Film- und Serienkritiken

Der Latinum-Standard des Star Trek Universums

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Was Klapo sah – Filme in der Nachspielzeit

pan-klein.jpgKennt ihr das auch? Euer kompletter Bekanntenkreis, das Trekdinner Aachen-Mitte, hat bereits vor 2 Jahren den brandneuen James Huckerman-Film gesehen und ihr denkt nur im Stillen: „Who the fuck is Huckerman?“. Oder ihr wart bereits mit einem Bein im Kino, um den neuen „Mainstream VI“ zu sehen, habt Euch die 27 Euro Eintritt dann aber doch für eine neue Staffel „Dr. House“ aufgespart? – Für all jene, die stets als letzte in die Rezensionspötte kommen, gibt es Artikel wie diese: Filme von Gestern mit den harten Kriterien von Heute. Viel Spaß…(?)

Pans Labyrinth

Der Pan spaltete die Zuschauer wie eine Ork-Streitaxt einen Geduldsfaden: Wer sich im Internet nach Rezensionen zu diesem Film umsieht, findet extrem gute oder extrem schlechte Bewertungen, jedoch kaum etwas dazwischen. Das Problem war die Vermarktung des Filmes: Eingelullt von dem Fantasy-Weichspüler der letzten Kinojahre, lief beim Publikum bereits der Sabber, als in den Trailern ein Pan und eine Elfe in werbender Einigkeit zu sehen waren. Pawlows Hund hätte es nicht schöner vormachen können. – Die Enttäuschung beim HdR- und Harry Potter-verwöhnten Phantasten-Pöbel überstieg dementsprechend später die Berge um Mordor erheblich…

Denn „Pans Labyrinth“ ist nur sekundär ein Fantasy-Streifen; die Trillitralli-Elemente sind für das hauptdarstellende Mädchen und den hauptschüttelnden Zuschauer nur ein gelegentlicher Ausbruch aus der Welt des grausamen spanischen Bürgerkriegs um 1944. „Unter dem Königshaus von Portugal gab es einen Bürgerkrieg?“ wird sich jetzt der eine oder andere Zuschauer fragen, und ich werde antworten: „Spanien, ihr Idioten, nicht Portugal!“

Das Dolle: Bis zum Ende ist nicht ganz klar, ob die Fantasywelt überhaupt existiert (auch wenn der Regisseur in seinem Audiokommentar diese Möglichkeit favorisiert) oder nur das Kontrastmittel zu den gezeigten Gräußlichkeiten darstellt. Getreu dem Motto: „Ich spinn mir die Welt, wie sie mir gefällt.“ – Quasi ein offen bleibendes Element, für das ich ja immer zu haben bin, wenn es sinnstiftend eingesetzt wird.

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„Sie… haben mir mitten im Lauf in den Rücken geschossen!“ – „Japp. Sorry. Aber der Zuschauer erwartet schließlich auch etwas, wenn er diesen Film in 16:9 sieht!“ – Nicht lustig: Auch dieser Arzt ist ein Opfer des Regimes. Er hätte halt einfach genug Frauen und Kinder bei seinem Besuch im Lager mitnehmen sollen, um von seiner eigenen verführerischen Heckansicht abzulenken…

Wer sich also ausschließlich auf Diabetis-süße Elfen gefreut und schon mal seinen Zauberstab vorgewienert hat, wurde natürlich enttäuscht. Aber auf hohem Niveau: Selbst die Fantasywelt ist schmutzig und nicht gerade die einladenste. Was hier als Elfe durchgeht, würde beispielsweise woanders als fliegender Mini-Dämon bezeichnet werden. All das macht die Geschichte um ein kleines Mädchen, das in einer Siedlung im umkämpften Nirgendwo leben soll, natürlich nicht gerade zum Endorphin-Jungbrunnen. So kann es schon mal vorkommen, dass einem Mann in Großaufnahme die eigene Nase ins Gehirn geklopft wird, oder ein anderer nach diversen Foltereien auch nicht mehr ganz frisch aussieht. – Ein Kinderfilm sieht anders aus. Vor allem weniger rot.

