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Chroniken eines Videospielers: Metroid Prime 3, 2, 1: Alles MEINS!

Endlich ist es soweit: Im Weltraum ist Jahrmarkt und alle feiern mit (frei nach James T. Kirk)! Man verzeihe mir diesen Beitrag nach den politisch brisanten Themen der letzten Wochen, aber im Moment interessiert mich nur die (Informations)Flut in eigener Sache. Und die betrifft nun mal Metroid Prime 3.

Stellt euch mal vor, ihr hättet ein kleines Raumschiff im Kuhfladen-Design und dazu einen knackfesten Raumanzug mit Schulterpolstern von der Größe eines Kleinwagens zur Verfügung. Außerdem einen wochenlangen Sonntag-Nachmittag für die Erkundung eines kompletten Planeten (diesen als Cabrio, aber auch teilweise überdacht). Dieser ist unbewohnt, was aber eher ein neumodischer Trend in seiner an Geschichte nicht armen Geschichte ist. Zuvor wurde er von einer Rasse beplattenbaut, die so entwickelt war, dass sie sogar Laserfallen und undefinierbare Energiequaddel in Tempeln betrieb und zwischen einem Taufbecken und einer Kraftwerkskühlung nicht wirklich einen Unterschied sah. Nun sind all die religiösen Plätze, kultischen Höhlen, angebeteten Opferstätten und das heilige Wasserwerk jedoch verwaist, da irgendeine Katastrophe da mal gerade die außerirdische Variante des tausendjährigen Reiches verhagelt hat.

Bei Metroid Prime 1 war es ein Meteorit, der die Pestizid-Höchstwerte deutlich überstieg. Bei Metroid Prime 2 war es ein Krieg zwischen 2 Dimensionen (eine hell und eine dunkel), die um den selben Planeten rangelten und auch dem Orientierungsvermögen des Spielers eine Hornhaut auf die Großhirnrinde zauberten.

metroid_1.jpg

„Scheiß Sonne da hinten! Ich bau mir lieber eine Neue… (*Surrrr*)“ – Ein Paar Tikel: Im Jahre 2003 erlebte die 2-D-Kultserie „Metroid“ ihre 3-D-Premiere. Vollkommen isoliert durfte man alten Gemäuern beim Bröseln zusehen. Die einzigen Ansprechpartner: Riesige Endgegner, die in den urlalten Katakomben auf den Namen „Scheeeeeißeeee!!“ hörten…

Beide Teile sind auf dem Gamecube erschienen und befriedigten mein Entdeckerherz so sehr, dass ich seit dem nicht mehr nach Geheimfächern in meinem Küchenkühlschrank suche. – Stundenlang wanderte ich bei sphärischen Klängen durch die galaktische DDR-Variante von „verfallende Infrastruktur“. Wurzelwerk hatte sich trotzig durch die Bodenplatten eines gesegneten Basketballplatzes gefressen und manche Mauern hatten inzwischen so große Risse, dass man sich hineinstellen konnte, um die eigene Nase als Bilderhaken zu verwenden. Der herbeigewehte Sand füllte die Vorhöfe und polierte das eigene Entdeckerherz, bis sich nur noch grenzenlose Einsamkeit in ihm spiegelte. Windschiefe Metalltürme und undefinierbare Antennen ragen von unerklimmbaren Berggipfeln in den orangefarbenen Himmel und entsenden einen allerletzten Gruß an die vergangene Betriebssicherheit. Große Statuen verwittern sich die Vorhaut fleckig und allerlei Getier hockt nun in Felsnischen, die früher einmal eine öffentliche Toilette gewesen sein mochten.

Wem das noch nicht genug Atmosphäre ist, kann über den Helm (dessen Visier die ganze Zeit zu sehen ist) noch allerlei Scans an allerlei Objekten durchführen. Generell kann fast jede mistige Pflanze untersucht werden, wobei die pseudowissenschaftlichen Erklärungen (leider nur als Text) gar nicht mal so schlecht klingen:

„Biep. Streifengras. Gedeiht in subtropischen Feuchtleveln. Entzieht der Luft Methan, um daraus einen gasförmigen Fruchtkörper zu bilden, der designtechnisch einfach nur exotisch aussieht.“

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„Als ich hörte, dass es hier um Dimensionsverschiebungen geht, dachte ich, es ginge nur um komische Proportionen im Schulterbereich. – Wie immer.“ – Auch wenn man es nicht wirklich sehen kann: Auf diesem Bild wird Strom gespart. Die finstere Parallelwelt in Metroid Prime 2 (2004) machte das Spiel etwas schwerer. Und selbst die Endgegner legten noch mal 5 Bruttoregistertonnen zu.

