Film- und Serienkritiken

Der Latinum-Standard des Star Trek Universums

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„Star Trek – Starfleet Academy“ – 1.02 – „Beta Test“ – Review

„Star Trek – Starfleet Academy“ – 1.02 – „Beta Test“ – Review

In der zweiten Folge von „Starkfleet Parody“ kommt eine Delegation Betazoiden auf die Akademie. Weiß gewandet und mit einem Ziel: Eine Allianz für unterwürfige Sabberlappen. Und für Freunde von kitschiger Klavierspielmusik im Hintergrund. Doch was ist das? Uneinigkeit durchwabert die strahlenden Hallen der 10 Quadratkilometer großen Himmelspforte? – Na, vielleicht kann Caleb einer der Begleiterinnen ein paar akrobatische Tricks beibringen, um die Allianz zu retten. Aber natürlich nur mentale Akrobatik. Beim Knutschen würde der luxanische Gedenkstein aus der Zahnspange fallen.


Okay, JETZT geht es los, dass uns die Autoren sagen:

„Ihr interessiert euch für Star Trek? Ferne Sterne, unbekannten Lebensformen, Wesen aus mysteriöser Materie? – Ja, WIR auch!
Tja, aber was sollen WIR schon machen? Die Starfleet-Studenten haben halt keinen Bock darauf!“

– Der Holodoc stellt einen selbstreplizierenden(!) Schleim vor und streut ein paar Boomerwitze ein? Schon schmeißt sich die Hälfte der Klasse weg. („HAHA! Wenn wir sterben, bekommen wir eine Sechs! Jetzt habe ich es kapiert!“ – „Äh… Das war vor 12 Stunden, Dude. Geh endlich ins Bett!“)

– Im Geschichtsunterricht werden alte Steinplatten aus dem Bestand der USS Stockfootage besprochen? Schon können sich die Studenten nicht mehr halten: „Gibt es einen Mythos über krasse Fischwesen, die irgendwie… äh… Fischwesen sind? Den eigentlichen Gag müssten Sie selber einfügen, Herr Lehrer.“

– Es gibt eine Ansprache darüber, wie das Universum moralisch verbessert werden soll? Schon schwenken wir rüber zu den Leuten vom benachbarten „War College“. Und zu „Duty!“-Geschrei. Tja, irgendwoher müssen ja die Szenen kommen, die wir in 10 Jahren als typisch für die Trump-Ära analysieren dürfen.
Star Trek als „Spiegel seiner Zeit“ und das restliche Gelaber halt.

– Jet Reno erzählt erst was über den Discovery-Zeitsprung und dessen physikalische Bedeutung, aber muss dann spontan an ihrer Konsole rumspielen? Super, kann ich MEIN Handy ja wieder weglegen…

Dazu passt ja, dass Drill Sergeant Halb-Jem’Hadar sagt: „Es geht nicht um Waffen hier. Sondern um MICH!“ – Keine Ahnung, warum genau. Irgendeine Psychostörung nach einem traumatisierenden Dickenwitz entwickelt? Oder bereits zwei Armeen ausgeschaltet, indem sie sich auf sie gesetzt hat?

„Private Paula? Sie haben in der Quantenphysik-Stunde drei Katzen in Kisten getötet! Sofort drei Runden um den Block.“ – Draußen steht ein echter Schrei(n): Im „Boothby Memorial Park“ (kein Witz!) rennen nicht nur die Selbstreferenzen im Kreis… Haben Sisko und Picard eigentlich jemals von ihren einhundert Liegestützen unter Sergeant Sadistimo berichtet?

Übrigens habe ich hier erst bemerkt, dass ich vorgestern den Vorspann der Pilotfolge weggedrückt hatte.

Eigentlich gäbe es dazu viel zu sagen… Lobendes wäre aber nicht dabei. – Wenn man z.B. schon eine CGI-Blume aus einem Boden wachsen lässt, kann man doch wenigstens echten Boden filmen, keine Textur-Tapete mit N64-Ektoplasma drauf? Und wieso muss ich an Nordkoreanische Propaganda denken, als die rosa Blütenblätter durchs Vorderhaus wehten?

