Film- und Serienkritiken

Der Latinum-Standard des Star Trek Universums

  Film-Reviews     Serien-Reviews     Star Trek     Doctor Who     Star Wars     DC     Marvel

„Star Trek – Picard“ – 3.02 – „Disengage“

„Star Trek – Picard“ – 3.02 – „Disengage“

Endlich ist das gute alte TNG-Gefühl wieder da! Wer erinnert sich nicht an die stundenlangen Diskussionen (TNG, 2.03, „Die Diskussion der Stunde“) über feindliche Riesenraumschiffe? Oder an Gegenspieler, die nicht sagen, was sie WOLLEN – und ihre Beute sogar entkommen lassen, weil sie so viel Zeit haben? (TNG, 5.12, „Hasenjagd für schlaue Köpfe“) Seht ihr… Ich auch nicht! Trotzdem müssen wir diese Staffel weiterhin mit alten Episoden vergleichen. Die Anatomie unseres Gehirns („Riker! Den kenne ich doch von früher! Als RIKER!“) und die Jubelstürme im Internet lassen nichts anderes zu.


Inhalt: Noch immer werden Riker, Jack und Picard von dem riesigen Raumschiff bedroht. Das ändert sich erst dann, als sich dieses… äh… keine Mühe gibt, seine Beute zu behalten?
Verwirrt von so viel Spannung redet man auf der TITAN darüber, was die fremde Frau wohl eigentlich wollte. War das schon aggressives Plotpoint-Betteln?

Derweil sucht Raffi in ihren Stammkneipen und Stamm-Shisha-Bars nach schuldigen Personen. Die springen dann auch prompt aus der Kiste, weil sie die ERSTE ist, die nach ihnen sucht. Die Sternenflotte selber ist nämlich heute kollektiv im Home Office.

Der Serie ist es wichtig, empathische und weiterentwickelte Menschen zu zeigen! Dieser Herr hat sich zum Beispiel vorgenommen, Flöte spielen zu lernen. Hierfür übt er bereits seit Jahren, auch beim Denken durch den Mund auszuatmen.


Weiterentwickelt? Höchstens die Farbe auf meiner weißen Unterhose.

Das generelle Gefühl ist erneut so sternenflottig wie ein Chemieunfall. Alle Figuren zeigen keinerlei „Weiterentwickelte Menschheit“ im Sinne von „Raus aus dem Amöbenstadium“.

Sie summen keinerlei Shakespeare-Songs oder Beethoven-Theaterstücke und erwähnen Regeln nur im Kontext von „Schon irgendwie doof, dass es so was GIBT, oder?“…

Besonders spürbar ist das am Anfang, als Jack Crusher über Bürokratie motzt und danach (wenn auch aus altrussisch… altruistischen Gründen?) mit Waffen und verbotenen Substanzen hantiert. Hier heiligt der Zweck nicht ab und zu das Mittel, sondern jedes Mittel IST hier heilig.

Was auch sonst, wenn es doch der Heilige Sankt Autor höchstpersönlich reingeschrieben hat?!

Somit ist die Fallhöhe bei jeder Regelüberschreitung gar nicht mehr spürbar. Unter Hooligans ist es eben schnuppe, wer zuerst dezent mit Bierschaum rumgespritzt hat. Oder den Lieblingskomponisten der Nutt… der Dame gegenüber beleidigen wollte.

Ab und zu ließ ich meine Gedanken kurz abschweifen und dachte kurz, dass wir hier einen Trailer zum lang erwarteten Green Room 2 sehen.

„Ich weiß, dass wir ganz schön in der Klemme sitzen, Leute. Aber mich tröstet, dass diese Serie endlich wieder wie die alten Trek-Folgen aussieht!“ – Zwangsräumung in der Schusslinie: Die Gegenspielerin hält unsere Helden hier ewig hin. Kurtzman-Fans nennen es „Spannungsaufbau“, ich hingegen „eine unzulässige Verkürzung des klassischen 5-Minuten-Vorspanns“.

Freude, schöner Technikfunken

Das Kamera-Geschunkel in ruhigen Gesprächsmomenten soll natürlich suggerieren, wie zerrissen und gefährdet alle Figuren sind: „Oh mein Gott! Ein fremdes großes Raumschiff liegt direkt vor uns! Wird es gar schießen?! Werden wir gar sterben tun? Rotz dreimal auf den Boden für ‚Ja‘, lieber Riker!“

Ja, ein großes, fieses, übermächtiges Raumschiff… Oder, wie wir es seit 2009 im Trek-Franchise nennen: „Normaler Arbeitstag“

Besonders ärgerlich sind hier erneut die Effekte, gegen die sogar die ewig gleichen 1990er-TNG-Action-Sequenzen (z.B. einer ausweichenden Enterprise) hochrealistisch wirken. Alle Lichter kleben förmlich als große Flatschen auf den Schiffen, was zugegebermaßen praktisch ist, um die Texturen der Marke „Altes Radiergummi“ und „Graues Melanom“ eeetwas abzudecken.

Ob nun Torpedos einschlagen, die halbe Hülle wegfliegt oder Beverlys Gefriertruhe einmal kräftig mit der Frontklappe ausholt, das ist eigentlich wurscht. Gefühle entwickeln hier nur jene Zuschauer, die zwischen ihre Hochzeitsfotos auch „Black Panther“-Screenshots mischen.
Wegen der angeblich ähnlichen Emotionalität.

ChatGPT in seiner schönsten Rolle

Besonders peinlich auch die Szene, in der Raffi mit dem Chat(?)programm des Geheimdienstes diskutiert. Schauspielerisch wirkte das doch sehr… befremdlich, wie sie da mit rudernden Armen und ausgestreckten Zeigefingern (ja, auch an den Füßen) die Textbox zuquasselt.

„Ein Sonderzeichen?! Ich gebe euch gleich euer Sonderzeichen! Das lasse ich euch nicht durchgehen, DAS nicht! Und der Ferengi ‚Grumpf‘ ist nicht der Drahtzieher, der nicht!! Ich weiß es, weil ich auf – seit – Minuten – vor – Wut – auf – diese – Eisenstange – einschlage – und – sie – mir – nicht – Unrecht – gibt!“ – Was würden wir nur ohne Raffi machen? Na, das selbe wie immer. Nur halt mit FREUDE…?

Moderne Erzählweise. Für 90-jährige Demenzkranke.

Wie immer darf man keine zwei Sekunden über irgendwas nachdenken: Das böse Schiff versucht ERST dann Jack herauszubeamen, nachdem Picard die Transportersperre aktiviert hat (= drei Getränkehalter an drei Zeltstangen kloppen, fertig). Und trotz der wertvollen Fracht werden weder Forderungen gestellt (z.B. „Ausliefern, dann überleben!“) noch auf das Runterbeamen von wild rumballernden Schergen verzichtet.

Eben Dramaturgie für Leute, die bei den „Transformers“-Filmen denken: „Egal, dass die Stadt kaputt ist. Der Bürgermeister war schließlich korrupt – steht irgendwo auf Facebook.“

Das ganze Hin und Her mit Traktorstrahl, Zusatzenergie, Bonuslevel und Charaktereditor sorgt am Ende nur dafür, dass das Schiff FAST geentert wird. Und die TITAN dann doch wieder einspringt, weil Seven ihrem Captain einredet, dass er so „ein Held sein“ kann.
Eben Drama von Autoren, die ihren Vertrag nicht richtig gelesen haben… („Was? 12 Episoden soll ich schreiben? Das muss ein Kommafehler sein. Ich dachte, ihr wollt 1,2 Episoden?“

Gute Dialogzeiten, schlechte Dialogzeiten

Zugegeben, die coole Gegenspielerin mit dem Hang zu dicken Zigaretten, Kneipenlicht und selbstverliebten Ansprachen triggerte eine gewisse Lust auf 80er-Jahre-Bösewichte! Ihr Schauspiel ist wirklich mal was anderes. Undurchschaubar und klar psychopathisch zugleich! Eine Art Shinzon für Leute, die gerne Rauch, nasse Bierdeckel und fettige Haare riechen.

„Was heißt hier ‚In der Zukunft raucht keiner‘? Zukunft beginnt täglich erst ab dem 18-Uhr-Schnaps!“ – Böse Onkelz, deren Tante: Ich bin nicht sicher, ob dieses Verhalten zu klischeehaft ist. Zumal man sich immer mehr fragt, warum Minenarbeiter (= Nero) oder diese Dame eigentlich immer die dicksten Schiffe haben. („Unsere Architekten haben einfach 5000 Torpedos mehr eingebaut. Patentamt weiß schon Bescheid.“)

Nach dem durchwachsenen Beginn kam die Dame so überraschend für mich, dass ich gebannt & reglos vor der Glotze saß. Was für normale „Picard“-Fans völlig normal ist (*auf Kieselstein zeig*), zeigte für mich, dass ein blinder Showrunner auch mal einen Korn trinkt.
Der ja bekanntlich mutig macht?

Schade nur, dass man gleich danach alles im Klo-Orkus für kindische Schmunzeldialoge runterspülte… Vom „Weltraum ohne Ecken“ ist da die Rede. Oder von physikalischen Sachen, die Frau LaForge mal von ihrem Vater gehört hat („Physik macht andere Physik zu Physik. So rein physikalisch gesehen.“)…

Von den generellen 4-Wort-Sätzen für zwangsbecoolte Boomer ganz zu schweigen:

„Sieht angepisst aus.“
„Jungs, watt geht ab?“
„Holla, die Waldfee.“

Okay, ich habe die deutsche Fassung nicht gesehen, aber ich würde fast Geld auf zumindest DIESE drei Sätze wetten. Wobei ich „Waldfee“ auch gegen „Ich küsse deine Augen“ oder „Das war echt sheesh!“ austauschen würde. Aus welchem Jahrzehnt der Schulhofplausch stammt, ist mir für meine grundsätzliche Beschwerde erst mal egal.

Mor(t)al Comrade

Ganz ernsthaft: Ich bin mir sicher, dass hinter der Story MEHR steckt, als man uns zeigt. Vermutlich irgendwas mit Genetik, Massenvernichtungswaffen, Familienzusammenführung oder Selbstjustiz in Zeiten der Dystopie.

Um die Crew einzuschüchtern, klatscht man ihr ein Schiff vor den Bug. Aber keine Sorge, es bestand keinerlei Gefahr! Erst kürzlich ist die TITAN bei einem Überholmanöver versehentlich durch DS9 gerast. Oder wie die Autoren dieses Armageddon nannten: „Fanservice“…

Es könnte hier gehen um Diktaturen, wiedererweckte Tote, Vermächtnisse, Ladenschlussgesetze oder um Sevens Schummeln im Aufnahmetest („Nein, ich habe als blutrünstiger Space Ranger deutlich UNTER 50 Personen getötet, hihi!“).

Ja, man wartet quasi nur darauf, dass die oberflächliche Fasel-Runde um „500 Leben riskieren für 2 alte Leute“ endlich mal eingestellt wird – und man was Neues einläutet. Mit dem Kopp des Showrunners gegen ein laut schlagende (und aufweckende) Kirchenglocke!