Aber dieser seltsame Genremix aus Fantasy, Horror und „Kriegsfilm Light“, der in schwelgerischen Bildern erzählt wird, die oftmals mehr an einen surrealen Traum erinnern, ist zumindest eines: Erinnerungswürdig. Noch Tage später gehen einem die Bilder nicht aus dem Kopf, das sperrige Ende verschwindet nicht im Schubladendenken und überhaupt: Dieser Film wird besser, je länger man darüber nachdenkt. – Was bei einem schrftlich arbeitenden Rezendenten natürlich schnell zu einer „positiven Kernexplosion“ führen kann. Ja, „Pans Labyrinth“ ist brutal, sogar mehr psychologisch als bildlich, aber so ist die Welt nun mal. Da beißt die Maus keinen roten Faden ab.

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„Entschuldigen sie, der Herr. Bin ich hier richtig an der Fleischtheke? Man sagte mir, dass ich hier lustige Wurst mit Gesicht bekommen könnte. Aber SIE sind das wohl nicht, oder?“ – Phantasie oder Fanta? – Die kleine Ophelia fühlt sich in einer grausamen Fantasy-Welt deutlich wohler als in einer fanatischen Grausams-Welt.

Der Bösewicht, ein beliebiger Hauptmann des Franko-Regimes, wirkt bedrohlicher und unheimlicher als viele andere, die einem sonst als Film-Antagonist die Sympathie verhageln sollen. Die Märchenwelt greift das auf, teilweise in interessanten Metaphern. So sitzt ein augenloses Monster am Esstisch genau an der Stelle, auf der der Cheffolterer am Vortag noch menschenfeindliche Reden geschwungen hat.

Fazit: „Kunst“ kommt von „kirre machen“. Von „Totaler Mist“ bis hin zu „Bester Film ever“ könnte ich jede einzelne Bewertungsstufe verstehen. Nachdem mir die Bilder des Films aber auch noch nach 3 Tagen im Kopf herumschwirren („Darf ich Ihnen die Wange mit einem Küchenmesser aufschneiden, Chef?“), muss ich mein Köfferchen wohl eher in der letzteren Kategorie aufstellen.

Dies ist der ideale Film für Menschen, denen bei Plastik-Phantastik a la „Der goldene Kompass“ inzwischen die Halsschlagader zum Lindwurm wird. Immerhin gab’s 3 Oskars für den Pan (bestes Make Up, beste Kamera, bestes Dingsbums), einen glattgebügelten „Transformers“-Killer darf man jedoch nicht erwarten.


Mission Impossible 3

„Seltsam“. – Dieses Mischwort zwischen Sesam und Selters beschreibt MI3 am besten. Denn ich habe den Film nicht verstanden, was nicht an mangelnder Lautstärkeeinstellung lag, sondern an der undefinierbaren Richtung der Handlung. Wir fassen zusammen: Zu Beginn sehen wir bereits einen Teil vom Ende (Cruises Frau wird anscheinend entführt und bedroht). Danach wird ein Bösewicht gejagt, der natürlich einen diabolischen Masterplan hat. – Oder war es nur eine Mastercard? Wir wissen nämlich nicht, was das eigentliche Ziel ist, denn das Geheimnis einer Erfindung namens „Hasenpfote“ wird ungefähr so inbrünstig gelüftet wie eine Junggesellenbude nach dem Rauchen.

Mit dem Satz „Vielleicht werden wir es nie erfahren, HAHAHA!“ wagt es dieser James Bond-Film für Lost-Gucker es doch tatsächlich, uns am Ende eine Erklärung schuldig zu bleiben, die all dem Gemorde und Schergen-um-sich-Versammele den Anstrich eines Actionfilmaufhängers hätte geben können. Auch der Kollege von Tom Cruise, der am Ende als Hintergeher enttarnt wird, verliert aufgrund dieses Motivationsdefizits komplett sein Profil. – Zusammen mit dem, das er gar nicht erst hatte als kleinen Bonus.

