Film- und Serienkritiken

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Doctor Who – 12.05 – Fugitive of the Judoon – Kritik

Kommt mit ins Remember-Land, auf deine eigene Reise! Der Eintritt kostet den Verstand… – Oh, entschuldigt. Ich habe nur gerade die neue Hymne der Serie gesummt. Ich finde das nämlich gaaaanz toll, dass die gerade sooo liebevoll die alten Who-Elemente auswählen und ausgraben, die zufällig am wenigsten mit Erde bedeckt waren. Wollt ihr auch mit ins Remember-Land? Dann begleitet mich einfach hinter diesen magischen Vorhang. (*Stapel mit alten EMMA-Zeitschriften wegtret*)


Zur Feier des Tages (Mittwoch) haben wir diesmal das Review in die Form eines Interviews gegossen. Viel Freude!

Interviewer: „Mister (*In Unterlagen wühl*) ‚Diverso‘? Sie haben also die neueste Who-Episode geschrieben? Mögen Sie uns kurz sagen, was ihr Grundgedanke für die Geschichte war?“

Mister Diverso: „Wie bitte?! Sie können vielleicht Fragen stellen. Ich bin fast gewillt, Sie ‚Mister Unholdo‘ zu nennen, Sie frauenfeindlicher Mensch!“ (*spuckt sich selbst aufs Kleid*)

Interviewer: „Nana! Ich bitte Sie sehr höflich, mich nicht mit Ihrem afrikanischen Stammessymbol gegen den Arm zu stupsen! Ich habe lediglich eine Frage gestellt.“

Mister Diverso: „Und ich denke, dass meine Folge so selbsterklärend ist, dass das Fehlen einer spontanen Lobpreisung ihrerseits bereits einen Angriff darstellt!“

Interviewer: „Sie meinen, weil in dieser Folge herauskommt, dass der Doctor anscheinend vor allen anderen bekannten Doctoren bereits eine Frau war? Und alle haben es nur vergessen, sie selbst inklusive?“

Mister Diverso: „Sind Sie farbenblind oder einfach nur unhöflich, Sie Arsch? Wollen wohl mit Ihrem unglaublich großen Gemächt angeben, was? – Es geht vor allem darum, dass der Doctor mal eine SCHWARZE Frau war. Ist das nicht toll? Von wegen, das aktuelle Geschlecht des Doctors sei nur eine Ausnahme! Weiblichkeit ist der Grundzustand des Charakters! Und das haben wir uns garantiert nicht erst in den letzten Monaten ausgedacht! – Und hören Sie sofort auf, mir geheime Penissymbole zu zeigen!“

Interviewer: „Sorry… Äh… Ich habe doch nur… meine Finger auf meine Knie gelegt…? Ähm… Okay, wenn Sie über den afrikanischen Hintergrund der Figur reden wollen, dann können wir das sehr gerne machen.“

Mister Diverso: „Tun Sie nicht so großkotzig, als wäre ‚Afrika‘ ein großer, gleichförmiger Verein und damit alles gesagt! Sie sagen doch auch nicht Westeuropa, wenn Sie ‚Britannien‘ meinen, oder? Es handelt sich hier um einen Timelord, der das Aussehen einer afrikanischen Frau aus Subsahara-Afrika verwendet. Wobei ich hinzufügen möchte, dass dieses Wort oft als falsche Alternative zu ‚Schwarzafrika‘ verwendet wird. Wikipedia meint dazu: ‚Obgleich der rassentheoretische Hintergrund des Begriffes hier weniger offenkundig ist, impliziert dieser Begriff dennoch fälschlicherweise, dass afrikanische Staaten nördlich und südlich der Sahara homogene Räume seien.[5]‘!“

Interviewer: „Könnten wir BITTE kurz über die eigentliche Story sprechen??“

Mister Diverso: „Natürlich… Sie möchten bestimmt über Captain Jack sprechen, oder?“

Interviewer: „Eigentlich wollte ich das erst später…“

Mister Diverso: „ER IST WIEDER DA! Fanboys lieben diesen Trick! Fangirls sind ganz aus dem Häuschen! Warum dieser omnisexuelle Mann das Franchise wieder ganz nach vorne bringt! Lesen Sie hier, wie das neue Doctor Who mit den alten Episoden verknüpft ist! Kaum zu glauben: Captain Jack ist einer der beliebtesten Charaktere!“

