das Hirn einzuschalten. Und das Hirn sagt weiterhin: Serie läuft schlecht bis mittel (aus einem Dutzend Gründen, die hier dutzendfach bereits genannt wurden), aber man guckt seitens CBS trotzdem noch mal weiter – weil man nichts anderes hat, man das Budget irgendwo einspart oder einen neuen Langzeitplan hat. Denkbar wäre zum Beispiel eine Staffel NUR in den bereits abbezahlten Schiffskulissen. Äh, also wie die komplette erste Hälfte von Staffel 1.

      Daher wäre es nett, du würdest mir nicht in jedem zweiten Kommentar unendliche Oberflächlichkeit unterstellen, um dann auf 128 verschiedenen Arten zu sagen, dass ich ein „tief Gläubiger“ wäre. Das einzige, an das ich fest glaube ist nämlich, dass die Serie alle Regeln des guten Schreibens verletzt und ziemlich viel Chaos hinter den kreativen und finanziellen Kulissen aufweist. Nicht mehr und nicht weniger.

    • jako sagt:

      Und was das letzte angeht gebe ich dir ja sogar recht!

    • Klapowski sagt:

      „Sehr gut, dass Klappo immer drauf hinweißt, dass ja alles auch ganz anders sein könnte nur um dannach“

      „Und was das letzte angeht gebe ich dir ja sogar recht!“

      Aus aktuellem Anlass weise ich darauf hin, dass Kommentare noch einige Minuten lang editiert werden können. Oder sehe nur ICH diesen Countdown, wegen der Adminrechte?

    • G.G.Hoffmann sagt:

      Seltsam, dass man im Streamingzeitalter weniger Informationen hat als zu TV-Zeiten. Früher wurden einfach die Einschaltquoten veröffentlicht und man wusste zuverlässig, dass VOY einmal mehr auf ganzer Linie enttäuscht hat. Heute können die Studios alles geheim halten.

    • Klapowski sagt:

      @G.G.Hoffmann:

      Was irgendwie ja auch logisch ist. Neuerdings gibt es ja keine Werbekunden mehr, die man überzeugen muss („Bei uns müsst ihr werben! Hier sitzen die Teenies und warten auf eure teure Pickelcreme!“).

      Jetzt muss man vor allem dem Mathecrack im Büro gegenüber davon überzeugen, dass die neue Serie zwar kein Hit ist, die Streaming-Abonnentenzahl aber langfristig erhöhen könnte. Weil nämlich alteingesessene Streamer mit einer Wahrscheinlichkeit von 12,4% den Dienst ihrer Mutter empfehlen werden, wenn sie IRGENDWAS auf dem Dienst gucken – und daneben ein Werbebildchen vom Bergdoktor zu sehen ist.

      Man könnte die Zahlen heute natürlich auch nennen. Aber ohne die ganzen Formelwerke im Hintergrund macht das – außer für interessierte Mathematiker – wenig Sinn.

    • jako sagt:

      Hast du denn einen Einblick darin wie CBS:AA Geld macht oder nicht.
      Klar, es sind nicht mehr die alten Methoden aber wie sind denn die neuen Methoden.
      Da weder CBS noch Netflix konkrete Zahlen nennen, lässt sich von außen auch schlecht vorrechnen ob Disco nun ein Flop ist oder nicht. Wobei ich da soga eher auf die Netflix zahlen gespannt bin. Habe ja auch die ganze Zeit gedacht, dass Sense8 total der Hit ist und dann hieß es plötzlich: Abgesetzt! Und selbst da haben sie keine Zahlen genannt.

      Nö, ich sehe den Countdown auch. Gibt aber noch andere wichtige Dinge, wie das Muster meiner Tapete, darum verpasse ich das manchmal.

      Du weisst schon, dass ich mit dem letzten meinte, dass Disco scheiße ist… oder?