Doch wenn die Autoren einfach nicht das Maul aufmachen, sehe ich halt nur lustig tanzende Gaumenzäpfchen für alte Trekkies mit Retro-Knacks. Und nicht die congeniale Diskussionsrunde um IRGENDEIN Thema, das da noch kommen könnte.
Jack sagt halt einfach nicht, wer er ist – Punkt. Somit verpufft die Dramaturgie auch für diese Folge irgendwo zwischen „Hätte, könnte, sollte“ und legt ein paar Extrameilen auf dem goldgepflasterten Parkour der Staffelstreckung zurück.

Solange alle nur gegenseitig ihre Schniedel im Schaft umrühren („Mensch, was sind wir alle tolle Leute!“), kann ich hier nix besprechen – oder gescheit bewerten.

„MEIN Kommando wegen Inkompetenz und toxischem Geruch auf der Toilette übernehmen? Neee, da wäre ich ja schön d… do… Äh… – Wie heißt das richtige Wort noch mal?“ – Regeln sind für Warm-Schallduscher: Die Kommandokette hat weiterhin ein paar unschöne Schwachstellen. Da müssen die Karnevalspräsidenten noch mal an die Satzung ran!

In der Höhle der Dööfen

Raffis Vorbellungsgespräch in der Räuberhöhle von Ferengi Hotzenplotz wirkte wie eine Zusammenfassung der schlimmsten Kurtzman-Sünden.

Moses hätte seine zehn Gebote anhand dessen zurechtmeißeln können:

– Grundlos taffe (Frauen-)Figuren, die auch mit Heroin-Spritze im Auge noch alles im Griff haben.
– Sinnfrei doofe Leibwächter, die ihren Chef drei Meter entfernt „bewachen“ (im Gebet?).
– Rumkullernde Leichenköpfe als Höhepunkt und Story-Twist („Die Person, die du hier anführst… liegt in meiner Obstschale, muhahahaa!“)
– Düstere Sets, die mit ihrer Dunkelheit kaschieren, dass es nur für zwei Design-Ideen im Vordergrund gereicht hat. Hier zum Beispiel: Blubber-Aquarium am Stiel.
– Uninteressante Figuren, die eh nach 2 Minuten verschwinden, sterben oder in minutenlangen Monologen ihre geheimen Infos ausspucken – oder alles gleichzeitig.
– Durchwachsenes Schauspiel aus der Affektiertheits-Schule böser Mädchen. Featuring DJ Michael Burnham.

Kurzum, Raffi schafft es im Alleingang, eine solide 2-Sterne-Folge intellektuell auf Twitter-Niveau runterzuprügeln… Und von ihrem rührseligen Dialog mit einem alten Weggefährten wollen wir gar nicht erst anfangen.

(„Du hast Drogen, Verschwörungen und Hustensaft-Infusionen immer mehr als deine Familie geliebt.“ – „Das stimmt nicht! Als Beweis gucke ich betroffen zu Boden, bis du weggegangen bist!“)

„Ich nehme keine Drogen mehr! Das Töten von Zeugen und das Streicheln meiner weißen Perserkatze sind mir viel wichtiger als das!“ – Drogenbaron*in: Raffi sorgt mit dunklem Lidschatten weiterhin dafür, dass Menschen ihr skeptisch gegenüberstehen. Hier z.B. bei einem schmutzigen Rollenspiel mit ihrem Lebensabschnitts-Zuhälter.

Alte weiße Schwämme

Über den Captain der TITAN muss ich nicht mehr reden, oder? Tut er ja selber schon genug…

Wobei es schon fast eine Kunst ist, seine berechtigten(!) Zweifel und Befehle so zu spielen, dass man den grauäugigen Toxic-Glotzer überhaupt nicht leiden mag.

Ein bisschen freundlicher hätte man den echt präsentieren können, OHNE dass Riker, Seven und Admiral Demento irgendein Zacken aus dem Heiligenschleim gefallen wäre?

„Luke Crushwalker, ich – bin – dein – Vater!“

Tatsächlich hatte ich letzte Woche recht: Der dynamische Haudrauf, der das Gegenteil vom früher bekannten Picard darstellt, ist sein SOHN.

Hier beginnt dann für mich auch eine Linie, wo der hochgelobte Showrunner in Fanfiction-Geschwurbel abgiftet. Dass Jean-Luc ausgerechnet seine alte (Halb-)Flamme gegossen hat, woraufhin diese untrekkige Frucht seinen Lenden entsprang (ich lasse auch Klon-Bottiche gelten), ist natürlich wieder typisch… Kurtzman.

Jener Kurtzman, der nur Geschichten zulässt, die irgendwie über Bekannt- oder Verwandtschaft funktionieren. („Als Spock seinen Apfelbaum über die Grenze nach Cardassia wachsen ließ, bekam Michael noch eine cardassianische Schwester zugesprochen!“)

„Ich habe mir immer einen Sohn wie dich gewünscht!“ – „Wirklich jetzt?“ – „Ach, Sorry, Jack. Habe meine Brille nicht auf. Ich dachte, ich stehe vor der Zelle von Gul Dukat.“ – Familienzusammenf… rührung: Diese Momente sorgen dafür, dass wir einen Kloß im Hals haben. Es könnte aber auch ein Trill-Symbiont namens „Gesunde Skepsis“ sein.

Und nur, weil ein Schmuggler nun im selben DNA-Clubhaus abhängt, muss Jean-Luc diese Figur total supi finden?! Und sein eigenes Vergangenheits-Ich als miesen Spießer wahrnehmen, der völlig unberechtigt Frieden verhandelt, schwierige Situationen gelöst und moralische Dilemma aufgedröselt hat?

Dass Picard am Ende dieser Episode das Schiff ins potenzielle Verderben steuert („Es kütt, wie’s kütt. Is halt mein Sohn. Is noch imma juut gejange!“) und damit 500 Leute gefährdet, scheint keinen zu interessieren?

Denn: 15 Minuten vorher war die Auslieferung bereits beschlossene Sache. Doch wenn man die gleiche DNA besitzt, ist die alte Moralkeule Picard plötzlich nur noch „Keule“?

Nicht, dass Shinzon nachträglich aus dem Grab springt und sich beschwert, dass Picard damals NICHT mit ihm in den Sonnenuntergang geritten ist?

Beverlys Blick auf die Unterseite der Lidstrich-Pergament-Tapete verrät Picard, dass Jack sein Sohn ist. – Nicht ungewöhnlich für den umtriebigen Rentner! Erst gestern hat das Discovery-Autoren-Team ihm ein Verhältnis mit Lwaxana Troi angedichtet. Heraus kam als Tochter eine Flottenliebhaberin mit ganz viel Herz.

Moral ist, wenn man nicht die eigene Mudder verhaut

Weiterhin sind die ganzen Abläufe dazu geeignet, alte TNG-Freunde abzuschrecken. Moralisch, militärisch und neurologisch.
Da muss man nicht mal auf das große Story-Ganze gucken (was eh noch im verhüllenden Nachtgespenst-Laken durch die Staffel geistert). Mittelgroße Details reichen bereits:

– Der fiese Sicherheitsmann ermuntert Jack hämisch, doch mit der Zunge die Stärke des Kraftfelds zu testen – und bekommt dafür eine Platzwunde (über den GANZEN Schädelknochen?)

– Worfs Einstand hat mich gar nicht abgeholt. Vermutlich aus Selbstschutz, weil der immer gleich Köpfe abschlägt? Hätte der Ferengi z.B. nicht am Leben bleiben können? Vielleicht sogar (ganz krasser Vorschlag!) in einem neuartigen SF-Konzept namens Ge’fäng’nis?

– Bereits Jacks Beginnszene zeigt auf, dass humanitäre Hilfe durch Bürokratie(!) geblockt wird. Klar, das kann man ja mal thematisieren, aber warum sind Kurtzman & Friends seit Jahren manisch davon besessen…? (Einmal jährlich 30 Prüf-Sekunden bis zu seiner nächsten Vertragsverlängerung zu lang?)

Weitere Beispiele könnte ihr euch gerne selber raus suchen: Einfach ein Metronom auf den Fernseher stellen. Und dann ALLE Dialogsätze aufschreiben, während das schwingende Pendel zu sehen ist.

„Ich interessiere mich für Dampflampen aus dem 18. Jahrhundert.“ – „Sind Sie antike Kunstsammlerin?“ – „Nein, Star Trek-Fan.“ – Sogar Dunkeldeutschland gefällt mir besser: Bei Szenen wie diesen (rechts sitzt einer!) werde ich das Gefühl nicht los, dass man mangelndes Setdesign kaschiert. Oder die Tatsache, dass nur die halbe Lieferung von Leonardo angekommen ist?


Gefühlsmäßig ist diese Folge zumindest eeetwas runder als die letzte. Geht man aber drei Schritte zurück, sind die Drehbücher (oder deren Bewertung) nur Stochern im Nebel. Wo man halt versucht, die weniger dystopischen Anteile nach oben zu rühren, damit sich Tante Trekhilde in ihrem Online-Review über belanglose Dinge freuen kann.

Was anscheinend auch funktioniert, wenn man an andere Web-Kritiken denkt. Von Argumenten wie „Riker hat so geguckt wie früher“ (= Gott sei Dank wurden ihm nicht die Augen ausgestochen?) bis hin zu „Stewart ist total aufgeblüht, sobald er stabil sitzen konnte“ war da ja wirklich alles dabei…?


Fazit:

Die versprochene Genialität der dritten Staffel staut sich leider weiterhin. Nix Kult-Autobahn und „Große weite SF-Welt“.
Nein, bisher steht man vor der (ersten) Straßensperre namens „Garagentor“.

Noch wirkt das alles nur akzentuiert „genial“ oder „durchdacht“. Beverly hängt weiterhin in ihrem Frostbeul-o-mator ab und wartet auf die rettende Sagrotan-Infektion, während ihr „Sohn“ einen auf Klischee-Space-Gangster macht. Und sich retten lässt.

Eigene Ideen, neue Infos oder sympathische Vorschläge („Opfert mich ruhig, Freunde. Ich bin doch nur EIN einzelner Mann. Selbst, wenn ich euch noch so sehr wie Harrison Ford vorkommen mag!“) sucht man leider vergebens.
Ohne diese Langatmigkeit vergeben zu können.

An Picards Verständnis für Sevens gefährliche Befehlsverweigerung (und andere Dinge) darf man gar nicht erst denken.

Dafür aber an die kurzen Momente mit der neuen, ungewöhnlichen Gegenspielerin.

Denn für solche Momente schlaf… schalte ich doch immer wieder gerne ein.

ACTION
HUMOR
TIEFSINN
ALLES IN ALLEM
SPARKIS MICKRIGER MEINUNGSKASTEN
Ein Drehbuch im Leerlauf
Es geht wie erwartet weiter. Hey, da reicht bestimmt ein kurzer Kasten mit ein paar schnellen Fragen…

Woher hat Beverly eigentlich das Sternenflotten-Raumschiff? Im gut erhaltenen Zustand von eBay Kleinanzeigen? Kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass man die einfach mal an Zivilisten verteilt. Wiki sagt zwar was von einer medizinischen Organisation, aber trotzdem übergibt man die Zündschlüssel nicht einfach an eine Rentnerin mit ihrem moralisch zweifelhaften Überraschungssohn für ebenso zweifelhafte Missionen inklusive Waffenlieferungen an Kriegsherren?