Fehlte nur ein Flugzeugträger mit draufgemalter Faust. Neben einem Vulkaniergruß?

Und geht es nur mir so, oder hätte ihr euch auch eine ANDERE Alienfigur für den plötzlichen Trend zu komplett animierten Wesen gewünscht?

„Und was machst du heute so, Stony?“ – „Nicht zu oft auftauchen. Viel zu teuer.“ – Steiner, sein eisernes Kreuz: Dieser Klumpenkoloss entstammt natürlich der eingestellten Trek-Kinderserie „Prodigy“. Ein erster Hinweis auf die Laufzeit von Starfleet Academy? Und dass die angepeilte Zielgruppe ebenfalls exakt DIESES Babyface aufweisen sollte?

Die ersten 15 Minuten der Episode darf man getrost wie holografisches Wasser durch die Hirnhirse rauschen lassen:

– Wer hat was illegal gehackt? Das gäbe nämlich einen Eintrag ins Klassenbuch. Oder eine Comedy(?)-Routine von der weiblichen Jem-„Isst du das noch auf?“-Hadar.

– Wer hat eine Bananenallergie und will nicht mit seinem Erzfeind die Stube teilen? Bitte auch NICHT hinterfragen, warum die Raumzuteilung gefühlt erst Tage(!) nach der Pilotfolge erfolgt. Aber okay, genug Sofas stehen ja in der Lobby rum.

– Die Mutter von Caleb ist nach 15 Jahren immer noch verschwunden. Das wird ihr eine Lehre gewesen sein? Die klaut nie wieder ein Stück Brot oberhalb von 1,5 Gramm, harrharr!

– Es geht um Betazoiden hinter einer psyonischen Planetenmauer, die sich dort seit 100 Jahren verstecken. Eigentlich will man aber nur Holly Hunter zeigen, die verpeilt auf Tischen sitzt und laut aus ihrer Tasse schlürft. Kann ich angesichts der mageren Hauptgeschichte verstehen. (*Livecam für eigenen Rülpsreflex aufstell*)

Was ist jetzt eigentlich der Deal bei ihrem Verhalten? Einfach nur schräg sein, weil’s versehentlich kultig sein könnte? Oder einfach keine Lust auf’s Schauspielern? (Ihr Agent: „Frau Hunter macht nur mit, wenn sie nicht weiß, wann die Kamera läuft!“)

„Neeein, der giftige Schleimpilz ist ausgebrochen!“ – „Kein Problem, das Schlagsahne-Sprüh-Hologramm sorgt dafür, dass sie mit Cremegeschmack auf der Zunge sterben.“ – Alex Kurtzmans Cum-Shots in die Trekkiegesichter sind seit 7 Jahren legendär… Und im Staffelfinale fahren vermutlich Clowns auf Einrädern rum und rufen: „Die Sahnetorte im Gesicht ist von Bajor“?

Trotz aller Kritik:

Interessant finde ich es schon, dass sich Leute, die teilweise „Strange New Worlds“ und „Picard“ (Staffel 3) okay fanden, sich besonders über DIESE Serie hier aufregen. Dabei ist „Starfleet Acadamy“ tatsächlich das, womit man am entspanntesten umgehen kann.

Hätte nie gedacht, dass ich das sagen würde!

– Immerhin sind die unsicheren Loser hier keine Kultfiguren wie Picard. Oder gar fertige Offiziere wie Burnham, die trotzdem undichte Augenränder haben..

– Die ganze Serie ist konzeptionell eher „Buffy“ als „DS9“. Wenn auch eher die schlechten Folgen von „Buffy“.

– Trotz des ganzen Schwachsinns ist das immer noch realistischer als das vielgelobte „Lower Decks“, wo Kadetten als „Müllmänner auf Abruf“ auf dem Flur pennen mussten.

