Film- und Serienkritiken

Ernsthafte Kritiken zu Film und Serie.

The Orville – 2.09 – „Identity II“ – Kritik

Bitte setze dich kurz hierher, liebe Orville-Episode. Denn du wirst heute von mir feierlich getauft. Mit einem Spritzer Earl Grey hinter die Ohren, einer Kelle von Siskos Jambayala in den Kragen, dann noch ein paar Tassen Kaffee von Janeway sowie einen Hundehaufen von Captain Archer. – Gratuliere! Du gehörst mit diesem Zweiteiler also zu den großen Trekserien! Dass du nicht ganz sooo ernsthaft bist, sei dir auch verziehen. Ich muss bei den allerersten Borg-Designs ja auch immer herzhaft lachen.

Was für eine Episode! Was für ein Spiel! Tor, Satz und Krieg! Tolle Effekte! Schnelle Raumkämpfe! Alles so episch! Isaac kommt wieder! Mann, ist das alles super!

So oder so ähnlich durfte man es vorab im Internet lesen. Und alles davon ist richtig. Aber Zukunftia wäre nicht (*nachschlag*) Zukunftia, wenn wir hier ohne kritische Ein- und Unordnung ausschließlich die Effekte loben würden. Dafür gibt es schließlich den Kommentar-Dreizeiler eures Vertrauens.

Vorab aber erst mal: Diese Serie entwickelt sich enorm – zumindest diesmal. Und das halte ich für ein wichtiges Signal, da ich es trotz allem Verständnis zur Hommage für etwas ehrlos halte, weiterhin jede zweite/dritte Folge bei TNG zu klauen. Somit ist ein Zweiteiler mit Robotern im modischen Einteiler schon mal der richtige Weg, seine Eier auf den Tisch zu knallen und bei den großen SF-Jungs mitzuspielen. Diese Serie muss ja nicht ewig der lustige kleine Bruder von Picard sein. Zumal man mit den Kaylons und den Krill bereits genug eigene Elemente hat, die man ausbauen kann. – Ohne dabei die „kleinen“ Momente zu vergessen.

Momente, die durch eine Crew präsentiert werden, die irgendwie ihr eigenes Schiff wiedererlangen muss, bevor die Erde vernichtet wird. Und gerade hier bekam man ein schönes Gleichgewicht hin zwischen „Gordon in der Pinkelecke“, „Isaac in Argumentations-Nöten“ und „Mercer als Erpressungsopfer“.

„Ich musste meine Fähigkeiten leider verbergen, mein Kleiner. Ansonsten hätte ich diese Wumme nämlich schon in früheren Folgen auspacken müssen, wenn sie nützlich gewesen wäre!“ – Was man nicht im Kopf hat: Isaac hat keinen Bock mehr auf Aufstand und probt daher den selbigen. Nur gut für ihn, dass er nicht mit allen Kaylons vernetzt war – sein Spiel wäre sonst früher aus gewesen, als es ihm lieb… äh… gefühllos gewesen wäre.

Was gab es diesmal noch alles zu sehen zu sehen gab? – Na … ALLES halt!

Besuch aus dem Reiche des Üblichen – Okay, das ist jetzt nicht wirkliches Gemecker, sondern der Grund, warum ich jetzt nicht die ganze Zeit mit dem Steißbein auf der Stuhlkante kippelte: Ein paar Klischees waren schon seeehr aus dem Handbuch geknibbelt. So z.B. das Flüchten durch offensichtlich zugängliche Wartungsschächte, so als hätten die Kaylons nicht mal kurz in die Ecken geschaut. Gerade Schwabbelboy Yaphit war ja nun prädestiniert für die „Katzenklappe für Häftlinge“! Und ja: Hier lege ich bei Robotern auch etwas strengere Maßstäbe an. Auch das Überrumpeln aller Robos mit dem üblichen „Ich setze ein EMP-Signal durch die Klimaanlage frei“ war nicht superkreativ.
Pokemon-Orville! Sammel sie alle! – Okay, es ist eine Familiensendung und man wollte nicht nur Folter und Tod zeigen. Aber irgendwann wurde es lächerlich, dass man nur ein EINZIGES Redshirt durch die Luftschleuse jagte, obwohl Mercer hundertfach ermahnt wurde, dass seine halbe Crew ermordet wird, wenn er nicht spurt. Und auf seiner „Gehorchen“-Bonuskarte waren sehr wenige Felder ausgestempelt. So wenige, dass es lächerlich wurde, jeden verzichtbaren Popelaugust mit dem Argument „Den brauchen wir noch, um die paar Meter zur Erde zu fliegen“ am Leben zu lassen. Eine Sicherheitschefin z.B. wird von waffenstarrenden Androiden eher selten benötigt, oder?
Gute Besserung – Isaacs Einschreiten kam doch etwas uninspiriert rüber. Natürlich musste das geschehen, aber zwei Sätze zu dem GRUND wären nicht verkehrt gewesen, z.B.: „Mein Gewöhnungsalgorithmus bereitet mir mehr Schmerzen bei deinem Tod als die Schmerzen, wenn die Invasion fehlschlägt.“ In der Episode gab es nicht viel mehr als „Ich werde dir nicht wehtun“, „Ich will nicht, dass sie dir wehtun“ und „Guck, ich tu mir selbst weh“ zu holen. Hier wäre eine extra Episode vom Schlage „Wem gehört Data?“ mal interessant, nur halt diesmal mit der spannenden Frage, wie sehr sich Isaac zukünftig von seiner Programmierung(!) emanzipieren kann.
Effektgewitter im Anmarsch – Okay, das WAR beeindruckend! Eine derartige Raumschlacht hat man wohl zuletzt beim Ende von DS9 und einigen Voy-Folgen gesehen. Dieser saubere, klinische Look ist auch weiterhin mein Favorit, wenn es um die etablierte Verbindung „Auge/Hirn/Verstehen“ geht. Zwar war jetzt kein einzelnes Bild superbeeindruckend (= Schiffe wild durcheinander fliegen lassen; Explosionen dutzendfach wiederholen), aber das Gefühl, die Musik, die Dynamik, die Manöver und die Einschläge, die saßen sattelfest! Was auch wunderbar durch die schrägen Kamerafahrten (nicht zu viele!) auf der Brücke oder im Shuttle eingefangen wurde. Allerdings waren mir die Schnitte fast zu flott und die 30 Schiffe, die wie die Orville aussahen, haben wirklich nicht geholfen… („Wah, schon wieder der Mercer tot? Ach neee…“)

„Die ECHTE Orville bitte an Kasse 3, die echte Orville bitte!“ – Lach- und Schießverein: Ich musste mir die Raumschlacht dreimal ansehen, um einiges Details überhaupt zu kapieren. Was Michael Bay und Discovery immerhin noch einen Vorsprung von 5 Zwangs-Rewatches gibt… Das nächste Mal aber bitte einfach die Kamera dem Schiff folgen lassen (von mir aus auch schnell). Denn bei CGI-Aufnahmen muss man theoretisch nämlich GAR NICHT schneiden, wisst ihr?

Wir wollen Pluspunkt-Rants! – Eigentlich muss ich das nicht extra erwähnen, aber wenn ich es nicht tue, sieht es so aus, als gäbe es die hohe Endnote nur, weil ich auf generische Explosionen im Scheine der Erdatmosphäre abfahre… Aber natürlich war es vor allem die Crew, die mir gefallen hat (jeder trug etwas bei und wirkte kompetent), dazu kam das generelle Gefühl, dass wir auf etwas sehr Großes und Unabwendbares hinsteuerten. Und das, während wir sehr viele Dinge abwechselnd sahen: Mercer ist verzweifelt, Shuttles fallen aus dem Warp, Kinder machen sich nützlich und der Humor teilweise auch. Der Rhythmus kann jetzt gerne immer so bleiben!
Eine Schallplatte, bitte! – Kennt ihr das? Man will etwas nicht mehr erwähnen („Mutti, dein Essen schmeckt heute wieder nach… superleckerem Essen!“), muss es aber tun, weil es sonst unfair und unhöflich wäre, es zu verschweigen? So geht es mir hier auch wieder mit der schmissigen Orchesterdröhn! Aber statt das wieder ellenlang zu preisen, könnt ihr euch in eingesparten Zeit ja das genaue Gegenteil von einem guten Musikvideo anhören?
Krill nicht nur für Blauwale – Das Einbauen der Krill war gelungen. Die Überraschung hielt sich zwar in Grenzen, aber die alten „Menschen haben keine Seele“-Rufer mit offenem Mund in das Monster-Laser der Kaylon-Schiffe blicken zu lassen, das hatte schon was. Ja, sooo schnell kann man seine Überzeugungen über Bord werfen, wenn der gemeinsame Feind sich mit der eigenen Religion den Popo abputzt. Hier hoffe ich aber noch auf inhaltliche Nachlieferungen, wie z.B.: „Der Friedensvertrag soll morgen unterschrieben werden, aber… äh… vorher müssen wir hundert Hexen verbrennen, um unsere Würdigkeit zu beweisen“.