Auch wenn das Ganze auf dem ersten Blick wie ein Egoshooter ausschaut, der selbst für den Begriff „stinknormal“ noch zu neutral riecht, ist der Entdeckungsfaktor das wichtigste Element: Wandern, bis selbst die Schwerkraft an den Füßen versagt, das ist hier das Motto. Ohne die Karte (die zum Glück sehr detailliert und in 3D ist) würde man allerdings ziellos zwischen Streifengras und Kartoffelwurz hin- und herumirren, bis zufällig der nächste Meteorit einschlägt. Man muss sich schon darauf einlassen, sich als kartografierenden Nachlassverwalter zu verstehen und jeden Winkel ausgiebig zu beäugen, um nicht doch einen prähistorischen Fahrstuhlknopf zu verpassen. Doch das macht jedoch unglaublich viel Spaß, denn das Design macht nicht den Eindruck, als würde die Spielewelt hinter den begehbaren Wegen enden. Manchmal entdeckt man ein kleines Detail nur deswegen, weil man sich auf Zehenspitzen auf einen Schutthaufen gestellt und durch ein Loch in der Decke gelinst hat. Ein sportliches Aufwärmtraining für den Sehmuskel, das mit den unterschiedlichen Sichtblenden noch verfeinert wird.

Besonders gut gefiel mir die liebevolle Umsetzung des Wärmesuchers in Metroid Prime 1. Je röter, desto brutzel. Jedes winzige Insekt, jede Warmwasserleitung und sogar die Sonne am Himmel wurden farblich zuverlässig als „Oooh, süß!“, „Hey, sie haben dran gedacht!“ oder schlicht als „Aaaarrrrghhh!“ angezeigt. Von dem hübsch umgesetzten Röntgenblick ganz zu schweigen. Bei der Grafik könnte man fehlendes Pump-Mapping ebenso ankreiden wie das vermisste quadro-lineare Multiphasenglänzen. Aber die Optik ist detailliert, sofern man seine Stirn nicht auf eine Felstextur zu schlagen versucht, weil einem der Endboss wieder mal zu schwer ist.

Nun ist es also so weit: Metroid Prime 3 steht in den Einschusslöchern und schickt sich an, größer, schöner und vor allem schneller als die Vorgänger zu werden. Zum Glück scheint er weniger verwirrend als Metroid Prime 2 zu werden, wo man sich nicht nur die Laufwege in einer riesigen Welt merken musste, sondern im Kopf noch die dunkle Paralleldimension drüber schieben musste. Das ist ein bisschen wie Autobahnfahren ohne Ausfahrtschilder, nur halt, dass man zusätzlich noch das Ferngasnetz unter dem Asphalt kennen müsste. Auch sollen bei Prime 3 manche Backtracking-Passagen sinnvoller gestaltet worden sein. Also vorbei die Zeiten, in denen man 37 Kilometer zurück laufen musste, um dann ein Item zu erhalten, dass man vor einer halben Stunde schon benötigt hätte?

Leider sehen die derzeitigen Videos nach ein bisschen zu viel Action aus. Bereits bei Metroid Prime 2 mussten manche Gegner in der dunklen Welt so oft bestrahlt werden mussten, dass man sich als nächste Waffenerweiterung eine Hiroshimabombe wünschte. Und sei es auch nur eine kleine für die ethnische Hackfressensäuberung zwischendurch! Wer will denn schon versunkene Kulturen erforschen und sich einsam fühlen, wenn alle paar Meter ein besoffener Raumpirat mit der Totenkopfflagge wedelt?

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„Oh. Verzeihung, der Herr! Ich habe mich hier wohl in der Todesart geirrt…“ – Alter Metroid-Kalauer für Fans: Wie nennt man einen plötzlichen, wie aus dem Nichts auftauchenden Kloß im Hals? – Morph-Ball, ha-ha! Die Endgegner von Metroid Prime 3 sind von Design und Angriffstaktiken her hoffentlich auch weiterhin auf dem berühmten Niveau der Vorgänger. – Aber wer geht HIER schon freiwillig vor?

Also dann, nichts für ungut, ich störe Euch dann auch nicht mehr mit dem Fanboy-Gehechel. Das nächste mal gibt es wieder etwas Politisches an dieser Stelle. Wie ich hörte, hat sich Oskar Lafontaines Energieleiste ganz plötzlich wieder regeneriert?

Sehr schöne Videozusammenfassung bei Gametrailers.com

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Artikel

von Klapowski am 25.08.07 in PC- und Videospiele

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Kommentare (7)

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  1. P.N. 03 sagt:

    was mich bei Metroid Prime fasziniert hat (ich selbst besitze leider nur den 1. Teil), waren die kleinen, witzigen Ideen, die für diese Staun-Erlebnisse sorgen.

    Beispiel:
    Das lustige Spiel „wo ist der Visor“, wo bei kritischen Treffern sekundenlanges Flimmern das Sehen erschwert.