– So egal die ganze Serie auch ist: Bisher behauptet sie wenig Bedeutungsschwangeres. Ändert sich natürlich noch, aber ich kann DANN ja immer noch meckern.

Somit hatte ich teilweise nicht alle paar Sekunden ein beschissenes Gefühl, sondern erst beim kurzes Kopfkratzen zwischen den Szenen. („Äh, und WAS GENAU hat den Alex hierauf so rattig werden lassen? Section 31 war doch ein komplett anderer Fetisch?“)

„Was soll das heißen? Wieso ‚leicht und unbeschwert‘? Und was ist überhaupt ein Rafaelo?“ – Manche nennen es Rock, andere einen Gürtel: Das erste Love Interest darf nicht fehlen. Natürlich mit Dialogen, bei denen die eigenen Ohren zur Seifenfabrik werden.

Ein bisschen interessiert hat mich sogar die politische Verhandlung mit der gehörlosen Betazed-Deligation („Wir verlangen 12 Kriegsschiffe zu unserem Schutz. Und Vetorechte bei Strafzöllen ab 250% aufwärts“), aber dieses Gefühl war schnell wieder vorbei, als man absichtlich(!) den vollgeschmierten Caleb in die erste Reihe setzte. Was auch immer man sich davon erhoffte. Mitleid von den Aliens? „Ich füüühle das Bedürfnis nach Feinwaschmittel im Publikum.“

Aber all diese Ablenkungen sind kein Bug, sondern ein Feature. So ein Gehirn will ja auch mal Pause machen von all den anstrengenden Ansprachen und politischen Happenpappen mit nur zwei Kalorien pro Viertelstunde… Wie stellte es der Betazoid zu Beginn dar? „Das wird eine eher kurze Verhandlung.“ – Verstehe ich. NATO-Gespräche in einer Gymnasiasten-Aula neigen eh dazu, kurz gehalten zu werden?

Und wegen dem ständigen Trip nach Ablenkungshausen fängt Caleb auch bei einem klärenden Gespräch mit Mutti Lümmelbein plötzlich an zu würgen („Feuerfrucht? Igitt!“). Danach wird er von einem kulinarisch informierteren(?) Wartungsroboter am Fenster ausgelacht.

Wegen dieser „Guck, guck, guck!“-Mentalität sieht man z.B. auch einen sinnfrei eingebauten Exocomb (siehe TNG. Das war vor 800 Jahren!) ständig den Platz wechseln, während eigentlich über andere Dinge gesprochen wird. Und ja, solche Abschweifungen funktionieren sogar bei MIR manchmal, tut der Serie aber keinen Gefallen. Vor allem nicht, wenn nach 30-40 Minuten – kein Witz – mal die RICHTIGE Story anfängt.

Oder was man – mit bunter Schminke und Schrottresten – als eine solche darstellen möchte.

Das wäre so, als hätte man bei DS9 erst mal 2-3 Episoden lang Quark gezeigt, der Dabomädchen für „Ringelpiez mit Anfassen“ castet, um dann mal laaangsam den Sisko auf die Wurmlochwesen treffen zu lassen – natürlich mit dem üblichen Ausruf eines Forschers: „Ist ja vollkommen abgefahren, Alter?!“

„Die nächste Mission wird sehr wichtig, Caleb! Wir brauchen die Besten der Besten!“ – „Hey, dieser holografische Apfel schmeckt ja wie holografisches Wachsobst?“ – Sie nannten ihn nur den Beißer: Caleb wird als aufmüpfiger, schnell gelangweilter Grenzdenker dargestellt. Das kann man machen. Aber WARUM? In seinem Star Trek-Film „Auf der Suche nach Mister Mutti“ etwa keine Reiseplanung gemacht? Nie irgendwas organisiert, diplomatisch geglättet, klug durch’s Leben navigiert?