„Äh, Leute? Könnt ihr in den heiligen Schriften von Avis mal schauen, ob unser Gott einen riesigen Metall-Popo mit Laser-Blähungen hat?“ – „Hier steht nur was von einem Piercing, Boss!“ – Der Drill der Krill: Diese religiösen Gesellen bekommen jetzt endlich mal was, für das es sich zu beten lohnt.

Mal abgesehen von der netten Invasions-Geschichte, die natürlich nicht das kreativste Pferd im Raumschlacht-Stall ist, darf man sich hier aber schön selbst(?) auf die Schulter hauen. Ungefähr so wie meine Bekannten, wenn Arminia Bielefeld alle Jubeljahre mal gegen Bayern München passabel dasteht… – Denn „The Orville“ dürfte in Sachen Budget eher der Underdog sein, wenn man die Show mit Discovery vergleicht. Trotzdem liefert sie hier wirklich Tolles ab.

Wobei man allerdings auch nicht völligst ausflippen sollte, denn in den meisten Episoden dieser Staffel passierte Effekte-technisch derartig wenig, dass man sich dieses Schlacht hier vom Munde abgespart haben dürfte. Oder, wie Seth mal twitterte: „Our budget is comparable to other network shows of this type – we just have a hell of a team that knows how to stretch a buck.“ – Und Bucks sparen ist jetzt keine Kunst (sonst wäre jede Oma eine Künstlerin), was natürlich nicht diese schöne Raumschlacht relativieren soll.

Ich erwähne es auch nur, weil man dies hier die nächsten Jahre immer wieder mal hämisch den Disco-Fans unter die Nase reiben wird. Was dann in Sachen „offensichtliches Argument“ selbst mir zu öde ist. Dafür haben wir bei Orville halt nur einen hässlichen Flur hinter dem Captain’s Chair. Und das deutlich länger als die 10 Minuten Geballer in dieser Folge hier.

Interessanter als der generelle Sparkiller… äh… Sparwille ist es fast schon, die Art-Designs miteinander zu vergleichen – und auch hier The Orville zu loben. Während bei DISCO jedes Element in endlosen Blautönen ertränkt wird (was sich sogar bis auf den Planeten der Talosianer erstreckt), wühlt Seths Serie munter in der gesamten Farbpalette herum. Je nachdem, was halt gerade besser passt. Hier lässt man stets die Situation und den Künstler entscheiden, statt uns einen einmal festgelegten Style einzu“bläuen“. Der dann meistens wenig Sinn macht, weil halt die wenigsten Sachen im Weltraum dunkelblau sind.

„Okaaay… Ich frage nie wieder, ob es irgendwas Kälteres als ein Androiden-Herz gibt.“ – Seth bläst diesmal alles raus: Die Episode ist vollgestopft mit unterhaltsamen Momenten – zukünftige Witwen sind hier natürlich ausgeschlossen. Aber Isaac konnte nun mal nicht jeden retten. Die Besatzung besteht nun mal nur zu 3,5% aus Kindern und Hauptfiguren…

Zuletzt auch nur noch einen Mikro-Nörgel-Punkt: So Ausrufe wie „Boom, Bitch!“ kann man sich meiner Meinung nach im Raumkampf sparen. Das wirkt schnell pubertär und unnötig, ohne auch nur eine Gag(a)-Ebene hinzuzufügen oder diese vorzubereiten.

Gut finde ich dagegen Gordons Kampfspruch („Just a walk in the park, Kazansky!“). Da fragt man sich automatisch: Wer ist dieser Kazansky? Taucht der noch mal auf? Muss man den als Bildungsbürger und Serienfan vielleicht kennen, um diese Folge auf 5 Sterne hochbewerten zu können?

Nachtrag: Oh, das ist ein Zitat aus „Top Gun“. Jetzt ist die ganze Gaga-Magie weg. Schade.


Fazit: Nicht 100%ig perfekt für Androiden der Marke Sparklap©, aber was soll man an einem blitzsauberen Mittelklassewagen, den man für eine Kiste Bier geschenkt bekommt, noch großartig kritisieren, wenn man kein Arschloch sein will?

Klar, die Kaylons hätten für mich noch härter und bedrohlicher sein können – genauso, wie ich die ganze Serie gerne NOCH mehr in Richtung SF hätte. Aber das, was die Serie selbst sein will, schafft sie hier mit Bravour, Auszeichnung und Fleißsternchen.

Mehr geht hier kaum, ohne das klassische Genre(?) der „TNG-Hommage-Klau-SF“ (mit Pullergags) zu verlassen.

Seth MacFarlane liebt sein Produkt und arbeitet an seiner Verbesserung, das darf man getrost festhalten. Und ich IHN! (*drück*)

ACTION
HUMOR
TIEFSINN
ALLES IN ALLEM
SPARKS MICKRIGER MEINUNGSKASTEN
Der Super-Quantensprung im Wertungsbereich
JA, VERDAMMT, DIE FOLGE WAR GUT!
ES REICHT, LIEBES INTERNET!

Ich weiß, das Mittel ist langweilig. Top-Noten sorgen dagegen für einen feuchten Schritt und ein vernichtender Runterdaumen für schadenfrohes Grinsen. Charakterfehler, gegen welche ICH im Gegensatz zu EUCH natürlich völlig immun bin!

*schadenfroh und mit nasser buchse auf die leser herabseh*

Daher ist die Existenz eines gesunden Mittelmaßes wichtig. Ohne dieses werden Meinungen unglaubwürdig und Bewertungen wertlos.
Grund genug also, auch bei dieser Episode von „The Orville“…

Hahaaaa! Verarscht!

Nee, das war echt doll dieses Mal. Denn für jeden wurde etwas geboten. Pralle Effekte für’s Auge. Dialoge für’s Herz. Spannung für’n Schritt ganz ohne nervige Nässe.

Und selbst mein eingebauter TNG-Episoden-Detektor hat erneut nur dezent ausgeschlagen. Klar, Angriffe auf die Erde sind nix Neues, aber gegen KONZEPTE habe ich auch gar nichts, solange diese halt nicht so sehr abgekupfert sind, dass die Polizei schon Streifen raus schickt.

Gut, Baby Ty bewies erneut, warum kleine Kinder gerade in SciFi-Serien eher unbeliebt sind („Buaaa, will Isaac sehen! Mir doch egal, wenn ihr alle erschossen werdet!“). Schnell klar war auch, warum er unbedingt Yaphit begleiten musste („Natürlich kann der Computer keine zufälligen Zahlen generieren. Sind hier doch nicht in der Zukunft!“). Kann mir die Rauchwolke über den Kopf des Autoren direkt vorstellen, als dieser darüber nachdachte, wie er den kleinen Scheißer und Isaac in einen Raum kriegt.

Das ist aber auch schon Meckern auf hoh… niedrigen Niveau. Das Rekrutieren der Krill war hurtig, aber gelungen. Man traf zwar erschreckend schnell auf diese, aber andererseits wäre drei Wochen realistisches Warten wohl story-technisch nicht drin gewesen. Der Humor war auch wieder ganz gut gemischt (Pee-Corner, hohooo!) und der große Moral-Holzhammer am Ende blieb uns erspart. Mehr erwartet man auch gar nicht.

