
Okay, das ist wohl so ziemlich das Verrückteste, was ich bei Doctor Who bislang gesehen habe. Wie man das beim nächsten Staffelfinale noch steigern will, ohne ZWEI Universen zu rebooten, ist mir ein Rätsel, bei dem ich gerne schon mal auf die Seite mit den Lösungen spinksen würde. Aber lasst uns nun alle „Geronimo!“ rufen und uns in einem Borg-Kubus in die Sonne rasen. Sonnencreme, Psychopharmaka und die berühmte Albert-Einstein-Grimasse dabei bitte nicht vergessen!

„Finaaaale, Ooh-ho-ho-hooo!“ – Nach all den Budgetkürzungen und lockeren Spaßepisoden dachte man inzwischen schon, der Staffelhöhepunkt würde zugunsten einer BBC-Spendengala ausfallen, moderiert von Matt Smith und Steven Moffat. Zum Glück drehte die Serie stattdessen mal wieder richtig auf! Doch wie das mit dem Aufdrehen manchmal so ist: Auch das irritierende Rauschen wird dabei lauter…

So langsam ist man doch gewillt, die jüngsten Who-Drehbücher persönlich zu nehmen. Und zwar mit dem Teppichklopfer von hinten. – Die Verseichtung der SF-Elemente zugunsten dem Aufbau geistig behinderter Nebenfiguren wird langsam doch etwas auffällig. Aber was soll’s: Ein letztes Mal ließ ich das der Serie noch mal durchgehen und konnte mich daher noch immer gut amüsieren. Aber beim NÄCHSTEN Mal klatscht es, und zwar nicht Applaus, klaro?

Lebt denn der alte Mal-Michel noch, Mal-Michel noch, Mal-Michel noch? – Vincent van Gogh ist einer der größten Künstler aller Zeiten, was gar nicht mal so ungerechtfertigt ist, wenn man sich seine unbekannteren, SCHÖNEN Bilder anschaut. Da gerät selbst der Doctor ins Schwärmen und staunt über ein paar Pinselstriche ausgiebiger als über Schwarze Löcher und kalte Sterne. Das macht den Doc sympathisch, uns aber dafür ratlos: Ist das hier nun unübliche Kultur oder der übliche Kreaturentrash?

In der Fortsetzung der Reise zum Mittelpunkt… des mittelmäßigen Fernsehens… der Erde… geht es diesmal etwas qualitativer als im Vorgänger zu. Wo ich mich letzte Woche noch in einer Episode von „Geisterbahn – Die Serie“ wähnte, gibt es diesmal etwas mehr Inhalt statt Unhold zu sehen. Noch immer stecken alle Figuren im Zentrum der Erde fest und müssen den Earthling-Aliens erklären, warum sie tief… ähm… schief gewickelt sind.

Oft hat man ja schon bei der Vorschau für die nächste Folge ein bestimmtes Gefühl für die zu erwartende Qualität. Und letztes Mal dachte ich noch so: „Dafür, dass Leute in Löchern im Boden verschwinden, hätte man das noch viel spannender und urangst-mäßiger inszenieren können.“ – Leider passt das sehr auf diese Episode: Obwohl (Friedhofs-)Leichen verschwinden und Leute in Erdhaufen gezogen werden, wirkte das alles nur so spannend wie ein Werbespot für Seramis-Blumenerde sowie für die Alienmasken der Staffeln 1 bis 4.

Träume sind wichtig für das menschliche Gehirn: Sie sorgen für ausreichende Durchblutung im Kopf, für sexuelle Wunscherfüllung ohne Aids-Gefahr und erhalten die Arbeitsstellen sogenannter „Dreamlords“. Diese machen sich einen Spaß daraus, Reisende zu veräppeln und ihnen den Sinn für die Realität zu rauben. – Der geraubte Realitätssinn wird dann übrigens für teures Geld ins Ausland verkauft; in Deutschland kann damit nämlich keiner etwas anfangen…

Um Amy liebestechnisch wieder an ihren Verlobten zu gewöhnen, nimmt der Doctor ihn einfach mit und steckt beide ins Venedig des Mittelalters. Doch dort trifft er auf einen Mann, dessen Tochter von einer Bande aristokratischen Vampiren adoptiert worden ist. Alle entschließen sich überraschenenderweise, ihm bei der Rettung zu helfen…

Die steinernden Engel sind noch immer los und gruseln uns die Augen wund. Wie wird die Geschichte ausgehen und was hat es mit dem Riss in Raum und Zeit auf sich, hinter dem vermutlich eine ganze Taschenlampenarmada auf den Durchbruch wartet? Finden wir es heraus mit dieser Episode!

Bitte nicht verwechseln: Wenn man in dieser Episode nicht lange genug hinschaut, stirbt man. Wenn man hingegen bei „Stargate Universe“ ganz genau hinschaut, tritt der Hirntod ein. – Steven Moffat erntete einst viel Lob für seine Folge „Blink“, in der unheimliche Geschöpfe den Doctor bedrohten. Da ihm die Stelle mit dem späteren Lob wohl besonders gut gefiel, bekommen die Statuen von einst nun einen eigenen Zweiteiler. Doch kann der neue Showrunner an den Erfolg anknüpfen und eine neue Kultgeschichte stricken, oder hat er nachträglich den Faden verloren?