Verstehe auch weiterhin nicht den Maßstab. Picards Shuttle war schon nicht viel kleiner, trotzdem war es auf der Brücke der Eleos ganz schön geräumig inklusive Lagerräume und Korridore? Und die Shrike ist wiederum auch nicht viel größer? Wo passen DORT denn die vielen aufgezählten Waffen rein??

Sehr klischeehaft war auch Jacks Charakterisierung als Han Solo mit Mutterkomplex. Und der dazugehörige Nebenplot mit den Fenris-Rangern hätte schon seine eigene Folge werden können, dieser wird uns aber in nur knapp zwei Minuten (!) um die Ohren geballert („Gesperrter Raum! Quarantänezone! Zugangscode! Inspektion! Tödliches Fieber! Medizin! 27 Protokollverstöße! Romulanisches Ale! Bestechung! Kriegsherren! Fieber wurde künstlich erschaffen! Flüchtlinge!“). Alles unnötiges Aufblähmaterial wohlgemerkt, welches später bestimmt nicht mehr von Belang sein wird. Dafür hat Jack tolle Gadgets zum Ausbrechen in der Tasche („Haha! Gut, dass ihr Sicherheitsleute zu doof zum durchsuchen seid!“).

Übrigens, wie kann talarianisches Fieber IMMER „ein Leben pro Minute“ auslöschen? Egal, wie viele gerade daran erkrankt sind? Hööö??

Apropos krank. Von dem absolut unstylischen Kameragewackel kriege ich langsam Kopfschmerzen. In Phasergefechten kann ich es im dezenten Umfang ja noch nachvollziehen, aber bei lahmen Brückengesprächen wundere ich mich doch, warum man entweder in einem Erdbebengebiet filmt oder Kameraleute mit Parkinson im Endstadium anheuert.

Zur Story gibt es nicht viel zu sagen. Picard parkt die halbe Zeit vor der Wish-Version des Raumschiffes von Star Trek 9 und Raffis Dialoge habe ich seit dem Start von Picard auch schon zuhauf gehört. Jaaaa, sie ist das Trek-Gegenstück. Sie ist gebrochen und verletzlich. Sie agiert im düsteren Untergrund. Hab es verstanden. Von den Autoren mag wohl jemand „The Wire“, nur halt mit unrasierten Ferengis. Schön doof war auch wieder das Gespräch mit Raffis Ex, welcher zufällig in der Gegend war. Auf die zusammenhanglose Wahl „Deine Tochter oder das Verhindern von Terrorattacken“ muss man erst einmal kommen. Und sein enttäuschter Blick, dass Raffi NICHT die Tochter auswählt war wieder bestes Kurtz-Fernsehen („Okay, es liegt bei dir! Lecker Nachtisch oder doofe Krebsforschung?!“).

Picards Autorität funzt dagegen immer nur nach dem Willen der Autoren. Kurswechsel der Titan direkt zu Beginn? Schlichtes „Nein“ von Captain Muffelbär und fertig. Mitten im Konflikt mit der nachvollziehbaren Begrüdung, 500 Crew-Leben nicht für zwei Ruheständler zu riskieren? Kein Problem, ein lautes „Befehl des Admirals!“ reicht auf einmal, nachdem der Titan-Captain durch ein kurzes „Vernünftig sein ist voll doof!“ von Seven weich geklopft wurde.

Unfreiwillig lustig auch das Hin und Her um die Transporterblockierer („Nein!“ – „Doch!“ – „Oooh!“). Dass es plötzlich so schwierig war, noch einmal so ein kleines Shuttle zum Entern loszuschicken. Oder sich einen Meter NEBEN den Blockern reinzubeamen. Oder in den Frachtbereich darunter? Überhaupt gut, dass Jean-Luc die Teile gerade zur Hand hatte.

Die böse Space-Merkel gibt keinerlei Begründung für ihr Tun von sich, die Autoren waren wohl noch nicht so weit. Selbst der Angriff auf das Rekrutierungsbüro der Sternenflotte war anscheinend nicht von Belang, da von Romulaner-Terrorist Koppab geplant. War Vadic vielleicht die geheime Flamme von Jack Crusher? Picards erster Offizier auf der Stargazer? Die Rivalin von Tanz-Schülerin Beverly á la „Black Swan“? Klingt bescheuert, es MUSS also wahr sein!

Fazit: Der stoppelige Ferengie-Boss war ja ganz nett, aber auch nur als einfachen Fan-Service. Doch wer jetzt noch die große Kursänderung von Heilsbringer Telly Savalas… Terry Matalas erwartet, der sitzt auch zwölf Jahre lang am einarmigen Banditen in Las Vegas und hofft auf den großen Jackpot. In Sachen Story hat sich NIX geändert („Familie wiedersehen oder Menschen retten, Raffi?!“) und der Gegenspieler hat bis jetzt NULL Hintergrund („Hihihii! Höfliche Bedrohlichkeit ist mein Ding!“ *im stuhl dreh*). Alles tritt auf der Stelle und man kann diese Episode problemlos überspringen ohne etwas zu verpassen. Womit wir erzählerisch wieder auf dem Stand der vorherigen Staffeln wären.

Aber eigentlich haben WIR ja auch eine Wahl. Gehirn retten oder weitergucken. Aber Zukunftia macht es ja für EUCH!

GNHIHIII!!!

*laut lachend im bürostuhl dreh*

ACTION
HUMOR
TIEFSINN
ALLES IN ALLEM

Weitersagen!

Artikel

von Klapowski am 24.02.23 in Star Trek: Picard

Stichworte

Ähnliche Artikel


Kommentare (64)

nach unten springen
  1. Zuse sagt:

    Was war das denn ???

    Dauer-Darkroom at its Best oder so. Da haben die LCARS ja schon fast geblendet.

    Raffi-Krempel noch blöder als der Rest trotz Worf.

    Mit der Mucke konnten die mich letzte Woche noch fangen – diesmal nada.

    Aber spannend, dass der Sohn von JayEll ist – hatte echt niemand vermutet …

    Insgesamt fühlt es sich an wie die kanadische Prinzessin am Ende der aktuellen Southpark-Folge. Das wird bestimmt als Endergebnis für die gesamte Staffel gelten.

    M.E. sind die (ehemals sehr kritischen) Early-Access-Reviewer durch die Binge-Möglichkeit geflasht. Die konnten/wollten nichtmal 15 Min. nachdenken nach einer Folge, sondern konnten sich gleich weiter bekurtzmannen lassen.

    • Zuse sagt:

      Die Trulla auf der Nidhoggr (so hieß die so ähnlich aussehende Schiffsklasse in BSG Online) ist die Tochter von Christopher Plummer, der ja in ST VI brillierte, also ist Amanda Plummer auch eine Memberberry. Sie spielte Honeybunny in Pulp Fiction und hatte in nBSG eine kurze Nebenrolle – ansonsten keine Ahnung, wie Ihre Schauspielkarriere so lief, um hier zu landen (IMDb suche ich nur auch, wenn es mich „wirklich“ interessiert).

      Antworten
  2. Simon Wright sagt:

    Ich dachte in irgendeinem Trailer hätte sich die Bösewichtin schon als Tochter vom ST7-Bösewicht geoutet, was ja wie immer im neuen Trek logisch ist, da der nur böse wurde, weil seine ganze Familie ausgelöscht wurde. Habe ich vielleicht auch nur geträumt. Und fand sie eher nervig als cool. Diese durchgeknallte Bösartigkeit hätte ja auch eher in irgendeinen alten James-Bond-Film gepasst, aber so muss man zumindest keine tiefsinnigen oder gar doppeldeutigen Dialoge schreiben. Auf der Seite der Guten bleibt auch alles beim alten, jeder hat ein Trauma oder bekommt eins und niemand geht ansatzweise professionell mit jemanden um. Eine Stunde Zeit und die Führungsoffiziere setzen sich nicht mal kurz zusammen um zu beratschlagen? Und wenn sich der Käpt´n und Seven ständig anzicken, fragt man sich schon warum er gerade sie zum ersten Offizier gemacht hat. Zumindest laut der Pegasus-Verschwörungs-Folge macht man das so in der Sternenflotte. Aber Föderation und Sternenflotte sind ja eh dazu da niedergemacht und in Einzelteilen verschrottet zu werden. Da ist ja keine Spur mehr von der positiven Zukunftsversion, die ja erst ermöglichte mit anderen Augen auch auf aktuelle Probleme zu sehen. Und auch mal mit dieser Hochnäsigkeit zu scheitern. Aber die Damen und Herren Autoren sehen sich ja bei jeder bekloppten Idee – Drogenproblematik! Kirkspicards Sohn! Flucht in den Nebel! Bürokratie! Phaserpumpguns! Knorkigste Waffenarsenale! – nur glückselig an und holen sich einen runter.

  3. Raketenwurm sagt:

    Joa, wie schon in den anderen Staffeln von Picard hat man wohl auch diesmal wieder nur Story-Material für maximal 4 Folgen, muss aber eine ganze Staffel daraus bauen. So ist das strategisch platzierte Umschalten zum Raffi-Plot auch nur drin, um halbwegs zu kaschieren, wie wenig sonst in der Folge doch passiert.
    Ansonsten habe ich mich mehrfach gefragt, ob die Zielgruppe der Serie wirklich Altfans sind, also erwachsene Menschen, oder doch eher 10jährige. Wie da Riker zwei rübergebeamte Bösewichte wegbombt und dann siegessicher verkündet, dass dass Monsterschiff mit der (vermutlichen) Megacrew niemanden mehr nachschickt, das glauben auch nur Zuschauer, die noch an den Weihnachtsmann glauben.
    Und das „Achso, die können uns ja nur retten und rüberbeamen, wenn wir unsere Antibeamer ausschalten“ war auch ganz großes Kinderfernsehen. Ist das noch Riker&Picard, oder schon Ernie&Bert?
    Immerhin, als die Marlboro-Merkel am Ende wie ein kleines Mädchen kichernd auf ihrem Stuhl herumrutschte, kam bei mir ganz kurz Hoffung auf, dass die Serie ja vielleicht endlich mal losgeht, so handlungstechnisch, und überhaupt! Aber wie ich „Picard“ kenne (leider), wird Folge 3 wahrscheinlich komplett vom Verstecker-Spielen im Nebel handeln, während wir aller 10 Minuten mal kurz zu Raffi und Worfi rüberschalten, die sich durch miefige Bars koksen und metzeln, um Geordi La Forge aus einem Benziten-Puff zu retten. Weil…KENNSTE?KENNSTE? Jemand aus der alten Serie! Aber endlich in cool und edgy! Nicht so wie das lahme Star Trek, was Ihr früher geguckt habt…

  4. Mr Red Herring sagt:

    – Sevens „You could be the hero who saved heroes, or you can be remembered for being the captain who let two legends die“ war halt wirklich das Kurtzman-Äquivalent zu „Sag feig! / Traust dich ur nicht“ im Schulhof. Moderne Überzeugungsarbeit für 12Jährige. Und Liam „Bin gerade das, was das Drehbuch will“ Shaw wird natürlich sofort knieweich und hat urplötzlich überhaupt keine Probleme mehr, Befehle vom „retired Admiral“ entgegenzunehmen.