Nostalgische DS9-Erinnerungen kamen beim flotten Flotten-Gewusel auf und das Einschalten der Isaac-Gewissensroutine war rührend ohne Schnörkel. Manchmal ist weniger einfach runder. PS: Musik wieder toll.

Fazit: Eine sehr zufriedenstellende Auflösung des Zweiteilers, welche die Orville-Welt ein wenig größer machte und auch dem Dauergegner Krill weiteren Tiefgang verschaffte.

Bonus: So sehr freute ich mich bisher noch nie auf die NÄCHSTE Folge.

*hand auf die stirn leg*

Komisch, ist gar nicht warm.

Wertung: 8 von 10 Punkten

(Für mehr habt ihr ja den leicht beeinflußbaren Superfanboy dort oben.)


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Artikel

von Klapowski am 02.03.19 in Serienkritik

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Kommentare (33)

  1. Zuse sagt:

    Man – seit Ihr sterne-geizig. Egal.

    „Boom Bitch“ hat Gordon schon in der 1. Staffel mal von sich gegeben – ist also sein „Schlachtruf“.

    Isaac wurde vll. erst in seiner Heimatwelt waffentechnisch aufgemotzt. Vorher sollte er ja bei seiner Spionagemission den „lieben Robotor von Nebenan“ minen.

    Schon mal die Random-Funktion eines Computers statistisch ausgewertet? Die ist alles außer zufällig. Da ist es schon sinnvoll, daß ein musisch begabtes Kind zufällige Frequenzen einhämmert. Der Ty-Darsteller fällt irgendwie positiv auf diese Staffel – gar kein Wesley Crusher Feeling.

    Klar war manche Lösung sehr hervorsehbar. Aber daß Isaac durch Yaphet wiederbelebt werden konnte, war doch ein netter Kniff. Eigentlich dachte ich, Yaphet war platt, als er so grau aus dem Kaylon rausfloss.

    Auch die Isaac-Lösung, daß Mercer für ihn die volle Verantwortung übernimmt (ohne Notaus-Funktion) gefiel mir. Ein „All Of This Has Happened Before And Will Happen Again“-Durchbruch-Moment, da Mercer so den Fehler der Kaylon-Schöpfer vermeidet.

    5 Sterne ohne Schmerzen!

  2. Lorien sagt:

    Von euch beiden eine richtig positive Kritik! Wahnsinn. :)
    Nachguck ob ich auch nicht träume… ^^

    Aber die Folge war auch wirklich klasse.
    Es hätte nach dem Cliffhanger so einiges schief gehen können.
    Von extremen Kitsch bis hin zur richtig dämlichen Auflösung wäre alles möglich.
    Zum Glück ist McFarlane wirklich mit Hertz (ach nee, der Zweit-Gott der Krill is er dann doch nicht) ^^ Herz und Verstand bei Orville dabei und hat wirklich Talent. Respekt!

    Er will hier nicht weniger als seine eigene, von ST inspirierte, Sci-Fi Saga erschaffen.

    Das war ein Bomben-Zweiteiler, der vor allem deshalb so gut funktioniert, weil er auch auf den Entwicklungen vieler (Charakter-) Folgen zuvor aufbaut.
    So wirkte das ganze auch nicht wie aus dem Hut gezaubert, sondern schlüssig.

    Und mittlerweile darf man der Serie verdient zutrauen, dass die Thematik Isaac und Krill noch ordentlich weiter geführt werden.

    Wenn Disco nur halb so leidenschaftliche und talentierte Autoren hätte, die mit ähnlich viel Herzblut an die Serie gingen, was könnte es für eine tolle neue ST Serie sein…

  3. Dario Cueto sagt:

    *nach links und rechts lug* Darf ich jetz? (Klapo: Jaaaa doch!)

    ERBARME DICH MEINER! (Jesse Katsopolis)

    Was für eine wirklich geile Folge. Und im Endeffekt wurde ja auch schon alles gesagt. Mich stören Tropes wie die zufällig gelegene Jeffries-Röhre nicht. Es ist halt altmodisches Gewschichtenerzählen. Am Ende zählt doch eines: Hat es uns Freude gemacht? Wurde wir unterhalten? Ja und Ja? Mission erfüllt!

    Und hier zeigt sich einfach auch der Wert von den Charakterepisoden vorher. Waren sie da um AUCH Budget zu sparen? Klar. ABER: Ohne diese wäre man in solchen Folgen wie hier im Zweiteiler deutlich weniger investiert und die Charaktere wären einem egal. Ich meine, stelle sich mal vor dasselbe würde mit der Robodame in der Disco passieren. Es würde uns doch alle nicht jucken, oder?

    Seth und sein Team sind einfach genial und haben so ein talentiertes Händchen für Charaktere. Während andere Serien sich heute mit 2 Seiten Drehbuch durch eine ganze Staffel hangeln, steckt hier einfach immer wieder so viel drin. Schnelles Geschichtenerzählen bei aufgeräumter Präsentation.

    Und noch was: Mir scheint auch, dass Brannon Braga es sich selbst und den alten Trekkies nochmal beweisen will. Täusche ich mich da oder will der Mann es wirklich nochmal wissen?

    Nur zu Sparkillers niedriger Wertung habe ich ein: WIE UNHÖFLICH (Stephanie Tanner)

  4. Serienfan sagt:

    Macht euch keine realitätsfernen Hoffnungen. Mehr Text kommt von mir noch. ;-)

    Bis dahin: Wenn mich der Tod eines Ensigns, den ich zuvor gar nicht kannte, MEHR mitnimmt als der Tod von Hauptfiguren bei anderen Serien, dann BEDEUTET das was.

  5. JP1957 sagt:

    Die Werft? Wo bleibt die Werft?
    Nirgendwo wird die wunderbare Werft erwähnt, die uns The Orville am Ende der Folge noch schenkt. Ich finde, sie repräsentierte die ganze Liebe, die mir in der Serie zu stecken scheint. Die Folge hätte auch gut ohne sie funktioniert und doch schenkt uns das Drehbuch noch einen Blick darauf, was nach der Schlacht passiert und beschert uns so einen wunderbaren Blick auf die Erde, ein paar demolierte Raumschiffe und seltsame Reparaturfluggeräte, die ich mir beim dritten Schauen der Folge noch einmal genauer ansehen werde. So liebevolle Details.

    Ich bin ja durch serienfans Beiträge ins Grübeln gekommen über die Frage, ob The Orville wirklich so vielschichtig und anspruchsvoll ist, wie er vertritt (Tendenz: eher nicht). Diesmal machte mich aber ein kluger Gedanke in der Review auf SJ nachdenklich. Dort fragte der Autor: Kann es Zufall sein, dass der von Robotern programmierte Isaac sich „humaner“ verhält als die schon zu Lebzeiten ihrer Erbauer (also von „Biologischen“ programmierten) existierenden Kaylon? Eine wirklich interessante Frage.

    War von der Folge begeistert und hab mich beim Lesen der Review hier auch total über die Erhebung in den Star Trek Adelsstand von Mercer+Co gefreut zu Beginn … gelungener Einfall. Und dann, und dann drang in meinen Kopf (vom vielen Review lesen am Wochenend) der Begriff „Qualitätsserie“ ein. Oh, dachte ich … was hätten die Autoren von „Mad Men“ oder „Breaking Bad“ oder „The Americans“ aus dem Kaylon Thema machen können. Rückblicke in die Auseinandersetzungen mit den Erbauern; ethische Debatten um Isaacs Wiederbelebung; juristische Auseinandersetzungen um die Frage, wie mit ihm weiterzuverfahren ist; Isaacs innere Widersprüche nach Ankunft auf Kaylon; ein Blick darauf, wie eine Gesellschaft von intelligenten Robotern auf Kaylon lebt, arbeitet, freizeitet; und und und … Stoff für zwei Staffeln! Was ich Mc Farlane hoch anrechne: Das Basismaterial für so etwas kreiert er … bei Disco fiele mir nicht das geringste ein, aus dem man eine Qualitätsserie entwickeln könnte.