Interviewer: „Zitieren Sie etwa gerade einfach nur die Clickbait-Artikel der bezahlten Jubelpresse?“

Mister Diverso: „Na, da röst‘ mir einer mal einer einen Massage… äh… Marderschaden… äh: Mysogynisten! Sie sind ja ein richtiger Schnellmerker!“

Interviewer: „Okay. Wenn Captain Jack wirklich nur mitspielt, um alte Fans ruhig zu stellen, würde das erklären, warum der einfach nur sinnfrei auftaucht, die langweiligen Companions mit seinem Raumschiff um den Block fährt, mit ALLEN am liebsten Bumsen möchte (der Gag war 2006 schon alt?!) und nach einer Quasselrunde mit seltsamen Story-Andeutungen einfach wieder abzischt. Ist das nicht ein bisschen arm? Ich meine, der könnte doch einfach SAGEN, was er genau mit dem Cyberman meint, mit dem der Doctor bloß nicht Eis-Essen gehen soll!“

Mister Diverso: „Noch nie was von tiefgreifenden Story-Andeutungen gehört? Wir werden uns zu diesem Blödsi… dieser premiumhaften Luxus-Andeutung nämlich noch eine total geile Geschichte ausdenken! Und wir wissen jetzt schon, dass es dabei irgendwie um die Cybermen gehen wird! Alte Fans liiieben diesen Kniff!“

Interviewer: „Apropos alte Figuren: Die Nashorn-Aliens haben Sie auch nur deswegen ausgegraben, weil die bei David Tennant so beliebt waren und so kultig gesprochen haben?“

Mister Diverso: „Natürlich nicht nur deswegen! – Auch aus dem Grund, dass Aliens, die wir uns SELBST ausdenken, sogar als Erschrecker in der Kindergeisterbahn noch von 6-Jährigen verprügelt wurden. Weil unsere Ideen so dämlich sind. Aber wir müssen es ja auch nicht besser machen! Wir haben FEMINISMUS. Und für den Rest halt das alte Zeug.“

Interviewer: „Apropos Erschrecker… Ich fand das irgendwie komisch, wie die nette Omi, der nette Servicebedienstete und der fast-nette Mann (von dem schwarzen Doctor) kaltblütig ermordet wurden. Ich meine, das waren ja noch nicht mal kreative Tode? Die wurden dreimal einfach weggeschossen und fertig!“

Mister Diverso: „Richtig. Das waren ja auch alles Männer. Sogar die Omi, glauben Sie mir. Und zwar hier oben, im Geiste! (*tippt sich verschwörerisch an die Stirn*) Und ihnen wird in diesem Zusammenhang nicht entgangen sein, dass unser schwarzhäutiger Doctor ebenfalls ein seeehr cooler Doctor ist! Die benutzt nämlich auch richtig große Waffen! So richtig große, harte, plumpe Waffen! Wie früher nur die Männer in Serien und Filmen, verstehen Sie mich?!“

Interviewer: „Ja, schon verstanden. Frauen dürfen diese alten archaischen Dinge jetzt wieder ausgraben. Schusswaffen, die man – aus gutem Grunde – schon 1960 nicht großflächig für die männlichen Doctoren eingeführt hat. Ich habe mir zwar oft gewünscht, dass die Serie etwas härter wird, aber das wirkte irgendwie aufgesetzt. Vor allem: Als die Doctorin am Ende ihre Gegner zuschwafelt, hätten die anderen Nashörner ihr problemlos(!) in den Rücken schießen können. Man sieht ja sogar die ganze Zeit, wie die Aliens einfach nur reglos hinter ihr stehen!“

Mister Diverso: „Was wollen Sie denn noch?! Sie haben die Judoon wieder bekommen, danach hat Captain Jack unserer trantütigen Trauertruppe man ordentlich in die Diversität geblasen, es wurden Cybermen erwähnt, außerdem gleich ZWEI Vernichtungen von Gallifrey…“

Interviewer: „DAS habe ich auch nicht kapiert. Wieso ist das jetzt neuerdings angeblich ‚nicht mehr rückgängig‘ zu machen? Und wieso muss man das jemanden von Gallifrey extra erklären, die doch das Zeitreisen mit der Mutter- und Vatermilch aufgesogen haben? Gibt es hier noch irgendein übergeordnetes Konzept, eine Idee, eine Timeline, der man als Zuschauer folgen kann, ohne sich dabei mit dem Bügeleisen ins Gemächt gehen zu müssen?“

Mister Diverso: „Dazu habe ich nur 5 klare Antworten: Ja, Nein, Jein, Trans-Jein und Gender-Jein.“

Interviewer: „Ich bedanke mich für dieses Interview – irgendwie.“


Fazit: Cool! Endlich tut man nicht mal mehr so, als wollte man irgendwelche spannenden Geschichten erzählen.