    – Würde das (ohnehin schon karikaturesk überzogen ‚evil looking‘ aussehende) feindliche Raumschiff nicht in jeder Einblendung ein dröhnendes „BWOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOMMMM“ von sich geben, würde der Zuschauer natürlich nicht raffen, dass diese Schiff den Bösen gehört.

    – Raffis Szenen sind wie sooft der absolute Tiefpunkt der Episode. Liegt zum einen an der schauspielerischen Leistung, vielmehr aber daran wie die Szenen geschrieben/geschnitten/beleuchtet sind.

    – Im 25. Jahrhundert sind alle anscheinend nur dann tot, wenn geköpft.

    – Wie zum Teufel ist Shaw eigentlich Captain geworden? Der Mann ist in jeder Einblendung ein offensichtlich emotionales Wrack.

    – Man kopiert weiterhin munter und ohne jede Scham von alten Filmen, diesmal die taktische Analyse des feindlichen Raumschiffs aus ST:10, den Sohn von dem man nie wusste und dem Versteckspiel im Nebel.

  5. Ein Riesenbovist sagt:

    2305
    Picard kommt am 13. Juli 2305 im irdischen La Barre, Frankreich, als Sohn von Maurice Picard und Yvette Picard, geborene Gessard, zur Welt.

    2324
    Beverly Crusher wird als Beverly C. Howard in Copernicus City auf Luna geboren.

    2379
    Shinzon kommt auf Besuch, ausgerechnet bei der letzten Reise der TNG-Crew.

    Beverly war zu diesem Zeitpunkt 55 Lenze jung, der Herr Picard schmale 74 Jährchen. Und weil Herr Picard ja auch mal Vaddr sein wollte, hat er Beverly nochmal das mit dem Kaffee und den Figuren erklärt, um dann in Picard Staffel 3 den ihm unbekannten Sohn vorgestellt zu bekommen.

    Zur Zeit von Nemisis hatte noch niemand Nachwuchs, noch wussten wir von einer geheimen Sex-Beziehung zwischen Doktor und Captain, also muss es irgendwann danach passiert sein.

    Ich muss aufhören die Reviews zu lesen, dass macht doch alles keinen Sinn.

    • G.G.Hoffmann sagt:

      Das mit Jack bekommt gewiss noch eine Wendung, denn der Junge sieht deutlich älter aus als 20.

      Erklärung: Picard hat Crusher in der ersten Staffel gepudert und sie bekam Jack als Pulaski an Bord war.

      Oder Jack wurde genauso schnell groß wie Worfs Sohn Alexander.

      Antworten
    • G.G.Hoffmann sagt:

      Hierzu passt übrigens, dass der Darsteller von Jack Crusher 1988 geboren wurde, also zum Ende der 1. TNG-Staffel. Aber das würde ja voraussetzen, dass die Autoren nachgedacht hätten.

      Antworten
    • Ein Riesenbovist sagt:

      Plus zu den genannten Punkten hat Beverly dann Ihre Schwangerschaft allen verheimlicht, anschliessend das Kind versteckt bzw. direkt nach der Geburt in ein Internat geschickt und es dort aufwachsen lassen. Die folgenden drei Jahrzehnte wurde das Kind offenbar erfolgreich abgeschirmt.

      Darf man Einträgen im Internet trauen, spielt Picard Staffel 1 im Jahr 2399, Staffel 3 im Jahr 2401.

      2364 ist die Enterprise auf Farpoint angekommen.

      Denken wir mal, dass die Autoren was überlegt haben und orientieren wir uns am Alter des Darstellers Ed Speelers, 1988 = 35 Lenze.

      2399-35=2364 Jack jr. Geburtsjahr Option I
      2401-35=2366 Jack jr. Geburtsjahr Option II

      Da passt also die These von G.G. Hoffmann und wir müssen davon ausgehen, dass Gene Roddenberry uns dieses verwegenene (Pre-)Farpoint-Sex-Abenteuer niemals erzählt hat. Beverly hat es über die Jahre jedenfalls gut überspielt und so getan, als wäre nie was gewesen. Respekt!

      Antworten
  6. VerwirrterTurnschuh sagt:

    Wenn man der an sich hymnischen Besprechung vom total seriös begeisterten Dave Cullen zuhört, könnte man fast meinen, es wär gar nicht so … anders …

    Hier paar Ausszüge, schnell übersetzt:

    „Der Dialog mit Shaw ist brillant geschrieben und gespielt: ‚Ich werde keinesfalls 500 Seelen riskieren, nur um zwei Relikte, die sich mit ihren Medaillen für Goldjungen halten, zu retten.‘
    Doch Seven überzeugt ihn, weil er in die Geschichte eingehen könnte als Held, der zwei Legenden rettet.(sic!)

    Raffis Szenen sind erst mal nicht wirklich mitreißend und ziehen sich in die Länge. Man möchte beim Zuschauen wieder zurück aufs andere Raumschiff.
    Der Plot mit Raffi scheint schon in der zweiten Szene arg strapaziert. Es freut mich zu melden: Nach dieser Szene wirds rasanter.
    Raffi muss Drogen nehmen, um zu beweisen, nicht Teil von Starfleet zu sein. Ich fand das recht düster und am Rande der Grausamkeit. Nicht gerade familienfreundliches Star Trek.
    Dann kommt Worf als Retter und schlachtet alle nieder. Zum guten Schluss köpft er Sneed. Nun, das Köpfen war aus meiner Sicht etwas unnötig. Über eine ähnlich Aktion hatte ich mich schon in der ersten Staffel mokiert. Konsequenterweise muss ich es also auch hier tun.

    Plummer macht als Vadic einen tollen Job. Aber ich bin kein wirklicher Fan der Figur. Sie wirkt auf mich etwas zu überspannt und exzentrisch. Es gibt noch mehr, was mich an ihr stört. Über ihre Motivationen kann ich aber noch nichts verraten, die werden erst später enthüllt. Meine Kritik an Vadic ist rein subjektiv. Kann sein, dass sie Fans in Zukunft als großartigen Gegenspieler sehen. Sie funktioniert jedenfalls gut innerhalb der Geschichte, macht, was sie als Bösewichtin machen soll.

    Eigenartig, dass Picard fragt: ‚Was war das grade?‘, als sie offensichtlich von einem Schiff gerammt wurden. Die Aktion hätten sie, ehrlich gesagt, kommen sehen müssen; ihre Reaktion kam etwas spät.
    Ein Schiff gegen ein anderes Schiff rammen, das haben wir ja in Star Trek noch nie gesehen. Sehr originell, muss man sagen.

    Wie man sieht, die Qualität ist hier beständig und wird so bis zum Ende der Staffel bleiben.
    Ja, die dunkle Brücke und das Gefluche sind Negativpunkte. Aber diese Details kann ich vernachlässigen wegen allem anderen.
    Ich hatte die Möglichkeit, alle Folgen direkt hintereinander zu sehen. Ihr müsst noch sieben Wochen da durch. Aber ich verspreche euch, am Ende wird es sich ausgezahlt haben.“

    — Ich schaus mir nicht an, aber ich glaub, ich habs gesehen.

    • Yole sagt:

      „Wie man sieht, die Qualität ist hier beständig und wird so bis zum Ende der Staffel bleiben.“

      Sehe ich auch so. Das Rätselraten bezieht sich jetzt nur noch auf die Handlung:
      – Was passiert im Nebel?
      – Wird Riker sich an Seven ranmachen?
      – Wird Cpt Shaw dank Trauma Fanliebling?

      Die Analyse aller Kritiker ist doch identisch. Nur nicht die Benotung.

      Antworten
  7. Michel sagt:

    Ach, David Cullen.
    Ich hab bei Kino.de gelesen, dass man die Serie erst (in einem Rutsch dann) schauen soll, wenn Folge 5 oder 6 verfügbar ist. Dann ergäbe alles einen Sinn, und wird ganz, ganz toll.

    Ganz bestimmt.

  8. IchHätte2009StarTrekÜbernehmenSollenNichtJJ sagt:

    Zukunftia ist für mich die einzige deutsche relevante Seite und ich liebe die kreativen Reviews. Discovery S1 + S2 habe ich nur durch Zukunftia überlebt, danach keine Folge mehr geschaut. Strange New World habe ich nicht geschaut, nur hier „gelesen“ und gelacht. Picard S1 + S2 habe ich jeweils nur angefangen und nach einigen Folgen hier auf Zukunftia in der Lektüre beendet.

    Großen Dank!

    Zu Staffel 3: Aus irgendeinem Grund möchte ich noch nicht in den Abgesang einstimmen und glaube, dass diese Staffel noch jedem Fan wenigstens ein echtes Lächeln abringen wird! Wenn ich in dieser Staffel mal 10 Minuten TNG Feeling am Stück bekomme, wäre ich schon zufrieden. Möglicherweise ist es der schwierige Weg aus Kurztmann Trek zu besseren Zeiten auf dem wir jetzt sind…

  9. Kazairl sagt:

    Ich frag mich ja, ob memberberries wirklich so stark die Wahrnehmung trüben können, diese Staffel als das beste Trek seit 20 Jahren zu betiteln oder ob es wirklich am Binging-Faktor liegt, dass man eine Serie besser bewertet, wenn man sie am Stück kucken kann? Ich jedenfalls bin auch nach Folge 2 bei dem Urteil, dass wir hier das übliche Kurtzman-Trek haben.

  10. Bergh60 sagt:

    tach auch !

    Eine Raffi -Folge !
    Toll ! Nicht !

    Der Rest ist schon gesagt. Erwachsene auf Lower Deck Niveau.
    Dialoge auf achwas weissich Niveau.

    Gruss BergH

  11. Bajuwar sagt:

    So. Ich bin nun seit 2017 (Discovery) ein stiller Mitleser, jetz muss ich doch mal einen Kommentar abgeben.

    Ich hab bis auf TAS und ein paar TOS Folgen alles angeschaut was den Namen Star Trek trägt.
    Ich dachte mir ok, die Finale Staffel Picard erträgst du jetzt auch noch.
    Aber diesmal steig ich aus.
    Als Berverly am Anfang der ersten Folge mit ner Phaser-Schrotflinte rumfläuft hats selbst bei mir ausgesetzt.
    Ich meine eine Laserwaffe die man wie eine Winchester Nachladen muss ? Ernsthaft ?
    Was verschießt die ? Schrot aus geschretterten Laserpointern ?
    Das Templerlichtschwert aus Episode 7 war genauso blödsinnig… allerding sah es wenigstens cool aus.

    Nein… Das Unterhaltsamste, Beste und Lustigste was ich die Letzten 15 Jahre zum Thema Star Trek konsumieren durfte waren die Artikel von Klapo, Spark, GGH auf dieser Seite und die Kommentare und Diskussionen darüber.
    Nur deshalb habe ich mir den ganzen Schrott seit Discovery überhaupt noch Angeschaut um wenigstens hier noch köstlich Unterhalten zu werden.