    Dieser Gedanke so als kleiner Wermutstropfen für eine Folge, die supertolle Unterhaltung bot.

    Und danke dafür, dass das Review nicht erst Mittwoch kam!
    Möge Avis mit Klapo und Sparkiller sein!!!

    • Equi sagt:

      Als Ergänzug noch eine meiner Lieblingsszenen: Der Moment als die Erde über dem Mondhorizont erscheint und die durchgebrochene Angriffsflotte Ziel Erde weiterfliegt. Hat mich sehr an das historische Foto der aufgehenden blauen Erde über dem Mond von der Apollo-Mission erinnert.

  6. Raktenwurm sagt:

    Das war eine sehr schöne Folge, auf jeden Fall. Ich habe nur so generell mit Orville das Problem, dass es halt gerade in solchen Momenten eher wie eine 20 Jahre alte Kinderserie wirkt, in der sich Roboter wie Menschen verhalten, alles ganz klar in gut und böse unterteilbar ist, und selbst die Weltraumtaliban dann doch erstaunlich schnell auf ein rationales Argument eingehen, anstatt die religiösen Führer erstmal ein Jahrzehnt darüber diskutieren.
    Natürlich, das ist ja auch gewollt bei der Serie, dass sie nicht so kompliziert ist und Grautöne beiseite lässt. Aber ich habe eben auch schon (moderne) Kinderserien gesehen, die sich da mehr trauen, und damit auch schlüssiger und realistischer wirken, ohne dass es anstrengender ist, sie zu schauen.
    The Orville hat da einfach noch nicht den richtigen Ton und das richtige Maß gefunden. Es meint, den Zuschauer mit ereignisarmen Seifenopernfolgen begeistern zu können, hält aber einen Zweiteiler auf Ninjaturtles-Erzählniveau für das Maximale, das man dem Gelegenheitsgucker zumuten kann.
    Das trübt auch meinen Gesamteindruck etwas.

    • BigBadBorg sagt:

      Ich persönlich mag zwar Serien/Filme mit Grautönen in der Charakterisierung, aber Orville läuft dem Trend ZUM GLÜCK nicht hinterher.

      Es versucht eine Utopie zu sein, eine positive Zukunft, mit viel Licht und wenig Schatten. Und das schafft sie sehr gut! Und es ist exakt das was ich (und viele andere auch) sehen will.

      Es ist einfach schön nochmal eine Wohlfühlserie zu haben, bei der man sich nach dem Ansehen nicht direkt eine Kugel in den Kopf schießen möchte.

      Ach ja, und ich hab als Kind gerne die Ninja Turtles-Trickserie geguckt, nichts gegen die Turtles! :/ Und die Folge mit dem Niveau der Turtles zu vergleichen ist doch sehr gewagt.

    • Klapowski sagt:

      @Raketenwurm:

      „Es meint, den Zuschauer mit ereignisarmen Seifenopernfolgen begeistern zu können“

      @JP1957:

      „Ich bin ja durch serienfans Beiträge ins Grübeln gekommen über die Frage, ob The Orville wirklich so vielschichtig und anspruchsvoll ist, wie er vertritt (Tendenz: eher nicht)“

      Ihr habt da natürlich wieder mal alles falsch verstanden.

      Die Kinder in der Episode versinnbildchen natürlich das innere Kind (oder das innere Emanzipieren) von Isaac, der sich aus der Abhängigkeit seiner „Eltern“ bzw. seiner Rasse begeben muss. Gleichwohl stellt diese Geschichte die Frage nach der Vergebung und Sippenhaftung: Gibt es „Tätervölker“ und „Opfervölker“? Wie weit reicht Schuld? Können alle „Biologischen“ gleichgesetzt werden? Wo sind hier die Juden, die Nazis, die Aliierten zu verorten? Darüber darf noch lange diskutiert werden.

      Und was ist mit Gordon? Bei ihm geht es stets ums Fliegen. Will auch er sich von den Niederungen des Menschseins entfernen, sich erhöhen und neue Ebene des moralischen oder sonstwie gearteten Daseins erreichen?

      Wie bitte? Warum ich STD niemals so dezidiert analysiere?

      – Oh… Der Sonntagspostbote hat geklingelt. Muss weg.

  7. BigBadBorg sagt:

    Die Doppelfolge war wirklich einfach richtig richtig gut!

    Und eure Punkte/Ohren sind wahrlich verdient!

    Ich bin jetzt seit etwa drei oder vier Wochen auf Discovery-„Entzug“, und ganz ehrlich, wer braucht noch dieses komische neue Star Trek wenn man wöchentlich die Orville bekommt. Ich kann es nicht oft genug sagen: Seth McFarlane ist ein verkanntes Genie! Mal ganz ehrlich, so etwas wie The Orville hat ihm doch niemand so wirklich gegeben, auch wenn es einige (mich eingeschlossen) heimlich gehofft haben. Aber er hat es wirklich geschafft! Es wurde nicht das neue Galaxy Quest, sondern eine ernste Serie, aufgelockert durch ein paar Gags und ein paar schräge aber nicht unsympatische Charaktere.

    Diese Serie ist jetzt im Olymp meiner liebsten Science-Fiction-Serien. Verdient!

    Aber!
    Aber ich will jetzt auch mal meckern, da ja nicht alles toll sein kann: Der Code zum Türöffnen war Alpha Omega Schnuppi Duppi Sieben Zwei Drei (oder so ähnlich). Der kleine Junge drückt zwei Tasten auf dem Türschloss, und sie geht auf. Da hätte ich mir mehr Liebe zum Detail gewünscht! Er hätte wenigstens noch drei weitere Tasten drücken können. Oder gibt es eine Taste mit „Alpha Omega Schnuppi Duppi“ und eine mit „7-2-3“?
    Aber wenn das schon der größte Kritikpunkt ist…

    Alles gut in Unionspace. Long live the Orville!

  8. Schildkröt sagt:

    Wurde sich auf dieser Seite nicht noch letztens über die Noteninflation bei STD echauffiert? Dass man zu nachsichtig mit STD sei, wenn die mal fünf akzeptable Fernsehminuten auf die Reihe bekommen. Nun, man muss doch zugeben dass diese Orville-Folge absolut gar nichts Kreatives oder Überraschendes an sich hatte. Alles hat sich genauso entwickelt wie man es nach dem „Cliffhanger“ erwartete. Eine standard „es steckte eben doch Gutes in ihm“-Geschichte mit traurig dreinschauenden Kinderkulleraugen als Emotionskatalysator. – und ein „wir haben einen gemeinsamen Feind“-5-Minuten-Sideplot.

    Allerdings, auch das muss man sagen, handwerklich ordentlich umgesetzt – bis auf gelegentliche schlechte Witze und die niedrigere Produktionswertigkeit. Die Folge hat sich gefällig anschauen lassen.

    Nun, stünde dies unter einer Hausarbeit, dann hört sich das sehr nach „befriedigend“ an. Wo ist also der interessante Gedanke, die kreative Idee oder überraschende Wendung, welche diese Folge angeblich außergewöhnlich macht? Vielleicht Odo-Yaphit?

    Künstliche Intelligenz wurde ganz gewiss nicht thematisiert, denn genau die gleiche Folge hätte man auch mit einem organischen Crewmitglied und einem Volk, welches die meisten anderen Lebewesen für minderwertig und gefährlich hält, schreiben können – welches die große Schwäche der Story ist. Dass hier ein Robotor so dargestellt wird wie Tiere in einer Kinderzeichentrickserie – vermenschlicht, darauf hat @Raketenwurm schon hingewiesen. Und, mehr Differenzierung ist auch in ernsthaft utopischen Sci-Fi möglich, aber ernsthaft ist The Orville eben nicht. Enttäuschend fand ich daher auch die Ausrede, dass Issac zu Zeiten des Genozids noch nicht konstruiert war – viel zu erwartbar und sich der eigentlich interessanten Frage nach redemption entziehend. Fangen wir erst gar nicht mit seinen blauen Augen vs rote Augen aller anderen Kaylons an – das würde eine Disney-Serie genauso machen.