Man nimmt einfach coole alte und nervige neue Elemente, wirft sie in einen Topf, erzählt irgendeinen Schmarrn, schiebt die Enthüllung 30 Minuten vor sich her, indem man die Nashörner vor einem Plattenbau arme Leute schikanieren lässt und nennt DAS dann „aufgeklärtes Fernsehen“.

Schade nur, dass man dabei nur mitbekommt, wie viel besser vor Jahren noch die Aliendesigns waren. Und wie spaßig die Figur des Jack Harkness doch war.

ACTION
HUMOR
TIEFSINN
ALLES IN ALLEM

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von Klapowski am 29.01.20 in Serienkritik

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Kommentare (14)

  1. ClaudeEatherly sagt:

    Doctor Who, Star Wars, Star Trek… Man raubt den Menschen ihre popkulturelle Heimat… postmoderne, neoliberale scheiße…

  2. Serienfan sagt:

    BEWARE!!! Oh großer Klapo, BEWARE of the IDES of MARCH!!!

    Exakt übersetzt: Hüte dich vor den Ideen des Chibnall.

    Gut, ich gebe zu, nicht erst Shakespeare sprach gerne mal zum Spannungsaufbau in Rätseln, das hat sogar Jesus mit seinem allwissenden Forshadowing getan. Aber hier ist es in etwa so lächerlich wie das Verteilen von 25 verschiedenen Audiofiles in einem „Mass Effect“-Labor.

    Es gibt schlichtweg keinen Grund, weshalb Captain Jack sein bedeutungsvolles „Beware the Lone Cyberman“ dem beschränkten Begleiterteam zum Auswendiglernen mehrfach vorbetet (vielleicht wäre ein Reim besser gewesen, sowas wie: „Der Män mit dem Cyber ist im Becher mit dem Fächer, der Pokal mit dem Portal hat den Lone gut und rein.“). Er hätte jedenfalls genug Zeit gehabt, im Klartext zu sprechen.

    Letztlich ist das selbstzweckhaftes Mystery-Box-Bullshit-Writing, das ja als so wahnsinnig modern gilt und das jegliches Geschichtenerzählen überflüssig machen soll.

    Dann noch garniert mit Fanservice-Zuckerguss und jede Menge ACTION!!!

    Ich fand das hier ja sogar noch durchaus kurzweilig.

    Was aber auf jeden Fall eine saudumme Idee war: Die zweite, weibliche Doctorin. Und zwar einfach deshalb, weil die so viel mehr Ausstrahlung und Charisma hatte, dass dagegen – ACHTUNG, jetzt kommt ein ganz supertoller Gag – die aktuelle Doctorin noch blasser als sonst wirkte.

  3. Simon Wright sagt:

    Echt bizarr, dass diverse Serienmacher lieber die Vergangenheit umschreiben, als sich einfach was neues auszudenken. Und wenn einem das nicht passt, ist man eben ein rassistischer frauenfeindlicher Fanboy. Ich mag Jodie Whitaker als Schauspielerin immer noch und ich fand, dass sie in dieser Folge fast zum ersten Mal wirklich sehr doctormäßig war. Und die Drehbücher davor waren halt einfach Mist. In meinen Augen, anderen gefallen sie ja. Ein Punkt also für den Doctor, ein zweiter für Jack. Ich habe mich einfach gefreut ihn wieder zu sehen, auch wenn sie ihn nur für doofe Hinweise und für das Loben der langweiligen aktuellen Companions benutzt haben. Wenn Jack die toll findet, muss doch auch der letzte griesgrämige Fan sie toll finden. Oder so ähnlich. Und wir hatten mit Jack schon eine Figur, der Geschlecht, Hautfarbe und Spezies total egal waren und die mit allem rumvögelte was sympathisch war. Weit bevor das in Mode kam. Mir ist auch egal, dass ein neuer Doctor schwarz ist, ich habe nur keinen Schimmer warum es plötzlich noch einen Doctor geben muss und wie man den dann mit Müh und Not in die alten Folgen reinerklärt. Das weise Internet vermutet ja unter anderem einen nullten Doctor, der dann aber beispielsweise mit einer Polizeibox rumfliegt, dessen Chamäleonschaltkreis erst beim ersten Doctor im London der 60er versagte. Chibnall hat dann ja auch gleich in einem Interview preisgegeben, der Ruthdoctor ist nicht aus einem Paralleluniversum und Jack kommt diese Staffel nicht wieder. Ok, Regel Nummer Eins: Der Doctor lügt. Gilt vielleicht ja auch für Showrunner. Schlimmer fand ich seinen Satz, er hoffe er kommt irgendwann mal wieder. Das tue ich auch. Hätte er doch bloß die richtigen Kontakte zu den Machern der Serie…