    Also ganz großes Danke an Klapo und Spark das sie unermüdlich diesen ganzen Rotz durchkauen und ihn in etwas Clever-Lustiges verwandeln so das ich nach 30 Jahren immer noch Spaß an Star Trek habe.

    Und Naja vieleicht guck ich den Mist doch noch, wenn die Deutsche Fassung da ist.

    Gruß,

    Bajuwar

    • VerwirrterTurnschuh sagt:

      Als der größte IIer-Fan, beim schnellen Überfliegen: So ein Quatsch-Artikel. Dünne Motivation? Nicht bei Khan. Seine Figur funktioniert. Die Nachahmer haben es aber genauso wenig verstanden wie der Autor des Artikels.

      Und dann wird auch noch das Genesis-Projekt kleingeredet? Das gerade als philosphisches Konzept den Film so bereichert? Ok, ich bin raus. Wenn das die Lehren beim Schauen von STII sind, dann ist es kein Wunder, dass alle Epigonen so scheitern, wie sie’s tun.

      „Etwas Schlaues“, achje, typisch JP.

      Clever war es, was in weiteren Classic-Filmen gemacht wurde: IV und V haben auf Racheplots und Pur-Bösewichte (wie man Khan stets verstanden hat – ich glaub, sogar Roger Ebert damals, andere Top-Kritiker haben es anders gesehen, dass man nämlich Sympathien mit diesem Montalban-Khan hat) verzichtet.

      Ärgerlicher Artikel, der selbst die Denkfehler begeht, die er dem Film unterstellt. Er überträgt die Misserfolge der hirnlosen Kopien 1:1 auf das Original. Dass die Fixierung auf die Äußerlichkeiten von TWOK dumm ist und auch das Publikum (aber auch den Film) unterschätzt, dass das Kopieren der Oberfläche idiotische, ärgerliche, seelenlose Auswirkunten hat, ist klar und kann und wird jeder unterschreiben. Als TWOK-Fan ärgere ich mich über die Kopien am meisten und freue mich über alle Filme, die sich inhaltlich und ideel davon entfernen. Um echte Qualität zu suchen, wie es bei II nach viel Ringen entstanden ist. Darum von mir die unpopuläre Ansicht, dass V besser ist als VI. Ersterer geht neue Wege, letzterer ist die IIer-Resterampe (beim Titel angefangen).

      Nun, warum war nun TWOK so erfolgreich, wenn nicht aus eigener Kraft? Wenn nicht wegen der Story, stark erzählt? TMP hatte noch tollerer Effekte, ebenso großartige Musik (und wie!), ebenfalls gutes Schauspiel (hat ja nie was mit Regie und Drehbuch zu tun, jedenfalls nicht in II, wo sogar Shatner „in Höchstform“ wäre – ein Zeichen, dass der Mensch keine Ahnung hat, wovon er schreibt). Warum?

      Antworten
    • Kazairl sagt:

      Hab mich auch gewundert. Gerade ST IV und V sind doch Filme, die keinen Bösewicht haben, der eine hat eine Sonde, der andere Gott, das sind aber keine Bad Guys, eher Naturgewalten und wer das Buch zum 4. Film gelesen hat, weiß sogar, was die Sonde wirklich auf der Erde wollte. Toller Filmroman übrigens, der uns auch Kapitel aus Sichtweise der Sonde liefert.

      Antworten
  12. Bajuwar sagt:

    Netter Artikel, ich hab das auch nie verstanden warum man gerade bei ST in jedem Kinofilm seit Teil II einen Endgegner Bösewicht einbauen muss.
    Aber ok.. macht sich natürlich im Trailer besser und ist für das Massenpuplikum wohl zugänglicher.

    „Ich ganz viel böhse und deswegen alles Putthaun.. Raaaache“

    Eine gute Story, möglichst noch irgendwie sinnig und stimmig ist dann wohl zu Aufwendig geworden, will auch keiner sehn. Toll.
    Aber wie wie bei all dem anderen Gerümpel auch.. solange es sich verkauft kann man es den Produzenten kaum verdenken, wenn die Masse es so will…

    Allerdings würde es mich schon interresieren wie eine Serie oder ein Film im ST Universum sich verkaufen würde wenn man es so Produzieren würde wie man es sich hier wünscht.

    • G.G.Hoffmann sagt:

      Vielleicht leidet das Franchise tatsächlich darunter, dass man – abgesehen davon, heute nach 800 Episoden immer noch irgendwas Neues und gleichzeitig Bewährtes schreiben zu müssen -, zu Zeiten von Roddenberry und dem frühen Berman einfach Roddenberrys Vision von Star Trek umsetzen konnte, die zu TOS-Zeiten nur leidlich erfolgreich war und zunächst zur Absetzung der Serie führte, während man sich spätestens seit dem Erfolg von TNG um das Jahr 1990 herum gedrängt sah, ein breiteres Publikum mit mehr Action anzusprechen. Damit ist man zwar, was den kommerziellen Erfolg betrifft (DS9, VOY, ENT) nicht weit gekommen, aber diesen Geist hat man nicht mehr in die Flasche verbannen können. Es wurde von Serie zu Serie und Film zu Film im Vergleich zu TOS und TNG immer dystopischer und actionreicher, optisch und inhaltlich düsterer.

      Wenn es so weitergeht, sieht man in zukünftigen Star-Trek-Produktionen gar nichts mehr und das ganze wird zum Hörspiel. Ich habe schon mit den TNG-Kinofilmen damals gefremdelt. „Generations“ erschien zeitnah zum Ende der Ausstrahlung von TNG und die Stimmung auf der Enterprise D war bereits eine deutlich andere als im TV-Set, was sich auch auf die Charaktere niederschlug. Nichts dagegen, dass man das ganze etwas cineastischer aussehen lassen wollte und nicht die TV-Kulissen und -Beleuchtung verwendete. Aber die Brücke, Räume und Flure der Enterprise D waren schon in „Generations“ kaum heller als jetzt in DSC, SNW und PIC. Bereits „Star Trek – Der Film“ zeigte uns eine wesentlich dunklere Enterprise, wie auch die nachfolgenden TOS-Filme. Erfreuliche Ausnahme: der von Shatner inszenierte und oft gescholtene Star Trek V, der auch auf dem Schiff eine wesentlich freundlichere und hellere Atmosphäre schaffte und mehr an die Serie erinnerte.

      Ich kritisiere diesen dunklen U-Boot-Look seit 30 Jahren. Wir haben ihn aber damit schon länger als wir die hellen, freundlichen Schiffe aus TOS und TNG jemals hatten. Wer hätte sich denn jemals in diesen dunklen Quartieren und dieser Kneipenbeleuchtung auf DS9 oder der U-Boot-Atmosphäre auf der Voyager und Archers Enterprise wohlgefühlt? Spätestens nach vier Wochen würde man sich den Phaser an die Schläfe halten.

      Ich weiß nicht, weshalb alle an der Produktion Beteiligten seit 30 Jahren der Ansicht sind, Dunkelheit und Action seien ein Erfolgsgarant und typisch für Star Trek. Gab es bislang überhaupt eine einzige PIC-Folge, in der keine Gewalt und kein Phasergefecht vorkam? Andererseits: gab es TOS- und TNG-Folgen ohne Phaser- und Fausteinsatz?

      Antworten
    • JP1957 sagt:

      „Andererseits: gab es TOS- und TNG-Folgen ohne Phaser- und Fausteinsatz?“

      Na klar.
      Weil ich das grad anderswo gepostet habe, nur ein Beleg: TNG „Eine hoffnungslose Romanze“.
      Ich bin sicher, es gibt noch Dutzende.

      Antworten
    • VerwirrterTurnschuh sagt:

      Zur U-Boot-Atmo:
      Meyer prägte bei der Arbeit zu TWOK die Regie-Anweisung fürs Produktionsdesign: „Nautisch, aber nett.“

      Das „Nett“ ging später komplett flöten, allerdings noch nicht bei den Classic-Filmen, egal, was man sonst von ihnen halten möge.

      Antworten
    • Kazairl sagt:

      Bis Film 6 sind die Filme eigentlich alle gut ansehbar, leider geht aber sobald die TNG-Crew auftaucht, das Ganze in eine Richtung, die nicht mehr viel mit ST zu tun hat. Action Picard eben. Hat schon viel von PIC, eben weil Patrick Stewart auch hier schon, wie in der Serie später, seine Vision mit einbringen musste.

      Antworten
    • Neuer Fan sagt:

      @G.G.Hoffmann: Also ich wäre jeden Tag bei Quark’s, ist doch super gemütlich. Das leichte Summen der Station mit etwas Dabo-Geklimper, dazu seliger Suff und andere Spacedrogen. Quark’s ist immer sicher, egal unter welchem Regime.

      Voyager fand ich aber noch ziemlich hell und manche Quartiere waren auch nett eingerichtet, und selbst die Archer-Enterprise war immerhin ordentlich ausgeleuchtet. Bei TNG habe ich übrigens einige ziemlich düstere Horrorfolgen in Erinnerung, die ich wohl seltener schauen werde. Auch bei TNG drohte schon immer eine abgefahrene Gefahr. Bei Voyager und DS9 habe ich die leichtherzigsten Folgen gesehen. Auch auf der DS9 haben es sich zumindest Sisko und O’Brien ganz nett gemacht – gruselig ist nur Keiko. Die ist noch fieser als Seska. Wirklich, Keiko hat das eiskalteste Psychogesicht aller Zeiten. Mit dem Namen Keiko verbinde ich eigentlich japanische Niedlichkeit und Sanftmut. Aber diese Keiko kann dich in deinen Träumen verfolgen … als sie von diesem Alien besessen war, hat das kaum einen Unterschied gemacht.

      Antworten
  13. Markus Schmidt sagt:

    Hi Leute, ich bin auch etwas verwirrt. Aber vielleicht ist Jack Crusher vom Tod en auferstanden. Seine Beverly hat eine Zeitreise gemacht, und ihn gerettet.
    Das war mein erster Gedanke als ich Jack gehört habe.

  14. Rick-Berman-Apologet sagt:

    Picard, Riker: Fliegen Sie uns zu Beverly!
    Shaw: Nichts gibt’s, egal wie legendär ihr seid.
    Hansen: Ich fliege euch zu Beverly gegen den Willen meines Captains.
    Shaw: Pfui, Hansen! Ist zwar Meuterei, aber ich lasse Sie trotzdem einfach erstmal weiterarbeiten.
    Shaw, später: Nochmal wegen der Meuterei von vorher – vielleicht sollte ich Sie doch in Ihrem Quartier einsperren?! Ach ne, sprechen wir einfach nicht mehr drüber …

    Picard, Riker: Helfen Sie uns, wir haben schon wieder Mist gebaut!
    Shaw: Nein, ich riskiere nicht meine Besatzung von 500 Leuten für zwei Opas.
    Hansen: Wollen Sie schuld daran sein, wenn zwei Legenden draufgehen?
    Shaw: OK, scheiß auf meine Besatzung, dann helfe ich den zwei Opas halt.