    Auch kann ich keine rechte Begeisterung für die Effekte der Raumschlacht aufbringen. Das ist eher „Babylon 5“-Grafik auf ein Niveau von 2005 gehoben. The Expanse, Battlestar Galactica (remake) zeigen wo die Ansprüche vor 10 Jahren lagen.

    Der letzte Absatz von Klapo’s Review verdeutlicht das Dilemma, und dass er bei The Orville die Samthandschuhe anzieht. Denn die Serie wolle ja auch gar keine richtige SF-Serie sein – sie will nur spielen. Aha, wie lange zieht dieser Welpenschutz denn? Sagen wir also von vorn herein, dass wir die Sendung nicht so richtig ernst nehmen, und eher wohlwollend wie eine überraschend gut gemachte Fanproduktion bewerten oder ist The Orville nun on par mit dem besten „Star Trek“ und den Produktionsansprüchen des Jahres 2019 = 4.5 Sterne?

    • Klapowski sagt:

      „Der letzte Absatz von Klapo’s Review verdeutlicht das Dilemma, und dass er bei The Orville die Samthandschuhe anzieht.“

      Diesmal hat man ja die unscharfe Trennlinie aus „Kinderfernsehen/Sitcom“ zu „Ernsthafte SF“ sehr gut mit Action übertünchen können. Und da das hier wohl eine Actionfolge sein WILL, bewertete ich sie größtenteils auch so.

      Allerdings werde ich den Notenschnitt wieder dramatisch absacken lassen, wenn in der nächsten Isaac-Episode wieder nur „Ich bin irgendwie, aus irgendeinem Grund auf EURER Seite“ gemurmelt wird – und er damit davonkommt.

      Man kann nicht ständig vorgeben, sich für die Bewusstwerdung von KIs brennend zu interessieren, alles zu dem Thema aber mit einem lustigen Spruch abzucanceln.

      Und dazu gehört auch so was wie „Ich bin immer noch so in Isaac verliebt!“, „Er hat sich halt entschieden, was wollt ihr noch?“ oder „Wird schon irgendwie ein Bewusstsein haben, er hat schließlich extra eine MP3-Datei, von der aus er diese Behauptung abspielen kann“.

  9. JP1957 sagt:

    Machmal beginne ich mich über Posts zu ärgern … und muss dann aufpassen nicht (zu) herablassend zu werden. In diesem Falle über die – ich sag mal oberflächliche statt dumme – Kritik von jemandem, der nicht mal in der Lage ist, seinen eigenen Nickname richtig zu schreiben (Raktenwurm).
    Da wird „The Orville“ als 20 Jahre hinter ihrer Zeit liegende „Kinderserie“ tituliert, die bewusst auf Grautöne verzichtet, um im Gut und Böse Schema verbleiben zu können.
    Mensch, RWURM, hast Du die zweite Staffel überhaupt gesehen? Die Folge, in der zum Schluss der frauenliebende Moclaner dem Haftrichter vorgeführt wird, verzichtet auf Grautöne? Isaac lässt beim Verlassen der Orville die Kinderzeichnung fallen … was will das Drehbuch Dir damit wohl sagen? Die Krill Frau hört gerne Billy Joel … weil sie nur böse ist? Ein Brückenoffizier verfällt der Sexsucht … weil das bei Kindern ja ständig passiert? Ich hab oben ja skizziert, was meiner Meinung nach Orville an einer Qualitätsserie fehlt. Aber diese Kritik ist wirklich selten dä…
    Krone des Unsinns: Nach dieser Doppelfolge The Orville „ereignisarme Seifenoperei“ vorzuwerfen. Himmeldonnerwetternochmal. Wer nach dieser Doppelfolge nicht merkt, dass „die Seifenopern“ zuvor (Charakterentwicklung = Seifenopern) einen SINN hatten, dem ist nicht mehr zu helfen.
    In diesem Sinne: Du kannst die zweite Staffel gar nicht gesehen haben.

    • Sphinx sagt:

      Dich zwingt doch keiner Orville zu schauen, geht bitte weiter und schau weiter dein STD. Orville versucht eben gesellschaftspolitische Themen wie Sexualität, Familienstrukturen, Pseudowissenschaften, persönliche Beziehungen, Zivilisatorische Fragen und Philosophie zu behandeln. So wie es eben Trek bis 2005 auch gemacht hat und zwar als Unterhaltungssendung mit Humor, Spannung und einem künstlerischen Anspruch der SciFi und einem auf Utilitarismus basierenden und entsprechend agierenden Organisationen und Charaktären. Das hat nichts mit alt oder einfachen Gut/Böse Schema zu tun. Viele Tv Dramas, vorallem erfolgreiche nutzen den Ansatz, und zwar auch jetzt und in der Trek freien Zeit zwischen 2005 und 2018. Marvels the Punisher, The Rookie, NCIS, Game of Thrones oder früher Dexter oder House MD und noch viele mehr. Ich weis nun einmal was mir gefällt, und eben TOS, TNG, ENT, VOY, DS9 haben den Ansatz. Das liegt daran das der Erfinder von Trek, Roddenberry ein Polizist und Militärveteran war und dessen utopische auf Utilitarismus basierende, liberale, Vision die eben keine einfachen Anworten und Fragen aufwirft und nach diesem Muster gestrickt ist. STD hat nichts davon, kein Stück. Die Macher von STD haben keine Ahnung was Trek ist, STD ist schrecklich und eben nur eine struckturlose Masse aus Optik und Krachbumm garniert mit Popkulturreferenzen zu Trek aber ohne Hirn.

    • Klapowski sagt:

      „In diesem Falle über die – ich sag mal oberflächliche statt dumme – Kritik von jemandem, der nicht mal in der Lage ist, seinen eigenen Nickname richtig zu schreiben (Raktenwurm).“

      „Dich zwingt doch keiner Orville zu schauen, geht bitte weiter und schau weiter dein STD.“

      In der Psychologie spricht man ja oft davon, dass man oft das nicht mag, was einem selbst ähnelt. Und da wir hier fast alle(!) neurotische Nörgelköppe um die 75 Jahre mit Vielschreib-Genen sind, die frühere Sachen doch iiirgendwie geiler finden, mögen wir DAS vielleicht manchmal an den anderen Meinungen nicht?

      Nämlich unsere Spiegelbilder?

      Im Grunde sind hier alle inhaltlich gar nicht weit voneinander entfernt. Höchstens in der Frage, ob der militante Antiamerikanismus auf subtropischer Ebene mit dem grassierenden Gender-Darwinismus im Rahmen der Kapitalismuskritik diffundiert – oder genau umgekehrt.

      Eigentlich sind sich die Meinungen und Schreibstile hier gerade so ähnlich, dass ich das Gefühl habe, dass sich hier seit Monaten mit meinen eigenen Hirnwindungen spreche. Okay, BergH erkenne ich immer noch auf Anhieb, bei allem anderen sind Stil und Inhalt ja mehr oder weniger gleich. Zumal sich ja alle nach ein paar Kommentaren auf irgendwas einigen („Okay, Discovery ist NICHT hässlicher als deine Mudder.“ – „Einverstanden.“). Das kenne ich sonst von keiner anderen Webseite.

      Von daher verstehe ich die Differenzen nicht. Als vertrauensbildende Teammaßnahme schlage ich aber trotzdem vor, dass wir alle zusammen ein bisschen reifes Obst in Richtung Kurtzman werfen, während wir uns gegenseitig mit TNG-DVDs den Rücken massieren und Datas Kindheit psychoanalysieren.

  10. Serienfan sagt:

    Es gibt drei Kategorien, in die sich die wackeren Orville-Verriss-Schreiber einteilen lassen.

    Es gibt die einen, die bei jedem Ideefunken lauthals „Haltet den Dieb“ rufen, um von jeder Auseinandersetzung mit der Umsetzung dieser Idee abzulenken. (Und wie wir ja alle wissen, macht eine Idee aus kreativer Sicht 99,9 Prozent einer fertigen Geschichte aus. Man denke dabei nur an „Romeo und Julia“, die Idee eines sterbenden Liebespaares war sowas von geklaut …)

    Dann gibts solche, die durch eine abenteuerliche Gleichmacherei kulturelle Blindheit erzeugen wollen, so nach dem Motto: Also, so wirkliche Unterschiede gab es doch noch nie zwischen Grace Kelly und Kristen Stewart.