Calebs Liebensabenteuer plätschern derweil dahin wie damals der Schnulzenschleim von dem … Dings? Na, der Fiese mit dem späteren Helm. Mit Padme. In Episode 2 von Star Wars?
Wobei HIER immerhin solche Dialoge locken, wie:

„Lass mich mal hinter den Vorhang deines Lebens gucken.“

oder:
(gaaanz clever eingebundene Fanservice)

„Du hast da was auf den Zähnen.“ – „Hihi. Das ist das Auge von Luxor. Eingeschmiedet in die Ringe von Betazed.“

Und das ist noch nicht mal von mir übertrieben/umgeschrieben!

Ganz schlecht funktionieren auch die ganzen „Ist das abgefahren und weird!“-Dialoge. Zum Beispiel, als die junge Dame erwähnt, dass Hochzeiten auf Betazed nackt vollzogen werden. – Man sollte meinen, dass JEDER, der bereits durch’s Universum getingelt ist und mehr als anderthalb Alienrassen kennenlernen durfte, bei solchen Sachen wie „Kleidung mal kurz weglassen“ nicht gleich zum kichernden Dorfheiligen mutiert.

Was kommt als nächstes? Fragen wie: „Stimmt das, dass Klingonen scharfkantige Dinge in den Händen mögen? Tut das beim Rosenkranz-Beten nicht weeeh?“

Und wie kitschig ist es, dass man ausgerechnet mit Schnulzmusik zur Walbeobachtung stampft, um sich gegenseitig zu verführen? Wofür braucht man das blaustichige Geheule mit integriertem ST4-Seitenhieb eigentlich? Ihr seid doch eh schon seit Minuten rattig aufeinander?

Und ist der Verzicht auf eine ECHTE Romanze etwa der Angst geschuldet, dass man sich auf den letzten Metern um den Vorwurf der Seifenoper herumdrücken wollte? Wenn ja, wieso durfte der Beleuchter dann derartig freidrehen?! („Waaah! Dieses herrliche Licht! Ich möchte mit ihm viele photonische Babys machen, lechz!“)

„Ihr Betazoiden müsst verstehen: Ihr liegt um eine Dekade(!) zurück mit eurer Technologie. Entweder ihr werdet Mitglied oder unser neuestes Grönland. 728 haben wir schon.“ – Die haben alle Druck am Stecken: Die Argumente, mit denen Betazed hier bearbeitet wird, rangieren zwischen „verständlich“ und „Wofür braucht ihr die Gedankenleser unbedingt? Habt ihr kein Palantir mehr?“

Inszenatorisch finde ich die Serie – und diese Episode – fast gelungen! Klar, das orangefarbene Licht und diverse Einstellungen triefen vor Schmalz und Sülzfarben, siehe auch die klischeehafte Plastikstimmung auf dem Schulhof. Aber teilweise gibt es echt laaange (getrickste?) Kamerafahrten mit fünfzig Statisten, dem Holodoc beim Operngesang, digitalen Wesen und anderen Elementen. Ohne sichtbarem Schnitt, wohlgemerkt. Muss sauteuer gewesen sein (siehe die Party bei Minute 0:40)!

Das trägt tatsächlich auch die murksigen Dialogszenen, bei denen nichts Relevantes passiert. Oder man sich fast als Sprechpuppe auf den Schoß von Filmkritiker Wolfgang M. Schmitt setzen möchte. Um zu kritisieren, was das alles machtpolitisch eigentlich bedeutet.

So gibt es eigentlich keinen Grund, warum Caleb, Betazed, die Liebesgeschichte und die Verhandlungen in einer gemeinsamen Episode auftauchen sollten. So richtig ändern sich diese Elemente gegenseitig nicht – eher im Gegenteil? („Hey, unsere Leute haben uns nun privat kennengelernt. Ein Grund mehr, TROTZDEM nicht zusammen zu arbeiten.“)

„Okay, Sie sind ein guter Verhandlungspartner. Ich lege noch einen drauf: Eine zehnstündige ‚Mutter in den Gulag‘-Geschichte, weswegen ich ihren Sohn immer bevorzugen werde!“ – Da steigen einem glatt die Tantiemen in die Augen: Captain Nahla Ake ist immer eine Wander… Wundertüte. Wie praktisch, dass es jetzt schon bezahlte(?) Artikel darüber gibt, warum sie komisch sitzt.