    Picard: Wir übergeben Jack dem Feind. Eine Besatzung von 500 Männern, Frauen und Hundewelpen steht schließlich auf dem Spiel!
    Beverly: Jack ist dein Sohn!
    Picard: Kommando zurück! Jack wird nicht ausgeliefert und die Besatzung der Titan ist mir jetzt egal.
    Shaw: Mir auch. Auf meiner Brücke darf sowieso jeder dahergelaufene, pensionierte Admiral Kommandos geben.


    Fazit: Diesmal mit weniger guter Musik und mehr Logikschwächen. Der Umgang mit der militärischen Kommandokette ist zum Fremdschämen. Bin weniger begeistert als nach der ersten Episode der dritten Staffel, aber schaue weiter.

    • Kosh Naranek sagt:

      Made my day *blechern-lach*

      Antworten
    • VerwirrterTurnschuh sagt:

      Eine hübsche Zusammenfassung des Inhalts und der Philosphie.

      Nach populärer, naheliegender Theorie wird TWOK für die unkreativen und drögen Plots der meisten folgenden und der aktuellen Produktionen verantwortlich gemacht (s. weiter o.). Der Film selbst ist aber vorbildlich; nur die Kopien und Nachahmungen sind miserabel.

      Nach meiner – natürlich unpopulären – These ist es jedoch TSFS, vulgo STIII, der Star Trek nachhaltig verdorben hat. Die äußert akkurate Abschrift der Dialoge erinnert mich daran.

      Dass der Böse böse ist, weil er böse ist, hat III etabliert. Das Plotelement der beiden, gegenüberstehenden Raumschiffe, das eine mit überlegener Waffentechnik, nahm hier ihren vermaledeiten Anfang. Auch dieses Szenario ist eine oberflächliche Wiederholung von II.

      Schlimmer ist aber die Umkehrung der Ethik. „Das Wohl vieler ist wichtiger als das Wohl von wenigen.“ Diese Philosophie bildet in TWOK das Rückgrat. Sie ist kein Lippenbekenntnis oder Spruch. Sie manifestiert sich in Spocks Tod. Darum wirkt die Szene stark, darum ist der Film so stark. Khan bildet in seinem Zwang, sein verletztes Ego zu befriedigen, die Antithese dazu. Ohne schlechtes Gewissen ist er bereits, andere für seine egomanischen Zwecke zu opfern. Sogar sich selbst.

      Ich bin der Ansicht, dass der ganze Film von diesem Geist getragen ist. Kirk ist zwar laut dem „weisen“ Spock, dem Kirk „nicht zu widersprechen“ wagt, für das Kommandieren eines Raumschiffs bestimmt. „Alles andere wäre Verschwendung von Material.“ Als Kirk, eingerostet, durch einen kapitalen Fehler viele Opfer zu verantworten hat, quält ihn das spürbar. Sein Ego sehnt sich nach dem Kommando; seiner Verantwortung für die „vielen“ ist ihm aber schwer bewusst. Ich fand das stets überzeugend erzählt; die Philosophie empfinde ich als richtig „trekkig“.

      STIII dreht das um. Das Opfer von Spock wird rückgängig gemacht, der Ethik das Rückgrat gebrochen. „Weil die Bedürfnisse eines einzelnen manchmal wichtiger sind als die von vielen.“ Das Opfer ist keines mehr – dafür werden mehr Opfer gemacht. Der Film weiß um das Dilemma, um nicht zu sagen die Dummheit. Sarek spricht die Opfer kurz an: „Ihr Schiff. Ihr Sohn.“ Kirk (und der Film) behauptet: „Hätte ich es nicht getan, wäre der Preis meine Seele gewesen.“

      Als hätten sein Schiff, sein Sohn (!), nichts mit seiner Seele zu tun. Das Framing, um das sich der Film bemüht, funktioniert nicht. Nicht, wenn man ihn sich durch den Kopf gehen lässt. Spock hatte sein Leben, sein Ego völlig selbstverständlich zurückgestellt, um für das Beste zu sorgen – und sogar fürs Überleben aller anderen an Bord. Die Rettung seiner „Seele“ brachte Unmengen an Zerstörung. Kirk hatte nur seinen Willen im Schädel. Sarek übrigens auch, was er (und der Film) auch zugibt: „Ich bin mir meiner Logik nicht mehr ganz sicher, weil es sich hier um meinen Sohn handelt.“

      In der Ethik des „Ich/er/es über allem“ wendet sich Kirk und seine Besatzung gegen die Sternenflotte, gegen das große Ganze und jede Vernunft, die Spock vorlebte (und vorstarb). Und so wurde das Klischee geboren, dass die Star-Trek-Filme und -Serien noch mehr heimsuchte, als jenes des rach- und machtsüchtigen Böslings: die Idealisierung des Abtrünningen. Das ständige Revoltieren gegen die Sternenflotte, die Föderation oder jeden sonstigen Gemeinschaftssinns zugunsten der Huldigung des Egos (der Seele?) einzelner.

      Die Sequenz des Diebstahls der Enterprise ist die unterhaltsamste im ganzen Film. Der Preis für den Spaß: Die Seele des Franchise (ich trage mal im Sinne des Search-for-Spock-Kitsch dick auf), die in STII so feinsinnig aufgebaut wurde. Renegade-Plotlines gab es dann ständig, in TUC, FC, INS (klar!) … und jetzt besonders wieder in PIC.

      DISC mit ihrer offensiv selbstzentrierten Hauptfigur, die nichts falsch machen kann, zähle ich ebenfalls zu den Blüten von „Die (egomanischen) Bedürfnisse eines einzigen sind wichtiger als das Wohl von vielen“.

      Opfere dich nicht, erst recht nicht dein Ego. Nicht für diese Welt. Nicht für diese Sternenflotte. Kämpfe um dich, um dein Ego, um deine Nächsten, und nur um sie. 500 Besatzungsmitglieder? Und kein einziger Celebrity? Dann neigen wir mal proforma kurz den Kopf zur Seite, um dann drauf zu pfeifen.

      Von II wurden Äußerlichkeiten kopiert. Von III die Ethik.

      Dass die Philosphie, für die Kirk in TMP sich noch Vorhaltungen anhören musste (auch vom Film; „Notlage ausgenutzt, um wieder den Käpt’n raushängen zu lassen“), zur gefeierten Handlungsvorlage aller Star-Trek-Helden wurde, ist für mich Kern des Star-Trek-Problems.

      Freut mich, dass zumindest hier der ein oder andere sich auch daran zu stoßen scheint. Zumindest innnerhalb von Kurtzman-Trek.

      Antworten
    • Michel sagt:

      Ich kann der Analyse vom Verwirrten Turnschuh weitgehend zustimmen, muss aber doch zwei Lanzen zugunsten von STIII brechen:

      Der Gegenspieler ist ja nicht auf bloße Rache aus, sondern will das Genesis-Projekt. Seine Motivation ist also klar und mit seiner Einführungsszene wird ebenso klar, dass der vor nichts zurückschreckt, um sein Ziel zu erreichen. Im Gegensatz zu den in den neueren Serien gezeigten Gegenspielern schon fast komplex.

      Was die Überlegenheit des klingonischen Schiffs angeht: Die gewinnen ja bloß die Überhand, weil nur 6 Leute Besatzung an Bord der Enterprise sind und bei kritischen Situationen dann eben doch alles ausfällt (finde ich übrigens ganz folgerichtig im Drehbuch entwickelt, da man sich als Zuschauer grinsend bis zu diesem Punkt gesagt hat, siehste, man braucht die 400 Mann Besatzung gar nicht).

      Was ich der Story ankreide, neben den genannten fragwürdigen ethisch-moralischen Standpunkten, ist der Umstand, dass nicht einfach Pille nach Vulcan gebracht wird, um Spocks Seele zu retten, sondern irgendwie alle wissen, dass man Spocks Leichnam bergen muss und kann. Das fand ich schon seinerzeit bei der Erstaufführung im Kino massiv blöde.

      Antworten
    • VerwirrterTurnschuh sagt:

      @Michel:
      Kruge ist ein eindimensionaler, machtbesessener, irrer, rücksichtsloser Bösewicht, von man nur wissen soll, dass er genau das ist. Mehr ist nicht. (Auch wenn Christopher Lloyd sehr einprägsam spielt; mag ihn sehr.) Dass er sich im Föderationsgebiet aufhält, wird auch nicht weiter zum Problem, nur mal kurz erwähnt. Die Handlung muss ja simpel bleiben. Immerhin: Im Rahmen dessen sorgt Kruge für Klarheit, ja.

      Khan ist komplexer – und dennoch eindeutig. Auch wenn wir nicht mit ihm mitgehen, so können wir seinen tief verletzten Stolz, sein Leid im Exil, seinen Groll/Hass auf Kirk und sogar verstehen, warum ihm seine Leute loyal folgen. Khan ist auch nicht blind getrieben von Zerstörungswut, er denkt strategisch.

      Als Khan die beiden Sternenflotten-Offiziere überraschend in die Finger bekommt und gefügig macht, hat er zwei Fragen und Ziele: „Wieso seid ihr hier? Und: Wo finde ich Admiral Kirk?“ Als er Kirk in der Hand hat, will er auch von ihm „alles über das Projekt Genesis“. Diese beiden unterschiedlichen Ziele ergänzen sich, verstärkten seine „antagonistische Kraft“. Khan trifft in diesem Sinne nachvollziehbare Entscheidungen. Obwohl Khan also mehrere Ziele verfolgt, habe ich noch nie gehört, dass an ihm irgendwas unklar oder widersprüchlich wäre; eher im Gegenteil („primitiv“, „bloß Rache“). Das spricht für das gute Drehbuch.

      Zu den Schiffen: In II waren die Schiffe vergleichbar; wir vermuten sogar Vorteile bei der Enterprise (es gibt ein interessantes Videoessay, das argumentiert, dass das Fassungsvolumen der Reliant sogar größer ist). In III haben wir den Tarnmechanismus des Feindes (der im wahrsten Sinne aus dem Nichts kommt und alles will, sofort). Überlegene Technik, meist übersetzt in „Größe“, aber auch in „noch mehr Tarnung“ (jetzt auch beim Schießen!), definiert die meisten, „irren“ Gegenspieler, der Ziel die Zerstörung ist. (Das war beim Projekt Genesis in II ja auch noch anders: Das Ding sollte eigentlich Erschaffen.)

      Wir Fans lieben natürlich die Enterprise. Aber Kirk hatte ja eigentlich wirklich nur vor, mit McCoy eine schnelle Seelen-Rettungs-Tour zu machen (wie Rich Evans aber unlängst ironisch aber recht richtig anmerkte: „In Star Trek gibt es keine Seele. Das ist Star Wars.“). Dafür ein Schiff zu nehmen, dass auf 400 Besatzungsmitglieder skaliert ist, ergibt Null Sinn. Und dann gehts eh auch kaputt. Der Film weiß auch hier um die Unsinnigkeit, aber versucht es anders zu framen: „Pille, was habe ich getan?“ Pille: „Was du tun musstest.“ Naja.

      Antworten
    • G.G.Hoffmann sagt:

      Gute Analyse. So habe ich das noch nie betrachtet. ST III hat seine Momente, wirkt aber insgesamt recht unausgewogen, in Teilen trashig (Genesis-Planet-Kulissen) und unabgeschlossen.