    Ganz am Ende kriechen dann noch irgendwelche Würmer herum, mit ihren niedlichen Vorstellungen vom „Erwachsensein“. Bei denen landen dann die Calvin&Hobbes-Comics auf den Müll, schließlich ist man längst reif für Batman. Und wenn die Oma irgendwann bescheinigt, dass man ganz ganz groß geworden ist, kann man wagemutig die Kindheit vollends hinter sich lassen und „erwachsenes“ Warhammer 40k lesen.

    • Sparkiller sagt:

      Oder die, wo ungeliebte Meinungen zu holzhammerigen Klischee-Strohmännern transformiert werden.

      Discovery hat uns alle geschafft, ich weiß. Aber deswegen muss man „gute Unterhaltung“ nicht gleich zur unfehlbaren Götze machen. Sonst fehlt nur noch der rote Trump-Hut.

    • Serienfan sagt:

      Tut mir ja sehr Leid, wenn Du Dich jetzt gleich so auf den Fuß getreten fühlst.

      Aber was sollen diese permanenten Unterstellungen? Ich bin hier auf drei Argumentationsmuster eingegangen, die ich hier permanent lesen muss.

      Das „unterstellen“ überlasse ich dann doch lieber anderen.

      Hier wird ja (im Kommentarbereich) schon lange nicht mehr diskutiert, hier wird nur noch unterstellt. Der eine verklärt angeblich seine Kindheit, der andere wird von Netflix bezahlt, und der dritte mag wahrscheinlich Michael Burnham nur deshalb nicht, weil es Rassist ist.

      Das ist langweilig. Dieses „das schreibst du doch nur, weil du nicht darüber wegkommst, dass sich die Zeiten ändern“ lässt sich nicht widerlegen, weil man in meine Neuronen gucken und sie lesen können müsste, um das Gegenteil zu beweisen.

      Ich habe hier zumindest drei Argumentationsmuster aufgegriffen. Die Einteilung von Unterhaltung in „kindisch“ und „erwachsen“ halte ich tatsächlich nicht nur für verblüffend „unreif“, sondern auch für nicht zielführend. Das ist so, als würde man glauben, die Altersfreigabe eines Films lasse auf den Wert des Films schließen.

      Der ständige Verweis auf Story-Ideen ist ähnlich merkwürdig, und das ausgerechnet in einer Zeit, in der nur noch Remakes und Reboots das Kino und Fernsehen vergiften. Ehrlich gesagt: Eine Serie, die Story-Ideen erneut aufgreift und neu erzählt, ist da für mich der Kaiser unter den Bettlern, der Sprinter unter den Lahmen, der Karajan unter den Tauben. Denn andere Serien kümmern sich gar nicht mehr um Storys, sie verwursten längst etablierte Figuren und murksen mit bekannten Begrifflichkeiten herum, ohne eine Story zu erzählen.

      Und die wiederkehrende Behauptung, alles sei doch irgendwie gleich, und Haute Couture bestehe doch genauso wie ein BigMac hauptsächlich aus Fett, Eiweiß und Kohlenhydrate, ist aus meiner Sicht eben nicht diskussionswürdig. Klapo hat ja in einem sehr schönen Text über den ersten Star-Trek-Film gezeigt, wie damals die Macher von Star Trek ihr Publikum sahen. Sie sahen eben in dem Publikum potenzielle Feinschmecker. Und heute sehen sie im Publikum nur noch Fast-Food-Kunden.

      So, und jetzt setze ich mein rotes „Orville – Make tv scifi great again“-Käppi auf und male mit meinen Buntstiften Isaac&Ty-Bildchen.

    • Schildkröt sagt:

      Dann sind sich aber doch die meisten hier einig? STD ist „ungenügend“ und The Orville „befriedigend“
      (manchmal auch besser, aber es war doch nicht ausgerechnet diese Folge die beste? Daher meine Verwunderung.). Es macht auch gar keinen großen Spaß mehr etwas zu STD zu schreiben, während The Orville es wenigstens wert ist sich damit auseinanderzusetzen – und das ist ja etwas. Nur offenbart es dabei dann eben auch Schwächen.

      Daher zu der „Disneyfizierung“. Das ist eben keine dumme Analysekategorie sondern im Gegenteil eine sehr wesentliche. Gerade die „anti political correctness“-Schreiberlinge hier sollten mit dieser kindlich cleanen Präsentation ein Problem haben, denn Hauptanliegen dieser Form der US-Unterhaltungindurstrie ist die Entsexualisierung wie Disney sie eh und jeh betrieben hat. Ficken ist das größte Tabu. Viel eher ist Gewalt akzeptabel und The Orville übernimmt diese Geisteshaltung zu 100% – im Gegensatz zu Rodenberry’s Star Trek, welches sich immer um sexuelle Befreiung bemühte, wenn es auch leider oft ins Sexistische glitt.

      Keine Darstellung von Sexualität in The Orville darf wirklich erotisch wirken. Die Moclans sind so entfremdete Wesen, dass sie dadurch schon entsexulisiert sind und ihre Interktion ist ein großer Scherz der auch keine Erotik aufkommen lassen möchte. Ähnliches gilt aber auch für die heterosexuellen Darstellungen. So darf Kelly’s Seitensprung nur mit einem ebenso entfremdeten entsexualisierten Alien stattfinden und wird ebenso ins lächerliche gezogen. Das Versprühen der Tinte ist auch kein Samenerguss, da er mit keinerlei Genuss verbunden ist. Ebenso die lächerlichen kichernden Laute die Kelly beim Sex mit dem Alien von sich gibt. Wie Kinder die unter der Decke spielen. Eine Frau darf ja auch keine Lust empfinden, wo kämen wir denn da hin. Später wird noch klargestellt, dass sie vermutlich auch unter dem Einfluss des Aliens stand – anstatt eines eigenen Drangs zur Lust.
      Und dann vergessen wir nicht den Sex mit einem Roboter. Das ist der „feuchte“ Traum Disneys – wenn schon Sex dann ohne Geschlechtsteile.

      Der Aspekt der „Verkindlichung“ geht aber über die dargestellte Sexualität hinaus, denn auch die Darstellung des Roboters Isaac ist verkindlicht emotionsbezogen, so wie bei Tieren in Disneyfilmen. Genau das verhindert daher auch eine intellektuelle Auseinandersetzung mit dem Thema künstliche Intelligenz wie oben schon angemerkt, denn auch in Disneyfilmen geht es ja nicht wirklich um die Tierwelt, oder?

      So mag auch hier die Form den Inhalt bestimmen. Ein Lacher setzt eben hauptsächlich auf eher kindliche Emotionen.

    • Dario Cueto sagt:

      Lese ich gerade richtig @Schildkröt?
      Du willst harte Sex-Darstellung in einer Serie, die sich an die ganze Familie – und damit auch explizit an KINDER – richtet? Reicht es nicht schon, dass man bei HBO, Netflix & Co. genug Sexorgien sieht?

    • Schildkröt sagt:

      @Dario
      Vielleicht liest Du es richtig, vielleicht auch nicht (sorry, falls etwas off topic):

      1. Ich bin der Ansicht, dass man auch Kindern nackte Menschen im TV „zumuten“ kann und auch progressive Sexualität und Lustempfinden. Deutlich eher als Gewalt, ja. Ansichten, dass Roboter die Menschen erschießen ok sind, aber eine nackte Brust verstört, verwundern mich stets.

      2. Was ich nicht meine ist Gewalt a la Game of Thrones. Dort geht es selten um ein gleichberechtigtes Erkunden der Sexualität, sondern nur um einen Schockfaktor. Diese Sensation speist sich aber aus zwei Dingen. Einmal, dass jede Art expliziter Nacktheit in den USA schon ein Tabu ist und dann nochmal die Art und Weise wie sie GoT darstellt. Ersteres Tabu wegräumen kann man auch in einer „Familienserie“, letztere Mischung aus Gewalt und Sex finde ich hingegen auch etwas overused.