Klar, am Ende dreht man die Blabla-Sitzungen noch.

Weil man die neue Zentralregierung (Tadaaa) „auf Betazed bauen möchte“. Und wenn deren Mauern fallen, gibt es noch ein “Infrastrukturpaket“ oben drauf. Jucheee! Endlich Krankenversicherungen zum Volltarif und utopische Technologien? Nicht dieses ein Dekade alte Gelumpe, um das die Betazoiden angeblich hinterher (st)hinken!

Ja, vielleicht wird sogar eine Eisenbahnlinie nach Holly Hunters Figur benannt?

So stellen sich die Amis also heute internationale Verbindungen vor: Ein bisschen Blink-Blink und warme Worte („Wir geben Ihnen … eine neue Mauer! Aber mit uns zusammen! Ähm, das macht dann fünf Fantastilliarden Föderations-Dukaten.“). Ernsthaft um ganze Völker oder Quadranten geht es nicht. Wichtig ist es, im persönlichen Vier-Augen-Gespräch – in der Aula auch auf 400 Augen erweiterbar – sanft etwas anzubieten. Moral und Werte werden zwar vorgeschoben, sind aber eigentlich so störend wie ein Knoblauch-Snack vor dem Zungenkuss.

„Horch! Welch tirilierendes Geflöt umschmeichelt mein Ohr? Lalala?“ – „Es ist der Wüstenlurch, der den Hodensack auch der reichsten Könige allzugerne nascht!“ – Mit Spack fängt man Mäuse: Robert Picardo war bestimmt nicht unglücklich, dass man ihn sooo lange singen ließ? Auch hier sehen wir womöglich das Ende einer Verhandlungstaktik, bei der alle profitieren. Nur halt nicht der Zuschauer, der SF mag. Aber davon können WIR ja bereits ein Liedchen trällern?

Wie schon bei SNW, PIC und DISCO wird auch das Ende wieder sehr unknackig erzählt. Wo man früher innerhalb von Sekunden ein passendes Abschlussbild oder einen Schluss-Satz lieferte, hockt man hier abermals eeeewig zusammen und labert sich die Lore schön.

Und nein, mit „Lore“ meine ich leider nicht die Blonde aus der Parallelklasse. Lechz.


Fazit:

Komisch, so richtig hassmäßig reinsteigern kann ich mich trotzdem nicht. Mache ich was falsch?

Hat man bei anderen Serien – ab 2017 – komplette Planeten/Universen verkorkst, sind das hier halt langweilige K(n)opfmassierer mit der Lizenz zum Flirten. Klar, alles irgendwie Doppel-Nullen, aber dadurch näher dran an einem normalen Schulalltag.

In meiner Laufbahn flogen solche „Kids“ ja auch erst nach 2-3 Jahren raus.
Genug Zeit bleibt also noch. Schauder…

Klar, freiwillig würde ich keine weitere Episode anschauen, aber wenn man nebenbei die Wohnung wischen will, kann man durchaus manches wertschätzen. („Hey, der Holodoc singt ja wirklich toll den Papageno!“)

Inhaltlich bleibt es natürlich hauchdünne Dachpappe, die den knatternden Franchise-Ofen trocken halten soll. Politische Verhandlungen finden nur statt, damit der Sülzopa sich etwas zieren kann („Bekommen wir auch 100 Replikatorrezepte geschenkt?“) UND weil man nicht eine Stunde lang das Liegesgesäusel bei der Wa(h)lbekanntschaft präsentieren kann.

Aber negativ ausrasten werde ich da nicht mehr, wenn es so bleibt.