    Ich konnte mir die Folge aber durchaus ohne körperliche Schmerzen ansehen. Wenn man schon alles mögliche ausgräbt, hätte der Valeyard vielleicht eher ein Comeback verdient. Die dunklen Seiten des Doctors in einer anderen Inkarnation vereint, sollte doch auch für genügend Tristesse sorgen. Und man muss sich nicht alles so hinbiegen, dass es passt und das Publikum muss nicht mit billigen Plottwists genervt werden. Wobei die meisten Kritiken sich ja gar nicht wieder einkriegten vor Begeisterung. Wenn die Aufklärung für alles naht, würde ich auch gerne so begeistert sein, aber das wird wohl eng. Sehr eng.

  4. Zwenti sagt:

    Noch erschreckender als die Folge selbst ist, wie die User auf Serienjunkies bei diesem Rotz abgehen. Ich weiß nicht was diese Typen in ihren Kaffee geben (Pferde-Tranquilizer?) aber wie schmerzbefreit (oder sollte ich lieber sagen abgestorben) muss man sein um diesen Dreck großartig zu finden? Ich könnte mich jetzt ewig darüber auslassen aber mir fehlt dazu die Energie. Ich will nicht mehr andauernd negativ sein deshalb meide ich Doctor Who, Star Trek, Star Wars und Co. großräumig. Doc Who habe ich über 25 Jahre geliebt bis Steven Moffat angefangen hat den Doctor Stück für Stück zu dekonstruieren. Chibnall setzt jetzt den Deckel auf den Sarg. Natürlich unter lautem Applaus der Minderbemittelten.

    Der Friedhof ist übersät mit frisch ausgehobenen Gräbern. Discovery (alles nur nicht Star Trek), Picard (die Föderation ist xenophob bzw. rassistisch schon klar), Terminator (keine Ahnung wie man diese Abomination beschreiben soll), Ghostbusters (ähh ja) oder Star Wars (the force is female und dümmer als eine Show von Mario Barth). Man kann rückblickend schon froh sein dass das Farscape und Firefly erspart blieb.

    Und ich werde das Gefühl nicht los dass wir Fahrenheit 451, Schöne neue Welt und 1984 mit riesigen Schritten näherkommen. Aber jetzt entschuldigt mich denn ich habe eine Verabredung mit einer Packung Valium, zu der ich nicht zu spät kommen will.

  5. Klapowski sagt:

    Mal ganz abgesehen von dieser Folge hier: WILL man eigentlich noch spannende Weltraumgeschichten erzählen?

    Bei einer Bewertung beurteile ich nämlich auch immer, ob ich mir nicht eine Serie vorstellen kann, die zig mal so gute Ideen hat. Und das sage ich jetzt nicht nur aus Eigenlob.

    Wie wäre es mal damit, dass der Doctor auf einem Planeten landet, auf dem gesellschaftlich erwartet wird, dass die Jüngeren in einem bestimmten Alter ihre Eltern fressen? Weil die alle… was weiß ich… eine Art zerstörerische Energie in sich tragen, die beim Tod der Älteren den Planeten schädigt. Und die halt nur von Blutsverwandten absorbiert werden kann.

    Aber eine bestimmte Familie will das nicht tun und vermutet, dass die Regierung etwas vor ihnen geheim hält. Jetzt soll der Doctor für sie in ein geheimes Archiv teleportieren, um die alten Schriften mit eigenen Augen zu sehen…

    Dabei werden sie von einem Wachmann angegriffen, der dann von einem der Aliencompanions die Treppe runtergestoßen wird – tot. Jetzt muss der Doctor nicht nur die alten Unterlagen finden, sondern sich auch entscheiden, was er mit dem bereits gefährlich ausdünstenden Leichnam macht. In die TARDIS darf der nämlich nicht, da die darauf hochallergisch reagiert. Muss man jetzt wirklich jemanden finden, der die Leiche frisst?