      Was mich stört ist das absolute Gegenteil, diese „cleanen“ Darstellungen die void jedweder Sexualität sind. Das geht auch über in die oft seltsamen digitalen Darstellungen von Körperformen.

      Außerdem muss Erotik kein expliziter Sex sein. War (google GIF) Deanna Troi im Negligee verstörend als Kind?

      Wie man das nun macht ohne platt sexistisch zu sein bzw. ob das überhaupt geht und wie man die sexpositive „Star Trek“-Zukunft darstellen kann? Ja, das wäre ein interessante Frage, falls endlich mal eine Serie Star Trek ins 21. Jahrhundert bringen würde. Man macht es nur sicher nicht durch den Entzug von Erotik.

      P.S. Der Fehler lag aber bei mir, ich habe Disneyfizierung und Verkindlichung beinahe synonym verwendet, dabei sollte es das eben nicht sein. Disney ist der Irrweg der uns alle glauben macht man müsste das gleichsetzen.

  11. Serienfan sagt:

    Es wird Zeit, meine Drohung wahr zu machen und meine Meinung zu der Folge zu äußern.

    „The Orville“ liefert hier einen bombastischen Zweiteiler.

    Doch was macht ihn eigentlich so bombastisch? Die Raumschlacht? Die Action?

    Selbstverständlich! Ehre, wem Ehre gebührt. Hier merkt man das Bemühen aller Beteiligten, einfach etwas visuell Umwerfendes zu gestalten. Und das ist schlicht und ergreifend geglückt.

    „The Orville“ versteht sich als Serie der Vielseitigkeit. Die Serie steht in der Tradition alter Serienklassiker. Nicht nur von „Star Trek“ oder „Twilight Zone“, auch in der Tradition von Serien wie „Bonanza“ oder „M.A.S.H.“. Wer bei „Bonanza“ den Zweiteiler „The Pursued“ kennt, der erlebt einen actiongeladenen, spektakulären Western, der in Sachen Aufwand und Massenszenen so machen John-Ford-Klassiker übertrifft. Dann wieder gab es charakter-orientierte Bottle-Shows, bei denen die Kulissen der Ponderosa nicht verlassen wurden.

    Mir gefällt diese Vielseitigkeit. Es gibt unterschiedliche Geschichten, und sie erfordern unterschiedliche Budgets.

    Das aber reicht freilich noch immer nicht für die Höchstwertungen, die diese Folge vollkommen verdient hat.

    Das Schlüsselwort hier ist komischerweise eines, das in allen Rezensionen wenig oder rein gar nicht auftaucht.

    Es ist das Wort: Spannung!

    Dieser Zweiteiler hatte eine atemberaubende Spannung!

    Ich hatte einst einen wenig sympathischen und noch weniger intelligenten Deutschlehrer, der immer sagte: „Spannung ist kein Bewertungskriterium.“ Nach diesem Satz hätte dieser Heuler auch ein Heilmittel gegen Krebs finden können, ich hätte ihn noch immer für den größten nur denkbaren Vollpfosten gehalten.

    Keine Sorge, es gibt hier kein weiteres Grundsatz-Seminar über Spannungsaufbau. Ich sage nur, dass Spannung nicht einfach aus dem Nichts entsteht. Spannung muss mühsam und sorgfältig erarbeitet werden.

    Wenn ich früher Marvel-Comics las (aus dem Williams-Verlag), gab es dort oft vollmundige Versprechen. Im nächsten Heft, so wurde versichert, würde die „Spannung bis ins Unerträgliche steigern“.

    Für Spannung interessiert man sich heute weniger. Marvel-Filme im Kino zeigen die Action wie ein buntes Feuerwerk. Daher setzen sich auch immer mehr Begrifflichkeiten wie „berieseln lassen“ und „Gehirn ausschalten“ durch. Auf Youtube gibt es Live-Streams, in denen Fans live die Episoden anschauen und parallel dazu twittern und chatten.

    Die Frage, ob das ganze auch spannend war, scheint niemanden zu interessieren.

    Diese Orville-Episode aber sieht sich in der alten Tradition des radikalen Spannungsaufbaus, und das macht sie so eindrucksvoll und gelungen.

    Es gibt für mich also 5 von 5 Punkten für eine perfekte Action-Episode, die mich wirklich von der ersten bis nahezu letzten Sekunde mit Spannung auf der Sesselkante sitzen ließ!

    Die Frage ist aber: Hat die Episode ansonsten nichts „Substanzielles“ zu bieten?

    Wie gesagt: Eine Adrenalin-Achterbahnfahrt, wie ich sie aus den Highlights von „Lost“, „24“ und anderen „Action-Serien“ kenne und in den letzten Jahren verblüffend selten im Fernsehen erleben durfte, reicht mir vollkommen aus für eine Höchstwertung. Ich muss da nicht noch zusätzlich Anspruch „hineindeuten“, um vor mir selbst eine Höchstwertung zu rechtfertigen.

    Ich bin mir aber sicher: Die Episode HAT neben der Spannung und der mitreißenden Action sehr wohl auch etwas zu bieten, das darüber hinaus geht.

    Seth MacFarlane hat nun schon mehrfach bewiesen, dass er gutes Star Trek machen kann (und dass dieses Star Trek rein gar nicht überholt ist und noch immer sein Publikum findet).

    Hier aber zeigte sich: Seth MacFarlane kann auch Star Wars.

    Es heißt immer: Star Trek ist im Gegensatz zu Star Wars eine positive Utopie. Dem möchte ich widersprechen, denn es gibt sehr wohl auch einen großen Star-Wars-Optimismus (auch wenn die jüngsten Disney-Ergüsse das vergessen haben). Der Star-Wars-Optimismus ist der Glaube an ungeahnte Fähigkeiten, die in einem schlummern, und die Aussicht auf eine Welt voller Abenteuer, die man ohne Furcht betreten sollte. (Die gleichen Elemente finden sich übrigens bei Harry Potter, und der ist ja auch nicht gerade ein Flop der jüngsten Pop-Kultur.)

    Denn die Furcht ist es, die laut Star Wars zur dunklen Seite der Macht führt.

    Die Kaylon sind diese von Furcht getriebenen Gegner.

    Ihre Furcht vor den Biologischen, die sie einst unterdrückt haben, ist so groß, dass sie gar nicht merken, wie sie selbst zu diesen irrationalen Unterdrückern werden. Der Kaylon Primary übergibt Isaac den Roman „Roots“, und kurz darauf verlangt er von Isaac, den Namen zu ändern. Das aber ist genau das, was dem Sklaven Kunta Kinte in „Roots“ widerfährt. Er wird gezwungen, den Namen abzulegen. Ein großes Symbol von Unterdrückung.

    Ed Mercer ist das Gegenteil der Kaylon. Er glaubt stets an die Möglichkeit einer positiven Veränderung, und für Seth MacFarlane gibt es nur eine große Sünde: Den Glauben an eine Verbesserung aufzugeben.

    Daher gibt es ja so viele, die offenbar mit dem Optimismus von Star Trek nicht leben können und ihn unbedingt in etwas Dunkles verwandeln wollen. Die Idee von Star Trek, dass Änderungen zum Positiven immer möglich sind, scheint vielen zu radikal.

    Vor seinem Tod sagt der Kaylon Primary zu Isaac, dass Isaac stets allein sein werde. Und noch in der gleichen Folge erfahren wir, dass der Primary hier falsch lag. Claire sagt, dass Vergebung möglich ist. Auch wenn es Zeit braucht. Und Ed Mercer sagt, dass JETZT der perfekte Zeitpunkt ist, den Kaylon zu beweisen, dass die Menschen eben anders sind als ihre Erbauer.

    Denn, so die Dauerbotschaft der Serie: Wenn nicht irgendwann jemand anfängt, dem anderen zu vertrauen, bleiben am Ende nur noch die Fische übrig.

    Dies ist eine Serie, in der die Botschaft auch von den Figuren gelegt wird, und nicht nur als leeres Lippenbekenntnis wiederholt wird.