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„So, Zentrale: Ich liege jetzt auf der Mauer! Soll ich die DDR jetzt direkt befreien oder noch warten?“ – „Die letzte Einsatzbesprechung war ein Scherz, Idiot… Komm zurück, das ist nur die Absperrung zu einem Supermarkt-Parkplatz!“ – Vermutlich ein „Wall“-Mart, haha! Cruise zeigt mal wieder seine Klettermax-Qualitäten. Dabei hätte er mit seiner Körpergröße ja auch einfach UNTER der Mauer durchgehen können…

Dennoch werde ich das Gefühl nicht los, dass die wirklich lahme Sparhandlung von J.J.Abrams sogar nett gemeint war. Nach dem Motto: „Weniger Action ist mehr gut!“. – Wenn auch jenes „gut“, das ich normalerweise von mir gebe, wenn mich meine Nachbarn fragen, wie es mir denn so geht… Noch während des Films hat man sogar das Gefühl, die DVD bereits zum zweiten Mal zu sehen. Mit südländischer Sprachausgabe, da einem so mancher Twist doch recht Spanisch vorkommt. Die Agenten-Versatzstücke (teilweise sehr an „Alias“ und „James Bond“ erinnernd) wärmen erneut Verkleidungs-, Implantats- und Hintergehungs-Elemente auf, die der „Null-Nuller“ bereits vor 20 Jahren bis zum (Sex-)Exzess ausgelebt hat.

Wenigstens gab es da aber noch einen bombastischen Endkampf. Bei Tom – dem Cruiser – wird hingegen auf den Knien im Wohnungsflur herumgerutscht und der Endkampf auch schon mal im Halbkoma ausgefochten. Okay, dieser Schluss sollte wohl sehr privat und innovativ sein („Du musst mich töten, damit ich überlebe.“ – 2 Gummipunkte auf der Widerspruchsskala), schafft es aber nicht, auch nur ansatzweise das Bedürfnis nach detonierenden Explosivstoffen zu befriedigen.

In dieser Hinsicht kann nur die zwischenzeitliche Sequenz auf der Autobahnbrücke einen gewissen Actionanteil aufbieten. Aber wer bei diesen 3 Minuten begeistert vom Kinosessel springt, hat die letzten 10 Jahre vermutlich in einer zugenagelten Holzkiste gelebt. Das eigentliche Problem bei all dem „Wir machen einen etwas ruhigeren Agententhriller“-Schmonzes ist nun mal, dass Tom Cruises Figur einem auch nach 2 Filmen komplett am anatomischen Klärwerkausgang vorbeigeht. Fritzi Futz – oder wie auch immer sein Charakter auch gleich hieß – war einfach nie als tiefgründiger Privatmenschabklatsch ausgelegt worden, der im dritten Film plötzlich eine feste Freundin hat und seine Partygäste mit Lippenlesetricks verblüfft.

Eigentlich kann Cruise sowieso nur sich selbst gut spielen: Einen egozentrischen Jungunternehmer, der für die Eröffnung einer eigenen Pommesbude über Leichen gehen würde. Wirklich verletzlich oder gebrochen wirkt der Mann auch nicht, wenn ihm das eigene Bein zum Abendessen serviert wird. Aber da er selber ein ehemaliger Analphabet ist, wird er es sicherlich verstehen, wenn ich auch aus seinem Gesicht eher schwierig zu lesen vermag…

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„Kabumm! Hihi… Das wird diesem Scientology-Kritiker eine Lehre sein, in aller Öffentlichkeit Auto zu fahren und dabei am Leben zu sein, hihi.“ – Mit dem Feuerball aus „Stirb langsam“: Die Actionsequenzen locken heute keinen Actionfilmliebhaber mehr ins Kino, bzw. aus dem Kofferraum. Aber was will man auch erwarten, wenn der Regisseur bei Drehs wie diesem mit markanter Stimme ruft: „Aaaaaand… Standard-Action!“

Ich will auch gar nicht mit Scientology ankommen (obwohl ich darüber gerne noch mal einen Artikel schreiben würde), da das ja nun wirklich nichts mit dem Film zu tun hat. – Jedoch würde eine gewisse Hirnwäsche mit Unterbodenschutz durchaus erklären, warum Tommy-Boy irgendwie die Mimik eines kurzsichtigen Falken besitzt. Im Vorzimmer eines Präparators, selbstverständlich…

Fazit: Meine Erwartungen waren niedrig, wurden jedoch… noch nicht mal auf besonders coole Weise unterboten. MI3 ist auf eine Weise unspektakulär und bräsig, die selbst einen anständigen Veriss erschwert. Denn ein solcher soll ja möglichst auch auf etwas anderem basieren soll als auf Standardsprüchen, wie: „Hat das Schauspieltalent von *Brotsorte einfügen* “ oder „Logiklöcher von der Größe eines *Garagentormarke einfügen“.