    Hinter allem steckt am Ende eine große Entität, die vor 1000 Jahren von ebendiesem Volk geschädigt wurde. Ein Wesen, das die Vernichtungsenergie künstlich einbrachte, damit die alten Gegner sich nicht groß Vermehren und den Schmerz fühlen, den ihre Vorfahren dem Universum zugefügt haben…

    In einer zweiten Folge kann dann auch gerne zusammen mit einem Gesandten dieser Entität in die Vergangenheit gereist werden, um zu sehen, was damals wirklich passiert ist. Und in der dritten Folge suchen alle zusammen dann GANZ woanders ein Heilmittel.

    Was ich damit sagen will: Wer dem Rhinoceros-Rotz eine supertolle Bewertung gibt, muss das ewig gleiche Konzept ja total super finden: Man rennt blöd rum, verwirrt die bewaffneten Gegner mit dummen Sprüchen und dem YPS-Pseudo-Ausweis und bedroht sich ständig. Obwohl die Gegenspieler nie Bock haben, dem Doctor samt Geleit einfach mal die Zähne wegzudreschen.

    Das wäre so, als wäre Picard mit Riker und Wesley stets im Gänsemarsch einen Planeten rauf und runter spaziert, weil die fremden Monster mal alle paar Minuten in den Bedrohungsmodus schalten. Da hätten wir doch auch nach anderthalb Episoden gesagt: „Geht’s noch? Das ist doch kein Konzept für eine Serie, in der man ALLES erzählen kann!“

    Nur bei Doctor Who sind die restlichen Fans so geschmacksterminiert, dass sie das sinnbefreite Gefasel für moralische oder abwechslungsreiche Geschichten halten. Dabei schreibt jeder Fanfiction-Autor vermutlich besseres Zeug?

    Perfekt muss es ja nicht sein. Ich habe ja bei meiner Idee weiter oben auch bei „Death Stranding“ geklaut.

    • J Mischke sagt:

      Ich glaube, es gibt viele Geschichten zu erzählen, alleine die russische SF bietet da ja etliche gute ( und mittelgute ) Beispiele.
      Ein Blick auf Lem ( der Unbesiegbare mit den kleinen fiesen Dingern [ wir sind klein und gemein ] oder Solaris [ ich bin gross und famos ] ) oder die Strugatzkis böten Stoff für etliche Serien.
      Aber das würde Risiko bedeuten und so wird hält aufgewärmt, was bei drei nicht im Tiefkühlhaus sitzt. Kreativität gibt es höchstens noch im Aushandeln der Gehaltsschecks. Und wenn mal einer mit ner guten Idee kommt, gibt es keine Möglichkeiit, in den Zirkel der erleuchteten Drehbuchschreiber zu kommen. ( „Sie haben ja gute Ideen, können Sie mir die mal ausführlicher erzählen?“ [ Schreibzeug rausholend ] )
      Vielleicht ist es an der Zeit, über andere Modelle nachzudenken. Iron Sky ist ja ein gutes Beispiel, das Fans „ihren“ Film finanzieren können. Dann wäre SF nicht so langweilig wie es momentan ist.

    • Klapowski sagt:

      Es gibt ja immer mal starke Gegenbewegungen, die man nicht unterschätzen darf. – Erst ist die „Jugend“ total unpolitisch, dann beschimpfen sie mit Greta-Maske verängstigte Plastiktüten im Supermarkt. Erst kommt Obama, dann Trump. Auf SUV und Diesel folgt hoffentlich Wasserstoff (der Lithium-Ionen-Motor ist ja eher von Vorgestern) und trotz Pornographie & Co. sind viele Jugendliche heute sexuell deutlich weniger aktiv als früher.

      Starke Strömungen erzeugen eben auch starke Gegenströmungen. Man muss halt nur laut genug meckern. Vielleicht dürfen die guten Autoren ja dann auch mal was machen?

      Ich warte also Zähne- und Fußnägelknirschend nur auf den Moment, in dem sich die Macher heutiger SF-Shows sagen: „Hey! So eine moralische Geschichte aus den 50ern! In undoof! DAS wäre doch mal was!“

      Was ich für das Klügste halte. Und auch für EINFACHER zu schreiben. Denn bei Trek und Who sind die Hauptfiguren oft technologisch so STARK, dass kampfartige Konflikte meistens sinnlos sind. Moralische Konflikte geben einfach mehr her.