      Die Enterprise zu kapern, war unter praktischen Gesichtspunkten sicher nicht die naheliegende Idee. Andererseits hatte man in Scotty und der Brückencrew die Leute an Bord, die das Schiff ohne weiteres entführen konnten. Und damals war man noch nicht dazu übergegangen, mit warpfähigen Shuttles in fremde Sternensysteme zu düsen. Seinerzeit herrschte noch die Vorstellung, dass nur die wenigen großen Forschungsschiffe, die die Sternenflotte hatte, in die Weiten des Alls vordringen können. Das hat mir wesentlich besser gefallen als dieses Rumgehopse im Weltraum mit Shuttles und kleinen Schrottschiffen. Die Entfernungen im Weltall spielen ja in Star Trek überhaupt keine Rolle mehr.

      Dass im Notfall auch 1-2 Leute ein riesiges Sternenflottenschiff steuern können, wozu sonst angeblich eine Crew von mehreren hundert Besatzungsmitgliedern notwendig ist, wurde später indes öfter gezeigt. Manchmal funktioniert nichts ohne 50 Crewmen, die für irgendwelche wichtigen Schalter im Maschinenraum verantwortlich sind, manchmal genügt ein Besatzungsmitglied auf der Brücke und der Computer, um das Schiff im Griff zu haben.

      Antworten
    • Michel sagt:

      Nee, McCoy will doch vorher ein Schiff durch einem windigen Mittelsmann chartern (mit Geld natürlich, was auch diskutiert wird, das nur nebenbei) – also gäbe es eine theoretische Möglichkeit, ohne Sternflottenschiff dahin zu kommen. Kirks Lösung ist also schon ein bisschen seltsam.

      Antworten
    • Michel sagt:

      @Turnschuh: versteh mich nicht miss … Kruge ist als Bösewicht nullachtfuffzehn, wird aber zügig und verständlich im Film eingeführt und handelt folgerichtig. Man vergleiche das mit dem wirr geschriebenen Khan aus Darkness oder dem kindischen Krill, Krall(?) aus Beyond …

      An den alten Khan kommt nix so schnell dran – es ist auch schön, dass der Film weiß, wie selbstzerstörerisch seine Rachegedanken sind, wenn ihm seine Gefolgsleute nahelegen, mit dem gekaperten Schiff einfach abzuhauen und auf Rache einfach zu verzichten (klar: Ahab und Starbuck aus „Moby Dick“).

      Antworten
    • VerwirrterTurnschuh sagt:

      Ich möchte auch, um Missverständnisse zu vermeiden und meiner fundamentalen Kritik zum Trotz, gerne festhalten: STIII funktioniert als Unterhaltungsfilm. Die Handlung ist klar. Es gibt einprägsame Sequenzen. Nie zuvor gab es in Star Trek so viele schöne, neu-designte und gebaute Raumschiffe. Auch die Pilz-Raumstation ist schlicht ikonisch.

      Bei einem Star-Trek-Marathon ist III der Crowdpleaser schlechthin. Das hat der ein oder andere hier vielleicht, ich auf alle Fälle, bereits erlebt. Mit angemüdeten Hirn macht es einem dieser Streifen richtig schön leicht zu folgen, in Spannung versetzt und saftig unterhalten zu werden. All dieses Lob ist kein Widerspruch zu meinen Ausführungen. Im Gegenteil.

      Denn wie gesagt: Der Spaß hat seinen Preis.

      Ein schönes Feuerwerk ist schnell gezündet, ein toller Twist schnell gedreht. Die Auswirkungen auf die (Serien-)Welt kann aber fundamental sein und im wahrsten Sinne an dessen Herz gehen. Oder Hirn. Oder Seele.

      Antworten
    • G.G.Hoffmann sagt:

      @Michel

      Stimmt. Die Szene hat ich vergessen. Das war auch mehr so der Mos-Isley-Cantina-Moment in Star Trek. Versiffte Dunkelkneipe mit zwielichtigen Aliens, die Raumtransporte anbieten. Han Solo hätte den Job wenigstens schweigend angenommen und nicht „GENESIS?“ durch die Gaststätte gebrüllt.

      Antworten
    • Michel sagt:

      @VerwirrterTurnschuh: Das hat bei mir tatsächlich bei der Erstsichtung seinerzeit auch peinlicherweise genau so funktioniert, mit den genannten Ausnahmen (hä, warum wollen die zum Genesis-Planeten, haben die das Drehbuch gelesen? und hä, wieso erwähnen sie so selbstverständlich Geld ohne dabei herumzueiern, wie sie es sonst immer getan haben).

      Beim Rest habe ich mich komplett einlullen lassen und fand alles, bis auf einige Kulissen und den Ersatz für Kirstie Alley supertoll, obwohl ich damals schon lange kein Teenie mehr war.

      Antworten
    • Michel sagt:

      @G.G.Hoffmann: Die Szene soll ja vermutlich andeuten, dass, wenn man nicht mal mit einem illegalen Charter da hinkommen wird, tatsächlich nur ein geklautes Föderationsschiff gebraucht wird.

      Das ist jedoch in der Gesamtsicht eine recht wackelige Begründung, zumal der einzige Aufpasser vor Ort einfach ohne weitere Folgen abgeschossen wird. Jeder Hinz und Kunz kann dort also offenbar aufschlagen.
      Andererseits spielt der Hauptteil des Films quasi in Echtzeit (eine Seuche, die seit Star Wars in Actionfilmen enorm um sich gegriffen hat, scheint mir) und wir erfahren ja gar nicht, ob die Föderation noch Schritte unternommen hätte.

      Mit einem zugedrückten Auge funktioniert es.

      Bei Picard müsste ich jedoch schon beginnen, neben den Augen auch Hirnzellen zuzudrücken, um das noch goutieren zu können.

      Antworten
    • Sparkiller sagt:

      Das Sehvergnügen besteht halt nicht nur aus reiner Film-Logik. Sogar Gaga-Ideen wie die Rettung von Walen für Weltraumsonden können GUT VERPACKT noch Spaß machen.

      Trotz aller Kritik mag ich den Shatner-Charme und überhaupt scheint so etwas bei Picard & Co. abhanden gekommen zu sein. Gerade die starke Charakterzeichnung macht ja viel von DS9 aus, zum Beispiel.

      Teil III finde ich persönlich bis zum Abflug aus dem Raumdock sehr gut (Kultszene, schon wegen der Musik!), danach so la-la. Kommt mir so vor, als wenn man schreibtechnisch danach keinen Bock mehr hatte.

      Antworten
    • VerwirrterTurnschuh sagt:

      @Michel, „Warum will Kirk zum Genesisplaneten?“: Da will ich fairerweise antworten, dass das der (konstruierte) Auftrag von Sarek war: „Sie hätten wissen müssen, dass Sie ihn nach Vulcan hätten bringen müssen.“

      Motivation und letzter Akt versuppen im „Vulcan-Mystizismus“, den wohl nicht mal der Film versteht: „Sie müssen das alles auch nicht verstehen. Doch wenn nur die geringste Möglichkeit besteht, dass Spock eine unsterbliche Seele hat, bin ich dafür verantwortlich. Als ob es meine eigene wäre.“ (Mir wird bewusst, wie stark 1983 Star Trek von Star Wars beeinflusst, um nicht zu sagen: unterwandert wurde.)

      Mit dem Geld-Dialog hast du absolut recht.

      Was mich erst beim x-ten Mal Schauen, dafür nachhaltiger irritiert hatte: Der Stasi-Beamte, der in Bars herumhockt, um die Leute zu bespitzeln und festzunehmen, wenn sie über die falschen Sachen reden. Die Dystopie, über die heute alle jammern, hat in III begonnen. Aber die Bilder waren schön schlicht und bunt – Nimoy wollte ja was von der Ästhetik der Serie wieder einfangen.

      Antworten
    • Michel sagt:

      @Turnschuh: Und was wollten Sarek und Kirk dort einsammeln? Die Überreste des verglühten Torpedogehäuses?
      Eigentlich muss Bones (mit der Seele von Spock) nach Vulcan gebracht werden; dass man von Spocks Leichnam noch irgendetwas findet, weiß doch nur das Drehbuch. Oder übersehe ich etwas? Vielleicht muss ich mir den tatsächlich noch mal ansehen.

      Den ärgerlichen Vulcan-Mystizismus haben wir jedoch bereits in Amok Time erlebt, in vielen Folgen der alten Serie und auch im ersten Star-Trek-Film (Spocks Schmuck/Musikinstrument/Meditationsschnickschnack). Bei einem sich voll der Logik hingebenden Volk ist das etwa so plausibel wie eine Tarnvorrichtung bei einer Kriegerrasse, die voll auf Mut und Ehre setzt, höhö.

      Oh ja, das mit dem Geheimdienstler ist ja wahr – ich dachte ganz naiv, der überwacht Pille, weil .. ja , warum? … aber selbst das wäre ja schon fragwürdig.

      Antworten
    • VerwirrterTurnschuh sagt:

      Sarek sagt: „McCoy lebt. Spock nicht. Doch beide Seelen erleiden Qualen. Sie müssen beide nach Vulcan bringen.“ Schon davor war Sarek ja angepisst, weil Kirk Spocks Körper nicht nach Vulcan brachte, obwohl er es hätte „wissen müssen“: Sarek glaubte, dass Spock im Sterben Kirk seinen Geist und das Prozedere vermacht hatte …

      Was sie dort gemacht hätten, wäre Spock nicht wieder lebendig geworden, wissen allein die Sterne.

      Amok Time ist eine meiner liebsten Folgen, auch wenn mir der archaische Mystizimus, der die Serie durchzieht, genauso sauer aufstößt. Doch das Thema und der geistige Überbau der Folge ist ja genau dieser Widerspruch: Die hochintellektuellen Logiker haben eine umso düsterere Schattenseite. Spock gibt zu: „Wir schirmen unsere Triebe durch grausame Rituale ab. Euch Menschen fehlt dafür die Vorstellungskraft.“ McCoy attestiert später: „Vermutlich der Preis für ihre sonstige Gefühllosigkeit.“ Innerhalb der typischen Star-Trek-Analogien ergibt das also (für mich) Sinn.

      Antworten
    • Michel sagt:

      Ich erinnere mich gut an diesen Dialog. Dennoch: am Ende vom Wrath of Khan sehen wir den Torpedosarg in der Atmosphäre verglühen (und sollte er so robust sein, dass das nicht der Fall ist, müssten er beim Aufprall ordentlich was abbekommen); erst im Dialog Kirks Sohn und Saavik labern sie sowas wie „die Gravitationsfelder waren noch nicht stabil… bla… heil gelandet“.
      Diese Info können Sarek und Kirk aber nur durch das Drehbuch haben.

      Und ja, die Amok-Time-Episode mochte ich auch immer sehr, und auch die Erklärung, dass die Vulcanier ihr aggressives Erbe zu unterdrücken suchen, finde ich ausnahmsweise mal stimmig … aber bei den ganzen Ritualen wird es bei mir einfach zu dick (und einfallslos), den eigentlichen Kampf an und für sich ausgenommen.