    • Serienfan sagt:

      Es ist ja schon irgendwie witzig. Die Quoten-Ermittlung ist so dürftig, dass man die Zahlen wahrscheinlich auch frei erfinden könnte. Da haben irgendwelche „Muster-Haushalte“ ein Zusatzgerät. Sobald die Leute das Programm wechseln, müssen sie stets daran denken, den Wechsel auch im Zusatzgerät einzugeben.

      Daher haben dann Serien, die nach dem Superbowl laufen, auch immer so tolle Quoten. Die Leute sind besoffen, diskutieren über das Spiel, und denken nicht daran, das Gerät auszuschalten.

      Und jetzt, wo man WIRKLICH mal exakte Zahlen hätte, werden die nicht mehr veröffentlich. Das mit den Werbekunden ist ja schlichtweg kein Argument. Zum einen HAT CBS All Access Werbekunden (es gibt ja zwei Tarife, einen mit und einen teueren ohne Werbung), zum anderen könnte man die Zahlen ja auch problemlos nur den Werbekunden auf Anfrage geben.

      Bei „Discovery“ braucht man jetzt kein Experte zu sein, um sich das Offensichtliche zusammenzureimen. Der Erfolg ist längst nicht so hoch wie erhofft, aber alles andere, das auf CBS All Access läuft, dürfte wahrscheinlich noch erfolgloser sein. Auf „Discovery“ kann dieser Streaming-Dienst im Moment nicht verzichten.

  10. Donald D. sagt:

    „Da weder CBS noch Netflix konkrete Zahlen nennen, lässt sich von außen auch schlecht vorrechnen ob Disco nun ein Flop ist oder nicht.“

    Aber genau daraus kann man zumindest einen logischen Schluß ziehen: wenn „Disco“ wirklich so erfolgreich wäre, wie viele Trek-Seiten behaupten, warum dann nicht auch die Zahlen rausrücken? Hollywood hat doch sonst auch immer die große Klappe, wenn es um Einschaltquoten und Box Office-Ergebnisse geht. Die Tatsache, daß CBS und Netflix derart mauern zeigt mir, daß man vielleicht nicht gerade einen Flop am Start hat, aber richtig zufrieden ist wohl auch keiner. Ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen, aber da müssen konkrete Zahlen auf den Tisch.

  11. Pug of Doom sagt:

    Oh, hi Daniel.

    https://www.youtube.com/watch?v=HnPoHVJze-8&feature=em-uploademail

    Untergangspenis hat neue Gerüchte. Es kommt anscheinend keine echte 3. Staffel aber dafür 20 „Short Treks“ …..

    Oh, hi Daniel.

    • Klapowski sagt:

      WENN das stimmt, wäre es dämlich, da es absolut keine Werbung für die Show ist. Geldgeber hinhalten hin oder her…

      Man würde immer noch 200.000 Dollar pro Minute (20 Folgen, 80 Mille, 20 Minuten) zahlen. Bisher zahlte man ungefähr 190.000 Dollar pro Minute (13-15 Folgen, 120 Mille, 45 Minuten), die angeblichen Nachdrehs mal nicht eingerechnet. Okay, insgesamt sind’s 40 Mille weniger, aber ob sich das auszahlen würde?

      Von daher ist das ein extrem seltsames Gerücht. Ich sehe nicht, wie man damit (mehr) Geld als vorher machen könnte, wie das die Show künstlerisch weiterbringen soll, warum man die Fans belügen und hinhalten sollte, wie man das z.B. Netflix oder dem Publikum als „Erfolg“ verkaufen könnte oder wieso man nicht einfach 6 (günstige) Abschlussfolgen bringt, um die angefangenen Handlungsfäden zuende zu bringen – bzw. die Kohle für „Picard“ zu sparen.

      Das macht hinten und vorne keinen Sinn, wirkt schlecht ausgedacht, wirtschaftlich behämmert und insgesamt saudämlich.

      Nach der bisherigen Erfahrungen mit diesen Autoren, Marketingleuten und Produzenten muss ich daher von der 100%igen Richtigkeit dieser Infos ausgehen.

      Vielleicht sogar mehr.

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