      Bei denen muss man sich dann auch nicht ständig fragen, warum es unfassbar schwer ist, mit Orbitalwaffen, Transportertechnik und Phasern z.B. eine Frau auszuschalten, die wild durch die Straßen rennt. (gilt für „Picard“ und „Doctor Who“ gleichermaßen)

  6. Donald D. sagt:

    Ich habe auch so eine tolle Idee für „Doctor Who“. Die ist mir beim Spaziergang gekommen und seitdem habe ich sie immer detaillierter ausgearbeitet. Und ohne es zu übertreiben, könnte es eine in den Top 10 der besten Folgen aller Zeiten werden. Schade, daß man keinen bei der BBC kennt.

    • Klapowski sagt:

      Das Macherteam hört das vermutlich jede Woche in der Kneipe oder dem Supermarkt: „Eyyy, isch habb‘ da ne guuute Idee für Doctor Who, Kollegeee!“

      Aber was soll man sagen? Wenn man die etwas umgestaltet (die auswärtigen Ideen jetzt, nicht den Fan), wären die wohl wirklich deutlich frischer als das derzeitige Programm! Dafür lege ich glatt Chibnalls Hand ins Feuer…

      Und ich halte weiterhin daran fest, dass 50% der Zukunftia-Kommentierer – mit etwas Mühe – zumindest eine der besseren Who- oder STD-Episoden schreiben könnten.

    • Donald D. sagt:

      @ Klapo: Für „Disco“ bin ich zu schlau. Ich müßte mich storytechnisch auf ein dermaßen dämliches Niveau hinabbegeben, wozu ich mich persönlich nicht in der Lage sehe.

  7. ClaudeEatherly sagt:

    It’s the „Postmoderne“, stupid! Da hat der Nihilismus nicht nur kräftig an der Tür geklopft, sondern gleich das ganze Oberstübchen verwüstet… Chibnal, go home!

  8. ted_simple sagt:

    Von allen Schauspielern, die in den vergangenen Jahrzehnten den Doktor spielen durften, finde ich die Frau in dieser Folge am unglaubwürdigsten. Sie kommt bierernst daher wie eine Hauptkommissarin aus einem deutschen Krimi. Die Gewitztheit und Lockerheit des Doctors fehlt mir vollkommen.

    Aber es musste unbedingt eine SCHWARZE FRAU sein, nicht wahr. Demnächst wird das Niveau dann noch weiter runtergeschraubt, weil wir unseren ersten transsexuellen Doktor sehen sollen – nur leider gibt es da nicht so viele Schauspieler zur Auswahl, so dass man schon mal Abstriche machen muss.

  9. bergh sagt:

    tach auch !

    Wieso?
    Captain Jack ist doch schon wieder da.
    Und der ist Metrosexuel,
    was nicht bedeutet, dass er nur Sex in U-Bahnen hat.
    Oder hieß das MeteoroSexuel:
    Man hat nur Sex bei Wetter ?

    Mich kann werde bei Picard noch bei Doctor Who noch irgendwas erschütter.

    Gruß BergH

  10. ted_simple sagt:

    Wow, die neueste Folge „Praxeus“ ist der bisherige Tiefpunkt von Chris Chibnals Run.

    Wieder das Thema „Warum tun wir das unserer Erde an?“, wie in „Orphan 55“, nur diesmal in langweilig. Ich finde es ja schon bei den historischen Persönlichkeiten in gewissen anderen Folgen grenzwertig, wenn uns deren flache Charakterisierung mit dem Holzhammer eingetrichtert wird … aber hier wird der Bogen überspannt, wenn im Zentrum der Folge die Botschaft steht „Mikroplastik ist böse!“ und die gaaanze Folge da herum gestrickt wird.

    Am Bescheuertsten war, dass man irgendwie noch eine Raumkapsel und ein U-Boot einbauen wollte, um die Geschichte mysteriöser zu machen … wobei beides nicht wirklich in die Story passte.

    – Äh, warum genau ist die Raumkapsel abgestürzt?
    – Äh, warum genau ist das U-Boot auf Grund gelaufen? Haben die kein Sonar an Board, um Hindernisse zu erkennen und auszuweichen?

    Diese Folge hat sich angefühlt wie ein Rehash. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich Kurtzman oder JJ am Steuer vermuten. War so „spannend“ wie New Trek.

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