    Kommen wir nun zur radikalsten Szene der Episode. Als Ty von Isaac erschossen werden soll. Was ist das nun? Kinder-Kitsch? Eine perfekte Gelegenheit für jene, die glauben, die Disney-Schublade aufziehen und Orville dort hineinstecken zu können?

    Für mich ist diese Szene in ihrer Klarheit, in ihrer Radikalität, ein Juwel der TV-Unterhaltung. Diese Szene hätte auch mit keiner anderen Figur funktioniert. Ty sieht Isaac mit bestimmten Augen, und dadurch sieht sich auch Isaac mit diesen Augen. Auch das ist ja ein Thema der Serie: Das Gegenüber wird zu dem, was wir in ihm sehen.

    Am Ende wird das Schiff durch den (naiv-kindlichen) Optimismus eines kleinen Jungen und der hoch entwickelten Technik von Isaac gerettet, die Hand in Hand zur Brücke gehen. Es ist eine wunderbare Szene. Völlig ohne Ironie, ohne humorvolle Ausflüchte, ohne Angst davor, kitschig zu sein.

    Es ist eine Szene, die klar zeigt, was „The Orville“ ist und auch gezielt anstrebt.

    Ty und Isaac sind für mich in dieser Folge zu ganz starken Symbolen einer Serie geworden, die das Fernsehen so dringend braucht wie ein Verdurstender das Wasser in der Wüste. Und wenn Ty zu Isaac auf der Brücke sagt „wir lieben dich“, und diese Szene trotz aller bombastischen Action alles überstrahlt, was diese Folge ansonsten noch zu bieten hat, dann ist vielleicht auch nachvollziehbar, warum so viele Zuschauer sich von „The Orville“ so sehr begeistern lassen.

    • O.o.t. sagt:

      Danke! <3

    • JP1957 sagt:

      @Serienfan: Zuweilen empfinde ich Deine Beiträge ärgerlich, weil von Überheblichkeit geprägt.
      Hier aber: Dickes Lob für diesen Beitrag zur aktuellen Orville Folge. Klar und überzeugend formuliert und noch einmal einen neuen, vertieften Blick auf die Folge ermöglichend.

      Alle Achtung!

    • Grimm sagt:

      Faszinierend

    • Lorien sagt:

      Das war wieder mal herrlich und treffend in Worte gefasst, was sicher viele instinktiv empfinden bei dieser Folge/Serie!
      Danke.

    • Tabularius sagt:

      Du hast schon 1-2 mal gesagt das du keine Schreibseminare mehr zum besten geben willst, weil das keiner lesen wolle.

      Da widerspreche ich mal.
      Ich würde sehr gern mehr Schreibtheorie lesen.

      Du hast mich sogar inspiriert mich mal näher mit Geschichtenaufbau zu beschäftige und ich hab mir sogar das Buch besorgt das mal erwähnt wurde „Die Oddyssee der Drehbuchschreiber“

      Finde das alles sehr interessant!

  12. Dario Cueto sagt:

    Bin ich eigentlich der Einzige, der es schade findet Serienjunkies‘ Texte hier immer versteckt in den Kommentare lesen zu müssen? Ich finde ja, dass seine Texte hier auf Zukunftia regulär als Artikel erscheinen sollten!

    • Donsenilo sagt:

      Der Meinung schließe ich mich an.

    • Klapowski sagt:

      Die sind ja nicht „versteckt“. Im Gegenteil: Kommentare werden meiner Meinung nach häufiger gelesen als der eigentliche, meist eher lange Artikel.

      So mache ich es z.B. auch oft bei Robots&Dragons, wo ich das Review überfliege und mich dabei an den Kernaussagen erfreue (Bei der letzten STD-Episode z.B.: „An der Stelle bleibt also zu hoffen, dass die Serienmacher wissen, was sie tun. Dass Star Trek: Discovery eine Prequel-Serie ist bietet so ja schon viele Stolpersteine. Die Geschichten und einen der beliebtesten Trek-Charaktere in der Form einzubauen, erfordert schon ein ziemliches Fingerspitzengefühl“).

      Danach lese ich die Kommentare und werde von einigen Schreibern köstlich unterhalten.

      So darf es auch gerne hier sein, inklusive lebhaftem Austausch direkt im nächsten Feld.

      Zumal ich nicht weiß, ob Kollege Sparkiller „www.Orvillia.de“ für eine brauchbare Domain hält.

    • Serienfan sagt:

      Vielen Dank an alle für den großen Zuspruch!!!

      In einem Meinungskasten sehe ich mich tatsächlich nicht. Schon allein stilistisch nicht, hierfür sind meine Texte doch zu „banal“. Das ist keine falsche Bescheidenheit, ich bevorzuge für mich diesen Stil, weil er eben auch meiner Art entspricht. Ich halte mich immer an den von Marcel Reich-Ranicki oft wiederholten Grundsatz: „Die Deutlichkeit ist die Höflichkeit des Kritikers.“ (Das kommt dann oft aggressiver rüber als beabsichtigt, aber irgendeinen Tod muss man sterben.)

      Klapos verschnörkelte Texte sind aber in ihrer Mischung aus Analyse, Witz und Satire, ausnahmslos meisterhaft und ideenreich formuliert, im Grunde eigene „Kunstwerke“, letztlich also schon wieder eigenständige Primärtexte. Daneben würde ich mir sehr viel „kleiner“ vorkommen als im Kommentarbereich (der ja wahrlich auf Zukunftia so schlecht nicht ist).

      Auch ist es ein von mir gerne genutzter Luxus, erst einmal andere Meinungen zu reflektieren, um mir eine eigene zu bilden. Da haben es Klapo oder Sparkiller deutlich schwerer, wenn sie mit ihren Texten vorpreschen und dabei eben noch nicht auf etliche andere Gedanken Bezug nehmen können.

      Schön ist auch der Luxus fehlender Pflichten. Klapo hat ja allein schon deshalb einen Orden verdient, dass er sich als letzter Mohikaner die jüngste „Doctor Who“-Staffel unermüdlich vorknöpfte.

      Mich hingegen hat die jüngste Disco-Folge dann doch geschafft, weshalb ich die halb fertige Parodie dann doch verworfen habe. Tja, ich bin halt auch nur ein Mensch. (Was auch wieder gut ist, denn ein Vulkanier hätte diese Folge nicht überlebt.) Eine Burnham, die Pike ihren Urlaubsantrag verschwörerisch zuflüstert, eine vulkanische Hausfrau, die es schafft, die vulkanische Einreise, den telepathischen Spürhund Sarek und Section 31 zu überlisten, um Spock in einer Krypta zu verstecken, Pike und Taylor, die ein Gespräch auf dem Niveau eines Schwulenpornos führen (bevor es zur Sache geht), Spock, der einst als lernbehindertes Kind Sonderpflege von Mutter und Schwester brauchte, Burnham, die als einzige weiß, wer Georgiou wirklich ist (warum auch immer) und dies niemanden sagt (warum auch immer) und die Spock aber DENNOCH zu Section 31 bringt (weil ausgerechnet Menschen-Fan Sarek das will !!!), um Spock dann kurz darauf von dort wieder wegzubringen (mit einem albernen, gefakten B-Movie-Kampf, Nackengriffe sind natürlich out), ein vulkanischer Planet, auf dem alle Ärzte Spock so sehr hassen, dass sie ihm nicht helfen würden …

      Für einen Kommentar geht das. Aber in einem Meinungskasten würde ich hier nur Wolfgang M. Schmitt zitieren können: https://youtu.be/pq1YOQTuNzo

  13. BergH60 sagt:

    tach auch !

    Auch ich plädiere für Serienfans mickrigen Meinungskasten !

    Wirklich sehr schön in Worte gefasst , was mich bei Teil II (und auch etwas weniger bei Teil I) so endgeil unterhalten hat. Solch einen Spannungsbogen bekommt doch ausser Seth kaum noch einer hin.

    Gruss BergH

  14. JP1957 sagt:

    Jetzt haben wir es fast geschafft, so lange zu kommentieren, bis die nächste Folge zu sehen ist.

    Noch einmal schlafen …

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