    Beeindruckend fand ich vor allem die konsequente Verzicht auf Sprachausgabe.
    Bei Spielen allgemein sehr selten vorzufinden, dafür aber schön realitätsnah.

    Frage:
    Ist eigentlich der Soundtrack im 2. Teil genauso gut wie im 1.?
    Auch eines der Finessen, die mich bei diesem Spiel schon immer fasziniert haben.

    Ich muss ja gestehen, dass ich die Mucke bei Shootern irgendwann extrem eintönig fand. Schwankt ja meist irgendwo zwischen uninspiriertem Techno-Gestampfe oder Heavy Metal-Gehämmere…

  2. Klapowski sagt:

    Der Soundtrack des zweiten Teils ist mit dem ersten fast gleichwertig, Auch wenn der mystische Funke vielleicht nicht so ganz überspringen will. Da fehlte noch ein bisschen das Rumbrummeln galaktischer Mönchschore.

    Ansonsten lohnt sich der zweite Teil von „Rent a Ruine“ natürlich auch für Fans des Vorgängers. Auch wenn mir die Dunkle Welt ein bisschen ZU dunkel war. Aber daher wahrscheinlich auch der Name… Während ich beim ersten Teil beim zweiten Durchspielen nur selten die Karte brauchte, habe ich beim 2. Teil bis heute nicht ganz durchgeblickt. Wie oft ich schon mit dem Fahrstuhl zum Himmelstempel hochgedüst bin (so eine Art Berliner Fernsehturm für Zeugen Jehovas), um dann den falschen Weg nach unten zu nehmen, will ich gar nicht zählen müssen.

    Muss ich?

  3. P.N. 03 sagt:

    Wobei ich mir bei der „dunklen Welt“ keine Sorgen mache, denn:

    Dünkler als im (in allen Belangen) unterirdischen Doom 3 kanns gar nimmer werden…

  4. Saix sagt:

    Vorsicht bei Aussagen wie 1. 2. und 3. Teil Metroid Prime 1 ist so viel mir bekannt ist der 4. Metroid Teil. Um missverständisse aus dem wegzugehen, solltest du den vollen Titel ausschreiben!!

    1. Metroid (GB)
    2. Metroid II (GBC)
    3. Super Metroid (SNES)
    4. Metroid Prime 1 (GC)
    5. Metroid Fusion (GBA)
    6. Metroid Prime 2 (GC)
    7. Metroid Prime Hunters (NDS)
    8. Metroid Prime 3 (Wii)

    Ich glaube das war die Reihenfolge, und hab keinen Teil vergessen. Ich glaub es gab auch einen Teil aufem NES, bin ich mir jetzt aber nicht sicher!! (Dehn hab ich dann nicht xD)

  5. Nebu sagt:

    Ergänzung zu Siax

    die Geschichtliche Reihenfolge:

    Metroid (NES) / Metroid Zero Mission (GBA)
    Metroid Prime (GC)
    Metroid Prime: Hunters (NDS)
    Metroid Prime 2 (GC)
    Metroid Prime 3 (Wii)
    Metroid II (GB)
    Super Metroid (SNES)
    Metroid Fusion (GBA)

  6. Brainsucker sagt:

    Sry bin hier so über diese seite gestolpert und muss leicht grinsen :D denn,

    1. Metroid (NES 1986), remake Metroid Zero Mission (GBA 2004)
    2. Metroid II Return of Samus (GB 1991)
    3. Super Metroid (SNES 1994)
    4. Metroid Prime (GC 2002),
    Metroid Fusion (GBA 2002)
    5. Metroid Prime2:Echos (GC 2004)
    6. Metroid Prime :Hunters (NDS 2006)
    7. Metroid Prime :Pinball (NDS 2007)
    8. Metroid Prime3:Corruption (WII 2007)

    Sry leute nicht böse sein das ich so ein besserwisser bin aber ich wollte auch mal was dazu sagen :D hehe

    greetz Brainsucker

  7. Sowohl PS3 als auch X-Box verfügen über HD. Somit kann die wii da nicht viel in die Schranken weisen. Die Move von PS3 ist der Wii unbestreitbar überlegenim Bezug auf die Genauigkeit. Habe die Wii und PS3, verwende jedoch ausschließlich die PS3.Wenn <a href="die Konsolel seine erworbene Spitzenposition erhalten will muss der Kontroler wesentlichausgefeilter werden, auch die „Baby Grafic“ muss genauer werden. X-Box Kinect besitze ich nicht, will ich auch keineswegs weil so völlig ohne Kontroller wird es langweilig abgesehen von Tanz- Spielen. Zur Not kann man ja auch mal wieder das Haus verlassen um mit den Kindern Tischtennisspielen oder Fahrrad fahren:)

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