ACTION
HUMOR
TIEFSINN
ALLES IN ALLEM
SPARKIS MICKRIGER MEINUNGSKASTEN
Alltag auf Hogwarps
Jo, Jo, Jo! Was geht ab, meine Akademie-Broskis??

*fünf liter romulanisches ale durch ‘nen schlauch wegzieh*

*rülps*

Diese Nerds von Haus Gryffindor gesehen? Caleb mag ja der coole Auserwählte sein, aber das mit dem Zauberschleim muss er wirklich noch lernen, har-har! Dann lieber zu Slytherin im War College nebenan.

Und unsere Kanzlerin Ake kann sich ruhig mal Schuhe anziehen, vor lauter Mauckenmuff gibt es sonst noch einen Warpkernbruch. Aber sehr wichtig, dass dies vom Kriegscollege-Chef mal angesprochen wird, so etwas fehlte mir bis jetzt beim Trek („Commander Riker, nur im Schlübber hocken wir eigentlich nicht auf der Brücke.“).

Caleb ist auch weiterhin der (zu) Coole von der Schule. Nach seinem Com-Hack in 0,6 Sekunden in der letzten Folge setzt er nun ein nerviges Hologramm ausser Gefecht, indem er dieses alle Kaffee-Bestellungen im gesamten Quadranten runterzählen lässt (Kein Witz!). Jahaaa, gegen unseren Dude mit Baumstamm-Armen haben auch Software-Entwickler keine Chance! Grok, zähle mir sofort ALLE Gründe auf, warum Musk eine eklige blöde Heulsuse ist! *wurst an brennender serverfarm brat*

Dabei lernt Caleb auch Tarima kennen, eine Junior-Abgesandte vom Betazed und rein zufällig die Tochter von deren Präsidenten. Ihr Bruder übrigens auch.
Vetternwirtschaft? In meeeeinem Universum?

Zwischen den beiden funkt es dann auch sofort. Also, ich meine wirklich SOFORT. Die Gute hockte ja bereits begattungsbereit auf ihrer Parkbank bevor die zwei überhaupt nur ein Wort gewechselt hatten. Die wenig subtile Musikuntermalung und romantische Sonnenuntergangsstimmung ließ ihnen aber auch keine Wahl.

Tarimas Vatta dagegen ist nicht zum flirten an der Akademie, sondern um über einen Wiedereintritt seines Planeten in die Föderation zu verhandeln. Warum an der Akademie? Wieso werden diese Verhandlungen öffentlich am Podest und vor doofen Kadetten geführt? Keine Ahnung, als kalifornischer Autor hat man es halt nicht so mit Politik („Herr Merz, willkommen in der Fahrzeug-Zulassungsstelle Bielefeld. Kommen wir auf den Punkt: Wann gibt es endlich Taurus-Raketen für die Ukraine?!“).

Immerhin stellt Papa Betazed nebenbei mal die Frage (so wie ich), warum jemand wie Caleb überhaupt angenommen wurde. Respekt. Und die Antwort, dass seine Verbrechen ja außerhalb der Föderation begangen wurden, hat mich dann auch nicht mehr überrascht („Natürlich, er trägt die Ohren seiner Feinde am Gürtel, aber das passierte doch nicht bei UNS!“).

Caleb interessiert dieser ganze politische Mampf jedoch nicht, er ist schließlich mit willige Weiber aufreißen beschäftigt. Und, ganz ernst gemeint, einer Dame mal vorher richtig zuhören und damit ordentlich punkten kann man nur respektieren. Und schön zu wissen, dass die Buckelwale auf der Erde wieder heimisch sind. Endlich kann man wieder ordentliche „Deine Mudda“-Witze machen.

Aber ohne Drama geht es natürlich nicht. Denn, ganz unter uns, ich glaube die Genesis ist voll neidisch auf Tarima. Habt ihr auch ihren Blick gesehen, als sie mit Caleb an ihr vorbei gelaufen ist? Girl, du passt besser auf. Miaaau, hab ich recht?! *krallenhände mach*
Gut, hat zwar alles das Niveau einer Disney-Teen-Serie, aber immerhin gibt es dieses Mal gar keine existenzielle Bedrohung, sondern einfach nur Alltag auf der Hormon-Akademie. Kann ich schon eher akzeptieren als tödliches Superschiff #542.