Aber das ist nun mal „Mission Impossible 3“: Der nicht Fisch und nicht Fleisch gewordene… Standardspruch. – Und sooo ein Regisseur wird als innovatives Wunderkind gefeiert?! Geh kacken, Vorschusslorbeere!


„Las Vegas“ (Staffel 1)

Wäre die Top Ten der sinnlosesten und miesesten Serien der griechische Olymp, hätte „Las Vegas“ immer einen handlichen Blitz zur Hand, um die Spielerstadt ausreichend mit Strom zu versorgen… Die Idee einer Serie, die sich spielerisch mit Sex, Crime und menschlichen Hoffnungen beschäftigt, wäre eigentlich ein todsicheres Blatt gewesen, wenn man es ähnlich wie die Außenseiter-Huldigungen „Nip/Tuck“ (Schönheitschirurgen) oder „Die Sopranos“ (Mafia) aufgezogen hätte. Und diese Hoffnung war auch der Grund meines Probesehens.

Doch statt dessen erwartete mich eine Schmierenkomödie mit ehemaligen (oder zumindest zukünftigen) Unterwäschemodellen, die völlig überstylt und über-dooft ihrer Arbeit in einem großen Casino nachgehen. – An dieser Stelle muss ich zwecks besserer Anschaulichkeit fragen: Kennt ihr noch die Nebenfiguren aus „Baywatch“? Die völlig überkandidelten Gastrollen, von der eine klischeebeladender als die andere war? Schmeißfliegen der menschlichen Rasse, die kein Problem haben, kreischig ihren Lebenslauf auszubreiten („Ich habe vor Jahren im Lotto gewonnen, komme aber mit meiner Frau aber nicht zurecht… und JETZT geh ich schwimmen!“), aber zu blöde sind, 5 Meter geradeaus zu kraulen, ohne in einen Monsterstrudel zu geraten, der an den Anfang von „Raumschiff Orion“ erinnert…?

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„Ich versteh gar nicht, warum Du mir immer vorwirfst, eine Schlampe zu sein, Danny! – Kannst Du bitte während des nun folgenden Streitgesprächs meine Brüste halten? Die hüpfen immer so, wenn ich mich aufrege!“ – Wie? Nein, die Serie ist nicht wirklich frech und sexy… Das hier ist nur ein ausgewählter Screenshot, um meine Leser bei der Stange zu halten. Sekündliche Einblicke wie diese werden nur dazu benutzt, um dieser altbackenen Ami-Unterhaltung den Anschein von „Hoho, das darf man aber eigentlich nicht!“ zu geben…

Ungefähr so ist „Las Vegas“. Nur halt mit einem zusätzlichen Jackpott im Nerv-Multiplikator. – Alle Figuren sind hier so flach und leichtgewichtig, dass man sie als Gewinnchips an Leute ausgeben könnte, die man nicht mag. Genannt sei hier nur die Folge, in der im Casino genau in DEM Moment der Strom ausfällt, als ein Mord durch Erschießung geschieht. Die Verdächtigen stehen danach passiv und schweigsam im Halbdunkel herum und schauen drein wie sieben Tage Nebenniere. Stundenlang. Derweil quakt im Fahrstuhl nebenan die platonische Freundin vom Hauptdarsteller plötzlich nach Jahren wieder von einem One-Night-Ausrutscher der beiden. Gut, ein gewisser Blubberüberschuss kann in der gemeinsam geteilten Enge durchaus mal vorkommen. Schade ist hierbei nur, dass sie etwas aufgesetzt schon VOR dem Stromausfall damit begonnen hat, den guten Föhnfrisurler während seiner Arbeitszeit mit ihren trockengelegten Geschlechtorganen zuzusallern…