      Antworten
  15. Supi0815 sagt:

    Nee…, für mich war´s das nach der ersten Episode erstmal. Soviel Durchhaltevermögen wie bei Discovery bringe ich nicht nochmal auf (immerhin bis zur Hälfte der vierten Staffel).
    Die Gerüchte um das Mitwirken von Gates McFadden ließen schon böse Vorahnungen aufkommen. Aber das was man dann serviert bekommt, sieht aus wie eine Tuvix-Version zwischen Mick Jagger und Cher und erzeugt Magengefühle, wie beim Anblick von Labskaus.
    Zudem möchte man gerne ein Sci-Fi-Expendables im Serienformat sein. Wirkt aber wie ein Tanztee für Demente auf Pflegestufe 4.

    • verwirrter Gast sagt:

      Aaaahh! Neee! Menno! Ich hatte diese grauselige Erinnerung an Tuvix doch schon fast vollständig verdrängt.
      Jetzt ist das alte Trauma wieder hochgekommen. :(

      Antworten
  16. Donald D. sagt:

    Die „Titan“ sieht zum Kotzen aus! Das ist überhaupt das Problem: die CBS-Trottel haben verlernt, schöne Schiffe zu designen. Wo ist die Eleganz/Stromlinienform, die wohl auch für ein effektives Warpfeld so wichtig ist? Nein, da ist etwas rund und dann wieder total eckig und welches Schiff braucht denn sechs Impulstriebwerke? Die beiden Episoden waren jetzt nicht der Brüller, aber anschaubar. Wenn die Staffel nicht so ein Reinfall wird, wie 1 und 2, dann wäre das ja schon ein Fortschritt. Und Worfs Einführung hat mir auch ganz gut gefallen, wenn sie auch etwas zu kurz war.

  17. Thomas sagt:

    Wenn die Odyssey Klasse Enterprise F kommt, dann sag ich, gelungenes Schiffsdesign.

    Zur Folge sage ich, dass ich gut unterhalten wurde. Lichtjahre von Star trek entfernt aber eine gute Unterhaltung. Meine Ansprüche an PIC sind nach der letzten Staffel soooo weit unten, da geht’s nicht tiefer.

    • Donald D. sagt:

      Die sieht auch nicht gut aus. Gefällt mir neben der Enterprise C am wenigsten.

      Antworten
    • Thomas sagt:

      Kann ich mehr mit anfangen als mit der „Neo-Constitution“ Titan.

      Die neue Excelsior und Stargazer gefallen mir genauso wenig wie die Inquiry Zheng He.

      Also die Odyssey-Enterprise wird mir einen Gänsehaut-Moment erzeugen, so wie es die Sovereigns bei Lower-Decks.

      Antworten
    • Donald D. sagt:

      Ja, ich zwar auch, aber mir kommt die F irgendwie zu „gequetscht“ vor. Das kann aber auch daran liegen, daß ich sie nur von irgendwelchen „Star Trek Online“-Bildern kenne und nicht aus der „Realität“. Vielleicht gefällt sie mir bei Pickert ja doch! Überhaupt ist das aber das generelle Manko der dritten Staffel. Die fast komplette Crew ist dabei und was machen sie? Sie dümpeln mit irgendwelchen häßlichen No Name-Schiffen durch die Lande. Mann, der Typ ist Admiral, der kann doch jedes Schiff haben! Ich hätte mir wirklich gewünscht, die unternehmen noch ein letztes großes Abenteuer mit der gigantisch schönen Enterprise E oder wenigstens mit der F, aber da fürchte ich, daß die keine große Rolle in den letzten sieben Folgen spielen wird. (P.S.: Warum überhaupt schon wieder eine neue Enterprise? Die E ist im Jahr 2402 gerade mal 31 Jahre im Dienst. Kirks Schiff war 45 Jahre im Dienst und die Lebensdauer der Kreuzer ist auf 100 Jahre ausgelegt!)

      Antworten
    • Thomas sagt:

      Lies mal in der memory beta – da steht (nicht die STO Realität), dass die F nach 15 Jahren wegen eines kritischen Schadens ausgemustert wurde und nur zum Frontierday durch ein Weltraumfeuerwerk fliegt.

      Ich befürchte, die Enterprise fliegt nur als 5 sekündiger EyeCandy durchs Bild.

      Das mit den Schiffen sehe ich ähnlich. In Staffel 2 Folge 1 hat man eine Sovereign, eine verbesserte Galaxy und Akira gesehen, dann ein paar Inquiries…

      Das muss man dem Staffelfinale der ersten Season lassen. Das war zwar Copy/paste aber wenigstens waren es „die stärksten und schnellsten Schiffe, die die Sternenflotte jemals in Dienst gestellt hat“.

      Antworten
    • Donald D. sagt:

      Naja, aber aus der Copy & Paste-Flotte waren für mich auch keine schönen Schiffe dabei. Die sahen alle irgendwie so aus, als wären sie von „Disco“ entnommen worden. Und wenn die F im Eimer ist würde ich gerne wissen wollen, warum Pickert dann keine G nimmt. Aber ich werde das mal durchlesen, obwohl mich bei Star Trek nur die „Realität“ interessiert. Mit Computerspielen, Comics oder Romanen konnte ich diesbezüglich nie etwas anfangen.

      Antworten
    • Thomas sagt:

      https://memory-beta.fandom.com/de/wiki/USS_Enterprise_(NCC-1701-F)

      Das ist wohl nicht die STO Realität. Ich glaube, dass ist Pickert.

      Antworten
  18. JP1957 sagt:

    Wer die Möglichkeit hat, in die SZ vom Wochenende zu schauen … sehr, sehr interessantes Interview mit Christoph Waltz mit Aussagen zum aktuellen Stand der Film- und Serienbranche.

    Überaus kritisch.

  19. Kazairl sagt:

    Ich finde es ja interessant, dass ausgerechnet der schlechte Soundtrack dieses Mal von vielen als so gut angesehen wird, aber was haben wir denn am Ende für einen Soundtrack? Einen recycelten, quasi best of Star Trek Score ohne eigene Identität. Vergleichen wir das mal mit dem Lower Decks Score. Der hat schöne, eigenständige Ideen, ist an manchen Stellen von verschiedenen ST Score inspiriert, verlässt aber nie die Schiene der Originalität. Der PIC Score jedoch ist so uninspiriert, er wird nur getragen durch andere, bessere Scores. Finde ich dreist, dass Kurtzman-Trek jetzt nicht nur bessere Filme und Serien kopiert, sondern auch bessere Soundtrack.

    • Michel sagt:

      Jawoll. Die Musikuntermalung stößt mir auch übel auf. Wirkte in Folge 1 (mehr kann ich bislang nicht über’s Herz bringen) so lächerlich auf mich wie bei einem Fanfilm, auch, weil der Score deshalb überhaupt nicht organisch wirkt, sondern zusammengeschnitten.

      Und dann den irren Sound* von V’ger für das „böse“ Raumschiff zu verwenden! Ich dachte, ich brech ab, so unkreativ „auf die Nase“ ist das.

      *Der klingt wie eine kaputte Riesen-Sofafeder (aber in cool) und kam von einer mehrere Meter langen Stahl-„E-Gitarre“.

      Antworten
  20. frank sagt:

    wo bleibt eigentlich die kritik zu 3.03?

  21. Kazairl sagt:

    Ich fand die Folge 3 so langweilig, die ersten vier Minuten geklaut von Wrath of Khan, dann kommt ein sinnloser Rückblick, und dann geht der langweilige Teil los, Gespräche über Gespräche, man zeigt uns nicht, was da passiert ist, man erklärt es uns, tell, don’t show. Die Existenz des Sohnes an sich macht so gar keinen Sinn, er kam aus dem Nichts und wurde rückwirkend reingequetscht. Wurde in Treffen der Generationen nicht gesagt, dass die Linie Picard mit ihm endet? Und Raffis Teil interessiert mich so gar nicht.

    Sorry, aber die Dreistigkeit, mit der hier der Zorn des Khan und damit eine der besten Szenen (Schlacht im Mutara Nebel) finde ich nicht mehr schön.

  22. Neuer Fan sagt:

    Erforschen und entdecken? Lieber Gewaltorgie nach Gewaltorgie, ohne Licht natürlich. Flüche und unangemessene Sprache ohne Ende. Respektlosigkeit gegenüber allem. Und dieses Drama mit Picards Sohn und Bev, geht mir eigentlich sonstwo vorbei. Sowas wäre im alten TNG-Format ja abgehakt in einer Folge, aber hier nerven die einen wohl die ganze Zeit damit. Worf ist cool, aber Raffi ist mir einfach zu extrem für so ein Format (obwohl es ja nicht mehr Star Trek ist), dass die nun zusammenarbeiten müssen und Worfs Potenzial so verschwendet wird. Wie das von Riker, weil Picard der krächzender Rentner nicht steht und er kaum mithalten kann. Alle wollten mehr Initiative sehen, aber es wirkt ziemlich debil, und dann muss unbedingt ein Konflikt mit Riker her, denn es muss alles düster sein.
    Und dann kommen die Changeling-Terroristen :DDDD
    Bitte, wenn sie Odo bringen, lasst doch den wenigstens normal sein.

    • Kazairl sagt:

      Sobald ich den Teaser zur 3. Episode gesehen habe, eine Kopie von Wrath of Khans bester Szene, war mir klar: Diese Staffel ist der selbe Mist wie sonst. Warum die 3. Folge als beste Picardfolge bislang angesehen wird, ist mir ein Rätsel.

      Antworten
  23. Ichschonwieder sagt:

    Gute Nachrichten!

    Nach Staffel 5 ist mit Discovery Schluss!
    Die Leiden für dieses Schiff und den verheulten Specialist-Captain werden ein Ende haben!

    https://winfuture.de/news,134936.html

    • Supi0815 sagt:

      Gott sei Dank!!!

      Bedenkt man doch das epische Ausmaß mit dem man das Potential, welches Burnham zu Beginn zweifellos hatte, und dem Klingonenkonflikt, in die Tonne getreten hat.

      Auch wenn es von Anfang an Dinge gab, welche die Intelligenz des geneigten Konsumenten würgend über der Kloschüssel zurückließ.

      Antworten
    • JP1957 sagt:

      Seit 2005 (!) warteten die Trekkies auf eine neue Serie … da war sie dann … und womit begannen sie sie?

      Eine idiotische Einführungsszene (Spuren im Sand) und ein mieses Intro.

      „Picard“ begann mit einer Szene, in der man Pferdeliebhaber Picard mit einem Hund (!) sah … nie im Leben hätte der Picard aus TNG sich einen Hund als Haustier zugelegt!

      Den sie dann auch noch lieblos verschwinden ließen.

      Keine Ahnung von Star Trek, diese Bande.

      Antworten
    • Kazairl sagt:

      Nicht nur keine Ahnung, sie kopieren auch fast durchgängig nur bessere Sachen. Das ist es, was mich an allen Kurtzman-Trek-Serien (Lower Decks ausgenommen, da das eine absichtliche Parodie ist) stört.

      Antworten

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Brandneues
Gemischtes
Büchers
Jenseits Zyklus
Arschiv
Zum Archiv unserer gesammelten (Mach-)Werke.