Einen Tag (?) später gibt es aber auch schon Brüche in der 5 Minuten alten Dauer-Beziehung zwischen Caleb und Tarima. Er hat ihr gar nicht von seiner dunklen Vergangenheit erzählt und sie nur ausgenutzt (Wie denn? Von den Betazed-Sternenkarten wusste er doch gar nix.), was nach nur zwei oder drei Begegnungen echt seltsam rüberkommt („Gestern, als wir uns an der Wursttheke zum ersten Mal sahen… warum hast du mir nie von deiner Gefangenschaft in Nordkorea erzählt?!“). Alles war so übertrieben dramatisch auf „Young Adult“ Niveau, die einzige Steigerung wäre eigentlich nur SO möglich (in einer überraschend ähnlichen Szene):

Am Ende geht aber alles noch einmal gut aus. Caleb spricht sich mit seiner alten Flamme aus („Schatzi, nächste Woche haben wir Jubiläum! Dann sind wir EINE Woche zusammen, hach!“) und Papa Betazed wird für seine wenig kompromissbereite Einstellung auch noch belohnt („Wie wäre es, liebe Briten? Wieder in die EU? Machen dafür auch London zum neuen Zentrum, dieses Brüssel muffelt eh .“).

Da freute ich mich schon eher darüber, dass der Fisch-Bully dem Caleb beim Bettmachen hilft. Nee, wirklich.

Fazit: Nach dem einfallslosen Piloten gefiel mir diese reine Laber-Folge tatsächlich einen Tacken besser. Es wird zwar deutlich, dass man dieses Mal wohl die „Highschool Musical“ Zielgruppe anvisiert (siehe Video oben), aber DAFÜR kam mit der Verhandlung um den Betazed-Beitritt und die reine Anwesenheit von Wissenschaft wenigstens ein HAUCH von Trek auf. Mehr wie ein schlechter Atem mit Fisch drin, aber man nimmt ja, was man krieg— atmen kann. Aber immerhin haben wir unsere Charaktere einfach mal miteinander REDEN sehen, ohne dabei von Explosionen unterbrochen zu werden. Wenn man diese Personen jetzt noch mögen oder interessant finden würde, dann wäre das schon ein echter Fortschritt. Aber da wir uns bei dieser Serie ja erst… *seufz*… am Anfang befinden, kann man das ja noch nicht wirklich in die Wertung einfließen lassen. Denn wie lautet doch das Mantra der Kurtz-Hoffnungsvollen: Das wird später bestimmt voll gut!

*prust*

ACTION
HUMOR
TIEFSINN
ALLES IN ALLEM

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BS

Artikel

von Klapowski am 18.01.26 in Star Trek: Starfleet Academy

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Kommentare (3)

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  1. Kazaril sagt:

    „Komisch, so richtig hassmäßig reinsteigern kann ich mich trotzdem nicht. Mache ich was falsch?“

    Ich denke, man kann hier nicht richtig wütend werden, weil das so generisch ist, dass es sich wie eine Soap Opera anfühlt. Worüber soll man da denn wütend werden? Dass Kurtzman jetzt eine Serie hat, die generisch ist und nichts wirklich außerordentlich gut macht?

    • Kazaril sagt:

      Am ehesten passt denke ich Gleichgültigkeit, diese Serie macht nicht großartig was kaputt, sie liefert aber auch nicht wirklich was

      Antworten
    • JP57 sagt:

      Wir haben uns doch – völlig berechtigt – hassend durch etliche Staffeln Discovery, Picard und SNW gequält.

      Man (zumindest ich) kann doch nicht immer die gleichen Sachen kritisieren, irgendwann wiederholt sich doch alles.

      Antworten

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