Eine Etage weiter oben bekommt der Parkplatzwächter derweil einen Koller von Klaustrophobie, droht damit, in den Fahrstuhlschacht zu springen, und kann nur damit beruhigt werden, ein Computerprogramm zur Kamerasteuerung zu reparieren. Ungefähr damit gleichbedeutend, als müsste ich auf dem Gipfel des Mount Everest (habe Höhenangst) einen lustigen Artikel über das schönste Erlebnis meines Lebens schreiben. Und wer sich jetzt fragt, warum denn in ganz Las Vegas die Elektronen ausgegangen sind, während ein einziger Computer nebst Kamera noch funktionieren (nein, es handelt sich nicht um einen Laptop), den kann ich nur mit einer weiteren Dösigkeit ablenken:

Eine der beiden schleimigen Gewinnhostessen der Serie, die hinter zahlungsfreudigen Kunden herspeicheln müssen, damit diese (Minimum) ein paar Milliarden Dollar verspielen, dreht in der selben Episode nämlich durch. 48 Stunden ohne Schlaf und ein paar Koffeintabletten werden als Grund dafür angeführt, dass diese auf ihre Kolleginnen losgeht und rosa Elefanten im Casino sieht. Das ist so blöde und aufgesetzt, das man den abschließenden Phaserschießereien in „Enterprise“ wohl doch Unrecht getan hat.

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„ …und dann sagte ich zu ihr, als sie mein Bier nicht aus dem Kühlschrank holen wollte: ‚Kümmere Dich um MEINEN eigenen Kram!‘ – Guter Spruch, was?“ – „Äh, ich muss mich jetzt wieder um mein Casino kümmern.“ – „Oh, ich helfe Dir gerne dabei!“ – „Äh, nein. Nicht das hinter uns. Das andere Casino. Am Nordpol. Tschüss!“ – Unsagbar unerträglich: Sämtliche Gastrollen sind so blöde, dass „Big Ed“ (rechts) regelmäßig Schilder mit dem Hinweis aufstellen muss: „Gewinnchips sind KEINE Kartoffelsnacks!“

Über allem thront der Chef des Ganzen, der einzige Hauptdarsteller deutlich über 30: Eddy. Er ist streng wie der biblische Mose, achtet penibel auf sein Casino und wird nur in jeder dritten Folge komplett auf links gekrempelt. Zum Beispiel, wenn er aus seinem Urlaub heraus sein eigenes Casino mit Computerabstürzen und amoklaufenden Guerrillarentnern malträtiert, nur um seinem Stellvertreter eins auszuwischen. Tja, wenn man als reicher Glücksspielbetreiber im 2-Sterne-Pauschalurlaub (tatsächlich bezieht er mit seiner Frau eine Bruchbude!) plötzlich doch „All Inklusive“ bekommt, hat man natürlich genug Geldreserven, um daheim ein paar Hunderttausend Dollar zu verbrennen.

Ebenfalls im Repor… Repoi… – auf der Restrampe der Serie sind massenweise reiche Menschen (Alle abergläubischer als eine alte Zigeunerin und doppelt so unsympathisch), völlig unlustige Bühnenkomiker (über die sich die Leute trotzdem wegschmeißen), Schausteller, die ihren Job nicht von der Realität unterscheiden können („Chef, ich und mein Schwert grüßen Dich. Seid auch ihr ein Ritter der Tafelrunde?“) und haufenweise arme Volltrottel („Kann mir jemand eine Unterhose leihen? Ich habe meine verspielt.“), um die sich die Edel-Hostessen ab und zu völlig grundlos – und tagelang! – kümmern, sofern irgendeiner der Idioten besonders unfähig erscheint, sich die Schuhe zuzubinden…

Die wiederkehrenden Charaktere sind alle völlig gleich gestrickt (ein bisschen naiv, dafür aber bauernschlau, hübsch und selbstbewusst) und lassen sich bei den Frauen nur über ihre Haarfarbe und ethnische Zugehörigkeit voneinander unterscheiden. – Man fühlt sich ein bisschen so, als arbeite man hinter den Kulissen von „Germanys next Topmodel“ und einer der Kollegen würde einem zuraunen: „Psssst! Eine der Hübschen in der Maske da hinten… Die ist ein wenig zickig.“

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„Du willst sicherlich wissen, warum ich überhaupt auf Dich ziele? Na gut, ich sage Dir die Wahrheit: Als Kind… da hat man mich schon gleich nach der Geburt in das Säuglingszimmer für die BÖSEN Babys gelegt. Tja, und so kam’s!“ – Psychologie für Leute, die Blondinenwitze für dokumentarische Augenzeugenberichte halten: „Las Vegas“ hat es nicht so mit glaubwürdigen Figuren. Wobei einige von euch jetzt aber sicherlich sagen werden: „Aber die Autos in der Serie sind spitze!“, wetten?

Ab und zu kommt ein wenig Crime dazu (Das Deutsche Wort „Kriminalität“ klingt bei dieser Serie nicht hipp genug), nämlich dann, wenn irgendein armes Schwein dauerschwitzend beim Spiel betrügt, um den Gewinn dann bei einem oberfiesen Vor- bzw. Wegzeigebösewicht abzugeben. Auch hier erreicht die psychologische Tiefe nicht die eines Sandkastenstreit ums Schäufelchen.

Fazit: Und ich dachte, diese Art von Serie wäre heute ausgestorben: Alle Frauen laufen mit einem Ausschnitt herum, als gäbe es hier Brustwarzen zu verspielen und hinter der Oberfläche einer glitzernden Stadt der Illusionen ist alles… genau so, wie es oberflächlich erscheint. Wer nach den teilweise anspruchsvollen Serienhighlights der letzten Jahre nun wieder in einem Handy-Werbespot leben möchte, ist hier ausreichend bedient.

Die niedrigste Punktzahl gebe ich nur nicht, da die zweite Staffel angeblich nicht mehr ganz so „ernst“ und eher „locker“ sein soll. – Ich vermute daher mindestens sieben enthüllte Geschlechtsumwandlungen und ein Pokerturnier in einer Stripbar auf dem Mond.

Wie dieser Mist in Amerika 5 Staffeln lang durchhalten konnte, ist mir ein Rätsel. – Hat einer die Lösungsschablone?

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Artikel

von Klapowski am 24.03.08 in Filmkritik, Serienkritik

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Kommentare (10)

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  1. bergh sagt:

    tach auch !

    Ich kann dem starken Lob über Pan nur Zustimmen, der Film ist so völlig anders und dabei so gut und fesselnd,
    daß die EBH und ich noch beim Schauen der Specials auf der DVD schauderten.

    MI3 War da was? Habe den Film gesehen, aber ich kann mich an nichts erinnern.
    Ausser irgendwelchen völlig unrealistischen Hubschrauberflügen zwischen Windrädern,
    (die dann auch noch viel zu dicht beeinander standen um real zu eirkne.)
    Plöd einfach Plöd.

    Bei LV jkenne ich zwar die alte Serie, diese habe ich mir aber nicht angetan.

    Gruss BergH

    P.S.
    @Klapowski

    Das ist die wüsteste Rezensionsmischung Ever:
    Ein KunstFilm, ein schwachen Thriller und eine TV-Serie in einem Atemzug zu nennen ist ähhhh
    schräg in der Mischung.

  2. Armleuchter sagt:

    Ich kannte nichts davon und weiß jetzt mehr.

  3. Armleuchter sagt:

    „Klatscht lauter! – Das ist ein Befehl.“
    (Clap louder! – That’s an order!)

    Ihr seid gefragt Nerds: welche ST-Serie? welche Folge?

  4. Dr.Best (der mit dem Schwingkopf) sagt:

    ST:ENT, 4.20 – Demons?

    Gruß Dr.Best

  5. Imperator sagt:

    @Klapo
    Vielen Dank für die Rezension zu „Pans Labyrinth“. Der Film ist komplett an mir vorbeigegangen, dabei scheint es sich wohl um ein echtes Meisterwerk zu handeln. Jetzt weiß ich jedenfalls, welche DVD ich mir ganz dringend zulegen muss.

    Falls du jetzt zum Fan surrealer Kunstfilme geworden sein solltest, kann ich dir nur die Werke von Alejandro Jodorowsky (http://de.wikipedia.org/wiki/Alejandro_Jodorowsky) ans Herz legen. Besonders „The Holy Mountain“ ist sehr empfehlenswert.

  6. Raketenwurm sagt:

    Pans Labyrinth ist für’n Arsch, um jetzt hier mal Tacheles zu reden !
    Natürlich ist es erst einmal ärgerlich, daß der Film als Fantasy vermarktet wird, was er ja nicht wirklich ist. Aber gut, Fight Club wurde bestimmt auch mal als Prügelfilm beworben, damit mehr Leute ins Kino gehen – wenn der Film gut ist, kann ich damit leben, nur gut ist er eben wirklich nicht.
    Nach zehn Minuten hat man die ganze Handlung durchschaut; man weiß, welche Charaktere höchstwahrscheinlich wann sterben und was sie bis zu ihrer tragischen Todesszene tun werden. Sei es der brutale Hauptmann, der über Leichen geht, damit aber nicht durchkommen wird, sei es die totkranke Mutter, die jede noch so schlechte Behandlung des Hauptmanns erträgt, und garantiert durch die Geburt sterben wird, sei es der Doktor, der den Rebellen hilft – was sein Untergang sein wird, sei es die Dienstmagd, die vollkommen unüberraschend für den Widerstand arbeitet und…und und… Am schlimmsten dabei ist vorallem diese klischeehafte Überspitzung der Charaktere. Da ist der Nazi-Hauptmann eben nicht nur ein Arsch mit leicht moralischem Defizit, sondern ein kompromissloser Psychopath, der in seiner Freizeit wahrscheinlich kleine Kinder foltert und hinterher verspeist. – verdeutlicht im Film anhand vollkommen unnötiger Brutalität. Es wäre für das Publikum aber auch zu verstörend gewesen, wenn man einen Faschisten mal etwas subtiler dargstellt hätte.
    Nein, Pans Labyrinth ist ein schlechter Film. Als Märchen für Erwachsene enthält er zu viel Realität und als Kriegserzählung ist er zu flach und unoriginell. Die Fantasie-Anekdoten, welche die altbackene Handlung drei, vier Mal unterbrechen sind sicherlich nett anzusehen, und ja, der Film bleibt im Kopf. Doch das tut „A.I.“ zum Bespiel genauso, was dem Film aber ebenfalls nicht davon abhält, eigentlich richtig mies zu sein.

  7. Klapowski sagt:

    Wie ich oben schon andeutete: Kann ich sogar gut verstehen, die Meinung.

    Das Ding gehört definitv zu den Filmen, bei denen man 80% der Guck-Zeit debil und verwirrt vor sich hinstarrt und in den restlichen 20% nach einer Gebrauchsanweisung in der DVD-Hülle sucht.

    Trotzdem: Kein Film der letzten Jahre sah künstlerischer aus (ohne dabei selbstverliebt oder überladen zu wirken), kein Film hat den Horror des Krieges schockierender gezeigt (sicherlich Ansichtssache, wenn man „Schindlers Liste“ und „Rambo 3“ für das Maß der Dinge hält) und kaum ein Film konnte auch noch 5 Minuten vor Schluss noch Neugier wecken.

    Und kein Film spaltete mehr.

    Daher würde ich auch nicht sagen „kaufen“, oder „Nicht kaufen“, sondern einfach: „Ausleihen“…

    – Wenn ihr das Zeug dazu habt, Weicheier!

  8. bergh sagt:

    tach auch !

    Hatte ich mein Bester, hatte ich.

    @Raketenwurm
    Besser hätte ich Dir auch nicht antworten können.
    Ich fand den Film echt genial.

    Aber Gott sei Dank sind die Geschmäcker verschieden.

    Gruss bERGh

  9. Kuang sagt:

    Ich habe mir MI3 vor kurzem angeschaut und mir ist erst in der letzten Viertelstunde aufgefallen, dass ich den Film schon einmal gesehen habe. Normalerweise kann ich mich noch an Meister Propper-Werbespots aus den 90ern incl. aller Darsteller erinnern. Das sagt einiges über diesen Film aus, finde ich.

    Cheers Kuang

  10. bergh sagt:

    Jupp !

    Wenn man nach 45 Minuten nichts mehr von dem Film weißgibt es drei möglichkeiten:
    1.) Man Alzheimert
    2.) der Film ist dermaßen belanglos….
    3.) Man ist blind und taub.

    Bei MI 3 tendieren die meisten Leute zu 2.)

    Gruss BergH

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